84.40 1 lb-°0 iont^trdn . if-mdbr. . 98.10 91.35 91.55 iltfomia Pack. rüirtlb.1912 106- 10«.- ^Mouücon- ^tzwrü-.D°n-1 »rt, rück», d 'fe trien> »vewbtt le^ggs» -NN . tßtr . leimen 103.- 99.80 57.90 63.80 90.35 89.— 88.30 103.- 99.80 83.70 58.10 64.- 90.60 89.70 88.10 55.25 9530 228-90 HeGrundW.- i >k.-Psaudbr. . o...... hein.Hyp^B«ml- 86-70 93.40 78.70 93'20 b" Lombarden do. . do. dUMGold . SN S?3“- itfer . * ' !Üdw.-Eismbi ^kas gauit. "dm.Sec.stsr. vond». igo Bmltngton ifa 1927 . . j*5if 33825 193-2& 17550 132.20 39.uO ^anKgtlüM. l»89. J«? KÜ-ch-N Ägypter ' h T Eisenbab"'^^ »y*”* ' ^erlaßSanftalt 278.801277 - ^vormMstn, Ms L Brüning. 260.401259.80 Wontmwde 189.50; 190.- Unbbleöfl *S:i;y8* iSpSi1'!; ♦’ctien » Börs, , : 100-75 101.37 «NtiusbllNk 126.501127.20' .......... 98.70 98.20 mgerPsandbr. 102- 102.- veig. 20 Thlr^ I 1 oje ... . 101.50 ibmgu Loose. 131.20; -.- n-MdmLoose I —> 142.50 • 197.15 199.80 • 164.- 164.- • 180.40 179.- 2 117.90 117.45 IBP. £i *•*'♦*■ £S’ Io 1102165 102.85 «s L inln0 ^01.05 10Lfn5 10L05 83.10 [S?J « n lß St* ““ ■ät* k:,,h ■ I 17.25 -______ ■ - | 82* . «2.7» tu ---- Nr. 257. Zweites Blatt. Sonntag den 3. November 1889. Der Hießener Anzeiger rrfd)cmt täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamikien v sätler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigclegt. Sießmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Dierlcljähriger Avonncmcntspreir: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulflratze Zlr.7. Fernsprecher 51. Anrts- und JfitjeigeHatt für deZr livei» Gicszen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureanx deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. chralisöeil'age: chießener ^amiftnißfatfer. ~mnrr —ni-n-in «> i uTirrmr i-.thm i _l. jj.jjiru ii my? Locales nno provinzielles. Gießen, 2. November. — Sitzung der Stadtverordneten am 31. October. Anwesend: Herr Bürgermeister Gnauth, Herr Beigeordneter vielter, Seitens der Stadtverordneten die Herren Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Hanstein, Hoch, Homberger, Jughardt, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schopbach, Simon und Bogt. Herr Bürgermeister Gnauth macht Mitthcilung von einem Schriftwechsel mit dem Großh. Steuerinspector in Betreff der Parzellen Vermessung. Die Herrn Geometer Bllttron letztmalig bewilligte Frist zur Fertigstellung des neuen Katasters läuft mit 31. Dccember d. I. ab. — Die Gesuche von Max Rolofs (Aug. Voigts Wirthschaft in der Wolkengasse), Wilh. Weber (Balser'sche Wirthschaft in der Kaplansgasse und Michael Kreiling (Wirthschaft seines Vaters „zum Gambrinus" in der Wetzsteingasse) um Er- theilung der Concession zum Wirthschaftsbetrieb sollen, unter Bejahung der Bedürfnißfrage zum Ausschank von Branntwein, befürwortet werden. — Eine Anzahl Kostenrechnungen im Betrage von je über 50 Mk. (bis zum Betrage von 50 Mk. steht dem Bürgermeister das Recht der Decretur- ertheilung zu) erhalten die vorgeschriebene, von der Stadt- verordneten Versammlung zu ertheilende Decretur. — Infolge Anfrage zweier Hotzhandelsfirmen wegen Ankaufs des im künftigen Wirthschaftsjahr anfallenden Eichen st ammholzes aus dem Stadtwalde wird nach Kenntnißnahme des Berichts Großh. Oberförsterei beschlossen, das Schlagquantum des Eichenholzes (ca. 600—800 Festmeter) nach der Fällung wie seither auf dem Submissionswege zum Verkaufe auszubieten. — Dem Spar- und Vorschußverein soll zur Abhaltung seiner Generalversammlung der Saal des alten Rathhauses überlassen werden und zwar in Anbetracht der guten Beziehungen des Vereins zur Stadt wie der den einzelnen Wohlthätigkeitsanstalten derselben von dem Verein zu Theil gewordenen Unterstützungen, kostenlos. — Ein in der verlängerten Bismarckstraße gelegener Bauplatz soll auf ein Gesuch des Herrn PH. Schäfer um Ucberlassung des Platzes hin, zur Versteigerung ausgeschrieben werden. — Der von Großh. Polizeiamt ausgearbeitete, von der Schlachthausdeputation durchberathene Entwurf eines Ortsgesetzes, betr. das Sch lacht wesen in der Provinzialhauptstadt Gießen wird nach Gutheißen der von der Schlachthausdeputation unter Zuziehung des Herrn Polizeiraths und des Herrn Schlachthausverwalters vorgenommenen Aenderungen, mit Ausnahme des 2. Absatzes des § 2, welcher die ursprüngliche Fassung wieder erhält, angenommen. Herr Simon spricht sich gegen die Fassung des 2. Absatzes dieses Paragraphen aus, nach dem u. A. zum Führen des Großviehes nur Personen im Alter nicht unter 18 Jahren verwendet werden sollen,- der Viehtransport könne ebenso gut von jüngeren Leuten, die mitunter kräftiger und gewandter wie manche 18jährige Bursche seien, z. B. von Knechten, besorgt werden. Herr Simon hält ein Alter von 16 Jahren für ausreichend und stimmt auch für Herabsetzung der auf 18 Jahre festgesetzten Altersgrenze, nachdem seinen Ausführungen entgegengehalten worden, daß man, um Uebertretungen ahnden zu können, eine Handhabe besitzen müsse, die sich nur in der Festsetzung eines bestimmten Alters finde, denn der urtheilende Richter könne nicht darüber entscheiden, wo die körperliche Kraft und Gewandtheit zum Transport eines Thieres anfange, es komme auch nicht immer auf dieselbe an, sondern oft mehr' auf Hebung und schnelles Erfassen des Augenblicks. Deßhalb empfehle sich die Festsetzung einer Altersgrenze. — Zu § 4, betreffend die beim Schächten des Großviehes zu beobachtenden Vorschriften, bemerkt Herr Scheel, ob man nicht Bestimmungen für andere Schlachtmethoden treffen könne. Er finde das Schächten, in Hebereinstimmung mit den Thierschutzvereinen u. s. w., für weit schmerzhafter als die anderen Schlachtmethoden, deren Einführung man anstreben möge. Herr Homberger weist auf eine Sitzung des Reichstags hin, in welcher bei Behandlung der Frage des Thierschutzes gerade das Schächten als die menschlichste Schlachtart (soweit dieser Ausdruck anwendbar) bezeichnet worden sei; diese Schlachtart entspreche auch den Interessen der Metzger, indem diese an jüdische wie christliche Kundschaft verkaufen könnten. Herr Bürgermeister Gnauth bemerkt, daß die verschiedenen Versuche, die Thiere auf die schmerzloseste Art zu tödten, eine gewisse Sicherheit in Handhabung der Apparate, z. B. des Schweine- Schlachtapparates, voraussetzten, während die s. Z. empfohlene sogen. Schußmaske zum Schlachten von Großvieh insofern weniger empfehlenswerth sei, als durch den jedesmaligen Knall die anderen Thiere scheu und somit schwer zum Schlachten zu bringen sein würden. Es schließe dies indeß nicht aus, auf die den Forderungen der Humanität entsprechenden Verbesserungen in den Schlachtmethoden bedacht zu sein. Das Ortsgesetz, betr. das Schlachtwesen in der Provinzialhauptstadt Gießen, hat nach den gefaßten Beschlüssen folgenden Wortlaut: S 1. Das Schlachtwesen und der Fleischoerkauf in der Vrovin- zialhauptstadt Gießen, die zur Schlachtung und Verarbeitung des Fleisches benutzten Räume, sowie die Fleischverkaussftätten unterliegen in ihrem ganzen Umfange der polizeilichen Beaufsichtigung. S 2. Das Schlachtvieh ist beim Transport gehörig zu verwahren. Zum Führen des Großviehs dürfen unter Ausschluß der Lehrlinge nur Gesellen der betreffenden Metzger, sowie andere Personen nicht unter 18 Jahren verwendet werden, das gleichzeitige Mtt- führen des Schlachtkarrens durch dieselben Personen ist verboten. — Bullen müssen beim Transport durch mindestens einen vom Kopfe nach dem rechten Vorderbein anzubringenden Strick gebunden, sowie mit Wurfstricken versehen fein und mindestens durch zwei erwachsene Personen geführt und beaufsichtigt werden. — Das Kleinvieh ist auf eine jede Tierquälerei ausschlteßende Weise in das Schlachthaus zu bringen. S 3. Das Schlachten des Hornviehs kann den Tag über stattfinden : a. vom 1. April bis 30. September von 4 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends, b. vom 1 October bis 31. März von 5 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends. Das Schlachten der Schweine hat zu denjenigen Stunden zu geschehen, in welchen für Brühwasser mittelst Dampfheizung gesorgt wird, nämlich: a. vom 1. April bis 30. September Vormittags zwischen 8 und 11 Uhr und Nachmittags zwischen 4 und 7 Uhr, d. vom 1. October bis 31. März von 7 Uhr Vormittags bis 3 Uhr Nachmittags. Sollten dringende Umstände das Schlachten außer diesen Zeit- etnthetlunaen nothwendig machen, so hat der das Schlachthaus Benutzende für jede wettere Stunde außer dem Schlachtgeld eine Gebühr zu entrichten, welche der Stadtvorftand mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz festsetzt. — Zwei Stunden vor Ablauf der festgesetzten Schlachtzett darf kein Großvieh einschließlich Pferd, eine Stunde vorher kein Schwein, sowie eine halbe Stunde vorher kein sonstiges Kleinvieh zur Tödtung gebracht werden. S 4. Beim Schächten müffen die Thiere durch ein geeignetes Wurfzeug möglichst rasch und schmerzlos in die geeignete Lage gebracht und sofort getödtet werden. Thiere, welche sich wegen Beschaffenheit ihrer Hörner mit dem Kopf nicht ganz umlegen können, dürfen unter keinen Umständen durch Einführen eines Hebels in den Rachen mit Gewalt zu vollständigem Umlegen gebracht werden. S 5. Nach vollendeter Verblutung und völlig eingetretenem Tode hat die Verarbeitung nach Handwerksgebrauch alsbald zu geschehen. S 6. Das von der Fleischbeschau für ungenießbar erklärte Fleisch ist alsbald in den im Schlachthause befindlichen, besonders hergertchteten Raum zu verbringen, in welchem dasselbe bis zu der von Großh. Poltzeiamt getroffenen Bestimmung aufbewahrt wird. — Desgleichen dürfen von der Fleischbeschau vor dem Schlachten beanstandete Thiere nur in dem Separatschlachthause geschlachtet werden. S 7. Alle im Schlachthaus deS Handels wegen vorzunehmende Verwiegungen haben gegen Zahlung der festgesetzten Gebühr durch den auf Grund des $ 36 der deutschen Gewerbeordnung ernannten und verpflichteten Wäger zu geschehen. — lieber jede Verwiegung ist Wtegschein zu ertheilen und zu nehmen. — Andere Waagen, als die der Stadt gehören, dürfen im Schlachthause nicht verwendet werden. — Die Verwiegung muß ftattfinden, auch wenn e» nur von einem Thetle gewünscht wird. S 8. Bet allen Thieren sind vor dem Verwiegen die Brust- unb Baucheingeweide mit Ausnahme der Nieren zu entfernen. — Vor dem Verwiegen wird bei dem Rindvieh, Schafoteh und Ziegen der Kopf am Genick abgetrennt, die Füße werden am Knie- und Sprunggelenk abgelöst, der Schwanz wird bis aufs fünfte Glied abgehauen, das Schloßfett wird abgetrennt bis auf die Adern, bei Kühen und Rindern wird das Fletscheuter entfernt. — Die Schweine Fenillrton. Hessische Dichter der Gegenwart. Von Dr. Ella Mensch. UL (Nachdruck verboten.) Die Schriftsteller der Gegenwart sind mit ihren Pro- dneten vorzugsweise aus die periodischen und täglichen Zeitschriften angewiesen. In den Feuilletons der großen politischen Journale erscheinen jahraus, jahrein die Romane unserer ersten Größen. In Revuen wie „Deutsche Rundschau", „Deutsche Dichtung" re. kommen jetzt auch schon Dramen zum Abdruck. Das beste Mittel, schnell bekannt zu werden, einen größeren Leserkreis zu gewinnen, ist, für ein gelesenes Blatt zu schreiben, bezw. von diesem zur Mitarbeiterschaft aufgefordert zu werden. Langsam und mühselig ist der Weg zum Publikum in der Form der Buch ausgabe. Hm diesen betreten zu können, muß der Schriftsteller über zwei Dinge verfügen. Er muß erstens in der glücklichen Lage sein, dem Grundsätze Schopenhauers, nach welchem poetische und wissenschaftliche Arbeit niemals zur Erwerbsquelle gemacht werden sollten, huldigen zu dürfen, und er muß zweitens die Heberzeugung in sich tragen, daß sein Schaffen nicht blos dem Tage und dem vergänglichen Tagesschmuck gehört, daß das, was er bietet, vielleicht nur von Wenigen, von diesen aber gründlich gelesen, nicht wie der allwöchentlich erscheinende „Mappeninhalt" durchstogen werde. Wenn Wilhelm Walloth, obgleich er von Geburt ein Darmstädter ist und auch in Darmstadt lebt, doch in seiner Vaterstadt und seinem Lande weniger bekannt ist als ein Wachenhusen, Wichert re., deren Namen man in allen deutschen Zeitschriften begegnet, so ist das in erster Linie wohl dem Hmstande zuznschreiben, daß er nicht für die Journale arbeitet. Die Deutschen dürften im Durchschnitt literarisch gebildeter sein als die anderen Nationen, aber Bücher kaufen ist trotzdem nicht ihre starke Seite. Selbst die dankens- werthen überraschend billigen Ausgaben von Engelhorn, Speemann re. erfreuen sich nicht des erwarteten Zuspruchs. Bis zu einer Anschaffung in Reklam versteigt man sich noch allenfalls. Aber es gehört schon eine besondere Theilnahme für die Literatur und ihre Vertreter dazu, um Romane zu kaufen, welche zum Preise von 6 Mk. ausgezeichnet sind. Nichtsdestoweniger gelangt Walloth allgemach in die Reihe der bekannten Namen, wenn auch noch viel fehlt, um ihn zu einem populären Dichter zu machen. Populär im gewissen Wortverstande wird er vielleicht nie werden, denn es gebricht ihm an der Gabe, den Stoff in spannende Nummern zu zerlegen, dem Sensationsbedürfniß Rechnung zu tragen und dabei doch mit diplomatischer Berechnung alles zu vermeiden, was unangenehme, peinliche Vorstellungen erwecken könnte. Aus diesem Grunde bleibt er mit seinen Arbeiten vorläufig auch besser den „Familienblättern" fern und beschränkt sich auf einen kleinen Leserkreis. Wer heutzutage aber eine Brochüre über moderne Romanschriftstellerei verfassen wollte, dürfte dem Namen Walloth doch nicht aus dem Wege gehen. Wie dieser in der Darstellung wegkommen wird — das richtet sich freilich ganz nach dem Auffassungsvermögen und der Objeetivitätssähigkeit des Kritikers. Die Kritik, sofern sie sich überhaupt mit Einem beschäftigt, der nicht zu den Tagesgrößen gehört, hat ihn im Großen und Ganzen einseitig und oberflächlich behandelt. Allerdings finden sich unter seinen Beurtheilern auch Leute wie Gerhardt von Amyntor, G. Christaller. Neuerdings haben ihn auch Organe wie „ Kölnische Zeitung", „ Nationalzeitung" re. ihrem Leserpublikum vorgeführt. Pfarrer Christaller schreibt über W. u. a.: „Wilhelm Walloth, obwohl noch ungestorben und unbegraben und noch von keinem gelehrten Professor geaicht, ist dennoch ein vollwichtiger Dichter, dessen Werke nicht als bloßes Lesefutter, sondern als dauernde Kunstwerke zu betrachten sind." Von der jetzt bei einigen modernen Schriftstellern beliebten Methode des Selbsterläuterns hat Walloth in dem richtigen Gefühle, daß der wirkliche Dichter fein Schaffen und die Resultate desselben nicht unter die Lupe der Reflexion legen kann, niemals Gebrauch gemacht. Es würde die uns in diesen Aufsätzen gestellte Ausgabe überschreiten, wollten wir uns an dieser Stelle auf eine Analyse dieser Dichternatur einlafsen, wir müssen uns damit begnügen, kurz und knapp die Bahnen zu scizziren, in welchen Walloth's Poesie sich bewegt. Dieselbe bethätigt sich auf lyrischem, epischem und dramatischem Felde, und es bleibe vorläufig dahingestellt, wo sie ihre besten Erfolge erzielt. Solange der Dramendichter nicht Zutritt zur Bühne erlangt — und das ist bei den heutigen Verhältnissen ein schwierig Ding — bleibt seine Bedeutung auf diesem Gebiete trotz aller wohlmeinenden Aufklärungsversuche stark im Schatten. Gustav Freytag hat über eins der Walloth'schen Dramen, „Marino Falieri", zu dem Verfasser geäußert: „Es lege Zeugniß ab, von einem unzweifelhaft nicht gewöhnlichen Talent heftigen Seelenbewegungen dramatischen Ausdruck zu geben." Dieses Talent geht u. E. nun auch Hand in Hand mit der Fähigkeit einer confequenten Charakterdurchführung. Das Theatralische tritt entschieden zurück gegen das Charakteristische. Heberall ist die Handlung durch den Charakter geregelt und bestimmt. In der Tragödie „Johann von Schwaben" tritt dies besonders hervor. Aus diesem Grunde, weil niemals äußerlich begründet, durch Zufälligkeiten bestimmt, erscheint der Confliet auch stets sehr straff gespannt, die Katastrophe logisch. Es liegt in Walloths ganzer Dichterart ein Zug zum Charakteristischen, zum Plastischen. Dieser ist es, der ihn dann auch immer wieder zu großen Stoffen mit historischem Hintergründe drängt, namentlich zu solchen, wie sie in der römischen Kaiserzeit angehäuft liegen, in einer Zeit, die durch ihre bunte Fülle an Gestalten und Ereignissen und die Vermischung der damaligen Culturelemente, die dichterische Phantasie aufs lebhafteste reizen muß. In den Romanen, die wie „Oetavia", „Paris, der Mime", „Der Gladiator" zur gelangen mit Kopf und Füßen, aber ohne die Zunge, Lust- und Speiseröhre zur Verwiegung; die Zunge ist ohne die, die Zungen- wurzel umgebenden Muskeln herauszulösen. 8 9. Der Wäger ist verpflichtet, strenge darauf zu sehen, daß die Schlachthiere so zur Verwiegung kommen, wie es in den Bestimmungen de« S 8 oorgeschrieden ist. Ist eine dieser Bestimmungen nicht eingehalten, so hat der Wteger die Pflicht, das Schlachtthier zurückzuweisen. — Streitigkeiten darüber, ob das zu verwiegende Schlachtthier vorschriftsmäßig ausgeschlachtet ist, entscheidet eintretenden Falles der Fleischbeschauer. S 10. Das Verwiegen der Schlachtthtere hat innerhalb fünf Stunden nach dem Tödten zu geschehen. Dabei kommen bei dem Rindvieh, wenn in der ersten Stunde nach dem Ausschlachten verwogen wird, 2% von dem Gewicht in Abzug, wird erst später verwogen, so kommt nichts in Abzug; bei Schweinen kommen bet dem Verwiegen innerhalb fünf Stunden nach dem Ausschlachten 3°/o in Abzug; bei Kälbern, Hammeln und Ziegen kommen 2% beim Verwiegen in Abzug, wenn innerhalb fünf Stunden nach dem Tobten der Thtere verwogen wird. — Beim Verwiegen von Rindvieh und Schweinen werden Gewtchtsmengen unter 50 Pfund beim Abziehen von Gewichtsprozenten nicht in Rechnung, Gewichtsmengen von 50 und mehr Pfund als volle Gentner in Rechnung gebracht. — Sind Käufer oder Verkäufer oder beide, wenn das Ausschlachten des Thieres beendet ist, nicht zur Stelle, so hat der Wäger in dringenden Fällen das Recht, auch in deren Abwesenheit zu verwiegen. Etwa dadurch entstandene Kosten haben der eine oder der andere, oder, wenn beide nicht »uaeaen. beide zu tragen. $ 11 Da das Blut der geschlachteten Thtere als Abgang zu betrachten ist, darf es aus der Schlachchausanlage nicht fongenom- men werden. Eine Ausnahme findet nur zu Gunsten der Wurst- berettung statt. Bezüglich des zur Wurstbereitung aufgefangenen Blutes gelten folgende Vorschriften: 1) Blut darf als Zuthat zur menschlichen Nahrung nur benutzt und aus dem Schlachthaus verbracht werden, wenn es vollständig frisch ist und der Fleischbeschauer das Thier, von welchem das Blut stammt, für gesund erklärt bat; 2) das Blut der nach israelitischem Ritus geschlachteten Thiere darf nur dann zur Wurstbereitung benutzt bezw. aus dem Schlachthaus verbracht werden, wenn das Thier in Gegenwart des Fletschbeschauers geschächtet und dabet der Schlund des Thieres nach Anweisung des Fleischbeschauers derart zugehalten wird, daß kein Mageninhalt in das Blut gelangen S 12°" Auch die A' beits-, Verkaufs- und Aufbewahrungslocale -er Metzger und Fleischhändler unterliegen der polizeilichen Beaufsichtigung und Revision und sind diese verpflichtet, dem reoidirenden Polizeibeamten alle Räume und Behältnisse, in welchen Fleisch oder Fleischwaaren bearbeitet oder ausbewahrt werden, zu offnen und die gesammten Fleisch- oder Wurstoorräthe einer für nothwendig erkannten Untersuchung unterziehen zu lassen. 8 13. Das Aushängen ganzer geschlachteter Thiere oder einzelner Theile, sowie von Metzgerwaaren vor den Häusern an den Thürpfosten, Thüren oder Fenstern ist verboten. S 14. Das Feilhalten von frischem Fleisch darf nur im Innern der Läoen stattfinden und sind Messer, Waagen, Gewichte, überhaupt alle zum Verkauf und zur Verarbeitung von Fleisch und Fleischwaaren dienenden Geräthschaften stets in reinem Zustande zu er- 15. Die Bestimmungen in 8 7 des Localreglements vom 28. Mai 1886 sind aufgehoben. 8 16. Jede Uebcrtretung dieses Ortsgesetzes wird nach 8 26 dcS Localreglements vom 28. Mai 1886 bestraft. Die Entscheidung Großh. Ministeriums über die für die Stadt Gießen beschlossene Einführung der Trichinenschau liegt noch nicht vor. Herr Fleischbeschauer Stooß hat in einer Eingabe dargelegt, daß er sich in Anbetracht der täglich sich vermehrenden Schlachtungen und demgemäßen Mehrinanspruchnahme in seiner Eigenschaft als Fleischbeschauer der Trichinenschau mit der nöthtgen Verantwortung nicht mehr widmen könne, und bittet, von dieser Thätigkeit entbunden zu werden. Es tritt damit die Frage in den Vordergrund, ob nun der eine oder andere der bereits geprüften Mikro- scopen mit der Trichinenschau betraut werden solle. Die Metzgerinnung hat sich bereit erklärt, die Trichinenschau auf eigene Kosten ausüben zu lassen, sie ersucht nun um Ueber- lassung eines dazu passenden Locals im Schlachthause, z. B. des Händler- oder des Meisterzimmers. Zu der Frage, ob der Innung gestattet werden solle, Trichineuschauer anzuzustellen und denselben ein Zimmer im Schlachthause zu überweisen, hat die Schlachthausdepntation beantragt, der Innung das sogen. Meisterzimmer zur Vornahme von Untersuchungen des Schweinefleisches auf Trichinen durch besondere, von der Innung zu besoldende Trichinenschauer zur Verfügung zu stellen, ohne indeß Gewähr für die Ergebnisse dieser Untersuchungen zu geben. Herr Dr. Ploch hält es für bedenklich, dte Trichinenschau durch die Innung ausüben zu lassen, auch die Sorgfalt, mit der diese Untersuchung vorgenommen werden müsse, könne nur auf eine kleine Anzahl geschlachteter Schweine von einem Trichinenschauer verwendet werden, so daß an Hauptschlachttagen deren mehrere thätig sein müßten. Herr Georgi bezeichnet es als fraglich, ob die Stadt angesichts der gegenwärtigen Umstände mit der Anstellung von Trichinenschauern warten müsse, bis die Genehmigung des Ministeriums vorliege. Herr Vogt erklärt, daß es auch im Sinne der Innung liege, an sogen. Hauptschlachttagen mehrere Trichinenschauer, ständig aber einen zu beschäftigen. Es wird unter Ablehnung des Jnnungs- antrages Zurückverweisung der Sache an die Commission beschlossen , in welcher über die Anstellung des nöthigen Trichinenschaupersonals und die vorläufig im Sinne früherer Beschlüsse einzurichtende Trichinenschau berathen werden soll. — Dem Gesuche einer Anzahl Bewohner der verlängerten Flügelsgasse (Dammstraße) um Anschluß an die Quellwasserleitung soll entsprochen werden, sofern dieselben für einen jährlichen Wasserzins von 120 Mk. garantiren. — Die Entscheidung über beantragte Versetzung einiger Richtungslaternen und Aufstellung einer neuen wird der Deputation für das Gas- und Wasserwerk übertragen. — Gleichzeitig mit Einrichtung der Wasserleitung für die verl. Flügelsgasse soll die Gasrohrleitung für dieselbe gelegt und drei Gaslaternen aufgestellt, die Kosten hierfür mit 1500 Mk. in das nächste Budget eingestellt werden. — Eine etwas kostspieligere Beleuchtungsanlage wird diejenige nach dem Schiffenbergerthale. Den Wünschen der dortigen Bewohner, die mangelhafte Petroleumbeleuchtung durch eine ausreichende, dem Verkehr der zahlreich den Schiffenberger Weg benutzenden Personen und Fuhrwerke, wie der Sicherheit dienende Beleuchtung zu ersetzen, soll durch Anlage einer 540 Meter langen Rohrleitung und Aufstellung von sechs Laternen entsprochen werden. Auch die hierfür aufzuwendenden Kosten mit 3000 Mk. sollen im neuen Voranschlag gewahrt werden. — Die zur Herstellung dreier Schulzimmer im Realschulgebäude (es soll zu diesem Behufe der Festsaal in 3 Räume getheilt werden) nöthigen Arbeiten sollen, ohne Rücksicht auf das Mindestgebot, hiesigen Unternehmern übertragen werden. Zimmermeister Ruckstuhl erhält die Zimmerer-, Weißbindermeister Seipp die Maurer- und Weiß- binderarbeiten. Infolge der mit Anfang kommenden Jahres eintretenden Vermehrung der Zahl der Stadtverordneten tritt die Rothwendigkeit ein, die nöthigen Veränderungen im Sitzungssaale schon jetzt zu treffen. Zur Zeit sitzen die Stadtverordneten an einem einzigen langen Tisch, an dessen Mitte der Vorsitzende nebst den Beigeordneten. In Zukunft soll nun unter entsprechender Verlängerung des Tisches der Vorsitzende nebst Beigeordneten an einem am Kopfende des Tisches angebrachten Quertische Platz nehmen, so daß durch diese Anordnung Raum für weitere Stadtverordnete gewonnen wird. Ein Theil des Sitzungssaales, mit separatem Eingang, soll fiir das Publikum, das unter den seitherigen Verhältnissen, wie der Herr Vorsitzende aussührte, „förmlich weggeguckt" worden sei, reservirt und entsprechend vom übrigen Theile des Saales abgegrenzt werden. Außerdem soll ein besonderer Garderoberaum mit Eingangsthür nach dem Sitzungssaale hergerichtet, für den letzteren bessere Ventilationseinrichtungen getroffen werden. Die Mobiliaranschaffungen sind veranschlagt auf 308 Mk., die Lüftungseinrichtungen auf 330 Mk., die sonstigen baulichen Veränderungen, wie Thüren, auf 125 Mk. — Die Eingabe einer Anzahl Interessenten am Leih gestern er Weg, in welcher um die Offenhaltung des zwischen Wilhelmsstraße und Leihgesterner Weg, an der Fernie'schen Besitzung vorüberführenden Hohlweges für den Verkehr gebeten wird, wird als berechtigt anerkannt. Vor- gcnommene Messungen haben ergeben, daß nach Schließung dieses Weges und ausschließliche Beschränkung des Fuhrwerkverkehrs über die Kreuzung der Wilhelms- und Ludwigs- straße nach dem Leihgesterner Weg die Steigungsverhältnisse ungünstiger werden. Es soll bis zur Herstellung einer anderen, den Leihgesterner Weg mit dem Seltersberg verbindenden Straße von der Schließung des betr. Hohlweges abgesehen werden. Nidda, 30. October. Der Gerichtsschreiber i. P. Herr- Stork hat mit diesem Jahre 21 Jahre lang das Directorium der Spar- und Leihkasse Nidda gehabt. Er hat einen großen Theil seiner Kraft diesem Institute gewidmet und hat sein Amt allezeit mit Treue und Hingabe verwaltet. Umsomehr wurde es bedauert, daß er aus Gesundheitsrücksichten genötigt war, mit dem 1. Juli d. I. die Stelle eines Directors niederzulegen. Die diesjährige Generalversammlung der Sparkasse faßte den Beschluß, in Anerkennung seiner Verdienste ihn zum Ehrendirector zu ernennen nud als bleibendes Andenken ihm einen silbernen Pokal mit geeigneter Inschrift überreichen zu lassen. Der Vorstand wurde mit der Ausführung dieses Beschlusses beauftragt. Dieser entledigte sich dieses Auftrags durch eine Deputation aus seiner Mitte, die sich in die Wohnung des Herrn Stork begab, ihn in feierlicher Weise mit dem Beschluß bekannt machte, dabei zugleich die Ehrengabe überreichend. Der verdienstvolle Ehrendirektor war tief ergriffen, stattete in bewegten Worten seinen Dank ab mit der Versicherung, fernerhin, soweit es möglich wäre, das Interesse der Sparkasse mit im Auge zu haben. Möge ihm vergönnt sein, noch recht lange seinen Willen zur That werden zu lassen. D. Z. Pfarrer, Lehrer, Gutsbesitzer, Beamte rc. rauchen mit Vorliebe d. HollLnd. Tabak von B. Becker in Seesen a. £)., 10 Pfd. lose m 1 Beutel fco. 8 JL u Vermischtes. Metz, 29. October. Unsere Stadt hat seit 1870 eine Bevölkerungsbewegung aufzuweisen, wie in der Geschichte nicht oft dagewesen sein dürste. Bis zu dem genannten Jahre war bekanntlich Metz die einzig größere Stadt Elsaß-Lothringens mit ausschließlich französischer Bevölkerung. Die Auswanderung der Einheimischen war so umfassend, daß schon ein Jahrzehnt später infolge der starken Einwanderung die altdeutschen Ein- wohner den einheimischen an Zahl gleichkomen. Seitdem hat das Anwachsen der eingewanderten und der Rückgang der einheimischen Bevölkerung stetige Fortschritte gemacht und dazu geführt, daß bereits 1886 bei den Gemeinderathswahlen die Altdeutschen die überwiegende Mehrheit erlangen konnten. Heute ist in der Aus- und Einwanderung ein ziemlicher Stillstand eingetreten. Daß aber gleichwohl die Zukunft den Deutschen gehört, geht aus der Thatsache hervor, daß seit einer Reihe von Jahren die Eheschließungen und Geburten der Eingewanderten die der Altmetzer bei Weitem übertreffen. Beispielsweise kamen 1888 bei den Eingewanderten 236 Eheschließungen und 1016 Geburten, bei den Einheimischen dagegen nur 147 Eheschließungen und 416 Geburten vor. Aus der verhältnißmäßig großen Zahl der nationalgemischten Ehen läßt sich übrigens der auch durch eine Reihe anderer Erscheinungen bestätigte Schluß ziehen, daß die Schranken zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen immer mehr im Schwinden begriffen sind. Im genannten Jahre sind nämlich nicht weniger als 123 oder 29.29 v. H. national gemischte Eben geschlossen worden, und zwar haben sich 4 < eingewanderte Deutsche und 16 Franzosen mit Elsaß-Lothringerinnen verheirathet, während 12 Elsaß-Lothringer sich altdeulsche Frauen wählten. =' Schwarze und farbige Seidenstoffe direkt ans der Fabrik von von Elten & Keussen, Crefeld, also aus erster Hand, in jedem Maass zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. $639 Zeit des Tiberius, Caligula, Domitian spielen, verfährt Walloth weder nach Art von Ebers, noch in der von Eckstein. Er hat seine eigene Art, das Alterthnm dichterisch aufleben zu lassen, eine Art, die ebenso die Anachronismen wie das gesuchte Antikisiren vermeidet. Der hervorstechendste Zug dieser Art ist der, daß das Sittenbild weniger durch allgemein gehaltene Schilderungen sich uns zeigt, sondern daß wir es wirklich aus dem Gange des Romans kennen lernen, die Handlungen der Personen vermitteln uns jene Zeit. Wie diese sich in den Charakteren reflectirt, so wird sie dem Leser nahe gebracht. In der Regel begnügt unser Schriftsteller sich mit wenigen Personen und überläßt die verwirrende Fülle der Gestalten solchen Romanciers, welche den bekannten Ausspruch: „Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen" gar zu trivial aussassen. Dabei hat er den Vortheil, für seine Person genügenden Spielraum zur Entwickelung zu haben. Blasse Farben, verschwommene Umrisse kommen nicht vor, selbst da nicht, wo die Natur des Stoffes solches entschuldigen könnte. Sogenannte einheitliche Charaktere vorzuführen ist ja immer leichter, Walloth fühlt sich aber augenscheinlich mehr zu schwankenden, widerspruchsvollen und dabei stark sensitiven Naturen hingezogen. In der Zeichnung derartiger Jünglingscharaktere offenbart er eine unleugbare Meisterschaft. Die Natur des Weibes wird sodann von ihm in ihrer ganzen Vielseitigkeit erfaßt,- für eine Lucretia hat er die geeigneten Farben zur Hand wie für eine Messalina. Seiner Sicherheit in der Anlage der Charaktere tritt zur Seite die Kraft und Anschaulichkeit in der Situationsschilderung. Es ist kein Nacheinander, kein Haufen von Einzelnheiten, es ist wahres, lebendiges Gestalten. Seenen, welche eine breite, große Pinselführung verlangen, gerathen ihm gewöhnlich am besten. Ein Beispiel aus der „Octavia" mag diese Behauptung erhärten: „Schon begannen sich die grauen Steinsitze des Circus maximus zu beleben - die Thore waren geöffnet, Kopf an Kopf drängte sich die Volksmasse durch die Hallen, fluthete aus den Logenthüren in die schmalen Gänge, die Sitz von Sitz schieden, stürzte wie ein plötzlich entfesselter Kataract über die Stufen hinunter oder wuchs empor, wie die Woge eines Stroms, die ein Thal auszusüllen droht. Bald war nichts mehr zu sehen vom Marmor des Gebäudes, überschwemmt von Köpfen war die ungeheuere Wanne bis hinaus, wo die letzten Säulen der äußersten Umfassung das Blau des Himmels berührten. Köpfe, nichts als brausende, summende Köpfe, ein Wogen von Köpfen, ein Berg von Köpfen, in dessen gewaltigem Ring der weiße Sand der Arena im Sonnenlichte brennt. Wie friedfertig liegt er da, der weiße Sand, der sich roth färben soll, wie hängen diese Tausende von Augen an diesem Sand. Jetzt noch spielen die blendenden Sonnenstrahlen auf seinen Körnern, aber das römische Volk will ihn rauchen sehen von Blut- der Tod soll darüber hinschreiten, wie ein phönizischer Färber, wenn er die Purpurschnecke auspreßt über dem weißen Wollmantel, daß der dunkele Saft herniederträufe, rothe Pracht dem weißen Stoffe verleibend." Worte, Bilder und Gleichnisse strömen Walloth nur so zu, wenn es sich um Localschilderung oder gar um das Ausmünzeu des Stimmnngsgehalts einer Situation handelt. Bei dieser Kraft und Sicherheit im Beherrschen des Stoffs und der Ausdrucksmittel fällt es dann doppelt auf, daß der Autor sich hie und da kleine stilistische Schnitzer, eigenthümliche Provinzialismen wie §. B. die falschen Imperative: spreche, esse (statt: sprich, iß) nicht übel nimmt. Formfehler, die einem nörgelnden Kritiker, in welchem der Philologe den Aesthetiker überwiegt, gerade genügen, um das Ganze abfällig zu beurtheilen. Nach Form und Inhalt muß sich bei Walloth überhaupt noch manches klären und vervollkommnen, bevor ihm auf dem deutschen Parnaß die Stellung angewiesen werden kann, zu welcher ihn seine Begabung entschieden berechtigt. Glücklich in der Wahl der Stoffe, die dem Alterthum angehören, trifft er es im Ausfinden und Ausgestalten moderner Sujets nicht immer günstig. Es war ein unglücklicher Gedanke von Walloth, mit einem modernen Roman auch einmal in die Fußtapfen der deutschen Naturalisten treten zu wollen. Das Resultat dieses Versuchs ist „Der Dämon des Neides", ein höchst unerquickliches Opus, das auch zur Beanstandung Anlaß gegeben hat. Das Problem des Neides oder besser gesagt des Größenwahns, welches der Dichter mit dieser Arbeit begründen wollte, ließ sich auch sehr wohl ohne dieses widerliche Drum und Dran behandeln. Der Verleger hat gut gcthan, den ungünstigen Eindruck, welches dieses Buch in der Leferwelt hervorrief, schleunigst zu verwischen durch die Herausgabe des neuejicn Werks „Tiberius", welches uns den Autor wieder auf gesundem Pfade zeigt nnd in einer Welt, ~ deren Lebensäußerungen er künstlerisch beherrscht, >^m Walloth )i )en „Tiberius" haben die wissenschaftlichen Untersuchungen des bekannten Geschichtsforschers Ad o ls Stahr poetisches Dasein gewonnen. , , Uc6ei- Walloths Bedeutung als Lyriker noch einige Worte das nächste Mal. — (Ueberboten.) Erster Maler: „Da habe ich neulich ein dünnes Tannenbrettchen so natürlich wie Marmor bemalt, daß es, in's Wasser geworfen, sofort untersank, wie ächter Marmor." — Zweiter Maler: „Ach was, als ich gestern an die Staffelei, worauf meine „Polargegend" steht, das Thermometer hängte, fiel dasselbe gleich 20 Grad unter Null." — Dritter Maler: „Das ist nichts, mein letztes Porträt des Baron Buffski ist so lebenswahr, daß es wöchentlich zweimal rasirt werden muß." * * * — (Auch ein Erforderniß.) Ein reisender Handwerksgeselle spricht bei einem Meister in Todendorf nm Arbeit an. „Sie können anfangen zu arbeiten," spricht der biedere Meister, „jedoch unter einer Bedingung: Können Sie Scat spielen?" — „Nein," war die Antwort. — „Dann kann ich Sic nicht gebrauchen, uns fehlt immer der dritte Mann. NS ige ÄnM )?Elten&KensseD,Crefe/d, Maass zu beziehen. Man Lbe des Gewünschten. M ter. 5tlbt h»t feit 1870 ei„, ®'ehl d» Geschichte nicht genannten Jahre war stabt Elsaß-LochringenS ^erR. Die Auswanderuna b' ba\W°n ein Jahrzehnt erung bie altdeutschen Ein- SWvmen. Seitdem und der Rückgang der Fortschritte gemacht und dazu :n Gemeinderathswahlen die Mehrheit erlangen konnten, nderung ein ziemlicher Süll- >leichwohl die Zukunst den Thatsache hervor, daß seit !eschließungen und Geburten eher bei Weitem übertressen. m Eingewanderten 236 Ehe- , bei den Einheimischen öa- nd 416 Geburten vor. Aus der nationalgemiidjten Ehen eine Reihe anderer Erschein- )aß die Schranken zwischen immer mehr im Schwinden ce sind nämlich nicht weniger i( gemischte Ehen geschlossen eingewanderte Deutsche und -innen verheirathet, während he Frauen wählten. 6e8Cbro^“OtuiV* V^attet > Mn 'i‘ Stpss- .' * ae- 1 ^«en» J """‘“"S bfi ernennen 1 1 mcr Ber- Pokal mit 0Pa § Reiben- 7*42''"^ ^rragt. e nnt der Putation -^edigte 1H» »Ä 8 Mr'^"gsder^'»s- des Jasberg M ®“S' s« steht, d°d '«Mg-S-nd @ unter n'f-lÄ 2,° ® m letzte- ‘5?' * ßanb®^8; . (tjn «’’tnbe Arbeitan' uU intlner Ä'Ä'ä beiws» r bester. geig «it d'5' w er« Drmtt *t dieses -en Mer hat 911 J rttwe(t Jen durch b« & Untat ' ‘wb beherrsch" . chnnzk« iteä . tini9t Stadtverordnetenwahl. Zur Wahl als Stadtverordnete beehren wir uns folgende Herren vor zu schlagen: '8877 Baist, Theophil, Rechtsanwalt, Brück, Karl, Goldarbeiter, Buchner, Otto, Dr. Professor, Gail, Wilhelm, Fabrikant, Helfrich, Friedrich, Oeconom, Hess, August, Rentner, Heyligenstädt, Louis, Fabrikant, Löher, Wilhelm, Bäckermeister, Mayer, August, Weinhändler, Sch mall, Emil, Fabrikant, Vogt, Heinrich, Beutner, Zurbuch, Adolf, Fabrikant. Der Vorstand des nationalliberalen Vereins. Stadtverordnetenwahl. Zu der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl werden als besonders geeignet empfohlen die Herren: We Gail, Fabrikant, Re Scheel, Kaufmann, J. Hoch, Rentner, Aron Ratz, Kaufmann, W. Löher, Bäckermeister, Dr« A« Mettenheimer,1 Rentner, j Hanstein, Fabrikant, Dr. Rubel, Institutsvorsteher, L. Heyligenstädt^ Fabrikant, Fr« Helfrich, Oeconom, Heinr« Adami, Rentner, J« Rlein, Metzgermeister. Durch diesen Vorschlag glaubt man sowohl den Interessen unserer Stadt, als auch den Wünschen der meisten Wähler zu entsprechen. Wir empfehlen deshalb dringend Festhalten an obiaer Liste. 8865 ____________Biele Wähler. Nasthaus zum Wer. Empfehle das seit kurzer Zeit hier so beliebt gewordene Exportbier aus der Brauerei J. J. Müller (älteste Brauerei Frankfurt-) in Gebinden jeder Größe. Dieser vorzügliche Stoff, an Reinheit und Geschmack bis jetzt unübertroffen und von ärztlichen Autoritäten besonders auch für Reconvalescenten, sowie Wöchnerinnen empfohlen, ist auch ferner noch in Vi und i/r Flaschen zu haben bei Kaufmann Karl Schulze, Schillerstraße 7. — Weitere Niederlagen gesucht. 8845 Achtungsvoll PH. Schneider. Pianino’s, Leihanstalt. Clavierstimmen u Reparaturen werden solid und billigst ausgeführt. [1687 G. D. Gebauer, Seltersw, 67. S64O] J«7 BnGbinder- itnb Ga- Restaurant ,jum Postkeller". Neu hergerichteter Wirthschafts-Saal. Heues Billard. Pilsener und Franziskaner Bräu aus der renommirten Export-Bierbrauerei von Gebrüder Röhrte. dingung-n. .640 Emser Catarrh-Pasten Emser Pastillen Als alleiniger Dertrcttr einer der größten Hypotheken' banken vermittele ich die Beleihung von Immobilien zu günstigen Be- Zöpfe, Tuffen, Dreher, sowie Haarketten 187 werde« zu bitt. Preisen angefertigt. lanleriearbeiten. sowie im Bilder- einravmcn empfiehlt fich Paul Richter, Buchbinderei, 12 Kaplansgafie 12. OOOOOCXXXXXXXMOOOO §Zum Verkauf von gesetzlich Q erlaubten Staats- u. Stadl- w Prämien-Loosen werden [8671 W S tücktige Agenten S n gegen hoh. Provision gesucht, q ä Off an Rud. Mofse.BreSla«, ri H. Huhn, Schulstrasse 10, empfiehlt sein reichhaltiges Lager in: 7301 Gold-, Silber-, Granat- und Corallwaaren, goldenen u. silbernen Damen- u. Herrn-Uhren, Regulatoren etc. Reparaturen werden prompt und schön auBgefuhrt. BMSER VICTORIA-QUELLE H zeichnet eich vor Allem durch ihren bedeutenden Gehalt an Kohlensäure aus - ist also für den häuslichen Gebrauch besonders empfehlenswerth — und wird mit vorzüglichem Erfolge gegen alle catarrhalischen Leiden des Kehl« MW kopfes, Rachens, Magens n. s. w. angewendet. Emser ITatron-Lithionquelle (Wilhelmsquelle) Bheiugauer Weine. Anerkannte gute Küche. MittagStisch im Abonnement 83 Pfg. Separate Zimmer stehen zur Verfügung. 8795 Carl Schütz. B. K»iLcrustcin. Schillerftr 27. Möms^Kneiploea! vor der Stadt abzugeben. 8642 Näheres in der Exped. d. Bl. werden für 1 Mark angefertigt. [7866 H. Plank, KaplanSgaffe 2. in ploiubirten Schachteln 'n runden Blechdosen Zu beziehen in Giessen durch Hch. Wallach. 7447 König- W ilhelms-Felsenquellen. B. Mellor, Bahnhofstraße 18. 8835] Ein ordentliches Mädchen, welches in Hausarbeit erfahren, gegen guten Lohn gesucht- Lindenolatz 12. Zwei tüchtige Schlosser, selbstständige Arbeiter, für dauernd bei gutem Verdienst gesucht von 8799 Fr. Krogmaun. 8709 Ein Junge, der die Brod- und Feinbäckerei erlernen will, gesucht. Lindenplatz 4 Kochöfen, Reguliröfen, Wormser Oefen, Amerikanische Oefen von Meßner & Co., Nürnberg, Lönhold'sche Oefen von Gebr. Buderus, Kohlenkasten, Ofenschirme, Feucrgeräthe, Schirmständer, Ofenvorsetzer 8854] Auf sofort gesucht ein erfahrener Knecht zu zwei Pferden. Zu erfragen bet I. Becker, Wallthorstraße 53. empfiehlt 3446 Emil Eistor. Verein Hit deutschen freisinnigen Dartci. Wir berufen hierdurch eine Außerordentl. Generalversammlung des Vereins auf Sonntag den 3. d. M., Nachmittags 5 Uhr. Local: Pellauraiion Jeidet. TllgesindllMß: Die Stadtverordnetenwahlen. Gieße«, den 1. November 1889. Der Vorstand. Stadtverordnetenwahl. Ausgehend von dem Grundsatz, daß bei communalen Wahlen weder politische noch Bezirks- Interessen ausschließlich maßgebend sein dürfen, erlauben wir uns der Wählerschaft endstehend eine Liste zu unterbreiten, die aus Männern aller politischen Anschauungen, wohnhaft in allen Stadttheilen, verschiedenen Berufsklassen angehörend, besteht. Wir bitten solche vorurtheilsfrei zu prüfen und sind überzeugt, daß jeder unbefangene Wähler mit gutem Gewissen seine Stimme geben kann den Herren 8848 8776] Ein junges Mädchen kann das 8828] DaS Reinigen von Bett- Nr. V entgegengenommen. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) tu Gießen. Sorgfältigste ,im Haufe" der betreffenden Reflectanten besorgt. Anmeldungen werden Mäusbnrg CONCORDIA. Samstag den 9. November, Abends 8 Vs Ubt, TauMlerhattumL mit Theater in „Steins «Garten«. 8839 Der Vorstand Carl Brück, Goldarbeiter. Louis Flett, Landwirth. Friedrich Habenicht sei», Fabrikant. August Hess, Rentner. Louis Heyligenstädt, Fabrikant. Julius Hoch, Rentner. Meyer Hornberger, Fabrikant. Wilhelm Löher, Bäckermeister. Wilhelm Seuling, Kaufmann. Richard Scheel, Kaufmann. Emil Sehmall, Fabrikant. Heinrich Vogt, Rentner. Dkl Wlßlck des Wiks-Umm Uord-Oß. DienStag Abend bei Scharmann. 8276 Ein junger Maun, in schriftlichen Arbeiten gewandt, wünscht solche in seinen freien Stunden gegen mäßige Vergütung z". übernehmen. Adressen beliebe man g-fl. in der Exped. d Bl. abgeben zu wollen. Zur gefälligen Beachtung. Wir theilen hierdurch unserer werthen Kundschaft zur gefälligen Kenntnißnahme mit, daß wir die Einrichtung getroffen haben, daß Bestellungen für uns, welche rasch ausgesührt werden sollen, bei Herrn Daniel Apetl am Lindenplatz hier abgegeben werden können, von wo aus uns solche mittelst der Fernsprecheinrichtung zugestellt werden. 8R57 Actien-Brauere; Gtsßeu. MäMmen-Treibriemen 30—150 nun, empstehlt in Qualität bMgst 1655 Aug. hiSblhser, Louis Senner Nachfolger, Giessen. Ausgekämmte Haare ß kartit H. P l a n L, Kaplansgasse 2.