Nr. 257. Erstes Blatt. Sonntag den 3. November 1889. Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener AamilieuVtäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Kenerat-Wnzerger. Vierteljähriger Avonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schurstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigsblatt für den Areis Gießen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamikienölätter. Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Jakob Kreiling HL von Heuchelheim ist auf den Fischerei- und Polizei-Schutz für die Ufer der Lahn unterhalb der Wieseckmündung verpflichtet worden. Gießen, den 31. October 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Ministerium des Innern und der Justiz dem Vorstande des Rettungshauses für verwahrloste Kinder „Johannes- stist" in Metz die Erlaubniß zur Veranstaltung einer Haus- collecte innerhalb des Großherzogthums während der Monate Mai und Juni kommenden Jahres ertheilt hat. Gießen, den 31. October 1889. Großherzoglich es Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche zu Londorf, Kesselbach und Allendors a. d. Lumda erloschen ist, werden die über diese Gemeinden, sowie über Odenhausen verhängten Sperrmaßregeln hierdurch aufgehoben. Gießen, den 2. November 1889. Großherzogliches Kreisamt. v. Gagern. Gefunden: 1 Brieftasche, 1 Handschuh, 2 Paar Strumpfbänder, 1 Taschenmesser, 1 Kinder - Regenschirm, 1 Spannkette, 1 Leine, 1 Kleidbesatz, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken, 1 Regenschirm. Gießen, am 2. November 1889. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. PoUttsche Ueberficht. Gießen, 2. November. Der Generalstabschef Graf Waldersee ist, loie das „Berl. Tagebl." mitzutheilen weiß, jüngst von einem englischen Journalisten „interviewt" worden. Graf Waldersee soll hierbei die ihm untergeschobenen Absichten, als dränge er auf kriegerische Abenteuer Deutschlands, bestimmt bestritten und erklärt haben, er sei lediglich bestrebt, für die militärische Bereitschaft Deutschlands fort und fort zu wirken, damit den Feinden Deutschlands die Lust vergehe, dasselbe anzugreisen. In der Prager Landstube sand am Donnerstag eine nochmalige Debatte über die Frage der böhmischen Königskrönung statt. Dieselbe endete damit, daß der Landtag über den jung- czechischen Antrag, eine Adresse hinsichtlich der Königskrönung an den Kaiser zu richten, zur Tagesordnung überging, welcher Ausgang der „Krönungsdebatte" sich allerdings voraussehen ließ. Die altczechische Mehrheit begründete in einer lang- athmigen Resolution ihre ablehnende Haltung gegen den Adreß- entwurs der Jungczechen, aus welcher zu entnehmen ist, daß auch die Altczechen gegen die Königskrönung an und für sich nichts einzuwenden hätten, daß sie aber die Erstrebung derselben für jetzt aus practischen Gründen nicht thunlich halten. Die Herren wollen den Zeitpunkt für die Verwirklichung dieses Gedankens „vertrauensvoll" der Krone überlassen — nun, da dürste noch mancher Tropfen die Moldau hinabfließen, ehe sich der Kaiser von Oesterreich im Prager Hradschin zum König von Böhmen krönen lassen wird. In wenigen Tagen wird die neue französische Depntirten- kammer zusammentreten und ist man da in den politischen und parlamentarischen Kreisen Frankreichs aus die Gruppenbildung im neuen Parlamente sehr gespannt. Es ist viel die Rede davon, daß eine große republikanische Partei von con- servativer Färbung gebildet werden soll, deren Führung der ehemalige Finanzminister Leon Say übernehmen würde, aber die Bildung der neuen Partei scheint sich noch in ihrem allerersten Stadium zu befinden. Die Geneigtheit zwischen den einzelnen Gruppen der gemäßigten Republikaner, sich mit einander zu der gedachten Fraction zu verschmelzen, kann man wohl als vorhanden bezeichnen, aber man fordert auf beiden Seiten Bürgschaften und Unterpfänder und diese ist Niemand zu geben in der Lage, cs hat also mit der neuen conservativ- republikanischen Partei noch gute Wege! Die spanischen Cortes sind dieser Tage zu ihrer Wintersession zusammengetreten. Es erfolgte dabei jedoch keine Thronrede, da die Kammern sich im Juni nur vertagt hatten, so daß die Wintersession eigentlich nur die Fortsetzung der Herbstsession bedeutet. Französische Blätter schildern die Lage des Ministeriums Sagasta als sehr kritisch. Die Oppositionsführer aller Schattirungen sollen sich zusammengethan haben, um gemeinsam dem Ministerium auf den Leib zu rücken und zwar mit dem neuerdings auch jenseits der Pyrenäen beliebten Mittel der parlamentarischen Obstruction. Die Fragen, an welche die Hemmung aller Regierungsmaßnahmen, eine Art parlamentarischen „Boycotts" anknüpsen soll, erscheinen als äußerst kleinliche und nebensächliche, aber dies ist ja auch, vom tactischen Standpunkt aus betrachtet, auch ziemlich gleichgültig. Die Hauptsache ist und bleibt für die Herren von der Opposition, zu erfahren, ob der Obstructionsplan eine Mehrzahl auf seine Seite bringen wird. Die wahrzunehmende Thatsache, daß die schutzzöllnerischen, also vom Ministerium Sagasta abweichenden Liberalen sich von den Obstructionsversuchen fern halten wollen, läßt die Hoffnungen der Opposition vorerst als ziemlich zweifelhafte erscheinen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 1. November. Der Kaiser telegraphirte an den Reichskanzler: „Heute sechs Uhr Nachmittags die Dardanellen bei schönem Wetter Passirt- beste Grüße! Wilhelm." Berlin, 1. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht ein Glückwunschtelegramm des Kaisers anläßlich der Enthüllung des Joachim-Denkmals in Spandau, datirt aus Athen: „An der Feier der Enthüllung des Standbildes meines Ahnherrn Joachim II. spreche ich dankend und segenswünschend meinen herzlichen Antheil aus. Wilhelm." Der „Nationalztg." zufolge lautet das Telegramm der Kaiserin: „Dankbar bewegt, begehe ich in der Ferne den Tag der Enthüllung des Denkmals Joachim II. und wünsche der wichtigen Feier Weihe und Segen." Berlin, 1. November. Durch ein dem Reichstage zugegangenes Gesetz über die Abänderung des Bankgesetzes wird der Paragraph 24 des letzteren dahin abgeändert, daß aus dem Reingewinn zunächst den Anteilseignern eine ordentliche Dividende von 3*/2 pCt. des Grundkapitals berechnet und vom Mehrbetrag eine Quote von 20 pCt. dem Reservefond zugeschrieben wird, so lange dieser nicht 1I4 des Grundkapitals beträgt. Der verbleibende Ueber- rest wird zur Hälfte an Antheileigner, zur Hälfte an die Reichskaffe bezahlt, soweit die Gesammtdividende der Antheils- eigner nicht sechs Prozent übersteigt. Vom weiter verbleibenden Reste erhalten die Antheilseigner die Reichskasse 3/4. Erreicht der Reingewinn nicht volle 31/2 pCt. des Grundkapitals , so ist das Fehlende aus dem Reservefond zu ergänzen. Ein etwaiges Aufgeld bei der Begebung der An- theilsscheine fließt dem Reservefond zu. Die Dividenden- rückstände verjähren binnen vier Jahren. Das Gesetz tritt am 1. Januar 1891 in Kraft. Berlin, 1. November. Der „Post" zufolge bestellte die deutscho st afrikanische Gesellschaft Herrn Walter von St. Paul-Hillaire zum Vertreter und obersten Administrator des Gefellschaftszollwesens. Die statutengemäß erforderliche Zustimmung des Auswärtigen Amtes sei bereits erfolgt. Spandau, 1. November. Mittags fand die Enthüllung des Kurfürst Joachim-Denkmals statt in Gegenwart des Prinzen Friedrich Leopold, der Minister v. Goßler und v. Herrfurth, des Oberpräsidenten Achenbach, der Behörden, des Offiziercorps, der Deputationen der brandenburger Städte und der Geistlichkeit. Reichstagspräsident von Levetzow würdigte in feiner Festrede die geschichtliche Bedeutung Joachims II. und der Einführung der Reformation. Auf Befehl des Prinzen fiel die Hülle von dem erzenen Denkmale. Der Kaiser und die Kaiserin übermittelten von Athen Segenswünsche. Unter Glockengeläute fand der Einzug in die Nikolaikirche statt. Der Superintendent Hensel begrüßte den Prinzen mit einer Ansprache. Oberpfarrer Recke hielt die Festpredigt. Die Stadt ist festlich geschmückt. In den Straßen bildeten Vereine, die Schulen und Militär Spalier. Das Wetter ist schön. Hamburg, 1. November. In der vergangenen Nacht entgleisten bei Boizenburg von den Güterzügen 307 und 334 beim Rangiren, vermuthlich durch falsche Weichenstellung, mehrere Wagen, wodurch die beiden Hauptgeleise gesperrt wurden. Von hier ist ein Hilfszug abgesandt. Die Passagiere des Courierzuges mußten umsteigen und trafen mit einer vierstündigen Verspätung ein. Verletzt wurde bei dem Unfall Niemand. Hamburg, 1. November. Graf Kalnoky ist heute Abend eingetroffen und gedenkt hier zu übernachten. Kalnoky wird sich morgen Vormittag zum Reichskanzler nach Friedrichs- ruh begeben. Wien, 1. November. Anläßlich des Besuchs K alnokys in Friedrichsruh bemerkt das „Fremdcnblatt": Die Besprechungen beider Staatsmänner bewahren ungeachtet gleichartiger Wiederholungen ihre ungeschwächte Tragweite für die Ziele des Friedensbundes. Der Besuch des Czaren in Berlin bot demselben reichliche Gelegenheit, von dem Mißtrauen gegen die Zwecke der Friedensliga abzukommen. Schon in der geänderten gerechteren Beurtheilung der Politik der verbündeten Mächte durch den Czaren, sowie in der Herstellung ungetrübter freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Höfen von Berlin und Petersburg liegt in hohem Maße ein werthvoller, für den Frieden wichtiger Erfolg. Diesem Character der Situation verlieh die deutsche Thronrede vernehmlichen Ausdruck. Beide Staatsmänner werden bei ihren Besprechungen gewiß nur von dem Streben beseelt sein, zur Erfüllung der Hoffnungen beizutragen, welche die deutsche Thronrede ausgesprochen hat. Bern, 1. November. Die Nachricht, daß Bundesrats Droz mit einem Berichterstatter des „Siecle" eine Unterredung in Betreff des Verhältnisses der Schweiz zu Deutschland gehabt habe, ist unrichtig. Eine solche Unterredung hat nicht stattgesunden. Dagegen werden im Bundesrathe die jetzigen Beziehungen der Schweiz zu Deutschland als sehr gute bezeichnet. Von einem baldigen Beginn der Unterhandlungen in Betreff eines Niederlassungsvertrages mit Deutschland weiß man hier nichts. London, 1. November. Die Gesandten des Sultans von Zanzibar empfingen Vormittags den Secretär der britischen ostafrikanischen Gesellschaft Mackenzie in längerer Unterredung; derselbe überreichte Namens der Gesellschaft kostbare Geschenke für den Sultan. Nachmittags begeben sich die Gesandten in das Auswärtige Amt, wo eine Unterredung mit Salisbury stattfinden wird; hierauf besuchen sie den deutschen Botschafter, Graf Hatzfeld. London, 1. November. Seit heute Morgen wüthet ein heftiger Sturm an der Westküste Großbritanniens- mehrere Schiffe sollen gescheitert und etliche Personen umgekommen sein. Die Rettungsboote hatten große Dienste geleistet. Glasgow, 2. November. Die hiesige große Teppichfabrik, worin 140 Frauen beschäftigt sind, ist in Folge eines orkanartigen Sturmes gestern Abend eingestürzt. Man schätzt die Zahl der Todten und Verwundeten auf fünfzig. Petersburg, 1. November. Anläßlich der bulgarischen Anleihe bemerkt das „Journal de St. Petersbourg", es sei erstaunt, zu sehen, wie Ferdinand und Stambulow durch Verpfändung der Eisenbahnen über das Nationaleigenthum verfügen. Ihre Stellung würde aber dadurch nicht vom Rechtsstandpunkte gewinnen, da die materielle Bürgschaft bei der Vereinbarung weder den älteren Schulden, noch den Rücksichten des internationalen Rechtes Rechnung trage. Was die dabei Betheiligten betrifft, so muß man deren Muth bewundern, Geschäfte mit einer unrechtmäßigen Regierung zu machen, die sich wenig um frühere Verpflichtungen kümmert. vermischtes. Darmstadt, 1. November. Im Stadthaus fand am Mittwoch Nachmittag die 25. Generalversammlung des Vereins zur Unterstützung und Besserung der aus den Strafanstalten Entlassenen unter dem Vorsitze des Präsidenten, Herrn Oberlandesgerichtsrath v. Ric^p, statt. Der Rechenschaftsbericht entrollte hinsichtlich der Finanzlage des Vereins ein durchaus zufriedenstellendes Bild, die Mit- gliederzahi ist, Dank dem Beitritt von 338 Gemeinden des Großherzogthums, auf 1786 gestiegen. Auch mit den Erfolgen der Vereinsthättgkeit konnte man, in Berücksichtigung der gerade hier vorliegenden sehr schwierigen Art der Vereinsausgaben, im Allgemeinen ganz zuftieden sein. An Stelle dreier aus dem Vorstände wegen zwingender Gründe ausscheidenden Mitglieder wurden die Herren Stadtpfarrer Flöring und Landgerichtsrath Arnold in Darmstadt und Provinzialdirector Frhr. v. Gagern in Gießen neu in den Vorstand gewählt, der im Uebrigen in feiner vorherigen Zusammensetzung verblieben ist. (D. Tgbl.) Mainz, 30. October. Ein Dienstmädchen auf der großen Bleiche feiert mit dem Heutigen ihr 25 jähriges Dienstjubiläum bei ihrer Herrschaft. In Anerkennung ihrer treu geleisteten Dienste wurde der Jubilarin Seitens ihrer Herrschaft ein Geldgeschenk von 500 Jt. zu Theil. Außerdem wurde das Dienstmädchen von den übrigen Familienmitgliedern der Herrschaft reichlichst beschenkt. △ Aus Hoffen, 31. Octvber. Eine glückliche Gemeinde ist die Gemeinde Ginsheim a. Rh. Deren sämmtliche Ortsbürger sind letzter Tage aufgesvrdert worden, auf der Gcmeinde-Einnehmerei je 13 Mk. 50 Psg. in Empfang zu nehmen. Alljährlich gelangt nämlich dort der Erlös für versteigertes Holz und Waldstren aus den Gemeindewaldnngen zur Verthcilung. /X Aus dem Ried, 31. October. Die Weißkranternte liefert in diesem Jahre nur ein mittelmäßiges Erträgniß. Der Preis, welcher dafür bezahlt wird, ist bedeutend niederer als in früheren Jahren und wurden beispielsweise auf dem letzten Mainzer Markt, der eine Hauptabsatzquelle für das Kraut bildet, für 100 Krautköpfe nur 4 Mk. bezahlt. — Das Land der Schnapskneipen ist Belgien. Es gibt in dem kleinen Lande gegenwärtig' 136,000, sage einhunderr- sechsunddreißigtansend Schnapskneipen. Daneben beläuft sich die Zahl der Schulen aus 5500. Ein edles Verhältnis;. — Richt die Sonne, sondern die Laterne hat jüngst im Danton Schwyz ein Verbrechen an den Tag gebracht. Ein Bäckergeselle griff am letzten Sonntag in Merlcschachen bei Küßnacht eine Frau an und zwang sie, ihm das Portemonnaie zu übergeben. Um nicht verrathen zu werden, suchte er dieselbe zu erwürgen, wurde aber von einem herbeieilenden Manne verjagt. Bei dieser Gelegenheit verlor er seinen Regenschirm. Er kehrte zurück, nm ihn zu suchen, und da es inzwischen dunkel geworden, klopfte er am Fenster eines Hauses an, um sich eine Laterne zu leihen. Zufälliger Weise hatte er just bei seinem glücklich entronnenen Opfer ungepocht und der allzu ordentliche oder übervorsichtige Verbrecher wurde erkannt und verhaftet. Eingesandt. Eine auherordentlich große Zahl von Listen zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl ist aufgefkllt worden und eine jede der aufstellenden Parteien empfiehlt selbstverständlich ihre Kandidaten als ganz besonders zur Wahl geeignet. Es ist mit Recht betont worden, daß man weniger auf das politische Glaubensbekenntntß der zu Wählenden sehen müsse, als auf ihre Befähigung zur Verwaltung des so wichtigen Amtes eines Stadtverordneten. Auch hat man — und wie uns scheint, ist das ein sehr wichtiger Gesichtspunkt — die Forderung aufgestellt, daß die Stadt- verordneten-Versammluvg aus Männern der verschiedensten Berufsarten zusammengesetzt sein solle, damit die verschiedensten Interessen gleichzeitia gewahrt werden, und zugleich Sachverständige aller Berufe im Sladtrathe vertreten sind. Die Landwirthe Gießens haben deßhalb den Wunsch ausgesprochen, dast noch einige der ihrigen gewählr werden möchten, damit die Jntercffen der Ackerbau treibenden Bevölkerung nicht vernachlässigt werden. Aber Gießen ist noch mehr als eine Ackerbau treibende Stadt, es ist auch Universitätsstadt, und dessen scheint sich bis jetzt noch Niemand erinnert zu baden, sonst würde auf irgend einer der vielen Liften wohl auch em Mitglied der Universität zu finden sein. Die Interessen der Stadt Gießen und ihrer Universität sind solidarisch. Was ist also naturgemäßer, als daß die Universität im Stadtvorstande vertreten ist! Und man werfe einmal einen Blick in die Stadtvertretungen anderer Universitätsstädte, überall wird man wenigstens ein Mitglied der Universität finden. So manche wichtige, Stadt und Universität zugleich betreffende Angelegenheit würde dann in einfacherer und rascherer Weise als bisher ihre Erledigung, finden. Wir sind überzeugt, daß unter den schon längere Jahre hier wohnenden und in Gießen heimisch gewordenen Universitätsmitgliedern mehr als einer geeignet fern wird, die Interessen der Stadt und der Universität zu vertreten, und daß es nur dieser Anregung bedurfte, um die Eandidatenlisten im (Sinne dieses Eingesandt zu vervollständigen. AnrvexsitLts - 2Iad$rid?tett. — Der Professor des Strafrechtes an der Wiener Universität- Salomo Mayer, hat feine Professur unter freiwilliger Verzichtleistung auf Pensionsbemge niedergelegt. Mayer Übersiedelt nach Paris, um sich dort als Advokat für internationales Recht nicder- zulaffen. Verkehr, Lcsnd- tinö Volksw«rthschafL. Gießen, 2. November. [Marktbericht.^ Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Psd. l,u0-l,10, Hühnereier 1 St. 6—7, 2 St. —. H, Enteneier 1 St. 0— 2 St. — Ganseeier — -H, Käse pr St. 5—8 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 18 Linsen vr. Liter 30 Tauben pr. Paar vH. 0,4)—0,55, Hühner pr. Stück 0,85—1.00, Hahnen pr. St. JL 0,50-0,60, Enten pr. Stück JL 1,40—1,80, Gänse pr. Pfd. 50—58 H, Ochsenfteisch pr. Pfd. 66—72 H, Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Schweinefleisch 60—70 Hammelfleisch 50—66 Kalbfleisch 56—60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo vH. 3,00—3,50, Weißkraut pr. St. 6-9 -Zwiebeln per Centner JL 6,00—7,00, Milch pr. Liter 12-18 H. Grünberg, 26. October. (Fruchtpreise). Weizen vH 19,00, Korn JL 16,2u, Gerste 14,20, Haier JL 14,20, Erbsen vH* 18,00, Samen JL 33,00, Wicken JL t 0,0b, Kartoffeln JC. 0,00, Linsen JL 30. ArLSMg aus den SLau-esmlntseegiste^n der Stadt Gieße«. Aufgebote. October: 26. Sigmund Oppenheimer, Fabrikant zu Mainz, mit Rosalie, genannt Recha Rosenthal zu Gießen. 28. Jacob Fett II., Schuhmacher zu Nieder-Weisel, mit Maria Diehl dahier. 30. Johannes Schmitt IV., Landwirth zu Winnerod, mit Elisabetha Graulich zu Bersrod. 30. Johann Georg Haber, Fußgendarm zu Darmstadt, mit Elisabetha Berk zu Lauterbach. 30. David Lion, Kaufmann zu Euskirchen, mit Johanna Wallach Hierselbst. November: 1. Georg Fischer, gebürtig von Rimbach, Kreis Lauterbach, Taglöhner dahier, mit Katharina Ringel, gebürtig von Wingershausen, wohnhaft dahier. Eheschließungen. October: 29. Georg Friedrich Jordan von Eschwege, Kaufmann dahier, mit Marie Josephine Ruckstuhl Hierselbst. Geborene. October: 24. Dem Feldwebel Heinrich Adolph ein Sohn. 26. Dem Taglöhner Johannes Gilbert ein Sohn, Heinrich. 27. Dem Fruchthändler Samuel Rosenbaum ein Sohn, Willy. 27. Dem Kaufmann Georg 'Schneider eine Tochter, Irene Elise Katharine Auguste Emma. 28. Dem Drechsler Jean Häuser eine Tochter. 30 Dem Bremser Reinhard "Kling ein Sohn. Gestorbene October: 26. Marie Schlabach, 66 Jahre alt, ledig dahier. 27. Bernhard Lippold, 26 Jahre alt, Buchhalter zu Wetzlar. 37. Karl Rinn, 1 Jahr alt, Sohn von Schlosser Georg Rinn dayier. 27. Moritz Gregori, 40 Jahre alt, ledig, Kaufmann dahier. 27. Margarethe Kißnsr, geb. Meyer, 78 Jahre alt, dahier, Wittwe von Pfarrer Johann. Heinrich K'ßuer. 28. Julie Eberhard, geb. Hettenhein, 48 Jahre alt, Ehefrau ron Hüttenoerwalter Wilhelm Eberhard dahier. 29; Luise Eckstem. geb. Becker, 66 Jahre alt, dahier, Wittwe von Landgerichts-Assessor Ferdinand Eckstein. 30. Auguste ßip§, geb. Ritter, 68 Jahre alt, dahier, Wittwe von Mitprediger Karl Lips. 31. Abraham Stein, 61 Jahre alt, Makler dahier. Auszug ES den der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 29. October. Georg Friedrich Jordan, Kaufmann zu Gießen, und Marie Josephine Ruckstuhl, Tochter des Dachdecker- meifters Peter Ruckstuhl zu Gießen. Getaufte. Den 27. October. Dem Tapezier Heinrich Enders eine Tochter, Johanna Elisadethe Wilhelmine, geboren den 22. August. Denselben. Dem Eiftndreher Wilhelm Hartmann ein Sohn, Max Julius, geboren den 17. .September. Denselben. Dem Kaufmann Johann Heinrich Arnold H. ein Sohn, Johann Georg Christoph Earl, geboren den 2. September. Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Ruth ein Sohn, Johann Heinrich Carl Martin, geboren den 23. September. Denselben. Dem Regiments-Schuhmacher Earl Amußlich ein Sohn, Carl Ludwig Bernhard, geboren den 7. October. Denselben. Eine außereheliche Tochtar, Marie Elisabethe, geboren den 30. August. Beerdigte. Den 26. October. Heinrich Buchenau, Schneider, ein Wittwer, alt 28 Jahre, sthrb den 24. October. Den 28. October. Marie Schlabach, ledig, alt 86 Jahre, starb den 26. October. Den 29. October. Bernhard Lippold, Buchhändler zu Wetzlar, lediger Sohn des zu Gumbinnen verstorbenen Kaufmanns Gustav Adolf Lippold, alt 25 Jahre,, starb den 27. October. Den 30. October. Margarethe Kißner, geb. Meyer, Wittwe des Pfarrers Johann Heinrich Kißner, alt 78 Jahre, starb den 27. October. Denselben. Julie Eberhard, geb. Hüttenhein, Ehefrau deÄ Verwalters Wilhelm Eberhard, alt 48 Jahre, starb den 28. October. Den 31. October. Lulle Eckstein, geb. Becker, Wittwe des Land- gerichts-Affeffors und Bellrks-Strafrichters Ferdinand Eckstein, alt 66 Jahre, starb den 29. October. Den 1. November. Auguste Lips, geb. Ritter, Wittwe des Mitpredigers Carl Lips, alt 68 Jahre, starb den 30. October. Amtliche Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgases. October 1889: 191/2 Kerzen. Buchner. Briefkasten. K. 8. Für „Herbstsonne" keine Verwendung. Red. BekamrLMachung. Der an der verlängerten Bismarckstraße neben der Ruckstuhl'schen Befitzung gelegene städtische Bauplatz soll Donnerstag den 7. d. Ms., Uachm. 2 111)r, an Ort und Stelle versteigert werden- Gießen, 2. November 1889. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen- 8928_____________________Gnauth._____ WühlersBerkauf. Die vordere, an hiesigem Orte gelegene Müble mit einem Gang und gutem Gefälle des Wetterflusfes, soll Samstag den 9* November d. I., Nachmittags 1 Uhr, auf unserem Gemeindehause unter recht günstigen Zahlterminen verkauft werden- Trais-Münzenberg, den 27, October 1889. Großherzogttches Ortsgericht Trais-Münzenberg- _________________ G 0 rr. 8919 Stahtrathswahl. Zur Wahl her Stadtverordneten empfehlen nach gewissen' Hafter Prüfung folgende Herren: Adümi, Heinrich, Oieituier, Gail, Wilhelm, Fabrikant, Grünewald, Wilhelm, Rechtsanwalt, Haubach, Theodor, Kaufmann, Hoch, Zulins, R- utuer, Katz, Aron, Kaufmann, Mchdach, Emil, Kaufmann, Keller Audreas, Ortsgerichtsmann, Klein, Z., Mtzaermeister, Kiidtt, Dr. Jnftitutsvorsteher, Scheel, Richard, Kaufmann, Uhl, Philipp, Phowgraph. 8923 Et»e groß« Anzahl Bürger. Unterhosen, Unterjacken, Oemderr, Socken, LeLbbinden in Wolle und Baumwolle empfiehlt zu billigen Preisen 76l>5 ____ M. Mühsamen. 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Anmeldungen zu obiger Kasse können bei dem Vorsitzenden Herrn Schneidermeister tieorg S®S*aO\ Neuenweg 6, gegen Vorlage eines Ausweises über das Alter eingereicht werden. 8884 Mitglieder, die noch nicht im Besitz von Karlen und Statuten finb,. müssen dieselben beim Vorsitzenden ab hol en. Der Vorstand. Mit dem Verfasser des Aufrufes an unsere Landwirthe ui Nr. 256 des „Gießener Anzeiger" vom 2. November ist der Unterzeichnete nicht ganz einverstanden. Die Canalifation für Gießen als Universitäts- und vielleicht auch späteren Großstadt ist nothwendig; sie allein kann den Schmutz und Gestank in der Altstadt entfernen. Was die Feldwege der Gemarkung anbetrifft, so besteht in Gießen eine Unsitte, indem die größeren Oeconomen nur bei Regenwctter (besonders in den Sommermonaten) ihre Dunggruben ausfahren, wodurch die Wege am meisten Noth leiden. Die Aecker der Stadt sind verpachtet und zwar sehr hoch; die Wiesen stehen unter einer sehr guten Verwaltung, davon kann der Herr Einsender durch Einsicht der Gras-Versteigerungsprotokolle sich jederzeit überzeugen; solche Preise wie da sind noch von keinem Privaten erzielt worden. Die Zusammenlegung der Grundstücke betreffend, ist der Besitzer eines solchen Herr seines Grundstückes und kann nach den verborgenen Schätzen suchen, die da nicht zu finden sind. Bereinigung kann erst stattfinden, wenn die Tilgungsrente ganz aufhört, das ist meine Ansicht. Um jeden Winkel und jedes Grundstück genau kennen zu lernen, gehört mehr als ein Menschenalter. 8900 Flett. I Thee 1689er Ernte I «Ei» «MM N von Robert Scheibler, London und Cleve, A W in bekannter Güte empfiehlt [8345 M Carl Bieler, Kreuzplatz 6. x Möbelfabrik von Th. Brüelk Im GIcnsch. 16 Schlotzgaffe 16 Gegründet 18 5 8. 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Buchner. >xe Landwirche in Nr. 256 ist der Unterzeichnete nicht rfitäte« und DieW M [n den Schmus und se^nk tiifft, so W in «en m bei Memvttter W> >en ausM wodurch »«* w fe®* M hnn der 5«r 6** g, H jederzeit M*n- «jHt »»rhen. «treffcnb, iß bct W Ä * *5 ’«*»*£’t ial ist weme eil M ternen' 9-,J" 8900 eße«. -6ttt Feinde. ’SSSt**** 8%S- DOOOOOOOOOOOD von 8916 U MMMmM Griess©!?. ütwerpeä Gerhardt. nach 8926 Eine groft Anzahl Wähler aus der Mitte der Stabt. von 8916 8916 von M 0 0 0 0 0 •V 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Ü Löber, Bäckermeister, Seuling, Kaufmann, Ausverkauf neuelter und modernster Regenmäntel den feinsten E. Spies A. Docter Seltersweg 57. 9 et A Haustein, Fabrikant, L. Huhn, Architekt, L. Heyligenstadt, Fabrikant, A. Heß, Rentner, lchnelle Fahrten, gute T Verpflegung, billigste Preise. M 8-22 Ein n. fl. Pferd, sow. Wagen und Geschirr sind sehr billig zu verkaufen bei H. «etzler, Lollar. Die bestbekannte Mach--, Hanf« u. Wergspinnerei Weberei, Zwirnerei, Bleicherei Bkamenheim Post- u. 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Hi»?i«§ereinigung findet statt an jedem Sonntag, zwischen 2 und 7 Uhr Nachmittags; die Mädchen können zu jeder Zeit nach Belieben kommen und gehen; von 3/44 bis 3/45 Uhr ist gemeinsame Unterhaltung mit Gesang, Bibelwort und Erzählung. Gute, unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Habl vorhanden. Gießen, den 29. October 1889. Für den Vorstand: 8774 Dr. Naumann, Pfarrer. Ktadtrathsnmhl. Immer zahlreicher lauten die Vorschläge von geeigneten Persönlichkeiten für di- bevor- 6en,S3I±"n und muß es einen jeden hieffgen Bürger freuen, in diesem reichen Maaße solche Manner als Mitbürger unserer Stadt Gießen zu besitzen. Aber gerade diese große Zahl von Männern erschwert die Wahl und wird sich Mancher fragen, wie sind- ich unter all' den Vorgeschlagenen die Richtigen heraus. gg27 Von einem Stadtverordneten verlangt man in erster Linie diejenigen Kenntnisse, welche -ur Vertretung einer Umversitäts- und Provinzialhauptstadt nöthig find, daß er den Muth befitzt, seine Ansichten, wo cs auch sei, unpartheiisch und unentwegt zu vertreten und zur Geltung >u brinaen Deßhalb, Wähler, prüft gewissenhaft Eure Kandidaten, laßt Euch nicht durch politische Verwanet- Novewber, Nachmittags 3 Uhr, findet auf dem scheu «"senkeller in Gießen ein Vortrag des Herrn Landwirth- schastslehrer Leithiger statt über künstliche Düngemittel und ihre Anwendung für Aecker und Wiesen. i Die Mitglieder des Vereins und Freunde der Landwirthschaft werden dazu freundlichst eingeladen.______________ 3929 Deutscher,» Banedsctine prämiirt mit der goldenen Medaille Köln INS9. 57 Seltersweg 57. 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Louise Maas. Disconto-Commandit-Antheile Darmstädter Bank-Aclten Max Jaskowski. Helene Pauli. Luise Neuschilling. Richard Lerch. Albert Ullrich. Paul von Gallas. 86.70 93.40 7870 93 20 8915] Ein kleines,Logis zu vermiethen Rittergasse Nr. 16. Heute Sonntag Nachmittag Gänsekegeln sehen, das. Wort zu ergreifen, um ans der einen Seite vor zu hoch gespannten Illusionen bezüglich der Endresultate des laufenden Geschäftsjahres zu warnen, und aus der anderen Seite die Verdoppelung der Kohlenpreise, welche die Grundlage bildet für die ungeheure Steigerung in der Werthbemessung des Bergwerksbesttzes, als ungerechtfertigt zu verurtheilen. Die Stimmen sind ungehört verhallt, wie die des Predigers in der Wüste; nicht einmal vorübergehenden Einfluß auf die Comse hat man denselben eingeräumt. Es gtebl Dinge, denen gegenüber alle Weisheit der Welt aufhört und dazu gehören Erscheinungen, wie sie gegenwärtig die Börse bietet. Welche Rente erwarten die Leute von Werken, deren Course sie bis 250 % und darüber eingetroffen in der Delicateffenhand- lung von Carl Schtcaab. per Pfund 40 Pfennig 8918] Neustadt 48, rechts. 5525 95 30 228.90 8880] Abonnenten zum Mittags« tisch werden angenommen im Kronprinz. 8891 Eine Ara« sucht MouatSstelle oder Beschäftigung im Waschen und Putzen.Löwengasse 2. Erstes Concert Sonntag den 10. November 1889, Abends 5 Uhr, Im Saale des Gesellschaftsvereins, 8888] 3 Zimmer und Zubehör zu ver- mtethen.Neuenweg 58, 2. Stock. Kaseenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr. Dienstag, 5. N -v.: DieDarwinianer. v. Hochfeld, Grosshändler Eulalia, seine Frau Clotilde, seine Tochter Sebastian Hochfeld, Viehhändler Apollonia, seine Frau Regine, seine Tochter v. Wellenschlag, Bankier Robert, sein Sohn von Hupfer Faustin, Diener bei Hochfeld 338.25 193.25 175.90 132.20 39.00 197.30 79.70 la. Zauder. Hechte, Schellfische, Cabliau, g-r. LachS, Aale, Bück« linge. Sprotten, Teltower Rübchen, Pumpernickel, ächten ^riedrichsd. Zwieback, «oth. Wurst« u. Aleisch» woaren, viv. feine Käse «nd Pracht« volles neues Dörrobst empfiehlt C. G. Kleinheit ns Delicatessen-, Fisch- u- Geflügel-Handlung, Bahnhofstraße 59.8917 Redaktion: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter. mit Herrn Carl Buff, gen. Glessen, Grossh. Hofopernsänger (Tenor) aus Weimar als Solisten. mit KJavier- von Schumann. „ Rossini. Frische 8920 Teltower Rübchen Ouvertüre zum „Freischütz“ ...... Buschtherader Eisenbahn-Aktien Elbethal.Bahn-Actten Gotthard- - „ , w .. Schweizer Nordost-Bahn-Actien „ West- Gelsenkirchener Bergwerks-Amen Oesterr. Alpine-Montan- , Neues Theater,Giessen (Direction: Adam Reiners). 8913 Sonntag den 3. November 1889: bei Wirth G-eorg Erb. Sonntag den 8 November, im Kronprinz: la. Ochsenfieisch nicht ladenrein, Steins Garten Sonntag den 3 November: Diverse Obligationen. 104.50 I 4i/8°/o GrasHenkelv.Don- nersmark, rückz. ä 105 , — 8902] Mädchen für Küche und Hausarbeit suchen Stellen sofort und auf Weih- nachten. Frau Strack, Erlengasse 15. 8911] Ein Mädchen aus achtbarer Familie sucht Stelle als besseres Hausmädchen nach auswärts. Zu erfragen in der Exped. d. Bl- 8912 Ein Mädchen aus achtbarer Familie sucht Stelle als Lehrmädchen in einem Kurz- und Wollewaaren-Geschäft, am liebsten nach auswärts. Zu erfragen _______________Licherstraße 3. ""89041"Kleidermachen, Flicken und Stopfen geübtes Mädchen empf. sich in u. außer d. Hause. Marktplatz 2. 8898] Eine perf. «leidermacherin von Auswärts empfiehlt sich. Näheres in der Exped. d Bl. Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Arantfurrer Värfe vom 2. November Itt89* Schlußcourle 1 Uhr 15 Min. ______________________________________ Zur Hauptprobe am Sonntag Vormittag —. .. 8903] Einfach uiöbL Zimmer zu ver- um 11 Uhr werden ebendaselbst Karten f P®** Gießener Dvitganonen - _ e „(TK miethen. Erlengasse 15 3. St. zu JL 1,50 ausgegeben.[8881 Reichsbank-Diskont 5 pCt. — Frankfurter Bank-DiSkont^pCt. Schluß erholt. Von ausländischen Renten sind Russen, Ungarn und die österreichisch- _ _ „ . , . ungarische Valutaanleihen recht fest. Auch Türken und Egypter nottren hoher. Hfttt Ei fifttlhlltfdlöfi Die Liste der in Frankfurt gehandelten Montanactten ist zu klein, um die Uim ■■ OSNvrS U Bewegungen, welche auf diesem Gebiet sich vollziehen, deutlich zu zeigen. Gelsen- Dte deutschen Börsen haben die Führung, welche sie in der Vorwoche der flut euer gewannen 4%, Alpine Montan 2%, Riebeck, welche anfänglich um circa Wiener Börse abgegeben hatten, schnell wreder übernommen. Die letztere hat sich 5 % stiegen, haben die ganzen Avancen bis auf einen geringen Bruchtheil wieder offenbar zuviel zugemuthet, denn die Speculatton hat dort in kürzester Zeit die abgegeben. Aehnlich ist die Bewegung der Laura-Actien, nur wurde bet diesen der Geldsätze auf eine Höhe getrieben, welche selbst die der Berliner Börse in der dies- Rückgang noch verschärft durch die Ermäßigung, welche die Eisenpreise in Glasgow maligen Liquidation weit übertreffen. Man zahlte bis 18% für Rtports, und es erfahren haben. Ohlendorfer'sche Guanowerke zeigen reichlich 4°/y Gewinn, Electricttäts- tst begreiflich, daß bei der Höhe dieser Sätze manchem Speculanten der Muth ge- werke 3%, La Veloc-Dampfschifffahrt ebensoviel, während Norddeutsche Lloyd-Actien schwunden ist, und die Bewegung sich verlangsamte oder in einzelnen Fallen gar 1% verloren haben, rückläufig wurde. In die entstandene Lücke ist Berlin mit aller Energie einge- ~ sprungen. Der Druck, welchen die Vertheuerung des Geldes in der Liquidation iföfMtrfr Xpy flirtet* ’RßTlP ausgeübl hatte, war geschwunden, und jeder Fessel ledig hat die Speculattou den V O UJUllvV Weg nach oben mit größerem Ungestüm als je zuvor wieder eingcschlagen. Man hat sich gewöhnt, nur für den Augenblick zu leben, für den kommenden Tag sorgt Niemand mehr. Geld ist etwas flüssiger geworden nach der Liquidation und ist nach Bedarf zu haben; auch der Prioatdiscont hat sich um circa %% ermäßigt. Das genügt gegenwärtig, um jede Sorge zu verscheuchen. Große Projecte tauchen auf. Im Montanmarkl wird eifrtß gegründet: die Emmission der Aktien des Kattowttzer Bergbauveretns steht bevor, ebenso die Gründung der Schmidtmann'- schen Kaliwerke. Herne-Bochum soll mit dem Harpener Bergwerk verschmolzen werden, daneben meldet jeder Tag. Erwerbungen von Kuxen und Zechen durch größere Gesellschaften. Verstaatlichungsofferten liegen in der Luft, selbst daS Pro- ject der Umwandlung des Bleichröder'schen Bankgeschäfts in eine Aktiengesellschaft ist wieder auf der Tagesordnung erschienen. Kann es bet dieser Fülle von anregendem Material Wunder nehmen, wenn der Tumult täglich größer wird. Und doch ist erkennbar, wie an der Börse wenigstens, die Unsicherheit mit den steigenden Courfen wächst. Realisationen sind häufig, mit kleinen Gewinnen werden die Engagements abgeschlossen um sie immer von Neuem wieder aufzunehmen, sobald der Strom weitergeht. Man schwimmt mit, aber vorsichtig und jederzeit bereit das rettende Ufer zu erreichen. Ernsthaften Widerstand aber leistet Keiner. Gewichtige Stimmen sind im Laufe der Woche laut geworden, welche die Bewegung mit aller Entschiedenheit verurtheilen und eindringlich mahnen zur Besonnenheit zurückzukehren. So hat das in diesem Sinne abgesaßte Circular einer der größten Berliner Banken, weiche durch ihre ausgebrettete Kundschast und den bedeutenden Thetl der Börsengeschäfte, welche durch sie vermittelt wird, im Stande ist, besser als Irgend Jemand die Lage zu beurthetlen, weiteste Verbreitung durch die Presse gefunden. Auf den Generalversammlungen der Laurahütte und des Bochumer Gußstahlvercins haben sich die Dtrectoren beider Werke veranlaßt ge- stetgern, wahrend 7 % für das eben abgeschlossene Geschäftsjahr, 2% % vor zwei Jahren den Actionären genügen mußten, und was veranlaßt sie, begierig Actten aufzukaufen, deren Course die Börsenspeculatton, die in solchen Dingen wahrlich nicht penibel ist, schon längst mit Mißtrauen betrachtet! Montag und Dienstag war die Haltung verhältnißmäßig noch schwach, da die Liquidation noch nicht bindet, aber schon an diesen Tagen wurden Deutsche Bahnen auf Verstaatltchungsgerüchte poussirt. Am Mittwoch kam die feste Tendenz ungehindert zum Durchbruch und die Course stiegen auf allen Gebieten, trotz bevorstehender Goldentnahmen aus der Bank von England und der Meldung, daß der Seehandlung die Beleihung von industrieellen Werthen untersagt worden sei. Erft am Freitag trat zu Beginn eine geringe Abschwächung hervor, veranlaßt durch die Befürchtung, daß die Regierung Tartfermäßigungen, welche bisher der Kohlenausfuhr zugestanden war, auch auf die Einfuhr fremder Kohlen ausdehnen werde. Auch hierüber hat man sich schnell hinweggesetzt und man schließt kaum merklich unter dem höchsten Niveau der Woche. Von Banken standen Disconto und Darmstädter Bank wegen der erwähnten Gründungsprojecte im Vordergrund des Verkehrs und es gewannen erstere 5%, letztere 6% im Cours. Auch den Dresdener Bankactten, die annähernd die gleiche Steigerung erzielten, wandte sich erhöhtes Interesse zu. Weniger beachtet waren Deutsche Bank und die verschiedenen Wiener Banken, letztere nur aus dem Grunde, weil der für dieselben maßgebende Markt zurückblteb. Verstaatltchungsgerüchte bewirkten für Mainzer, Lübeck-Büchner, Marienburger und Werrabahn Steigerungen von 3—4%, die aber sämmtlich nicht voll behauptet haben, da trotz der außerordentlich großen Bestimmtheit, mit welcher die Gerüchte auftreten, Zweifel an deren Richtigkeit erhoben wurden. Oesterreichische Bahnen lagen eher schwach; sie litten wie die Banken unter dem Einfluß der Reportsätze, welche sich in Wien herangebildet hatten. Für Staatsbahn brachte am Mittwoch die Prämtenerklärung einen großen Begehr, nach dessen Befriedigung der Cours jedoch auf annähernd den früheren Stand wieder zurückgegangen ist, wozu allerdings auch Angaben über einen ungünstigen Einnahme-Ausweis — derselbe erscheint der Feiertage halber später — mit betgetragen haben mögen. Lombarden sind zum Schluß bedeutend fester. Böhmische West- und Nordbahn nottren schwächer, während Buschtherader und Duxer nach anfänglichen Rückgängen sich etwas erholt haben. Schweizer Bahnen sind mit Ausnahme von Gotthardt sämmtlich gebeffert, besonders Union und Nordostbahn. 6% Buderus-Obligat. . 1104.50 Deutsche Fonds schwächten fick anfänglich noch weiter ab, sind aber zum I I 1. Symphonie Nr. 4 (in D-moll)..... 2. Arie aus „Teil“ . . . 107.9514 pCt. Ungar. Goldrente 5 „ Italiener Rente 4 n Griechen 4 „ Egypter 128.70 Ostpreußen 176.901 Bochumer Gußstahlaetten Tendenz: abgeschwächt. 103.0015 pCt. BuderuS-ObUgationen Telegraphischer Coursbericht der berliner Börse vom 2. November 1889. 168-501 Oisconw-Sonu-Anv-tile 239 50 Dresdener „ , cn Berliner Handelsgcfellsch.-Antheile 195.50 Oesterr. Credit-Actten 268.37 „ Staatsbahn-Actien 202.00 Lombard. Eisenbahn- „ 110.50 3. Erster Satz ans der H-moll-Symphonie . . 4. Lohengrins Erzählung (3. Act)..... 5. Tanz unter der Dorf- Lage zu vermiethen. 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