Nr. S2. Samstag dm 2. März 1889« Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. . . D _ Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«, fetttcattt Schulstraß- 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark50Pf- W Amtlicher Hßeit. Polizei Verordnung für den Kreis Gießen. ' Betreffend: Die Beleuchtung der Fuhrwerke und Fahrzeuge zur Nachtzeit. Aut Grund des Art. 78 des Gesetzes vom 12. Juni 1874, des § 366, pos. 10 des Neichsstrafgesetzbuchs und des Art. 279 des Polizeistrafgesetzes wird unter Zustimmung des Kreisausschuffes und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 22. Februar 1889 zu Nr. M- I. 4991 hiermit verordnet: § 1. Alle auf den öffentlichen Straßen des Kreises Gießen verkehrenden, mit Zugthieren bespannten Fuhrwerke und Fahrzeuge muffen nach Eintritt der Dunkelheit mit einer an gut sichtbarer Stelle angebrachten, brennenden Laterne versehen sein. Personenfuhrwerke, welche aus den erwähnten Straßen während der genannten Zeit verkehren, müssen durch zwei hellbrennende Laternen, welche zu beiden Seiten des Kutschensitzes anzubringen find, beleuchtet sein. Für Personenfuhrwerke, welche auch in der Landwirchschast verwendet werden (Leiterwagen), genügt eine an gut sichtbarer Stelle (am Vordergestell unter der Deichsel) anzubringende brennende Laterne. S 2. Landwirtschaftliche Fuhrwerke und Fahrzeuge, welche unmittelbar von der Feldarbeit in ihrer Ortsgemarkung oder der angrenzenden Gemarkung auf ' dem Heimwege begriffen sind, sind von den Vorschriften des § 1 befreit. Für den Bezirk der Stadt Gießen gilt diese Befreiung nicht. ’ § 3. Wenn die Ladung eines Fuhrwerks oder Fahrzeugs neben oder hinten so weit vorsteht, daß Fußgänger, vorbeifahrende oder entgegenkommende Fuhrwerke dadurch in der Dunkelheit gefährdet werden können, so muß dieser Thell der Ladung durch eine Laterne besonders beleuchtet sein. § 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen unterliegen der Bestrafung nach § 366, pos. 10 des Reichsstrafgesetzbuchs (Geldstrafe bis zu 60 X. oder Hast bis zu 14 Tagen). : § 5. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem 1. Mai 1889 in Kraft. Gießen, den 26. Februar 1889. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Betreffend: Die Beleuchtung der Fuhrwerke und Fahrzeuge zur Nachtzeit. Gießen, am 26. Februar 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großherzoglicheu Bürgermeistereien und >ie Großherzogliche Gendarmerie des Kreises. Unter Hinweis auf die vorstehende Polizeiverordnung beauftragen wir Sie, deren Befolg zu überwachen. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien wollen die Verordnung mehrmals in ihren Gemeinden in ortsüblicher Weife bekannt machen lassen und dabei besonders daraus aufmerksam machen, daß dieselbe mit dem 1. Mai l. Js. in Kraft tritt. v. Gagern Deutschland. Darmstadt, 28. Februar. Die zweite Kammer der Stände tritt am Donnerstag den 7. März, Vormittags 9V8 Uhr, wieder zusammen. Für die an diesem Tage stattfindende (24.) Sitzung ist folgende Tagesordnung anberaumt: I. Verkündigung neuer Einläufe. II. Berichtsanzeigen. in. Berathung über: 1) die in Folge Mandatsniederlegung des Landtagsabgeordneten Böhm für die Stadt Offenbach stattgehadte Neuwahl eines Landtagsabgeordneten; 2) Wahl eines Mitgliedes des vierten Ausschusses an Stelle des ausgetretenen Abgeordneten Böhm; 3) die Frage, ob durch die Ernennung des Abgeordneten Herrn Oberamtsrichter Arnold zum Landgertchtsrath dessen Mandat als Abgeordneter erloschen und eine Neuwahl im vierten Wahlbezirk der Provinz Starkenburg nöthtg geworden sei; 4) Vorlage Großherzvglichen Staatsministeriums, das Pfarrgut in Oststhofen betreffend; 5) die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, betreffend Bewilligung eines Betrages von 4000 X zur Bestreitung der Kosten, welche die Begutachtung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuches für das Deutsche Reich durch eine besondere Commission verursachen wird; 6) die Vorlage Großherzogltchen Ministeriums des Innern und der Justiz, betreffend die Feststellung der Mtcthpietse der Dienstwohnungen der aufsichtführenden Amtsrichter; 7) die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, bereffend Einstellung weiterer 2500 X unter Kapitel 86 Titel 1 des Haupt- ooranschlags pro 1888—91 zur Anstellung eines zweiten Dtrectors an der Strafkammer zu Darmstadt; 8) Antrag der Abgeordneten Ulrich und. Jöst auf bessere Behandlung der wegen politischer und Preßvergehen verurtheilten Gefangenen, resp. auf Vorlage eines die Strafverbüßung im Großherzogthum unter besonderer Berücksichtigung der wegen politischer und Preßoergehen Verurtheilten regelnden Gesetzes. Berlin, 28. Februar. Der Wißmann-Expedition werden sich vier Bootsmannsmaate und fünf Obermatrosen der kaiserlichen Marine anschlteßen, welche als Führer von Dampfbooten und Ptnassen Verwendung finden sollen. Dieselben werden im Laufe des März von Hamburg aus abreifen. — Der Schaden, welchen die deutsch-oftafrikanische Plantagengesellschaft durch den Aufstand der Araber, namentlich durch die Zerstörung der Plantagen Lewa, M'Buhine und Petershöhe erlitten hat, wird auf V/4 Millionen Mark beziffert. Der Anbau des Kaffees, welcher von der Gesellschaft auf der Insel Zanzibar in die Hand genommen ist, soll gute Fortschritte machen. — In jüngster Zeit sind wiederholt Fälle zur Kenntntß des Reichs-Versicherungsamtes gelangt, in welchen Beisitzer aus dem Arbeiterstande an den Verhandlungen der berufsgenossenschaftlichen Schiedsgerichte theilgenommen haben, obgleich sie wegen Ausscheidens aus den zur betreffenden Genossenschaft gehörenden Betrieben oder infolge Wegfalls einer der im Wahlregulatio vom 26. September 1885 vorgesehenen Voraussetzungen ihrer Wählbarkeit ihre Fähigkeit zur Ausübung dieses Amtes bereits seit längerer Zeit verloren hatten. Da es hiernach scheint, als ob es den Schiedsgerichts- Vorsitzenden ungeachtet der ihnen bei der fortlaufenden Prüfung der Personalien der ' Beisitzer und Stellvertreter von den berussgenossenschaftlichen Organen bereitwilligft $ zu Theil gewordenen Unterstützung nicht immer möglich ist, von allen dabei in Betracht s kommenden Vorgängen stets rechtzeitig Kenntntß zu erlangen und daraufhin eine ! ordnungswidrige Besetzung des Schiedsgerichts zu verhindern, so hat das Reichs-Ver- t fichcrungsamt geglaubt, zur thunlichsten Verhütung der auf diesem Gebiete zu Tage getretenen Mißstände fortan die Mitwirkung Der Beisitzer selbst in Anspruch nehmen zu müssen. Es hat deshalb die Schiedsgerichtsvorsitzenden aufgefordert, die Schiedsgerichtsbeisitzer bezw. deren Stellvertreter zu veranlassen, ihrerseits unaufgefordert von oern Eintritt von Thatsachen, welche die Beendigung ihrer Functionm ohne Weiteres zur Folge haben oder doch hinsichtlich der Fortdauer ihrer Befähigung zur Bekleidung des Amtes zu Zweifeln Anlaß geben können, dem Vorsitzenden unverzüglich Anzeige zu erstatten. Eine Remedur auf diesem Gebiete ist um so angezeigter und noth- wendiger, als jedes schiedsgerichtliche Urtheil, welches von einem nicht vorschriftsmäßig zusammengesetzten Schiedsgericht gefällt ist, nach einer Entscheidung des Reichs-Ver- sicherungsamtes ungiltig ist. Telegraphische Depeschen. Wolsf'S telegr. Corresponderrz-Bnrearr« Berlin, 28. Februar. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz über die Krondolation, sowie eine Kaiserliche Verordnung, durch welche Staatssecretär Oehl- schläger mit der Stellverttetung des Reichskanzlers im Bereiche der Justizverwaltung beauftragt wird. Berlin, 28. Februar. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde der Gesetzentwurf betreffend die allgemeine Landesoerwaltung der Provinz Posen einer Commission von 21 Mitgliedern zur Vorberathung überwiesen. Im Laufe der Dis- cusfion nahm der Minister des Innern, Herrfurth, Veranlassung, die von den beiden Abgeordneten von Sczanieckt und Bachem ausgesprochene Behauptung, der Entwurf fei ein Ausnahme-, ein Kampsgefetz gegen die Polen, aufs Entschiedenste zurückzuweifen. Das Gefetz folle im Gegentheil Frieden bringen, denn die nationalpolitifchen Verhält- niste gestatteten es noch nicht, die Provinz Pofen in den einheitlichen Gesammt- organtsmus einzufügen. Bet Gelegenheit der zweiten Berathung der Theilung des Regierungsbezirks Schleswig wurde die Vorlage auf Antrag von Rauchhaupt's zu dem Behufe, Die Regierung um eine gutachtliche Befragung des Provinziallandtages zu ersuchen, wieder an die Commission zmückgewiesen, obwohl der Minister Herrfurth erklärte, die Annahme der Vorlage sei eine administrative Nothwendigkeit und eine Anhörung des Provinziallandtages weder gefetzlich vorgesehen noch nach der Natur der Sache begründet. — Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. Volksschullastengefetz und kleinere Vorlagen. Posen, 28. Februar. Da die Warthe einen hohen Stand hat und eine Ueber- schwemmung befürchtet wird, so bewilligten die Stadtverordneten 1000 X zur Vornahme von Etssprengungen und 12,000 X für Vorbereitungen zur Verhütung von Schaden durch Hochwasser. München, 28. Februar. Anläßlich dcs heute stattfindenden 90. Geburtstages des Profestors v. Döllinger gingen letzterem schon gestern zahlreiche Glückwunschtelegramme zu, unter anderen von der Berliner und Leipziger Universität, der Wiener Akademie und der Oppositionspartei der österreichischen Abgeordneten. Der Cultus- minister von Lutz brachte persönlich seine Glückwünsche dar. München, 28. Februar. Der Prinz Regent übersendete Döllinger eine prachtvolle Bumentpende, Prinz Wilhelm von Baden übermittelte seine Glückwünsche telegraphisch. Die Reichsräthe gratulirten theils brieflich, theils persönlich. Weitere Telegramme, Briefe und Adressen gingen ein von dem früheren Gesandten am hiesigen Hofe, Grafen Werthern, dem Gesandten in Washington, Grafen Arco, dem badischen Landesarchio, der Stadtbibltolbek Metz, den Universitäten Durham (Amerika), Jena, dem Seminar für Kirchengeschichte daselbst, den Professoren Sickel (Wien). Beyschlag (Halle), Lython (Oxford), v. Paul Heyse, dem deutschen Schriftstelleroerband. Abordnungen entsendeten das attkatholtsche Comttä, das Gemeindecollegium, die Staatsbibliothek, die Akademie der Wissenschaften, diese im gleichzeitigen Auftrage der historischen Commission. Der Director der Universität war mit dem gesummten Senat zur Beglückwünschung erschienen. München, 28. Februar. Döllinger erhielt weitere Adressen von der theologischen Fakultät zu Bern, von der philosophischen Fakultät zu Straßburg, von der böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. Brieflich gratultrten der Statthalter Hohenlohe, die ; Geheimräthe Sybel (Berlin), Windschetd und Dürrschmidt (Leipzig), Kölltker (Würzburg) und zahlreiche andere Gelehrte und Professoren Persönlich gratultrten der Polizeipräsident und der Oberbürgermeister, sowie Studentendeputationen; Prinz Leopold sandte einen Adjutanten. Braunschweig, 28. Februar. Der Prtnzregent, Se. Königliche Hoheit der Prinz Albrecht, hat sich heute Mittag zum Gebrauch einer Massagekur nach Dresden begeben. — Der Reichskanzler, Fürst von Bismarck, hat der hiesigen Regierung seine Theilnahme an dem Ableben des Ministers Grafen Görtz-Wrisberg in einem Schreiben ausgedrückt, in welchem es heißt, der Verlust des bewährten Staatsmannes berühre ihn um so näher, als derselbe stets mit hohem Eifer und Erfolg die Pflege bundes- sreundltcher Beziehungen sich habe angelegen sein lassen. Pest, 28. Februar. Abgeordnetenhaus. Als der Ministerpräsident Tisza zur Widerlegung der Ausführungen der Opposition über die SS 24 und 25 der Wehrvorlage das Wort ergriff, versuchte die Linke durch demonstrative deutsche Hochrufe denselben am Sprechen zu hindern. Auch im weiteren Laufe seiner Rede wurde Tisza Wiederholt durch geräuschvolle Kundgebungen unterbrochen. Auf die Bemerkung Tisza's, die Opposition müsse die Wahrheit sehr fürchten, daß sie dieselbe nickt hören wolle, trat zwar eine kurze Ruhe ein; bald jedoch erneuerten sich die Unterbrechungen von Setten der Opposition, so daß der Präsident zu energischen Mahnungen zur Ruhe veranlaßt wurde. Tisza schloß seine Ausführungen mit der Mahnung : „Zerren wir die Krone nicht in den Kampf, vottren wir das Gesetz im Interesse des Landes und der von der Opposition irregeleiteten Jugend!" Die Sitzung schloß geräuschvoll. PariS, 28. Februar. Der heutige Mtnisterrath berieth über ernstliche Polizeimaßnahmen hinsichtlich der inneren Politik, die aber geheim gehalten werden. Rach der Sitzung fand eine abermalige Konferenz im Ministerium des Innern statt, welcher die Minister Ttrard, Konftans, Thevenet, der Generalprokurator Bouchez, der Prokurator der Republik Banaston und der Polizeipräfekt Loz6 beiwohnten. Paris, 28. Februar. Die Kammer beschloß, den Antrag Basly bezüglich der Amnestie in Erwägung zu ziehen und berieth alsdann die Interpellation Andrieux über Tongktng. — In parlamentarischen Kreisen cursirt das Gerücht, die Regierung hatte heute beschlossen, energisch gegen die Patriotenliga vorzugehen. — Delafosse setzte den Minister des Aeußern, Spuller, davon in Kenntniß, daß er wegen der Angelegenheit Atschinow's eine Interpellation einbrtngen werde. Spuller sagte die Beantwortung der Interpellation für Samstag zu. Paris, 28. Februar. Die Patriotenliga erließ Namens ihrer angeblich 240,000 Mitglieder eine Erklärung, welche fick heftig gegen das Vorgehen der Regierung in Sagallo (gegen Aschinow) aussprtcht. 'Für die Familien der Todten und Ver- wunbeten wird eine Subskription eröffnet. Paris, 28. Februar. Heute Nachmittag fand sich in den Bureaus der Patrioten- liga am Börsenplätze ein von 20 Polizeiagenten begleiteter Poltzeicommtssar ein und nahm, nachdem die Bureaus gegen jeden Zutritt abgesperrt worden, in Gegenwart Deroulede's, Laguerre's und Rtchard's eine Haussuchung vor. Er beschuldigte die Letzteren, daß sie als Unterzeichner des Aufrufs der Patriotenliga, welcher sich gegen das Vorgehen der Regierung in Betreff Aschinows in Sagallo ausspricht und für die Familien der Todten und Verwundeten eine.Subscrtption eröffnet, eine staatsfeindliche und den Staat einer Kriegserklärung aussetzende Handlung begangen hätte. Deroulede Verweigerte jede Erklärung. Die Deputaten Laguerre und Laisant wurden bald danach verhaftet, weil sie sich mit Gewalt der Haussuchung widersetzen wollten. Da sie sich damit eines flagranten Falles von Widersetzlichkeit schuldig gemacht haben, fu.ti sie durch ihre Unverletzlichkeit als Abgeordnete nicht geschützt. Es heißt, Prooost de Launay (Rechte) werde über den Zwischenfall eine Interpellation einbringen. — In einem von den Zeitungen veröffentlichten Schreiben des boulangistischen Deputirten Laguerre an den Juftizminister heißt es: Er höre, daß gegen Deroulede und den Secretär der Patriotenliga Richard wegen des Aufrufs zu Gunsten Aschinows und der Famllien der bei Sagallo getödteten und verwundeten Begleiter desselben die gerichtliche Verfolgung angeordnet worden sei. Er sei erstaunt, daß nicht auch gegen ihn die gerichtliche Verfolgung eingeleitet worden sei, da er den Aufruf ebenfalls unterzeichnete. Er werde, wenn der Minister nicht von der Kammer die Ermächtigung zu feiner gerichtlichen Verfolgung verlange, am Samstag über das ungleichmäßige und Äußerst ungerechte Verfahren der Justiz in der Kammer eine Interpellation einbringen. Londsn, 28. Februar. Auf der Trunkeisenbahn bei St. George stürzten drei Wagen eines Schnellzuges einen steilen Damm herab, wodurch gegen 35 Personen aetödtet sein sollen. London, 28. Februar. In einem Leitartikel drückt die „Times" wiederholt ihr „aufrichtiges Bedauern" über die Veröffentlichung der gefälschten Briefe Parnell's aus, erklärte aber gleichzeitig, daß, nachdem die Briefe zurückgezogen worden seien, die Untersuchung des übrigen Theiles der Anklagen seinen Fortgang nehmen werde. Rom, 28. Februar. Deputirtenkammer. Crispi zeigte an, das Ministerium habe demissionirt. Der König habe dasselbe ersucht, zur Erledigung der laufenden Geschäfte vorläufig auf dem Posten zu bleiben. Die Kammer vertagte sich hierauf auf unbestimmte Zett. Rom, 28. Februar. Der König hat bezüglich der Lösung der Eabinetskrisis noch keine Entscheidung getroffen. Voraussichtlich dürste eine Umbildung des bisherigen Habinets unter dem Präsidium Erispi's eintreten, da sowohl betreffs der äußeren wie der inneren Politik die Kammer noch am 16. und 18. Februar dem Ministerium ein Vertrauensvotum ertheilte und nur in den Steuer- und Finanzfragen abweichende Ansichten herrschen. Im Laufe des Abends wird der König mit den Präsidenten des Senats und der Kammer über die Lage berathen. — Nach einer Meldung aus Aquilla in den Abruzzen sind dort in der vergangenen Nacht fünf Erdstöße, darunter zwei heftige, verspürt worden, die jedoch keinen Schaden angerichtet haben. Petersburg, 28. Februar. In dem Proceffe gegen vier Pastoren aus den russischen Ostseeprooinzen, welche angeklagt waren, ungesetzlicher Weise Orthodox- gläubige mit Lutherischen getraut zu haben, verurtheilte der Senat drei derselben zu otermonatltcher Entfernung vom Amte und den vierten zu einjährigem Gefängniß. Die vollzogenen Trauungen wurden kassiri. Athen, 28. Februar. Der König nahm die Entlassung des Unterrichtsministers an und betraute den Marineminister mit dessen Stelloertrelung. % 9 ! d i t l Gießen, 1. März. Samstag den 9. März 1889, Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung kommen: 1. Gesuch des Metzgers Wilhelm Faust zu Lauterbach um Genehmigung der Anlage einer Schlächterei. 2. Gesuch des Metzgers Wilhelm Dietrich Weil von Bönstadt um Erlaubniß zum Betriebe einer Gastwirthschaft. 3. Gleiches Gesuch des Friedrich Pflüger zu Bingenheim. 4. Gesuch des Wilhelm Frank aus Geiß-Nidda um Ausstellung eines Wandergewerbescheins; hier die Mitführung seiner schulpflichtigen Kinder betr. 5. Recurs des Jonas Grünebaum und des Jos. Kehrn II. aus Bindsachsen gegen den Poltzeibefehl des Großh. Kreisamts Büdingen, die Hülfeleistung beim Schneeschöpfen betr. 6. Reclamation der im Jahre 1886 aus der israelitischen Religionsgemeinde zu Gießen ausgetretenen Israeliten gegen die Hebregister und den Ausschlag der Communalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinde Gießen pro 1888/89. Gießen, 1. März. In der gestrigen Sitzung des Stadtvorstandes wurde u. A. dem Anlchlutz der Bürgermeisterei, des Polizeiamtes, der Gasanstalt und des Schlachthauses an die beabsichtigte Telephonanlage zugestimmt. — Zum Hospitaloerwalter wurde Herr Carl Grüneberg II., zum Architekten für das Stadtbauamt (insbesondere zur Bearbeitung des Schulbaues) Herr Has, derzeit Stadtbaumetster in Weimar, erwählt. Vermischte-. Neu-Ulrichstein, L März. ^Monats - Bericht der Arbeiter - Colonie pro Februar 1889.] Ende Februar sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos ins- gesammt 95 Mann. Hiervon waren Arbeiter 32, Bäcker 3, Buchdrucker 1, Buchbinder 1, Bürstenmacher 1, Eisengießer 2, Former 1, Gärtner 3, Glasmacher 1, Gürtler 1, Glaser 1, Kaufmann 3, Kammmacher 1, Koch 1, Maschinenschlosser 3, Maurer 4, Metzger 1, Schlosser 2, Schneider 3, Schuhmacher 9, Schreiber 7, Tuchmacher 1, Weber 4, Weißbinder 4, Ziegler 2, Zimmermann 3. Den Staaten nach kommen auf: Grvßherzogthmn Hessen 32. Preußen: Regierungsbezirk Cassel 10, Regierungsbezirk Wiesbaden 18; auf die Provinzen: Brandenburg 2, Hannover 4, Pommern 2, Rheinland 4, Sachsen 3, Schlesien 3, Westfalen 1; auf die Königreiche: Bayern 10, Sachsen 2, Württemberg 2; Thüringer Staaten 2. Abgegangen sind im Laufe des Monats Februar 27. Davon gingen in Stellung durch die Colonie 3, auf eigenen Wunsch 18, entlaufen 6. Im Ganzen wurden feit Eröffnung der Anstalt ausgenommen 1136 Coloniften, abgegangen 1041. Gesammt - Arbeitstage im Februar 1889 : 2501, darunter 50 für fremde Rechnung. A Mainz, 28. Februar. Nach dem nunmehr vorliegenden Bericht des Prooin- zialauslckusses werden für das in Rheinhessen projectirte Provinzialfiechenhaus von dem Prooinzialtag im Ganzen 533,000 «/& gefordert, 183,000 JL mehr als ursprünglich in Aussicht genommen war. Unter der Voraussetzung, daß das Kapital zu 3* 1 2 3 4 5/» °/o beschafft und mit Va % amorttfirt werden kann, wirb sich durch die erhöhte Anforderung für die steuerpflichtige Bevölkerung der Provinz eine Mehrbelastung von 2,8 H pro Kopf und Jahr stellen. Mit Ausnahme des Bürgermeisters Michel von Neu-Bamberg ist der Provinzialausschuß einstimmig für die Bewilligung der ange- fordertm Summe. — Die hiesige altkatholische Gemeinde, deren Bethaus durch Veräußerung des betreffenden Jmmobils in andere Hände übergegangen ist, ist bei der städlrschen Verwaltung um Ueberlassung der Kirche des ehemaligen Karmeliterkloster eingekommen. Die Kirche ist dermalen als Magazin benutzt und wird man sich wohl dazu verstehm, dem Verlangen Rechnung zu tragen. A Kastel, 28. Februar. Dank des neu errichteten Wasserdauamtes wird jetzt endlich die Beseitigung des geradezu trostlosen Zustandes an dem hiesigen Rheinufer energisch in die Hand genommen und die längst geplante Ufercorrectton nach den Wünschen der Gemeinde und der Schiff- und Floßinteressenten öorgenommen. Aus Einladung des Wafferbauinspectors haben heute Nachmittag die Mitglieder des hiesigen Gemeinderaths wie auch Vertreter der ersten Floßgeschäfte eine Besichtigung des Ufers vorgenommen, um an Ort und Stelle die Meinung über die vorzunehmenden Arbeiten auszutauschen. Der anwesende Wasserbauinspector nahm von den Wünschen der Interessenten Protokoll und versprach deren energische Vertretung an maßgebender Stelle. A Aus Rheinhessen, 28. Februar. In dem Concursverfahren gegen die Firma Franz Allmann & Sohn ist auf den 25. März eine neue Gläubigerversamm- lung anberaumt. — In der Behausung des Bcückenbauunternehmers Mohr bei Oberhausen ist ein Quantum Sprengstoffe explodirt und hat die Gebäulichkeiten zertrümmert. Homburg v. d. H., 26. Februar. Herrn Bäckermeister Gustav Arrabin hier ist, wie der „T.-B." meldet, der ehrenvolle Auftrag zu Theil geworden, zu der Wißmann- schen ostafrikanischen Expedition 300 Kisten seiner berühmten Friedrichsdorfer Zwiebacke birect an das kaiserliche Consulat nach Zanzibar zu senden. — Bei der vor einigen Tagen beim Reichskanzler stattgehabten parlamentarischen Abendgesellschaft kam u. A. die Unterhaltung auch auf das monarchische Princip, und der Fürst bemerkte, die geschichtliche Erfahrung beweise u. A. noch bei der Karolinenfrage, daß eine von volksthümlichen Strömungen abhängige Politik viel leichter engagtrt werde, als eine von einem Monarchen geleitete. Die letztere könne sich ungefährdet zurückziehen und sogar, wenn sie es nothwendig halte, einige Schritte rückwärts gehen, während ein Gleiches für die erstere Politik vollständig ausgeschlossen sei. Selbst eine verlorene Schlacht brauche nicht die Stellung des Monarchen zu erschüttern. Hieran knüpften sich längere Ausführungen über die Nützlichkeit einer monarchischen Regierung gegenüber der parlamentarischen; bei dieser verhelfe nur zu leicht die große Gabe einer glänzenden Beredtsamkett zum parlamentarischen Siege über Sachkenntnitz und tatsächliche Verhältnisse. Es sei eine alte Erfahrung, daß, wer eine solche Beredtsamkett besitze, selten einen klaren Blick und ein richtiges nüchternes Urtheil für die wirklichen Verhältnisse habe. Dem gegenüber sei eine nüchterne, kernige, hausbackene Natur, wie sie den verstorbenen Kaiser Wilhelm zum Segen des Vaterlandes ausgezeichnet habe, um so nachdrucksooller und glücklicher wirksam. Thorn, 28. Februar. sSchmugglerknisf.] In Magdeburg wurde kürzlich ein Sarg mit einer Leiche zum Bahntransport nach Rußland aulgegeben. In der Nähe von Thorn hörte plötzlich ein Schaffner in dem Wagen, in welchem der Sarg stand, ein rätselhaftes Gepolter und gab deßhalb das Nothstgnal. Als der Zug hielt und man nach der Ursache des Gepolters forschte, sand man nichts Verdächtiges und man glaubte deßhalb, der Schaffner habe in Folge von Schnapsgenuß Hallucinationen gehabt. Bald aber wiederholte sich das Gepolter, der Zug wurde abermals zum Stehen gebracht und nun erlebte man etwas höchst Sonderbares. Als man den Deckel des Sarges abhob, um nach der Leiche zu sehen und diese an der Hand faßte, fühlte man, daß die Hand warm war. In demselben Augenblicke sprang die vermeintliche Leiche auf und suchte sich aus dem Staube zu machen, wurde indessen festgehalten und in Haft genommen. Man hatte einen Schmuggler erwischt, denn als der Sarg weiter untersucht wurde, fand man unter den Hobelspähnen verborgene Goldsachen im Werthe von etwa 24,000 JL, die auf diese ungewöhnliche Weise nach Rußland hatten eingeschmuggelt werden sollen. — ^Deutscher und Oesterreichischer Alpenoerein.] Das vor Kurzem ausgegebene 1888er Jahrbuch des D. u. Oe. Älpenvereins (die „Zeitschrift", rebigtrt von Th. Trautwein) möchten wir der Aufmerksamkeit der Aipenfreunde unter den Lesern bestens empfehlen. Dieses Jahrbuch, ein stattlicher Band von 474 und VI Seiten mit 22 Beilagen und 44 Figuren und Profilen im Text, wird jebem Mit- gliede des D. u. Oe. Alpenvereins unentgeltlich geliefert und ist daher auch Interessenten aus anderen Kreisen gewiß leicht zugänglich. Aus dem reichen Inhalt wollen wir nur einzelne, besonders werthvolle und allgemein interessante Arbeiten hier herausheben. Es sind dies zunächst die fortgesetzten Gletscherbeobachtungen des Dr. E. Richter, Dr. S. Finsterwald und Dr. H. Schunk am Karlinger- unb Pasterzengletscher in bir Gr. Glocknergruppe, bem Obersulzback- Gletscher, sowie bem Glieber- unb bem Gapatschferner, bie neues reiches Material zu der noch in vielen Stäbten bunfelen Naturgeschichte ber alpinen Gletscher zusammen- getragen unb verarbeitet haben. Ferner reihen sich hier an bie eingehenden Einzeldarstellungen über die Lechthaler Alpen, die Grödener Dolomitgebirge und das Karweudel- gebitge. Höchst interessante Beiträge zur Kenntniß der Bewohner ber beutscken Alpen liefern sobann auf bem Gebiete der Culturgeschichte im weitesten Sinne Studien und Aufsätze über das Weiland der ostbayrischen Alpwirthe, über „Marterln" unb „Taferln" (Kreuze und Bildstöcke mit Inschrift und bildlichen Darstellungen), über die Hochzeitsgebräuche im Eisackthal und in der Steiermark, über Geschichte, Culturgeschichtr und Etnographie des Grödnerthals, über neugesammelte Algäuer Volkssagen unb vieles Andere mehr, das, wie die Monographien über das Hohe Rad, den Lüner See, das Hallthal in Tirol u. f. w. mehr den Fachmann und Liebhaber zu eingehenderen Studien einladet. — In Rom ist jetzt das erste im altdeutschen Stil gehaltene Deutsche Bierlokal eröffnet worden. Es ist ein angenehm ausgestattetes Lokal am Corso, welches ein speculattver Wiener denr Gott Gambrinus geweiht und „Gambrinushalle" gelaust. Die lange, glänzend erleuchtete Halle ist mit humoristischen Bildern geschmückt und in dem braungetäfelten Bterstübchen int Hintergrund sind hübsche Wandmalereien angebracht. Zahlreiche altdeutsche Bierkrüge rc., das an der Decke schwebende Aufschneide- messer nicht zu vergessen, vervollständigen das künstlerische Mobiliar, während ein vorzügliches Münchener „Bürgerbräu" ausgeschenkt wird. — In einen Budikerkeller an einem der belebtesten Pferdebahnhalteplätze Berlins stürzte dieser Tage eilig ein Schaffner der Ringbahn und ruft dem dienenden Ganymed zu: „LuiS, jeden se mich ’n bisken wat Pikantes, aber rasch, ick habe nich ville Zett!" „Wie wärt’ mit sowas?" meinte Louis und deutete auf einen marinierten Hering, welcher, inmitten einer Zwiebelsauce schwimmend, einsam auf einem Teller sein Dasein vertrauerte. Der Schaffner streifte den Sauren mit einem flüchtigen Blick und sagte: „Nee, der Junge is mich zu alt." „I wo", entgegnete Louis, „der Hering is janz frisch!" „Unsinn", erwiderte der beharrliche Gast, „’n janz alter Knabe, sag ick Sie!" 9hm mischte sich der über die Herabsetzung seiner Waare entrüstete Budiker in das Gespräch und rief vom Buffet her: „Und ick sage Sie, der Hering is janz frisch. Ick selbst habe ihn heute morjen aus det Faß jenommen und verbitte mir —" „Pst! Männeken, regen se sich nich uff", unterbrach unser Schaffner den Erregten, indem er auf das untere Ende des umstrittenen einstigen Meerbewohners deutete, „der Hering is’n oller Bekannter von mir, denn wie ick vor vierzehn Tage zum letzten Male die Strecke fuhr, hab ick ihn hier mit meine Kupirzange den Schwanz gelocht!" Sprach’s und verschwand unter schallendem Gelächter der Gäste aus dem Lokal. — sWas würde bei einer allgemeinen Theilung Hera us f o mmen?) Als der Sultan Abdul Medschid eines Morgens zum Gebet die Stufen der Moschee emporstieg, trat ein Bettler an ihn heran. „Großmächtiger Herr, glaubst Du auch, was der Prophet sagt?" — Der Sultan lächelte: „Ja, das glaube ich." — „Nun wohl, Mohammed sagt, wir seien Alle Brüder. Gieö mir also, mein Bruder, das Theil, welches mir von Deinem lieberRu6 gebührt. — Abdul Medschid besann sich kurz und gab dem Bettler einen Piaster. Der aber behielt das Geldstück in der Hand, betrachtete es lange und sagte endlich: „Aber, mein Bruder, das ist nicht recht getheilt, denn dieses Geldes hast Du doch wohl fünfzig Millionen." — Da hob der Sultan warnend die Hand und sagte: „Höre! behalte, was ich Dir gegeben habe und sei zufrieden, denn ich habe einhundertfünfzig Millionen Brüder, und wenn die alle kommen, um mit mir zu thkilen, so müßtest Du zweiDriuel wieder herausgeben. Salem aleikum." — Damit ging er in die Moschee; der Bettler aber mußte das Ding begriffen haben, denn er nickte still vor sich hin, steckte seinen Piaster ein und ging seines Weges. — Eine ähnliche Anekdote wird aus dem Jahre 1848 von Rothschlld erzählt. Auch mit ihm wollte ein „Bruder" theilen. Rothschild, der guter Laune war, drückte dem Bruder einen Thaler in die schwielige Hand nut den Worten: „Hier ist Dein Theil, mehr kommt nicht auf Dich." — Was käme aber heraus, wenn die Theilung allgemein ausgeführt würde, d. h. wenn man die Reichen ihres Einkommens beraubte und dasselbe auf die Unbemittelten vkrtheilte? — In Deutschland gibt es etwa 15 Millionen Steuerzahler, davon gehören aber 12 Millionen oder 80 Procent zu der Klaffe, die sich gegebenen Falles zum Theilen berechtigt halten konnte. Die Zahl der Reichen, d. h. der Leute, die ein durchschnittliches Einkommen von 25,000 JL haben, macht aber nur etwa 85,000 aus. Deren jährliches Einkommen (2125 Millionen) auf obige 12 Millionen vertheilt, ergäbe für jeden jährlich 177 JA. Das wäre nun zwar ein nicht zu verachtender Zuwachs. Wie aber würde voraussichtlich damit verfahren? Es ist nur zu bekannt, daß Alles, was nicht mit saurem Schweiß verdient wird, gar nicht gewürdigt wird. Da heißt es hernach in den allermeisten Fällen: wie gewonnen, so zerronnen. Für das allgemeine Beste käme aber dabei nicht nur nichts heraus, es erwüchse ihm im Gegeniheil ein Nachtheil, der so empfindlich wäre, daß er sich so leicht nicht wieder gutmachen ließe. Erstens würde, wie leicht begreiflich, die Arbeitslust der Armen dadurch bedeutend abgeschwächt, das sogenannte Proletariat dadurch also wesentlich vermehrt, die öffentlichen Lasten in demselben Maße vergrößert werden, während auf der anderen Seite ein großer Theil der Steuern in Wegfall käme. Dann jene 85,000 mit ihrem Einkommen von 2125 Millionen bringen ungefähr den dritten Theil der Einkommensteuern auf. Man braucht nicht Finanzminifter gewesen zu sein, um zu begreifen, daß dies den Untergang des Staatswesens bedeutete. Wer sollte die Einbuße leiden? Alle Zweige, und feiner würde es wollen noch können. Die Armee- und Marine-Berwaltung? Das würde " ts wehrlos machen? Die Schuldzinsen? Die müssen bezahlt werden. Die Volksbildung und die Wissenschaften? Wir würden nichts mehr lernen! Das wäre es, was bei einer allgemeinen Theilung herauskäme. — Wie unsere Altoorderen die Fastnacht in ausgelassener Fröhlichkeit gefeiert, berichtet u. a. ein uns vorliegendes halbvermodertes Manufcript von 1518, nach welchem in diesem Jahre der letzte Faschingstag in Zwickau vom Kurfürsten Friedrich dem Weisen besonders großartig geieiert wurde. Der Fürst hatte 8 andere Fürsten, 10 Grafen, 3 Bischöfe und viele Rstter, Gelehrte und Rathsherren ansehnlicher, sächsischer und thüringischer Städte eingeladen und große Veranstaltungen zur Vergnügung getroffen. Dazu gehörte u. A. die Aufführung der Komödie „Eunuchus" deS Terenz auf dem Rathhause, in welcher zu „größerer Ergötzlichkeit" der SLloß- kaplan eine Zugabe eingereicht hatte, welche darstellle, wie sich sieben Weiber um einen Mann zankten und schlugen. Die hohen Gästen erluftigten sich an diesen Schauspielen ebenso vortrefflich wie an dem Spiel der zwanzig oennuminten Fleischhauer, die einen verkleideten Menschen auf eine Kuhhaut setzten und so lange in die Höhe schnellten, „bis er ganz äusser Äthern gemessen". — Ein origineller Fastnachtsbrauch herrschte auch im Zabergau in Württemberg. Es war die sogenannte „Wetberzeche" und bestand in Folgendem: Am Fastnachtsmorgen kamen die Frauen der Stadt auf dem Rathhause zusammen und hielten unter dem Vorsitz der Frau Pfarrerin Gericht, wobei alle im abgelaufenen Jahre vorgekommenen Ordnungswidrtgketten in Küche und Hauswesen besprochen und die für schuldig befundenen Frauen verurtheilt wurden. Wer z. B. der Unsauberkeit bezichtigt wurde, mußte seine Kinder oder sein Küchen- geschtrr vor den Richtern im Rathhause säubern u. s. w. Nach der Sitzung aber begann der Festschmaus, wobei der Bürgermeister und der Schultheiß als Kellner und Aufwärter fungtrten, während alle übrigen „Mannsbilder" streng ausgeschlossen waren. Wie einige Chronisten vermelden, wurde von den Weibsen weidlich gegessen und getrunken, wahrend unter den Fenstern des Rathhaufes Musikanten lustige Weisen auf- fptelten. Das Geschrei und Gekreisch der schmausenden Damen soll oft nicht gering gewesen sein und die Musik bisweilen übertönt haben. — Anno Domini 1583 verfertigten die Fleischer in Königsberg eine 596 Ellen lange und 434 Pfund schwere Wurst und trugen sie zu Fastnacht „unter freudigem Gesang" in der Stadt umher. Außer den sonstigen Jngrevienzien, so zu einer rechtschaffenen Wurst gehören, waren dazu 36 Schweineschinken verarbeitet worden. Am Abend fand ein großes Wurst- picknick statt. — Als dann der 30jährige Krieg kam, machte sein Elend ollen Lustbarkeiten ein Ende und an die Stelle der luftigen Fastnacht trat ein dreißig Jahre wahrender trauriger Aschermittwoch. Universität- -Ghronik. c« titel' 28. Februar. Der Professor der Philosophie an der hiesigen Universität, August Krohn, ist gestern in Wiesbaden gestorben. — Die Verhandlungen des Cultusministeriums mit dem zur Zeit in Berlin anwesenden Sanitätsrath Dr. Pelmann, Director Der rheinischen Prooinztal-Jrren- a c l tu Grasenberg bei Düsseldorf, haben sicherem Vernehmen nach das Ergedniß gehabt, daß Dr. Pelmann, dem von der rheinischenProvinztal-Verwaltung die Leitung der Provinzial-Jrrenanstalt zu Bonn übertragen wird, gleichzeitig als Nachfolger deS Professors Nasse die Stellung eines Docenten für Jrrenheilkunde an der Universität Joonn erhält. Die Ernennung wird in kurzer Zeit erfolgen und in der Rheinprovinz freudig begrüßt werden. Ländwirthschaftliche Nachrichten. t (Nachdruck verboten.) — sLaue,kraut vor dem Verderben zu schützen.) Sauerkraut, welches zu verderben droht, indem sich die Oberfläche mit Schimmel überzieht, der sich immer wieder erneuert und einen schlechten Geschmack verursacht, kann man dadurch vor dem Verderben schützen, daß man auf die obenauf stehende Flüssigkeit langsam etwas Branntwein gießt und dies jedesmal wiederholt, wenn Sauerkraut aus dem Fasse genommen wird. In der Regel genügt es aber, wenn dies drei- bis viermal geschieht und soll der Sauerkohl darnach einen angenehmen weinsauren Geschmack bekommen und sich bann auch wett längere Zeil halten. — sAmerikanische Bratäpfel.) Sehr schmackhaft sind die auf folgende Weise zubererteten Aepsel, und da die Methode in Amerika allgemein im Gebrauch ist, so ist em Versuch damil wohl auch hier zu empfehlen. Man nimmt dazu säuerliche Aepsel, schalt sie und entfernt die Rernbäuier, ohne sie zu theilen. Dann stellt man sie in tti:e Pfanne, füllt die Kernhauslöcher mit braunem Zucker und legt eine kleine Schnitte Sutter oben auf, so stellt man sie in einen heißen Backofen. Auch kann man die Aepsel in vier Theile fdnietben und in einer mit Butter bestrichenen Pfanne braten, nachdem man sie mit braunem Zucker bestreut hat, doch werden sie in dieser Weise nicht so gut und schmackhaft wie bei der erst angegebenen Methode. Schwarze Seidenstoffe von Mk. 1.25 bis 18.65 per Meter — glatt und gemustert (ca. 180 versch. Qual ) — versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-Depot G. Henneberg (K- u. Ä Hoflief.), Zürich. Muster umgehend- Briefe kosten 20 Porto- 448 Amtlich« Prüfung der Lichtstärke des Leuchtgase». Februar 1889: 19 Kerzen. Buchner. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Estomihi, 3. März: Vormittags 9f/> Uhr: Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Kinderkirche, Nachmittags 2'/z Uhr, Pfarrer Schlosser- . m Btbelstunde: Montag den 4. März, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, Mos. W 27, Jakob entwendet Isaaks Segensspruch; Gottes Walten über der Sünde der Menschen. Pfarrer Dr. Naumann. 1. Passionsandacht am Mittwoch den 6. Marz, Abends 6 Uhr, in der Kirche. Pfarrer Dr Naumann- y ' Am Sonntag den to März, Beichte und heiliges Abendmahl im Vormittagsgottesdienst. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 3- bis 9- März besorgt Pfarrer Dlngekbey. Samstag: Sonntag: Katholische mtinit. Sonntag Quinquagesimä. ^adKtitt?gg um 5 Uhr und Abends um V*8 Uhr Gelegenheit zur hl. Berchte- Morgens um '/«7 Uhr Austeilung der hl- Communion und Gelegenheit zur hl. Beichte; um V88 Uhr Frühmesse; um »/jo Uhr Hochamt mit Predigt- — Nachmittags um 3 Uhr Christenlehre und Andacht- Gottesdienst in der Synagoge. Samst?g°Ab°n?K" Uhr. ®am§tafl ättorflcn 8“ U6r- S-mstag Mittag 3» Uhr Allgemeiner Anzeiger. BekanntwÄchnng. „Die zur Masse des BogelSberger - Bergwerk - Verein- gehörenden circa 40 Muthungen auf Eisenerze, in den Kreisen Alsfeld, Büdingen, Gießen, Lauterbach und Schotten belegen, worauf noch der gesetzliche Stempel zu bezahlen ist, werden Donnerstag den 7. März 1889, Nachmittags 3 Uhr, auf Großh- Amtsgericht Gießen (Zimmer Nr. 12) zur Versteigerung, mit sofortigem Zuschlag, gebracht Gießen, 28. Februar 1889. 1634 A. v. Jungenfeld, Concursverwalter. 3W Ausverkauf. Wegen meinem bevorstehenden Umzug in mein käuflich erworbenes Haus verkaufe ich noch eine Partbie englische Tüllgardinen, große und kleine Spiegel, Nähtische, Korbseffet rc. zu sehr billigen Preisen. Bestellungen und Reparaturen werden stets gut und billig ausgesühtt. 1643] Achtungsvoll C; Deisler, Tapezier, Neustadt 33. 1639) 80—90 Eentner Dickwurz, . 1637 Einige tüchtige Hausmädchen He« und Brummet zu verkaufe«, i wünschen Stellen per April. Näheres bei Ltcherftratze 21. l Frau Bender, Perm-, Wetzlar. ■■■. 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Ferner kommen Donnerstag den 7, März e. zur Versteigerung: District 22, Sichert. 170 Stück Eichenstämme und Stangen mit 36,02 fm Inhalt, meistens zu Wagner- und Grubenholz geeignet. Zusammenkunft im District 22, Sichert, Vormittags um 10 Uhr, bei Nr. 1 des Nutzholzes. Nieder-Weidbach, 28. Febr. 1889. Der Bürgermeister: 1646_____________Kloos. Montag dm 4. d. Mts. versteigere ich dahier öffentlich gegen Baarzahlung : a) Vormittags 11 Uhr, Frankfurter- strasre 30: < 1 nußb. Commode, 1 tannenen Kleider- schrank, 1 do Waschtisch, 1 Regulator, 1 Küchenschrank, 1 Bettstelle mit Matratze, 2 Rohrstühle, 1 Wurst-, 1 Fleischklotz, 1 Ladenwaage, 1 do. Lampe, 1 Blechbolle rc. — alles noch wie neu. d) Nachmittags 2 Uhr in der Lynker- fchen Hofraithe, Erlengaffe 7r 2 Faß Medicinal-Ungarwein (je 55/56 Liter), 2 Faß ungar. Roth- Wein (Memscher Ausbruch) von je gleichem Inhalt. Beide Versteigerungen bestimmt. Gießen, den 1. März 1889. Engel, 1644 Gr. Gerichtsvollzieher- Ziehung bereits Dienstag, 26. März | im Rathhause zu Worms« Verkaufsstellen! [1627 für nur K S.1O sind 30,000 Mark Baar zu gewinnen 1 »Ohne Loos — kein Gewinn! Eo O s e noch bei aller Wermietßungen. 1519] I. und II. Stock (ä 3 Zimmer, Küche und Zubehör), sowie ein möblirtes Zimmer per 1. April zu vermiethen bei F. Wiedmeyer, Schreinermeister, ________verlängerte Bismarckftraße. 1638] Logis zu vermiethen. ________________________ Tiefenweg 6. 948 Ludwigsplatz 10 ist der dritte Stock per sofort zu vermiethen. A. Petri. 497] Ludwigsplatz 11: unterer Stock zu vermiethen. Gg. Wortmann. 1598] Ein Zimmer mit Küche zu ver- miethen._________________Lindenplatz 4. _ 1591] Kl.Logis zu vermiethen, 15. März zu beziehen._________Katharinengasse 8. 1544 Zwei kleine Wohnungen zu vermiethen Mühlgasse 14. ' 1541 Eine Mansardenwohnung zu vermiethen, 4 Zimmer mit Zubehör und Wasserleitung. Friedrich Kühne senior, Wallthorstraße. 1085] ^m Vorderhause, 2. Stock, ein Logis, 2 Zimmer, Küche rc., zu vermiethen. ________S. 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März in Stein's Garten stattfindenden Balle noch nicht zugegangen ist, diene zur Nachricht, daß dieselbe heute, Samstag den a. Mä z bei Herrn Otto Schmidt, Marktstraße 1 zum Einzeichnen offen liegt. 1626 Der Vorstand. Schwerhörigkeit! twchörübel aller Art, insbesondere hartnäckige und veraltete Fälle werden schnell und dauernd gebessert und geheilt durch den neu erfundenen patent- Jmtlich geprüften und bekannt gemachten Gehör-Behand- S Ittngs-Apparat, wofür ein Kaiser). Reichspatent e- nir Deutschland, sowie Staats-Patente von allen K grösseren Ländern der Welt verliehen wurden. — Grosse Erfolge; überall Beifall und höchste Anerkennung in wissenschaftlichen Kreisen. Aehnliches existirt überhaupt nicht I Jeder kann die Erfindung ganz seinem Leiden entsprechend anwenden. «MBH Als Vertreter des Erfinders und Patentinhabers werde ich in Giessen im Hotel zum Einhorn am 3. und 4. März von 9 bis 1 Uhr Vormittags und von 3 bis 6 Uhr Nachmittags zu sprechen sein. [1625 Ehern. König). Oberlazareth-Inspector AM»» SU________ Vertreter der Fabrik für patentirte ■ WWIWIliaillle ^ehör-Heilapparate in _ • Weferlingen (Sachsen). SMT Der Versandt geschieht durch das Internationale Ver- sandt-Bureau Berlin C„ vis-a-vis dem Rathhaus. Jsraelitifter UohlthätigKeitsvrrein. Die Generalversammlung findet Sonntag den 3. März, Abends 8 Uhr, in der Restauration Stein (Wetzsteinsgasse) statt. Tagesordnung: Revision und Ergänzung der Statuten. 1640 Der Vorstand. Schiffenbergerthal (K. Hauser). Sonntag den 3. März: Tanzmusik. 1641 Coursbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. frankfurter Börse vom 1. März 1889. Schlußcourse 1 Uhr 15 Mtn. 4% Reichsanleihe 3^/,o/o do- 4% Preuß. Consols 3Wo do. 4°/o Ungar. Goldrente 4’/b°/o Oesterreich. Silberrente 109 20 163.90 108 80 10450 86.20 70.60 5% Italiener Rente ult. 5o/( 187l/73er Russen 4°/o «880er do. Russische II. Orientanleihe 4% unif. Egypter 6°/o ons. Mexikaner, große Stücke 96 60 102.60 90 60 68.20 88 30 92 jO Disconto-Commandit-Anth Darmstädter Bank-Act. Oesterreich. Credit 240.00 173.50 263.12 Oester reich. Staatsbahn-Actien Lombard. Eisenbahn- „ Galizische do. 215.00 84.87 173 50 20 FrancS-Stücke 10 do. 16.17-16.20 16.14-16.17 | Tendenz: Enal. Souvereigns 20.35—20.40 Dollar« in Gold 4-17—4.21 sehr fest. Telegraphischer »ouMericht der «eritner Börse vom 1. März 1889 Oesterr. Creditacffen 166.00 Ditzconto-Com.-Antheile^ 243 30 Oesterr. Staatsbahn-Actien 107 30 Lombarden 43 75 Laura-Actien 138.40 Ostpreußen 10085 Darmstädter Bankactien 177.00 Tendenz: u Bochumer Gußstahlactienj nentschteden. 201.25 4°/0 Gießener Obl. — Reichsbank-Disk. 3%. — 5% Buderus Obl. Franks. Bank-Disk. 3 %. 104.70 3MF” Der fycutißtn Nummer liegt ein Prospekt des Herrn Joseph Trier in Darmstadt, Iapanefische Artikel betreffend, bei. 1466 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'ichen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer enthaft 1 E-iatt und 1 Beilage Meifaflc ,;u -)ir. 52 Des „flitßtner Lozciger 5m, Rmtr. Buchen 213,2 220,9 108 51,7 3u zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein 147 von Aeltestes u. grösstes Schuhgeschäft Giessens L8 einer- Han-machernudeln, pr.Pfd.70^r n 1 u za Garantirt reine Ungar-Weine. Medic.- und Dessert-Wein rotber Wein rotber [304 I 0 er. [7 1531] Du> ch Uebernabme eines größeren i gers diebessicherer und feuerfester Lagers diebessicherer und feuerfester i ferenzen. wünscht sich zu verändern, j Offert, beförd. die Exped. d. Bl. « Nr. 1414. /f n 50 80 n ti 2 1 10 13 1876er Medicinal-Wein 1868er Cabinet, Medic-Wein. Gegr. 1837. unter [1414 mit ii Gegr. 1837. 50,78 0,69 0,42 0,67 1,57 Bonn, Berlin, Antwerpen, empfiehlt ihre rühmlichst bekannten Spezialitäten: la. gebr. Java-Kaffee K Jt 1.80 Ha. gebr. Java-Kaffee a Jl. 1.70 Gut gebr. Haush.-Kaffee a Jl. 1.60. Niederlage in Giessen bei Herrn J. M. Schulhof« A. ZUIITZ sei. Wwe. 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Kaffee von puren Kaffeebohnen hergestellt bleibt entweder dünn oder wird bei Verwendung eines verhältnißmäßig großen Quantums an Bohnen so stark und dick, daß die Mehrzahl der Consumenten, insbesondere Damen, das Getränk nicht als bekömmlich, wobl aber als sehr kostspielig bezeichnen können. Ein entsprechender Zusatz von Bartels Kakao-Kaffee macht den Kaffee wohlschmeckender, bekömmlicher und runder, gibt demselben eine prachtvolle Farbe und feines Aroma, da der in dem Kakao-Kaffee enthaltene feine, leicht lösliche Kakao die größte Wirkung auf das Getränk hat. Eine Haushaltung folgt der anderen, läßt alte Cichoriensorten und Kaffeemehle bei Seite und verwendet nur noch unseren Bartels Kakao-Kaffee, welcher zu wohlfeilem Preise (125 Gr. 10 in rothweißen Paqueten in allen besseren Material- und Colonial- waarenbandlungen zu haben ist. Der vorzüglichen Eigenschaften wegen ist unser Kakao-Kaffee von ersten Autoritäten begutachtet und empfohlen. G. 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IXW“ Gtellenfnchende jeden Berufs placirt schnell Reuters Bureau in Dresden, Reitbahnstr. 25._______946 13b0 Ein mit den besten Zeugnissen versehener j Commis sucht Stellung in einem Engros- oder Fabrikgeschäft. Gest. Off Bub A. Z. 100 an die Exp. bJ8(. 1621] Zur selbstständigen Führung seines Haushaltes sucht ein älterer ein- . zelner Herr (Wittwer) ein nicht mehr i junges, anständiges Frauenzimmer. Es wird ausdrücklich auch auf freund- j liches Benehmen und gute Empfehlung ; Wertb gelegt. Näheres in der Exped. d Bl? Merkwürdig ist die Thatsache, daß die Herstellung eines ebenso feilten Getränkes wie der weltberühmte Carlsbader Kaffee noch so wenig bekannt ist. Zur Bereitung desselben gehört nichts weiter, als irgend eine gute Bohnen-Kaffi'esorte und ein ganz kleiner Zusatz von Weder'- CarlS- dader Kaffee-Gewürz in Portionsftücken. Dieses vorzügliche Gewürz ist in Colonialwaaren-, Delikates- und Droguen-Handlungen zu haben. [564 Anthraeitkohle« in 1. und 2. Korngröße, gewaschene Nuß- und melirte Kohle« empfiehlt in vorzüglicher Oualitüt 557 Aug. Gabriel, Frsnkfurterstrsße 67. H. IIESTLE'S KINDERMEHL »OJ&hriger Erfolg. 32 Auszeichnungen, worunter 12 Ehrendiplome und 14 Gold. Medaillen. Fabrik-Marke Zahlreiche ZEUGNISSE der ersten wediciniechen Autoritäten. Vollständiges Nahrungsmittel für kleine Kinder. Ersatz bei Mangel an Muttermilch, erleichtert das Entwöhnen, leicht und vollständig verdaulich, desshalb auch Erwachsenen bei Magenleiden als Nahrungsmittel bestens empfohlen. Zum Schutz gegen die zahlreichen Nachahmungen führt jede Büchse die Unterschrift d. Erfinders Henry Nestl6, Vevey (Schwein). Verkauf in allen Apotheken und Drogen-Handlungen. 45 A7linf 7 ool Wu/0 Hoflieferant Sr. Maj. d. Kaiser* o. König* Boeo, Berlin u*U • fclllllfcövl. W Wü. Antwerpen, empfiehlt als unübertroffen, ihre seit mehr als «»qq 50 Ä*.ML.d„e;.b„"* Gebrannten Java Kaffees X 389 ——— ■ । ■ ji i Lebensmittel-Branche käuflich sind. Nedaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Beilage zu Jir. 55 Des „Mener Anzeiger SS 1132 Kirchenplatz. W. Böger Seitenweg 6. aämmtllcher u<»eh vorrathlgt»!)^^^^ WMWWMI Bijouterien ■Mmhb Gold-, Silber-, Granat-, Corallea- etc. Waaren sowie Alfeaide-GegenstiLBden za den seitherigen bedeutend herab- are reisen. Flaschenbier. Hiermit die ergebene Anzeige, daß das so sehr beliebte dunkle Gxport- bier aus der Freiherrlich Riedesel'schen Brauerei zu Lauterbach, in Flaschen a 20 Pfg. zu haben ist bei (1381 Aoth II,, Wallthorstraße 5, 3. G»org, Ederstraße 2, W. Schomber, Neuen Bäue 10. Neilgeöotenes. Corsetten LS Extra-Weiten und Fasans, werden nach Maß angefertigt bei 3 ------L Anfertigung und Lager in Küchen- und Haushalt-Artikeln, von Mein- und Bierfaß, Waschbütten, Dürsten-, Hol;- und Korbwaaren. : Zubern, Eimer», Pstanzenkübeln etc. Reparaturen an Hüfermaaren gut und billig. 849 41 , Die Hinrichtung des wegen Mordes zum Tod- ocr- urthetlten I. Muller von Sobel soll dem Vernehmen nach in den nächsten Tagen statisinoen. Bad Nauheim, 4. März. sN-u-s Badehaus.s In der vorigen Woche aaren dte Herren Oberdaurath v. Weitzten und Oberbergrath Braun hier, um daS Ä (5;i E-ck-n zu lassen. Die Detaitpläne und Kosten- Überschläge sollen alsoaid ausg,arbeitet und dann den Ständen Vorlage gemacht werden dag der «au bis zur nächstjährigen Saison fertiggestellt wird. ES sollen ?s^2eU°n °ng°bracht und die Hälste für moussirende Sprudcibäder, di- Hälfte für Tpermaltoolbaber bestimmt werden. , Metzlar, 5. März. Heute Nachmittag gegen 2 Uhr ist der von Gießen kommende Guterzug Nr. 707 kurz vor der Einfahrt tn hiesiger Station entgleist. In welcher Weise der Unfall, der sich in der Nähe des Locomotioschuppens zutrug, statt- gefunden hat, haben wir bis jetzt noch nicht in Erfahrung bringen können. Eine ,rokere Anzahl von Guterwagen hat mehr oder minder erhebliche Befchädtgungen erlitten, ebenso sind d,e Schienen eine kurze Strecke wett ausetnandergerissen. Menschen-' leben sind beigem Unfall glücklicher Weise nicht zu Schaden gekommen. (W. A.) r, Unlängst bestellte ein Herr eines größeren Ortes für sich und sieben andere Freunde bei einem Gänsezüchter in der Wetterau vermeintlich & h,nt^^a9eKbac.ra?f f?mcn iuf der Eisenbahn 8 Kisten an mit zusammen 36 Gänsen in der Weise, daß tn der ersten Kiste 1 Gans, in der zweiten Kiste 2 Gänie u. s. nrunb in der achten Kiste 8 Gänse waren. Die Abressaten verweigerten die Annahme Es stellte sich aber heraus, baß ber freundliche Besteller seine Bestellung aus eine Postkarte etwas zu eilig schrieb und den Orbnungsnummern ber verschiedenen Besteller keine Punkte nachsetzte, so daß es hieß' 1 Gans sür N.N., 2 für N. N u. s. m., 8 für mich. Es half deshalb auch Alles nichts. Die Gänse wurden nicht mehr retour genommen. Der freundliche Herr aber, ber bte Bestellung verübt hatte, soll sich seitdem fest vorgenommen haben, in seinem Heben keine Gänse mehr für fremde Leute zu bestellen; denn er halte seine liebe Noth, bis sammtltche Erretterinnen des Eavltols muergebracht waren. ™ .„ä1"' 9- ^POl b. 3 .feiert bas hiesig- Realgymnasium ba§ 2 iunszigzährigen B-ftehenS. Zu biefer Feier ist nachstehenbeS Programm der Vorfeier, am 8 April, wird ein großer 2frh «n! clt&b*:n 'c,5?r2ul eine Festoersammlung im „Weißen Roß" abgehalten selbst findet des Morgens 10 Uhr eine Schulfeier statt an welche nm ^niihCn?f>nld)Qo It4scr 2lu®JIV0 auf den Rochusberg und Scharlachkopf'anschließt. Nachmit.ags gemetnschaft'iches Festmahl im „Weißen Roß". Zur Jubi- 1*1*Mlrfb aU(£.^ne Druckschrift erscheinen, dieselbe wird enthalten: 1) die Ge- K/.? biesigui Realgymnasiums refp. Realschule, 2) ein vollständiges Verzeichnis iSF er's oCtt dem Jahre 1839 besuchten, mit Angabe des jetzigen Staubes und Aufenthaltsortes, 3) eine wissenschaftliche Abhandlung. ‘ 6 8 M L Falschmünzerbande wurde gestern in den späten ??dendltunden hier aufgehoben. Bereits feit 14 Tagen cursirten falsche Thaleistücke mit (Kopf des Königs Johann) und einer mangelhaften Ausführung, hl?her h ^ut.h ^doch das Erscheinen ber Falsifikate immer häufiger, so er Verhacht, die Falschmunzerwerkstatt befinde sich im Weichbilde Erfurts,0ere<^t= ffie mar Ä™ """ erhielt die hiesige Polizei ein Telegramm aus b 3, e b nfl' daß man dort eine Frau bei der Ausgabe eines falschen Tbaierö ertappt und festgenommen habe. Da die Verhaftete angab, aus Erfurt zu sein und - Hetlstraße 7 zu wohnen, begann die hiesige Polizei sofort mit der Durchsuchung de« genannten Hauses; bei dieser Gelegenheit fand man eine Gypssorm ifn4icr m1,! JUm Ä « bcr .^Ün3cn' einen Gießlöffel, sowie Reste von der Mietalh LSrnbardtuni«? h-m auch den Falschmünzer, einen Stukateur Namens 2“?' u^er dem Seite versteckt. Derselbe gestand sofort die Anfertigung einer ^daler; bei diesem Geschäfte habe ihm sein Schwager geholfen, Eöermutter, sowie seine Geliebte den Vertrieb besorgt batten. Beteiligten ™ ^aup e bcr dande gelang auch die Verhaftung der übrigen .R 31 März. sPoftpersonalnachrichten.l Der Postsecretär Haag ist zum Ober-Postdirectionssecretär ernannt worden. 4V. ^lafe D°n Langen (Hessen) nach Groß-Gerau, die Postsecretäre'En'si u ger Hn"Al'zen (Hessin), Eichhorn von Mainz nach Charlottenburg, Gratchen von Schletlstadt nach Darmstadt, Gothe von Darmstadt nach Hamburg, Kt sseber th von Worms nach Homburg v. b. H., ber Postverwalter Bickelhaupt von Echzell nach Auerbach (Hessen), ber Postassistent Ochs von Bingen nach Darmstadt. — In den Ruhestand treten der Postsecretär Batllet in Mainz, ber Postverwalter Bolz Ä ^Elbach (Hessen). - Gestorben ist ber Postexpebiteur a. D. Klump in Hirschhorn. Aktgemeiner Anzeiger. Das hochfeine Pfungstädter Bock-Ale «au-wirthschaftliche Nachrichten. (Nachbruck verboten.) örtripr^ 0cmc$ncn bat man aI,5 Ursache des Süßwerbens ber Kartoffeln bas 6ririeren derselben angenommen, es hat bies jedoch, nach neueren Unterincbunaep V-11 demselben gemein. Kartoffeln erfrieren, wenn unter 3 Grad Kälte gelagert, ohne suy zu werden; bei geringerer Käl'.e werden sie süß ohne iu erfrieren ?"d^ohne ihre Keimfähigkeit emzubüßen. Bei ber Lagerung wird in jeder Temperatur arfC F?Cr 5am