Nr. 281 Erstes Statt. Sonntag den 1. Decembcr 1888. Der Hiehtner Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags Die Gießener Aamlkienbtälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. General-Anzeiger. Vierteljähriger Aöanncmenlspret»: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: SchukstraßtM.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzsigeblatt für den Tiveis Giefzen. Gratisbeilage: Gießener AamikienSkätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux dcS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtlid?er Theil. Bekanntmachung. Der Verein zur Erbauung einer katholischen Kirche (St. Josephskirche) zu Mainz hat um die Erlaubniß nachgesucht, behuss Vermehrung ver Mittel für den K.rchenbau, eine Verloosung von Werthgegenständen zu veranstalten. Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 50,001) Loose ä 1 X ausgegeben werden dürfen, daß mindestens 45% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind und daß die Verloosung längstens bis zum 1. Juli 1890 stattfindet. Dec Vertrieb der Loose im Großherzogthum ist gestattet. Gießen, den 27. November 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v Gagern. Gefunden: 1 Kinderschuh, 1 Springseil, 2 Schulbücher, 1 Schirm, 1 Stück Plüsch, 2 Handschuhe, 1 Quaste. Gießen, den 30. November 1889. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutscher Reichstag. 26. Plenarsitzung. Freitag den 29. November 1889, 1 Uhr. Die Novelle zum B a n k g e s e tz wird in zweiter Lesung berathen. Es liegen drei Anträge vor: 1) vom Abg. Gras zu Stolberg - Wernigerode (cons.), welcher Ablehnung der Vorlage verlangt und um Vorlegung eines neuen Gesetzentwurfs ersucht, durch welchen die Ncichsbank in den Besitz des Reiches übergeführt wird. 2) Vom Abg. Frhr. v. H u e n e (Ctr.) Es soll nach der Vorlage der Reingewinn der Bank nach Abzug einer Dividende von 3*/2 Procent des Grundkapitals und einer Quote von 20 Procent zum Reservefond je zur Hälfte an die Reichskassc und an die Antheilseigner fallen- an die letzteren jedoch nur soweit, als deren Gesammt- dividende nicht sechs Procent übersteigt. Der Antrag Huene lvill nun statt dieser sechs Procent setzen fünf Procent. Endlich liegt vor der Antrag Mooren (Ctr.): Der Reichstag wolle erklären, daß cs nicht seinen Absichten entspricht, wenn die Reichsbank sich für ihr Zweigniederlassungen von beH bctheiligtcn Gemeinden Steuerbefreiungen oder andere Zuschüsse bewilligen läßt. Abg. Gras Stolberg-Wernigerode bekämpft die Vorlage vom wirthschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkt. Der letztere sei der hauptsächliche. Schaffe man das Grundkapital der Bank durch Zl/zprocentige Consols, so werde sie 3^3 Millionen Mark Reingewinn abwerfen- werden 3procentige Consols znr Beschaffung des Grundcapitals verwendet, so wird der Reingewinn vier Millionen betragen. Dieser Gewinn ist bedeutend genug, daß man auf ihn Rücksicht nimmt. Warum sott die Bank nicht nach der Verstaatlichung ebenso kaufmännisch geleitet werden können wie jetzt? Dem Antrag könne man höchstens vorwersen, daß der Reichsgedanke darin zu stark zum Ausdruck komme. Abg. v. Benda (natl.) wird für die Vortage stimmen. Mehr Entgegenkommen gegenüber der Landwirthschast könne keine Bank beweisen, als sie hier vom Bankpräsidenten bei der ersten Lesung der Vorlage in Aussicht gestellt sei. Reichsbank Präsident v. Dechend: Es ist unrichtig, zu behaupten, daß die Bank nicht genug für die Landwirthschast gethan habe. Spiritus und Zucker seien belichen, sobald sie sich unter Stcuerverschluß befanden. Landwirthschaftlichc Pro- ducte seien mit 12—15 Millionen beliehen. Aus dem Giro- Conko, dem Comptoir für Werthpapiere und allen anderen Einrichtungen der Bank habe die Landwirthschast Nutzen. Jndeß haben cs die Gutsbesitzer bisher unterlassen, sich genossenschaftlich zu organisiren, sie würden dann auch Wechsel credit bei der Bank genießen. Die Antheilscheine sind zum nicht geringen Theil im Besitz kleiner Leute. Abg. Frhr. v. Huene (Ctr.) behält sich vor, später einmal zur Verstaatlichung Stellung zu nehmen. Zur Zeit scheine die Verstaatlichung nicht gerathen. Er befürwortet dann seinen Antrag. Des einen Procent Zinsen weniger wegen werde wohl kein Antheileigner seinen Antheil verkaufen. Ueberhaupt eignen sie sich nicht zur Capitalanlagc für kleine Leute. Staatssekretär v. B ö . r i ch e r bittet, beide Anträge (Graf Stolberg und Frhr. v. Huene) abzulehnen. Im Prinzip stehe die Regierung der Verstaatlichung gar nicht feindlich gegenüber- doch überwiegen zur Zeit diejenigen Gründe, welche gegen die Verstaatlichung sprechen. Es empfiehlt sich, an der bewährten Leitung der Reichsbank festzuhalten, was für später ja eine Aenderung nicht ausschlicßt. Der Antrag Huene werde allerdings dem Reich eine Mehreinnahme von l/2 Million Mark zuführen. Aber dieser Vortheil, so angenehm er ist, wäre doch nicht berechtigt, denn das Reich hat keinen Pfennig zum Capital der Bank hergegeben. So erheblich sei der Nutzen der Bankantheilseigncr nicht, daß sie aus eine Ermäßigung ihrer Dividende nach dem Antrag Huene gleichgiltig herabblicken können. Er empfiehlt unveränderte Annahme der Vorlage. Abg. Kardorff (Rp.) erörtert die Regelung des Geld Umlaufs und die Aufrechterhaltung der Währung durch die Reichsbank. Die Handelsbilanz dürfte für die Zukunft für uns sich sehr ungünstig gestalten, da Spiritus und Zucker auf dem Weltmärkte entwerthet sind. Dazu findet, namentlich durch die argentinische Goldanlcihe, ein starker Abfluß deutschen Goldes ins Ausland statt. Unter diesen Umständen wird die Bank mit ihrem Metallvorrath nicht in der Lage sein, die Währung aufrechtzuerhalten. Die Verdoppelung des Grundcapitals empfiehlt sich und auch für den Fall eines Krieges. Es wäre daher das beste, die Antheilscheine zu kündigen und die Negierung um Vorlage eines Gesetzes zu ersuchen, wonach die Bank Reichs-Institut wird. Reichsbank-Präsident v. Dechend: Unsere Bank ist der französischen Bank gegenüber im Vortheil. Diese hat ihre Capitalicn festgelegt, wir haben unser ganzes Capital zur Verfügung. Für das nöthige Geld zur Aufrechterhaltung unserer Währung wird die Bank schon sorgen, sie wird darin unterstützt von dem Handelsstande, der sich als sehr tüchtig und patriotisch bewiesen hat. Eine Erhöhung des Grund capitals der Reichsbank würde die Bank nur in Verlegenheit setzen. Abg. Dr. Mayer- Halle (dsr.): Die Bank ist kein Institut zum Zwecke der Kriegsrüstung- sie soll auch im Frieden Dienste leisten. Nach den gemachten Erfahrungen wird es der Reichsbank auch in Zukunft immer möglich sein, das nöthige Gold zur Aufrechterhaltung der Währung zu beschaffen, wie ihr das bisher möglich gewesen ist. Die ganze freisinnige Partei ist für die Vorlage. Abg. Graf Mirbach (cons.): Die Agrarier haben nie etwas Anderes von der Bank verlangt, als was anderen Erwerbskreisen auch gewährt wird. Der Geschäftsverkehr zwischen der Bank und den Gutsbesitzern beschränkt sich aus solche Capitalisten, die nur nebenher Gutsbesitzer sind. Der Antrag Stolberg verlangt für die Agrarier keine weiteren Vortheile - die Agrarier können nur mehr von der Reichsbank erlangen, wenn sie sich zu Genossenschaften organisiren. In der Organisation verlangt der Antrag Stolberg gar keine Aenderung. Die Vortheile, die man von der Reichsbank als Privatinstitut im Falle eines Krieges verlangt, sind doch sehr zweifelhaft. Redner würde als militärischer Commandeur nicht so rücksichtsvoll handeln, wie es im Kriege 1870/71 in Frankreich geschehen ist. Ein Drittel der Antheil-Jnhaber sind Ausländer, das sei auch ein Nachtheil, denn dadurch gehen verschiedene Millionen ins Ausland. Beseitige man also das Privat-Capital aus der Reichsbank und gebe dem Reiche, was des Reiches ist. Hierauf vertagt sich das Haus. Feuilleton Aus der Keichshauptstadt. Berlin, 28. November 1889. Zum letzten Male wird in diesem Jahre der Weihnachtsmarkt auf dem Schloßplatze erstehen, und dann soll nie wieder die kleine Budenstadt sich um das mächtige Schloß erheben und Berlin wird um ein Uebcrbleibsel aus der alten guten Zeit ärmer geworden. sein. „Eins schickt sich nicht für alle!" Für die Metropole paßt nicht mehr jener Krammarkt, der einst das Entzücken der Berliner war und den die Allerhöchsten Herrschaften sogar mit ihrem Besuche und ihren Einkäufen beehrten. Die Zeiten ändern sich! Die Budenstadt erhob sich wohl alljährlich an derselben Stelle und zu der nämlichen Zeit, aber das Publikum, das sich in ihren Gassen umhertummelte, war nicht mehr dasselbe, das war ein anderes geworden, und wie groß auch der Trubel erschien, der an manchen Tagen aus dem Schloßplatze herrschte, es waren doch nur „kleine Leute", welche sich da bewegten. Die Nothwendigkeit aber, ihre Einkäufe zum Christfest aus dem Weihnachtsmarkt zu besorgen, ist selbst für diese kleinen Leute geschwunden, seitdem glänzende Magazine zu 50 Psg.- biS d Mark-Bazaren sich umgewandelt haben, in welchen es unendlich viele ansprechende Sachen gibt für Groß und Klein. Da mag selbst nicht der gewöhnliche Mann in Wind und Wetter auf dem Markte sich umhertummeln, um bei dem unsicher flackernden Lichte einer Laterne Maaren auszusuchen, die er :m elektrisch durchleuchteten Magazin viel besser be- trachtcn und prüfen kann. Dennoch hätte man dem Weih- nachtsmarkt wenigstens von Seiten einer hohen Obrigkeit noch ,ll_ gelassen, wenn sich nicht Stimmen erhoben hätten, welche diese überflüssig gewordene Sache auch für eine dem ^erkehr nachtheilige Geschichte darstellten. Das Leben und treiben eines ganzen zur City gehörenden Stadtviertels ist nach diesen Stimmen durch diese imvrovisirten Läden gehemmt und erschwert und darum vor allem soll dem Weihnachtsmarkte auf die Bude gestiegen werden, die er zum letzten Male diesmal aufbaut. Und dabei dürste gerade jetzt die Stätte des Marktes, die Umgebung des Schlosses, die lang ersehnte und projcctirte Verbreiterung erfahren. Die „Schloßfreiheit" soll wirklich fallen und der Plan, welcher so lange unter den stehen gebliebenen Häusern begraben lag, soll sich als Wirklichkeit aus dem Schutt der niedergerissenen Gebäude erheben. Man will dem Schloß seine Freiheit geben und die „S ch l o ß fr ei h e i t" ihm zum Opfer bringen. Auf 30 Millionen Mark ist dieses Opfer veranschlagt, aber man will es bringen. Doch nicht die Stadt beabsichtigt den Ankauf. Ein Consortium von Bankiers hat sich gebildet und das will die Häuser kaufen, niederlegen lassen und den freien Platz den Behörden zur bestmöglichen Verwerthnng überlassen. Sehr edel von den Geldleuten! Das hätten Sie ihnen gar nicht zugetraut, nicht wahr? Die Herren wollen sich wirklich verdient machen, aber — nur nicht um die Stadl, sondern um sich selbst. Eine Lotterie soll veranstaltet und die Loose im Gesammtbetrage von 40 Millionen ausgegeben werden. Es würde mithin ein Ueberschuß von 10 Millionen bleiben und da kann man schon dem Schönheits- bedürfniß der Stadt entgegenkommen und sie von der durchaus nicht hübschen Straße befreien. Die Lotterie ist hier wirklich „das Loos des Schönen auf der Erde" und gewinnen würden nicht allein die mit Glücksnummern gesegneten Menschen, sondern auch das Schloß und damit ein hervorragender Theil Berlins, und deßhalb darf man wünschen, daß das Project der Niederlegung der Schloßfreiheit durch eine Lotterie sich nicht als Niete erweist. Im Allgemeinen beginnt ja die Baulnst, und die Sucht niederzureißen, zu sinken. Es sängt an zu „krachen", wenn auch glücklicherweise nicht mit den Neubauten selbst, so doch mit ihren Unternehmern. Die fertig gewordenen Häuser wollen sich nicht so schnell mit Miethern bevölkern, wie der Unternehmer gehofft. Das Be- dürsniß für Wohnungen ist vorläufig gedeckt und außerdem sind in Folge des theueren Bauens die Miethen so hohe, daß nur auf wohlhabende Miether die Unternehmer gerechnet zu haben scheinen. Auf diesen Reichthum der künftigen Bewohner ist auch beim Bau allein Rücksicht genommen worden. In gewissen Stadtvierteln sind die neuen Häuser mehr zum Residiren als zum Wohnen eingerichtet, mit solcher Pracht sind sie ausgestattct. Nun ist es eine tobte Pracht und wer vermag zu sagen, wann sie Leben gewinnt, besonders sobald der Krach, der ja noch droht und in einzelnen Fällen erst zum Ausbruch gekommen ist, allgemein werden und die an den zahlreichen Neubauten Betheiligten ihr Geld verlieren sollten. Das wäre ein schwerer Schlag für die weitesten Kreise der Bevölkerung, die bereits in der sogenannten guten Zeit zu leiden haben unter der Theuerung aller Art. Eine Theuerung hofft man nun zu heben. In Folge der durch das Schweineeinsuhrverbot bewirkten hohen Fleischpreise beabsichtigt eine Gesellschaft die rationelle Züchtung von Lapins (Kaninchen) im Großbetriebe. Es soll ein hier lebender Amerikaner seine Besitzungen in dem benachbarten Wannsee bedeutend vergrößert haben, um auf denselben die überaus fruchtbaren Thiere anzusiedeln. Die eigentliche Verwaltung der Zuchtstation soll ein jüngerer Praktiker übernehmen, welcher gelegentlich seines Besuches der Pariser Weltausstellung die Zucht und Zubereitung der Lapins eingehend studirt hat. Derselbe soll eine neue Methode entdeckt haben, das etwas weichliche Fleisch, das in Frankreich ein beliebtes Nahrungsmittel ist, dem deutschen Gaumen schmackhafter zu machen. Um die Aufmerksamkeit der Hausfrauen auf dies neue billige Nahrungsmittel zu lenken, wird beabsichtigt, in verschiedenen Vereinen diesbezügliche Vorträge zu halten. Dem Berliner Markt möglichst schnell und billig die Nahrung zuznfiihren, sott schon ein für diese Zwecke besonders construirtes electrisches Boot nach den neuesten Erfahrungen im Ban begriffen sein. Ich gluube doch, ehe Nächste Sitzung Montag 12 Uhr. Fortsetzung der soeben abgebrochenen Berathung und Jnitiativ-Anträge. Schluß 5 Uhr. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Corrcspondenz-Bureau. Hannover, 29. November. Der Senator Schläger, früherer Reichstags- und Landtagsabgeordneter, ist gestorben. Bern, 29. November. Der Bundesrath beantragt, in die Bundesverfassung eine Bestimmnng auszunehmen, daß der Bund befugt ist, auf dem Wege der Gesetzgebung eine obligatorische Unfallversicherung einzurichten- der Bnndes- rath soll weiter befugt werden, über die Krankenversicherung Bestimmungen zu treffen und für sämmtliche Lohnarbeiter den Beitritt zu einem Krankenkassenverband für verbindlich zu erklären. Messina, 29. November. Die Kaiserin Friedrich mit ihren Töchtern ist eingetroffen. Sie werden hier einen Tag verweilen. Messina, 29. November. Die Kaiserin Friedrich empfing nach ihrer Ankunft den Besuch der städtischen Behörden und begab sich alsdann zur Besichtung der Stadt ans Land. Hierauf schiffte sich die Kaiserin an Bord der „Surprise" nach Neapel ein. Brüssel, 29. November. Die Commission des Anti- Sclaverei-Congresses zur Prüfung der Fragen betreffs Unterdrückung des Sclavenhandels zur See hielt heute ihre dritte Sitzung ab und berieth über die wirksamsten Mittel zur Unterdrückung des Sclavenhandels an den Ursprungsorten. Die Commission faßte im Ganzen die Aufgaben, welche die Stationen und Posten im Innern erfüllen' könnten, ins Auge. — Der Professor des Strafrechts an der hiesiger Universität, Prins, welcher interimistisch die Functionen des zur Disposition gestellten Chefs der Sicherheitsbehörde, Gauthier de Raffe, übernahm, wurde heute Morgen beim Betreten des Hörsaales mit Zischen und Pfeifen empfangen. Prins suchte den Lärm zu beschwichtigen und machte vorstellig, daß er als Inspektor der Gefängnisse der interimistischen Uebernahme der Functionen Gauthiers sich nicht habe entziehen können. Belgrad, 29. November. In der heutigen Sitzung der Sknpschtina wurde ein Gesetzentwurf, hetr, die Neuorganisation des Heeres, eingebracht. — Her Gesandte der Bereinigten Staaten von Nordamerika in Bukarest, Snowden, welcher zugleich für Serbien beglaubigt ist, überreichte dem Regenten heute sein Beglaubigungsschreiben. Konstantinopel, 29. November. Gegenüber den serbischen Darstellungen in Betreff des Verhaltens des türkischen ConsulS in B'ranja stellen amtliche türkische Berichte fest, daß das türkische Viceconsulat in Vranja sich schon vor Monaten bei dem türkischen Gesandten über einen Mangel an Achtung seitens des Stellvertreters des serbischen Präfecten und eine vexatorische Behandlung der türkischen Unterthanen beschwert habe. Zia Bey habe deßhalb an den serbischen Ministerpräsidenten ein diesbezügliches nicht amtliches Prome- moria gerichtet, welches wider den Witten des Gesandten diplomatisch behandelt worden sei, woraus der Viceconsul seine Beschwerden actenmäßig nachwies, Zia Bey habe darauf der serbischen Regierung eine scharfe, das Gebühren des Vicc- präsidenten verurtheilende Note überreicht. Was nun die kürzlich verfügte Ausweisung zweier türkischer Unterthanen betreffe, so sei der eine unter dem Vorwand der Spionage des Landes verwiesen worden, der andere habe den Schutz des Viceconsuls ausgesucht. Infolge eines Übereinkommens Zia Bays mit der serbischen Regierung sei dessen Belassung auf freiem Fuß verfügt, trotzdem aber sei er von dem Vice- präfccten über die Grenze geschafft worden. Die Angelegenheit ist der türkischen Regierung unterbreitet worden. dieses Boot mit seiner Waare in Berlin eintrifft, mag noch viel Wasser die Spree hinabgelaufen sein. Aber eine Wohl- that wäre es doch, wenn ■ das Unternehmen sich einbürgern würde und für Berlin von einem viel größeren Vortheil als das deutsche Hospital, das schon seit längerer Zeit in Zanzibar erbaut werden soll und für dessen Errichtung hiesige einflußreiche Kreise sich vereint haben, um den Plan seiner Verwirklichung ^etzt näher zu führen. Zu diesem Zwecke sotten Anfang December, gestellt von hervorragenden Künstlern, eine Reihe von Ausführungen lebender Bilder stattfinden unter Mitwirkung von Musik und Poesie. Die Bilder, nach den Werken berühmter Maler ansgeführt, umfassen zwei Abende und stehen, wenn auch nicht in unmittelbarem, so doch im ideellen Zusammenhänge mit dem geschichtlichen Culturteben des dunklen Erdtheils. Costüme und Decorationen sind sämmtlich neu angefertigt und die Proben werden mit den etwa 60 Personen zählenden Darstellern demnächst beginnen. Afrika ist eben so in die Mode gekommen, daß selbst der Wohlthätigkeitssinn von dieser Mode beherrscht wird und man in die Ferne schweift, während es doch so nahe liegt, hier des Guten zu thun. Heinrich Blankenburg. — Ein Skeptiker. Richter (den Verurtheiltcn belehrend) : „Es bleibt Ihnen übrigens unbenommen, gegen das Unheil die Berufung einzulegen." — „Sö san halt Ihrer Sach' do a net ganz sicher, hocher Herr Gerichtshof — was?" — Die Macht der Gewohnheit. Kritiker (zu einer angehenden Concertpianistin): „Sie begehen den Fehler, das Pedal zu oft zu gebrauchen, mein Fräulein." — Pianistin: „Ja, sehen Sie, Herr Doctor, das kommt daher, weil ich früher immer auf der Nähmaschine gearbeitet habe." Konstantinopel, 29. November. Die „Agcnce Con- stantinople" wird von berufener Seite ermächtigt, die Meldung der „Daily News" zu dementiren, in welcher von geheimen . Unterhandlungen zwischen Rußland und der Türkei i zwecks Abschlusses einer Alliance die Rede war. Diese Attiance sollte angeblich Rußland eine Gebietsabtretung und gewisse pecuniäre Vortheile sichern. Angesichts der neutralen Politik der Pforte könne von keinerlei Verhandlungen die Rede sein. St. Louis, 29. November. Die nationale Silber- Convention beschloß, den Kongreß zu ersuchen, die unbegrenzte Prägung von Silberdollarmünzen zu veranlassen, die als gesetzliches Währungsmittel gleich den Goldmünzen zu betrachten wären. Locales unö provinzielles. Gießen, 30. November. * Die von der Stadt Gießen vorerst versuchsweise in die Hand genommene Wegschaffung des Schnees von den Straßen hat sich bei dem ersten Schneefall vortrefflich bewährt. Während es bei der früheren Beseitignngsmethode fast bis gegen Abend dauerte, ehe die Reinigung überall vorgenommen, konnte man heute die Wahrnehmung machen, daß schon um 10 Uhr Morgens ein großer Theil der Straßen schneefrei war. 0 Theater. Wie uns mitgetheilt wird, beginnt der Hofschauspieler Wilhelm von Hoxar vom Königlichen Schauspielhaus in Berlin ein aus vier Abende berechnetes Gastspiel und zwar zuerst Dienstag den 3. December in dem Characterlustspiel „Kean". Wir fügen zur Ergänzung dieser Mittheilung noch Folgendes hinzu: Hoxar gehört, was man wohl als allgemein bekannt voraussetzen kann, zu den besten Mitgliedern des Königlichen Schauspielhauses und zählt überhaupt unter die ersten Schauspieler der Gegenwart. Sein Name hat in allen Kreisen, die auch nur die mindeste Fühlung mit dem Theater haben, den besten Klang. Als eleganter, wahrhaft weltmännischer Künstler und Bonvivant hat er überall das denkbar größte Furore gemacht. Zur Gewinnung eines solchen Künstlers muß Herr Director Reiners, der schon bei der Erwerbung von Neuheiten keine Kosten gescheut, ganz besondere, erhebliche pecuniäre Aufwendungen gemacht haben. Nicht durchgängig hat sich das Publikum empfänglich genug gezeigt und diejenige Erkenntlichkeit an den Tag gelegt, deren eine Direktion, die, wie , die RemerK'sche, bessere Kräfte zu engagieren nnd ein reicheres unb gediegenes Nepertoir zu bietert bestrebt ist, auf die Dauer nicht entrathen kann, wie wir das vor einigen Jahren, als sich kein ordentliches Theater mehr nach Gießen getraute, in „theaterloser Zeit" erkennen konnten. Wir sind fest überzeugt, daß dies Mal das Gießener Publikum seinen rühmlichst bekannten Kunstsinn den zu erwartenden Kunstgenüssen gegenüber in vollem Umfange bethätigen wird. k. Theater. Das lustigste aller Stücke hat Paul Lindau vor Kurzem die Madame Bouivard genannt. Dieses Urtheil ist nicht allzu übertrieben, wie das auch die gestrige Vorstellung wieder darthat, bei der die Heiterkeit kaum Grenzen kannte. Nächst der Schwiegermama, wie sie nicht sein soll, der Madame Bonivaro, ist Henri Duval Grund homerischen Gelächters. Der Arme, der, nachdem er ein Mal bitterböse Erfahrungen gemacht hat und die Schwiegermütter wie das Feuer meidet, sich auf einmal in dem glücklichen Besitz zweier Vertreterinnen dieser Species des Menschengeschlechts sieht. Ihm tritt an komischer Wirkung der Ober- confusionarius Champeaux an die Seite, der den größten Durcheinander anrichtet, wo er hinkommt. In Betreff der Darstellung des urfidelen Schwankes können wir heute en bloc verfahren: Flott und gewandt ging die Vorstellung von Statten. Schließlich wollen wir eine Ausstellung darüber, daß das Stück an einem Werktage herausgebracht wurde, nicht bei Seite lassen. Ein solches Lustspiel, das in so seltenem Maße dem Gaumen des literarischen Gourmets, wie einer weniger verwöhnten Zunge wohlgefällig ist, muß unbedingt weiteren Kreisen zugänglich gemacht und an einem Sonntag wiederholt werden Das Gießener Publikum würde der Direction ein solches Abweichen von der Regel gewiß mit einem vollen Hause danken. * Im Monat December finden in Oberhessen folgende Märkte statt: Den 3. in Nidda Vieh-, 4. Krämermarkt. Den 3. in Ortenberg Vieh-, 4. Krämermarkt. Den 3. in Gedern Vieh- und Krämermarkt. Den 10. u. 11. in Gießen Vieh- und Krämermarkt. Den 10. in Laubach Vieh- und Krämermarkt. Den 16. in Hungen Vieh- und Krämermarkt. Den 17. in Schotten Vieh-, 18. Krämermarkt. Den 18. in Friedberg Vieh- und Krämermarkt. Den 31. in Grünberg Vieh- und Krämermarkt. Friedberg, 29. November. Der Abends hier um Uhr eintreffende Postwagen von Homburg ist gestern Adend an der steilen Stelle der Chaussee zwischen der Farbmühle und Friedrichsdorf, wahrscheinlich in Folge von Glatteis, ins Rutschen gekommen und umgeschlagen. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon, der Postillon jedoch hat sich erheblich verletzt. Von hier wurde sofort auf telegraphische Requisition ein Hülfswagen abgesandt, der die Post und die Passagiere an der Unglücksstelle abholte. Lauterbach. Die Listen zur Eiuzeichuung freiwilliger Beiträge zum Turn hall en bau circuliren z. Z. in hiesiger Stadt. Das Ergebniß übertrifft alle Erwartungen. Wenn die Bewilligungen in der angefangenen Weise weitergezeichnet werden, bann werden aus hiesiger Stadt 3000 Mk. aufgebracht und das Unternehmen ist gesichert. , L. A. vermischtes. Darmstadt, 29. November. Die Landessynode wird sicherem Vernehmen nach in diesem Jahre nicht mehr zu- fammentreten, wohl aber voraussichtlich in der ersten Hälfte des Januars. Nach der Constituirung, Wahl der Präsidenten und Secretäre, Bildung der Ausschüsse, Prüfung der Wahlen der Abgeordneten und Entgegennahme der Vorlagen des Kirchenregiments, namentlich des Budgets für die Periode 1890/95 wird sich die Versammlung vertagen, um dann später zur Berathung und Beschlußfassung wieder einberufen zu werden. — Die Großh. Bürgermeisterei hat an die Einwohnerschaft einen Aufruf gerichtet, worin ersucht wird, als Ausdruck der Freude über den nunmehr in Erfüllung gehenden Wunsch, den Kaiser in der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt begrüßen zu können, für den Empfang des Kaisers am 6. December die Häuser mit Fahnen u. s. w. zu schmücken und die Straßen, welche der Kaiser am Abend d?s 7. December passirt, zu beleuchten. Die Stadtverordneten-Versammlung wird den Kaiser an der Ehrenpforte am Eingang in die Stadt empfangen. Frankfurt a. M. Welches Geschlecht ist eitler, das starke oder das schwache? Zwei Herren in Frankfurt a. M. nahmen dieser Tage vor einem viel besuchten Laden Stellung und gaben genau acht, wer von den Heraustretenden, Männlein oder Weiblein, sich etwa in dem dort angebrachten Spiegel betrachten würde. Das Ergebniß war ein in der That überraschendes : Von 100 Damen beguckten sich nur 65, während 95 vom Hundert unter den Herren der Schöpfung den Spiegel befragten. Aus Hannover, 25. November. Ein erschütternder Vo fall wird der „Magdeb. Ztg." aus Quakenbrück gemeldet. Ein dortiger angesehener Bürger B. heirathete vor etwa sechs Jahren die wegen ihrer Schönheit und Anmuth viel bewunderte Tochter eines Osnabrückers. Die Ehe, welche mit vier Kindern gesegnet war, schien eine glückliche zu sein. In der letzten Zeit jedoch wurde die junge Frau schwermüthig, ohne daß sie einen Grund ihrer Veränderung angab. Plötzlich, vor etwa acht Tagen, verschwand die junge Frau mit Hinterlassung eines Briefes, in welchem sie mittheilte, daß sie ihrem früheren Geliebten, einem Kunstmaler aus Hannover, wieder begegnet fei; sie habe ohne denselben nicht leben können und sei deßhalb mit demselben entflohen. Am Samstag wurde nun in einem Gehölz bei Duisburg das Liebespaar, mit einem Riemen zusammengeschnallt, tobt aufgefunden. Die Frau war durch die Brust, der junge MüNN durch den Kopf geschossen, Der Revolver lag neben den Leichen. — Die Schiefertafel. In eine Berliner Heilanstalt mußte' vor wenigen Tagen die Ehefrau eines Beamten gebracht werden, deren Geist infolge eines merkwürdigen, wahrhaft tragischen Umstandes sich umnachtet hatte. Das einzige Kind, ein Knabe von sechs Jahren, war dem Ehepaar durch den Tod entrissen, nachdem das Kind eben begonnen hatte, die Schule zu besuchen. Als es eines Tages seine Tafel mit den ersten „ü'S" und „i's" vollgeschrieben hatte, begann es über Halsschmerzen zu klagen und drei Tage darauf war dem kleinen A.-B.-C.- Schützen der Griffel für immer entfallen, die Diphtheritis hatte ihn hinweggerafft. Die Tafel nun, auf welche dev Kleine sich verewigt hatte, ward für die Mutter das kostbarste Heiligthum. Niemand durfte den Schiefer berührcii, unter Glas und Rahmen hatte sie ihn bringen lassen ,unb im Anschauen der theuren Schriftzüge suchte und fand sie Trost für den Verlust ihres Liebliugs. Aber die Buchstaben begannen zu verblassen und eine namenlose Angst ergriff die Frau bei dem Gedanken, daß ihr einmal die leere Fläche entgegenstarren könne. Der Gatte und der Hausarzt waren sich darüber klar, daß diesem Verlöschen Einhalt gethan werden müsse, wenn nicht für den Geisteszustand der Fran das Aergste befürchtet werden sollte. Der Mann beschloß also, die Schriftzeichen nachzuziehen. Er benutzte die Abwesenheit feiner Frau, befreite die Tafel von der Glasumhüllung und wollte soeben seine Arbeit beginnen, als die Gatiin plötzlich vor ihm stand. „Was machst Du da?" herrschte sie ihn an, und in der Ueberraschung ob des unvermutheten Erscheinens seiner Fran entglitt die Tafel seinen Händen und zerschellte. Mit einem verzweifelten Aufschrei warf sich die Frau zur Erde und suchte die Stücke aufzulesen. Dann wieder wandte sie sich gegen ihren Mann, der sich nur mit Mühe der Verzweifelten, erwehren konnte. Endlich wurde sie ruhig, aber nun kam kein Wort mehr über ihre Lippen, Tiefsinn hatte ihreii Geist umnachtet. Die Jndianerromanc haben über eine Berliner Familie großen Knmmcr gebracht. Der 16 jährige Sohn wohlhabender Eltern in der Langestraße war ein äußerst aufgeweckter und begabter Knabe, der in der letzten. Zeit ganz besonders gern die Romane über das Jndianerleben las. Den Eltern fiel das veränderte Wesen ihres Lieblings auf, ohne daß sie einen Grund dazu finden konnten. Der Knabe ging mit einem Messer bewaffnet umher und wollte sich absolut nicht die Haare schneiden lassen. Da entstellte er sich vor einigen Tagen durch Tättowieren der Haut dermaßen, daß er auf der Straße auffiel und die Aufmerksamkeit des Publikums erregte. Man brachte den unglücklichen Knaben nach Hause, und hier mußten die hinzugezogenen Aerzte den Eltern die traurige Mittheilung machen, daß der Aermste infolge der eifrigen Lectüre der Jndianerromane wahnsinnig geworden war. Nniversitäts«Nachrichten. Halle, 28. November. Die in den letzten Tagen in dem Befinden des Geh.Rath Professor o. Volkmann-Halle eingetretene Besserung ist leider nur eine vorübergehende gewesen. Der berühmte Gelehrte und Arzt ist in Jena heute früh 8«/» Uhr seinen Leiden erlegen. Der Tod erfolgte nach einer unruhigen fieberhaft verbrachten Nacht auf Grund plötzlich aufgetretener Herzlähmung. Die Universität Halle verliert in Volkmann einen ihrer hervorragendsten Lehrer, die medictnische Wisienschaft einen ihrer bedeutendsten Chirurgen und Kliniker. Richard Volkmann war am 17. August 1830 zu Leipzig geboren, studirte u. A. in Halle und Gießen, 1857 habilitirie er sich in Halle und wurde 1867 zum ordentlichen Professor der Chirurgie und D.rector der chirurgischen Klinik daselbst ernannt. etnan^- fütternder Vo gemeldet. hete vor etwa 5 Anmuth viel e Ehe, welche irflidje zu sein. 1 schwermüthig, angab. Plötz, nge Frau mit tittheilte, daß aus Hannover, >t leben können öamstag wurde iebesyaar, mit zesmden. Die durch den ftopj Heu. 'eilanstalt mußte gebracht werden, irhast tragischen Kind, ein Knabe n Tod entrissen, i Schule zu beben ersten „ü's" ir Halsschinerzen einen iie Diphthcritis luf welche der r das kostbarste »eruhren, unter jen und im An- nd sie Trost für zstaben begannen H die Frau bei Fläche entgegm- sarzt waren sich ,t gethan werben Frau das Aergsie also, die Schrist- nheil seiner Frau, mb wollte soeben j vor ihm stand, in, und in der ,ens seiner Frau jte Mit einem zur Erde »nö wandte sie B er Lerzweifeltew aber nult tarn ptte ihren Gch «eien. 77 LeidM r im Bettet ö»mte >hnn>°h>h°d°"d- ess >°r "“tgtwise :«oe,L »« »-8 fji« iit*n , >",h Lh-ilM eigen 3 d-r tictl ' 1 d°», 1 "'Prüfen ^7°h»er- £ 615 Aus- 1 M'taen *Ntx§ am *,*“5 k ?ecember ^br>ammlun° 'gang in die k c>as stark- Ä ^imen und eU/K^nlein en^yibt-. That über. r 7/ während n9 den Spieget doch, wohnhajl dahier. Geborene 18. Dem Vtcefetdwebel Wilhelm Maurer eine November: 18. Dem Schreiner Konrad Jungk ein Sohn, Auszug au« den KirtbcttbQcbcrn ver Stavt (Sieben. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 14. November, Gcc^g Fischer, Tifilöhnec in Götzen, ein Wittwer, und Katharine Ring-l. ledige Tochrer des verstorbenen Müllers Johannes Ringel in Buscnborn. Den 28. November. H rmann Heinrich Tbeodor Lto'.ting, Wirth in Gießen, und Katharine Bian.m, led ge Lvchter dctz Land wirlhs und Wrbns Johannes Dramm In Ode- Breidenbach. Getaufte. Den 23. November. ?>m HiliSbrcmUr Ka l Geller eine Tochter, Emtlie Maigackbe Katdaitnc, geboren I n 30. Cdobir. Den 24. November. Dem Mttzgrr bd"ft an He' ler ein Sohn, Theodor Hermann Hieronymus, geboren den 2. Delolnr. Denselben. Dim Schneidermeister Heu »ick Bück eine Tocht»r, Marie Kälba Frida. geboren den 16. Octode'. Denselben. Dem Stadtgarlner Johanncs Balßcr thie Tochter, Lina, geboren den 29. August. Denselben. Dem Spengler Anton Bellnlöicr eine Tochter, Anna Katharine Maraarelhe, geborrn den 5. Octo de:. Den 26. 9?0Dember. Dem Schnc.der Karl Hendrich ein Cohn, Wilhelm Leopold, geboren den 17. Mai. Den 28. November. Dem Lackirer Karl Hägelc eine Tochter, Katharine, geboren den 8. Srplember. Beerdigte. Den 25 November. Anna Plestch, lediae Tochter d«o Bnch- druckereib srtzcrs Friedrich Christian Pietsch, alt 20 Jahre, gestorben den 23. November. Den 28. Nooemb.r. Marie Dern, ledige Tochter des B^ck- stetnfabrikanten Johannes Dcrn III, alt 17 Jahre, geNorverr den 26. November. Denselben. (Gerhard Auaust Prell, T»blaer Sobn des verstorbenen Seidenwedcrv Wilhelm Prell, all 37 Jahre, gestorben den 26. Nov mber. Tochter, Lina. 18. Dem Schreiner Konrad Jungk ein öopn, Friedrich. 19. Dem Briefträger Heinrich Stephan eine Tochter, Marie Elise. 27. Dem Spengler Karl Wagner ein Sohn. 29. Dem Lackirer Philipp Wagner eine Tochter, Frieda. Gestorbene. November: 22. Carl Dick, 23 Jahre alt, Zimmermann von Gelnhaar. 23. Anna Caroline Auguste Christiane Mathilde Pietsch, 20 Jahre alt, ledig dahier. 23. Bertha Scheuer, geb. Rothenberger, 31 Jahre alt, Ehefrau von Restaurateur Jacob Scheuer dahier. 25. Auguste Schneider, 11 Jahre alt, Tochter von Ackersmann Andreas Schneider II. zu Ostdeim. 25. Elisabetbe Behr, 15 Jahre alt, Dienstmagd von Leun. 26. Marie Dern, 16 Jahre alt, ledig, dahier. 26. Gerhard August Prell, 37 Jahre alt, Gastwirth dabter. 28. Heinrich Rudolf Unverzagt, 11 Monate alt, Tochter von Kohlenhändler Georg Unverzagt dahier. verkehr, Land« unb volk-wirthschaft. Gießen, 30. November. [Marktbericht.! Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter vr- Pfd-^ 1.15-1,2o Hühnereier 1 St 7-8, 2 St. —. Ä, Enteneier 1 St- 0— H, 2 St- — GLnle eier - A, Käse pr. St. 5-8 Kasematte pr- St. 3 -L, Erbsen pr. Liter 17 Linsen vr. Liter 30 Tmrben pr- Paar jL 0,50—0,60, Hühner pr. S'ück A 0,8d-110, bahnen pr. St. 0,60-1,20, Enten pr. Stück A VO-2,00, Gänse vr. Ptd. 54—64 A, Ochsenfleisch pr. Pfd 66—72 Kuh- und Rindfleisch 56-60 Schweinesteisch 60 -70 4, Hammelfleisch ^7766^, Kalbfleisch 56-60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo A 4/0-0,00, Weißkraut pr. St. 0-0 -t>, Zwiebeln per Centner A 6,00—7,(X1, Milch pr. Liter 12-18 H. Hebet Netter- Haarwasser. Es kann nicht genug wiederholt werden, und ist auch darüber schon Vieles von Autoritäten geschrieben worden, dag Oele und Pomaden die Hautporen nur oerstopsen, tu Folge Zutritts des Ltaubes sich eine Schichte bildet, welche die Hautausdünstung verhindert, die Haarwurzeln erstickt und dadurch Kopfleiden und kable Stellen erzeugt. Und dennoch gibt es noch eine Unzahl Leute, die im blinden Vertrauen auf schwindelhafte Rcclame - unbedacht, ob das Versprochene zu erfüllen möglich sei - Hunderttausende für schädliche Haarmittel ausgeben und in dem Wahne leben, reue .Haare auf kahlen Stellen zu erzeugen, während sie damit doch nur den Charlatanismus unterstützen und ihrer Gesundheit schaden Wäre es denn nicht viel vernünftiger, bei Zeiten von dem unnatürlichen Dressiren der Kopfhaare abzulassm und dafür ein wirklich gutes conservirendes Haar- mitlel statt der inSgesammt schädlichen Oele und Pomaden zu gebrauchen? Als ein solch' verläßliches und unschädliches Mille! kann das Haarwasser von Carl Retter in München nicht genug empfohlen werden, da dasselbe laut Gutachten hervorragender Autoritäten, wie Professor vr. v. Wtttstein rc. rc., Alles enthält, um daS Haar feucht, weich, glänzend und die Kopfhaut immer thätig und weich zu e, halten, sowie die lästigen Schuppen innerhalb acht Tagen gänzlich zu entfernen. — Zu beziehen per Flacon ä 40 H und A 1.10 bei Herrn I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25, Gießen. VnnenimlinliQn Müttern, welche nicht gerne ihre Kinder V OrSOryilvllcU husten hören, überhaupt Allen, welche an frrtndtftaem unh qualvollem Husten leiden, können nicht dringend pfuiiQ Aays ächte Sodener Mineral-Pastillen empfohlen werden. Bezüglicv oer Scvleunlöiung sind ftc unüdenroffcn. Preis 85 Pfg. Depots in allen Apotheken und Droguenhandlungen.8000 An-zttg aus den Standesanitsregistern ver Stavt Gießen. Aufgebote. November: 27. Rudolph Friedrich Conrad Kullmann, pract. Arzt zu Oberaula mit Marie Siepmann dahier. 27. Heinrich Langsdorf, Zimmermann zu Friedberg, mit Katharine Wilhelmine Staubt daselbst. 29. Reinhard Bepperling, Heizer zu Gießen, mit Johanna Katharine Christine Schneid zu Friedberg. 29. Wilhelm Franz Spuck von Laubach, Schlosser dahier, mit Margaretha Eifert von da, wohnhaft dabier. 29. Carl Andreas Schreier von Schleusingen, Schreiner dahier, M'.t ^obannette Zommert von Rehe. Eheschließungen. November: 27. Hermann Heinrich Theodor Stolting von Oldenburg, Wirth dahier, mit Katharina Bramm von Ober-Brciden- Concursverfahren. In dem Concursverfahren über das Vermögen des Schuhwaaren-Fabrikanten K. Grünebaum zu Gießen ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen Termin auf den 16 Januar 1890, Vormittags 10 Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgerichte Hierselbst anberaumt. Gießen, 28. November 1889. Der Gerichtsschreiber Gr- Amtsgerichts I. V: Bühner. 9617 Dünger- Versteigerung DienStag den 3. December 1889. BormittsgS 11 Uhr sollen die sich im Monat December ergebenden Kaldaunenabgänge von der Schlachthausanlage im Verwaltungsgebäude daselbst versteigert werden. Gießen, den 29. November 1889. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 9612 Montag den 30. Derbe. I. A, Nachmittags 21/« Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Heinrich Lind in Gießen gehörige Hofraithe: Flur I Nr. 77,8 — 113 Meter auf dem Marktplatz öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, 16. November 1889. Großh- Ortsgericht Gießen- I A: Vogt. 9302 Dienstag d. 3. Srcrmbtrl. I, Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bram machen Hofrasthe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Wagen, 2 Schweine, 1 Hobelbank, 1 Fatz Magenbitter, 1 Anzahl Regu- lateurc, 1 Verticow, 2 Beiten, 2 Kleiderschränke, 2 Commotnn, 2 Sophas, 1 Theeke, 1 Ladenschrank, 1 do Spiegel rc. Versteigerung thcilmeise — auch bctr. des Schnapses — bestimmt- Gießen, den 30. November 1889. Engel, 9649 Gr. Gerichtsvollzieher- KeikgeSotenes. 9615 Einige WiNter-JaquetS, eire breite Bettstelle und «ine gut beschlagene Schrotteiler zu verk. Sonnenstr. 28- Kuhmist äb6° zu verkaufen. Lahnstraße 14. ♦ Ausverkauf. ♦ ♦ Eine Parthie zurückgefetzter ♦ J Corsetteo und Schürzen T * zu sehr billigen Preisen. 5 ♦ Geschw. Aron, < 2 9541] Kreuzplatz 5. J Bekanntmachung. Der Plan über die Straßen- und Baufluchtlinie für den Seltersberg zwischen den Häusern Nr. 52 und Nr. 95 liegt auf dem Stadtbauamt während 14 Tagen zur Einsicht offen. Einwendungen sind innerhalb dieser Zeit bei Meldung des Ausschluffes daselbst vorzubringen. Gießen, den 29. November 1889. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 9642 Gnauth- _______ Geschäfts-Empfehlung. Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich unterm Heutigen 9636 22 Marktplatz 22 Buchbinderei errichtet habe und halte ich mich in allen, in dieses Fach einschlägigen Arbeiten bestens empfohlen. Das Ginrahmen von Bildern, sowie Einziehen voi Stickereien wird prompt und billigst besorgt. Achtungsvoll Hch. Schneider, «"L'"' Gesangverein Heiterkeit. Sonntag de» 1. December, Abends S Uhr Iamilien-Abend im „Kronprinz". Nichtmitglieder können eingeführt werden. 9630 W. Kriegerverein Giesten. JL ÄtX Sonntag, 1- December, Abends 1/29 Uhr, im Vereinslocal. 9640 Tagesordnung: Vorstellung vor Seiner Majestät dem Kaiser._____ ■Stnrttilrtje Cnl)hnii6=äuclioii zu iMarkurg. Montag den 9. December d. I.. Bormittag» 9 Uhr anfangend, wird im Rathhaur-Saale die Versteigerung der bis Ende März b. I. versallenen Pfänder, und zwar von Pfandnummer 16988 bis einschl. 17854, bestehend in Kleidung«fiiicken, »ett- und TNch- re. Leinen, Federdrcken und Kiffen, Uhren, Gold- und Silber- fachen rc. rc, fortgesetzt. Die Sparkaffe ist für dieseu Tag geschloffen. Marburg, 27. November 1889. 9608 Sie Htiidt Keihliank-Perwaltung Buckskin-Rester in verschiedenen Größen und Qualitäten geben sehr billig ab 9631 jLotti» Treff'4* Cie. Iimmt, Arns, Honig, Sijrup, (Eitroncn, (Sitroneröl fft. Kaffinadk, frlbftgeftofen, Rosinen, Corinthcn, Sultaninen, Caraboner, Zum Backen: Mandeln u. Haselnußkern M. Raffinade, öaniste, vaiuU^alKer, M. Puder- u. Grics Raffinade, i Hirschhornsalz, Polusche, ' ' Rackovlaten, groh und K?rln, ®oöes=anjetge. Heute Nacht verschied sanft nach kurzem Leiden unser innigst- geliebtes Kind Mlhanna im Alter von 5 Jahren, was wir Ve-wontten und Bekannten tief» betrübt n.iuheilen. 9650 Giehen, 30 November 1889- Die trauernden Eltern: Heinrich Krurh und ftvau. Citronat, Grangear, empsiehlt in nur prima bekannten Qualiiäten zu billigsten Preisen Frrd. Drebes, 21 fllarklplal! 21 NB. Durch Anschaffung einer großen '.V?anbtb b- und Echneid- maschine werden M.ndeln und .vasilnußk P. Seidel, Dresden, H ch 9621] Mathildenstr. 47. Q> Hochprima Rheinsalm, große Hechte, Zander, Seezungen, Cabliau, Schellfische, Schleien rc., ächten Astrachan- und Ural-Caviar, feinstes franzöfisckeS Geftügel empfiehlt A. Koch Nachfolger, Hamburger Fisch- u. Delikatessenhandlung, Neuen Bäue 21. 9648 e Schuüe, GUMMI-LL Absätze in neuesten Fa?ons bei 9638 Willi. Herbert. 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Januar 1890 oder auch später beziehbar, zu oermiethen Bahnhofstraße 61 II. 9634] Möbl. Zimmer mit Kost zu ver- miethen- Lindenplatz 7. 7367] Mansardenlogis zu oermiethen. Leihgesternerweg 24. Vermischte Anzeigen. Börseuwocherrbericht E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Obgleich die Börse bereits seit Beginn dieses Monats eifrig bemüht war, Geld aus dem Auslande heranzuziehen, um dem herrschenden Geldmangel und den Anforderungen, welche die Liquidation mit sich bringen würde, zu begegnen, hat die eigentliche Ultimoversorgung erst in dieser Woche begonnen. Die Reportsätze, welche zu Ende der vorigen Woche bis auf 6V2°/o gesunken waren, haben sich dabei wieder etwas versteift, aber man hatte sich mit dem hohen Zinsfuß so oeriraut gemacht, oaß diese neue E.Höhung keinen Eindruck auf die Course heroorbringen konnte. Im Gegentheil hat die Aufwärtsbewegung mit dem glücklichen Fortschreiten der Liqui- vation an Kraft gewonnen, umsomehr, als Gerüchte, welche am Samstag der Vor- ooche einen neuen Ausbruch der Arbetter-Strtkes in Aussicht stellten und dadurch einen empfindlichen Rückgang der Bergwerksactten veranlaßt hatten, keine Bestätigung fanden. Die Summen, welche aus dem Ausland herangezogen wurden, müssen, 'rotzdem die Deoifen-Course einen lohnenden Bezug nicht gestatten, sehr bedeutend sein. Sie kommen am deutlichsten in der Vermehrung der Giroguthaben bei der Keichsbank und dem Anwachsen des Metallbestanoes zum Ausdruck. Der Depositenbestand der Bank, weicher sich schon vorige Woche ansehnlich vermehrt halte, ist jetzt um wettere 32,50 Millionen gestiegen, so daß bet einer gleichzeitigen Abnahme der Wechsel- und Lombardbestände um 12 Millionen sich die steuerfreie Noten^eserve um 45 Millionen erhöhte und nunmehr 114 Millionen beträgt. Diese Verbesserung in der Lage der Bank ist sehr erfreulich, wenn auch immer wieder darauf yingewiesen werden muß. daß die Reserven gegenüber den Anforderungen des Drcembers noch immer gering sind, und baß der künstlich erzeugte Goldzufluß keine dauernde Erleichterung verspricht. In aller Kürze sind außerdem d^e Zablungen gegen die von dem bekannten Eonsorttum übernommenen Italienischen Ersenbahn-Prioriläten fällig, die zum größten Thetl in Gold zu leisten sind, und es steht daher zu erwarten, daß auch hierdurch die Anforderungen, welche in nächster Zeit an die Bank herantreten, vermehrt weiden. Die Liquidation hat außer bekannten Thatsachen bemerkenswerthe Erscheinungen nicht zu Tage gefördert. Die Engagements sind groß, doch fchetnen dieselben, besonders was die ö^erreichischen Bahnen anbeirifft, gegenwärtig in k-ästigeren Händen zu liegen, als dies noch vor Kurzem der Fall war. In Gotthard und Schwei: zer Nordost hat sich ein ziemlich bedeutendes Decouvert gebildet, auch in Disconto- Eommandit scheinen die Baisse Engagements zu überwiegen. Die Prolongation der Engagements in Bergwerkaclten entzieht sich meist der Beobachtung, nur so viel steht fest, daß die Sätze für diese Actien bedeutend höher sind und außerdem häufig sehr erschwerende Bedingungen an die Schiebung geknüpft werden. Es ist sehr begreiflich, daß die Börse jetzt, nachdem durch die glückliche Beendigung der Liquidation die drückendste Sorge von ihr genommen ist, sich völlig Dem Genuß der roteoer rlangten Freiheit hinptebt. Sie begünstigte in erster Linie Lanken. nicht auf Grund irgend welcher neuer Geschäfte, sondern nur unter dem Hin weis, daß der Monat December für die meisten derselben ein außerordentlich günstiges Geschäftsjahr schließt und daher für die nächste Zeit bereits die Taxationen der glänzenden Dividende. dceses JahreS zu erwarten seien. Dieser Aigumentatron läßt sich sicherlich die B.rechtigung nickt abstreiten, aber im Grunde genommen ist sie wenig mehr ab ein Vorwand, in Wahrheit sind es allein die steigenden Eourse, welche der Hausse Propaganda machen. Anfänglich wurden nur Handelsgesellschaft, Darmstädter und Nattonalbcrnk-Actien bevorzugt, Disconto-Commandit-Anthelle waren vernachlässigt, bald aber ergriff die Bewegung auch dies- und nahm, um daS Versäumte nachzuholen, ein beschleunigtes Tempo an, dann kamen auch einige der Cassawerthe nach, zuletzt auch Credtt- und einige der Wiener Banken, von welchen erstere allerdings schon vorige Woche eine sehr ansehnliche Steigerung erzielt hatten. Die Coursgewinne der Deutschen Banken sind sehr beträchtlich, wie die folgende Liste zeigl. Darmstädter gewannen 5%, Handelsgesellschaft 12%, National- banf 90/0 Disconto-Commandit 7%, Dresdener 6%. Deutsche Bank 3%, Mitteldeutsche 6%, Vereinsbank 3 %. Daneben sind jedoch die Lieblinge der Specu- lation, die Kohlenaclien, durchaus utcht vernachlässigt worden. Gelsenkirchener, welche am Samstag der Vorwoche auf das erwähnte Gerücht von einem erneuten Ausbruch des Arbeiterausstandes bis auf 209 geworfen wurden, haben ihren höchsten Cours, 220, nicht nur wieder erreicht, sondern noch um 4% % überschritten, Hibernia eiretchien mit 18% Steigerung gegen den Samstag der Vorwoche den Cours von 233.50, Haipener stiegen b's nahe an 310%, das sind 20% G.winn gegen den gleichen Cours und mehr als 10% gegen den bisher höchst notirte«. Außer diesen gewannen Laura, ungeachtet des zeitweiligen Rückgangs der Glasgower Warrantpreise, reichlich 5%, und in Berlin stiegen Bochumer um 16 % Wie man sieht, ist man bei Werthbennssung dieser Acden durchaus nicht kleinlich; Differenzen von 3-4% zwischen den aufeinanderfolgenden Notizen eines und desselben Tages sind nicht selten. Es gehört aber wenig Scharfsinn dazu, um zu erkennen, daß eine derartige Bewegung sehr bald reagiren muß, besonders, wenn sich die ersten Geldsorgen wieder etnfteUcn, und es bleint daher gerathen, die größte Vorsicht zu beobachten unb Zeiten wie die gegenwärtigen eher zu einer V rminderung als zu einer Vermehrung von Engagements zu benutzen. Es ist in dieser Woche versucht worde.r, die Baissepositton, welche sich in Got Hard-Aetien gebildet hat, zu sprengen. Da man erkannt hat, daß für dtes< Zwecke ein sehr werthvoller Bundesgenosse in dem leicht beeinflußbaren, gewinnsuchenden Publikum der Provinz zu haben ist, so hat man auch in dem vorliegenden Fall versucht, durch Circulare, welche die Aussichten der Bahn in möglichst glänzenden Farben schildern,- Miilänfir In der P ovtnz zu werben. Thalsächlich ist auch der Cours baraufhtn um 4% gestiegen, um gleich darauf aus seinen vierwöchentlichen Stand zurückzusinken. Von den übrigen Transpartwerthen sind Böhmische Nordbahn, nachdem sie anfänglich weiter zm ückgegangen waren, wieder erholt, Ga'izrer und Lombarden eine Kleinigkeit abgefchwächt. Staatöbahn würben von Wien aus viel gekauft, da jetzt endlich die Verhandlungen über die Orientbahnen zu einem Abschluß zu kommen scheinen. Am Freitag entwickelte sich auch eine allerdings geringfügige Bewegung In deutschen Bahnen. Renten sind fest. Besonders konnten sich die 3% % deutschen Anleihen gegen Schluß der Woche beträchtlich erholen. Von ausländischen sind Italiener, Unoarn, Oesterreich. Silberrenten, Russen und Türken höher. Immerhin laüu a.f bitkm Gebiete noch der Druck des theueren Geldes, und stärker steigende Comse werden voraussichtlich erst mit der Rückkehr zu einem billigeren Zinsfuß zu erwarten sein. Privatdiscont 4% %. Eourse der Frankfurter Börse. Staatsanleihen. Cours vom 2 2./XL 29./XI. Cours vom 22./XI. 29./XI. 1% Hessische Obligation. „ Banern .... 104.30 105.40 104 35 105.40 §VL%Portuq.-A. 88 u.89 5% amort. ©erb. Gold- 97.90 96.85 „ Baden..... 3% Sächsische Rente. . 104.10 92.80 103.80 93.50 Rente .... 5o/oSerbifcheElsenbahn- 83.90 1 84.50 3%% BremerStaatsanl. — —.— Hyp.-Obl. L. A. . 85.— 84.90 „ Hamd.Staatsrenle 101.50 101.80 4o/gSchwed.Oblig.l880r 102.65 | 103.— 4o/gOestr. Goldrente . „ GriechtscheMonopol- Anleihe . . . 92.80 78.10 92.90 78.10 10/0 Türken cono. . 5% prio. Egypter . . . „ Argent. Gold - Anl. 22.35 22.40 104.15 103.75 5% Rumänische Rente . !'/«% Russische Anl.. . 96.15 100.50 96.30 100.35 0. 1887 ... 90.70 91.20 Gisenbahn-Prioritäten. 4% Pfalz. Ludwigsbahn (Bexbach) . . . 102.40 -- - ______ 5% Südbahn Lombarden 40/0 do. do. 101.10 101.20 „ Hessische Ludwigsb. 68/69 garant. . 102.10 102.60 3% do. do. 4% Prag-Duxer Gold . 62.40 100.70 62.65 100.80 „ Elisabethb. steuerfrei Gold .... 100.90 101.10 „ Rudolf Gold (Salzt.) „ Franz-Josef Silber 100.25 83.40 100.10 82.80 5% Oeftr. Staatsbahn. 4% do. do. 106.— 100.35 105.95 100.50 30/0 staatl. garant. Jtal. Eisenbahn . . 57.80 57.80 3% do. do. I.—VIII.Emiss.. 83.— 83.— 30/0 Llvorneser . . . 4% Russ.Südw.-Eisenb. 63.— 90.65 63.— 90.60 3% do. Ergänzungsnetz 79.35 79.50 4o/o Wladikawkas garnt. 89.80 79.60 5% Nordwestbahn Gold —.— 106.45 4% gar. Saidln.Sec.stfr. 88.05 87.80 Ludwigshafen-Bexbach. Hefsische Ludwigsbahn. Pfälzische Nordbahn . Mariendurger-Mlawka. Eisenbahn-Actien. 237.20 237.65 Lübeck-Büchner . . . 194.90 196 — 125.20 126.— Mecklenburger . . . 162.— 162.40 127.45 126.90 Gotthardt..... 175.80 175.90 64.90 64.75 Jtal. Mtttelmeer . . 114 — 113.80 Deutsche Reichsbank . Berlin. Handelsgesellsch. Deutsche Bank . « . DeuttcheGenossenschftsb. o.Soergel,ParrisiusLCo. 133.90 197.70 172.50 135.— Bank-; 135.70 208.75 175.90 136 50 ttctien. Dresdener Bank. . . Mitteldeutsche Creditb. . Wiener Bank-Verein . Württemb. Vereinsbank 173.80 115.70 99.37 126.50 180 30 121.30 100.50 126.70 Binding-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad) Bad. Anilin- u. Sodafabrik .... 170; — 134.60 273.30 tbuftrie 170.30 135 — 275.— »Papiere. Deutsche Verlagsanstalt Farbwerke, oorm.Meister, Lucius & Brüning. Riebeck'scheMontanwerke 278.— 266.— 190.60 276.— 267.50 193.50 Pfandbriefe. 4% Franks. Hyp.-Psdbr. 0. 86 ab . . . 101.50 101.50 3%o/gFrnkf.Hyp.-Pfddr. 98.60 98.60 4o/gPreuß.Hyp.-Act.-Bk.- Piandbr. . . . 101.— 101.— 3%% do...... 98 50 98.50 4% Preuß. Centt.-Bod.- Cred.-Pfandbr. bis 1885 ..... —.— 100 20 4o/oDeutscheGrundschld.- Bk.-Pfandbr. 101.— 101.— 3%% do...... 98.50 98.50 3 %% Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . . 97.20 97.— 40/0 Meininger Pfandbr. 102 — 101.50 Oeftr. 1860rfl.500-Loofe „ 1854rfl.250- „ 4% Meininger Prämien- Pfandbr. . . . | 122.90 | 117.60 ■ 134.75 Loofe. 123.70 Braunschweig. 20 Thlr.- —.— Loofe .... 30/0 Oldenburger Loofe. 133.50 3%o/oKöln-Mindn.Loose 106.50 106.— 133.75 133.20 142.30 141.50 Amerikanifche Giserrbahn-BondS. 6%Chic.Milw.f.St.Paul Prt., rückzahlb. 1910 . 118.20 118.20 4% Chicaqo Burlington Nebraska 1927 . . 90 90 90 60 5o/oChrc.Mtlw.s.St.Paul Prt., rückzahlb. 1921 . 103.50 103.40 4%% Califorma Pacif. I. M., rückzahlb. 1912 105.70 105.70 6% Centr. Pacif. I.Mrtg. rückzahlb. 1896 . . 110.85 110 90 6%Pacif.ofMissouri con- solidattd I. M. r. 1920 107.60 107.70 Diverse Obligationen. 50/g Buderus-Obligat. . 104.— | 105.50 I 4%% GrafHenkelv.Don- nersmarl, rückz. L 105 | —.—| 104.— 9614] Decotiren von Tuch- und Kleiderstoffen, sowie das Reinigen von Kleidern von allen Flecken besorgt bestens ______L. 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Sonntag den 1. December titoSSES CONCERT ausgeführt von der Capelle deS Gr. Hess. Jnf.-Rgt-. Nr. 116 unter Leitung des Herrn Musikdirectors C. Krauße. Anfang 3 Uhr. Entree 30 Pfg. DW" Bier im G-las. 9641 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige ' Nachricht, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigst- geliebten Vater, Schwiegervater und Großvater, den Großh. Bürgermeister heute Nachmittag um 3*/2 Uhr nach kurzem schwerem Leiden, im vollendeten 70. Lebensjahre, zu sich zu rufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. I Birklar, Steinbach und Langsdorf, am 29. November 1889. Die Beerdigung findet Montag den 2. December, Nachmittags 1 Uhr statt. 9618 Teactors Teras»e 9*- Sonntags geöffnet. •»= -------® Saal gut geheizt, G------- Goaroveriepl von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Srarttfirrter Börse vom 30. November 1889. Schlußcourse 1 Uhr 15 Min. 4 pCt. Reichsanleihe 3V2 „ 4 „ Preuß. Consols 3 VS NHI! 106.80 102.75 105 50 103 00 4 pCt- Ungar. Goldrente 5 „ Italiener Rente 4 pCt. Griechen 4 pCt. Egypter 86.70 93.90 78.20 93.80 Disconto-Commandit-Antheile 245.80 Darmstädter Bank-Actien 182.20 Dresdener „ , 179.50 Berliner Handelsgesellsch -Antheile 208.00 Oesterr. Credit-ÄtienlG 272.12 „ Staats dahn-Actten] 203 50 Lombard. Eisenbahn- „| 109 50 Buschtherader Eisenbahn-Actien Elbethal-Bahn-Actien Gotthard- „ „ Schweizer Nordost-Bahn-Actien „ West- , „ Gelsenkirchener Bergwerks-Actien Oesterr. Alpine-Montan- , 337.12 18950 173.70 134 40 38.10 224 00 7980 Tendenz: fest. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 30. November 1889. Oesterr. Creditactten 171301 DiSconto-Tom.-AntheUe 245.90 Oesterr. StaatSbahn-Actien 103.301H irp :i er 305.00 Dortmunder Unlon-Actten 142.101 Ostpreußen 91.25 Darmstädter Bankactien 182.8) | Bochumer Gußstahlactten 249.00 Tendenz: fest. 4 pCt. Gießener Obligationen —15 pCt. Budern?-Obligationen 105.00 ________ReichSbank-Discont 5 pCt. — Frankfurter Bank-Diskont 5 pCt.________ Der Stadtauflaae dieses Blattes liegt Nr. *1 des „Weihnacht-blatt" (6 Seiten) bei. Nedactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seite«.