Freitag den 1. November 1889. Zweites Blatt. Nr. 255. Gießener Anzeiger Generat-Mnzeiger. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Avonnementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamiklenötäller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dcS Montags. Amts- unb Anzeigeblatt für den Nreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aannkienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 8815 .foi‘3 M. TbeMGies* ion: Adam Reiners.) 8804 tat» den 31 October 1889: lent l?Ab,||,i,|t relnskarten gültig. Zum 2. Male: ervöse Frauen“. Neul ” Acten von Bl.» mdToohi. PerBODeD: .. i Paal v. Gallas. ?boUL Luise Neusohilhng. iemeFMD Otto Frank. . Ml Zimmer zu vermWrn. e. eitinhLuftr. e schöne Mansardenwohnung lvermiethm. Franksurttrstrahe30._ r kann M an eins, möbl- L Neuenweg 4b. ..den I. ±»k.rten# ”*•»*** “fit*,,I -y-- tu -Jjer B,c pynerfl. Lyse Maas. 11 . j- Franciik« Martin, to®”™ Albert ÜBr». *""Uh Helen« politische Uebersicht. Gießen, 31. October. Die glanzvollen Festlichkeiten, welche sich in der griechischen Hauptstadt an die Vermählung des Kronprinzen Konstantin mit Prinzessin Sophie von Preußen knüpften, haben nunmehr ihr Ende erreicht und auch die fürstlichen Hochzeitsgäste sind zum Theil bereits wieder von Athen abgereist. Das deutsche Kaiserpaar, dem in Griechenland und speciell in dessen Hauptstadt Athen eine so enthusiastische Aufnahme bereitet worden ist, reiste heute ab, um sich im Piräus nach Konstantinopel einzuschiffen, der Kaiser wiederum an Bord des Panzerschiffes „Kaiser", die Kaiserin auf der Dacht „Hohenzollern". Die übrigen Schiffe des deutschen Geschwaders, nämlich „Deutschland", „Friedrich der Große", „Preußen", „Irene" und Aviso „Wacht", segeln am gleichen Tage nach der Insel Mytilene an der kleinasiatischen Küste ab. In der türkischen Hauptstadt, wo man die Bedeutung des bevorstehenden Kaiserbesuches für die politische Stellung der Türkei wohl zu würdigen weiß, sind die umfassendsten Vorbereitungen zu einem möglichst festlichen Empfange der deutschen Majestäten getroffen und werden dieselben außerdem schon am Eingänge der Dardanellen von einem großen türkischen Geschwader an diesem Freitag begrüßt werden. Von Konstantinopel aus begiebt sich das Kaiserpaar über Venedig nach Monza zu einem nochmaligen Besuche der italienischen Königssamilie, die Ankunst in Venedig erfolgt am 11. November. Die Aufsehen erregende Nachricht, wonach der freisinnige Reichstagsabgeordnete v. Stauffenberg sein Mandat niedergelegt haben sollte, bestätigt sich nicht und werden hiermit auch alle an den Vorgang geknüpften Betrachtungen in der Tagespresse hinfällig. In der bayerischen Abgeordnetenkammer sanden am Dienstag und Mittwoch große Debatten über die Vorlage, betr. den Malzaufschlag statt, welche über die Bierproduction Bayerns manche interessante Daten ergaben. Das soeben veröffentlichte November - Avancement der österreichisch ungarischen Armee ist dadurch besonders interessant, daß es die Namen von fünf Erzherzögen aufweist. Es sind Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich-Este, der künftige Thronfolger, und Erzherzog Eugen, welche von Majoren zu Oberstlieutenants befördert wurden, ferner Erzherzog Leopold Salvator, der vom Hauptmann zum Major avancirte, endlich Erzherzog Franz Salvator, der vom Oberlieutenant zum Rittt meister aufrückte und der bisherige Lieutenant Erzherzog Ferdinand, welcher zum Oberlieutenant ernannt wurde. Von sonstigen bemerkenswerthen Ernennungen des November-Avancements sind noch hervorzuheben diejenigen der Feldmarschall- Lieutenants Baron Rheinländer, Graf Grünne und Waldstätten zu Feldzeugmeistern. Serbien hat durch die zum Theil schon erfolgte Einwanderung montenegrinischer Familien, welche durch die in Montenegro herrschende Hungersnoth zum Verlassen des Landes gezwungen worden sind, einen der Regierung nicht sehr willkommenen Bevölkerungszuwuchs erhalten, den die Regierung indessen schon aus Gründen der Humanität dulden muß. Bis jetzt sind ca. 1380 Personen von Montenegro nach Serbien abgegangen, wo sie in diesen Tagen eintreffen, um in den hierzu bestimmten Districten angesiedelt zu werden. Die Auswanderer müssen auf ihrem Wege bosnisches Gebiet durchziehen und hat sich hierbei die bosnische Landesverwaltung ungemein entgegenkommend gezeigt, so daß der Fürst von Montenegro dem österreichischen Ministerpräsidenten in Cettinje, Oberst v. Millinkovic, seinen innigsten Dank für dieses Entgegenkommen ausdrückte. Deutsches Reich. Berlin, 29. October. Einer Anzahl aus Berlin aus- gewiesener Socialisten ist, ohne Zuthun derselben, die Rückkehr nach Berlin wieder sreigestellt worden. In einem Falle hat sich, wie der Berichterstatter mittheilt, ein bereits zurückgekehrter Ausgewiesener vom Polizeipräsidium Auskunft darüber erbeten, ob sein ferneres politisches Verhalten einer besonderen Censur unterliege. Darauf veranlaßte ihn die Polizei zur Unterschrift eines Reverses, in welchem er verspricht, „nicht politisch zu agitiren". In mehreren Blättern wird die eingetretene mildere Behandlung mit den bevorstehenden Verhandlungen über das Socialistengesetz in Verbindung gebracht. vermischtes. — Stenographisches. Seit einer Reihe von Jahren wird das stenographische Bureau des Reichstags aus Stenographen gebildet, welche theils nach dem Stolze'schen, theils nach dem Gabelsberger'schen ^System ausgebildet sind. Da in Norddeutschland das Stolze'sche System überwiegt, so sind die Gabelsbergianer meist Mittel- und Süddeutschland entnommen worden. Das ist auch diesmal geschehen. So sind von München drei Gabelsberger'sche Stenographen an den Reichstag abgegeben und das Königl. sächsische stenographische Institut in Dresden hat ebenfalls drei solche dahin entsandt, nämlich die Mitglieder Dr. Fröhliger und Dr. Neupert, sowie den Hilfsstenographen Studenten Höfer. — Nächst der durch Einschnürung der Athemorgane erzwungenen „Wespentaille" ist der moderne Damenschuh der schwerste Frevel der Frauenmode gegen die Gesundheit. Neuerdings hat zwar die Höhe der Stelzen unter der Sohle etwas Memento mori! Ein Gedenkblatt für Allerheiligen und Allerseelen. 1. und 2. November. Nie an Güter dieser Erde Soll Dein irrend Herz sich hängen, — Aufwärts, aufwärts mußt Du schäum, Will die Erde Dich bedrängen! Niemals sollst Du, Mensch, vergessen, Daß ein Gast Du nur auf (Srben — Denn auS Staub bist Du gewordm, Und zu Staube wirft Du werden! — Wenn die Natur den letzten Scheidegruß dem Jahre bietet, bevor sie in das Leichentuch sich hüllt und erstarrend der Wieder-Auferstehung des Frühlings entgegenschlummert, wenn der Herbst — todtbringend allem Blumen-, allem Blätterschmuck der Erde — mit rauhem Fuße über die immer kahler und öder werdenden Gefilde schreitet, dann wird im sinnbildlichen Einklänge mit dieser äußeren Vergänglichkeit des Irdischen auch das große Fest gefeiert, das die Staubgeborenen begehen zu Ehren ihrer Todten! Zu allen Zeiten und bei allen Völkern — bei Cultur- und Naturmenschen — hat der Brauch es vorgeschrieben, daß die Verstorbenen irgend eine letzte Ruhestätte, in irgend einer Form, mit irgend welchen Zeremonien erhielten, eine Sitte, von der selbst die Rohesten und Wildesten keine Ausnahme zu machen pflegten seit altersgrauer Zeit, denn so grundverschieden auch das „Wie" dieser Bestattung, so unendlich auch die Art der Trauer und der Feier war und ist, — Eines blieb das gleiche: der leitende Gedanke nämlich oder die unklare Empfindung, daß der Mensch, der seine Todten ehrt und mit Pietät für diese Sorge trägt, sich selber ehrt. Und diese Sorge, diese Pietät rang bei dem Christen- thum nach einem erhöhten, nach einem inneren, religiösen zu dem äußeren Ausdruck, und — in Harmonie mit dem beginnenden Todesschlummer der Natur, durch den trotzdem der lichte, hoffnungsgrüne Frühling winkt und schimmert, — setzte die Kirche das allgemeine, große Todtenfest des Herbstes ein, für die ersten beiden Tage seines Hauptmonats: November, zur Erinnerung und zur Gedächtnißseier für alle Abgeschiedenen und zum Gebete für die armen Seelen! So zieht zu Allerheiligen und Allerseelen denn Jahr für Jahr der Gottesacker sein allerschönstes, buntfarbiges, glanzvolles Festkleid an, so, wie sonst zu keiner andern Zeit des ganzen Jahres, und die Menschen ziehen auch hinaus, wie sonst an feinem andern Tage, ihre Gaben darzubringen zum Schmuck der Gräber ihrer entschlafenen Lieben. Alles eint sich, Theil zu nehmen an der ernsten, schönen Feier, die ernstmahnend ihr gewaltiges, so oft vergessenes: „Memento mori!“ — gedenke des Todes! — jedem Staubgeborenen entgegenruft: „Gedenke, o Mensch, daß du Staub bist!" Und gar vielfach und vielverschieden wird diese Feier bei den einzelnen Nationen, in den einzelnen Gegenden begangen, obwohl im Grunde der Character und Zweck des hohen Festes ja überall derselbe ist. Ruft man in den vlämischen Städten, wenn man an Allerheiligen sich begegnet, sich den Wunsch zu: „Ein glückliches, hohes Fest!" so begeht man den Abend dieses Tages dafür desto stiller, begeht ihn im engsten Familienkreis, .still betend für die Todten und ihre armen Seelen- im westlichen Flandern aber pflegt die Jugend am Vorabend des Allerseelentages draußen an der Hausthüre kleine Altäre aufzubauen, d. h. sie schmückten einen Schemel oder Stuhl durch ein Cruzisix oder Muttergottesbild, nebst etlichen brennenden Lichtern zu einem solchen, und erbitten von Denen, die des Weges kommen, ein Scherflein: „Zielenbrodje“ — „Seelen- brodchen", wie sie in ganz Vlämisch-Belgien am Allerseelentage Sitte sind, und zwar vom feinsten, weißen Mehl gebacken, verziert mit einem Kränzchen - in Antwerpen kommt I Safran noch hinzu, als eine Art Symbol für die Flamme abgcnommen, auch werden sie nicht mehr so gar weit nach ter Fußmitte gerückt. Wie es scheint, haben sich doch nachgerade die mannigfachen üblen Folgen der Sache allzu fühlbar gemacht. Man hat endlich begriffen, daß diese sich nicht aus kleine Unannehmlichkeiten, wie Leichdorn, eingewachsene Nägel, Krampfadern, Unsicherheit des Ganges, Verstauchungen, Sturz u. s. w. beschränken, sondern daß durchaus auch verschiedene sehr peinliche und gefährliche Unterleibskrankheiten hervorgerufen oder gefördert werden und daraus hin einigermaßen eingelenkt, keineswegs aber hinlänglich eingelenkt, auch nicht überall- hier und da blüht und wuchert das alte Unwesen noch üppig. Vom hygienischen Gesichtspunkte aus soll nun hier nicht weiter capucinert werden, theils weil es schon von allen Dächern gepredigt wurde, theils weil die Mehrzahl unserer Modedamen nun einmal über Mahnungen der Hygiene gähnend und achselzuckend zur Tagesordnung zu schreiten pflegt. Was sagen denn aber die Grazien dazu, deren Gebote jenen Damen doch wohl nicht gleichgiltig sein dürften? — Klar am Tage liegt es, daß eine Fußbekleidung, deren Absatz auffallend nach vorn gerückt ist, nur dem ersten, flüchttgsten Blicke kleiner erscheint, dieser Schein aber also- bald verschwindet und an seiner Statt die kurzsichtige Eitelkeit der Besitzerin in voller Größe und Glorie hervortritt. Die verfehlte Spiegelfechterei von Dame und Schuster ver- räth, daß beide den betreffenden Fuß für zu groß halten und von ihm etwas Hinweglügen möchten, ebenso daß durch die hohen Stelzen der Figur etwas hinzugelogen werden soll. Der „kleine Gernegroß" und sein Gegenstück, beide — unschön und lächerlich. Wie oft soll es wiederholt werden, daß Schönheit auf Ebenmaß beruht und jedes Ueberschreiten derselben Carricatur wird. Blankenburg, 28. October. Ein fideler Attentäter hat seit einiger Zeit hier sein Wesen. Der Collecteur Meyer pflegt an Sonn- und Feiertagen ein Schild mit der Aufschrift „Heute geschlossen" an seine Comptoirthür zu hängen. Das Schild wurde am Freitag Abend von der Thüre des Geschäftslocals entwendet, zwar fand man dasselbe am anderen Morgen wieder, jedoch nicht am Geschäftslocale des Herrn Meyer, sondern an der Eingangsthür des hiesigen — Gymnasiums. Die Folge davon war natürlich, daß die Schüler vor der Schulthüre umkehrten und nach Hause gingen. — Dergleichen Streiche sind in letzter Zeit mehrfach vorge- gekommen. So fand man neulich das Aushängeschild eines Kaufmannes mit der Aufschrift „ff. Bücklinge, marinirte Häringe" u. s. w. an der Thür des Kreisdirectionsgebäudes angehängt, sowie an der Thür des hiesigen Gefängnisses ein Placat mit der Ausschrift: „Hier sind Sommerwohnungen zu vermiethen." des Fegfeuers - ebenso wie dort vorm Abendläuten an Allerseelen kein Fenster, keine Thüre laut zugemacht werden darf- — auch sind nach frommem Brauch die Kuchen heiß zu effen, und bei jedem ein Gebet für die armen Seelen im Fegfeuer zu sprechen. In Oesterreich heißt man diese Weißbrode und Kuchen: „Seelchen, Seelstücke, heilige Stritzel", und in Tyrol, wobei Seelstücke als Pathengeschenke an die Kinder vertheilt werden (als übliche Form für die Knaben die Gestalt von Pferden oder Hasen, für Mädchen die von Hennen tragend), bleiben die Kuchen, die beim Abendessen übrig sind, auf dem Tisch stehen, und der Tyroler sagt, brennende Kerzen herumstellend: „Das gehört den armen Seelen!" — In manchen Dörfern wird sogar eingeheizt für die Allerseelennacht, wegen der Seelen, die „kalte Pein" leiden, und am Tage selbst sind die Friedhöfe so reich geschmückt, daß man meint, es sei nicht Herbst, sondern blumenbunter Frühling- — dreimal zieht die Procession dann singend und betend umher zwischen den Grabhügeln, und die kleinen Wachslichter auf denselben brennen so lange, bis der feierliche Zug vorüber ist, worauf im Passeirthal, der bekannten schönen Heimath des schlichten Bauernhelden Andreas Hofer, die Namen der Verstorbenen in der Kirche von der Kanzel verlesen werden, was oft lange Zeit in Anspruch nimmt, denn es wird viel Werth daraus gelegt, daß die einzelnen Namen recht deutlich zu vernehmen sind. In Kärnten und Steiermark aber zieht man, nachdem Nachmittags die Procession stattgefunden, Abends nochmals hinaus auf den Gottesacker, um Kerzen auf den Gräbern anzuzünden und bis Mitternacht zu beten. In Böhmen besucht man am Allerseelentag erst eine Messe für die Abgeschiedenen, und dann besucht und ziert man ihre letzten Ruhestätten mit Blumen, Kränzen, brennenden Lichtern- — auch kommt es manchen Ortes vor, daß man Abends zuvor, zu Allerheiligen also, kalte Milch mit Löscht ihr Schuldbuch dorten aus. Was sie litten, was ersehnten, Kranken Herzens, tief voll Weh, Was sie strebten, was vollbrachten, Schmuck der frommen, hohen Feier! — Und tröstend klingt es, durch den hehren Klang der Kirchenglocken flüstert's durch die Gräberzier: Was beweinet Ihr die Tobten, Stimmt Ihr an die Todtenklage? Windet ihnen Freudenkränze Zu dem Allerseelentage! Arme Fremdlinge auf Erden Fanden dort ihr Vaterhaus, Was im Leben still sie trugen, Tröstend zu: „Auf Wiedersehen!" Mutz doch jeder Erdenpilger Durch die dunkle Pforte geh'n. Heute trägst noch Du die Kränze Auf die Gräber dort als Zier, Morgen, ach, vielleicht schon morgen Nabt der Tod und winkt auch Dir! Datz auch dann an uns'rer Stätte Ein Gebet zu Gott sich wage, Latz uns bitten, uns erflehen An dem Allerseelentage! Wohl verrinnt gar bald das festlich-ernste Treiben draußen auf dem Friedhöfe, kühl und einsam sind dann wieder die geschmückten Gräber, die bekränzten Denksteine, doch der Mahnruf, er tönt leise weiter, für Alle, die ihn hören wollen, übertönt das Fest der Todten, die feierlichen Tage der Immortellen, Allerheiligen und Allerseelen, und klingt weiter durch alle Rosen und Dornen dieser Erdenfreuden und ihrer Spricht für sie in lichter Höh'! Und nun rufen sie von droben Deutscher Reichstag. 5. Plenarsitzung. Mittwoch den 30. October 1889, 1 Uhr. Haus und Tribünen sind mäßig besetzt. Am Bundesrathstische: Verdy v. Vernois, Frhr. t>. Maltzahn-Gültz, Häusner u. A. Das Haus tritt in die Tagesordnung ein: I. Zwei gegen den Abg. Stötzel ((Str.) schwebende I Strafverfahren wegen Preßvergehen werden für die Dauer der Session eingestellt. II. Die erste Berathung des Etats nebst Anleihe- und Militär-Gesetz wird fortgesetzt. Abg. v. Wedell-Malchow (cons.): Der Etat sei | hoch; daraus folge für den Reichstag die Pflicht eingehender Prüfung. Was die Militär-Verwaltung betrifft, so gibt es eine Menge Dinge, welche unmittelbar vor Ausbruch eines Krieges sich mit den bedeutendsten Mitteln nicht erreichen I lassen - sie müssen eben sorgfältig vorbereitet werden. Die Militär-Verwaltung wird hoffentlich in der Budgetcommission die erforderlichen Aufklärungen geben. Was die Steuern anbetrifft, so werde an eine Aushebung der Zuckerausfuhr- prämien gedacht werden können, wenn auch das Ausland dieselben aushebt. — Redner polemisirt dann mit dem Abg. Rickert. Parlamentarisches Regiment schütze nicht vor hohen Steuern, wie wir in parlamentarisch regierten Ländern sehen. Die Behauptungen, daß die Theuerung durch die Zölle bedingt sei, entbehre des Beweises und sei jedenfalls übertrieben. Der Ruf des Abg. Rickert ging jedenfalls an die Socialdemokraten, ich fürchte aber, er war verfehlt- wir werden das ja bei den Wahlen sehen. Wenn Herr Rickert die Freiheit in anderen Ländern gepriesen habe, so muß ich doch mit aller Achtung vor dem Bundesgenossen sagen, daß unsere Verhältnisse den italienischen vorzuziehen sind. (Bravo!) Abg. Bebel (Soc.): Wenn man den Etat der Heeres- Verwaltung betrachtet, so fragt man sich, wo soll das hinaus. । Man thue so, als ob der Frieden Europas nur mühsam durch die Fürsten aufrecht erhalten werden könne und ohne biöfe die Völker übereinander herfallen und sich zerfleischen würden. Das Gegentheil ist aber wahr. Die herrschenden Classen haben ein Interesse an dieser Kriegstreiberei- das ganze herrschende System führt dazu. — Auf keinem Gebiete werden so bedeutende Aufwendungen gemacht für neue Erfindungen, wie auf dem Gebiete der Heeresverwaltung. Kein Monat vergeht ohne eine solche Erfindung neuer Mordwaffen. Von einer Humanisirung des Krieges kann keiner mehr reden, der nächste Krieg wird fürchterlicher werden, als wir es uns vorstellen können. Auf die französischen Rüstungen können wir uns nicht mehr berufen. Thatsächlich wird Frankreich in 20 Jahren nicht im Stande sein, so viel Soldaten ins Feld zu stellen, als Deutschland heute. Aus Grund der Proclamationen, welche die Heerführer im Jahre 1870 erließen, durfte die Annexion von Elsaß-Lothringen nicht erfolgen (Murren), welche heute die Ursache der ganzen europäischen Situation bedingt. Sollte es nicht möglich sein, die beiden an der Spitze der Cultur marschirenden Völker, Frankreich und Deutschland wieder auszusöhnen? Unser Erbfeind ist Rußland, dies Barbarenland. Ebenso wie bei uns der Glaube verbreitet wird, Frankreich wolle über uns herfallen, ebenso glaubt man in Frankreich, wir wollten über Frankreich herfallen. Der nächste Krieg wird nicht blos bedeutende Opfer an Menschenleben fordern, sondern auch vielleicht drei bis vier europäische Großstaaten financiell ruiniren. Mit Behagen streicht heute der Finanzminister die Getreckezölle ein, die eigentlich doch nur zur Hebung der Landwirthschast bestimmt waren. Die Branntweinsteuer war eine Ungerechtigkeit nicht blos gegen die Consumenten, sondern auch gegen die kleinen Brennereien. Daß die Getreidezölle eine bedeutende Steigerung der Preise herbeigeführt haben, ist so klar, daß es keines weiteren Beweises bedarf. Gegen Ausnahmegesetze haben alle Parteien mit größerer Widersetzlichkeit gekämpft als die Socialdemokraten gegen das Socialistengesetz- auch die Nationalliberalen und ihre Väter kämpften gegen Pfaffenthum und Monarchie. Was hat das Socialistengesetz genützt? Die Abg. Dr. Windthorst (Ctr.): des Herrn von Bennigsen ist eine Carricatur. Wir sind in unseren inneren Freiheiten schlechter gestellt als andere Staaten. Eine starke Rüstung ist nöthig- wir werden sie stets bewilligen. Aber das schließt nicht aus, zu prüfen, ob die verlangten Summen nöthig sind. Alles, was an Mannschaften und Waffen verlangt wird, bewilligen wir. Aber- Heute verlangt man schon wieder eine Aenderung des Militärgesetzes. War es denn nun so ein Verbrechen, das Sep- tennat nnr auf drei Jahre zu bewilligen? (Heiterkeit.) Die Sache hat nur den Zweck gehabt, den Reichstag festzulegen auf 7 Jahre, die Regierung aber nicht. Für die Neuforderungen genügt mir die Autorität des Herrn Ministers nicht, hoffentlich wird er uns genügende Gründe für seine Forderungen angeben- die geforderten Bauten können unmöglich in ihrem ganzen Umfange bewilligt werden. Wir müssen uns auf eine Defensiv-Flotte beschränken. Die Aufhebung der Franckensteinffchen Clausel wäre eine schwere Erschütterung des föderativen Princips. Das Cartell ist unitarisch, das ergibt Bennigsens heutige Rede. Wenn der Reichskanzler diese Rede mit der Forderung eines Reichsfinanzministers liest, so möchte ich sein Gesicht sehen. Neben dem allmächtigen Kanzler einen stets hungerigen Finanzminister! Haben Sie vielleicht den kommenden Mann, Herr von Bennigsen? (Heiterkeit.) Ich werde diesen Finanzminister auf Leben und Tod bekämpfen, denn von diesem Recept ist eine Beseitigung unserer Finanznoth nicht zu erwarten. Es wird unmöglich sein, die Vorlagen bis Weih- Semmel genießt, dabei an die Kühlung der armen Seelen denkend, und in einigen kleinen Städten erhalten die Schulkinder Brod, das aus der Gemeindekasse bezahlt wird. Ueber- haupt ist die Wohlthätigkeit an diesem ernsten Tage wetteifernd mit der Symbolik, ebenso wie im Volksmund und aus dem Lande mancher Aberglaube sich gesellt zum frommen Glauben. — So pflegt man in einer Gegend Nieder-Oester- reichs sich am Vorabend des Allerseelentages bei einem Felsen, geformt wie eine Kanzel und genannt: „der Teuselsstuhl^, zu versammeln und zu beten- — daran knüpfte sich jedoch zugleich die Sage, daß im Innern dieses Felsens, wo einst ein Schloß gestanden, ein Schatz verborgen sei, den man in der Nacht des Allerseelentages heben, und die verzauberte Prinzessin, der er gehöre, erlösen könne. Weil dies aber- natürlich noch nie Jemand gelungen ist, so bleibt, heißt es, das Schloß verwünscht, der Schatz ungehoben- — das Gebet aber für die armen Seelen, die ihr Fürwitz schon vom Felsen in den Abgrund stürzte, dauert weiter, denn das Gebet überdauert ja Alles, als der alleinige Schatz, der über jeden Felsen, jeden Abgrund forthilft! Im Limburgischen pilgert Alles am Nachmittag von Allerseelen aus den Gottesacker zum Gebet für die Verstorbenen, steckt ein Kreuz von Stroh auf's Grab und kehrt Schlag Mitternacht zurück, um es dann anzuzünden. In Hirschberg hat nach altem Brauch Vormittags von 9 bis 12 Uhr das „Seelenbad" stattzufinden, d. h. arme Leute erhalten Bier und Brod und werden unentgeltlich geschröpft und zu Ader gelassen und zu Ansbach war es früher Sitte, alljährlich 450 Seelenwecken an die Armen der Stadtkirche zu vertheilen. Wie immer aber auch alter, noch geübter oder halb und halb vergessener Brauch das Fest der Todten feiert, — Eines ist und bleibt dasselbe stets und überall - treues Gedenken, klebende Erinnermlg, warmes Geber als schönster Kranz im Nichtgentlemen hat es hervorgerufen, einen Herrn v. Ehrenberg, der vom Reichskanzler beauftragt war, über die socia- listische Bewegung zu berichten. Das Socialistengesetz sollte eigentlich gegen Sie (zur Rechten) angewendet werden, denn Sie erregen Mißvergnügen und Unzufriedenheit. Warum ist bei uns nicht möglich, was in England beim Dockarbeiter- strikc möglich war, daß Cardinäle, Beamte und Socialdemokraten Hand in Hand gingen, um die Forderungen der Arbeiter durchzusetzen. Die Herren rechts sollten auch bedenken, daß die ersten Christengemeinden auch als staatsfeindlich galten. Ihr Gott ist ans Kreuz geschlagen, nicht als Gott, sondern als Staatsseind. Mit der Socialdemokratie sind Sie nicht I nachten zu erledigen. Das Volk verlangt Erleichterungen fertig geworden und werden Sie in alle Ewigkeit nicht fertig und keine neue Lasten. Redner bittet, die Veröffentlichung werden. der Enquete über den Kohlenstrike baldigst zu bewirken, da kurzen Pracht und Vergänglichkeit: „Memento mori!" Clara Reichner. Kriegsminister Verdy v. Vernois: Fürst und Volk Gefahr im Verzüge sei- die Arbeitgeber haben anscheinend sind bei uns eins in dem Bestreben, Frieden zu halten - der die Mahnungen des Herrn Dr. Hammacher nicht beherzigt. Friede wird aber nicht gefördert, wenn man in der Art, wie Abg. v. Kardorff (Rp.): Die Gründe für die neuen der Vorredner es gethan, von Rußland als dem Erbfeinde Militärforderungen müssen sehr ernster Natur sein, wir er- spricht. Unser jugendlicher Herrscher ist bemüht, den Frieden warten hierüber nähere Mittheilungen. Die Francken- zn erhalten, so lange dies allein nicht völlig ausreicht, müssen stein'sche Clausel habe er und seine Freunde seiner Zeit nur wir weiter rüsten. I sehr ungern angenommen- auch werde mit den Ueberweisungen Abg. Dr. v. Bennigsen (natl.): Das Deutsche Reich viel Erleichterung für die Kreise, namentlich auf dem Gebiete hat mit seiner Macht bisher wahrlich keinen Mißbrauch ge- des Schulwesens u. s. w. in Preußen geschaffen. Rickert trieben - wenn trotzdem der Friede nicht erhalten werden kann, nannte Deutschland ein armes Land, das ist richtig. Eng- so liegt die Schuld nicht an uns. Wenn Bebel gegen die land ist ein reiches Land in Folge seiner colonialen Hilfs- Bezeichnung der Socialdcmokraten als Reichsfeinde protestirt, quellen. Solche Hilfsquellen wünsche ich auch für uns. Bei so ist das lediglich ein Wortspiel - er strebt einen Staat an, der neuen Anleihe wäre vielleicht zu prüfen, ob mcht einmal bei dem von dem bisherigen kein Stein auf dem andern bleibt, ein Zinsfuß von drei Procent zu- versuchen wäre. Die Die Reichsschuld schwillt bedenklich an- sie beträgt P/4 Arbeitslöhne sind überall gestiegen- nöthig sind Gehalts- Milliarde- man müsse nun endlich an eine Schuldentilgung erhöhungen für die kleineren Beamten. Jedenfalls verdienen die denken. Rickert hat Recht mit seinem Tadel gegen die Ueber- Arbeiter erheblich mehr als den Betrag der Zölle, die auf Weisung der Zölle, wenn man auch zugeben muß, daß die den Lebensmitteln ruhen. So lange der Rückgang der Land- Ursache dieser Erscheinung in der Frankenstein'schen Clausel wirthschaft andauert, können wir die agrarischen Zölle nicht liegt. Dringend nöthig ist es, die Stellung eines verantwort- anfgeben. Man beklagt sich über den Mangel an Freiheit lichen Reichsfinanzministers zu schaffen, eine solche Function bei uns. Aber thatsächlich haben wir alles, was beispiels- würde, mit der nöthigen Autorität ausgestattet, einen heil- weise die belgischen Socalisten als ihre edelsten Forderungen samen Einfluß auf die gesammte Reichsverwaltung ausüben, aufstellen: Schulpflicht, Wehrpflicht und allgemeines gleiches Die agrarischen Zölle werden in der gegenwärtigen Höhe auf I Wahlrecht. Wir hoffen, daß der Kanzler, wie bisher, auch die Dauer nicht aufrechterhalten werden können. Gegenwärtig noch ferner siegen werde. aber sei der Zeitpunkt zur Aushebung noch nicht gekommen. Hierauf wird die weitere Debatte vertagt auf Donners- Auch mit der Aufhebung der Zuckerausfuhrprämien kann man tag 12 Uhr. nicht so leichthin vorgehen, wie der Abgeordnete Rickert sich I Schluß 4*/2 Uhr. dies vorstellte. Die Idee der Reichseinkommensteuer, der ich - x nicht abgeneigt bin, stößt im Hause, und mehr noch im I Cciitfc» UitO Bundesrathe, auf die größten Schwierigkeiten. Die viel- - Für Rosenfreunde ist soeben in Frankfurt a. M. ein frpfnmnftpn inhh-prfpn (cnfPiiprn sind ramenHicf) audi in der Merkchen erschienen, betitelt: „Rosenabstimmung" seitens des Vereins bekämpften indirecten Steuern find namentlich aucy m oer bischer Rosenfreunde, Separat-Abdruck aus der Rosenzeitung, nebst Verwaltung der Stadt Berlin vorhanden- m dieser Ver- etn(ßen Fragebeantwortungen, einer Bibliographie aller bis jetzt waltung, die Bedeutendes geleistet hat, so daß sich die euro- I bekannten Rosenwerke, sowie einer colorirten Tafel und deren Be- päischen Hauptstädte daran ein Muster nehmen können, werden schreibung über drei Theerofen-Synonymen. — Dieses Werkchen, G°s, Wasser, also n°tl)wendige Lebensbedürfnisse besteuert ^d-n biMgm Mk.durch « (MdM Mt« und werfen erhebliche Betrage ab. Dabei wird die Stadt Sachsenhausen-Frankfurt a. M. gegen Einsendung des Betrages in freisinnig regiert. (Hört, hört! rechts.) Von einer Reaction Briefmarken zu beziehen ist, ermöglicht es jedem Rosenliebhaber, zu reden, dazu liegt kein Grund vor. Das deutsche Volk ist wenn er auch nicht das mindeste, Verständnitz von.Rosen hat sich Lfriphpn fg&rbprfhrurfO fn hnf? man im Volke selbst die auf Grund dieser Abstimmung seinen Bedarf selbständig aussuchen Zufrieden (Widerspruch), so oaß man un ->oite setvsr l fgnnen. @r findet darin alle Fragen beantwortet, welche auf die Schilderungen Rickerts nur auffassen wird als eine Carri- ^se Bezug haben, sowohl in Farbe, Form, Bau, Haltung, Geruch, catUT eines einseitigen Parteistandpunktes. (Lebh. Bravo.) Größe, Wachsthum u. s. w. Er findet darin die schönsten gelben Auch die Schilderung Rosen, die schönsten in rotb und dunkelroth, in rosa und in weiß; 1 diejenigen, welche jsich zu Gruppen, zu Rabatten, zum Treiben, zu Pyramiden oder zu Säulen eignen; solche, die in Bezug auf Bluh- barkeit fürs Frühjahr, für den Sommer, für den Herbst besonders zu empfehlen sind. Kurz, es existirt keine Frage, welche in diesem Werkchen nicht beantwortet wäre und können wir dasselbe jedem Rosenfreunde aufs Angelegentlichste empfehlen. — Verwendung der rothen Rübe. (Nachdruck verboten.) Die Verwendung der rothen Rübe in der Küche ist eine mannigfache, am meisten aber wird sie in Essig eingemacht als (Sompot und Beilage zum Fleisch gegeben, in welcher Form sie auch sehr beliebt ist. Weniger bekannt ist ihre Verwendung als Gemüse, obgleich sie gerade in dieser Form sehr wohlschmeckend ist und unseren Mittagstisch um ein angenehmes Gericht bereichert, zu einer Jahreszeit, wo andere Gemüse, wie grüne Bohnen, Erbsen rc., sehr selten geworden sind Auch eine gute Sauce läßt sich aus rothen Ruben bereiten und beide Speisen empfehlen sich schon durch ihr appetitliches Aussehen. Um Gemüse aus rothen Rüben zu bereiten, werden dieselben weich gekocht, dann geschält und geschnitten. Hierauf läßt man ein Stück Butter mit Mehl dämpfen, gießt süßen Rahm dazu und tHut, wenn beides gut gekocht hat, die rothen Rüben ihinein, auch Essig, Salz und etwas Zucker nach Geschmack. Nun laßt man noch Alles zusammen kochen, bis sich eine dickliche Sauce gebildet hat. Ha man eingemachte roihe Rüben zu Hand, nimmt man mit Boriheil den Essig von diesen dazu. Um dem Gemüse das schone Aussehen zu erhalten, wird dasselbe kurz vor dem Essen zubereitet, durch langes Stehen würde es sein- schone rothe Farbe verlieren. Ebenso verhält es sich mit der weiter angegebenen Sauce. Man läßt hierzu ein Stückchen Butter mit Mehl rösten und gießt sauren Rahm dazu. Nachdem Alles gut durchgekocht hat, gibt man etwas Salz, klein geschnittene, in Esstg eingemachte rothe Ruben hinein, auchs von dem Essig soviel, bis die Sauce bellroth gefärbt und schmackhast ist. — Lüsten der Milch. (Nachdruck verboten.) Die guten Folgen des in Amerika von den rationellen Milchindustriellen stets sehr sorgsältlg vorgenommenen Lüftens der Milch werden bei uns im Allgemeinen viel zu wenig beachtet Aus die Nothwendigkett des Zutrittes reiner, frischer Lust zur srtsch gemolkenen Milch hat sicher inerft die Erfahrung aufmerksam gemacht, daß eine längere Aufbewahrung solcher Milch in luftdicht verschlossenen Gefäßen auf die Qualität derselben sehr nachthetlig wirkt. Die wohlthatige Wirkung der frischen, reinen Luft ist darin zu suchen, daß durch das Lüsten in der frisch gemolkenen Milch eine lebhaftere Wasserocrdunstung veranlaßt, damit Verdunstungskälte erzeugt und so das Fortschreiten der Milchsäuregährung verzögert wird. Gleichzeitig werden durch die zutretende frische Luft fremde, von der Milch angenommene Gerüche, welche die Qualität der aus ihr erzeugten Producte gefährden können, verdrängt. Dies sind die Gründe, welche zur sorgfältigen Lüftung der Milch vor ihrer weiteren Verarbeitung bestimmen und besonders darauf bestehen lassen, daß unter keiner Bedingung die frischgemolkene Milch im Stalle selbst stehen bleibe oder an Orten auf bewahrt werde, wo sich andere stark riechende Gegenstände .befinden, während durch den Zutritt der reinen Lust vor Allem der sogen, thiecische Geruch beseitigt werden soll._______________ — Wer die erprobten und unübertresflichen Pastillen und keine Nachahmung haben will, muß nachdrücklichst fordern: FAY s ächte Sodener Mineral-Pastillen. Diese werden aus den Ballen der zur Kur gebrauchten berühmten Gemeinde-Quellen Nr. HI.und XVIII. gewonnen und find durch alle Apotheken^ 8vPfg. zu beziehen.___________________§929 O » f hat sich als unübertroffen und zum täg- Xk 1 JdyvC ♦ lichen Gebrauch statt Oel ob. Pomade, das staatlich geprüfte nndvegntachtete Haarwaffer v. Retter in I München bestens bewahrt. Zu haben um 40^ und 1.4U bet I. H. Fuhr, Sonnenstraße. 1740 rlkwlrthschast. n in Frankfurt a. M. ein ieilens des Vereins Ms dn Rolenzeitung, nebst ibltozraphie aller bis jetzt irirten Laßt und deren Be- )mm. - Diejes Merkchen, tf. durch dm Geichüjtsiührer )erm C. P. Strahhetrn, cinsmdung des Betrages in t es jedem Rosenltchaöer, Lndniß von Rosen hat, sich Zedarf selbständig aussuchen : btantwortet, welfy aus die rm, Bau, Haltung, Geruch, darin die schönsten gelben oth, in rosa und in weiß; Rabatten, zürn Treiben, zu he, die in Bezug aus Mh- sür den Herbst beionbers ne Frage, welche in diesem tonnen wir dasselbe jedem fehlen. . ,, . zbt. (Nachdruck verboten.) der Küche ist eine mannig- eingemacht als Eompot und ■ Form sie auch sehr beliebt M crls Gemüse, obgleich sie nb ist und unseren Mii/ags- ltrt zu einer Jahreszeit, wo Ug L W M rt01 "SÄ 1 iMmba«u und« Li W ww n°4 M» W S-«- «KÄrlfeil j f, jiwmf« $uäfi6m sQ-kä te« S B * .'% °°n d-m *Ä» , arbt uno w . guten iruck oklboten-), , stets i eine W.u ifldjt, dah erm flUf tue nschlostenenZ Wirkung t Die wohl A^ Lütten juchen. ^b ^londunstE :SZtzS sel^ bM^^tÜtÄaemoi^"b s£%r^! £ das ’ ' ‘'»e frf», 9' 9»ebf. S1 fr /L je j «4 ">>th Fefern zu er. «U ’M- ! b!‘ Öetä&^en * nick, /?^end "Nrj nb,e "Wen > JetMbe i2. M°u-ken- niit btn $1 5m nur '7 iMMei fei d°s ist ri« ,c* cohniai , JS’ £«*> uns^ MÄt $ ei"g o.M'ü find Gehalts° ^Mgang'der °X “!E*> 3öUe nicht I 9,1 °" Freiheit 1 75> »°s beispiels- l“£b7te" F°rderu,,gen "nb aügememes gleiches aniletJ ®k bisher, autf) te Vertagt au( Dmners- StadtrathSwahI! 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