Amts- und Anzeigebtatt für den Kreis Gießen. 1889. Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Vf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf Amtlicher Hßeil. Betreffend: Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche. Gießen, 28. September 1889. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an bi« Grotzh,rzog»tchen Bürgevmatstsreien d«s »rttftl. Nachstehend bringen wir einige für Sie wesentliche Bestimmungen der Verfügung Gr. Ministeriums in obiger Angelegenheit vom 4. Mai d. I. unter dem Anfügen zu Ihrer Kenntniß, daß wir bei etwaigen weiteren Anordnungen wegen der Maul- und Klauenseuche auf gegenwärtige Verfügung Bezug nehmen werden. v. Gagern. Die polizeiliche Grlaubniß zur Au-führung von Vieh aus dem Seuchenorte und dessen Feldmark (Abs. 2 des § 64 der Reichsinstr.) darf nur ertheilt werden auf Grund einer Seitens des beamteten Thierarztes an die betreffende Polizeibehörde abgegebenen schriftlichen Erklärung, daß eine Ver- Weppung der Seuche durch den beabsichtigten Transport des Viehs zur Schlachtstätte überhaupt oder unter Beobachtung der in der abgegebenen Erklärung bezeichneten Vorsichtsmaßregeln nicht zu besorgen sei. Den von der Ortspolizeibehörde auszustellenden Erlaubnißschein, welcher neben genauer Bezeichnung der wegzubringenden Thiere den Zweck des Transports, sowie die Frist, innerhalb deren der Transport vollzogen sein muß, den Ort, an dem die Schlachtung stattfinden soll, und die zu beobachtenden Vorsichtsmaßregeln angeben muß, hat der Führer der Thiere während des Transports mit sich zu führen. Verbreitet sich die Maul- und Klauenseuche innerhalb einer Gemeinde auf mehrere Gehöfte, so hat das Kreisamt alsbald Anordnung zu treffen (§ 20 U -x'80eP' daß .aus den dem Seuchenorte benachbarten, der Gefahr der Verbreitung der Seuche nach den Verkehrsverhältniffen ausgesetzten, namentlich zu bezeichnenden Gemeinden Rindvieh, Schafe, Schweine und Ziegen zum Zwecke der Veräußerung nur ausgesührt werden dürfen, wenn der Führer derselben em thierärztliches Zeugniß aufweisen kann, in welchem bescheinigt ist, daß die fraglichen Thiere sich feit mindestens sieben Tagen in seuchenfreiem Zustande an dem Orte der Untersuchung befunden haben. Die erwähnten thierärztlichen Zeugnisse sind fünf Tage gültig. Dieselben müssen enthalten: Ort und Datum der Ausstellung, den Namen des Besitzers der zu transporürenden Thiere, jedes mitzuführende Stück Rindvieh nach Geschlecht, Alter, Farbe und Abzeichen, die Zahl der mitzuftihrenden Schafe, Schweine und Ziegen. Die fraglichen Zeugnisse können außer von dem beamteten Thierarzte auch von einem von der Polizeiverwaltungsbehörde hierzu besonders ermächtigten Thterarzte ausgestellt sein. In Ermangelung eines Dienstsiegels des betreffenden Thierarztes müssen die Zeugnsffe von der Ortsbehörde beglaubigt sein. Die erforderten thierärztlichen Zeugnisse hat der Besitzer auf seine Kosten zn beschaffen. Die Kreisveterinärärzte haben für die behufs Ausstellung der fraglichen Zeugnisse vorzunehmenden Untersuchungen eine Gebühr nicht zu beanspruchen, sondern neben etwaiger Wegvergütung nur die Taxe für das auszustellende Zeugniß (pos. VI c 11 1, und VII a 7 der Medicinaltaxe) zu liquidiren- Betreffend: Schafräude zu Rüddingshaufen. Bekanntmachung. Nachdem der Ausbruch der Schafräude unter der Heerde des Schäfers Gert zu Mddingshausen feflgestellt worden ist, haben wir die Sperre über Diese Heerde verfugt. Gestattet rst die Ausiuhr von Schafen nur mit unserer jedesmaligen besonderen Erlaubniß und nur zum Zweck des sofortigen Abschlachtens. Dre Heerde des re. Gert darf nur die ihr von der Großh. Bürgermeisterei zugewiesene Weidefläche beweiben. Gießen, am 28. September 1889. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. ____________________________ v. Gagern._________________ Betr.: Maul- und Klauenseuche zu Londorf und Keffelbach. ~ Bekanntmachung. Nachdem der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche nunmehr auch in dem Gehöft des Daniel Appel zu Londorf sestgestellt worden ist ordnen wir unter Hinweis auf unsere Verfügung vom 27. l. Mts. - Kreisblatt Nr. 226 - gemäß § 20 des Reichs-Viehseuchengesetzes weiter an, daß 'aus den Gemeinden All«ndorf «. d. Lda. »nd-Odenhausrn Rindvieh, Schafe Schweme und Ziegen zum Zwecke der Veräußerung nur ausgeführt werden dürfen, wenn der Führer derselben ein thierärztüche« Zeugniß aufweisen kann, in welchem bescheinigt ist, daß die fraglichen Thiere sich seit mindestens 7 Tagen in seuchenfreiem Zustand an dem Ort der Untersuchung befunden haben. Gießen, den 28. September 1889. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v Gagern. Deutschland. Berlin, 28. September. Der frühere Director der Gewehrfabrtk in Spandau, Oberstlteutenant Habrecht, sowie Premierlieutenant Wiedemann, der zur Dienstleistung bei dieser Gewehrfabrik commandtrt war, halten sich seit längerer Zeil in Steyr auf, um die bei der österreichischen Werndl'schen Waffenfabrtk von der deutschen Regierung bestellten Gewehre abzunehmen. Außer diesen beiden Offizieren sind noch mehrere Büchsenmacker von deutschen Truppenthetlen nach Steyr gesandt worden. Berlin, 28. September. Schon vor einiger Zett wurde gemeldet, daß es in der Absicht liege, dem Reichstage eine Vorlage, betreffend die Errichtung von Anstalten zur Prüfung der Handfeuerwaffen zugehen zu lassen, um die Ausfuhr der deutschen Waffenfabriken, die trotz der vorzüglichen Leistungen der letzteren von Jahr zu Jahr zurückgegangen ist, zu fördern. Während nämlich in Belgien und England Revisionsanstalten bestehen, welche der Handfeuerwaffenindustrie dieser Länder einen großen Aufschwung gegeben haben, müssen in Deutschland fabricirte Gewehre mangels eines Attestes über die gute Beschaffenheit der Waffen bei der Einfuhr in das Ausland an Ort und Stelle geprüft werden, wodurch selbstverständlich der Export sehr erschwert wird- Wie wir nun hören, wird a« Dienstag den 15. October unter dem Vorsitz des Geb. Regterungsraths Bartels im Reichsamt des Innern eine aus ungefähr fünfzehn Mitgliedern bestehende Commission zusammentreten, welche sich mit der Berathung Der vorbereitenden Schritte in dieser Angelegenheit befassen wird. — Die Errichtung einer Brandoersicherungs-Anstalt für die preußischen Staatseisenbahnbeamten ist, wie die „Jurist.-techn. Versicherungszeitschr." mitthetlt, von höchster Stelle genehmigt worden. Der Geschäftsbetrieb der neuen Versicherungsanstalt wird längstens bis 1. Januar 1890 eröffnet werden. Berlin, 28. September. Die „Post" erklärt auf Grund eingegangener Informationen, die Nachricht, Graf Münster werde von seinem Posten als deutscher Botschafter in Paris zurücktreten, als vollständig aus der Luft gegriffen. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht heute das Ergebniß der Wahl von nichtständigen Mitgliedern des Reichs-Äersicherungsamtes vom 24. September 1889. Spandau, 28. September. Heute Vormittag sand in dem hiesigen Feuerwerks- laboratortum auf dem Eiswerder eine Explosion statt. Im Reoistonssaale für Zündhütchenfabrikation fiel ein Kasten mit Zündhütchen herunter und brachte hierdurch eine . Menge der Zündhütchen zur Explosion. Sechs Arbeiterinnen wurden schwer, ein Meister 1 und ein Feuerwerker weniger schwer und etwa 40 Arbeiterinnen leicht verletzt Der Fußboden wurde durchschlagen, doch ist in dem darunter liegenden Saal, der rasch geräumt wurde, Niemand verletzt. Sämmtliche Verletzten wurden mittels Dampfschiffe nach dem hiesigen Krankenhause gebracht, wo ihnen schleunigst ärzlliche Hilfe zu Theil wurde. Seine Majestät der Kaiser, welcher gerade die Schießschule besichtigte wurde von dem Unglücksfalle sofort benachrichtigt. * München, 28. Siptember. Der Hauptmilitäretat des Königreichs für das Rechnungsjahr 1889-90 ift heute verthM worden. Die Gesammtsumme beträgt wie bereits bekannt geworden, 50,709,696 X und zwar beträgt das Ordinarium 41 687 304 das Extraordinarium 3,595,727 und der Pensionsetat 5,426,665 X Die Milttär- einnahmen zu Gunsten der Centralstaatskasse betragen 459,500 X Für die Friedens- prasenzstärke sind 54,185 Mann zu Grunde gelegt. Die Hauptoeränderunaen sind durch die Neuformation der Artillerie bedingt, welche auch eine einmalige Ausgabe von 1,107 127 X beansprucht, darunter für den Bau von neuen Kasernen in München Würzburg und Nürnberg. München, 29. September. Die zweite internationale Ausstellung von Post- werthzelchen anläßlich der vierzigjährigen Einführung des Brtefmarkensystems in Deutschland durch Bayern und anläßlich der zwanzigjährigen Einführung der Postkarten ist heute in den Centralsälen des Ausstellungsgebäudes eröffnet worden Die Ausstellung ift sehr zahlreich besucht. Rosenheim, 29. September. Gestern Abend brach hier eine Feuersbrunst aus, welche zehn Wohnhäuser in Asche legte; viel Vieh und große Futtervorräthe sind vernichtet. v ' Hesterreich. Wien, 28. September. Nach Mittheilung der „Poltt. Corresp." würde der Kronprinz von Italien an der Hochzeit des Kronprinzen von Griechenland mit der Prinzessin Sophie von Preußen in Athen nicht theilnehmen; den Festlichkeiten würden überhaupt nur Familienmitglieder der verwandten und verschwägerten regierenden Häuser beiwohnen. B Krankreich. „ P"is, 28. September General Faidherbe ist gestorben. Die Regierung bcschlost die Beisetzung der Reiche desselben aus Staatskosten im Hnvalidenhause. England. London, 28. September. Nach einer Meldung der „Times" aus Konstantinopel vom heutigen Tage wird durch ein kaiserliches Dekret die Friedenspräsenzstärke der türkischen Armee von dem gegenwärtigen Bestände von 250,000 aus 100,000 Mann herabgesetzt, wodurch eine Ersparniß von 2 Millionen Pfund ermöglicht und das Gleichgewicht des Budgets hergestellt wird. Koll'and Rotterdam, 28. September. Bei Beginn des gestrigen Abends begann ein Theil der sinkenden Arbeiter das Straßenpflaster aufzureißen und mit Steinen auf Polizei und Bürgergarde zu werfen, so daß diese sich genöthigt sahen, wiederholt von der Waffe Gebrauch zu machen. Mehrere Personen wurden durch Säbel und Bajonet verwundet, die Ordnung aber wieder hergestellt. Im Laufe des Abends hielten ungefähr 500 Strikende eine Versammlung ab und beschlossen, die Socialisten von der Bewegung auszuschlteßen, Ruhe und Ordnung zu bewahren, und Diejenigen, welche weiterar betten wollen, nicht daran zu hindern. Die Absendung von Cavallerie aus dem Haag wurde wieder abbestellt; dagegen ist ein Detachement Marinesoldaten angelangt. Niunäuien. Bukarest, 28. September. Nach der Meldung der „Agence Roumaine" fand in Constanza zu Ehren des Königs und des Thronfolgers ein Bankett statt. Der König brachte einen Trinkspruch aus, in welchem er sagte, daß er glücklich sei, die Dobrudscha wieder zu sehen und hier die seit ihrer Einverleibung in Rumänien gemachten Fortschritte konstatiren zu können. Demnächst würden die Arbeiten in Angriff genommen werden, um Constanza zu einem der ersten Hafen des Schwarzen Meeres zu machen und die Stadt in direkte und rasche Verbindung mit dem Westen zu setzen. Der König toastete hierauf auf die junge rumänische Marine und die Wohlfahrt der Dobrudscha, wo das rumänische Bewußtsein so stark und schnell Wurzel gefaßt hätte. Von Constanza aus begaben sich der König und der Thronfolger nach Braila und Galatz, wo ein festlicher und sympathischer Empfang stattfand. Nach der Besichtigung der Befestigungsarbeiten in Galatz erfolgte die Rückfahrt nach Sinaia. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Korrespondenz-Bureau. Rotterdam, 29. September. Zwischen den Arbeitgebern und den Strikenden sind Verhandlungen im Gange. Die Arbeit wurde beinahe nirgends wieder ausgenommen, doch sind Ruhestörungen heute nicht oorgekommen. Rotterdam, 29. September. Nach einer Mittheilung des „Maasbode" hat Burns, der Leiter des jüngsten Strikes der Londoner Dockarbetter, 3000 Gulden für die hiestgen Strikenden gesandt. PariS, 29. September. Im Jndustriepalaste fand heute die Vertheilung der Ausstellungs-Preise statt. Der Ministerpräsident Tirard theilte in seiner hierbei gehaltenen Rede mit, die Zahl der Aussteller habe mehr als 60000 betragen. Die verschiedenen Jurys hätten im Ganzen 33139 Preise vertheilt, darunter 903 große Preise, 5153 goldene, 9690 silberne, 9324 broncene und 8070 Ehren-Diplome. Der Minister sprach ollen Ausstellern seinen Dank aus, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die fremden Aussteller ein gutes Andenken an Frankreich mitnehmen würden. Frankreich sei von dem Wunsche beseelt mit Jedermann in guter Harmonie zu leben, ohne jedoch Irgend etwas von seinen Interessen und seiner Würde zu opfern. Der Präsident Carnot, welcher bei seinem Eintreffen von der zahlreichen Menschenmenge enthusiastisch begrüßt wurde, dankte ebenfalls den Ausstellern und sprach die Hoffnung aus daß die Ausstellung von 1889 für Frankreich eine Aera der Beruhigung eröffnen werde und daß die Gäste Frankreichs, welche dieses kennen gelernt, in ihre Heimath aufgeklärte Urtheile mitnehmen werden, die nicht ohne Wirkung auf die Beziehungen zwischen den Völkern bleiben würden. So würde die Politik, welcher Frankreich treu bleibe neue Verteidiger gefunden und die Ausstellung einer großen Sache: dem Frieden und der Humanität gedient haben. London, 29. September. Der Prinz von Wales ist mit seinen Söhnen gestern Abend nach Kopenhagen abgereist. Später wird er sich mit seiner ganzen Familie von Kopenhagen zu den Hochzeitsfeierlichkeiten nach Athen begeben, von wo Prinz Albert Victor die beabsichtigte Reise nach Indien antreten dürfte. Rom, 29. September. Bei dem zwischen Italien und Aethtopien abzuschlteßenden Freundschafts- und Schutzvertrag handelt es sich, dem „Capitano Fracassa" zufolge, um »wei Verträge, von denen der eine eine Friedensallianz und ein Freundschastsvertrag, unter voller Anerkennung aller afrikanischen Besitzungen Italiens, sei; dieser Vertrag soll bereits in Monza unterzeichnet worden sein. Der andere betreffe nur die Handelsbeziehungen zwischen Italien und Aethtopien; über letzteren würde noch mit der Gesandtschaft des Königs von Schoa verhandelt. Aus demselben Anlaß sei auch der Chef der äthiopischen Mission, Makonnen, gestern nach Neapel abgereist, um mit dem Ministerpräsidenten Crispt darüber zu confertren. Rom, 29. September. Der päpstliche Leibarzt Ceccarelli, welcher den Cardinal Schiaffino behandelte, veröffentlicht einen Bericht, wonach Schiasfino an vernachlässigter, sehr heftiger Magen- und Dünndarmentzündung gestorben ist. Madrid, 28. September. Prinz Heinrich von Preußen ist heute hier einge- troffen. Moskau, 29. September. Die Zeitung „Russischer Kurier" ist durch Verfügung des Ministers des Innern auf 6 Monate suspendirt worden. Lokales. Ä „ Gießen, 30. September. Aus Anlaß des Geburtstages Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta zeigen die militärischen Dienstgebäude Flaggenschmuck. _ * Dietzen, 30. September. In einer gestern Nachmittag im Saale des Cafö Leib abgehaltenen Versammlung wurde die Gründung einer allgemeinen Sterbe- lasse beschlossen. Nach den zur Vorlesung gebrachten Statuten beträgt der jedesmalige Beitrag bei oorkommenden Todesfällen 25 wofür ein Sterbegeld von 60 JL gezahlt wird. Uebersteigt die Mitgliederzahl 300, so tritt entsprechende Erhöhung des Sterbegeldes ein. Eine Anzahl Listen zur Einzetchnung sollen an noch näher zu bestimmenden Orten ausgclegt werden. Der Beitritt zur Kasse ist auch Frauen gestattet. Vermischtes. △ Mainz, 29. September. Bei trüber ständig zum Regen neigender Witterung fand gestern Vormittag in Anwesenheit des Großherzogs und des Prinzen Heinrichs T” ?^lge sich Gbmral-AdMant von Westerweller und mehrere Flügeladjutanten befanden, die feierliche Betriebsubergabe der neuen Mainbrücke bei Kostheim statt Ru tm?rcnk dem Finanzministerium die Provinzialbehörden von Rheinhessen, die Vertreter der Regierung aus dem Kreise Groß-Gerau, die Abaeord- neten der beiden angrenzenden Landtagsbezirke, der Präsident der Zweiten Kammer der Gouverneur von Mainz, der Handelskammerpräsident von dorten, die Vertreter ^n^^edmen Baubehörden, die Bürgermeister und Beigeordneten von Mainz, und Groß-Gerau, sowie die sammtlichen Gemeinderathsmitglieder von den zunächst belheiltgten Gemeinden Kostheim und Ginsheim eingeladen worden und auch LatLapU8?ta?m erschienen. Böllerschüsse verkündeten gegen V2U Uhr von dem link^ fettigen Ufer die Ankunft des.Großherzoglichen Extrazuges auf der Gustavsburg und bald daraus erschienen unter Führung des Kreisraths von Groß-Gerau auf der Brücke die hohen Herrschaften von Darmstadt, begleitet von dem Staatsminifter Finger (nicht wie uns irrthumUch telegraphirt worden, Minister a. D. v. Starck. Red) dem Präsidenten des Finanzministeriums, Weber, sowie den übrigen Mitgliedern des Ministeriums nebst verschiedenen Ministerialräthen. In der Mitte der auf das Reichste geschmucklen Brücke begegneten sich die beiderseitigen Festtheilnehmer und fand hier zunächst eine Begrüßung des Großherzogs statt, woraus derselbe unter den Klängen eines Chorals in einen auf dem rechtseitigen Brückenkopf errichteten Pavillon geleitet wurde, wo der Präsident des Finanzministeriums eine längere Ansprache hielt und die 1 Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) ~ (Zt" Zwiebelernte.) Die Hauptsache bei der Zwiebelernte ist, daß dieselben bei trockener Witterung und richtiger Reife eingebracht werden und wird man bei dieser Behandlung und einem guten Winterlager sich nie über die schlechte Haltbarkeit und das Faulen der Zwiebeln beklagen können. Die Reife erkennt man im Allgemeinen daran, daß die Zwiebel sich gleichförmig abrundet, der Hals weich wird und die Rohre, eine gelbliche Farbe annehmend, sich legen. Die Aufnahme der Zwiebeln soll, wie schon oben gesagt, nur bei trockener Witterung geschehen. Sie bleiben alsdann, wenn fein Regenwetter zu befürchten und der Boden genügend trocken ist, noch 4 bts 6 Tage dünn ausgebreitet auf dem Felde liegen, müssen aber täglich einmal umgearbeitet roerben. 3>n biefer geit reifen sie noch nach, werben fester und härter, bas Kraut wird vollständig trocken und fällt ab. Ebenso löst sich die obere Schale mit anhängender ©roe leicht los, so daß die Zwiebeln, in trockenen Stunden eingebracht, sauber in das 2öinterla0er fommen. Zu demselben eignet sich am besten ein trockener, luftiger, nicht zu dunkler Raum, in dem die Zwiebeln bis zu einem 75 Gentimeter hohen Haufen zusarnrnengeschuttet und später vor eintretendem Frost mit Heu fest und sicher etngebecft werben. Je nach Bebarf können nun die Zwiebeln im Laufe des Winters auö dem Winterlager entnommen werden, es ist dabei aber darauf zu achten, daß bet Frostwetter z .Schutzbecke nur soweit als nöthig abgenommen und sogleich wieder dicht aufgelegt wirb. Sobald mit dem Frühjahr gelindere Witterung eintritt und kein ftat fer Frost wehr zu befurchten ist, werden die noch vorhandenen Zwiebeln von ihrer Winterdecke befreit und in trockenen Tagen für tüchtigen Luftzug gesorgt, damit der nicht zu ver- meidenbe Winterschweiß schnell abtrocknet und nicht erst schädlich auf die Dauerhaftigkeit der Zwiebeln einwtrken kann. Literarisches. .. - Im Verlage von Iulius Brehse in Leipzig wird demnächst ein hochnationales Werk unter dem Titel: .Helderithaten deutscher Officiere und Mannschaften während der Feldzüge 1864, 1866, 1870-71', erscheinen, auf das wir unsere hochgeschätzten Leser schon jetzt aufmerksam machen möchten. Der Verfasser sagt in seiner Vorrede: " . - '5,vorliegende Sammlung „Heldenthaten deutscher Osficiere und Mann- schasten macht vor Allem keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Verfasser hat sich redlich bemüht, aus den ihm zu Gebote stehenden Quellen das geeignete Material berauszusuchen, aber Vieles, noch sehr Vieles bleibt zu ergänzen und nachzutragen, wenn die Sammlung ihren Zweck erfüllen soll, ein Buch zu werden für das deutsche ®oir* durch welches dasselbe an die Thaten seiner Angehörigen gemahnt wird, ein Sporn für die heranreifende Jugend, es den Helden von 1864, 1866 und 1870 gleich zu thun. , _n Die Thaten manches heldenmüthigen Streiters „für Gott, König und Vaterland sind nicht in Erwähnung gekommen, nachdem der Tob bcnfelben dahingerafft hatte, im Gewirr bes Kampfes ist vieles Denkwürbige unbemerkt geblieben. Die Regi- Flent?0ef- .i stellte es fick heraus, daß jene belastenden Aussagen der Berliner Auskunftsstell^ oollständig aus der Lust gegriffen fiA CnnA ? \ Sporte Ehemann übergab die Sache dem Gerichte, wo^bei es sich noch obendrein zeigte, daß der Inhaber des Auskunsts - Bureaus schon einmal VuMckums hP^Tip" un er,T । .bestraft worden war. Leider stehen die Klagen des Publikums über die Unzulässigkeit, bezw. auch Gewrssenlosigkeit der Inhaber von Aus- tunfts:Bureaus nicht mehr vereinzelt da. Erft vor Kurzem wurde in Berlin ein gewisser Klapperstuck wegen verschiedener Betrügereien verhaftet. K. war Inhaber eines unb Prioatdetectiv-Bureaus. Bet seiner Verhaftung wurde festgestellt, daß K bereits wegen Betrugs, Fälschung, Unterschlagung u. s.w. vor- bestraft war. Also eine Persönlichkeit mit solcher Vergangenheit halte die Anmaßung b'° Cr-dMSHigk.il und Reelliiäl angesehener haben km7L^H>Dbnffm5'ML ^^^weins benachrichligt. Der alte ist per 100 Liter van 18 aus 20 M, der neu- oon 20 auf 22 ^ gesetzt worden. In Bornheim begannen bereits einige Wirlhe roieSr8aufO12er^ zmück^^ Gaste dagegen mit Wegbleiben strikten, ging der Stoff , veu zu besetzende Branddirektor-Stelle ist, wie verlautet, ein in Mainz stehender Hauptmann des 10. Pionier-Bataillons in Aussicht genommen. Nachmittag wurde bei den Abbruchsarbeiten des Mack'schen Hauses am Dackenheimer Thor ein Arbeiter durch eine einstürzende Mauer derartig oerlrtzt, daß er kur; daraus verstarb. ' , o £?.ter freunden wird der oormgllche Holländ. Tabak allseitig empfohlen. 10 Md. fco. 8 Mk. nur direkt bei B» Becker in Seesen a. H i z. 7265 Repertorr der verewigten Stadttheater zu Frankfurt a. M. Opernhaus. Dienstag den 1. October: Die Hugenotten. Große Preise. , Mittwoch den 2. October: Courter des Cza ar en. Außer Abonnement. Große Brette. Donnerstag den 3. October: Die lustigen Weiber. Große Preise Freitag den 4. Ociober: Zweites und letztes Gastspiel der König!, preußischen Kammersangerin Frau ^Mtnnte Hauk. Carmen. (Carmen: Frau Hauk.) Außer Abonnement. Große Preise. Sonntag den 5. October: Afrikanerin. Große Preise. Sonntag den 6. October: Don Juan. Große Preise. Schauspielhaus. Dienstag den 1. October: Der zündende Funken. Spielt nicht mit dem Feuer. Gewöhnliche Preise. 1 Mittwoch den 2. October: Der Mikado. Gewöhnliche Preise GewSh,U°»"PrMc. 3‘ °C‘‘,b,r: ®ie fd>Snc ®eIenö6n®dJTsßrdftCn ' 3um erftcn Wale wiederholt: Fall Clemeneeam Handel und Verkehr. Gerste M 1500 ’Weizen M 19,20, Korn M 16,50, «efn Wstohn db.WbfCn ** 16'5O> @amen «* 0U-00- Wicken jl 00,06,' 14-188JaßinLnri^82R®ftem%r- «Erbsen ganze per Pfd. 12-18 do, geschälte .4-16 Mfetn EtzeS°lTllT Bekanntmachung. Die der Stadt gehörigen Häuser von Christian Wagner und Heinrich Engel an der Löwengaffe und Bahnhofstraße gelegen, werden Sam-tagp S. «Öetober d. 3», Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle unter den im Termine bekannt gegeben werdenden Bedingungen auf den Abbruch versteigert. Gießen, den 30. September 1889. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___Gnauth.______7889 Bekanntmachung. Montag den 7. October d. 3., Nachmittags 2 Uhr, werden 74 städtische Triebviertel auf 6 Jahre verpachtet. Zusammenkunft am Neuenweger Thor. Gießen, den 26. September 1889. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __________Gnauth. 7888 Ileikgeöotenes. Unübertroffen, an Giife. L Vberallkrrfif/ich. GyW&cAo”” Proben ^ersmriefrPW.Gaedie-Haml/urq ———ir> 776b Eine Bereitschaft, in schöner Lage vor der Stadt, mit Stallungen, an- arenzender großer Wiese, welche sich auch für Zimmerplatz rc. eignet, ist krankheitshalber unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres bei Gengnagel, Schulstraße 11, Mans. 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Derselbe enthält nachstehend verzeichnete Journale, jedes fast durchweg in 3—Tfacher Anzahl, so W dass die Journale möglichst neu und gut erhalten den Abonnenten geliefert werden können. Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt bei d einer Auswahl von etwa 12 Journalen 3 JL 50 H, falls die Journale jedoch durchweg neu, oder falls alle Journale verlangt werden, Z tritt nach Verabredung eine Erhöhung des Preises bis zu 10 pro Quartal ein. Die Journale werden Imal wöchentlich gewechselt. Der । Eintritt kann jederzeit statlfinden. 7894 Verzeichnis^ der Journale: W Das Ausland. — Das neue Blatt. — Fliegende Blätter. — Buch für Alle — Centralblatt, Litterarisches. — Daheim. — Familienblatt. — W Frauenzeitung. — Für’s Haus. — Gartenlaube. — Gegenwart. — Grenzboten. — Hausfreund. — Hausschatz. — ^Illustration. — Kladderadatsch. — d Ulustrated London News. — Nord und Süd. — Romanbibliothek. — Romanzeitung. — Deutsche Rundschau. — Schalk. — lieber Land und Meer. E Vom Fels zum Meer. — lllustrirte Welt. — Westermanns Monatshefte. — Illustrirte Zeitung. — Universum — Zur guten Stunde. Neben diesem grösseren Zirkel besteht ein kleinerer, welcher von obigen Journalen nur die fett gedruckten enthält Derselbe kostet W 1 80 vierteljährlich. — Gleichzeitig mache ich auf meine Leihbibliothek aufmerksam. Dieselbe enthält nur durchweg W neue Bücher in schönen sauberen Halbfranzbänden. Das Abonnement beträgt für 1 Buch monatlich 2 JL, vierteljährlich 5 J&, halbjährlich M 8 «X, jährlich 12 Jt, für 2 Bücher entsprechend 2 Jl. 50 6 10 «X, 16 «X; für 1 Band pro Tag 10 H. Ä Nach Auswärts versende ich gern Bedarf für längere Zeit zum Abonnementspreis für 2 Bücher. Verzeichnisse gratis. D Hochachtungsvoll Fehsenfeids Universitäts-Buchhandlung und Antiquariat M. Baltz, Giessen. drei Hasen". 7881 Plockstraße 2. vermiethen. 3) Vorstandswahl. Der BorAand 7751 miethen- Aslerweg 15. Grünbergerstraße 16 II. L710 Schlußcourse 1 Uhr 15 Mtn. Koch’s Deutschland - Führer. Seleawttfett bet Ktrlfaet JBdr-r30. September 1889 Vestt Oestl Pension Tendenz: matt. Agent [2926 Carlljoos in Gießen K4L0 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in (Sieben. Die heutige Rümmer enthält 1 Blatt und 1 Beilage Dortmunder Union-Actien Darmstädter Bankactien 164.90 99 80 112.90 17190 237 40 51.90 100.60 228.10 197.25 103.75 16450 cerr. Ereditactien terr. StaatSbahn-Actien GEGR: 1846 Kür Einjährige Möbl Zimmer zu vermiethen. 93.4'; 79.20 92.80 65,00 9210 — | 5% BuderuS Obl — Franks. Bank-Disk. 4 o/o. vermischte Anzeigen. Das Fa^oniren der Filzhüte aus alten Damen- und Herrenhüten besorgt rasch und billig 7907 A. Fangmann. Die Beerdigung findet statt: Dienstag den 1. 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Schön möbl' Zimmer zu vermiethen- Aslerweg 44. 7891 Ein schön möblirtes Zimmer zu Conrrbericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 30. September 1889« Sprach- und Reiseführer. Practisch und leicht fasslich Parlez - vous fran