Nr. 2SS Mittwoch den 31. October 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. teureftttt Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis ^.rteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Dl 3 t bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf; 9. Telegraphische Aepesche«. »oM's telegr. Larrefpoubenr - Buren«. Berlin, 29. October. Das von Sr. Majestät dem Kaiser an den russischen Minister des Auswärtigen, Herrn v. Giers, zu dessen 50jährigem Dtenstjubiläum gerichtete Glückwunschtelegramm hatte nach der „Nordd. Allg. Ztg." folgenden Wortlaut: „Ich ergreife mit ganz besonderer Befriedigung den Anlaß, welchen Mn der Jahrestag bietet, welchen Ew. Excellenz heute feiern, um Ihnen Meine herzlichen Glückwünsche zu übersenden und in Ihnen einen sicheren und aufrichtigen Vermittler der officiellen und persönlichen Beziehungen, welche Mich mit Meinem theueren Freunde und nahen Verwandten, Sr. Majestät dem Kaiser Alexander, verbinden, zu begrüßen. gez. Wilhelm. Der Minister von Giers antwortete: „Tief gerührt von dem huldvollen Zeugniß des Wohlwollens, das Ew. Kaiserliche Majestät mir an dem heutigen Tage zu übersenden geruht haben, bitte ich Ew. Majestät um die Erlaubniß, die Huldigung meiner tiefen Dankbarkeit zu Ew. Majestät Deutschland. Darmstadt, 29. October. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Aller- o. Mts., bezw. 24. ds. Mts. den vormaligen Königlich Preußischen Regierungs-Baumeister Hermann Jmroth zu Eltville zum Wasserbauinspektor mit Politische Rundschau. Gießen, 30. October. Ueber den für November signalisirten Gegenbesuch deS Kaisers von Rußland am Berliner Hofe lauten die Nachrichten noch ziemlich widerspruchsvoll. Während man auf der einen Seite mit Bestimmtheit behauptet, der Ezar werde etwa in der Zeit zwischen dem 10. und 15. November nach Berlin kommen, um sich dann von hier aus nach Kopenhagen behufs Theilnahme am 25jährigen Regierungsjubiläum des Königs von Dänemark zu begeben, will man auf der andern Seite wissen, die Ezarenreise nach Berlin werde vorläuftg nicht stattfinden, da der Ezar seinen Aufenthalt im Kaukasus verlängert habe. Letzteres trifft aber jedenfalls nicht zu, denn die russischen Majestäten befinden sich bereits auf der Heimreise aus dem Kaukasus, auf welcher sie am Montag in Sebastopol eingetroffen sein dürften, um alsdann die Weiterfahrt nach Petersburg vermuthlich ohne größeren Aufenthalt unterwegs fortzusetzen. Es konnte somit der russische Kaiser allerdings noch ganz gut vor dem 15. November in der deutschen Reichshauptstadt sein und wenn am Berliner Hofe bislang noch keine Anzeige von einem Besuche des Czaren eingegangen ist, so ist hiermit selbstverständlich durchaus nicht gesagt, daß der Besuch überhaupt jetzt unterbleibt. Die Aeußerungen schmerzlichen Unwillens, welche Kaiser Wilhelm beim Empfange der ihn zur Heimkehr beglückwünschenden Deputationen der Stadt Berlin wegen der Preßerörterungen über intime Angelegenheiten der kaiserlichen Familie hat fallen lassen, erregen begreiflicher Weise in weiten Kreisen Aufsehen. In officieüer Fassung liegen indessen die Worte des Monarchen noch nicht vor, daher auch über deren Hauplftelle einigermaßen verschiedene Lesarten coursiren. Nach der einen hätte er von einem „Thelle der vaterländischen Presse" gesprochen, durch dessen Erörterungen über die inneren Angelegenheiten seiner Familie sich der Kaiser verletzt fühle, nach der anderen Lesart aber soll der Herrscher direct die „Berliner Presse" dieser verletzenden Discussion bezichtigt haben. Jedenfalls ist der Kaiser deswegen ernstlich verstimmt und seine Verstimmung erhellt auch daraus, daß er sich die Herren der Deputation nicht vorstellen ließ und auch ihrem Führer, dem Oberbürgermeister v. Forckenbeck, die Hand nicht reichte. Darüber, was der Kaiser eigentlich gemeint, sind ebenfalls verschiedene Anschauungen verbreitet, jedoch kann es wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß der Kaiser auf die Erörterungen einer Anzahl Blätter über das Tagebuch Kaiser Friedrichs und über die Krankheit desselben anläßlich der Mackenzie- schen Brochüre zielte. Zu einer großartigen Kundgebung gestaltete sich die am Samstag in Köln stattgefundene Volksversammlung in Sachen der afrikanischen Gelavereifrage.* Die angesehensten Persönlichkeiten der Stadt, unter ihnen der Oberpräsident und der Erzbischof, sowie die Spitzen der Civil- und Militärbehörden waren in der Versammlung anwesend und sprachen in derselben Realgymnasiallehrer Hespers, Premierlieutenant Wißmann und Missions-Jnspeclor Fabri über die afrikanischen Tagesfragen. Zum Schlüsse nahm die überaus stark besuchte Versammlung eine Resolution an, welche die Unterdrückung des afrikanischen Sclaoenhandels als die Pflicht aller christlichen Staaten, besonders aber Englands, Deutschlands und des Congostaates bezeichnete und das Vertrauen der Versammlung ausdrückt, es werde die Reichsregierung die Ehre der deutschen Flagge und die deutschen Interessen wirksam zu schützen wissen; außerdem spricht die Resolution die Ueberzeugung aus, daß die einmüthige Unterstützung des Volkes ohne Unterschied der Partei und Confession und die thatkräftige Mitwirkung des Reichstages einem solchen Vorgehen nicht fehlen werde. Die am Samstag erfolgte Eröffnung der bulgarischen Sobrarrje lenkt den Blick wieder mehr der bulgarischen Frage zu, die seit längerer Zeit schon ein recht beschauliches Stillleben geführt hatte. Indessen möchte auch jetzt noch zu bezweifeln fein, daß die bulgarische Angelegenheit nun wieder etwas mehr in Fluß kommen werde; wenigstens sind am diplomatischen Horizont Europas noch keinerlei Anzeichen zu entdecken, welche darauf hindeuteten, daß nachhaltigere Pourparlers zwischen den (Kabinetten wegen Bulgariens bevorftünden. Ebensowenig scheint aber auch auf irgendeiner Seite Neigung zu bestehen, gewaltsam in dieser heikeln Angelegenheit vorzugehen und was die neuerlichen Truppenverschiebungen in Rußland anbelangt, so ist nicht recht ersichtlich, wie sie direct mit der bulgarischen Affaire zusammenhängen sollen, da es sich bei jenen dem Vernehmen nach lediglich um die längst geplante Verlegung der kaukasischen Division nach der Weftgrenze Rußlands handelt. Die Bulgaren selbst aber werden sich wohlweislich hüten, der Entwickelung der Dinge vorzugreifen, wie dies schon die politisch so farblos wie möglich erscheinende Rede des Fürsten Ferdinand bei Eröffnung der Sobranje bekundet. Die Bulgaren wünschen eben weiter nichts, als in Ruhe gelassen zu werden und das „vereinigte Europa" thut ihnen einstweilen auch wirklich diesen Gefallen, aber daß dies nicht immer fo bleiben wird, liegt auf der Hand! In Athen haben die Festlichkeiten und Feierlichkeiten anläßlich des 28jährigen RegierungSjubiläumS des Königs Georg noch vor dem eigentlichen Jubiläumstage, dem 31. October begonnen. Als ihren Beginn kann man bereits die am Samstag erfolgte Eröffnung der griechischen Deputirtenkammer betrachten, da die Eröffnungs- botfchast des Königs eingehend Bezug auf das Regierungsjubiläum nimmt. Weiter empfing König Georg am Montag in feierlicher Audienz die Abgesandten der fremden Mächte, welche ihm die Glückwünsche der betreffenden Regierungen überbrachten. Sämmttiche seefahrenden Nationen Europas haben Schiffe ihrer Kriegsmarine nach dem Piräus, der classischen Hafenstadt von Athen, entsendet, um officiell die Flaggen der betreffenden Länder beim Regierungsjubiläum des griechischen Herrschers zu zeigen. Auch nach dem 31. October werden In der griechischen Hauptstadt noch eine Reihe von Festlichkeiten stattfinden, welche alle an das seltene Ereigniß anknüpfen, an welchem die griechische Nation in allen ihren Schichten den freudigsten und .lebhaftesten Antheil nimmt. dem Amtssitze zu Mainz, mit Wirkung vom 1. November d. I., zu berufen, bezw. zu ernennen^ ^^uringenieur Moritz Reinhardt zu Darmstadt, gleichfalls mit Wirkung vom 1. November, zum Kreisbaumeister zu ernennen und die Ermächtigung ertheilt, demselben die commissarische Verwaltung der Stelle eines Wasserbauinspektors des Wasserbauamts Worms zu übertragen; den Kreisbaumeister Friedrich Jäger zu Darmstadt zum Kretsbaumelsttr deS Kreisbauamts Groß-Gerau zu ernennen. Darmstadt 29. October. Wegen des Ablebens Ihrer Durchlaucht der Fürstin von Waldeck und Pyrmont, geborene Prinzessin von Nassau, ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer bis zum 5. November l. I. einschließlich angeordnet worden. Hamburg, 28. October. Alle ©irafeen, welche der Kaiser morgen passiren wird, sind auf das Reichste und Prächtigste geschmückt und von vielen Tausenden von Menschen durchwogt, welche die Dekoration besichtigen. Die am Alsterbassin und dessen Umgebung befindlichen Laternen sind in Gasfackeln umgewandelt, welche Tageshelle verbreiten. Ueberall herrscht bereits eine erwartungsvolle festliche Stimmung. Die Vertreter der hiesigen Zeitungen und der auswärtigen Presse unternahmen heute mit sämrntlichen Barkassen und mit dem Dampfer „Patriot", die auch an der morgigen Fahrt theilnehmen, eine Fahrt auf dem Zollkanal und demjenigen Thelle der Elbe, welchen der Kaiser bei der morgigen Umfahrt passiren wird. Hamburg, 29. October. Bei aufheiterndem Wetter traf der Kaiser mit seinem Gefolge präcis 12 Uhr auf der Haltestelle bei der Lombardsbrücke ein, woselbst die Senatskommission, bestehend aus den Bürgermeistern Versmann und Petersen und den Senatoren Hachmann, Oswald und dem Senatssekretär Roeloff, sowie der Minister Bötticher und der Kommandeur der hiesigen Besatzung zum Empfang versammelt waren. Der Kaiser begrüßte die Bürgermeister mit einem Händedruck, schritt die auf- gestellte Ehrenwache ab und begab sich in die reich dekorirte Alsterlust, woselbst er das Frühstück einnahm. Pünktlich um 12^ Uhr wurde das Alsterschiff bestiegen und die Außenalster durchfahren, woselbst die Dampfer- und Ruderflotille manöverirte. Unter der Lombardsbrücke hindurch fuhr der Kaiser nach dem Jungfernstieg, roofelb“ die Offiziere der Landwehr und der Reserve Aufstellung genommen hatten. Dort bestieg der Kaiser einen vierspännigen Waaen in Begleitung des Bürgermeisters Versmann, im zweiten Wagen saßen Moltke und Bürgermeister Petersen, im dritten Bötticher und Gras Herbert Bismarck. Die Fahrt ging durch die via triumphahs, die dicht von Menschen besetzt war, zur Brookthorsbrücke, wo die Schlußsteinlegungs-Fererlich- keit stattfinden sollte. Der Kaiser nahm Platz auf dem mit einem Baldachin gekrönten Thron, umgeben von Moltke und den Adjutanten. Rechts nahm der Bundesrath und die Reichstagsmilglieder, links die Bürgerschaft und der Senckt Ausstellung. Die Tribünen, dicht besetzt von den geladenen Gästen, boten einen prächtigen Anblick. Nach ein« Musikfanfare hielt Versmann eine Ansprache, in der er dem Kaiser für seine Hierherkunft dankte, welche der heutigen Feier erst die rechte Weihe verleihe. Hierauf verlas er die Urkunde zur Feier der Schlußsteinlegung der Zollarbeiten und ersuchte den Kaiser diese Legung oorzunehmen. Der Kaiser that dies in feierlicher Weise. Dann folgten Moltke. Bötticher, Graf Bismarck, die Bundesrathsmitglieder, Senat und Bürgerschaft. Sodann hielt Hauptpastor Dr. Hirsche die Weiherede, welche der Kaiser entblößten Hauptes anhörte. Unter den Klängen der Nationalhymne verließ der Kaiser mit Gefolge die Tribüne, um auf der Dampfbarkasse zunächst den Zollkanal zu besichtigen. Bei der neuen Harburger Brücke bestieg er einen größeren Dampfer, der die Elbe bis Altona abwärts befuhr. Der Kaiser unterhielt sich eingehend mit beiden Bürgermeistern; er erschien ernst, war aber sichtlich gut gelaunt. Die Feststimmung wurde durch keinen Mißton getrübt. — Auch die Elbfahrt des Kaisers verlief überaus glänzend; der neue Hafen mit seinen Hunderten großer, beflaggter Schiffe, deren Mannschaften in Parade auf den Raaen standen, machte einen imponirenben Eindruck. Um zwei und dreiviertel Uhr langte der Kaiserdampfer, begleitet von drei großen Dampfern und zahllosen kleinen Fahrzeugen, in Sankt Pauli bei der Landungsbrücke an. Der Kaiser bestieg einen vierspännigen Galawaaen und fuhr längs der Elbseite. der sogenannten Wasserkante, zum 9teuen Wall und Jungfernstieg. wo er im Palais Jänisch abstieg und bis 5 Uhr verblieb, verschiedenen Personen Audienz ertheilend. Dann verfügte sich der Kaiser nebst Gefolge nach der Kunsthalle, woselbst ihn der (Senat in vollem Ornate empfing. Die Kaisertafel umfaßte sechzig Couverts im Makartsaal, die Marschalltafel 240 Couverts im Galileisaal. Der Kaiser, in sehr animirter Stimmung, wechselte mehrfach Scherzworte mit Herbert Bismarck. Bürgermeister Petersen toastete auf den Kaiser. Dieser dankte, indem er betonte, Hamburg sei ihm keine unbekannte Stadt und er denke mit besonderem Vergnügen an zwei Besuche zurück, einmal, als seine Eltern seinen Bruder nach Kiel begleiteten, zum zweiten Male als er mit seinem Großvater hier gewesen sei. Beide Male werde ihm der Empfang unvergeßlich bleiber. Er sehe den heutigen Jubel als ein Erbstück seines seligen Großvaters an. Wenn ec nach Norden zu feiner hochgeliebten Flotte fahre, führe der Weg ihn durch Hamburgs Mauern. Er habe feine Reise unternommen im Interesse des Friedens, der Industrie und des Wohlstandes des Vaterlandes. Der heutige Tag sei ein hochbedeutender, und das heute vollendete Werk sei das erste besondere Ereigniß seiner Regierung auf dem Gebiete der inneren Politik. Er hoffe, Gottes Segen werde darauf ruhen, und Hamburg werde weiter aufblühen. - Um sieben Uhr fuhr der Kaiser mit dem Gefolge über den Jungfernstieg nach dem Dammthorbahnhof, woselbst die Abreise nach Fried- richsruh erfolgte. Als der Kaiser mit dem Bahnzug über die Lombardbrucke fuhr, wurde ein prachtvolles Feuerwerk abgebrannt. Gegen sechs Uhr entstand ein leichter Regen, der später stärker ward; dennoch gestaltete sich die Illumination zu einer glänzenden. (ü- Ztg-- Lokales 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. versehrt. Es ist noch nicht festgestellt, ob es sich dabei nur um einen Betriebsun^^ handelt. — Nach einer Meldung aus Sebastopol traf das Kaiserpaar dort W e’nsU?UCAe ??^»^schehenem Empfang eines außerordentlichen türkischen G? ^ndten^des^Nackmtttags^setne Rückreise nach Petersburg fort._____________ Um ert5eitun6 fcer 6o* Desgl. des Heinrich Kalkbrenner. Desgl. des Georg Stösser. Desgl. des Gerhard Bötz. MnUßiqucur^riCb‘ ®t00^ um Erthetlung der.Concession zum Ausschank Zand. bel £’cinrl,S Kr«°b zum Ausschank von Bi-r und Wein °« 121 Wlbti?*8 m“r ®Cpp um Erlaubnlß zur Anbringung eines Firmen- 13. Desgl. des Graveurs Max Rühl. iE' JEsgl. des Zahntechnikers Julius Kohlermann. 1g: 3Be8Cn- S'r°b-N und Plätz-N. 17- Die Anstellung eines Schutzmannes. iq TU «?rUfI^tIintc Einen Thetl der Straße in der Neustadt. 19. Die Beleuchtung auf der Ostanlage. 20. Ten Feldweg in der Lichtenou. 21. Baugesuch der Wilhelm Dietrich Wwe 22. Den Fluthgraben in der Flügelsgasse. 23. Die Benennung der Straßen. 24. Kostendecretur^n. ~ rk ©iefefttr 30 October. Die frühere Gail'sche Wollspinnerei im Neustadt Feld ist durch Kauf in den Besitz des Herrn Wilh. Gail (Firma: G? ©tabliffement die Hohe des Kaufpreises verlautet noch nichts Bestimmtes. Das Etabltstement bleibt sonach erfreulicher Weise im Besitz der Familie Gail. Reise von München nach Riga wird das Orchester der Münchener »Sr-lftFsr1 »Sä n" \ 20 r Wonnen daher unfern Lesern einen genußreichen Abend in Aussicht stellen und verweisen bezüglich des Näheren aus den Jnseratenlhell. K verweisen unsere Leserinnen nochmals auf die im ^nseratentbell i>,- rurb ®*a<6 un^inbmK1m^0hr Sl-n°gr°ph-n-«-r-lns und empfehlen ihnen KMbe ^r -oeaajrung tn Rücklicht auf den eminent großen Nutzen der Stenoaravbi? I 7°°'°pr-n-V-r.in aber, welcher ja schon'soviel für bie »SX jgg E abel^bergers gethan hat, wünschen wir, daß auch seine jetzigen Bestrebunaen die Stenographie in unsere Damenwelt einzuführen, von Erfolg begleitet seien! Vermischtes. SagebL LZlissement (Gr° Drehböhn" 8 U6r an- °-'°Mg-V-r-dligun, in MnganN7m«K Senator O^wa d Namens des Senats und durch Herrn Präses Mestern Namens der Hamburger Handelskammer. Hierauf Erläuterung der ausgestellten Pläne durch §r?.krt'Sber:^nhCn eur ^"dreas Meyer. 11 Uhr: Beginn der Besichtigung. 1 Uhr §ru&ftücf, Segeben von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschatt an ÖBÄ.ÄK L m SÄtSÄSSS für d-r-n Valvarasto-Llnle. Rückfahrt nachStP°ulr^Baumwall sD-rÄ -anal .ft eleclrlfch beleuchtet.) 5«/, Uhr: Schluß der Besichtigung 6V° Uhr pünkll^ der Hand7skammer Ämbüt®“* ®Wment (Gr. Drehbah»),gegeben °°n *y&Ä?Ä'aE«Ä‘5Ä krößereu ML 7?, SÜ. ?LLuu°en sich ergebende Häute entweder in 15° MS 20 $rn«nt nphrfi^autc a'tn ^>°u seit Jahren gegen di-Nachbarstädte um annäh-A ÄooSobÄttr fttr b‘e 6iCf,8tn M-tzü-r -in jährlicher V'-rlust von svät-r ^fn^s,ünern.9A8.»s$crnanHtun0i. Ging heute in später Abendstunde bis zu d-r .P?i,E/,"iolgenden Urtheilspublicatton der längst erwähnte Proccß aeaen den ffi,- slar‘K -Ä. "ä tes. su'ääss ü"" scs gretfen fei, weil vielfach nur sehr geringe Betrage hinterzogen worden seien. 3 u b“ SSSts » S^ÄÄ von O-st-r-ich di-hiesige StZt^" °°" WenCm§ paffirle heute Morgen bie Äaiferia erb e t ©tabtöeiorbneter Haffner, ein Bruder von Bischof Haffner das sill-rne silberne"Ver?ienstmedatlle."'b b'° ^°'steh-rtn d-s hiesigen Pmam.ut-nver-lns eine ©amfiag MeudÄ/Äch!'einer L-mr'Br-u°«l" d« Geld &r»tWUrb' m, ^tt0WbtXte und bMWKrtfi offÄ S Geld'b i h*“1 ? &ßCk' ?ls sie sich in ihrer Vermuthung getäuscht sahen ^ derart auf ben Unecht ein, baß berfelbe blutüberströmt in Alzey ankam. - gleifte gestern Äittag eine Gütermaschiene mit bret Wagen, woburch ber direkte Ner- fe^r zwischen Mainz unb Kirchheimbolanben längere Zeit gesperrt war- n^lUrt 271 October. Am Donnerstag Nachmittag hielt ber Verein für das Großherzogthum Hessen unb die Provinz Hessen - Nassau ur Beschäftigung °m°wf’ «.TaZesorbnung für die St«btverorbneten-Sitzuna tm »otmeritafl den 1. November 1888, Nachmittags 4 Uhr. 0 *" 9’ Thetlung ber III. Elaste der Stadtknabenschule. 2* K,Echnung des Realgymnasiums unb ber Realschule für 1887/88. 5Dte Vermiethung der Kellerräume unter ber höheren Mäbchenschule. ehemals Walther'schen Hofraithe. Stiftung^ dH. Großer III. um Abtretung von Gelänbe der Plockischen Füßen legen zu dürfen. Ich schätze mich glücklich, durch bas Vertrauen meines erlauchten Herrn zum Dolmetscher sowohl der Gefühle der Freundschaft, welche Allerhöchst- venselben mit Ew. Majestät vereinigen, wie auch ber Trabitionen bes herzlichen Einvernehmens zwischen den beiben Länbern berufen zu sein." Berlin, 29. October. Nach amtlicher Mittheilung des städtischen Magistrats erwiderte der Kaffer auf die am Sonnabend von den städtischen Behörden überreichte Adresse, er danke herzlich für das dargebotene Geschenk und nehme dasselbe gern entgegen. Es gereiche d m zur freudigen Genugthuung, daraus zu ersehen, wie die Theilnahme der Berliner Bürgerschasr ihn begleite, wohin auch immer die Aufgaben seines kaiserlichen Berufes ihn führten. Se. Majestät freuten sich um so mehr, das am heutigen Tage aussprechen zu tomien, als sie soeben einer schönen Feier beigewohnt hätten: der Einweihung einer neuen deren Bau vom lebhaftesten Interesse seines Vaters verfolgt und gefördert wurde. Auch Sr. Majestät gereiche es zur großen Freude, daß er überall die Wahrnehmung mache, wie dem deutschen Reiche von fremden Fürsten und Völkern Sympathie entgegengebracht wurde, und daß diese Theilnahme sich auch auf die Reichshauptstadt mit erstrecke. Aller- hochstdieselben könnten aber nicht umhin, auch einer recht schmerzlichen Erinnerung aus seiner Reffe Ausdruck zu geben Während Se. Majestät alle Kräfte eingesetzt hätten, um durch das Anknüpfen von Freundschaftsbanden den Frieden und die Wohlfahrt des Vaterlandes und auch d.'mit der eigenen Hauptstadt zu sichern, hätten die Tagesblätter der Haupt- und Residenzstadt die Angelegenheiten seiner Familie in einer Art und Weise an die Oeffentlichkeit gezogen und besprochen, wie sich ein Privatmann dies nie würde haben gefallen lasten. Se. Majestät sei dadurch nicht nur schmerzlich berührt, sondern auch Aller- hochstihr Unwille dadurch erregt worden. Vor allem bäten sich Se. Majestät aus, daß das fortdauernde Zitiren ihres seligen Vaters gegen ihre Person endlich unterbleibe. Es verletze ihn als Sohn aufs Tiefste unb sei unpassend im höchsten Grade. Er gebe sich der Erwartung hm, daß, wenn Allerhöchstdieselben Berlin zur hauptsächlichen Residenz wählen — und ihn als einen Berliner ziehe es immer hierher —, man davon absehen werde, rntime Beziehungen seiner Familie zum Gegenstand der Erörterung in der Presse zu machen. Die Aufgaben, welche den Fürsten mit seinem Volk vereinten, um das Vaterland groß und glücklich zu machen, seien bedeutend und mannichfach genug, um sich mit ihnen zu beschäftigen und alle anderen Dinge, wie vorerwähnte, ruhen zu lassen. In treuer Hingabe für diese hohen, erhabenen Ziele sollte man sich vereinigen und seine Kräfte gebrauchen; Aller- hochstdieselben vertrauten, daß die Vertreter ber Stadt Berlin, welche heute begrüßen zu können Sr. Majestät zur besonderen Freude gereiche, hierzu an ihrem Theile mitwirken , würden. _ . — Die auswärts verbreitete Meldung von einem gegen den Kaiser von Rußland wahrend des Aufenthaltes in Ketais beabsichtigten Attentate ist nach einer von competentester Seile eingezogenen Erkundigung völlig unbegründet. r, . Hamburg, 29. October Bei dem im „Hamburger Hof" vom Senat veran- stalteten Festmahl für die Mitglieder bes Bunbesraths hatte an ber hufeisenförmig aufgestellten Tafel Staatsminister v. Bötticher ben Ehrensitz eingenommen, links von demselben saß ber Bürgermeister Versmann, rechts ber Bürgermeister Petersen neben letzterem Minister v. Goßler, bann ber preußische Gesandte Geh. Legationsrath v- Ku^erow ferner waren anwesend der bayerische Gesandte Graf Lcrchenfeld, der sächsische Gesandte Graf Hohentbal, ber württembergische Gesanbte Graf Zepplin, ber badffche Gesanbte v Marschall, Senator Carl Schurz, Abolf Wörmann, ber technische Leiter der Zollanschlußbauten u. a. m., im Ganzen circa 60 Personen. Staatsminister Graf Herbert Bismarck unb Abmiral Graf Monts nahmen bie Einladung des Herrn v. Kusterow, bei ihm Wohnung zu nehmen, an. 29. October. Die Fahrt durch bie Stabt nach bem Festplatze an ^sL^brucke glich einem Jubelzuge. Wieberholt würben Blumen von Kinbern überreicht. Der Enthusiasmus ber Hunberttausenbe ist unbeschreiblich. Der Kaiser grüßte immerwährend. Nachdem ber Kaiser bie Tribüne bestiegen, hielt Senator Lers- mann eine Ansprache: „Ew. Majestät wolle ben Dank bes Senats unb ber Ein- wohne' schäft entgegenvehmen, baß es Ew. Majestät gefallen, bie Stabt burch Ihre Gegenwart zu ehren unb ber Feier burch persönliche Theilnahme die rechte Weihe zu geben.' Hieraus ward die Schlußsteinurkunde verlesen, worin die Bedeutung der Entstehung und Vollendung des großen siebenjährigen Werkes des ^ollanschlusses aefdiik 2."! - Versmann schloß: „Mit Ew. Majestät gnädiger Erlaubniß wird die Inschrift des Steines noch den spätesten Geschlechtern unserer Nachkommen Kunde geben Sodann wurde bem Kaiser Kelle und Hammer überreicht. Mit den Worten- Zur (^hre Gottes, zum Besten bes Vaterlanbes unb zu Hamburgs Wohl, fützvte ber Kaiser den Mortelwurf und die Hammerschläge aus. Es folgten Mollke, Versmann, Petersen, Bötticher. Während ber ganzen Ceremonie spielte bie Musik pianisaimo ben Marsch aus ber „Zauberflöte". Se. Majestät besichtigte noch von ber Tribüne aus bie Umgebung bes Festplatzes, wobei ber Bürgermeister Versmann Erläuterungen über bie Bebeutung ber von hier aus sichtbaren Anlagen gab. Hierauf betrat ber Geistliche Senior Dr. Hirsch die Tribüne, Se. Majestät unb bie ganze Festversammlung ent- bloßten das Haupt. Se. Majestät hielt währenb ber Rebe des Geistlichen ben Helm tn der Rechten. c xx Beendigung der Feier erfolgte eine Fahrt auf der Elbe. Zu diesem Zweck hatte sich der Kaiser an Bord des Dampfers „Patriot" begeben, welcher die Kaiserstandarte hißte. Hunderte kleiner Dampfer umgaben den „Patriot" und unaufhörliche Jubelru e erschollen von ben vor Anker liegenden Dampfern, bie mit Schülern und Waisenkindern besetzt waren. An mehreren Stellen lagen Dampfer mit Musikcorps, welche das Kaiserboot begrüßten, und von den großen Setzdampfern, bie mit einem dichtgedrängten Publikum angefüllt waren, wurden bem Kaiser stürmische Hulbigungen dargebracht. Kaiser Wilhelm hatte sich sofort, nachbem er ben „Patriot" bestiegen, auf die Commanbobrucke begeben, unb bankte allseitig grüßend. Bei ber Fahrt unterhielt st cd der Kaiser sehr lebhaft mit beiden Bürgermeistern, mit den anwesenden Technikern, desgleichen mit Karl Schurz unb Regierungsrath Delbrück, bie sich unter ben Gästen beianben. SM ber Lanbung an ber aufs Prachtvollste geschmückten Brücke begab sich Kaiier Wilhelm, unter immer erneuten stürmischen Kundgebungen des Publikums zu Wagen nach seinem hiesigen Absteigequartier im Jänisch'schen Hause. Friedrichsruh, 29. October. Der Kaiser ist Abends 7 Uhr 50 Min. hier einge- troffen und wurde auf dem Bahnhofe vom Reichskanzler empfangen. Der Bahnhof war festlich geschmückt und beleuchtet; ebenso die Post unb mehrere Privathäuser. Die Feuerwehr mit Fackeln bilbete Spalier. Der Kaiser begrüßte den Reichskanzler aufs Herzlichste Mit wiederholtem Händeschütteln und begab sich mit demselben unter enthusiastischen Hur?ah- rusen der trotz des Regens zusammengeströmten Menge alsbald nach dem Bismarck'schen Schloß. . , *«' 29. öctober. Di- W-s-rz-ilung" erführt, d-r Kaif-r habe anläßlich d-s glücklich vollzogenen Zallanschlusfes dem Bürgermeister Raff und den Senatoren Gildemetster und vr Meter eine kostbare Vas- übersandt, dem Conlul H. H. Meier den Kron-norden erster, dem Oberbaudlreclor Franzlus zweiter und dem B-uratb Baukes dritter Classe verliehen. y Rom- 29. October. Der „Rtforma" zufolge legte Magliani In dem jüngsten Mintstcrrath- die Finanzlage dar und constalirte, daß bie über dieselbe verbreiteten ungünstigen Gerüchte keineswegs gerechtfertigt feien. Pari-, 29. October. Bei ber heute gefeierten Vermählung ber Tochter Soulangerg fanben am Eingang zum Standesamt boulangisttsche Demonstrationen statt. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor, da ihr, als sie die Volksmenge auseinandertrieb, Widerstand geleistet wurde. 0 r 29' October. In der gestrigen Monarchisten - Versammlung, woran gegen 2O0O Personen theilnahmen, hielt Lambert de Sainte-Croix eine Rede, worin er auf die Vereinigung aller Royalisten hinwies unb betonte, es sei befremblich, daß bie 1' L" Verfassung tauge nichts Nach ber Versammlung t ki ' ^ei welchem ber General Charette in einem Trinkspruch aus- g?rle, bie Mov-r-bi- s-i dl- l-tzl- Zuflucht Frankreichs; sie werde das Glück und dl- Stabilität des Landes sichern. Atttr6.btt,.9' ,29' Octvber. Das Els d-s Ladoga- Sees begann gestern bei Schlüsselburg in bie Newa hineinzugehen. 0 Petersburg, 29. October. Ein hier eingegangenes Telegramm bes Hofministers von heute um zw^ Uhr Nachmittags melbet, daß auf der Station Borkt der Kursk- Charkow-Asower Eismbahn, im Kaiserzug die zweite Lokomotive unb bie auf biefe olgenben vier Waggons entgleist sind. Die Kaiserfamilie und die Suite blieben un- Arbeitsloser (Arbeiter - Colonien) seine Generalversammlung im Sitzungssaals des Magistrats ab. Herr Dekan Stromberger - Zwingenberg fügte dem bereits früher erschienenen Jahresbericht über das letzte Vierteljahr noch zu, daß 32 Leute von auswärts verlangt wurden, aber nur 8 empfohlen und untergebracht werden konnten. Wiederum herrsche ein Ueberfluß an Schreibern und Kaufleuten. Es wäre sehr gut, meinte der Herr Dekan, wenn die von den Strafanstalten Entlassenen angewiesen würden, sich an Landarbeit zu gewöhnen. Andererseits seien auch Mißstände bei den Arbeitgebern zu beklagen; dieselben unterzögen sich meist nicht der Pflicht, die erziehliche Aufgabe der Colonie ihrerseits fortzusetzen. Manche Arbeitgeber nähmen die Sache gar zu leicht. Herr Oberbürgermeister Dr. Miquel kann nur bestätigen, daß es am allerschwersten ist, für Kaufleute, Canzlisten u. s. w. Arbeit zu finden. Nun harre auch noch ein großes sociales Bedürfntß der Befriedigung, nämlich die landwirthschaft- liche Buchführung. In dieser Beziehung mangelte es der Landwtrthschast in Deutschland noch sehr, und daraus entstünden eine Menge Uebelstände, die mit der unrichtigen Rentabilitäts-Berechnung u. s. w. zusammenhängen. Ob man nicht die Leute in den Colonien vielleicht darin unterrichten sollte? Wenn nur in einem Dorfe ein zuverlässiger und sachkundiger Mann sei, der die landwiUhschaftliche Buchführung kenne, für die größeren Bauern die Bücher führe und ihnen die Rentabilitätsrechnung zeige, so scheine ihm das doch noch wichtiger als die sogenannten landwirthschaftlichen Wanderlehrer. Die nothwendigen landwirthschaftlichen Kenntnisse eigneten sich die Leute leicht an. Es gäbe auch vorzügliche gedruckte Anweisungen. Herr Inspektor Schmidt und der Vorsitzende, Herr Geheimerath Dr. Goldmann, sagten Berücksichtigung des Wunsches zu. Aus dem Vorstand hatten auszutreten: 1) aus dem alten Bezirk, dem Dienstalter nach, der Freiherr Heyl zu Herrnsheim in Worms, Oberbürgermeister Ohly-Darmstadt, Gymnasiallehrer Stamm-Gießen, Pfarrer Walz-Nauheim, Geheimrath Weber-Darmstadt, Commercienrath Weintraub - Offenbach, Präsident v. Hergenbahn - Frankfurt, Geheimerath Ladenburg-Frankfurt, Stadtpfarrer Geistlicher Rath Münzenberger-Frank- furt, Stadtverordneter Sonnenberg-Frankfurt, Reichstagsabgeordneter Kalle Wiesbaden. Dieselben wurden einstimmig wieder- und an Stelle des wegen Wegzugs ausgetretenen Herrn Prootnzialdirectors Dr. Boekmann Herr Provtnzialdirector von Gagern zu Gießen neu gewählt. 2) Für den Regierungsbezirk schieden nach dem Loos aus die Herren Gutsbesitzer Souchay-Künzell, Professor Achelis-Marburg und Landrath Wentzel- Marburg, die gleichfalls wiedergewählt wurden, wozu noch in die zwei bisher offen gehaltenen Stellen die Herren Oberbürgermeister Dr. Westerburg-Hanau und Stabrath Ferdinand Koch-Hanau neu erwählt wurden. — Frankfurt, 29. October« Heute Vormittag wurde vor dem Schwurgericht gegen den Postdefraudanten Haag aus Limburg a. L. verhandelt. Der erst 24 Jahre alte Angeklagte war geständig; die Verhandlung nahm in Folge dessen einen sehr schnellen und glatten Verlauf. Haag hat nach und nach 16000 JL unterschlagen. Er will zu diesen Veruntreuungen durch Roth gekommen sein. Seine Versetzung nach Homburg v. d- H. hatte allerdings eine Verminderung seines Einkommens im Gefolge, indeß haben sich seine Schulden , seiner eigenen Angabe gemäß, auf nur 200 JL belaufen, es lag also nichtsweniger als eine Nothwendigkeit vor, so hohe Summen zu veruntreuen. Haag ist nach Unterschlagung des Geldes zunächst nach Mainz gereist, hat seinen Bruder zur Fahnenflucht veranlaßt, ihn mit Geld versehen und ist dann mit ihm und einer Frauensperson über Calais, Dover nach Liverpool gefahren. Hier benutzte das Kleeblatt einen Steamer nach Boston. Seine dort erfolgte Verhaftung ist bekannt. Der größte Theil des Geldes wurde noch bei ihm gefunden- Die Postbehörde, welche die Auslieferungskosten zu tragen hatte, erleidet einen Verlust von ca. 7000 JL. Es wurden nur 2 Zeugen vernommen. Der ehemalige Vorgesetzte des Angeklagten stellte ihm ein gutes Zeugniß aus. Haag scheint durch den Umgang mit Frauenzimmern rmf die Bahn des Verbrechens getrieben worden zu sein. Er wurde nach kurzer Be- rathung zu 4 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Hünfeld, 29. October. Die Stadt Hünfeld steht seit heute Morgen in Flammen. Etwa 150 Hauser sind abgebrannt, darunter die Post und das Rathhaus. Ueber den Brand von Hünfeld erhielten wir heute nachstehende Depesche: „Hünfeld ist zu zwei Drittel abgebrannt, 150 Häuser liegen in Asche, etwa 1200 Menschen sind obdachlos. Post, Rathhaus, Apotheke, Steueramt wurden ein Raub der Flammen. Von Hersfeld traf Militär, aus der ganzen Umgegend Feuerwehren ein. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Ein Fuldaer Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Vieh ist verbrannt. Der Schaden wird auf V/a bis 2 Millionen Mark geschätzt." Die „Franks. Ztg." berichtet ferner über das Brandunglück: Hünfeld, 29. October. Von dem durch eine Feuersbrunst heimgesuchten Hünfeld steht zur Zeit nur noch ein Drittel. Die Stadt bietet einen überaus traurigen Anblick dar, sie ist ein rauchender Trümmerhaufen. Heute früh 7 Uhr entstand das Feuer beim Kronenwirth und griff so rapid um sich, daß bis heute Abend 6 Uhr, zu welcher Zeit man des verheerenden Elements Herr wurde, nicht weniger als 150 Wohnhäuser, ohne Scheunen und Nebengebäude, in Asche sanken. Das Rathhaus, die Post, die Apotheke und beide Steuerämter sind ein Raub der Flammen geworden. Elwa 1000 Menschen sind obdachlos. Die meisten Abgebrannten sind versichert, viele aber auch nicht. Die Letzteren liegen in den Gärten bei ihren wenigen Habseligkeiten. Für die obdachlosen Menschen konnte der vom Feuer verschonte Rest des Ortes nicht Unterkunft bieten, es sind daher viele nach Fulda, Hersfeld und anderen Orten gegangen, um dort die Nacht zuzubringen. Die Feuerwehren von allen Orten der Umgebung waren anwesend, von Hersfeld trafen 80 Mann Militär ein, welche größtentheils zur Wache, theils auch zur Hülfe hierher beordert wurden. Die Wtrthschaften, es find deren noch 4 geblieben, sind überfüllt, die Aufregung ist unbeschreiblich. Fast sämmt- liche Bäckereien sind abgebrannt, so daß von Fulda Brod hierhergesandt werden mußte. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Nur ein Feuerwehrmann aus Fulda stürzte von einer brennenden Scheune herunter und wurde schwer verletzt. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. Die Stadt liegt auf einem Hügel; was auf demselben lag, ist niedergebrannt. Es ist lediglich der günstigen Windrichtung zu danken, daß der Ort nicht gänzlich ein Raub der Flammen wurde. Die Kirche ist vom Feuer verschont geblieben. Der bessere Theil der Stadt ist abgebrannt, insbesondere find alle besseren Geschäfte zerstört. — In Großenbach brannten ein Wohnhaus und zwei Scheunen ab. In Großentaft, gleichfalls ein Ort in der Nähe, brach auch heute Feuer aus, indeß ist dort das Brandunglück nicht so schlimm. * Nach den Mittheilungen der Centralstelle für die Landesstatistik werden im Großherzogthum Hessen insgesammt 31,886 Hunde versteuert, davon in der Provinz Starkenburg 14,065, in Oberhessen 9,089 und in Rheinhessen 8732. Der Ertrag aus der Hundesteuer (für den Hund 5 JL} beziffert fick auf JL 1594,30. Der Ertrag aus der Gemeinde Hundesteuer beläuft sich in den 66 Gemeinden, welche außer der Staatssteuer noch die gesetzlich zulässigen Gemeindesteuern erheben, JL 37,439 50 für 9154 Hunde. 22732 Hunde werden demnach in Gemeinden gehalten, welche außer der Staatssteuer eine Gemeindesteuer nicht erheben. In Mainz wurden im Etatsjahre 1887—88 versteuert 1444, in Darmstadt 1317, in Offenbach 841, in Worms 477, in Gießen 563 Hunde. — sDurchbohren von Majolika und Porzellan.) Keramische Objekte können ziemlich leicht mit stählernen Werkzeugen durchbohrt werden. Am besten bewähren sich Spitzbohrer gewöhnlicher Form, diamantartig gehärtet und bei der Anwendung mit Terpentinöl befeuchtet, wenn es sich um das Durchbohren der Glasur oder eines Glaskörpers handelt. Bei Majolika und Glas ohne Glasur kommt man am besten fort, wenn man die Bohrung unter Wasser vornimmt; so z. B. ist ein Gesäß vorher mit Wasser zu füllen und in ein Gefäß mit Wasser zu stellen, so daß der Bohrer unter dem Wasser zur Anwendung kommt und nach dem Durchdringen usteder in s Wasser kommt.' Bei innen glasirten Objekten kann statt Ä"Üung die Stelle, wo der Bohrer durchkommen muß, mit Kork unterlegt untcE der Bohrer angewendet wird, richtet sich nach der .§ Jv,e nmß icdoch, wenn der Bohrer dem Austreten auf der anderen ^mählich abnehmen und schließlich fast gänzlich aufhören, wenn Aus- n^?^0Cn Dre™ltcbfn, werden sollen. Um bereits vorhandene kleine Bohrungen zu besten drei- oder vierkantige glattgeschliffene Reibahlen anzuwenden zwar ebtt,falls unter Wasser oder wenn das Material zu hart ist (rote Glas oder ffPJ l?01 feuchtet. Die gleichzeitige Anwendung von Terpentinöl und ffleaenftnnh hL1 mVaUen.$dUf;n am besten, auch bann, wenn der zu bohrende LJ Ä?^^?e"t)ung Oels nicht gestattet, wie dies namentlich bei ÄrO ber 8°° ist, welch- ohne Anwendung des wm. r»J?a4,Än ?u °ertreiben.s Will man Kotzen von einer bestimmlen Lager- Jn?!' Karten, loswerden, so bestreue man dieselbe — räth die „Naturw. lmflJe«,t i°inem Pfefferstaub. Die Katzen ziehen beim Schnuppern jftftcrftt?rUb, P btc Nase und werden von Stunde an solche Stellen nicht mehr ;?£d)c.fbured) Bespritzen mit Wasser mittelst einer Gartenspritze oder durch Schießen mit Erbsen kann man gleichfalls die Katzen vertreiben, ohne sie zu beschädigen. «axSJ ro ? die Anpflanzung der Rauthe empfohlen, weil die Katzen den Geruch nicht vertragen können. , . ~. [^uffinben einer unbichten Stelle in Rohrleitungen.) Kürzlich bot man in Rochester auf folgenbe Weise eine unbichte Stelle in einer Wasserleitung aufgefunden Die Leitung führte unter dem Wasser des Flusses entlang und man nrnfete, daß ber Bruch baselbst irgenbroo sich befinben müsse. Man brachte in ben ^Dränten auf ber einen Seite des Flusses, welche bem Reservoir am nächsten liegt, - L°>uug von boppelmangansaurem Kali unb alsbalb zeigte sich an einer Stelle stelle führte C nC bunMrot^e Narbung bes Wassers, welche zur Auffinbung ber Bruch- — St. Wolfgang heißt ber Tag, ber ben Octobermonat schließt unb welcher ™« ßQE ^erlich nach alter, herkömmlicher Alt begangen wirb. Ist ber ?e"ige Wolfgang doch nicht nur ber verehrte Schutzpatron ber Regensburger Diöcese deren Bischos er einst war, nachdem er bte Steuer bekehrt hatte, unb wo er 994 starb sondern er gilt auch für ben oftmals angerufenen Schützer bet Hirten unb öeerben gegen ble Wolfe, sowie ber Holzknechte, Fället unb ber Schiffer, ja sogar als Be- grunber bes steyrischen Berg- unb Ackerbaues. — Es erzählt nämlich bte ßegenbe • Nachdem er die Bekehrten gelehrt, wie sie ben «oben zu bebauen unb bas Metall zu graben hatten, fertigte er selbst aus bem ersten zu Tage geförberten, geschmolzenen und geschmiedeten Eisen eine Axt, um damit ben Wald zu lichten, Pfade zu bahnen und Bretter für Holzarbeit zu schneiden. Alsdann warf er von hoch droben auf dem Wechselberg, an dessen Fuß er in seiner Klause wohnte, diese Axt hinab in's Thal indem er rief: „Nachdem ich Euch also lieblich vereint habe, soll Euch auch ein geistiges Band umschließen; — wo die Axt hinfällt, baut eine Kirche!" — So soll die Kirche zu St. Wolfgang am St. Wolfgangshain entstanden sein, wo noch jetzt die Axt zu sehen ist, ber St. Wolfgang damals folgte, um eigenhändig dort im Thal, wo er sie fanb, ein Gotteshaus aus gebranntem Lehm zu bauen, in welchem er jeden Tag die Gläubigen um sich schaarte und ihnen das Christenthurn predigte; noch zeigt man die ©puren von Fußstapfen im Felsen, wo der Heilige gestanden haben soll, als er die hinabgeschleudert. — Ehedem hielten die Holzknechte und Fäller der Gegend einen feierlichen Zug am St. Wolfgangstag, den 31. October, hinauf zum Wechselberg, um bott oben eine festliche Anbacht mit Gesang abzuhalten unb mit frommen Glauben diese Fußspuren zu küssen. Auch die Axt durfte dabei nicht fehlen! — schön geschmückte Knechte trugen sie — geziert mit Blumen, Perlen, goldgestickten Bändern — in einem Glaskasten auf einer Bahre unb Alles folgte in ben schönsten Sonntagskleibern: bes Thales länbliche Bewohner, bie Schuljugend re., allerlei kunstvolle Holzarbeiten tragend deren Urheber St. Wolfgang sein soll. — Trotzdem diese Festlichkeit nicht mehr statt- findet, wirb immer noch der Wolfgangtag im Ort St. Wolfgang selbst feierlich begangen und wohl heute noch unterläßt kein rechter, echter Schiffersmann von gutem, alten Korn, der auf dem St. Wolfgang-See nach St. Gilgen fährt, das Echo dort zu fragen: „Heiliger Vater Wolfgang, komme ich zurück? — Sage: Ja!" — Und ruft das Echo, das man bei Windstille am Besten hört, das gewünschte „Ja!" achtmal zurück, so bedeutet das soviel, als St. Wolfgangs Schutz für gute Fahrt! Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Bad Soden, 24. October. Pramiiruna Unter den auf der Ausstellung in Brüssel prämiirten deutschen Firmen befindet sich auch bte Brunnen-Verwaltung Bab Soden am Taunus, Ph. Herrn. Fay & Co. Die Jury ber Balneologischen Abteilung erkannte auf Ertheilung ber „Silbernen Mebaille" wegen ber Vorzüglichkeit ber aus ben Sobener Mineralwassern hergestellten Vrobuct/ als Sodener Mineral-Pastillen, Quellsalze unb Brausepulver. ' SchiffSn ach richt en. ==—=== n r Bremen, 26. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnellbampser Lahn, Capitan H. Hellmers, vom Norbbeutschen Lloyb in Bremen, welcher am 17. October von Bremen unb am 18. October von Southampton abgeganaen war ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angefommen. Bremen, 25. October. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postbampfer Hermann, Capitan A. Kohlmann, vom Norbbeutschen Lloyb in Bremen, welcher am 10. October von Bremen abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen Handel nud DerEehr. „ n«A^ßen, 30. Ottober. Auf dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter,pr.Pfd JL 0,80-0,85, Hühnereier, 1 St. 7— H, 2 St. 13-0 Enteneier 0- H Gänseeier 10-12 H, Käse pr.St.4-8 ,4, Kasematte pr. St. 3 ^ Erbsen pr. Liter 16 Linsen pr. Liter 30 X Tauben pr. Paar JL 0,40—0,60, Hühner pr. St JL 0 90—1 00 Hahnen pr. St. 0,90-1,10, Enten pr. St. JL i,30-l,70 OchsenKsch pr. Md! RiZß? 't' ^bsteisch 45—54 I Schweinefleisch 50-60 Hammelfleisch 54—64 Kalbfleisch 45—50 Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,00—7,00, Zwiebeln per Centner^ 5,00-6 00, Milch pr. Liter 12-18 H, Weißkraut pr. St. 3-7 Ganse per Pfb. 40—52 Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 43. Woche. Vom 21. October bis 27. October 1888. Einwohnerzahl: 19 001 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 1915°/«. Kinder ' Es starben an: Zusammen: Erwachsme: im vom „ w ± . 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Bauchfellentzündung 1 (1) 1 (1) — _ Krebs 1 (1) 1 (1) — __ Altersschwäche 11 — Herzkrankheit 11 — Lähmung 11 Lungenentzündung 1 (1) — — j Unbekannter Todesursache 1 — — * Summa: 7 (3) 5 (2) — 271)----" ??.m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komme Aktgemeiner Anzeiger. Regenschirme in nur tadelloser Waare mit schönen Ausstattungen empfiehlt 8245 A. Fangmann« Schweizer Stickereien ohne Appröt in Hunderten von Mustern wieder frisch eingetroffen bei 1621 J. Kaan jun., Kreuzplatz 10. Wasserbezug. Wegen vorzunehmender Arbeiten am Hauptrohr der Wasserleitung in der Frankfurterstraße wird in den nachbenannten Straßen: Frankfurterstraße zwischen Wieseck und der Wil- Helmstraße und in der Liebigstraße die Wasserlieferung am Vormittage des 31. October d I. unterbrochen, welches hiermit zur Kenntniß der betreffenden Anwohner gebracht wird. Städtisches GaS« und Wasserwerk Gießen. I. V.. Ullrich. [8787 Von den bei der im Bramm'schen Sälchen abgehaltenen Mobiliar-Versteigerung übrig gebliebenen Gegenständen verlause in meinem Geschäftslocal (Neuen- weg 22): 2 schöne ovale Tische, 1 Chaiselongue, 1 Salonspiegel (270/72) mit 2 Armleuchtern, 1 oval. Spiegel, zwölf nußv. Stühle, 6 kirschb. Stühle, einen Sessel, 2 runde Gartentischchen mit drei Stühlen, weiße Bettüberzüge, 3 Ttzd Thee- servietten, 1 Tafeltuch mit Servietten, Glas-, Krystall- und Alfenide-Gegen- i stände u. a. lLouiS Rothenberger, Taxator, I 8688] Neuenweg 22. 8773 Eine fast neue gut erhaltene Badeeinrichtung ist billig abmgeben. Schillerstraße 16 1. Mittwoch früh «. täglich eintreffend r Lebendfr. Schellfische in bester Eispackung, pr. Pfd 20 H, diverse Klütz' und Seefische, frische Austern (natlfs), «revse rc. A. Koch Nacht. 8792 Hamburger Fisch- u. Delicatessen-Handl. Laubsägeholz empfiehlt die Möbellabrik von Carl Stückrath, 8767] verlängerter Asterweg 47. 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Tagesordnung: Rechnung«ablage, Vorstandswahl. Gießen, den 30. October 1888. 8772 Der Borstand. Große Generalversammlung der Schäferei-Gesellschaften. Die Mitglieder werden gebeten, Mittwoch den 31. Oktober, Abends 8 Ubr, in der Wirtschaft des Herrn Chr. Haubach an der Lahnbrücke zu erscheinen. Tages-Ordnung: Stand des Prozesses refp. Vergleichs-Vorschläge. Im Namen des Vorstandes: 8765 Louis Flett. Stein s Garten. Sonnrretag drn 1 ilonrmbcr: GROSSES CONCEKT ausgesührt von dem (8790 Münchener Kunst • Gewerbe - Ausstellungs - Orchester unter Leitung des Capellmeisters Herrn Th. Stoltz Anfang S Chr. JEntree &O Pfg< Programm. 1) Ouvertüre zu -Hamlet" von Emanuel Bach. 2) &■ »La Regatta Beneziana^, Not urno von ... Fr. Liszt. fZ d. »Toreador et Andalouse^, Charactertanz von . Rubinstein. 3) Coucert für Flöte von Briccialdi- 4) a. »Die Mühle-'. b ^Entfernung vom Ball^, Intermezzo Ernest Gillet. 5) Rhapsodie Nr. 1 von Fr. LiSzt. 6) Air varie Nr. 12 für Violin (Herr Edelmann) von . CH de Beriot. 7) a. Sercnata von........Moszkowskp. b. Pizztkato aus Sylvia von DelibeS. 8) »La CaScadeE (Harfen-Solo, Herr Döhler) von . . CH. Oberthür. 9) a. Werbelied aus die »Meistersinger*, b. Liebeslied aus die »Walküre^, c. Schmanensang aus r8ohtttorin* von Richard Wagner. 10) ^Münchner Glocken^, Walzer (Violin-solo in der Einleitung Herr Edelmann) von Stoltz. 11) Ouvertüre zu »Orpheus* (Violin-Solo Herr Steinmeier) Ostenbach. Unsere Mitglieder werden hiermit zu dem Samstag den 3. November, Abends 8 Uhr, in Stein'- Garten stattfindenden Commers eingeladen und um zahlreiche» Erscheinen gebeten. 8770___________Der Vorstand. Die Bibliothek des Gewerbvereins ist von heute ab täglich — mit Ausnahme des Montag und Samstag — von 8 bis 12 Uhr Vormittags und außerdem Montags von T/2 bis 9 Uhr Abends den Mitgliedern geöffnet. 8777___________________________________Der Vorstand. Entschieden billiger wie überall kauft man sämmtlicke Artikel Winler-Scliiilie und -Stiefel in größter Auswahl und streng reeller Bedienung bet 8780 Sb Elsoffer, Gieiianthbräu anerkannt feinstes bayerisckes Bier, heute frischer Waggon. Der Flaschen- und Faßbierverkauf auch bei Herrn Möser» Altcestraße. 8784 _________Restaurant zur Stadt München. Mittwoch, 31. October 1. 37, Abends 8 Ubr, in der Aula Großh. GymnafiumS: Vortrag des Afrika-Reisenden Herrn Gerhard Rohlfs von Weimar über die Verhältnisse in Ostafrika und die geplante Emin- Pascha-Expedition. [860& Sperrsitze zu JL 1,50, nicht nummerirte Plätze zu JL 1,—, karten 50 in der C'erber’ifyn Univ, -Buchhandlung* Freunden und Gönnern die ergebene Anzeige, daß ich den Brauereiausfchank der Brauerei Förtsch Wktzstkingassk 25 übernommen habe und in der seitherigen Weise in dem jetzt vergrößerten' Locale rvetterführe. Zugleich mache ich auf das mit übernommene Flaschenbiergeschäfl aufmerksam. Freie Lieferung ins Haus bei jeder Bestellung. Hochachtungsvoll 8462 __________ J. Arnold. ®üd)L Mwssergelclle auf dauernde Beschäftigung gesucht von ----- Haus Lonei. ----- 8779] C. Hohmeyer, Sonnenstr. 11. Lustspiel in 4 Acten von A. L’Arronge. ^Redactiox: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Dl, heutig. Stummer «uthält 1 Blatt und 1 Beilage. >lipe zu Jlr. 255 des „flimmer Anzeiger" Vermischtes. — [Eie Arbeiten am Nordastseecanal^ Nachdem die Arbeiten am Nordostseecanal nunmehr bereits an zwei Loosen begonnen haben, dürfte cs für die weitesten Kreise von Interesse sein, diejenigen Bestimmungen in Erinnerung zu bringen, welche durch die Kaiserliche Canalcommisston über die Annahme der Arbeiter, den mit denselben atuuschlteßenbeu Arbettsoertrag, ihre Unterbringung und Verpflegung u. s. w. getroffen sind. WM Danach werden zur Beschäftigung beim Bau des Nordostseecanals nur männliche Arbeiter nach vollendetem 17. Lebensjahre zugelassen; wenn Väter mit ihren Söhnen in die Arbeit treten, genügt für letztere das vollendete 15. Lebensjahr. Deutschen Arbeitern wird bet sonst gleichen Eigenschaften und Leistungen vor fremdländischen der Vorzug gegeben. Jeder Arbeiter wird vor dem Eintritt in das Arbeitsverhältniß bei dem Canalbau durch den von der Bauoerwaltung für die betreffende Strecke bestellten Arzt untersucht, dessen Urtheil über die Zulässigkeit der Annahme entscheidet. Mit ansteckenden oder ekelerregenden Krankheiten behaftete Personen werden zur Arbeit beim Canalbau nicht zugelassen. Mit jedem Arbeiter ist ein besonderer Vertrag abzuschließen. -^..^..^öllche Arbeitszeit wird nach Anhörung der Unternehmer durch die Canal-Com- mrsston festgesetzt, Nachtarbeit darf nur mit Genehmigung der Canal-Commission statt- -cTi "Nn- nnd Festtagen dürfen nur dringliche Reparatur- und sonstige un- austchtebbare Arbeiten vorgenommen werden. Die Lohnzahlungstermine für die Arbeiter dursen nicht über 14 Tage auseinanderliegen. Bet Accordarbetten, welche eine längere Dauer bedingen, ist den Arbeitern nach 14 Tagen ein angemessener Vorschuß zu gewahren. Die Auszahlung des Lohnes an die Arbeiter durch Mittelspersonen ist unstatthaft. Arbeiter, welche einen Famtlienhausstand mit sich führen, haben für ihr Unterkommen und ihre Verpflegung selbst Sorge zu tragen. Jeder Arbeiter ist berechtigt uuo aus eine an ihn ergebende Aufforderung Seilens der Barackenverwaltung verpflichtet, an den Lehrstunden und Uebungen theilzunehmen, welche zur Ausbildung von Mannschaften im Feuerwehrdienst wie im praktischen Samartterdtenst in den Baracken iUltlftnden. Die Kosten dieser Veranstaltungen trägt die Canalcommission. Aus den Ordnungsstrafgeldern sollen hauptsächlich die Kosten gemeinnütziger Veranstaltungen für die Arbeiter bestritten und außerordentliche Unterstützungen an letztere gewährt werden. Zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern werden von der Canalcommtssion nach örtlichen Bezirken Schiedsgerichte gebildet, bei denen 3u't1ithar bcr Canalcommission den Vorsitz führt und sowohl die im Bezirk thatlgen Unternehmer, wie die Arbeiter der betreffenden Strecke durch je einen Bei- Ireten sein D°n ^Cr Carm^ommission auf je ein Betriebsjahr bestimmt wird, ver- r. . Zur Unterbringung der Canalarbeiter sind an 10 verschiedenen Orten der Canal- Barackenlager errichtet resp. in der Errichtung begriffen, zwei derselben sind bereits mit Arbeitern belegt. Zur Aufnahme von Kranken werden als Lazareth eingerichtete Baracken mit je 20 Bellen in den Dörfern Burg und Hanerau errichtet. Die Baracken K “me für je 8 Mann, die Construction derselben ist unter Mitwirkung Des RetchsgesundheitSamtes erfolgt. Für jede Baracke ist ein eigener Barackenver- f“r„ mehrere Baracken (Barackenlager) je ein Jnspector zur Beaufsichtigung * ^ammtliche Arbeiter, welche einen Familienhaushalt nicht führen, sind verpflichtet, in den Baracken Wohnung und Mittagskoft zu nehmen. Der Preis hierfür wtrv von der Canalcommission nach den Selbstkosten festgesetzt und von den Unters ne^mern, bei welchen die Arbeiter beschäftigt sind, eingezogen. Gegenwärtig ist der Preis für ein zur Ernährung eines Mannes ausreichendes Mtttagsessen und für ? Unterkunft auf 45 Pfennige festgesetzt. Die Arbeiter können auch in einem von dem ! ^aracfenoerroalter gehaltenen Laden Genußmittel für Frühstück und Abendessen, außerdem Gcbrauchsgegenstände, Wasche, Kleider (diese werden vom vaterländischen Frauenverein I geliefert) verschiedener Art einkaufen. Ein in jeder Baracke befindlicher Versammlungs- I , »I WII»!I II III □«««—CTmrwr-inm ■ 111—11—1 I—I ___। Letzte Samstag den 3. November: Mama's Augen. Hierauf: Ein toller Ein fall. Große Preise. Sonntag den 4. November: Kaufmann von Venedig. Große Preise Montag den 5. November: Der Ducatenprinz. Große Preise. Samstag den 3. November: Gioconda. Gewöhnliche Preise. Sonntag den 4. November: Der Freischütz. Gewöhnliche Preise. Schaufpielhauö» Mittwoch den 31. October: Fatinitza. Große Preise. Donnerstag den 1. November: Abschieds-Vorstellung der Frau Charlotte Lange Vorstellung im Abonnement B (für einen ausgefallenen Samstag). Graf Eisex. (Elisabeth: Frau Charlotte Lange.) Große Preise. W ’ Freitag den 2. November: Barbier von Sevilla. Hierauf: Ballet-Divertissement. Große Preise. Handel nnv Verkehr. m Gr?nberg, 27. October. (Fruchtpreise). Weizen 19,50, Korn 16.50 Gerste\ JL 14,20, Hafer Jt. 13,20, Erbsen JC 18,00, Samen Jü 23,00, Wicken JL 00 00 Kartoffeln JC. 0,00. Linsen JL 24.00. ' ' raum ist zur Abhaltung von Gottesdienst eingerichtet. An die Arbeiter werden auf SteWJ unentgeltlich verabreicht. Für Reinigung von Wäsche Landwirthfchaftliche Nachrichten. r(n. . . (Nachdruck verboten.) eutung der Bohnen als Nahrungsmittel.) Während Bohnen, Linsen Erbsen alle Blutbestandtheile enthalten, folglich auch zu den besten Nahrungsmitteln gehören, besitzen die Hülsenfrüchte bei unserer gewöhnlichen Zubereitung in der Küche doch nur einen Ziemlich geringen Werth für die Ernährung. Die unserem Körper so nothwendtgen und in den Hülsenfrüchten enthaltenen Eiwetßstoffe werden in der Regel gar nicht oder nur in sehr geringem Grade gelöst und so für die Verdauung ungeeignet gemacht. Ohne geloste Eiweißstoffe ist aber der Nährwerth der Bohnen und dergleichen nur ehr gering. Kohlensaures Natron und auch Regenwasser, in welchem man Hülsen- fruchte gern unter Zusatz des ersteren kocht, reichen für die volle Lösung der Etwetb- 48ff©tHnhPn H UnT HHBMnnBBHMni dunkles Lagerbier« 12 25 13 18 10 Wohlschmeckend, durchaus rein. Vi Vi % aus der Actien- Aus besten Materialien bestehend. 5 „ empfiehlt 6880 Bier in jeder Quantität im Fatz für Private wird jederzeit ebenfalls zu demselben Preise wie von der Brauerei geliefert und bin ich in der Lage, jeden Auftrag sofort auszuführen. 391 H. Werner, Bismarckstraße 6—8. Liefere feine weiße Erfurter Samenkartoffeln (feinste Speisekartoffeln) franco Bahnhof Gießen & Ctr. cX 3,60. Bei größeren Bestellungen frei ins Haus. H. Fey, Cölbe. Bestellungen nimmt entgegen Gast- wirth L. Flett. 8523 Hüte, Bänver, Flügel, Stickereien, Wolle und Strnnsine billigst bei O. Schmidt, Wallthorstraße46. [8541 brauerei Gießen in ganzen unb halben Flaschen, in jebem Quantum- Größte Auswahl in [8579 Havanna- u. Import Cigarren bei N. Weiler, Schulstraße 5. Palmas anerkannt vorzüglichste 8 Pfg.« Cigarre empfiehlt 8578 N. Weiler, Schulstraße 5. Pianos zu vermiethen. Monatl Mietpreise: 2, 3, 3V, 4, 5 bis 12 Mk. — Grosse Auswahl. 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