1888. Freitag den 31. August Nr. 203 vureaur Schulstratze 7. Betresfend: Tilgung der Schasräude- Bekanntmachung. f\ --------Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohm Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Lurch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pfi MGWW Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Betreffend: Die Ableistung des Huldigung«, und Verfaffungseide«. Gießen, den 29. August 1888 Das Großherzogliche Kreisamt Gießen die Grotzherzoalichen Bürgermeistereien de- «rerse». W^Die Ableistung des Huldigung«, und Verf°ffung«eides der neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglrch Hessischen Unterthanen, welche sich, °^Ort«bürger "'Mittel Uhr, in dem Rathhause zu «ich für die in den AmtsgerichtLbezirken Sich und 2) lÄÄnebtni. 3., Mittags 1 Uhr, in dem Rathhause zu G'ünb.ug für die in den Amtsgerichtsbezirken 3) Freitagsd^SI^September^l.^J.^VormMagL 11 Uhr, in dem Rathhause zu Gi.ß.n für die in dem Amtsgerichtsbezirk Gießen .. DonnÄtag ^nÄ'S.Pt«mb.- L 3-, Mittag« IV. Uhr, in dem Rathhaufe zu Hung-n für die in den Amtsgerichtsbezirken ä",9a6'b" 9!,"n fc” «.w-y.« i) . * Telegraphische Depeschen, relegr. «orrespand.n,. »urea«. Berlin, 29 August. Zu der morgen stattfindenden Taufe des jüngstgeborenen Prinzen des Kaisers werden außer dem König oon Schweden, dem König und der Königin von Sachsen, dem Erzherzog und der Erzherzogin Carl Lud.wrg auch der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin hier eintreffm. — Se. Majeftätder Kaiser hinterließ dem OberbürgermeMer von Dresden die Summe^vo100<, eiger "£ oeTen 1IId)t die.Ernennung BeEgsen's zum Ober- Präsidenten August. Auf Specialbefeht.de^ Kaisers findet^ der Taufakt am I 31. August im Bibliothekzimmer Friedrichs des Götzen im Stadtschloffe statt. Das- 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. Ueber die Zerstörung des BiergefchmackeS und -Geruches Durch das Sonnen- oder Tageslicht im Kleinverkehr mit Bier entnehmen wir einem in Nr. 27 der „Wochenschrift für Brauereien" erschienenen Aufsätze: 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. Itniversttäts - ßhrorriL. für W«nom"t.bet UnlD£rfität h-bilitirt- sich 0e. Freiherr v. Härbtl Hermann Berck II., Alsfeld. Johannes Kalbfleisch, Heimertshausen. Franz Jacob Lütticken, Gießen. Ludwig Emmelius, Gießen. Peter Kuhl in Hoch-Weisel. Jobannes Schmücker, Gießen. Andreas Lepper III., Zell. Heinrich Johannes Albert, Büdingen. Ernst Christian Rühl II., Schotten Heinrich Volckmann II., Heuchelheim 11. Johannes Koch III., Vtlltngen. 12. Heinrich Karl Funk, Frtschborn. 13. Wilhelm Buff, Rieder-Wöllstadt. 14. Johannes Rompf XIV., Lang-Göns 15. Johannes Zinn IX., Maar. Die Kmntniß der von dem tüchtigen Fachmann- auf Grund einer Reihe von Versuchen ausgestellten Satze, die Kenntnitz der Art und Weise selbst, wie diese Ver- suche angestellt wurden, durfte die Bedeutung der Sache klar vor Auaen führen und ^"^^"terschätzte Fehler in der Behandlung des Bi7res vermeiden lernen. 1.' Alle nach Münchener und alle nach Wiener Art gebrauten Biere nehmen, wenn sie in einem farblosen Glase den directen Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, nach wenigen Minuten der Besonnung einen üblen Geruch und Geschmack an. 2. Auch das zerstreute Sonnen- oder Tageslicht — im Gegensätze zu den directen Sonnenstrahlen — zeuget m allen nach Münchner und in allen nach Wiener Art gebrauten Bieren denMben üblen Geruch und Geschmack, nur mit dem Unterschiede, daß die Zerstörung vor Sonnenlicht nicht so rasch wie durch directe Strahlen ö°rflr 3- Nordlicht bet bewölktem Himmel — die allermUdeste Abstufung des >)r^nUfctCn — erzeugt in allen nach Münchener und in allen nach Wiener Ar/ gebrauten Bieren denselben üblen Geruch und Geschmack, braucht dazu aber mehr Zeit als das zugehörige, stets kräftigere Südlicht." 4. Wenn die in ein Münchener ober in ein Wiener Bier eindringende Menge Sonnenlicht auf ein Minimum beschränkt wird und dabet d e thatsachliche Belichtung 100 Stunden (Versuchsdauer ca. 8 Tage) wahrt, so ist in diesen Bieren zwar kein wahrnehmbarer Sonnengeruch und Geschmack vorhanden, aber die anfängliche Lieblichkeit ihres Geschmacks zeigt eine deutlich wahrnehmbare Abnahme. Da gerade dieser letzte Satz wichtig ist, aber am leichtesten übersehen oder vtellercht für übertrieben gehalten werden könnte, so folge hier seine Begründung durch Angabe des Versuches. Das Resultat desselben liefert gleichzeitig den Beweis für die Richtigkeit der drei ersten Sätze, die sich auf die Fälle blieben in ^oßeren Lichtmengen ausgesetzt ist: Von je drei tief rauchbraunen und deßhalb nahezu undurchsichtigen Flaschen echt Münchener und echt Wiener Bieres wurde die eine in ein Sud-, die zweite in ein Nordfenster und die dritte in eine mittelst Dcrt^offcnc lichtdichte Kiste gesetzt. Während der ersten vier Tage des $Ber: fiebentenCT^iCsonnenscheinfreies Wetter; am fünften, sechsten und Nachmittags einige ganz kurze Sonnenblicke, am achten Tage wieder $ Als nun am Ende des achten Versuchstages = 100 Stunden wirklicher Belichtung der Inhalt der belichteten rauchbraunen Flaschen von vier Per- »-^^Enschaftlich mtt den m dunkler Kiste aufbewahrten gleichnamigen Gegenproben verglichen wurden, zeigte sich übereinstimmend, daß die beiden so schwach belichteten ^brsorten zwar frei oon jebem wahrnehmbaren Sonnengeruch und -Geschmack waren, h°"a mVÄfett' von der Mildheit ihres Geschmackes - das SüdltchtbÄ ba* Nordlichtbier weniger — deutlich und unverkennbar etwas eingebüßt ersten gleichzeitrg durchgeführter Versuch bestätigte das Ergebniß des Bei einem dritten Versuche, wahrend dessen achttägiger Dauer viel Soynen- tödn herrschte, hatte das im Südfenster stehende, in einer tief rauchbraunen nahezu undurchsichtigen Flasche befindliche Bier kräftigen Sonnengeruch und -Geschmack an- genommen. Das im Nordfenster gewesene Bier büßte nur die Lieblichkeit des Ge- ci£ . vorstehend beschriebenen Versuche zeigen die Einwirkung der oer-- Webenen ^ntentitaten oder Abstufungen des Sonnenlichts auf das Münchener und auf Es geschah dies deswegen, weil das in den Kleinverkehr gebrachte Bier auf seinem Wege vom Transportfasse des Brauers bis zum Munde des Con- sumenten dort, wo es schließlich in farblosen Trinkgläsern oder in farbigen Flaschen in ™xr.?«kbr*be§ Konsumenten kommt, allen diesen möglichen Belichtungsintentitäten sm u fM3erer ausgesetzt werden kann und in vielen Fällen auch ^/gesetzt wird. Weiterhin wurde dann auch Pilsener Bier, der dritte Typus, auf den untergahrigen Biere zurückgeführt werden können, bezüglich seiner Ltcht- empfindlichkett einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Das Resultat ergab daß auch dieses vom Sonnenlicht erheblich geschädigt wird. Da ferner vergleichende Versuche ! ^9nerrtnnfabmrtnba6 ^gltscher Porter und englisches Ale dem Sonnenlichte erliegen, I Mit Fua und L^Kemeinen Satz: „Für Bier ist alles Tageslicht vom Hebel." i werden aus diesem Satze nachstehende Folgerungen gezogen: I 2 Stahlt* hea h “V* Conservirungsmittel des Bieres. t rz! i , ^^^ur des Bieres sind alle durchsichtig gläsernen Trinkaefäße- ibr ent- iSnffinmt11 h?, "Uc n berj5 Bayern seither übliche Deckel-Steinkrug; denn er ver- lanflfamt die Erwarmung des Bieres beträchtlich und schützt dasselbe vor der <Öe; Berfiörunö durch's Sonnen- oder Tageslicht vollständig. In sonnigen Wirthshaus- und Concertgarten, auf sonnigen Festplätzen und in Rier- hallen mit großen Spiegelscheiben, die massenhaft Licht und je nach der Laae und nack Auszeit massenhaft Sonnenstrahlen in die Lokale eindringen lassen dort überall ist es durchaus bierwidrig, das Bier in Gläsern zu verabreichen laschen sollen \Ur Erhaltung des Bieres gehört, nur sow"t durchsichtig ein als es inneren Reinheit verlangt. Ohne Nachtheil für diese Con?role darf fÄn nur mÜC ßüHeC einerbSt 0cbaItcn rocrbrc"' ba& man nicht beim Tageslichte MR „ v°r welche man den Boden der zu prüfenden HA' VON der Flaschenhalsoffnung aus erkennen kann, ob das Innere der Flasche rein fei ober nicht - Der nachtheilige Einfluß, den das Licht auf Lier in dun? ln ?.^ ?^d°n.Sl°fchen mit der Zeit dennoch ausübt, kann I °ls auch der F-afchenbiereknfument süh°ge«öhnen, das F"afchenb7e?^Du^ ÄaeaÄZÄtts ■ 1 • ^*7 felbc mirb jur Kapelle eingerichtet. Während der Rede des Oberhofpredigers vr. Kögel hält die Königin von Sachsen, während der Taufe selbst der König von Schweden den i Täufling. Nach der Taufe findet vor der Kaiserin eine Defiliercour im Theezimmer Friedrichs des Großen und sodann Galatafel im Marmorsaale statt. 7* Kaiser übergab am heutigen Vormittag dem im Schloßhofe des Stadt- schlones aufgestellten Leibgardehusaren-Regiment das demselben zur Erinnerung an die Führung des Regiments verliehene Standardenband und drückte die Hoffnung aus das Regiment werde allezeit seinen alten Ruhm bewahren. <. m dvkarest, 29. August. Einer Meldung der „Agence Havas" zufolge verhaftete die Polizei gestern einen Briganten der Bellooaer Räuberbande, welcher den Wea über unb Sleibunßäftüde trug, welch- b-n Briganten zugleich mit bem letzten tofegelb ausgehandigt worden waren. Derselbe war mit einem serbischen Vasie versehen; er wird vor ein Kriegsgericht gestellt und binnen drei Tagen abgeurthetlt werden. Der Gefangene sagt aus, die Bellooaer Räuberbande habe sich theils nach Macedonien, therls nach Serbien gewandt, wo die Bande im April gebildet worden sei _... Ver mischtet - Jahre d,-"F-i"e^ih/-/5Ojäh?i7en hbe9e6‘ im "Lch.i-n lung des Landesgewerbeoereins verbunden werden kr^aUptDcr^amm= 7 Main"'. "Ä J°hr°ein- JnbustrseMusst-Kg zu veraALn von Schiangenbab'konimeno" b'ie Königin ^te Morgen »»&»nS,b« sasss ©. 21. Disch^urd"- e SS*®n°adnete0a nrrt b-konnt-n Schiffsrheber Dampfbootüberfahrt zwischen hier unh k 9 öerelnbayt' wonach das Recht der »egen den jährlichen B^ttag von 8500 JÄrfcE Benannten Rheder auf 12 Jahre Herr Disch hierdurch mach? läßt ftcb^ber eS?,n rÄ 0ute§ Geschäft vorgestrigen Sonntag - Tag ber Kasteler Kirckwetb^ ^kennen, baß an dem zwichen hier unb Kastel 15 000 mprfnn^ kPk7u T b^ Disch'schen Trajectbootchen alle nur $iüe?e 3. 6i;ffe w 6 roe?n bte Passagiere Einnahme oon 900 Jü gleich kommt ^Rack SJMnnf bcn .e?3Jöen 2o6 einer des Herrn Disch in Anbetracht dieses ktl Sirb ^oncurrenz mit weit hoherm Beträgen U-b-bnahmsofferkn machen ^,f toCn ^«'-rung jedenfalls personal ba?^^V«b°7b?s""irin£kg-k°nchmens^ra7bknb?^N 6a‘ °» *6r 3ug- zugung unbemittelter Reifender entge^emutDkfen ^waigen Bevor- S_Unb finb bie St°ti°nsb-am.-n°anL-wi-L", bi?LaZ?u7gÄsLL",u"L"- -r°ffn-7 Obwohl bl- B-NSuf-^noch H°rbstm-ff- M-»w°°r-n habet noch nicht käuflich finb® wa7 H-M- b« B fllch Är kaum b-wwig-n,'°S°nMagsist s"7^ab°-mZß-? Stanb^ bb°" H-Uptbahnhof b-shalb, weil es an Zufahrtstraben nach bem Bahnhofmlngelt^''um einigermaßen zu begegnen, läßt die an0e=* r?cm Uebelstand mittags alle vier Minuten einen Wagen nach bem Gs?e un^ ^^ach- Ader auch damit wird nicht lange gebien? fein denn de^NeÄ umgekehrt abgehen. Straße ist zu gewaltig. Allenthalben^wird^^kehr auf der provisorischen der Straßenherstellungsarbeilcnbgeklagt unb selbst ta MrÄXte" Fortgang die sich für schleunigste Eröffnung weiterer ^ufabrtftrni^n A.lt meIben Stimmen laut, eine große Anziehungskraft üben wird^ 9 9 n 0e 0en,i^ ^ur viele Hygieniker ziehenden i?8 reir^aItsi,9en unb an- den Techniker in noch höherem Grade als den in Perwaltungsbeamten und Gegenstand wird die W0hnungsfrage biefe für nLä^ ^-ersten bilden, speciell in der Richtung wie ^es ^tzt brennendste Frage, herzustellen, sondern auch deren ^Benützung in hu nur flefunbe Wohnungen Weise zu gewährleisten unb ist es bem Ausschuß aelunae^6 hh-rh".1 " ^Lefahrbenben gewinnen, bie allgemein als erste Autoriiäten n»fÖStnÄ Referenten zu Oberbürgermeister Dr. Miquel in Fran urt a M .»h ^biete anerkannt finb, ben Baumeister in Karlsruhe iVranffurt a. M. unb ben Oberbaurath Professor Äff" *" - -SS Br! S»« dritten Tag wirb bas hygienisch so wicklme eingeleitet unb am fein, bk°''bk/'ktsh7rbg?Krettor'°b°br''gr°°^^ nunmehrige Professor ber inneren Mebstin in Leimin ^nkenhauser tu Hamburg, jluß, ben bie heutige G-sunbhL [W »- «>»—. »,»sSrtSK,"1ta.’X'ägxffs* s*. Mn«!«» io Homburg, eine Besichtigung be? Quellen be? f?rank^ ??M/« Ssleg-n-n Babes Lokales. 8r »« S unb eine wegen Mestreibs zur Aburtheilung überwiesen bic Sittlichkeit welch- sich in ber Vorbereitung tur $o?un?erSnL^ . 2lnE,a?? ?eflen afiorb§- 'tt.ss»esiu' Ä'Äi'ss Bürgermeister Scheerer, Nieder- Breidenbach. Lubwig Hoffmann II., Grünbera Karl Jllig I, Gebern. Hermann Stahl, Kloppenheim. Georg Wilhelm Diehl, Söbel. Heinrich Stoll, Nieber-Wöllstadt Emanuel Löb, Friedberg. Ernst Windecker, Friedberg. ns* Ferdinand Pröscher, Schotten. 25. Kasimir Leo, Bübingen. 26. Hermann Homberger, Gießen. 27. Lubwig Bersch, Gießen. 28. Wllhelm Becker, Lauterbach. Z°b??5^^teuernagel II., Rainrod. 30. Karl Geißler, Lollar. Metz, 28. August. Die „Metzer Zeitung" vom Gestrigen berichtet über den Besuch der hessischen Krieger in Metz: „Wie bereits vorher angemeldet, trafen am Samstag Nacht gegen 11 Uhr von Worms und Umgegend circa 70 hessische Krieger hier ein, um den Schlachtfeldern von Metz und insbesondere dem Hessendenkmal einen Besuch abzustatten. Der erste Empfang in Lothringen fand am Bahnhofe Forbach durch den dortigen Krtegerverein statt, welcher den durchfahrenden Gästen durch die Kapelle des in St. Avold garnisonirenden Ulanen-Regiments ein Ständchen bringen ließ. Am hiesigen Bahnhofe batten sich wohl hundert hier ansässige hessische Unter; thanen zum Empfange der Landsleute eingefunden und geleiteten ihre Gäste nach der Wtrthsckaft von Schwieger, dem Hauptsammelpunkte, wo die betreffenden Quartiere angewiesen und trotz der vorgerückten Nachtstunde noch manche alte Freundschaft bei labendem Trünke aufgefrischt wurde. Sonntag früh bei Zeiten wurde eine Besichtigung der Stadt vorgenommen und gegen 9 Uhr die gemeinschaftliche Fahrt nach den Schlachtfeldern angetreten. Am Denkmal der 25. (hessischen) Division am Bois de la Cusse ergriff Herr Oberlehrer Ries aus Worms das Wort und gedachte in einer zu Herzen gehenden Ansprache des schweren Tages, welchen genannte Division vor 18 Jahren an der nämlichen Stätte erlebt hatte, und kein Auge der meist schon ergrauten Krieger blieb tränenleer. Nachdem das Denkmal mit Kränzen geschmückt war, wurde die Fahrt nach Vcrneoille, Gravelotte und der Schlucht fortgesetzt, an welch letzterem Orte der Metzer Vertreter der Gienanth'schen Brauerei für einen vorzüglich kühlen Trunk gesorgt hatte. Es mag gegen 8 Uhr gewesen sein, als die Wagen in Metz wieder ankamen. Die^Abendstunden fanden die Gäste am Esplanaden-Paoillon bei Herrn Felsburg und später in der Wtrthschaft des Herrn Höppner gemüthltch vereinigt. Mancher Toast wurde ausgebracht und in letztgenanntem Lokale eine Ergebenheitsdepesche an Seine Majestät Kaiser Wilhelm gesandt. So verliefen Tag und Abend in schönster Ordnung und in gemächlichster Weise. Darüber, daß sämmtliche Gäste sowohl mit der Aufnahme als auch mit den Quartieren, die sie hier fanden, vollauf zufrieden- gestellt waren, kann um so weniger ein Zweifel herrschen, als dies ihrerseits heute früh beim Abschied ausdrücklich anerkannt wurde. Der Verein verließ Metz um 9 Uhr Vormittags in der Richtung Saarbrücken, von wo aus noch dem Schlachtfelde von Spichern ein Besuch abgestattet und die Rückreise zeitig genug angelreten werden soll, um noch heute Abend am häuslichen Herde einzutreffen. Die Anwesenden stifteten dem Fonds des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Metz die Summe von 30 JL. Von Teilnehmern an dem Ausflug wird der Empfang und die Aufnahme in Metz als ein außerordentlich warmer und herzlicher geschildert. — (Amerikanisches aus den Hundstagen.] Als ich neulich in Alabama war, so erzählte ein Herr aus Atlanta, G., zwischen Porter's Gap und Millerville, sah ich, daß ein Mann zehn ober zwölf Gänse in ein Baumwollfeld trieb. Was der Tausend haben Sie den Gänsen denn da um den Hals gebunden? fragte ich ibn. Flaschenkürbisse sind es, voll Wasser, antwortete er mir; ich treibe die Gänse in's Baumwollfeld, damit sie das Unkraut ausjäten; da es dort aber kein Wasser gibt, gebe ich ihnen welches mit, sonst bleiben sie nicht darin. — Aber wie können sie denn Wasser auS den Flaschenkürbissen, die an ihrem eigenen Halse hängen, trinken? — Oh, sie trinken aus dem Kürbis der Nachbarin; jeder Kürbis hat an der Sette eine Oeffnung, durch die die Gans den Schnabel stecken kann. Wenn Sie's nicht glauben wollen, so überzeugen Sie sich selbst. — Ich wartete einen halben Tag auf die „Vorstellung", und August 1888. Sterbltchkeitsziffer: 16,4 %q. 5 (3) 1 Summa: 6 (3) schließlich sah ich sie wirklich. Die Gänse machten es genau wie der Mann gesagt batte. War eine durstig, so ging sie zur nächsten und löschte ihren Durst aus bereit zuorratb. Gottesdiknlt der israelitischen Keligionsgeseüschaft. „Freitag Abend 6" Uhr, Samstag Vormittag 8<* Uhr, Samstag Nachmittag 400 Uhr, Samstag Abend 725 Uhr.___________ Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 17, Wasser 15 Gr. Gießen, den 30. August 1888. Rübsamen. An m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 34. Woche. Vom 19. August bis 25. ri ™ Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Schiff» nachrichten. Bremen, 29. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer ®}be, Eapttän G. Meyer. vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. August von Bremen und am 19. August von Southampton abgegangen war, ift aeftern 11 Ulm Vormittags wohlbehalten in Newyork anaekommen. Hande» und Verkehr. „ .. Umbrrrg, 29. August. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 16.60, neuer JL 14.60, weißer Wetzen JL 00 00, Korn JL 10 90, Gerste JL 0.00, Hafer JL 8.00, neuer JL 6.50, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0 00. n. . ?orai?Hurt, 29. August. Erbsen ganze pr. Pfd. 12—16H, do. geschälte 14—18 weiße Bohnen 20—22 Kartoffeln 100 Ko. Jt 0,00—0,00, do. per Geschetd 10-12 A, Butter per Pfd. JL 1,10-1,20, Eier das Stück 5-6 Blumen- per Stück 30—40 X Wirsing per Stück 10—15 H, Zwiebeln per Pfd. 7-9 Weißkraut per Stück 10-15 Rotherüben per Portion Ä-30 Es starben an: Zusammen: Erwachsene: Kinder im vom Lungenschwindsucht 1 1 1. Lebensjahr: 2.- -15. Jahr: Organischer Herzkrankheit 1 (1) 1 (1) _ Bright'scher Nierenkrankheit 1 1 _ _ Kropl 1 (1) 1 (1) —i _ Krebs 1 (1) 1 (1) _ Verunglückung 1 — 1 GbtthestW Eisenbahnen. Unter Aufhebung des Tarifs vom 1. September 1882 nebst Nachträgen gelangt am 1. k. M. für den Oberhessisch- Pfälzischen Güterverkehr ein neuer Tarif zur Einführung Nähere Auskunft ertheilen die betheilig- ten Güterexpeditionen. Gießen, den 28. August 1888. ■6931 Großherzogltche Direction. Iagdverpachtung. Die am 28. August l. I. abgehaltene Jagdverpachtung ist nicht genehmigt und soll daher Montag, den 3. September L I., Norm. 10 Uhr, aus dem Rathhause dahier anstatt aus 6 aus 9 Jahre nochmals verpachtet werden. Waldgirmes, 28. August 1888. Bernhardt, 6918 Bürgermeister. Möbel- und Maaren- Versteigerung. Montag, den 3., und Dienstag, den 4. September, von Nachmittags 2 Uhr an, werden die Möbel und Waaren der Rett er'scheu Erben, Seltersweg 1, meistbietend versteigert, besonders kommen zum Ausgebot: mehrere eomplete Betten, dabei 1 Bett mit Sprungfeder« und Roßhaarmatratze, schöne polirte Kommoden, Waschconsol, Waschtische, SophaS und ovale Tische, große und kleine Spiegel, Ithür. und 2thür. Schränke, Stehpult mit Briesreal, Schreibtisch, eleg. Hängelampen mit Zug, zwei Ladenspiegel, 2 Ladensiühle, sechs Ladenrouleaux, 3 GlaSlhraS, Gardinen mit Rouleaux und Gallerien, 1 nußb. Nähtisch, Weißzeug, Frauenkleider rc. rc., ferner an Waaren: ctu 10 Mtr. schwerer Seidesammt, wollene Kleiderstoffe, Ballstoffe, schwarze Sammle, Spitzen, Stickereien u. f w. Im Auftrag: Louis Rothenberger, 6934 Gerichtstaxator. NB. Der Eingang zur Versteigerung nur vom SelterSweg auS. Gin Garten LU pachten, eventuell zu kaufen gefacht. Näh. in der Exped. b- Bl. 6942 *J» <-. O. B für sofort ein anständiges Mädchen für ein hiesiges Geschäft. Näheres in der Exped b. Bl- Von heute ab bis auf Weiteres beträgt der Lombard Zinsfuß für Darlehen: gegen Verpfändung von Schuldverschreibungen des Reichs, der Deutschen Staaten, der Städte des Großherzogthums und der hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft Procent, gegen Verpfändung sonstiger Effecten 4 Procent. Darmstadt, den 30. August 1888., 6944 Bank für SüddeutfMand. Mein Geschäft und Wohnung befinden sich jetzt in der | Ostanlage, neben der Gewerbcbank. Christian Petri V. Apparat von Professor Dr. Soxhlet in München zur rationellen Abkochung, Haltbarmachung und Verabreichung der Milch für die Ernährung der Säuglinge. Zu Originalprei» zu haben bei JLiebrich'8 6794]______________________Neuenweg 16.__ . 1L. Grieger-Verein fließen. JL Sonntag, den 2. September: DWMIj Sedanfeier. “ Abmarsch vom Vereinslocal zur Schmückung der Gräber auf dem Friedhof Mittags 4 Uhr. Von 8 Uhr Abends ab: Banket und später Tanz im Saale des Cas6 Leib- Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. Nichtmitglieder haben Zutritt gegen 50 H Entree.________________6877 Oswaid’s Garten« Julius talttiini ist ein getroffen und wird Samstag eröffnet. 6926 Sonntag den 2. und Montag de« 3. September: zu Gleiberg CO wozu ergebens) einladet der Wirth: Valentin. Coursderichi der frankfurter Börse. Reichsbank-Disconto 3" 0 29. August 1888. Franks. Bank-DiSconw 3% 40/g Preußische ConsolS 107 40 3V2°/o do. 10460 40/0 Nassauer Oblig. 101.20 40/0 Bayerische Obttg. 107.5-) 40/0 Badische Oblig. 105 50 4% Hessische Oblig. 106 90 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. alte 101.70, neue 103 50 3V|0/0 do- 99.00 41/zO/o Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig- 103 6) 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 103.00 3i/-o/o do- 99 00 5% Buderus Oblig- 3, 1127, 100*, 330, 433, 656, 747, 329*, HW, U51 Dudenhofen'759, u« 330, 747. Erns-Coblenz 940, loo*, 3^ 656, 8«^ 11". Deutz 1127, 433, 747, ns!. Fulda 758, 130, 4-5, 1000. Alsfeld 758, 130, 425, 1000. Gelnhausen 93«, 3^ ü3«. Nidda 618, 930, 335 ff3«. Schotten 9M, 335, 656. Schiffenberg 616, 93°. * bedeutet Schnellzug, die fetten Ziffer» die Nachtstunden von Abends 6 biL Morgens 5W. Redaction: i. D. Hermann Elle. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.