Nr. LS4 Dienstag den 30 October 1888. (Hjchener Anzeiger Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen. teurent Schulstr°ß° 7. Erscheint tiigttch m« Ausnahme dcs Montag«. ■ßjfS’lfc Politische Rundschau Gießen, 29. October. An diesem Montag wird Kaiser Wilhelm mit den drei Hammerschlägen, die er auf den Schlußstein der Freihafenbauten in Hamburg thul, symbolisch dem vollendeten Werke der wirthschaftlichen und zollpolittschen Einigung Deutschlands seine Wethe geben. Denn für immer sind hiermit die störenden Zollschranken, welche das große Welthandelsemportum im Norden des Reiches — sowre auch das benachbarte Bremen — von dem Wtrthschaftsgebiete des übrigen Deutschlands noch trennen, ge- ffallen, frei und ungehindert wird nun das deutsche Binnenland mit den beiden Hanfa- fftädtcn in Verkehr treten und hiermit nachdrücklicher am Welthandel thetlnehmen tkönnen, der ja in Hamburg und Bremen zwei altberühmte Centren besitzt. Für beide Thetle wird gewiß von diesem Zeitpunkte eine neue Epoche des wirthschaftlichen und Lommerctellen Aufschwunges dattren und daß dieser Zeitpunkt in den Beginn der Regierung Kaiser Wilhelms II. fällt, daß der jugendliche Monarch selbst wörtlich und .bildlich den Schlußstein in das Gebäude der wirthschaftlichen Einigung Deutschlands »ingefügt hat, wird allzeit als ein strahlendes Wahrzeichen der Herrschaft Wilhelms II. gelten. Kaum aber von der alten Hansastadt nach seiner Residenz zurückgekehrt, wird t>er Kaiser alsdann dieselbe von Neuem verlassen, um Theilnehmer an einem nicht minder bedeutsamen festlichen Acte zu sein, indem er am 31. October die Grundstein« Legung zum RetchsgerichtsgebLude in Leipzig durch feine Gegenwart verherrlichen wird. Durch seine persönliche Theilnahme an diesem Ereignisse will der Kaiser vor aller Welt seine Fürsorge für das Reichsgericht bekunden und wohl verdient gerade Letztere Reichsinstitution die Auszeichnung seitens des kaiserlichen Herrn. Sie ist erst mach mancherlei Kämpfen und Beseitigung großer Schwierigkeiten, welche aus der noch Lis in die letzten Decennien hineinreichenden Vielseitigkeit der Rechtsgesetzgebung in Deutichland refultirten, in's Leben getreten. Selbst seit dem Jahre 1866 hat sich nur mach und nach der volksthümliche Gedanke Bahn brechen und zur Verwirklichung Lurchringen können, der den Einzelstaaten den Verzicht auf einen Theil der Justiz- tzoheit, auf die oberste Rechtsprechung zumuthete. Noch heute hat Bayern diesen Ver- ßicht für die bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten auszusprechen sich nicht entschließen können; aber im übrigen Deutschland giebt es seit dem 1. October 1879, dem Tage des Jn- Lrafttretens der neuen Reichsjustizgesetze und der Eröffnung des neu geschaffenen Reichs» gerechtes in Leipzig, eine eigene Reichsgerichtsbarkett, die Sicherheit einer einheitlichen Rechtsprechung, die beste Gewähr für eine unabhängige und gewissenhafte Rechtspflege. Bislang hat der oberste deutsche Gerichtshof noch kein eigenes Heim gehabt, nun aber uoird zu einem solchen am Mittwoch in Leipzigs Mauern der Grundstein gelegt werden unb die politische und nationale Bedeutung des AcleS entspricht vollkommen dem Glanze, mit dem er sich vollziehen wird. Leipzigs Bürgerschaft hat sich gerüstet, dem jugendlichen Schirmherrn des Reiches, welchen beim Einzug in die Stadt fein erlauchter Freund uuib Verbündeter, König Albert, geleitet, einen überaus festlichen Empfang zu bereiten mnd auch hierdurch wieder, wie überhaupt bet der ganzen Feier des 31. Ociober, .die ßo oft glänzend erprobte echt nationale und reichstreue Gesinnung der Stadt Leipzig cmfls Neue zu betätigen. Zum ersten Male liegt mit den Berichten des deutschen Generalconsuls im Zanzibar, Dr. Michahelles, an den Reichskanzler eine amtliche deutsche Darstellung über die Unruhen in Ostafrika vor. Die Mrchahelles'schen Berichte machen es zu Gewißheit, was schon längit vermuthet wurde, daß nämlich der Aufstand in Ostafrika durch die Agitation der wohlüberlegt und planmäßig vorgehenden Araber, mamentlich der sich in ihrem Handelsmonopol bedroht fühlenden arabischen Groß- Eaufleute, hervorgerufen worden ist, während die Eingeborenen der betreffenden Länder- gebiete mehr die Rolle des erst aufgehetzten Elements spielen. Da sich die arabische Bewegung in Ostafrika nicht nur gegen die Deutschen, sondern auch gegen die Engländer richtet, so gewinnt das Gerücht an Wahrscheinlichkeit, wonach ein bewaffnetes gemeinsames Einschreiten Deutschlands und Englands an der Zanzibarküste bevorstehen soll. In der französischen Deputirtenkammer zieht sich die Generaldebatte über das Budget in bie Länge, ohne daß indessen auS dem bisherigen Verlaufe der Budgetverhandlungen ein sicherer Schluß bezüglich der Rückwirkungen auf die finanzpolitische Stellung des Ministeriums Floquet zu ziehen wäre. Dagegen hat sich nunmehr der Senat beftimmt zur Frage der Verfaffungsrevision erklärt; in einer Versammlung der Senatoren von der republikanischen Linken wurde festgestellt, daß die große Mehrheit des Senats gegen die Revision der Verfassung sei, da eine solche zugleich die parlamentarischen Freiheiten und die Handlungen der Executiogewalt compromitiire. Freilich wird immer noch abzuwarten sein, ob der Senat an dieser Kriegserklärung gegen den Ministerpräsidenten Floquet und dessen Reoisionsproject festhalten wird. Der berühmte deutsche „Spion" Kilian in Nizza ist von der dortigen Strafkammer wegen Spionage zu 5 Jahren Gefängniß und 5000 Frcs. Geldbuße verurtheilt worden. Stcherlich hat aber Kilian wenigstens von der deutschen Regierung keinen Auftrag zur Spionage gehabt. Die in Rumänien vorgenommenen Neuwahlen zur Deputirtenkammer sind im ersten wie im zweiten Wahlkörper — im Großgrundbesitze wie in den Städten — überaus günstig für das Ministerium Rosetti-Earp ausgefallen. In beiden Wahlkaiegorien überwiegen die regierungsfreundlichen Wahlen weitaus die oppositionellen Wahlen und da auch der dritte Wahlkörper — Marktflecken und Dörfer — meist regierungsfreundliche Abgeordnete in die neue Kammer entsenden dürfte, so wird in derselben das rumänische Cabinet über eine starke Mehrheit verfügen können. pcutschland. Darmstadl, 27. October. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen -heute u. A. den Ober-Bibliothekar der Landesunioersttät Gießen, Dr. Haupt. Berlin, 27. Ociober. Seine Majestät der Kaiser empfing heute Mittag um 121/2 Uhr im hiesigen Königlichen Schlosse die städtische Deputation, welche die Glückwunschadresse anläßlich der Rückkehr Sr. Majestät in die Heimath überreichte, und um die Erlaubniß bat, zum Andenken hieran den von Professor Begas modellirien Brunnen in Erz und Stein auf dem Schloßplatze errichten zu dürfen. Der Kaiser sprach die Freude Aber die Theilnahme aus, mit welcher die Hauptstadt ihn auf den Reisen begleitet habe. Das freundliche Entgegenkommen, das er überall gefunden, habe nicht nur seiner Person, sondern auch dem Reiche und der Hauptstadt gegolten. Für die freudige Ueberraschung, die ihm der Beschluß wegen Errichtung eines Brunnens bereite, danke er um so mehr, als sie ihm an einem Tage bereitet werde, wo die Heilige-Kreuz- kirche, für welche fein hochseliger Vater stets das größte Interesse an den Tag gelegt habe, eingeweiht worden. Er hoffe, es werden bald noch mehr schöne Kirchen in Berlin erstehen. Von seinen Reisen erhoffe er auch für das Reich die besten Folgen. Ferner drückte der Kaiser sein Bedauern und seinen Unwillen darüber aus, daß während der Zeit, wo er nach Kräften für die Interessen des Reiches sich bemüht habe, in der Berliner Presse ein Streit über die Verhältnisse seiner eigenen Familie entbrannt sei, wie ihn sich kein Privatmann gefallen lassen könne. Er forderte die Deputation auf, ihres Theils dafür zu sorgen, daß diese Ungehörigkeit aufhöre, er würde gern als Berliner zwischen den Berlinern leben. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Meldung der „Daily News", der deutsche Botschafter habe der Pforte vorgestellt, daß die Zeit zur Anerkennung des Fürsten Ferdinand als legitimen Herrschers von Bulgarien gekommen sei, als albern. Von Unterhandlungen zwischen dem deutschen Botschafter unb der Pforte, welche die Anerkennung des Fürsten Ferdinand in's Auge faßten, habe, wie für jeden gebildete» Politiker selbstredend sei, niemals die Rede sein können. Berlin, 27. October. Die Einweihung der Heiligen-Kreuzkirche fand heute Vormittag um 11 Uhr in Gegenwart Sr. Majestät des Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserin statt. Allerböchstdieselben wurden von den Ministern v. Bötticher und v. Goßler, dem Polizeipräsidenten Freiherrn v. Richthofen, dem Consistorialpräsidenten Hegel und den städtischen Gemeindeverlretern empfangen. Der Erbauer der Kirche, Professor Ötzen, überreichte Sr. Majestät den Schlüssel. Aus die Ansprache des Professors erwiderte der Kaiser, er freue sich, an einer Stätte thätig sein zu können, wo Spuren von der Wirksamkeit seines Vaters vorhanden seien, und weil eine neue Stätte geschaffen sei, um der Kirckennoth in Berlin zu begegnen. Der Kaiser und die Kaiserin nahmen vor dem Altäre Platz. Das Weihgebet sprach der Propst Dr. Brückner, die Predigt hielt Prediger Stage. Außerdem waren noch anwesend der Minister o. Maybach, hohe Beamte und die Geistlichkeit. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich, die ursprünglich der Feier hatte beiwohnen wollen, hatte abgesagt. Berlin, 27. October. Gegen die Ueberschwemmung mit verfälschtem amerikanischen Schweineschmalz nehmen auch jetzt die schweizerischen Preßorgane energisch Stellung. Das „St. Gallener Tageblatt" tritt der Sache in folgenden Darstellungen näher: „Eine Fälschung im kolossalsten Maßstabe wird gegenwärtig in den Vereinigten Staaten von Nordamerika mit dem Schweineschmalz getrieben. Dor Jahren haben die Amerikaner es verstanden, ihrem Schweineschmalz 15 bis 20 pCt. Wasser einjuoerleiben und das Wasser als Schmalz zu verkaufen. Heutzutage verwenden fie das billige Baumwollsamenöl und zur Erzielung der nöthigen Consistenz und Härte daneben das Rindsstearin, ein Abfall bei der Kunstbutterfabrikation. Nach Mtt- theilungen des englischen Chemikers Hebner sollen von der jährlichen Produktion an amerikanischem Schweineschmalz, welche 2,700,000 q geschätzt wird, 35 pCt. gefälscht sein. Die Firma Armour u. Eomp. fabrtctrt unter Anwendung von 120,000 q Baumwollsamenöl und 30,000 q Stearin jährlich 270,000 q „raffinirtes Schweineschmalz". Dieses Kunstschmalz führt gewöhnlich hochtönende Namen: Refined Lard (geläuterter Speck) ober selbst Pure Refined Lard. Im (Santon St. Gallen haben einige Ortsgesundheitscommissionen begonnen, diesem Artikel ihre Aufmerksamkeit zu schenken und bie ersten Untersuchungen haben bereits gezeigt, baß bie amtliche Controle wohl angebracht ist. Was in ben Specereiläden als Schweineschmalz verkauft wirb, ist zum größeren Thelle amerikanischen Ursprungs unb von ber genannten „raffinirten" Qualität. Von 77 Proben Schweineschmalz, welche am 1. September in ber Stabt St. Gallen erhoben wurden, enthielten 43 Baumwollsamenöl." Potsdam, 27. October. Der hiesigen Stabtoerordneten-Versammlung ist folgenbeS Schreiben Ihrer Majestät ber Kaiserin unb Königin zugegangen: „Dem Magistrat unb den Stadtverordneten der Residenzstadt Potsdam sage Ich für den Mir zu Meinem Geburtstag dargebrachten Ausdruck treuer Gesinnung Meinen Dank. Der Hinweis auf die erfdjütternben Verluste des verflossenen Jahres findet in Meinem Herzen lebhaften Widerhall. Gottes Hand hat schwer geruht auf dem Königlichen Hause und auf dem ganzen Vater lande. Ein erhebendes unb tröstendes Gefühl ist es aber, zu sehen, wie bie zweifache tiefe Trauer im Bewußtsein ber Gemeinsamkeit von bem aefammten Volke getheilt unb mitgetragen wird. Daß Mir das verflossene Jahr neben vielem Traurigen auch reichen Anlaß zu herzlichem Danke gebracht hat, empfinde Ich zumal im Hinblick auf bie glückliche Heimkehr Sr. Majestät des Kaisers, sowie auf bie Geburt Meines jüngsten Sohnes unb bie erfreuliche Entwickelung Meiner anberen Kinber. Die Mir für Meine Söhne ausgesprochenen Wünsche haben Meinem Herzen besonders wohl gethan. Den Magistrat versichere Ich gern Meines fortgesetzten lebhaften Jntereffes und Meiner regen Theilnahme an dem Wohlergehen ber Resibenzstabt Potsbam. Potsbam, ben 22. October 1888. Victoria, Kaiserin unb Königin. An ben Magistrat unb bie ©tabfoerorbneten ber Resibenz Potsbam. Köln, 27. October. Die heute behufs einer Kundgebung für bie Unterdrückung ber Sklaverei in Afrika Hierselbst im Gürzenich stattgehabte Volksversammlung war äußerst zahlreich besucht. Unter Anberen waren ber Oberpräsibent, ber Erzbischof, sowie bie Spitzen ber Civil- unb Militärbehörben anroefenb. Die Versammlung nahm folgende Resolution an: „Die Unterdrückung ber Sklavenjagb ist bie gemeinsame Pflicht unb Aufgabe aller christlichen Staaten. Wie bür Artikel 6 ber Congoakte alle Mächte zur Mitwirkung bei llnterbrücfung der Sklaverei oerbinbet, so liegt insbeson- bere bem Congostaat, Englanb unb Deutschlanb bie Pflicht ob, unter gemeinsamer Verständigung ben unvermeidlichen Kampf nachdrücklich aufzunehmen und durchzuführen. Wir vertrauen, daß bie Ehre ber deutschen Flagge, sowie der deutschen Interessen von der Reichsregierung wirksam gewahrt werden. Darf ein solches Vorgehen auf die einmüthige Unterstützung des Volkes ohne religiösen unb politischen Unterschieb rechnen, so wirb auch bie thatkräftige Mitwirkung bes Reichstags nicht fehlen." Zum Schluß brachte ber Vorsitzende, Oberstaatsanwalt Hamm ein Hoch auf Se. Majestät den Kaiserhaus, in welches die Versammlung begeistert einstimmte. Hamburg, 27. Ociober. Die Vorbereitungen für den Kaisertag nehmen einen großartigen Umfang an; bie ganze Stadt burchströmt ein einziges Festgewoge. Der ' Kaiser beabsichtigt, nach bem Festmahl eine Rundfahrt um bie wunderbar erleuchtete I Binnenalster zu machen; bie Lomoarbbrücke wirb bas Glanzstück ber Beleuchtung bilben. Die Bewohner bes Neuenwalls sammelten 10000 JL zur Schmückuna ihrer Straße, bie jetzt schon einen hochfeierlichen Einbruck macht. Die eingelabenen Minister» die Bundesraths- und Reichstagsmitglieder treffen (Sonntag Abend ein, werden feierlich am Bahnhof empfangen und nehmen darauf an einem Festmahl im Hamburger Hof Theil. Stuttgart, 27. October. In einem gestern unter dem Vorsitze des Prinzen Wilhelm stattgehabten Mintfterrathe ist beschlossen worden, gegen den hiesigen Verbreiter des Artikels der Münchener „Neuesten Nachrichten", betitelt „Unliebsame Erörterungen", die Anklage wegen Beleidigung des Landesherrn erheben zu lassen. Die Untersuchung ist eingeleitet. — Der Ministerpräsident Frhr. v. Mittnacht ist heute nach Berlin abgeretst. Derselbe wird den Zollanschluß-Feierlichketten in Hamburg beiwohnen. Arolsen, 27. October. Die Fürstin Helene zu Maldeck-Pyrmont ist heute Vormittag 71/2 Uhr in Pyrmont an Herzlähmung verschieden. AranKreich. Pari-, 27. October. Präsident Carnot hat heute ein Decret unterzeichnet, durch welches der den in Frankreich lebenden Fremden durch das Decrei vom 2. d. bewilligte etnmonatltche Aufschub für die Abgabe der Erklärungen betreffend ihr ferneres Verbleiben in Frankreich bis zum 1. Januar 1889 verlängert wird. In der Darlegung der Motive heißt es, die in Frankreich lebenden Fremden seien mit Eifer den Vorschriften des Decrets vom 2. d. M. nachgekommen. Bei Anwendung der Bestimmungen desselben hätten sich keine größeren Schwierigkeiten herausgestellt. Die Beibringung der oorgeschriebenen Schriftstücke zur Unterstützung der abgegebenen Erklärung hätte nur zu einer Prüfung von Fragen über die Auslegung des Decrets geführt. . Ueberall seien diese Fragen durch die Lokalbehörden im Sinne des größten Wohlwollens gelöst worden. Man dürfe daher auf eine vollständige Ausführung des Decrets rechnen; da aber die Zahl der in Frankreich lebenden Fremden eine sehr große sei, so hätten nicht Alle den Vorschriften innerhalb der zuerst festgesetzten Frist von einem Monat nachkommen können. Deshalb schlage der Minister vor, die Frist für die Abgabe der Erklärung bis zum 1. Januar n. I. zu verlängern. England. London, 27. October. Die „Times" äußert bei Erörterung der ostafrikanischen Frage ihre Befriedigung darüber, daß Deutschland entschlossen sei, an der Unterdrückung des Sklavenhandels in Afrika theilzunehmen, spricht sich aber gegen eine gemeinsame Aktion zur Erreichung dieses Zweckes aus. Deutschland und England könnten sich wohl über die besten Mittel zur Unterdrückung des Sklavenhandels verständigen, die künftige Cioilisirung Ostafrikas würde aber eine um so stärkere sein, wenn dieselbe durch gleichlaufende oder von einander unabhängige Anstrengungen der beiden Großmächte herbeigeführt würde. Numänie«. Bukarest, 27. October. Der Director der rumänischen Eisenbahnen, Douca, hat sich nach Wien begeben, um mit dem österreichischen Handelsminister wegen des taternationalen Dienstes auf der in Sequestration genommenen rumänischen Strecke der Lemberg-Czernowitzer Eisenbahn eine Vereinbarung zu treffen. Telegraphische Depeschen. «olsf'S telegr. Corresponden,. Bureau. Heidelberg, 28. October. Der Gehelmrath Professor Dr. Hermann Johann Friedrich Schulze, als Lehrer des Staatsrechts und durch zahlreiche staatsrechtliche Schriften bekannt, ist gestorben. Wien, 28. October. Der Kaiser machte Mittag dem Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar, welcher zum Besuch seines Schwagers, des Botschafters Prinzen Reutz, hier eingetroffen und im deutschen Botschaftspalais abgestiegen ist, einen Besuch. Die Abreise des Kaisers nach Gödöllö ist auf morgen Abend festgesetzt. Paris, 28. October. Bei einem gestern Boulanger zu Ehren nerapftalteten Banket, an welchem gegen 800 Personen theilnahmen, hielt Boulanger eine Rede, in welcher er hervorhob, das Land wolle heute durchgreifende und ernsthafte Reformen. Eine Revision werde sich vollziehen, der Regierungsentwurf sei indessen ein lächerlicher, er sei eine Beschimpfung der öffentlichen Meinung und zeige Mißtrauen gegen dieselbe. Die Revision, welche das Land wolle, bestehe darin, dem Volke die Ausübung seiner Souveränetät wieder zu geben, eine Revision könne nur eine solche im republikanischen Sinne sein und müsse eine nationale Republik gründen, welche alle gutgesinnten Männer der früheren Parteien vereinige und Frankreich auf friedlichem Wege seinen Platz und seine glorreiche Mission unter den Nationen zurückgebe. Rom, 28. October. Dem amtlichen Blatte zufolge wird die Kammer auf t)en 8. November einberufen. Rom, 28. Oclober. Die „Riforma" schreibt: Die Kundgebungen der Souveräne und Staatsmänner zu Ehren des Ministers des Auswärtigen v. Giers, namentlich diejenigen von Berlin, Rom und Wien haben die Bedeutung, welche nach der Reise Sr. Maj. des Kaisers Wilhelm Niemandem entgehen wird, und bestätigen den absolut friedlichen Charakter und die gleichen Tendenzen des Friedensbundes. Indem man Giers in Berlin, Wien und Rom ehrte, wollte man nicht nur den Beamten für seine langen und treuen Dienste ehren, sondern auch sein trotz mancher im Innern und von Außen gegenteiligen Strömungen, zu Gunsten des Friedens vollzogenes fruchtbares Werk anerkennen. Die Ausführungen des Journals „Paris" erwidernd, erklärt die „Jlalie" in unbedingter Weise, Italien intriguire weder für eigene, noch albanesische Rechnung. In Albanien existire keinerlei albanesisches Comito, weder in Rom noch in Skutari sei ein Italiener mit oder ohne Proklamation verhaftet worden. Athen, 28. October. Das deutsche und das italienische Geschwader, welche die deutsche bezüglich italienische Flagge bei den Festlichkeiten zur Regierungsjubelfeier des Königs vertreten werden, sind gestern im Piräus angekommen. Morgen empfängt der König die außerordentlichen Abgesandten der fremden Mächte, welche ihm die Glückwünsche der betreffenden Regierungen überbringen. Lokales. Gießen, 29. October. Die am 20. August zu zehnwöchentlicher Uebung einberufenen Ersatzreserviften wurden gestern wieder in ihre Heimath entlassen. — Die zu dreijähriger Dienstzeit bestimmten Rekruten treten in den letzten Tagen der laufenden und den ersten Tagen der nächsten Woche ein. — Der auf Samstag in Aussicht genommene dritte und letzte V 0 r t r a g des Fraulein Dr. Mensch über „George Sand und ihre Stellungen der Weltliteratur" hat auf Mittwoch den 7. November verlegt werden müssen, um eine Kollision mit anderen für den erstgenannten Tag getroffenen Veranstaltungen zu vermeiden. Gießen, 28. October. Der heutige Abend versammelte — wie Sonntags nicht anders zu erwarten — ein zahlreiches Publikum zu Moser's Schwank „Reif-Reiflingen". Diese Fortsetzung des Lustspiels „Krieg im Frieden" — das wir ebenfalls nächstens bfcr begrüßen zu können hoffen — ist bei aller Dürftigkeit der Handlung doch in hohem Grade erheiternd und unterhaltend, was ja bei dieser Literaturgattung die Hauptsache ist. Den Inhalt dürfen wir als bekannt vorausfetzen. Daß die Aufführung im allgemeinen gut verlief, versteht sich nach den bisherigen Leistungen des „Neuen Theaters" schon mehr von selbst. ., .Die Titelrolle spielte Herr Reiners, was uns etwas unerwartet kam, da der „fchnerdige Offizier" unseres Erachtens in das Rollenfach des Herrn Hildebrandt schlagt. Doch wir konnten mit dem Tausche gar wohl zufrieden sein, denn wenn auch Herr Reiners an „Schneidigkeit" bedeutend zu wünschen übrig lief?, uns schien dies kein Fehler. Im Gegentheil! In dieser uns neuen Auffassung erweckt die Rolle fast noch mehr die Sympathie des Zuschauers, der dem gutmütigen, treuherzigen Kerl ebensowentg böse fein kann, wie die blonde Ungarin, der „Engel" Priska. Diese vom Verfasser höchst stiefmütterlich behandelte Rolle spielte Frau Reiners ganz allerliebst Unnachahmlich war die verschämte Glückseligkeit, die in der letzten Scene aus ihren Mienen hervorleuchtete. Herr Hildebrandt zeichnete sich als Provisor Blum aus. Sein Spiel war, besonders in der Eifersuchtsscene, eine gelungene Karrikatur auf das falsche kränkliche Pathos, das heute so mancher Mime in der Tragödie zur Schau zu tragen beliebt. Bei Herrn Göhler (Hoffmeister) können wir nur beklagen, daß ihm die Routine des Herrn Hildebrandt abgeht. Bei feiner wohldurchdachten, fchönen Sprache könnte er wohl Tüchtiges leistem aber fein Spiel ist häufig recht steif und unbeholfen, und W° *ur ^°lle in grellem Widerspruch steht. Der Förster des H«rn Hentichel war eine wackere Leistung. Die übrigen Rollen sind völlig untergeordnet» meist in guten Händen. Hervorheben möchten wir nur noch Fr? (Sybille) und Frl. Reichest (Tony), weil sie so gut „hergesagt" haben; denn ihre Darstellung klang wie alles Andere eher, als wie natürlich und ungezwungm *rl. v. Fels (Bertha) entzückte in ihren beiden Liedern durch eine frische jugendliche Sopranstimme. Auch ihr Spiel war heute sehr graziös. Bei Frl. Müller müssen wfr wiederum die warme und innige Wiedergabe tiefen Seelenschmerzes anerkennen. . r- 29- October. Der rege Besuch, dessen sich das vor einigeren hier befindliche Vypodrvm erfreute, hat den Besitzer desselben veranlaßt, an den Mark^ tagen dieser Woche fein Reit-Institut nochmals dem Publikum zu öffnen Weiß ganzseid. Satin mervellieux v. Mk. 1.85 bi§ Mk. 10-25 per Met. (20 Qual.) — versendet roben- und stückweise Porto- u. zollfrei das Fabrtk-Döpöt G. Henneberg (K. u. K. Host ) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. ö741 Kirchliche Anzeigen der ronnftlischen Gemeinde. Heute Montag Abend8 Uhr: Bibelstunde in der Kleinkinderschule, 1. MM Kap. 7, von Vers 14 an, das erste Evangelium; Gottes Strafgericht. Pfatter d r- R aumann- Vermischtes. af J 2£ctl6er* Steueraufseher Johann Georg Röder zu Gießm wurde auf fein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner treugeletftelen Dienste am 23. d. M. mit Wirkung vom 1. November l. I. an in den Ruhestand verseht. M a;ni! 28. October. Gelegentlich des Wegzugs eines Rentners von hier "2r^ra^Ur^ c ilt der hiesigen Lokalpresse Beschwerde über die Art der hier üblichen Steuer-Einschatzung und die sich in der Regel daran knüpfenden für bm Steuerzahler unerquicklichen Erörterungen erhoben. Es wird hierbei behauptet, bafc man bei dem von hier verzogenen Rentner gegenüber seiner Einschätzung so schar! ver- faEjren fei, daß man denselben wegen angeblicher Steuerhinterziehung der Staals- anwastschaft denuncirt habe, von welch' letzteren hierauf eine erfolglose Untersuchuna etngeleitet roörben. Dieses Vorgehen wird von dem Organ des Kreisamtes, dem „M. Tagbl. , mit Recht als in einem seltsamen Contrast zu den Bestrebungen sichend dez-lchnct, die man neuerdings zur „Hebung beS Fremdenverkehrs non Malm' betätige. 6 — Nack Beschluß des Vorstandes wird von den zu dem Bau eines Concert- Hauses der Mainzer Liedertafel eingelaufenenConcurrenzplänen das mit dem zweiten Preis ausgezeichnete Project des Architecten Karl Hecker von Düsseldorf, tk- ches den Forderungen des Vereins an fein Heim am meisten entsprach, zur Ausführung gebracht Mit Rücksicht darauf, daß das Project die vorgesehenen Bausummen weit überschreitet, wird von demselben indeß nur die Grundidee benutzt und mancherlei Änderungen in den Dispositionen getroffen. Ohne Terrain werden sich die Kosten des Baues auf annähernd ’/< Million Mark belaufen. Hi Frankfurt 28. October. Der Wahltag steht vor der Thür, die Erregung ist, wenn auch nicht mit jener bei den Reichslagswahlen vergleichbar, eine sehr ßroRe Von beiden Seiten ist mit Aufgebot aller Kräfte gearbeitet worden. Freisinn und Demokratie haben sechs öffentliche Wählerversammlungen abgehalten, die Nationalliberalen und Confervativen begnügten sich mit drei. Gestern Abend fanden noch zwei solcher Versammlungen statt, die den Abschluß der Agitation, soweit sich solche auf die 5ßor.' bereitung zur Wahl erstreckt, bildeten. Die 9ZationalIibcralen waren in Bornheim, hie Freifmnigen im Zoologischen Garten. Die sonst mehr als ruhig verlaufenden Laoö- tagswahlen weisen diesmal ein so lebhaftes Bild aus dem doppelten Grunde aus, haß nicht nur auf 5 Jahre, sondern auch zum ersten Male nach dem staltgehabten Thronwechsel gewählt wird, lieber den Ausfall der Wahl lassen sich selbstredend nur Dtt- muthmigen anstellen. = Sjanffurt, 28. October. Der gestrige Anwalistag des Oberlandes- gerichtsbezirks Frankfurt war von ca. 60 Rechtsanwälten besucht. Aus dem Jahresbericht ist erwähnenswerth, daß im abgelaufenen Berichtsjahr nicht ein Fall vorkam,, bei bem gegen ein Mitglied in ehrengerichtlicher Weise hätte vorgegangen werden müssen. An die geschäftlichen Verhandlungen schloß sich ein gemeinsames Mittagsmahl. * Frankfurt a. M. 27. October. In der am 25. October stattgehabten Ver- sammlung von Vertretern der Naturalverpflegungsstationen des Großherzogthums Hessen und der Provinz Hessen-Nassau berichtete zunächst Herr Landrath v. Drewitz aus Nudesheim über den Fortgang des Stationswesens innerhalb des V.'reinsgebiets. In Hessen-Nassau und Großheizogthum Hessen bestehen zur Zeit 49 Stationen, die allerdings nicht fammt und sonders den beregten Anforderungen entsprechen, weil auch nicht in allen eine Arbeitsleistung der Wanderer als unerläßlich betrachtet werde. Namentlich sei es nöthig, daß an größeren Plätzen ober Bezirken Arbeitsplätze zu längerem Verweilen einzurichien seien. Ein Verbot des Almosengebens an Unbekannte mürbe nach Ansicht bes Berichterstatters als zu weit gehenb betrachtet. Fetner tpurde es als besonders werthvoll für die Wanderer in gewerblicher und sittlicher Hinsicht bezeichnet, wenn öfter Handwerksmeister die Naturalveipflegungsstationen besuchten und den Wandernden mit Rath und That an die Hand gingen. Mit diesen und noch mehreren Vorschlägen, u. A. auch Mitwirkung der Geistlichkeit in den Stationen, fachgemäße Prüfung der Legitimationspapiere seitens der Polizeibeamten u. s. ro., erklärte srck die Versammlung einverstanden, und wurde hierauf beschlossen, in UebereinstimmM mit den Grundsätzen des Deutschen Herbergsvereins dahin zu wirken, daß künftig die von den Stationen Gebrauch machenden Wanderer am Vormittag auf denselben arbeiten und nach eingenommenem Mittagessen am Nachmittag weiterwandern. Die Sonntagsruhe solle allgemein eingehalten werden unter Verpflegung der Wandernden vo« Samstag Abend bis Montag Mittag und dementsprechende Arbeitsleistung am Montaz u ?ri££ Verhältniß der Verpflegungsstationen zu den Herbergen zur Heimat betreffend, wurde empfohlen, beide Veranstaltungen, als dem Boden der Nächstenliebe entsprungen, zu vereinigen ober kleinere Verpflegungsstationen zu Herbergen zur Heimath zu erweitern. Schließlich erklärte sich die Versammlung damit einverstanden, im sammenhang mit der Arbeitercolonie Neu - Ulrichstein die in bereit Bezirk liegend« Herbergen zur Heimath und Verpflegungsstationen zu einem Verband für bas Gro Herzogtum Heften und der Provinz Hessen-Naffau nebst Waldeck zusammenzufassen. WL bekannt, wurde kürzlich aus Anlaß des Kaiserbefuches ii ^sitafel fnt„königlichen Schlosse, deutscher Schaumwein, Mark «ereicht Majestät der Kaiser sprach sich über den Wein sehr lobd SS? k sich in Folge dessen Se. Maj. der König von Württemberg veranlag Sr. Maj. dem deuffchen Kaiser dieser Tage nach Berlin eine Sendung dieses 2Betad Z/ßier & Cie. in Eßlingen (älteste deutsche Schaumweinfabr: gegründet 1826) zum Willkommgruß nach der Romsahrt zugehen zu lassen. Als ein weiterer Beweis, welcher Beliebtheit sich der Keßler'sche Schaumw- ?r,^rLa9rCra0(?Iten Kreisen erfreut, sei ferner die Thalsache erwähnt, daß sich an ß früheren Auszeichnungen obiger Firma neuerdings auch die Verleihung des Tüi „Lieferant Ihrer Kaiserlichen Hoheit her Herzogin Wera, Großfürstin von Rußlant' angeretht hat. _______________________ gj „ o NM Laien, sondern medicinische Autoritäten, bereit Ausspruch ßfc x Sweiiel erhaben, betonen nachbrücklichst, daß bie Sodener Mineral-Pastillen, ivelcd Ap?iheken, Droguerien unb Miner.-Wasserhandl- ä82^ pro Schachtel eM k k » £ „Heilmitteln ber Gegenwart gegen Erkrankungen der Lungen, der Bris und des Halses aus schließlich die erste Stellung einnehmen. Selbst das Auslaß steht nicht an, diese Wahrheit anzuerkennen; freimüthig, als wäre es einheimischer Product, preist man ihre lösende Kraft zur Secretion des Schleimes, ihren wohl- thuenden Emfluß, und ihre belebende Wirkung gibt dem Kranken neue Hoffnung, neue* Leben. Weiß man doch auch, daß bie ©ebener Mineral-Pastillen das wirkliche Product der Sodener Heilquellen sind, dessen Herstellung unter ärztlicher Controle, unter ärzb "r rUeberwachung geschieht, und das somit auch dieselben trefflichen EigenschaM wie die Quellen selbst birgt go57 MrheMe Eisenbahnen. Am 1- M- tritt der Nachtrag I zum Oberhessisch - Hessischen Gütertarife in Kraft, über dessen Inhalt die Güterexpeditionen Auskunft ertheilen- Gießen, den 26. October 1888. 8735________Großherzogltche Direktion.» Wrhesßslhe Eisenbahnen. Die Lieferung von 86 Stück Weichenschwellen aus Eichenholz — 284 lfd. m soll vergeben werden. Bedingungen sind bei unserer Magazinsverwaltunq einzusehen, Angebote bis zum 3. November d. I hier einzurcichen. Gießen, den 27. October 1888. 8736 Großherzogltche Direction. Lieferung vonBaumpfählen. Die demnächstige Lieferung von Baumpsählen auf die nachstehenden Kreisstraßen des Kreises Gießen soll Donnerstag den 1. Novbr. Norm. 10 Uhr auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten int Wege schriftlicher Submission vergeben werden: Lumda—Weitershain ca. 200 Stück Wieteck-Altenbuseck „ 170 „ Gießen—Daubringen „ 145 „ Allendorf—Londorf „ 40 „ Die Pfähle sind 3,20 m lang, 6—8 cm stark, sauber gehobelt, an beiden Enden gespitzt und unten angekohlt zu liefern. Gießen, am 27. October 1888. Der Kreisingenieur: 8722 Gnauth. Von den bei der im Bramm'schen Sälchen abgehaltenen Mobiliar-Versteigerung übrig gebliebenen Gegenständen verkaufe in meinem Geschäftslocal (Neuenweg 22,: 2 schöne ovale Tische, 1 Chaiselongue, 1 Salonspiegel (270/72) m t 2 Armleuchtern, 1 oval. Spiegel, zwölf rrrrßb. Stühle, 6 kirschb. Stühle, einen Sessel, 2 runde Gartentischchen mit drei Stühlen, weiße Bettüberzüge, 3 Dtzd Thee- servtetten, 1 Tafettuch mit Servietten, Glas-, Krystall- und Alfenide-Gegenstände u. a. Louis Rothenberger, Taxator, 8688]__________Neuenweg 22.__________ Mittwoch den 31. d. M., Vormittags 10V- Ubr, läßt Herr Fabrikant Aug. Ackermann zu Gießen in seiner Hofraithe, Frank- furterfiraße 36, durch den Unterzeichneten öffentlich gegen Baarzahlung versteigern: 30 beschlagene Fensterläden verschied. Größe, theilweise noch wie neu, eine Anzahl Fenster und Dachfenster, 1 Kiste Fensterbeschläge, eine Balkenwaage, einen fast noch neuen polirten runden Tisch, eine Parthie Rohrstühle, einen Kochheerd, eine neue Treppe, ein Ladenreal mit Schubläden, einenWein- schrank, einen Kinderwagen, 1 Blumen- aestell, Einmachfässer, eine neue Wagendeichsel rc. rc. Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 27. October 1888. Engel, 8727 Gr. Gerichtsvollzieher Donnerstag den 1. November, Nachmittags von 2 Uhr an, werden im früheren Bramm'schen Local, Neustadt 55: 30 neue Damen -Winter - Mäntel versteigert. Außerdem kommen zum Ausgebot eine Parthie wenig getragene feine Damen- Ueider, dabei ein Eachemirkleid. Louis Rothenberger, 8746 Taxator. Jeilgeöotenes. 8750 Zwei gut erhaltene Ladenthüren und zwölf Vorstellläden gebe billig ab. ___________Julius Schulze. la. frische Schellfische Zander und Hechte, Kieler Sprotten und Räucherlachs 8764 ________empfiehlt C. G. Kleinhenn. 8693] Gebrauchter Jagdwagen zu Verkaufen. E. Mohrmann, Bet.-Anstalt. 8762 per Pid. 25 8715 8742 das Neueste zu billigen Preisen. 8720 8167 einschlagenden Artikel neu zugelegt habe und empfehle: Ed. Klinkei 6190 Emil Orbig, Bahnhofstrasse 30 X Wir bringen wiederholt zur Kenntniss, dass wir den CO SCHULHOF & Co. GIESSEN 827b 7421 Emil Fischbach. Friedrich Kühn 8752 , wenig gebraucht » 8660 Ein gut empfohlenes besseres billig abzugeben. Kindermädchen wird zu miethen gesucht, ds. 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