Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. <838. Dureaur Schul st raße 7. .»fr* Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Nringerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. i£3sr CmtndMg zum Abonnement ■x? auf den Gießener Anzeiger, Ämls- unö Anzeigebsatl für Den Kreis fließen. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn, und Feiertagen, iuel. der Beilage „Gießener Famllienbliltter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei t«'s Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark erd. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in her Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im IV. Quartal 1888 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben kaffen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. , Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß den Abonnenten ves Anzeigers die „Derwalturrgsblätter" zum ermäßigten Preise von 50 pro Quartal geliefert werden. Die Expedition. Vermischte-. Bad Nauheim, 24. September. Unsere so segensreich wirkende Kinder- heilanstalt „Elisabethenhaus" erfreut sich von Jahr zu Jahr in Folge der durch seine heilkräftigen Bäder erzielten großen Heilwirkungen eines immer stärkeren Besuches. Leider mußten jedoch wegen Raummangels auch in diesem Sommer viele Angemeldete, worunter mitunter sehr viele eines Bades recht bedürftige Kinder waren, abgewtesen werden. Um jedoch denselben noch in diesem Jahre die Segnungen unserer hellkräftigen Quellen zu Theil werden zu lassen, beschloß der Vorstand, noch eine fünfte vierwöchentliche Kurpertode an die vierte anzurethen. Die Bader werden bekanntlich im Hause selbst gegeben, und durch eine sorgsame Erwärmung Tier Zellen, sowie der bewohnten Räume kann der sich mitunter im Herbste schon Morgens und Abends recht fühlbar machenden Kälte erfolgreich entgegengewirkt werden. Da noch einige Plätze frei sind, so werden Seitens des Vorstandes diejenigen Eltern, bezw. (Korporationen rc., welche auf Plätze für kranke ober schwächliche Kinder in ber nächsten Kurperiode reflectiren, ersucht, sich baldigst an ihn wenden zu wollen. Die fünfte Kurperiode beginnt am 4. October; das'Pflegegeld beträgt für die ganze Kur nur für Bemittelte 60 JL, für Unbemittelte 25 «X. Hoffentlich werden die außergewöhnlichen Heilerfolge, welche in der hiesigen Anstalt erzielt werden, Veranlassung geben, daß immer größere Unterstützungen diesem humanen Institut von Seiten des Publikums zufließen, damit es sich immer mehr der Höhe der Zeit entsprechend entwickeln kann. Biedenkopf, 23. September. Die andauernde naßkalte Witterung, welche diesen Sommer über vorherrschend war, hat auf den Ertrag der Kartoffelernte sehr ungünstig eingewirkt. In hiesiger Gegend wird der Ertrag der Kartoffeln kaum bis auf die Hälfte des Vorjahres herankommen. — Wie das „Wtttgenst. Kreisbl." aus Berleburg berichtet, wird die Bahnstrecke Erndtebrück-Hilchenbach am 1. October d. I. festlich eröffnet. Dieselbe, eine der theuersten und interessantesten Bahnen Deutschlands, ist eine Theilstrecke der Verbindungsbahn Hilchenbach-Eölbe-Marburg, welch letztere jetzt noch unter der Direction Hannover steht. Im Laufe des nächsten Jahres wird sie der Direction Elberfeld überwiesen und dem Betriebsamt Altena unterstellt. Eine neue Bauinfpection soll dann, wie die „Nh. Wests. Ztg." schreibt, in Laasphe oder Biedenkopf eingerichtet werden. — sEine ganze Familie verbrannt.j In St. Anna, einer deutschen Gemeinde des Temeser Eomitates, spielte sich dieser Tage ein erschütterndes Ereignitz ab. Der dortige Hutmacher Adam Repulak saß mit seiner Gattin und fünf Kindern beim Abendbrod, als plötzlich die auf dem Tische stehende Petroleumlampe explodirte und alle an demselben sitzenden sieben Personen in ein Flammenmeer hüllte. Die brennenden Eltern und Kinder stürzten schreiend in den Hof hinaus, doch ehe es den herbeigeeilten Nachbarn gelingen konnte, den Unglücklichen die brennenden Kleider vom Leibe zu reißen, waren die Bedauernswerthen mit Brandwunden in fürchterlicher Weise bedeckt. Die Mutter der Kinder liegt hoffnungslos darnieder. Dem Vater sind beide Arme vollständig verbrannt. Ein Kind hat das Augenlicht verloren und einem zweiten sind die Ohren abgebrannt. Die übrigen erlitten ebenfalls mehr ober weniger schwere Verletzungen. Paris, 25. September. Der Madrider Eorresvondent des „Figaro" ertheilt feinem Blatte folgenbe melancholische Aufzeichnungen über die letzten Lebensjahre des Marschalls Bazaine: Ich erinnere mich seiner Ankunft in unserer Mitte. Seine Frau, Pepita Pena, eine hübsche Mexikanerin, welche sogleich unsere Gesellschaft für sich gewann, war witzig, kokett nach spanischer Art und richtete sich in einer schönen Wohnung ein, hatte ihren Empfangstag, veranstaltete kleine Bälle und verdrehte nicht wenigen jungen Leuten aus vornehmen Häusern den Kopf. In der ersten Zeit sah man sie immer in Gesellschaft ihres Mannes, dessen Flucht aus her Insel Sainte Marguerite sie bekanntlich geleitet hatte, in der Oper, wo sie abonnirt waren. Während sie in den Zwischenakten mit ihren zahlreichen Freunden plauderte, schnarchte der Ex - Marschall auf seinem Stuhle wie Einer, der eben eine lange Reise zurückgelegt hat. Die zahlreichen Franzosen mußte man hören, wenn sie diesen Mann schlafen sahen. Der Ex- Marschall lebte bei alledem ganz vereinsamt in seinem Hause. Wollte er es so oder zwang sie ihn dazu? Ich weiß es nicht, aber ich bemerkte, daß er sich weder bei dem flve o klook, noch auf ihren Empfangsabenden, noch an ihren Besuchstagen zeigte. Er blieb allein in seinem Arbeitskabinet und las konservative französische Blätter. Er glaubte an die Wiederherstellung des Kaiserreichs und folglich an seine Rehabilitirung'; denn heute, da er tobt ist, darf ich wohl wiederholen, was er mir tausendmal gesagt hat. Imperialist vor Allem, erklärte er, daß er dem Kaiser gehorcht hatte und die Republik nicht anerkennen wollte. Die beständigen Angriffe der 'französischen Presse brachten ihn außer sich und er sprach von dem Heere in einer Weise, die ich schändlich | fand. Seine Lage wurde immer schwieriger. Von Jahr zu Jahr wechselte die I Marschallin ihre Wohnung, der Wagen, den sie zuerst gehalten, verschwand. Aus i einem glänzend aus^tzrtteten Gemach zog man von Stufe zu Stufe in ein winziges Halbgeschoß. Die Empfange und Besuche wurden fortgesetzt, aber man sah das Ende nahen. Der Marschall'zeigte sich nicht mehr, nicht einmal bei Tische. Man sah ihn früh Morgens mit einem Huhn oder einem Blumenkohl unter dem Arme vom Markte kommen. Er war es wirklich, jener Mann, den ich 1868 in Paris einen fürstlichen Aufwand treiben sah. Eines Tages verließ Pepita Pena ihren Gatten, nahm zwei Kinder nach Mexiko mit und ließ ihm den ältesten Sohn, der sich in Spanien hat naturalisiren lassen und in unserem Heere Unterofficiersrang hat. Was wctr geschehen? Es ließ sich niemals genau ergründen. Thatsache ist, daß der 70jährige Greis allein auf sein Zimmer angewiesen war und als einzigen Umgang seinen Sohn und irgend einen Diener hatte Hier ging er die Reihe seiner Bitternisse Tag um Tag durch. Er bezog eine noch kleinere Wohnung in der Straße Monte - Esquinza, wo er bis zu seinem Tode blieb. Sie bestand aus einem Schlafzimmer, einem Arbeitskabinet, einem Speisezimmer, der Hausrath aus einer eisernen Bettstelle, einem alten tannenen Schreibtische, an den Mauern zwei ober bret beliebiger Stiche, einem kleinen Tisch am Fenster, zwei Stroh- sesseln und einem Lehnstuhl, wo ich ihn nach bem Attentat vom letzten Jahre sitzend lan.d. Ein Wagenunfall hatte ihm einen Beinbruch zugezogen und er mußte an einer Krücke gehen. Kaum erkannte ich den ehemaligen französischen Marschall, im zerfetzten ©cblafrocf, mit alten zerrissenen Pantoffeln an den Füßen. Damals wollte ich aus Pietät den Lesern des „Figaro" nichts Näheres über ihn erzählen. Aber ich hörte ihn mit Verwunderung von seinen Soldaten, jenen Tapferen, welche bis zum Tode gekämpft hatten, in beleidigendster Weise sprechen, und wenn ich, der Fremde, ihm eine Bemerkung darüber machte, schlug er mit der Faust auf den Tllch, in Heller Verzweiflung ms zum Wahnsinn gereizt, und proteftirte ist der Einsamkeit bet elenden Kammer gegen die Ungerechtigkeit der Menschen und der Geschichte. „Die Franzosen? Schreihälse' Meine Soldaten? Reden wir nicht von ihnen! Nach einer ersten Niederlage kann man sich nicht auf sie verlassen. Ich habe dem Kaiser gedient, ich konnte eine von dem Pöbel eingesetzte Regierung nicht anerkennen. Ah, eaorä tonperre." Und mit fieberhaften Geberden holte er Actenstücke, Berichte, die er mir vorlesen wollte, aus feinem Schreibtische heraus. In diesem Augenblicke trat fein Sohn ein, ein sympathischer junger Mann, tn der Uniform unserer Infanterie-Soldaten, welcher kam, um seinen Vater auf die Tags zuvor von einem Franzosen durchbohrte Stirn zu küssen. Auch brachte er ihm Visitenkarten der vornehmen spanischen Gesellschaft. Seit fünfzehn Jahren war es vielleicht das erste Mal, daß man ihm einiges Interesse bezeigte. Das that ihm wohl. Aber ich verließ ihn mit der Ueberzeugung, daß die täglichen Angriffe, die Tausende von Schmähbriefen, die er seit Metz erhielt, seinen Geist geschwächt hatten. Seine letzten Jahre waren tief schmerzlich. Ich bin überzeugt, daß er fein anderes Existenzmitt'el hatte als den bescheidenen Sold seines Sohnes. Welch trauriges und trostloses Ende nach vierzig Jahren einer glänzenden Laufbahn! — Für die Ausarbeitung ihrer Berichte auf das Jahr 1887 waren den Fabrikinspecioren speciell folgende Fragen zur Beachtung empfohlen worden: In welchen Industriezweigen besteht ein Bedürfniß nach Heranbildung gelernter Arbeiter, Vorarbeiter und Werkmeister und in welchem Umfange wird diesem Bedürfnisse durch ein förmliches Lehrlingsverhaltniß Rechnung getragen? Inwieweit entspricht dieses Verhältniß den §§ 126—133 der Gewerbeordnung (Lehrlingsverhaltnisse) ? In welcher Weise ist, wo ein solches Verhältniß vorliegt, durch besondere Regelung der Beschäftigung der Lehrlinge Fürsorge für deren Ausbildung getroffen worden, und welche besondere Einrichtungen bestehen, abgesehen von der Beschäftigung im Betriebe für die gewerbliche und sittliche Ausbildung der Lehrlinge? Sind Betriebe bekannt geworden, in welchen die Zahl der Lehrlinge im auffallenden Mißverhältniß zu der Zahl der beschäftigten Arbeiter steht? ES ist natürlich, daß die Fabrikaufsichtsbeamten auf diese besondere Anregung hin den aufgeworfenen Fragen einen großen Raum ihrer Berichte gewidmet haben. Was dabei das Lehrlingsverhaltniß betrifft, so sind die in den Fabriken hierin hervor- tretenben Umstände in den einzelnen Aufsichtsbezirken so übereinstimmend, daß sie nur selten eine verschiedene Darstellung erfahren haben. Der Generalbericht hält deshalb gerade diese Aeußerungen zu einer gemeinsamen Darstellung für besonders geeignet. Dagegen weichen die Berichte der einzelnen Beamten insofern bald mehr bald weniger von einander ab, als sie hinsichtlich des Begriffs „gelernter Arbeiter" von ungleichen Voraussetzungen ausgehen. Während die einen als gelernten Arbeiter schon denjenigen ansehen, welcher sich die Fertigkeit in der Ausführung der ihm obliegenden Arbeit durch eine häufig nur nach Wochen zählenden Ausbildungszeit angeeignet, lehnt sich der größere Theil der Berichte bei der Auffassung des gedachten Begriffs mehr oder weniger an tie Verhältnisse an, wie sich dieselben im Handwerk entwickelt haben und erblickt das Charakteristische des gelernten Arbeiters darin, daß derselbe eine der handwerksmäßigen Ausbildung der Lehrlinge ähnliche, wenn auch in Folge der Eigenthümltchkett des fabrikmäßigen Betriebes immerhin in wesentlichen Punkten verschiedene Unterweisung und zwar mehrere Jahre hindurch erhalten hat. Es ist erklärlich, daß bet der weiteren Auffassung des Begriffs „gelernter Arbeiter" ein Bedürfniß für dieselben sich in jedem Industriezweige findet, nur ist dies Maß der erforderlichen Ausbildung sowohl in den einzelnen Industrien als auch in den einzelnen Betrieben derselben Industrie häufig ein verschiedenes. Unter den Berichten, welche von dieser weiteren Auffassung ausgehen, tritt besonders der Bericht für den Aufsichtsbeztrk Düsseldorf hervor. Nach den Ausführungen desselben liegt das Bedürfniß, gelernte Arbeiter, Vorarbeiter und Werkmeister zu beschäftigen, in jedem Industriezweige und in jedem Betriebe vor, aber die Ursachen und das Maß dieses Bedürfnisses sind überall verschieden und vorwiegend abhängig von der augenblicklichen Geschäftslage, von den Ansprüchen an die Güte der beabsichtigten Erzeugnisse, von der Schwierigkeit ihrer Herstellung, von der dafür verlangten Schnelligkeit der Arbeit und von der Größe der für die Ausführenden, sowie für den gesammten Betrieb damit verbundenen Gefahr. Daneben spielen die örtlichen und Lohnoerhältnisse und auch die persönlichen Ansichten und Neigungen der Betriebsleiter eine Rolle. Infolgedessen deckt sich das Bedürfniß nach gelernten Leuten keineswegs immer mit dem Bedürfniß nach der Heranbildung solcher. Gewerbe, welche Mode- einflüssen ober plötzlichen, nicht regelmäßig wiederkehrenden Conjuncturen unterworfen sind, sowie manche Satsongewerbe empfinden das gedachte Bedürfniß zeitweise in hohem Maße, aber sie sind nur ausnahmsweise in der Lage, für die Heranbildung gelernter Arbeiter zu sorgen. Können sie solche in genügender Zahl nicht aus Eoncurrenz- oder ähnlichen Betrieben heranziehen, so begnügen sie sich mit ungelernten, namentlich für gröbere Arbeiten und infolge dieses Verfahrens sind dann Unfälle, welche auf die Un- gelerntheit der Leute zurückzuführen sind, nicht seltene Erscheinungen. Oder man läßt die in der Ausbildung begriffenen Leute rascher aufrücken, kürzt die Lernzeit neueingetretener Arbeiter um ein Erkleckliches ab und sucht ihre Leistungen durch Prämienzusagen u. s. w. zu steigern. Wesentlich günstiger sind schon diejenigen Industriezweige gestellt, welche nur mit einigermaßen regelmäßig wiederkehrenden Geschäftsschwankungen rechnen müssen, wie einzelne Zweige der Seidenindustrie, der Tuchindustrie, Zeugdruckerei und Färberei, fast die gesammte Besatzindustrie, viele Fabriken für Baumaterialien jeder Art, Maschinenfabriken, welche für Saisoninduftrien arbeiten und einzelne Sroeige ber £kin= Eisenindustrie. Wie in ben Mobeinbuftrien brängt sich auch hier in ber flotten Zeit, wegen ber dann gesteigerten Löhne immer eine große Anzahl von frischen Arbeitskräften heran; aber im Gegensatz zu jenen ist diesen Industrien, weil sie auch in dm Zwischen- Eine größere Arbeiterzahl beschäftigen können, die Möglichkeit gegeben, einen erheblichen Antheil ber Eingetretenen auszubilbm. Ein Mangel an Gelernten ist besbalb seltener, ein Ueberfluß öfter vorhanben. ' . Sn ber günstigsten Lage sind bie von ben Vorschriften der Mobe, von Saisons und starken G-onjuncturen mehr ober weniger unabhängigen Industriezweige, welche g eichmäßig jahraus jahrem Zwischenproducte ober Stapelartikel ober stündig auf feste Rechnung liefern. Es gehören hierher bie Moll- und Zanellawebereien, viele Streich- garn- und die Kammgarnspinnereien, fast die gesammte Baumwoll-und Leinminbuftrie, die chemischen und Explosivstoff Fabriken, bie meisten Hüttenwerke unb Maschinen-. Draht- unb Nagelfabriken, bie gesammte keramische unb Holzinbustrie, soweit sie nicht für bas Baugewerbe arbeiten, bie Nahrungsmittelindustrie, mit Ausnahme ber ©auers haut;, Obstwein- unb Obstsaftfabriken, bie Bekleidungsinbuftrie mit Ausnahme ber .'Geschäfte, ein erheblicher Theil der Kleineisenindustrie, die Papier- unbeingroßer Thcil der ßebcnnbuftrie und fast bie Gesammtheit ber polygraphischen Gewerbe Bei ihnen allen liegt bas Bebürfniß, gelernte Arbeiter zu beschäftigen vor, aber es wird kemeswegs immer unb überall in bem wünschenswerthm Maße befrtebtgt; obgleich die hauptsächlichsten Voraussetzungen: Stetigkeit ber Arbeit, bas Verlangen nach möglichst schneller Erzeugung möglichst guter Maare unb ber Wunsch nach thunlichster Vermeidung der ^-fahren wohl überall gegeben sind unb auch anzuerkennen ist, baß seit bem Enbe ber 70er 3a$re auf die Heranbildung gelernter Arbeiter mit und ohne Lehrverhältniß mehr Aufmerksamkeit verwendet wird. Bedauerlich bleibt es aber, daß eine gleiche Fürsorge nicht regelmäßig betreffs der Anlernung der Arbeiter Platz greift, welche bet groben, aber unter Umständen sehr verantwortungsvollen Arbeiten z. B. beim Verladen von Rohstoffen und Maaren, beim Transport unb Handhaben schwerer Sachen, beim Fahren mit Lastgeräthm u. s. w. beschäftigt werden. Telegraphischer DchiffSbericht ber „Neb Star Line" Antwerpen. N ew y or k, 26. September. Der Poftbampfer „Belgenlanb" ber „Reb Star Line* ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommm. TF OOnd. Bouillon 18t eingedickter reiner lull Fleischsaft ohne Zusatz von billigen Suppen- cn> kräutem. Bequem.Gebrauch, fein. Geschmack. A Ohstverfleigerung. Dienstag den 2. Oktober, Vormittags 9 Uhr, soll das Obst der Gemeinde Annerod, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft im Ort bei der Kirche. Annerod, 26. September 1888. Großh. Bürgermeisterei Annerod. ___ Engelhardt. 7685 Montag, den 1. Moder, Nachmittags 2 Uhr, werben in der früher Koch'schen Wirth- fchatt — Seltersweg 35 — verschiedene Mobiliar-Gegenstände meistbietend versteigert, darunter namentlich: 1 Secretär, 1 Küchenschrank, 1 Eisschrank, 2 Kleiberschränke, Betten mit Matratzen, 1 großer Ankleibespiegel, 1 Kaffeekochapparat, 1 Regulator. Versteigerung bestimmt. Bühner, 7724 Gerichtsvollzieher. Dienstag den 2. Dctober, Nachmittags 2 Uhr, in bem Hause Frankfurterstratze 12 dahier, läßt ber einzige Bruder u. Erbe des verstorbenen Landgerichtsraths Herrn Oppermann zu Gießen, aus dem Nachlasse des Letzteren: 2 Betten, 2 Sopha's, Kleiderschränke, 1 Secretär, 1 Eisschrank, Tische, Stühle, 1 Waschkommode, 1 Standuhr, 1 große Badewanne, Spiegel, Bilder und sonstige Hausgeräthschaften, ferner Küchengeräthe, Herren-Kleidungsstücke 2C 2C. durch ben Unterzeichneten öffentlich gegen Baarzahlung versteigern. Versteigerung Dcfhmmt. Gießen, ben 28. September 1888. Engel, 7744 Gr. Gerichtsvollzieher. Versteigerung. 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