128 Mittwoch den 30. Mai ^88 Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Ä^ährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst, rq3r waoa ™ k 24 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 25. d. M., enthält' Betrieben befchäftigien Personen" nom 5" Ma^lkVö ^0^1863""°^ bU ttnfaD' 11,10 Krankenversicherung dec in land, und sorstwirjhschastlicheu föÄSÄSS “** * “TÄ’ÄSSÄ“**1« -' “ «* —— ------------------------ Or. Boekmann. stattfinden. Komm-nden Svnntag ben 3. Juni l. I. soll zu Gi-ß-n im Gasthaus- „Zum Einhorn" daselbst BogelSberger Rindviehraffe^*"* " beS B«--inS für Züchtung und D««dl«ng btt 2) um 12 Uhr Mittags eine Generalversammlung des landwirthschaftlichen «ezirkSvereioS Gießen Beide Versammlungen haben zur Tagesordnung: s) die Wahl eines ersten Vorsitzenden an Stelle des Unterzeichneten, < <.= statutenmäßige Ergänzunoswahl des Vorstandes, bezw. Ausschuffes Vercinr » — -ÄÖSStt&’S ÄÄ? K-n.« dr. dchd.r Darmstadt, den 28. Mai 1888. Der erste Vorsitzende des landwirthschaftlichen Bezirksoereins und des Viehzuchtvereins Gießen. ---------------------------------------------------------Nover, Regierungsrath. »etr.: Die Bestimmungen über den Eintritt junger Leute in die Unteroffizierschulen und UnteroffiziervorMlem °1888' Das Großherzogliche Kreisamt Gießen en hte Grotzherzogltchen Bürgermeiftereie» bei Kreises. 2ßtr weisen «Sie an, nachstehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen zu lassen Dr. Boekmann. Md w*«-«»«. Ew-gm Oberstlieutenant und Commandeur des Landwehr-Bataillons-Bezirks Gießen Politische Ueberficht. Gießen, 28. Mai. Das Bulletin über «aiser Friedrich vom Montag besagt, daß sich der Kaiser am Samstag etwas ermüdet fühlte, daß jedoch sein Befinden sonst während der vorigen Woche ein gutes war; Fieber ist nicht vorhanden, der Kräftezustand ein befriedigender D»e Uebersiedelung des Kaisers nach Schloß Friedrichskron soll Ende dieser Woche erfolgen und zwar auf der Dampfjacht „Alexandra." In nichts weniger als harmonischer Weise hat die preußische Landtagssesston in den letzten stürmischen Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über das Volksschullastengesetz und namentlich über die Elbing-Marienburger Wahlen ausgeklungen. Gab am Freitag schon die nochmalige Berathung des genannten Gesetzes den Anlaß zu erregten Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Parteien und auch den einzelnen Rednern, so wies die Samstagsdebatte über die Ungültigkeit der Wahl der beiden conservativen Vertreter für Elbing-Marienburg mitunter einen Ton auf, wie er in Wirthshausgesprächen am Platze sein mag, aber nicht in der parlamentarischen Arena. Wohl sind bei der Elbing-Marienburger Wahl bedauerliche Unregelmäßigkeiten vorgekommen, die auch vom Hause durch die mit Stimmenetnheit erfolgte Cassirung der Wahl der Herren v. Puttkamer-Plauth und Dühring gebührend gerügt wurden, aber dies rechtfertigte noch keineswegs die Art und Weise, in welcher auf beiden Seiten des Hauses discutirt wurde. Vielfach trat hierbei die Discussion vom Gebiete der rein sachlichen Erörterungen auf das Feld persönlicher Angriffe über und besonders hierdurch erhielt die Samstagverhandlung des Abgeordnetenhauses einen recht unerquicklichen Charakter und daß gerade die letzte Sitzungsperiode des bisherigen Landtages in der zweiten Kammer mit solchen Mtßklängen schließen mußte, macht allseitig einen keineswegs angenehmen Eindruck. Der Bundesrath hielt in voriger Woche neben seiner regelmäßigen Wochenplenarsitzung noch eine außerordentliche Sitzung ab, in welcher dem Vernehmen nach die geplanten Retorsionszölle gegen Rußland zur Erörterung gelangt sein sollen. Der gegenwärtige Aufenthalt des Statthalters von Elsaß-Lothringerr, Fürsten Hohenlohe, in Berlin soll in der That mit der Paß maßregel der reichs- I ländischen Regierung Zusammenhängen, es wird versichert, der Statthalter habe bei ! seinem Empfange beim Kaiser dem Monarchen einen längeren Vortrag über diese Angelegenheit gehalten. Von französischen Gegenmaßregeln verlautet bislang noch nichts, es sind solche aber kaum zu bezweifeln, schon im Hinblick auf die gereizte Stimmung, welche in den chauvinistischen Kreisen Frankreichs durch das entschlossene Vorgehen der deutschen Regierung entstanden ist, wird die französische Regierung wohl oder übel etwas thun müssen, um die Stimmung zu beschwichtigen. Vielleicht wird nun an der französischen Grenze auch den aus Deutschland kommenden Reisenden auch ein Paß abvcrlangt werden, worauf freilich die deutsch-französischen Grcnzbeziehungen sich noch weiter ungemuthlicher gestalten würden, als sic cs jetzt schon sind, aber die Franzosen s^en, daß sie an diesem unerquicklichen Zustande der Dinge un- fchuldlg seien. Mit dürren Worten haben im ungarischen Abgeordnetenhanse der Cabinetschef Tisza wie der Handelsminister Graf Sczecheny dieser Tage erklärt die unsicheren politischen Verhältnisse Frankreichs verhinderten eine Beschickung' der Pariser Weltausstellung durch die ungarische Industrie ebensosehr als der revolutionäre Hintergrund der Ausstellung. Es ist das eine bittere Pille welche den Franzosen zum Vorgeschmack ihres großen Revolutionsjubiläums gereicht worden ist und dies durfte in Frankreich um so mehr empfunden werden, als man bislang gerade in Ungarn immer gern eine gewisse Schwärmerei für Frankreich zur Schau trug Aber Herr Tisza hat eben nur eine einfache Wahrheit ausgesprochen, wenn er meinte es herrsche jenseits der Vogesen zuweilen eine „aufgeregte Stimmung", die selbst gegen den Willen der Regierung und der französischen Nation zu einer Schädigung des Eigenthums oder Verletzung der vaterländischen Farben einer fremden Nation sichren könne. Der ungarische Ministerpräsident deutet hiermit ziemlich unverschletert die ja nicht so entfernte Möglichkeit an, daß eines schönen Tages in Paris eine Revolution ausbrechen konnte und daß es alsdann um die Sicherheit fremden Eigenthums und um die Achtung fremder Flaggen in der französischen Hauptstadt bedenklich aussehen wurde. Es wird hiermit den Franzosen ungarischerseits ein Mißtrauensvotum er- therlt, welches jenseits der Vogesen schwerlich angenehm berühren wird, das jedoch durch die in Frankreich mehr und mehr um sich greifende politische Tollhäuslerwirthschast vollständig gerechtfertigt wird. Aerttschland. , Darmstadt, 28. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 26. Mat den Oberamtsrichter bet dem Amtsgericht Altenstadt, Dr. Carl Arnold, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Lorsch, mit Wirkung vom Tage des Diensteintritts seines Nachfolgers, zu ernennen. Berlin, 27. Mai. Der Kronprinz war von 123/« Uhr bis gegen 3 Uhr bei den Majestäten zum Frühstück und besichtigte sodann mit der Kaiserin den am Schlosse liegenden Dampfer „Alexandra", mit welchem der Kaiser sich nach Potsdam begeben wird. Der Prinz und die Prinzessin von Hohenzollern besuchten die Majestäten gegen 1 Uhr. . Der Kaifer zeigte sich gegen 6 Uhr wiederholt am Fenster. Die Kaiserin machte von 5 Uhr 10 Minuten ab mit den Prtnzessinnen-Töchtern eine einftündige Ausfahrt. Das Allgemeinbefinden des Kaisers ist gut, obwohl er sich etwas ermüdet fühlt, was die Aerzte als Folge der Witterung betrachten. empfangen Arankreich. Commune G 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. Pari-, 27. Mat. Anläßlich des Jahrestages der Unterdrückung der im Jahre 1871 besuchten heute zahlreiche Mitglieder der revolutionären Gräber der Communarden auf dem Pere la Chaise. Rußland. Petersburg, 27. Mai. Nach wetteren Nachrichten aus Samarkand wurde der erste Zug der transkaspischen Eisenbahn, in welchem sich General Annenkow, Deputationen der gelehrten Gesellschaften, Vertreter der Presse und zahlreiche ausländische Gäste befanden, von dem Gouverneur des turkestantschen Gebiets, General Rosenbach, Abgesandten des Emir von Buchara, den Behörden und einer zahlreichen Menschenmenge empfangen. Der Zug hielt unter Kanonendonner bei dem Grabmal Tamarlans erlhetbigen würbe, wenn betfelbe jemals angegriffen « n ME-, 28. Mai Der Papst empfing das Lokaleomitä ber Jubiläums-Aus- ftenung, welches feinen Rechenschaftsbericht erstattete nnb wünschte, ber Papst mögebie Ausstellung bei der Schließung besuchen. Der Papst stimmte zu und brückte seine Genugthuung über den glücklichen Erfolg der Ausstellung aus. Er dankte dem Comit« bedauerte indessen, daß seine Genugthuung und Freude durch feindselige Akte gegen bte Arche und den päpffllidjen Stuhl getrübt würden. Namentlich sei der gegenwärtig zur Berathung stehende Strafgesetzenlwurf zu beklagen, der darauf abziele, die Ketten welche die Kirche in Italien trage, noch schwerer zu machen. Kein wahrhafter Katholik könne zur Ausführung eines solchen Werkes beitragen. y Berlin, 29. Mat, 10 Uhr 55 Mtn. sPrioatdepefche.s Der Kaiser hatte eine J gute Nacht. Der Kronprinz wird seine Brigade gegen 11 Uhr vor dem Kaiser vorbeiführen. Der Kaiser wird im offenen Wagen in Begleitung der Kaiserin die Front abfahren. Die Abnahme der Parade findet von der Schloßterrasse aus statt Die Kronprinzessin ist feit 10 Uhr im Schlosse anwesend. und da die Meinung verbreitet, als bestände -jnonder dargGklls würden. W set bS'/.li. Vermischtes. Darmstadt, 26 Mar. In der am 23. d. M. im oberen Locale der alten 93 oft" Äenq Hauptversammlung deö Hessischen Landesvereins für Reform feeä »eftattunQ^ - ^^ltatrve Feuerbestattung referirte Herr Obermedicinalrath Dr. Vir über die abgelaufenen Jahre. Insbesondere wurde hervorgehoben ^daß durch re Herausgabe der Monatsschrift „Phönix" dem Verein zahlreiche neue Mitglieder 'uaeiübrt "urd-n, wre denn auch eine ganze Anzahl gleiche Tendenzen verfolgender^ auLst er aewäblt bTben ’ü Exemplaren gedruckt wird, zum SBereinaorg« gerodtjlt haben. Um einen vermehrten Umfang des Blattes, das mit allseitigem ^ntprpff.» Vereinsmitgliedern gratis zugeftellt wird, zu ermöglichest ^beschloß man den Mmimaliahresbeitrag der Mitglieder auf 1 M. 50 Pf. festzusetzen/Der ' Pbönir" 1entsprechend von nun ab regelmäßig im Umfang von 2 Bogen erscheinen - Es aller root“ber nur angeführt sei, daß die Rechnung nach Befriedigung aller Bedürfnisse noch einen Kassevorrath von 34 M. 56 Pf. aufweist. 09 m ~,er ^^ag der Landtagsabgeordneten Ohly und Genossen „die zweite Kammer wolle Staatsregierung das Ersuchen richten, alsbald die erforderlichen Bestimmungen zu treffen, um die Feuerbestattung im Großherzogthum Hessen zu ermöglichen'' war fiu vorigen Landtag von der zweiten Kammer bekanntlich mit großer Majorität angenommen Kammer gegen 3 Stimmen abgelehnt worden. Auf Antrag des Herrn Oberbürgermeister Ohly beschloß man eine Immediateingabe in gleichem Betreff an Se Komgl. Hoheit den Großherzog zu richten, im ganzen Lande zur Unterschrift in Eirculation syen und dann durch eine Deputation Sr. Königl. Hoheit überreüh^ Uebrigen wurde allseitig der bestimmten Ueberzeugung Ausdruck gegeben man dürfe "bei ber bekannten Gerechtigkeits- und Paritätsliebe Sr. Königl. Lohendes GEerwas M ÄS™’ * biefCn $ßÜn^en CinCr ^°ßen Zah'l Ä S nun folgenden Neuwahl des Vorstandes wurden die Herren Oberbürgermeister f^nd^lO^bdlcmalrath Dr. Vix wiederum zu Vorsitzenden gewählt, bie Zen"«K ®arnier £1°?Keuc M«igt. Das Rechneramt wurde Herrn Oberrechnungsrevisor ÄngeatÄgebe”^et,6en & f- ßof« Dem Besitzer bes bekannten Gasthofes „Zum Holläubischen F- Büdingen, ist am Samstag bei Nauenheim ein febr beklagens: werthes Jagdungluck zugestoßen. Derselbe passirte mit einer kleineren Jagdgesellschaft n einem Wagen eben eine Walbschneise. als sich etn Rehbock bstcken ließ was bie malbbüt r7uA?eb,hea6fsberb6unbsb« 3S,gc,§ ficb Io6ti6 unb bem Wilb nachjagte. Ein ofet enb nol b u°u besten eigenmachiigcr Jagb abzuhaltzn unb eilte itm Inzwischen war Herr Bübingen von bem Wagen, besten Pferde durch 3BaIblü e* SeaHff ab,?e[tiE8™ und erwartete die Rückkunft des itoen «Iifaii entloben, ging dasselbe durch einen Unglück- Itajen Zufall von selbst los und nahm die Ladung ihren Lauf nach einer Seitenschneise EÄr." demselben Augenblick der Waldhüter herkam.' Die volle Ladung ging dem Waldhüter rn den Kop und zwar derart, daß ber Unglückliche aus ber Stelle tobt Herr Äg®nWart berei" ertlärt bat. 5 Sbinbcrn' fÜr bie •“ forßfn M einen Aufruf '"Lr® eJc<®n*flW Bewohner und Bürger hiesiger Stadt erlassen soeben unb^m^elte Ä""9 eines Vereins zur Errichtung von Ferien-Colonien für Freitag stattfiÄn $ ' conftituircnbe Versammlung des Vereins soll kommenden s°lsche Zähne ein Luxus? Das Gericht hatte sich eben mit dieser Frage ^?bwssen. Eine Kaufmannsfrau, welche von ihrem Gatten geschieden ist, bezieht von dem- tnL laufenden Ausgaben, während sich der Eheherr bereit erklärt hatte, ä ^othwendige Ausgaben besonders zu bezahlen. Nun ließ sich die Dame u. A. "" kunstfiches Gebiß anfertigen und ihrem Gatten die Rechnung zusenden. Derselbe verweigerte die Zahlung, indem er geltend machte, daß ein solches Gebiß ein Luxusartikel sei. Es kam ^bricht zu Gunsten der Frau entschied/ Es führte in seinem ^rrenntniß aus, daß die Frau standesgemäß leben müsse und daS Gebiß zur Verschönerung, g eichzettig aber auch zur Erhaltung der Gesundheit diene. Von einem Luxus könne hier also nicht die Rede sein. Der Kaufmann wurde zur Zahlung der 150 Mark verurtheilt, wie auch in die Gesammikosten des Verfahrens. ftattfinb®n^?5i^r™cLSu^neEi6eCrnbben3 ÄS™» “beZ «* W. Juni mitjutbeilen, baß Ihr- Königlichm Hoheiten ber Großher,og^bs°w e 'biebPrin»n ist noch nicht bestimmt, aber wahrscheinlich 0 ® ’e“ beS Erbgroßherzogs Äft $ .die Stabtverorbneten-Sitzung am 1. Die Abhaltung von Vtehmärkten. 2- ®ÄfiSÄ*r‘bä fiarl S,£in -um »Pr'nz Karl" um Erlaubniß zum Das städtische Schlachthaus. Gesuch bes Metzgermeisters Emil Harms um Erlaubniß «um Einstellen Nctichtrausporlwagen in der Wagenhalle bes Lchlachihauses L “ S 1“? t'a Maurermeisters Georg Psass um Bauerlaubniß. ' Dksgl. bes Lorenz Schäfer ans Watzenborn. Die Anlegung von Triebvierteln zu Wiesen. Die Unterhallung der städtischen Baumpflanzungen. Die Jnstanbhaltung ber Einfallsteine in ben Slraßengossen. Gfißem7 Estenbahn, ^""^ur'-rstraße nach ber Güterexpebition bet Deutz- Die Fassung des Stadtringgrabens in eine Steinsohle. Wostelableitung $Creln5 fÜr $lrmcn= unb Krankenpflege wegen Kostendecreturen. -- Die Hanstein-Stiftung betr. »r. 116 ebenfalls in ber angegebenen Zeit unb auf bem angegebenen £ • es mh* M°tnz, das Jnfanieric-Regiment Nr. 118 vom 18. bis 27. August ebenbafelbft Vna unb 116) übt oorn 24 0hi« 2? Jnfanterie-Brigobe (Jnfanteiie-Regimeuler Nr. 115 “ sr« äs,“*»'* - sRHrtnhp Detachementsubungen. Das 1. Detachement, welches aus der 49 Infanterie- i BISRSäw« s Berlin, 28. Mai. Das Unglück im königlichen Schauspielhause stellt sich auf Grund der genaueren Berichte etwas anders dar, als in den ersten Stunden, nachdem es passirt war. Nicht die Decke oder das Dach Ist eingestürzt, denn diese waren schon vor einigen Tagen abgetragen, es ist vielmehr das zum Zwecke des Umbaus im Bühnenraum aus mächtigen Balken errichtete fünf Etagen hohe Gerüst in sich zu- sammengestürzt. Dieses war aus schweren Balken konstruirt und hatte besonders fest hergestellt werden müssen, da auf ihm die Etsenkonstruktion für das neue Dach in die Höhe geschafft werden sollte. Ein hiesiger Techniker, eine Autorität auf diesem Gebiete, hatte das Gerüst vor einigen Tagen untersucht und dessen Sicherheit bescheinigt. Heute morgen nach 7 Uhr befanden sich auf dem Gerüst, wie angenommen wird, sünfundoierztg Arbeiter, die Mehrzahl derselben war in den ober n E agea des Ge- rüsts beschäftigt. Kurz nach ’/48 Ubr gcrteth plötzlich das kolossale Holzgecüst in Bewegung, die schweren Balken wankten und gaben nach und unter entsetzlichem Krachen stürzte das Gerüst zusammen. Die Arbeiter, welche an der Außenseite des Hauses beschäftigt waren und die Hausbeamten stürzten heran, vermochten aber nur mit Mühe sich einen Zugang zum Bühnenraum zu bahnen. Wo sie eine der schmalen eisernen Thüren, welche auf die Bühne führten, öffneten, war der Zugang durch hohe Balkenlagen und Trümmer versperrt und der Zuschauerraum von der Bühne durch den eisernen Vorhang getrennt. Dennoch gelang es, zur Unglücksstätte vorzudringen und hier bot sich nun ein entsetzliches Bild. Auf der Bühne erhob sich ein gewaltiger Trümmerhaufen, der von dichten Staubwolken eingehüllt war, die schweren Balken lagen zum Theil in der Mitte gebrochen und zersplittert übereinander und auf ihnen und unter ihnen sah man die verwundeten Körper der verunglückten Arbeiter liegen. -Sofort legten die Anwesenden hilfreiche Hand an und begannen die Rettungsarbetten. Schon nach wenigen Minuten erschienen auch starke Abheilungen der Feuerwehr, welche durch die Meldung „Großfeuer" herbeigerufen worden waren. Jetzt konnten die Arbeiten in größerem Maße fortgesetzt weiden. Dreizehn Arbeiter zog man schwerverwundet unter den Trümmern des Gerüstes hervor, einer derselben war tobt mit zerschmetterten Gliedern aufgefunden, er ist bisher nicht rekogiroszirt worden. Vermißt wurden bis gegen Mittag noch 3 Arbeiter, doch vermuthet man, daß dieselben möglicherweise des Morgens gar nicht zur Arbeit gekommen sind. Als Ursache der .Katastrophe wird angenommen, daß einer der schweren Balken, die vom Gerüst herabgelassen wurden, auf einen Gerüstbalken gefallen oder gestoßen ist und dadurch den Zusammensturz des ganzen Gerüstes veranlaßt hat. Brüssel, 28. Mai. Die offizielle Eröffnung der hiesigen internationalen Ausstellung durch den König wird am 6. Juni stattfinden. Eingesandt. Sehr zu bedauern ist es, daß das gestrige Concert der Tyroler-Sängergksellschaft Bogner-Kittel sehr schwach besucht war. Die Leistungen waren wirklich vorzügliche, wobei noch diejenigen der Zitherspieler Herren Kittel besondere lobende Erwähnung verdienen. Wie wir hören, gedenkt die Gesellschaft Dienstag, den 29. d- M, ein zweites Concert zu geben. Wir glauben mit Sicherheit annehmen zu dürfen, daß der -schwache Besuch des gestrigen Concerts lediglich daraus zurückzuführen ist, daß dem hiesigen Publikum die Ankunft der Gesellschaft zu wenig bekannt geworden war und empfehlen einen Besuch des zweiten Concertes aufs wärmste. Literarisches. — Bei der großen Fluth von Erscheinungen auf dem Gebiete der Zeitfchriften- Ltteratur ist es für das lesende Publikum gewiß schwierig, bei Auswahl eines Familien- Journals, welches doch für Jeden etwas Interessantes und Lesensweithes bringen soll, das Richtige zu treffen. Wir halten es daher für unsere Pflicht, die Abonnenten unseres BlatteS immer wieder auf die illustrirte Zeitschrift „UniVecftttn* aufmerksam zu machen, als ein echtes deutsches Familienblatt, welches durch seine hervorragenden Leistungen auf belletristischem wie illustrativem Gebiete die Gunst des Publikums immer mehr sich erwirbt und in seiner, der höchsten Vollendung zustrebenden vielseitigen inneren und prächtigen äußeren Entwickelung hoch über das Niveau der mannigfachen, zum Theil recht geringwerthigen, leider immer noch viel gekauften, Geschmack und Geist verderbenden Unterhaltungs-Lectüre sich erhebt und als Familienschatz von bleibendem Werthe empfohlen zu werden verdient. Jedes Heft enthält neben hochinteressanten Novellen und Romanen rc., sowie außer einer Menge kleinerer Illustrationen drei Kunstbeilagen, zwei in Holzschnitt und eine in Lichtdruck, welche, durchweg künstlerisch vollendet schön, einen ganz besonderen Werth haben. Alles in Allem: Vielseitigkeit und Gediegenheit des Inhalts wie vornehm prächtige Ausstattung, lassen uns den überaus billigen Preis von 50 Pfg. für ein alle 14 Tage erschemendes Heft kaum glaublich erscheinen. Verfälschte schwarze Seide. ein Müstercheu des Stoffes, von dem man kaufen will, und bte etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Rechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-DSpöt von G. Henneberg (K. u. K. Hoflies) Zürich versendet gern Muster von feinen echten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei in's Haus. 3584 — (Internationale Kunstausstellung in Münchens Auf Einladung des Eentral- comitSs wird Franz o. Lenbach vermittelst einer Separatausstellung im Glaspalast die berühmte Sammlung historischer Porträts in einer selbständigen, eigenartigen und fesselnden Weife den Besuchern derselben zugänglich machen. Es finden sich darunter die letzten Porträts Kaiser Wilhelms, Kaiser Friedrichs, Bismarcks und Moltkes, dann ein Porträt König Ludwigs I. von Bayern, Prinz Ludwigs von Bayern, ferner Gladstone und Minghetti, hervorragende Gelehrte, Künstler und Schriftsteller fehlen nicht, wie Döllinger, Richard Wagner, Franz Liszt, Wilhelm Busch, Dr. Schweninger, Oberländer und Andere, deren geistvolle Darstellung und Auffassung in weiten Kreisen das lebhafteste Interesse erregen werden. Außer diesen meist größeren Oelgemälden begegnet man Zeichnungen und Pastellen, Alles in atelierartigem und zugleich vornehm distinguirtem Arrangement zusammengestellt, daß eine gesteigerte Anziehungskraft und dadurch auch eine erhöhte Frequenz unserer Ausstellung sich erwarten läßt. — An der Spitze unserer dieswöchentlichen Anzeige des „Daheim" im Annoncen- theil erblicken unsere Leser die Trauer-Nachricht vom Tode Otto Klasings, welcher bei Lebzeiten Leiter der Leipziger Niederlassung der weltbekannten Bielefelder Verlags- Buchhandlung Velhagen & St la fing war, als solcher das weitverbreitete illustrirte Familienblatt „Daheim" begründete und seither, während 24Jahren, an der Redaction und Leitung desselben energischen Antheil nahm. • Die Redaction des „Daheim" widmet dem Entschlafenen folgenden, den Todten wie die Ueberlebenben gleich ehrenden Nachruf: Otto Klafing t. Unsere Leser und wir haben einen unersetzlichen Verlust erlitten. In der ersten Morgenstunde verschied heute nach langem, schwerem Leiden sanft und ganz in Gottes allezeit guten und gnädigen Willen ergeben Herr Otto Klafing, der als Buchhändler wie als Redacteur von der Begründung des Daheim an bis in die letzte Zeil die Seele und der Mittelpunkt unseres Blattes war. Sein mannhafter Charakter, seine lautere Vaterlandsliebe und sein genialer Geist befähigten ihn, wie wenige zuvor, ein Blatt zu begründen und zu leiten, dessen Ausgabe es immer war, noch ist und immer fein wird, der deutschen Familie eine Unterhaltung zu bieten im Sinne christlicher und deutscher Selbstzucht und zielbewußter Hingabe an die Güter, die nicht von dieser Welt sind. Uns aber, seinen Mitarbeitern, war er ein theurer und treuer Freund, ein Freund, dessen Bild nie aus unserem Gedächtniß schwinden wird, ein Freund, dessen Andenken wir dadurch ehren werden, daß auch künftig dieses Blatt, fein Lebenswerk, in seinem Sinne und Geiste geleitet werden soll. Ein ausführliches Lebensbild unseres theuren Todten wird unsere nächste Nummer bringen. Für heute nur diese Mittheilung. Leipzig, am 12. Mai 1888. Die Redaction des Daheim. Handel und Verkehr. Gießen, 29. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 1.00—1 05, Hühnereier pr. St. 5 ^>, 2 Stück 9 H, Enteneier 5— Gänseeier St. 9—10 H, Käte vr. St. 4—8H, Käsematte per St. 3 H, Erbsen per Liter 18 Linsen per Liter 32 H, Tauben per Paar X 0.65—0.80, Hühner per Stück X 1 00 bis 1.30, Hahnen per Stück X 1.50—2.00, Enten per Stück X 2.00—2.40, Ochsen- fleisch per Pfund 56—54 Kuh- und Rindfleisch 45—50 Schweinefleisch 50—60 Hammelfleisch 54-64 H, Kalbfleisch 40—46 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 5 00-6 00, Zwiebeln per Centner X 15 00—16 00, Milch per Liter 12—18 H, Weißkraut Stück 00—00 Kirschen per Pfund X 0,50—0,70. Frankfurt, 28. Mai. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X 20,00—20,25, fremder X 18,50—21,00, Roggen eff. hies. X 14,25—14,50, fremder X 00,00—00,00 Gerste effectiv hiesige und Wetterauer X 15,00—17,50, fremde X 00,00—00,00, Hafer eff. dies. X 14,25-14,75, fremder X 00,00—00,00. Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 28. Mai. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht 353 Stück Rindvieh und 1152 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag den 25. Juni d. I., zugleich Wollmarkt. Wöchentliche Neberficht 6er Todesfälle in der Ltadt Gießen. 21. Woche. Vom 20. Mai bis 26. Mai 1888. Einwohnerzahl: 19 001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 27,3 %q. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensjahr: 2. vom —15. Jahr: Altersschwäche 1 1 — — Lungenschwindsucht 2 (2) 1 (1) — 1 (1) Rückenmarksentzündung 1 1 — Gehirnentzündung 1 — 1 — Krämpfen 2 — 1 1 Entzündung der Bronchien 1 — — 1 Scharlach 1 — — 1 Gehirntuberkulose 1 — — 1 Summa: 10 3 2 5 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankbeit auf von Äuswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Lust 18% Wasser 15 Gr. Gießen, den 29. Mai 1888. Rübsamen. Eintrag in das Firmenregister Großh. Amtsgerichts Gießen am 28. Mai 1888. Herr Erich Wasferschleb en in Gießen eröffnet daselbst mit dem 1. Juni d. I. ein Bankgeschäft unter der Firma: „E. Wassers ch leb en." Dem Herrn WolfgangMeißner daselbst hat er Procura ertheilt- Neidhart, 4501 Gerichtsschreiber. Aeikgeöotenes. 4001 Zu verkaufen: eine vorzügliche Münchener Prima-Zither mit Kasten für 35 X_________Flügelsgasse 5. Ein Haus in bester Geschäftslage, zwei Laden für jedes Geschäft geeignet, zu verkaufen. Auskunft in der Exped. d. Bl. [420 Allgemeiner Anzeiger. PÄ. ScMatSer QO 4499 Unterzeichneter beabsichtigt, fein Haus zu verkaufen. H. 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In zwei Ziehungen 2500 Gewinne r. w. v. 75,000 Mark Erster Hauptgewinn 1 25,000 Mark. 1 Mark. 9—11 • ^uni Mchfte Ziehung Preis des Looses, für beide Ziehungen gültig. Mark 4392 Das Directorium des Trabrenn-Vereins. Luther-Festspiel in der Stadtkirche zu Giessen. Heute, 4,-. d. 4509 Telegraphischer koursbertcht der Berliner Börse vom 29. Mai 1888. Oefterr. Creditactien Tendenz: Nachgcbend. Giessen, den Die trauernden Hinterbliebenen. Nedaction: A. 3,—. 2,—. 140.10 92.50 78 50 192 00 35.20 7790 91.80 4472 Am Samstag Abend wurde auf dem Kreuz ein Geldtäschchen mit Inhalt gefunden Abzuhottn gegen Zurückerstattung der Jnseratgebühr bei 21). Stumpf, Sonnenstraße 9. I Unverheirathete Ci garren- macher werden gesucht in der Ci- i girrenfabrik von A. Müller in j Elz bei Limburg a. d. Lahn. [4500 ' Die Beerdigung Wiener Hof) aus statt. Cefterr. Staatsbabn-Actien 1880 4% Russen Oblig. 4°/o unif. Egypter Oblig. in der kleinen Aula. 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ZNMMMMTZW WWMM-MMZ ZNNWMWMZ ZNLWWMMW von einem Broncerahmen umkränzt ist. sr-s-^0 viel nach flüchtigen Bleistiftaufzeichnungen während eines Rundaanaes durch neue ©offnwig einML lan0eriPaufe wieder neues Leben und mit ihm neues Glüch während es jetzt verpachtet ist und immerhin feinen Verdienst abwirft So sind wir denn unmittelbar vor dem Schlöffe anaelanat wir ftpß™ ßprppa in fern S«lo&part beffen geschmackvolle Anlagen auf den Königlichen Gönne? deuten und dessen breite Wege soeben mit einer Schicht gelben Kieses beworfen sind Man Schloß Erdmannsdorf ist voll von Erinnerungen an König Friedrich Wilhelm iv T,ein ^A-res Badezimmer, in welchem sich als ein Geschenk d^s Kaisers Alexander I. von Rußland ein mit allem Zubehör ausgestatteter Badeschrank Ä,-«.®“ 0ro®‘em Sntereffe halten wir Rundschau in betnÄS ¥nIlir5ln ^etnr ®a J£6en wir König Friedrich Wilhelm III hoch AU Rost - ber Federbusch auf dem Dreimaster, die Unterschritt 1813 und der Hintergrund^ in dem man die Tmlerien erkennt, deuten an, daß wir den siegreichen »mH!. ri.1 Dent den Bezwinger Napoleons'vor uns haben ° Die ^otiXteMÄ ©jaren Nikolaus schmucken die Wände. Vsr dem Spiegel auf einer als Geschenk des Königs Friedrich August von Sachstn^e ne Uh mi^zw" Vasen Auf einet der letzteren b-stnb-t sich bas Bilbniß eines etwa lOjährigm KMabm wtt dem » 6ÄS?Ä£ ääHESa5?E1®S deutschen Kaistrsohn unb btt ettauchte G^mab In u. Ln0' u?Räume für bat Kastellan Burger ein tüchtiges Stück ArS eine n^b S fe6m- ®s ro« Mr den -SsMME» SSSWNWZ sjf: Äf&asss' WSLSWM-LUKPss des erlauchten Paares ganz abgesehen, das Arbeitszimmer des ^Prin?en^^ei?ri^ und weiß geblumt die Tapete, rotb der llebertim her wäm5 ort ln vjjnjttfc. ßrun- "N dem einst Friedrich WilhelmIV. «bWst?-. »och be en Brbel und Gesangbuch, die er benutzte Ans hen n-Utunmaffe, hegen noch LSSL-is-c-MTMD sIBlsiSissä einen Altan, unter welchem ber erwähnte Karttnttal liegt NeÄ! i,f b?S $la*£au- °N den hochragenden, schneebedeckten Gipfeln, an den steilen Felsabstürzen an bdm KSÄNSSZSSL'''b™ ..d ÄÄtÄ’SfS Vs "L'S Weite ec "Uch bestanden, doch nirSNchömr sei a?s°!uf Schloß Erdmannsdorf. r t Msm, ™'®cButc!§-ta0^meitaiä Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm wurde die Ver- lobung des Prmzen Hernach von Preußen mit der Prinzessin Irene von Hessen pto= klam.rt. Am 69. Geburtstage der erlauchten Großmutter, der Königin von Groß- “"'S Lr m ssin'^r^°°r.?ürMchen Verlobten stattgefunden. Die Kunbe baß Prinz und Prtnzesstn Heinrich ihre Flitterwochen tn Erdmannsdorf verleben wollen hat natürlich nirgends größere Freude erregt als in Erdmannsdorf selbst. Die Frage' warum man von maßgebender Stelle gerade dieses Schloß gewählt hat, beantwortet sich in mehrfacher Weife. Einmal ist es die Abgeschiedenheit von der großen Welt sodann die schone Lage, bte Nahe des Schlosses Fischbach und endlich wohl auch die' nf> ffrhntnttMiSRnff I.aI ^Y—. -Jahrzehnten an diese Gegend knüpfem Schloß Erdmannsdorf hat glanzvolle Tage gesehen, bis es in der ^eateruna^it be^ §vnigs und Kaisers Wilhelm etwas in Vergessenheit gerieth, aus welcher es^in diesen Tagen wieder hervorgezogen wird. cy m uie,en o. .<■ c d. h. von 1816 bis 1831, war es eine Besitzung des General- Feldmarschalls Grafen von Gneisenau, von dessen Erben König Friedrich Wilhelm III vor etwa 50 Jahren das Schloß nebst Zubehör kaufte. König Friedrich Wilhelm IV. fanb ein außerordentliches Gefallen an dem neuen Erwerb und ließ das Schloß welches man sich nur als einen Herrensitz von recht mäßigem Umfange denken darf dm?ch ÄÄÄS* unb hat in bJSoÄÄ , Unweit davon liegt Schloß Fischbach, welches unser Interesse insofern besonders In Anspruch nimmt, als es voll ist von Erinnerungen an die Frau Prinzessin Wilhelm, deren Änderten dauernd in der Königlichen Familie hochgehalten wird. Einmal ??/ fte Dame, welche nach dem Tode der Königin Louise auch den hinterlassenen Komglichen Kindern am nächsten trat; schirmend, schützend, leitend hat ihr Auge namentlich über dem spateren Kaiser Wilhelm gewacht, als derselbe als Knabe 5?”” m°p6£ 3ufunh entgegenreifte. Dann aber begegnen sich in dieser erlauchten Dame dre Stammbaume des Prinzen und der Prinzessin Heinrich soweit das finhen- -ollernhuus in Betracht kommt. Prinzessin Wilhelm von Preußen, Mariani '§b^bn, war bekanntlich die Gemahlin des Prinzen Wilhelm des iünaften Vruders -König Friedrich Wilhelm III., Urgroßvaters dis Prinzm HeLich; ihre fc jüngere bte verwtttwete Königin Marie von Bayern — vermählte sich mit ^^IiD0I?r^>Cäen' un& öi^ser Ehe entstammt der Großherzog Ludwig IV.. ber Baler der Prinzessin Irene. Die Urgroßmutter der Prinzessin war somit die Urgroßtante des fürstlichen Gemahls, des Prinzen Heinrich. Prinzessin Marianne und .elre Beliebe für Fischbach; die erlauchte Frau hatte sehr viel Ltebe für die Natur; sie freute sich, wenn sie den großen Käfig, wie sie Berlin scherzend nannte, verlassen und sich in die frei gewählte Einsamkeit am Fuße des Riesengebtrges zuruckziehen konnte. So waren Erdmannsdorf und Fischbach gewissermaßen zwei große eme große Anziehungskraft ausübten; in ihren Annalen steht neben der ktrllen Freude an einfachem ländlichen Leben auch so mancher Tag fürst- !.^bN Glanzes verzeichnet. Wiederholt traf sich hier auch die Könialiche Kamille mit unb ber Kaiserin Alexanbra unb ttbhatt genüg mag ^s"n em» ? 17 diesen Schlafetn hergegaugen sein, über die sich später eine Art Weltvergessen- ausbrertete. Nach öem Tode der Prinzessin Marianne kam Fischbach in den Besitz ja d^?^7iY^ö^ibert, von dem es wiederum, nachdem Königin Marte von Bayern auf pren Antheil verzichtet hatte, die Prinzessin Karl von Hessen erbte. Gegenwärtig ist Ä u* ü?n H^sen der Besitzer des Schlosses und er wird hier etntge Zett feinen Aufenthalt nehmen, um in der Nähe der geliebten Tochter bleiben zu können. Dann wird sich, wie vor Zeiten, -der Königsweg zwischen Fischbach und Fre^e^und^bes"Gliickes^ausge?mischtO" 5“ ®4‘°6 roerb£n ®IÜ6e We ber Seitbem König Friebrich Wilhelm IV. Erbmannsborf verlassen, hat basselbe nur unser zetztger Kaiser tzriebrich als Kronprinz zweimal ausgesucht^ sonst lag es über dem scponen Besitze wie .‘ein Bann ber Veröbung, ber Vergessenheit. Unser Kaste? ro°L tn S zweiten Regierungshälfte seines Königlichen Brubers nur^ eine Äiacht in Erbntannsborf geweilt unb hat es, so lange er die Krone Preußens trug i eSSrtJ!" eb£n’ ein Konigsschloß fühlt schließlich ben Zahn ber Zeit. Als i ^"llerlnhcn Herrn dann einmal ber Gedanke nahe gelegt würbe, eine immerhin ! bescherb-ne Summe für b,e Erhaltung bes Schlosses auszusetzen, ba lehnte 7r es ab mit ber ihn tn hohem Grabe charakteristrenben Bemerkung- Eine Reparatur™ in nothig sein, aber noch nothiger brauchen bas Gelb meine armen Jnvaliben!" 1 haben ^natürlich auch bie Bewohner bes Dörfchens Zillerthal gelitten, ba toSbefonbere ber jüngeren Generation sich gar keine Gelegenheit bieten wollte einmal M-tglieber bes Königshauses wieber in Ihrer Mitte zu tthen w'- -s doch vcn Eltern unb Großeltern beschieben war. Dtt letzteren waren im Jahre 183. aus Mayrhofen unb Umgegenb in Tyrol wegen Behinderung in ihrer ReliMons? ubung fortgezogen unb hatten sich hier mit Erlaubniß bes Königs Friedrich Wllhe m III a“f 'hm gehörigen Grund und Boden angesiedelt. An ihre H-imath erinnert ■ notb bie Bauart ihrer Haustr, ber Name ber von ihnen befiebelten Ortschaft bie I : Kl-'dung ber Einwohner und hin und wieber noch Anklänge an bie Sprache Tprols ' toaren ihrer 416, bte sich zum evangelischen Glauben bekannten unb hier in ihren ' -Nachkommen zu guten Preußen geworben sind. Geräumig genug breitet sich Sillertbat aus: unter seinen ßnßfrhpn ifhnir nun . y“1- US. Meyers Waarenhaus Sehersweg 63 453 Ganze Küchen- Ginrichtungen zu fabelhaft billigen Preisen, Messer und Gabeln von 38 an, Eimer 7ü, 90 u. f. w., Brodbüchsen, Schippchen und Besen 75 Schnbbürsten, 3 Stück 50 Löffelhalter mit 5 Löffeln 55 Geschäfts- u. Wohnhäuser, letztere mit Hofraum, Scheuer unb Stallung sind zu verkaufen- Näheres bei 4296 8. 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