Nr. 76 Erstes Blatt. Donnerstag den 29. Marz 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigtblatt für dm Kreis Gießen. Drrrearrr Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagK. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hheil. Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzeugnissen. Bekanntmachung. Diejenigen jungen Leute welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwMgen Dienst nachsuchen wollen, werd« hierdurch auf die nachfolgenden, bet Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschnften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständiae Gesuche ohne Werteres zurückgegeben werden. ' 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzog- thum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu erbringen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. ein Einwilligungs-Attest des Vaters ober Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit ».Fähigkeit, den Freiwilligen Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; c. ein Unbefcholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasten und höheren Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen junge« Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustellen ist; ck. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu pos. b: daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung der Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwillige« während des einjährigen Dienstes unterhalten zu fönnen, nicht fehlen darf. Zu pos. d: daß die Schulzeugnis? e, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschule« I. Ord., sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz-Ordnung (I. Theil der Wehr - Ordnung vom 28. September 1875 Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen. 94 der angeführten Ersatz'Ord. verwiesen. Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr Zeller. Politische Ueberfkcht. Gießen, 28. März. Der Kaiser hat die Nacht vom Sonntag zum Montag nicht so günstig verbracht, wie die vorhergegangenen Nächte, namentlich stellte sich öfterer, den Schlaf unterbrechender Husten ein, doch war der Auswurf geringer. Dis Aerzte erwarten sehnlichst den Eintritt wärmerer Witterung, um dem Kaiser den Genuß frischer Luft zu gewähren, welchen der hohe Herr sehr entbehrt. — Durch Ordre vom 22. März hat der Kaiser die ganze militärische Umgebung weiland Kaiser Wilhelms zu sich übertreten lassen und zugleich den General v. Winterfeld zu seinem Generaladjulanten ernannt. Durch eine weitere, ebenfalls vom 22. März datirende Cabinetsordre ist dem Herzog Ludwig von Bayern, sowie dem Prinzen Friedrich von Hohenzollern, Commandeur der 3. Garde-Kavallerie-Brigade, der Schwarze Adlerorden verliehen worden. Die innere Politik pausirt unter dem Einflüsse de« Osterfestes vollständig und liegen keinerlei neueren Meldungen von irgendwelchem Belange vor. Meist sind daher die den inneren Angelegenheiten gewidmeten Spalten der Tagcs- preffe mit Erinnerungen und Rückblicken hinsichtlich der von unserer Nation soeben durchlebten erschütternden und ereignißvollen Zeit angesüllt, worunter sich noch manches Interessante vorfindet. Noch nicht allgemein bekannt dürfte es fein, in welcher Weise sich der Wiener Nuntius, Monsignore Galimberti, welcher Kaiser Friedrich Namens des Papstes zu beglückwünschen hatte, über seinen Empfang bei unserem Kaiserpaare geäußert hat. Galimberti hat hierüber einem Gewährs- manne des „Kleinen Journals" mitgetheilt, daß, nachdem er den Kaiser in französischer Sprache begrüßt, die Kaiserin in italienischer Sprache für ihren erlauchten Gemahl antwortete. Wiederholt zeigte sich der Monarch bewegt, als Monsignore Galimberti an seine letzte Anwesenheit in Berlin anläßlich des 91. Geburtssestes Kaiser Wilhelms erinnerte und als er die Hoffnungen erwähnte, welche die katholische Kirche an die Regierung des Kaisers knüpfe. Auf den Nuntius machte der Kaiser durchaus nicht den Eindruck eines schwer Leidenden und hebt er die bewundernswerthe Ruhe und militärische Haltung hervor, welche der Monarch während der Audienz bewahrte. Hinsichtlich der Aufsehen erregenden Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den Reichsgerichts-Präsidenten Dr. Simson wird nachträglich noch berichtet, daß Fürst Bismarck dem Kaiser während der Fahrt von Leipzig nach Berlin die Auszeichnung für einen Nationalliberalen und eben für Dr. Simson vorgeschlagen habe, worauf der Kaiser sofort eingegangen sei. Schwere Ost er tage find für die Bewohner einerseits der Elb- uiederungen bei Dömitz, Lenzen u. s. w., anderseits für diejenigen der Nogat- niederungen zwischen Marienburg und Elbing hereingebrochen. Elbe wie Nogat sind in Folge der Schneeschmelze aus ihren Ufern getreten und haben meilenweite Strecken Landes mit zahlreichen Ortschaften überschwemmt, furchtbare Verheerungen anrichtend. Ganz abgesehen davon, daß sich die materiellen Verluste noch gar nicht genau abschätzen lassen, so find leider auch Menschenleben verloren gegangen und es steht noch nicht fest, wie viel Personen der Katastrophe ! zum Opfer fielen. Jedenfalls thut für die betr. Gegenden schleunige und um- ! fassende Hilfe noth. Minister v. Puttkamer tras am Dienstag in Wittenberg ein und begann sofort seine Jnspectionsreise durch das Ueberschwemmungsgebie der Elbe; jedenfalls wird sich der Minister alsdann auch nach der Nogat- niederung begeben. Das holländische Ministerium Heemskerk demissionirte, jedenfalls in Folge des den Liberalen ungünstigen Ausganges der jüngsten Neuwahlen zum holländischen Parlament. Im italienischen Ministerium Crispi gab es dieser Tage wieder eine kleine Krisis. Vom Senate sind die finanziellen Reformprojecte des Finanzministers Magliani, namentlich was die Gebäudesteuer anbelangt, abgelehnt worden, weshalb der Minister demissionirte. Schließlich ließ sich indessen Magliani aus Zureden Crispi's bewegen, fein EntlaffungSgefuch wieder zurückzunehmen. Die Expedition der Engländer gegen die in das Sikkim-Gebiet (Nord-Indien) eingedrungenen Thibetaner ist bereits wieder beendigt, da dieselben das Fort Kingtu bei Annäherung der Expeditionstruppen räumten und sich über die Grenze zurückzogen._________________________________________________ Deutschland. Berlin, 27. März. Dem Aeltesten-Collegium der hiesigen Kaufmannschaft ist auf die von der Kaufmannschaft an Se. Majestät den Kaiser Friedrich gerichtete Adresse folgende Antwort von dem geheimen Civilcabinet zugegangen: Seine Majestät der Kaiser und König haben Ihre Adresse empfangen und sind von dem Ausdruck Ihrer tiefen Trauer bei dem Heimgange Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm, Allerhöchst Ihres inntgst geliebten Herrn Vaters, sowie von den daran geknüpften Huldigungen der Liebe und Treue, welche Sie Sr. Majestät dem neuen Landesfürsten vertrauensvoll entgegenbringen, wohlthuend berührt worden. Se. Majestät haben mich zu beauftragen geruht, Ihnen für Ihre warme Thetlnahme und für Ihre loyale Gesinnung im Allerhöchsten Namen aufrichtigen Dank auszusprechen. Der Geheime Cabinetsrath Wirkliche Geheimrath v. Wilmowski. — Wir erhielten nachstehende Mittheilung: „Der vom Fürsten Bismarck gegengezeichnete kaiserliche Erlaß vom 21. März, durch welchen Kaiser Friedrich seinen Wunsch zu erkennen gibt, daß der Kronprinz sich mit den Staatsgeschäften durch unmittelbare Bethetligung an denselben vertraut mache, hat verschiedenerseits die irrthüm- liche Vorstellung erweckt, als sei derselbe lediglich durch die augenblickliche Krankheit des Kaisers hervorgerufen und nur von vorübergehender Wirkung. So sehr natürlich der Kaiser zur Zeit einer Erleichterung seines schweren Berufs bedarf, würde man indeß in der Annahme irren, als sollte der Erlaß, sobald der Kaiser wieder in den Vollbesitz seiner Gesundheit gelangt ist, wieder außer Kraft treten. Es ist vielmehr der Wunsch des Kaisers, daß der Kronprinz sich dauernd unter der väterlichen Anweisung an der Erledigung der mehr formellen Regierungsgeschäfte betheilige und es ist nicht ausgeschlossen, daß später in bestimmterer, verfassungsmäßiger Weise ein TheU derselben dem Kronprinzen definitiv übertragen werden wird. Wie der Kaiser schon in seinem Erlaß an den Fürsten Bismarck eine Vereinfachung des Beamten-Apparats empfohlen, wird er selbst nicht zögern, um die Krone von gewissen, täglich mehr anwachsenden Formalien, deren Erledigung ohne jede principielle Bedeutung ist, zu entlasten." Starten. Rom, 26. März. Telegramme aus Massauah an den Kriegsminister melden. Ras Alula sei am 24. d. M. mit einer Abtheilung des Heeres in Ghinda angtkommen. eine weitere Abtheilung befinde sich auf dem Marsche von Gura nach Aideresco, 49 Kilometer südlich von Sahatt. Von italienischen Kundschaftern werde angezeigt, daß heute in Sabarguma und bei Ailet feindliche Truppen angekommen seien und daß sich zwischen Ambatocan und Jangus feindliche Kavallerie befinde. — Heber die angebliche Beschießung des italienischen Kauffahrteischiffs „Solferlno" durch das französische Geschwader meldet die „Rtforma", der „Solfertno" sei in den Gewässern von Villafranca dem französischen Geschwader begegnet. Von letzterem sei auf den „Solfertno", weil derselbe ohne Flagge fuhr, ein Schuß abgegeben worden, der über das Vorderthetl des Schiffes hinweggegangen sei. Der „Solfertno" habe darauf seine Flagge gehißt und saluttrt, der Salut sei jedoch nicht erwidert, vielmehr sei ein zweiter Schuß auf den „Solfertno" abgegeben worden, der in der Nähe des Htntertheils des Schiffs vorübergegangen sei. Die „Rtforma" findet den ersten Schuß j gerechtfertigt, den zweiten aber weniger leicht erklärlich, vermuthet indeß, daß wahrscheinlich ein Jrrthum die Ursache des zweiten Schusses sei. Telegraphische Lepeschm- Wolff'S telegr. • Brrres«. * Berlin, 27. März. Se. Majestät der Kaiser nahm Vormittags die Vorträge des Chefs der Admiralität, Eaprivi's, und des Generals Albedylli's entgegen- — Dem Vernehmen nach vollzog der Kaiser am 15. d. Vits. die Verordnung, betr. das Bergwesen und die Gewinnung von Gold und Edelsteinen in den südwestafrikanischen Schutzgebieten. Berlin, 27. März. Heute Mittag übergab der Botschafter Graf Schuwaloff dem Staatssecretär Grafen von Bismarck den diesem vom Kaiser von Rußland verliehenen Alexander-Newsky-Orden. — Der Bundesrath überwies in seiner heutigen Sitzung die Angelegenheit des Denkmals für Seine Majestät weiland Kaiser Wilhelm seinem Vorsitzenden und gab dabei seiner vollen Zustimmung zu dem durch den Beschluß des Reichstages erstrebten Ziele Ausdruck. Elbing, 27. März. In der Stadt steht das Wasser höher als bei den großen Ueberschwemmungen von 1855 und 1876. Die Häuser in den Vorstädten stehen bis zum zweiten Stock unter Wasser. An der Dommbruchstelle bei Jonasdorf sind drei große Gehöfte völlig weggerissen. In Marienburg sind mehrere Häuser eingestürzt, Verlust an Menschenleben ist jedoch nicht zu beklagen. — Die Ueberschwemmung in Folge des Nogaldammbruches hat bedeutende Dimensionen angenommen. Fast 8 Quadratmeilen mit vielen Dorsschaften, sowie der westliche Theil von Elbing mit den Fabriken sind überschwemmt. Von Danzig, Königsberg und Thorn sind Pioniere mit 100 Pontons zu Hilfe gerufen, welche mit Extrazügen hierher befördert werden. Da die Bahn zwischen Marienburg und Elbing seit heute früh 6 Uhr unter Wasser steht, so gehen die Transporte von Danzig und Thorn über Allenstein und Güldenboden. Das Wasser steigt noch sortdauernd. Paris, 27. März. Earnot unterzeichnete heute auf Antrag des Kriegsministers und nach vorgängiger Berathung des Ministerraths das Dekret, durch welches General Boulanger entsprechend dem einstimmigen Gutachten des Untersuchungsraths von Amtswegen mit Pension in den Ruhestand versetzt wird. — Der Eommandant des französischen Mittelmeer-Geschwaders erklärt in seinem Berichte, von seinem Geschwader sei kein Schuß nach der Richtung des italienischen Schiffes „Solfertno" abgegeben worden. — Die Versammlung der Einzelgruppen der Linken berieth über eine eventuelle Interpellation des Cabinets über die allgemeine Politik, doch schien kein Mitglied geneigt, die Initiative zu ergreifen. Die äußerste Linke beauftragte ihr Bureau mit der Abfassung eines Gesetzentwurfs, betreffend die Revision der Verfassung, welcher noch vor den Osterferien eingebracht werden soll. London, 27. März. Reuter's Bureau meldet aus Zanzibar vom 27. März: Der Sultan von Zanzibar, welcher gestern aus Mascat zurückkehrte, ist gestern Abend gestorben. Bukarest, 27. März. Bei dem gestrigen Bankette im Nationaltheater zu Ehren Bratianu's wurde der Familie Bratianu, als dieselbe die Loge betrat, wo die Gemahlinnen der anderen Minister sich befanden, Ovationen dargebracht. Nach dem Bankette wurde Bratianu unter Zurufen nach Hause geleitet. — Anläßlich der tumulluarischen Scenen bei dem gestrigen Meeting der Oppositionellen wollte die Menge den Gensdarmenkordon, welcher um das königliche Palais gezogen war, durchbrechen, wobei einige Verwundungen vorkamen. Darmstadt, 28. März, 12 Uhr Mittags. [Privatdepesche.) Die Konfirmation der Prinzessin Alix erfolgte soeben in Gegenwart des Großhcrzogs, der gelammten Großherzoglichen Familie, des Prinzen Heinrich von Preußen, der Landgräfin von Hessen und der Erbprinzessin von Anhalt. Heute Nachmittag ist im neuen Palais Familientafel, im Schloß Marschalltafel. L o k a i e S. Gießen, 28. März. Seit dem Abend des 24. d. M. wird eine Dtenstmagd von hier vermißt und liegt die Vermuthung nahe, daß das Mädchen sich aus Liebeskummer das Leben genommen hat. Verwischtes. △ Mainz, 27. März. Hochwasser und kein Ende! Kaum hatte der Rhein wieder eine annähernd normale Höhe erreicht, so ist derselbe seit heute abermals derart in das Steigen gekommen, daß große Gefahr einer nochmaligen Ueberschwemmung vorhanden. Während der verflossenen Nacht stieg das Wasser nur etwa 12 Zentimeter, aber seit heute Morgen wird ein Wachsen von 5 Zentimeter per Stunde beobachtet. Gleich ungünstig lauten die Nachrichten von auswärts. Der Main und Neckar wachsen stark, ebenso der Oberrhein. Von Bingen wird rasches Wachsen der Nahe und von Zoblenz das Hebertreten der Mosel gemeldet. Die ganzen umliegenden Gebirge sind in Folge der heftigen Niederschläge der letzten Tage plötzlich von ihrer Schneedecke befreit und führen Den Bächen und Flüssen gewaltige Wassermassen zu. Die Gefahr einer Ueberschwemmung wird dadurch noch erhöht, daß bei der vorgerückten Jahreszeit die Schneemassen aus dem Hochgebirge theilweise in's Schmelzen kommen. Hier hn Hafen sind bereits alle Vorkehrungen gegen das Hochwasser getroffen und arbeitet die städtische Pumpstation bereits ununterbrochen. Saarbrücken, 25.März. Das jüngste Grubenunglück, welches 42 Bergleuten das Leben kostete, hat 40 Frauen und 161 Kinder der Ernährer beraubt. Drei der verunglückten Männer hatten zusammen 30 Kinder. Göttingen, 24. März. Heute vergiftete sich hier ein Studirender der Phar- macie aus Hannover mit Blausäure. Die Hrsache des Selbstmords ist nicht bekannt geworden Es ist dies hier innerhalb der letzten acht Tage der zweite Selbstmord eines Studirenden. — sHeberschwemmungen im Dömitzer Gebiets An der Brandenburg-Mecklenburger Grenze, in der Dömitzer Hmgegend, sind jetzt vierzig Dörfer überschwemmt. Viele Menschen sind ertrunken. Der Schaden wird auf viele Millionen geschätzt. Der Magistrat zu Dömitz hat dem mecklenburgischen Ministerium unter dem 24. d. M. folgende Depesche gesandt: Noth sehr groß, alle Bewohner hier auf fast zwei Straßen zusammengeflüchtet. Kein Entweichen möglich, Leben Aller in Gefahr, wenn Wasser noch steigt. Häuser schon mehrfach eingestürzt. Thorbrücke in Gefahr. Hilfe in jeder Beziehung von auswärts dringend nothwendig, namentlich Herstellung einer Verbindung nach Malliß. — Das Ministerium hatte schon vor Eingang dieser Depesche die Hilfe der Pioniere aus Rendsburg erbeten und ein Kommando von 2 Offizieren und 60 Mann ist am Freitag Morgen in Ludwigslust eingetroffen, um von dort durch Vorspann weiter befördert zu werden. Es sind sodann die Städte Ludwigslust und Grabow, das Amt Grabow und der Ortsvorstand zu Malliß telegraphisch aufgefordert worden, Alles aufzubieten, um eine Verbindung mit Dömitz herzustellen. Der Oberbaudirector Mensch ist seit dem 21. d. M. in Dömitz und außerdem ein Ministerialrath beauftragt worben, an Ort und Stelle wirksam zu werden. Durch das Hochwasser sind zugleich mehrere um Dömitz belesene Domanialortschaften in die äußerste Noth versetzt worden. Wie der „Voss. Ztg." aus Dömitz gemeldet wird, gelang es den Rendsburger Pionieren am Samstag Mittag, auf Pontons in die bisher von allem Verkehr abgeschlossene Stadt zu gelangen. Die Lebensgefahr und Fouragetroth ist damit beseitigt, die Hmgegend dagegen ist noch hart bedrängt. Bei Lenzen verunglückten, der „Mecklenb. Ztg." zufolge, 15 Pioniere beim Eissprengen. — Aus Wittenberge, 25. März, wirb berichtet: Die Verheerungen, welche die Heberschwemmung in Lenzen und dem fruchtbaren Marschland am rechten Elbufer angerichtet haben, sind ungeheuer. Das Jnun- dationsgebiet wird auf zwei Quadratmetlen geschätzt. Lenzen, ein Städtchen von 3000 Seelen, ist zu einer Hälfte überschwemmt, die auf den Höhen gelegene andere Hälfte blieb unversehrt. Die umliegenden Dörfer find vollständig unter Wasser gesetzt und haben furchtbar gelitten, namentlich Wootz, wo der erste Deichbruch erfolgte, ferner Rosendorf und Kietz. Zwischen Kietz und Unbcfenben erfolgte ein zweiter Dammbruch. Die unterhalb liegenden Dörfer Befanden, Baartz und Gaartz sind vollständig von. Eis- und Schneemassen eingepackt und schwer erreichbar. Gestern versuchten Pioniere mittelst Planken die bedrängten, von Nahrung entblößten Bewohner der drei Dörfer zu erreichen. Einige Personen wurden gerettet. Die ärmeren Leute haben Alles verloren. Große Mengen von Vieh sind umgekommen. Die Noth ist um so entsetzlicher, als voraussichtlich Wochen vergehen werden, bis das Wasser sich verlausen hat. Ausgiebige Hilfe durch milde Spenden ist dringend geboten. — [(Sin edler Mann.) Geheimrath Prof, vom Rath in Bonn schenkte der Stadt Köln zur bleibenden Erinnerung an seinen verstorbenen Vater 450 000 «X zur Errichtung von 87 einstöckigen Häusern für Kölner Arbeiter auf feinem 15 Morgen großen, dreiviertel Stunde von Köln entfernten Grundstücke. Die aus den Häusern gewonnenen Miethserträge sollen ebenfalls zum Wohl der Arbeiter verwendet werden. Die Kolonie, zu welcher die Grundsteinlegung am 14. März erfolgt ist, soll Wilhelmsruh heißen. Paris, 25. März. In Bordeaux brannte heute Nacht die große Steingut-- waarcn-Fabrik von Vicillard ab. Die zerstörten Gebäude bedeckten eine Oberfläche von 1500 Meter. Der Schaden wird auf eine Million geschätzt. — Heber den Theaterbrand in Oporto wird dem Reuter'schen Bureau von. dort unterm 22. ds. gemeldet: „Die Leichen der Opfer der Katastrophe im Baquet- Theater, 66 an Zahl, wurden heute behufs der Jdentificirung auf dem Friedhöfe uus- gestellt. Außerdem sind 53 Haufen unerkennbarer menschlicher Heberreste vorhanden. Die Agnoscirung war von herzzerreißenden Menen begleitet. In einigen Fällen sind ganze Familien zusammen umgekommen. — Heber den Theaterbrand in Oporto wird noch weiter geschrieben: Von der Straße sah man es deutlich, wie an den durch Helle Lohe erleuchteten Fenstern Leute kämpften, um nur herabspringen zu können von der schwindelnden Höhe, um den 2^od durch den Sturz vorzieben zu können dem Tode durch Verbrennung. Ein Wehgeschrei erhob sich stets unter den Tausenden, welche den Platz erfüllten, so oft ein Körper herabfiel, und fürchterlich war es anzusehen, als ein brennendes Mädchen, eine lebende Fackel, herabfiel. Ein Körper fiel auf den andern und erst die letzten fanden in den früher Herabgesprungenen eine Unterlage, die sie vor dem sofortigen Tode schützte. Mehrere der hervorragendsten Familien sind fast vollständig zu Grunde gegangen. In einer Loge erstickten ein Gatte, die Gattin, die Tochter, deren Bräutigam und ein kleiner Sohn von 12 Jahren, in der Nebenloge fanden vier Personen ihren Tod. — Vom 22. März wird über Paris gemeldet: Die Zahl der bisher zu Tage geförderten Leichen beträgt schon 140. Es sind viele zertretene Personen darunter und Menschen, die am Halse tiefe Strangulirungswunden tragen. Die Einsätze der Fingernägel sind deutlich wahrnehmbar. Diese Personen wurden bei dem Kampfe an den verschlossenen Thüren erdrosselt. Die Trauerkunde hat einen tiefen Eindruck in Lissabon gemacht, wo sofort auf königliche Verordnung sämmtltche Theater gesperrt wurden. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — [Das Naßfüttern der Pferde.) Der Pferdehaltung schadet kein anderes Hebel so sehr, als die so weit verbreitete Unsitte des Naßfütterns. Es wird, wie gesagt, allgemein betrieben und die Gründe, die dafür angeführt werden, sind oft feltfamer Art. Die Einen meinen, den Thieren schmecke das nasse Futter beffer, die Anderen führen die Zeitersparniß an, weil ein Pferd mit einer naffen Mahlzeit viel schneller fertig werde als mit einer trockenen, in den meisten Fällen denkt man sich bet dem Naßfüttern gar nichts und füttert naß, weil es immer so gemacht ist. Richtig ist indeß nur, daß die Thicre weniger Zeit brauchen, um eine nasse Nahrung zu sich zu nehmen,, als sie zu einer trockenen gebrauchen. Dar irr liegt aber gerade der Hauptnachtheil des Naßfütterns. Wenn das Futter trocken gereicht wird, so muß eS langsam gekaut und im Maule umgewandt werden, um es gehörig mit Speichel zu befeuchten. Ist das Futter an und für sich schon feucht, so fällt diese Ausgabe weg und das Futter kommt nun ohne mit Speichel vermischt zu sein in den Magen. Dieser aber kann mit dem nicht mit Speichel vermischten Futter nicht viel anfangen, es ist für ihn unverdaulich und gebt auch zum großen Theil unverdaut mit dem Miste ab. Es ist durch vielfache Versuche sestgestellt worden, daß die Pferde von trockenem Futter sechs- bis achtmal, mehr verdauen als von nassem Futter. Die Pferde, die naß gefüttert werden, sehen meist sehr wohlgenährt aus, aber sie sind nur durch die übermäßige Wasseraufnahme aufgeschwemmt. Sie schwitzen und ermatten leicht und sind deshalb zu anstrengenden Arbeiten sehr schlecht verwendbar. Auch treten Magenschwäche und Kolik sehr häufig als eine Folge des Naßfütterns auf. Sehr ins Gewicht fällt auch die furchtbare Futterverschwendung, die beim Naßfüttern getrieben wird. Denn es ist klar, daß alle die Haferkörner, dre sich unverdaut im Miste finden, nichts zur Ernährung und Kräftigung des Pferdes beigetragen haben^ daß sie ihm vollkommen nutzlos gereicht wurden, während sie dem Besitzer doch Geld kosteten. Es kann darum gar nicht dringend genug vor der Anwendung des Naßfütterns gewarnt werden. Wer seine Thiere pflegen und schonen will, gebe ihnen nur trockenes Fatter und dazu reines, klares Wasser zum Saufen. Wer nur einige Zeit den Versuch mit dem Trockenfüttern gemacht hat, wird gewiß nicht wieder zum Naß- füttern zurückkehren. — Das Sauerwerden der Erde in Blumentöpfen ist in sehr vielen Fällen der Grund für das Kränkeln und schließliches Eingehen der Pflanzen. Es kommt am häufigsten Ende Winter vor und hat seine Hrsache meist in der verkehrten Behandlung der Pflanzen und namentlich in zu vielem Begießen der Töpfe. Die Erde, die im Winter immer und immer wieder begoffen wird, ehe sie genügend getrocknet ist, muß schließlich versauern, zumal wenn die Töpfe, was gewöhnlich hinzukommt, keinen genügenden Abfluß haben. Daß die Erde bei Topfpflanzen von vornherein sauer ist, kommt gewiß nicht vor, denn in humussaure Moorerde setzt kein Gärtner Topfpflanzen ein. Mit den angeführten Gründen der Versauerung sind auch die Mittel zur Beseitigung angegeben. Man nimmt die Pflanzen heraus, forgt^ durch Unterlegen vorr Scherben und Holzkohlenstückchen auf den Boden des Topfes für einen stetigen Wasserabfluß, mischt die Erde des Ballens zu demselben Zweck mit etwas groben Sand und seht dann die Pflanze wieder ein. Ein mehrmaliges Begießen mit ziemlich warmem Wasser ist ferner von Vortheil. Nach solcher Behandlung wird sich die Pflanze bald erholen. Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle in der Statt Gießen. 12. Woche. Vom 18. März bis 24. März 1888. Einwohnerzahl: 19 001 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkeitsziffer: 27,3°/«. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1. Lebensjahr: vom 2.-15. Jahr: Entzündung der Bronchien 4 1 3 — Organischer Herzkrankheit 1 (1) 1 (1) — — Krebs 1 1 — — Bright'scher Nierenentzündung 1 1 — — Altersschwäche 1 1 — — Verunglückt in der Lahn 1 (1) 1 (1) — — Lebensschwäche 1 — 1 — Summa: 10 6 4 — Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreff enben Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen» 1 I B i i i ) i t i h e l i t i 0 r it i> r ii ü « $ 38 J 4 a L ä e s 4 ) Bekanntmachung. In dem Konkurse über das Vermögen der Johanna Lang von Gießen wird nach Abhaltung des Schlußtermins und nach Vollzug der Schlußvertheilung das Konkursver- scahren aufgehoben. Gießen, den 21. März 1888. Großh. Amtsgericht. Gebhardt. 2574 Nutz- und Brennholz- Versteigerung. Oberförsterei Brandoberndorf. Schutzbezirk Cleeberg, Distrikt Cleebaum 25, 27 a, b. Donnerstag, den 12. April, Vormittags 10 Uhr : 40 Stück Eichenstämme — 22 fm (darunter 3 Stämme mit über 2 im, 1 Schneidstamm), 22 rm Eichenscheit und Knüppel, 124 „ Buchenscheit und Knüppel, 137 Hdt. Eichen- und Buchen-Wellen, 116 Stück Kiefernstämme — 20 fm, 55 rm Kiefernscheit und Knüppel. ^Brandoberndorf, 26. März 1888. d,Der Königliche Oberförster: 2:576 Bender. Holzversteigerung. Mittwoch, den 4 und Donnerstag, d. 3. April l. I», von Vormittags 9 Uhr an, M im Bersröder Gemeindewald, Districten Unterrotherdwald, Brand, Mittelschlag, Oberhäuschen, Wamberg m. s. w, versteigert werden: A. Brennholz. 257 Rm. Buchen-Scheitholz, 6 „ Eichen- „ 4 „ Nadel- „ 137 „ Buchen-Knüppel, 2 „ Eichen- „ 71 „ Nadel- 140 „ Buchen'Stöcke, 7 „ Eichen- „ 19 „ Nadel- „ Ü675 Wellen Buchen-Reiser, 675 „ Eichen- „ 3200 „ Nadel- „ B. Bau., Werk- und Nutzholz. 3 Stück Buchen-Stämme, 2,83 fm, 92 „ Eichen- „ 24,16 „ 139 „ Nadel- „ 36,89 „ 28 „ Eichen-Derbstgn. 1,85 „ 64 „ Nadel- „ 3,31 „ 55 „ „ -Reisstangen0,83 „ Die Zusammenkunft ist jedesmal Im Ort. Am ersten Tag kommt hauptsächlich Brennholz, sowie die Buchen- und etliche Eichen- und Nadel-Stämme, und am zweiten Tag hauptsächlich Bau- und Werkholz, sowie das dabei vorkommende Brennholz zur Versteigerung. Bersrod, am 27. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Bersrod. Böcher. 2572 Holz-Versteigerung. Dienstag, den 3. April, von Vormittags 9 Uhr an, sollen in dem Walde des Herrn von Rabenau, District Spieß, unweit der Staatsstraße, an der Landesgrenze nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: 292 Rm. Buchen-Scheit, 50 „ * Eichen- „ 184 „ Buchen-Knüppel, 168 „ Eichen- „ 492 „ Buchen- und Eichen-Stock, 3430 „ Buchen- und Eichen-Reiser. v Die Zusammenkunft ist in dem obengenannten Walddistrict. Staufenberg, am 27. März 1888. Der Bürgermeister: 2573 Vogel. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Vom 1. April er. ab sollen versuchsweise bis auf Weiteres zur Beförderung der Arbeiter bezw. zur weiteren Erleichterung des Local- Personen-Verkehrs, die nachbenannten, die 1L, HL und IV. Wagenclasse führenden, Arbeiter-, bezw. Localpersonenzüge zwischen Friedberg und Lollar in Fahrt gesetzt werden: Nr. 427. Nr. 428. Friedberg ab 444 Mrgs. Lollar ab 220 Nachm. Bad Nauheim an 451 „ 452 „ Gießen an 232 „ 625 Abends Ostheim (M.W.B.) „ 53 „ 54 „ Großen-Linden „ 636 „ 637 „ Butzbach „ 59 „ 510 „ Lang-Göns u 044 H 645 „ Lang Göns „ 523 „ 524 „ Butzbach „ 658 „ 659 „ Großen-Linden „ 530 „ 531 „ Ostheim (M.W.B.) ii ii ‘5 H Gießen „ 540 „ 630 „ Bad Nauheim 716 717 II 1 II 1 u Lollar „ 643 Morgens. Friedberg „ 724 Abends. Cassel, den 24. März 1888. Königliches Eisenbahn-Betriebs-Amt. (Main-Weser-Bahn.) Uthemann. 2570 Holzversteigerung in den Waldungen des Großh. Bberstallmeiflers Freihrrrn von Vordeck zur Rabenau. Donnerstag den S. April d. I. werden versteigert: 1) Von Morgens 9 Uhr an im District Hoherwald bei Reiskirchen, unmittelbar neben der Staatsstraße nach Grünberg: 9 Eichenstämme mit 9,53 Fstm., 3 Nadelstämme mit 1,81 Fstm. und 6 Nadelstangen mit 0,31 Fstm.; 76 Rm. Buchen- und 6 Rm. Eichen- Scheiter; 48 Rm. Buchen- und 8Rm. Nadel-Knüppel; 20^2 Hundert Wellen Buchen-, 103/4 Hundert Wellen Eichen- und 7V2 Hundert Wellen Nadel-Reisig; 25 Rm. Buchen- und 16 Rm. Eichen-Stöcke. 2) Von Nachmittags 2 Uhr an im Freiherrlich von Rabenau'schen Oeconomiehof zu Großen-Buseck aus dem District Mönchwald: 248 Nadel-Derb- und Reisstangen mit 19,82 Fstm.; 33 Vr Hundert Wellen Buchen-, 2 Hdt. Wellen Eichen- uno 572 Hdt. Wellen- Nadel-Reisig. Trais a. Lda., den 27. März 1888. 2600 Amendt, Oberförster. Für Arbeiter! Einen großen Posten fertiger Arbeiter-Kleider, als: Hemden, Hosen, Westen, Röcke, Kittel, Jacken, Schürzen, Strümpfe und Socken empfiehlt in größter Auswahl bei gediegenster Arbeit zu billigsten Preisen. „ ..... „ . Ferner gebe ich eine Parthie Buxkin. sowie halbwollene und baumwollene Hosenstoffe, um gänzlich damit zu räumen, zum Selbst, kostenpreise ab. _ 2581 Robert Sttihl, Neustadt 23. Carl Schwaab’s Oelicatessenhandlung empfiehlt direct importier aus Cephalonia rothen süssen Wein der Insel Cypern, süssen weissen Wein von Samos, beide Sorten vorzüglich stärkende Weine für Kranke und Neconvalescenten, pr. Flasche Mk. 2—2590 6ooji(u9tFationen xjon amen Dnrcb aut vuibhaiivlungen ,u beziehen -3n otnau 75 Lieferungen jum wohlfeilen Preise von 50 Vftnnig. HM Versteigerung. Dienstag, den 3. April l. I, von Vormittags 9 Uhr an, kommen in der Wohnung des Philipp Lenz V in Klein-Linden erbver- thellungshalber 2 Fahrkühe, wovon eine trächtig, ein trächtig Rind, ein Stier, sämmtliches Oeconomiegeräthe, als: Wagen, Pflug, Egge u. s. w., sowie ein Grundstück Flur XXIII Nr. 194, 1150 m Acker im Wasserfall, zwischen der Straße und dem Aulweg zur Versteigerung, wozu Kaufliebhaber eingeladen werden. Klein-Linden, den 27. März 1888. Großh. Ortsgericht Ktein-Linden. _________Germer.______2594 .Holzverkauf. Samstag, den 7. April c., von 9 Ubr ab, läßt die Gemeinde Witzmar aus ihrem Walde, Distr. Reitzenstein 8, 9, Kennels Heck 11b, 15, Beckert 29, 30, 34, Todtermann 13, Asselbach 16, 17 bei Wirth Herrn Lanz im Orte Witzmar versteinern: A. Buchenholz r Scheiter 274, Schtkpl. 19, Kpl. 491, Stöcke 95, Reiser 1115 rm B. Eichenholz: Nutzrundholz — 2m lang — 14, Scheit 6, Kpl. 15 rm. C. Fichtenholz: Kpl. 7, Reiser 9 rm, 4 Stämme mit 0,87 Festm-, 40 Stangen mit 2,40 Festm. Krofdorf, den 28. März 1888. 2575 Das Bürgermeisteramt. Aeitgeöotenes. FrischeBratbückmge eingetroffen in Carl Schwaab’s 2580_______Delicateffenhandlung. Ein Paar gute kräftige Pferde, norddeutsche Race, von ganz gleicher dunkelbrauner Farbe, ohne Abzeichen, fünf- und siebenjährig, sehr gut im Zug, stehen zu verkaufen in Hirzenhain bei Ortenberg. Näheres bei Bauunternehmer Koch in Gießen.2490 IZnr CosOrinatloD empfehle mein reichhaltig sortirtes Lager in Handschuhen von 10 H an, Korsetten, Shlipfe«, Rüschen rc., /7U lÄk. i“ kehr billigen // / Preisen 2579 M. Student, Marktstraße. Nur f. Wiederverkäufer. Eine große Parthie Corsetten-Neste, tadellose Waare, wird unter dem Herstellungspreis abgegeben in der Eorfettenfabrik Frankfurt a. M., 2577]_______Fahr gasse 18. la. fst. Bliithenmelil, Raffinade, Rosinen, Corinthcu, Mandeln, Zimmt rc., Thee, Ehoco- laden und Eacaopulver, Wurst- und Fleifchwaaren, 20 verschied. Sorten feinere KLfe empfiehlt 2596 C. G. Kleinhenn. la. Lander ».Geflügel soeben eingetroffen. Giftfreie Brillant-Eierfarbe die fünf schönsten Farben in einem Packet, 10 bei 2592 Robert Stuhl, Neustadt 23. Neue spanische Kartoffeln (vollständig ausgewachsene Frucht^ frischen Cabliau, Schollen zum Backen, NheinsaUn (ächten), empfiehlt Cttrl Schwaab’9 2599 Delicateffenhandlung. nna Marie Curschmann Oie trauernden Hinterbliebenen 2598 2601 Ist Ist Ist Ä Carl Bieler 2685 Kaffee-Lager Vermischte Anzeigen. Monatsfrau S wahr, daß von einigen Jnnungsmitgliedern der Laib Brod 3. Sorte, welcher hier 42 H kostet, auf den umliegenden Ortschaften mit 35 bezw 36 verkauft wird? e^ ^rner wahr, daß z. B. in Krofdorf von hiestgen Bäckern 2 Stück Broochen für 5 verkauft werden, für welche man in der Stadt 6 H zahlen muß? 2582 Gärtnerlehrling gesucht. I* Ließ, Sonnenstraße 24. Bausmännischer Verein, Gießen. Ordentliche Generalversammlung Freitag den 8. April, Abends 8-/- Uhr, im Vereinslokal (Postkelleri. Tagesordnung: 1) Bericht des Vorstandes. 2) Rechnungsablage und Wahl von zwei Revisoren. 3) Vorstandswahl. 4) Weitere Anträge. 3“«4 der Tagesordnung verweisen wir auf § 45 unserer Statuten. .. 5aU« dte Generalversammlung den Bestimmungen der Statuten nicht entspricht, so findet dieselbe , x SamStag den 7. April, Abends 8V2 Uhr, bestimmt statt. v Der Vorstand. Geschäftsverlegung Meiner werthen Kundschaft diene hiermit zur Nachricht, daß ich von heute an Wetter- gaffe 3 Wohne. 2584 Hochachtungsvoll Max Rüger, Friseur. Offene Anfrage an -en Hrn. Obermeister -er hiesige« Bäckerinnung! es n' ba^ bie Lieferung des Brodes für das hiesige Spital um Vi 0/0) des Preises niedriger übernommen wurde, als Ladenvreis für dasselbe in Gießen ist? in unserem schweren Leid getröstet, sagen wir hierdurch öffentlich unseren herzlichsten Dank. Giessen, Darmstadt und Hamburg, den 28. März 1888. Danksagung. Allen Denen, die uns durch die Beweise ihrer innigen Theilnahme bei dem Ableben und der Beerdigung unserer unvergesslichen Frau, Mutter und Schwiegermutter . , .. Wenn diese Fragen zu bejahen sind, wie will man es rechtfertigen, daß bie Bewohner der Stadt höhere Brodpreise zahlen, als die Bewohner der Umgegend. Oder ist die Innung nur dafür da, daß die Preise in der Stadt yochgehalten werden, auf dem Lande aber geschleudert werden darf? 2595 ___ U. A. w. g. 2488 Zum baldigem Eintritt wird ein gewandter Reisender empfiehlt Donnerstag und Freitag eintreffend: in Eispackung lebendfrische Schellfische, Cabliau, Zander, ächten Hochrothen Winterrheinsalm, lebende Karpfen u. Schleien, Rechte, ffi. gewässerten Stockfisch, frische grüne Häringe, Backfische und Schollen frisch vom Fang, div. Räucherfische._________ Gebrannten Kaffee, nur beste Qualitäten, h Pfund 180, 160, 140 und 130 H, bei 2593 Robert Stuhl, Neustadt 23. Essiggurken, vorzüglich eingemacht, pro 10 Pfd -Faß JL 3,40, sfi. Ochsengaumensalat, per 10 Psd.-Faß 3,—, la. Mainzer Sauerkraut, Salz- bohnen, Preißelbeerrn in Zucker, div. Gemüsekonserven empfiehlt A. Koch Nacht., 2602 Hamburger Fisch- u. Delicatessen-Handl. Ffi. Muskatdatteln, Tafelfeigen, ital. Haselnüsse, Orangen u. Citronerr empfiehlt in frischer Sendung A. Koch Nacht*., 2603 Hamb. Fisch- u. Delic.-Handlg. Vermiet (jungen. 2589 Ein Familienlogis zu vermiethen. .________________________Neuenweg 2. 2581] Kl. Familienlogis m. Gartenanth. sofort zu vermiethen. Feldschlötzchen. 2587 Im Bottischen Haus, Seltersweg 81, ist wegen Wegzugs der Frau Landrichter Heinzerltng von hier, deren Logis, fünf Zimmer, Mansarde, Garten- antheil rc., vom 1. Juli ab anderweit an eine ruhige Familie zu vermiethen. 2567 Der obere Stock meines Hauses, neu hergerichtet, acht Zimmer, Wasserleitung, Gartenantheil rc-, ist zu vermiethen. I)r. «. Mettenheimer, Frankfurterstraße 6. Für Einjährige! 2379 Ein fein möblirteS Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Grünbergerftraße 36 II. 2568 (M möblirles Zimmer mit und ohne Pension zu vermiethen. Boetticher Wwe., Neustadt 57. 2583] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Asterweg 7, Hinterhaus links- iHamburger H Fisch-u. Debk. Handlung A Koch Nachf E E. K. G. V 2563 Pr. f. Charfreitag Donnerstag A. 8 U. i. d. Kirche. A03 Ein geübter Heilgehülfe, eoan- alte 100 90, neue 102.20 3V2% do. unter Nr. 2503 an die Exped. d. Bl. Rudolf Mosse, Telegraphischer Coursberichi der Berliner Börse vom 28. März 1888. Oefterr. Creditactien 140.00 86.50 Tendenz: fest. Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. 106.90 101.60 106.20 105.10 106.10 97.30 103.00 102.50 97.50 103.50 198.12 91.25 77.25 90.75 16.09-16.12 16.08-16.12 20.29-20.34 4.16—420 94.1» 87-93 63.50 9640 138 20 Ein Junge, welcher das Schneiderhandwerk erlernen will, wird gesucht *432 W. Heß, Brandgasse 6. ^8 00 4% Ungar. Goldrente 78.12 5% Gemischte Russen 2508 Ein Wagnergeselle gesucht. Georg Bechtold in La unsbach. für eine gut eingeführte Liqueurfabrik gesucht. Solche, welche in gleicher Branche gereift, erhalten den Vorzug. Gefall. Offerten unter 0. G. an die Exped. d. Bl. Oefterr. Staatsbahn-Actien 1880 4