Nr. 99 Samstag den 28. April (SMfßciwt Aitt^wr I xj ■ Amts- und Anzkigebliilt für den Kreis Gießen. Durean r Schul st raße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hyeil. Betreffend: Statistische Nachweisungen über das Volkrschulwefen im Kreise Gießen. Gießen, am 26. April 1888. Die Großherzogliche Krris-Schul-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir sehen Ihren Berichten in rubr. Betreff innerhalb 8 Tagen entgegen über: I. Stand der einfachen Volksschule nach Beginn des Schuljahres 1888/89. a. ohne Schulgeld, b. mit Schulgeld. Zahl der Schulkinder: Nach dem Geschlecht: a. im Ganzen, d. Knaben, c. Mädchen. Nach dem Bek^nntniß: a. evangelische, b. römisch-katholische, c. israelitische d. anderer Consession. II. Stand der Fortbildungsschulen nach Beginn der Schulperiode 1887/88. Zahl der Fortbildungsschulen: a. einklassig, b. zweiklassig, c. dreiklassig rc. Zahl der Schüler nach dem Bekenntniß: a. evangelische, b. römisch-katholische, c israelitische, d. anderer Confession, e. im Ganzen. III. Stand der erweiterten Volksschulen nach Beginn des Schuljahres 1888/89. Wo sich erweiterte Volksschulen befinden, ist ganz nach Schema 1 über | dieselben zu berichten. Die Berichte sind genau nach vorstehendem Schema unter Beibehaltung derselben Bezeichnungen abzufaffen. Dr. Boekmann. rischen „Residenz" Brüssel kürzlich an eine Anzahl seiner Getreuen gerichtet hat. Der Prätendent findet natürlich kein gutes Haar an der jetzigen französischen Republik und erklärt er die boulangistische Bewegung nur als eine Folge der politischen und anderen Sünden der Republik. Aber die boulangistische Bewegung kann nach der Meinung des Prätendenten Frankreich doch nicht die Lösung der gegenwärtigen Krisis bringen, hierzu wird allein die Monarchie — selbstverständlich die orleanisttsche — im Stande sein; sie allein könne dem Lande die Ordnung im Innern und den Frieden nach außen verbürgen. Vorerst hat jedoch der Graf von Paris mit dieser Kundgebung nur einen höhnischen Protest seitens der Pariser republikanischen Presse erzielt und findet dieselbe, daß der Graf genau die Sprache führe, wie Boulanger. — Ein weiteres erwähnens- werthes Ereigniß bildet die gegenwärtige Reise Carnots, des Präsidenten der Republik, nach dem Südwesten Frankreichs, die ein Gegengewicht zu den Demonstrationen der Boulangisten repräsentiren soll. Die officiellen Ansprachen, die an Herrn Carnot bis jetzt während seiner Reise gerichtet worden sind, lassen denn auch an Loyalität nichts zu wünschen übrig, während Herr Carnot selbst an diesem Sonntag in Bordeaux eine große politische Rede halten wird. Politische Wochenschau. Gießen, 27. April. Wie ein Zug der Erleichterung geht es durch alle deutschen Herzen, seit es kaum mehr einem Zweifel unterliegen kann, daß die Riesenconstitution Kaiser Friedrichs auch den jüngsten schweren Krankheitsanfall bis zu einem gewissen Grade wieder überwunden hat. Die seit Sonntag vorliegenden Meldungen vom Schmerzenslager des Kaisers bekunden dies insgesammt, namentlich ist in diesem Zeitraum das Fieber mit jedem Tage geringer geworden und dementsprechend nehmen Appetit und Kräfte bei dem hohen Kranken wieder zu. In Anbetracht der abermals eingetretenen relativ günstigeren Wendung im Befinden des Kaisers wird seit Donnerstag täglich nur noch ein Bulletin ausgegeben und sind die behandelnden Aerzte überhaupt der Meinung, daß für den schwergeprüften fürstlichen Dulder nunmehr wieder eine Zeit der Ruhe gekommen sei. Wie lange diese Ruhepause anhalten wird, läßt sich freilich durchaus nicht mit Bestimmtheit sagen, während! anderseits die traurige Gewißheit fortbesteht, daß das Kehlkopfleiden an dem Leben des theuren Kranken immer weiter und weiter zehrt . . . . vorerst haben aber seine Leiden wenigstens wieder eine Linderung erfahren und man darf nur hoffen und wünschen, daß die allgemeine Wendung zum Bessern im Allgemeinbefinden des kranken Monarchen anhalten möge. Mit besonderem Bangen sahen die Aerzte dem Besuche der Königin Victoria von England am Berliner Hofe entgegen, da sie nicht mit Unrecht von dem Wiedersehen zwischen der Königin und ihrem kaiserlichen Schwiegersöhne unter den obwaltenden Verhältnissen eine bedenkliche Erschütterung im Zustande des erlauchten Patienten befürchteten. Indessen haben sich diese Befürchtungen im Allgemeinen als unbegründet erwiesen, denn wenngleich sich Kaiser Friedrich nach der ersten, schmerzlich bewegten Begrüßung mit der Königin Victoria am Dienstag etwas angegriffen fühlte, so daß das Fieber am Abend wieder stieg, so sind doch in feinem Befinden keine weiteren bedrohlichen Erscheinungen zu constatiren gewesen. Der Verkehr der englischen Monarchin und ihrer fürstlichen Begleiter, der Prinzessin Beatrice und des Prinzen Heinrich von Battenberg, während ihres dreitägigen Aufenthaltes bei Hofe mit den Mitgliedern des Kaiserhauses war ein ungemein reger und selbstverständlich außerordentlich herzlicher. Eine besondere Episode bildete der Besuch, den die Königin, begleitet von der Kaiserin, am Nachmittag des Dienstag der Kaiserin-Mutter Augusta in deren Palais zu Berlin abstattete und zeigten sich die Kaiserin Augusta wie die Königin von ihrem Wiedersehen tief bewegt. Am Mittwoch empfing die englische Monarchin den Reichskanzler in einstündiger Audienz im Charlottenburger Schlosse, nach deren Beendigung sich der Kanzler sofort zum Kaiser verfügte. Der Vorgang bekundet genugsam, daß der Besuch der Herrscherin Englands in der deutschen Reichshauptstadt, obwohl er sich ja im Allgemeinen als ein Familienbesuch charakterisirt, doch auch seine politische Seite aufzuweisen hat und es ist gewiß nicht ohne Bedeutung, daß der Unterredung zwischen dem Kanzler und dem königlichen Gaste unseres Kaiserhauses die Begegnungen der Königin Victoria mit dem König von Italien und dem Kaiser von Oesterreich, also der Souoeraine der mit Deutschland verbündeten Staaten, vorangegangen sind. Unter den von Kaiser Friedrich in letzter Zeit vorgenommenen Standes- und Rangerhöhungen einer Anzahl Persönlichkeiten erregt die Ernennung des Staats- secreiairs im auswärtigen Amte, des Grafen Herbert Bismarck, zum preußischen Staats- Minister insofern ein besonderes Interesse, als hiermit der in Preußen noch nie dagewesene Fall eingetreten ist, daß Vater und Sohn zugleich als Minister omtlren. Zugleich hat es in Preußen noch niemals einen verhältnißmäßig so jungen Minister gegeben, wie jetzt den Grafen Herbert Bismarck, der im 39. Lebensjahre steht, wahrend er bereits vor zwei Jahren das Staatssecretariat des Auswärtigen übernahm. Aus Frankreich berichtete der Telegraph aus dieser Woche eine ganze Reihe von bemerkenswerthen Vorgängen. An ihrer Spitze steht die politische Ansprache, welche der Graf von Paris, der orleanisttsche Thronprätendent, in seiner prooiso- Darmstadt, 25. April. Die Wiederbesetzung der durch den sehr bedauerlichen Tod des Geheimen Raths Becker zur Erledigung gekommenen Stelle eines Ministerial- raths im Großherzoglichen Ministerium des Innern und der Justiz wird, falls solche nicht bereits stattgefunden hat, in diesen Tagen vollzogen werden. Wie wir aus guter Quelle vernehmen, schwankt bislang die Wahl zwischen dem Geheimen Oberconsistorial- rath vr. Buchner und Oberlandesgerichtsrath Heinzerling. Uebrige Combinationen seien ohne thatsächliche Unterlage. Geheimer Oberconsistorialrath Buchner ist bis vor etwa Jahresfrist Rechtsanwalt gewesen, Oberlandesgerichtsrath Heinzerling ist seit Jahrzehnten Mitglied der zweiten Kammer der Stände und bei Herausgabe des in dem Verlage von Ed. Zernin dahier erscheinenden „Archivs für praktifche Rechtswissenschaft" seit ebenso langer Zeit vorzugsweise betheiligt, schriftstellerisch vielfach auch selbst thätig. — Der Verkehr bei den Telegraphenanstalten des Großherzogthums hat im Jahre 1887 gegen 1886, wie wir dem Aprilhefte der Mittheilungen der Grobherzoglich hessischen Centralstelle für die Landesstatistik entnehmen, zugenommen. Die Zahl der Telegraphenanstalten (einschließlich Telegraphen-Hilfsstellen) betrug im Jahre 1886 215, 1887 235; die Zahl der aufgegebenen Telegramme 1886 277,201, 1887 291,718 Stück, die Summe der dafür erhobenen Gebühren 1886 240,316, 1887 JL 249,174. Dabet entfällt eine Telegraphenanstalt 1886 auf je 35,7 Quadratkilometer, 1887 auf je 32,7 Quadratkilometer; und eine Telegraphenanftalt 1886 auf je 4449 Einwohner, 1887 auf je 4071 Einwohner. — Die Statistik der Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen weist im Schuljahre 1886—87 sieben Gymnasien, vier Realgymnasien und siebzehn Realschulen auf. Die Zahl der ordentlichen Lehrer (einschließlich der Directoren) beträgt an den Gymnasien 144, an den Realgymnasien und Realschulen 184, die Zahl der außerordentlichen und HUfslehrer an den Gymnasien 23, an den Realgymnasien und Realschulen 41. Das Gesammtlehrerpersonal an allen diesen Anstalten beträgt mithin 328 (ordentliche Lehrer) und 64 (außerordentliche Lehrer) im Ganzen 392 Köpfe. Das jährliche Diensteinkommen der ordentlichen Lehrer beziffert sich von 1500 JL. und weniger bis zu 5400 JL. Die Zahl der Schüler war an den Gymnasien 2824, an den Realgymnasien und Realschulen 4566, die Gesammtziffer aller Schüler der erwähnten Mittelschulen mithin 7390. (u- I ) Darmstadt, 26. April. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädkgst geruht: Am 11. April dem Professor am Prediger-Seminar zu Friedberg, Dr Heinrich Adolf Köstlin, das Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- mütbigen zu verleihen. ____________— Die Krankheit des Kaisers. Berlin, 26. April, 4.20 N. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: „Der Kaiser fühlt sich nach einer befriedigenden Nacht heute recht wohl. .Der Appetit mehrt sich, die Aerzte brauchen bei Auswahl der Speifen nicht mehr so ängstliche Vorsicht anzu- £ Dr. Katholische Gemeinde. 6 Von Um von Das Das 4 Sonntag nach Ostern. Ubr an Beichte. Telegraphische Depeschen. Wolfl'S telegr. Eorresporrderrz- Bureau. Berlin, 26. April. Der Kaiser ertheilte Vormittags v. Albedyll, v. Putlkamer und dem Kriegsmintster Audienzen. — Die Aerzte gestatteten dem Kaiser Mittags 12 Uhr aufzustehen. — Der Kronprinz begab sich Morgens 7% Uhr nach dem Tempelhofer Felde zu den Truppenübungen. Er empfing nach der Rückkehr um 121/4 Uhr den Professor v. Bergmann und begab sich dann mit der Kronprinzessin zum Frühstück nach Charlottenburg. — Prinz Friedrich Leopold wurde zum Rittmeister im Regiment Garde-du-Corps befördert. Berlin, 26. April. Die Königin von England und die Kaiserin Victoria besuchten heute Mittag das Mausoleum. Die Königin von England legte einen Kranz auf den Sarg des Kat,eis Wilhelm. Um 3 Uhr fand vor der Königin, welche von der Kaiserin begleitet war, in der Nähe Charlottenburgs die Parade des Garde-du- Corps-Regtments und des 4. Garderegiments zu Fuß statt. Die Königin fuhr die Front beider Regimenter ab und ließ letztere zweimal vorüberdefiltren. Der Kronprinz führte beide Male das 4. Garderegiment vor der Königin vorüber. — Die Königin von England, Prinzessin Beatrice und Prinz Heinrich von Battenberg sind heute Abend 7 Uhr 25Min. atgereist. Die Kaiserin, das Kronprinzenpaar und die übrigen Mitglieder des Königshauses begleiteten sie bis zum Bahnhöfe, wo ein sehr herzlicher und ergreifender Abschied stattfand. Der Kronprinz geleitete die Königin in den Salonwagen. Die versammelte Menge begrüßte die Königin mit sympathischen Zurufen. Berlin, 26. April. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Staatssecretärs Grafen Herbert Bismarck zum Staatsminister und Mitglied des Staats- mintsteriums. Er enthält ferner eine königliche Cabinetsordre, durch welche den Ober- präsidtalräthen der Rang der Rälhe dritter Klaffe verliehen wird. — Der Reichskanzler verbietet auf Gruno des Socialistcngesetzes die fernere Verbreitung der „Londoner Freien Presse". Kirchliche Anzeigen der StadtGieKen Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Berlin, 27. April, 11 Uhr 20 Min. (Prioatdepesche). Bulletin 9 Uhr Morgens: Der Kaiser fühlte sich nach gutem Schlaf recht gestärkt. Fieber ist in den Morgenstunden verschwunden, Abends steigt es noch mäßig an. Allgemeinbefinden macht langsamen Fortschritt. wenden wie früher, so daß auch die Lieblingsspeisen gewährt werden können. Das Fieber zeigt täglich mehr einen absteigenden Typus. Berlin, 26. April, 5.5 N. Der Kaiser hat in Folge guten Befindens gegen Mittag doch das Bett verlassen. Er empfing Puttkamer und Albedyll. Berlin, 26. April, 11.40 N. Das Befinden des Kaisers ist weiter gebessert, das Fieber gering, der Kräftezustand gehoben. Der Kaiser brachte heute gegen vier Stunden außerhalb des Bettes zu. Der Appetit ist andauernd sehr befriedigend. Gottesdienst in der Äynagoge. eam8tage&bb8”b«6r U6r' Samätaa Morgen 8°° Uhr, SamStag Mittag 4 Uhr, Universität-- Ehronik. fiir Tod des Professors Wagner in Leipzig erledigte Lehrstuhl c ? ,£?<. 6l,r noch nicht wieder besetzt werden können. Für da? lausende Sommerbalbjahr ist deshalb der Pathologe Staatsrath Pros. Dr. Hoffmann Di, Unioerstat mit der Leitung der medtcinischen Klinik betraut worden, boccrt SBi c® or b tmebiclm,d,cn PE'nik übernimmt für Professor Hoffmann der Prioat- «"r großartigen Festlichkeiten, mit welchen die Universität Bologna ihr m?eftc6c,nram 2ul^zu begehen gedenkt, wird die Unioersttät Straßburg durch den Pharmakologen Prof, ^-chmtedeberg und den Juristen Pros Len et per- $erlrelerncni®nbcnnlDCrfität ®ii‘tln0en ®kb ben Tr°f- Dr- Rubolf °. Jhcriug als 6'irAmr»*UnflCn,t24" W- r- Professor Dr. jur. Kahl, orbentlichcr Professor bes ^rh^Tn un^“t «ni”bem Vernehmen nach einen Ruf nach Kiel un6cfHmmtOb Kahl biesem chrenoollen Ruse zu solgcn gedenkt, ist noch s25, obriL' ®lne be§ ordentlichen Professors für Ge- l>7zetchntt bor ß,nbncr- die Universität Halle wirb als bevorstehend Sonntag Cantate, 29. April: Vormittags 91/* Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. k Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Klnderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. ii die Gymnasiasten und Stadtschüler, Vormittags 11 Uhr, in der Friedhofskapelle, Pfarrer Dingeldey. o -ben bv. April Abends 8 Uhr Btb-lstund- in der Kl-inkind-rschule, 3. Brief des Johannes, des Apostels Freuden und Leiden. Pfarrer Dr. Naumann. Pfarre^Schloff^ " 3' m 2lBcnb8 Uhr: Missionsstunde in der Kirche, m Ae. ^m Sonntag Rogate, den 6. Mai, Beichte und heiliges Abendmahl im Vorrnittagsgottesdrenst, hauptsächlich für Angehörige der hiesigen Garnison. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 29. April bis 5. Mai besorg! Pfarrer Raumann. V OOnd. Bouillon ist eingedickter reiner IlvlUlUvI Ivll M Fleischsaft ohne Zusatz von billigen Suppenkräutern. Bequem.Gebrauch, fein.Geschmack. Kaiser ein Blatt Papier von dem ihm zur Hand stehenden Block ab »nh Bleistift barauf: „Wir sind Selbe unglücklich Du kannst nicht bö?en 1^ Ä prechen. Ich bin aber viel unglücklicher als Du." Laut ausfchluchzenb verlieh d?r P.th fCine§ kaiserlichen Herrn. Auch^atfer FrildriVstandm । 9.9. hä hpm mokvov«. ^iar^ einej Hauses in 23 alldürn am | ,*c btm mehrere Menschen todt blieben, entnehmen wir der ,B L-H" fnrn,nh [ Einzelheiten: Das an der Hauptstraße gelegene Wohnhaus des Buchbinders unh ä?^ manns WUhelm Blau sollte eine grunbliche Ausbesserungersähren und war m L ^ach«^Entfernung der schadhaften Settenmauern des ersten Stockes her und dritte Stock seit einigen Tagen mittelst Sprießen festgehalten Wäbrenh am 22 d. M.) Morgens 10 Uhr, Zimmerleute'und Maur?r sich mit derAusbesL h^rÄ61! f Emilie Blau, noch im zweiten und dritten Stock wohnend an der Arbeit saß. stürzte der ganze Bau unter furchtbarem Krachen zusammen und benrul Familie und sammtliche Arbeiter unter einem Trümmerhügel. Die sofort ertönend ™ nÄn™ XU £n voller Krost unb Fülle hören Uetz, Fräulein Schöller ^lche ein prachtvolles Sopran-Solo zum Vortrag brachte, und Herr Gürtler, welcher H^lZ' un^ .^^ohinstrumente als vollendeter Virtuos erwies. Aber auch Herrn Rainer dürfen wrr nicht vergessen, der in den Eborgesängen recht kräftig mit b be? ^attonallted „Das Echo im Gebirge" als Solist auftrat. ^err bernmftrrAC i5Crh mtt Jeincr Gesellschaft Eoncertreisen unternimmt, steht ^kannt .rch in den Sommermonaten als Besitzer einem Hotel am Achensee in Tirol :'h^un das ern lre enswurdiger Wrrth sein, darf man wohl sagen in Erinnerung ?!^^s^ort: Moman singt, da laß Dich ruhig nieder, böse Menschen keine Lieder. Die Schluynummer „Mein Oesterreich" riß die Zuhörer zu ?^^^l§^^sterung hin und mußte wiederholt werden. Eine Anspielung auf die Deutschland und Oesterreich entfesselte einen wahren Beifallssturm. Als das Publikum nach Schluß des Concertes den Saal verließ, vernahm man nur Riff,^ber "sie st7b^°°ch beffer°,Us°L^u° einen großen vermischte-. Darmstadt, 25. April. Nach einem Beschlüsse des Landesausschusses des Landesgewerbeoereins wird von nun ab alljährlich nur eine, abwechselnd in einer der drei Provinzen stattfindende provinzielle Lehrlingsarbetten-AussteUung abgehaltcn werden und zwar die erste derselben in diesem Jahre in Rheinhessen. Eine allgemeine Landesausstellung dieser Art soll alle 7 Jahre abgehalten werden. Ferner soll alle 3 Jahre erfolgen V^fung der Handwerkerschulen durch die betreffende Landescommission dlpril. Bei der eben zu Ende gegangenen Musterung der Militärpflichtigen ist es hier zu einer Reihe größerer Exccsse gekommen, durch welche die hiesige Schutzmannschaft letzter Tage sehr in Anspruch genommen war. Außer den gewöhnlichen Straßenscandalen kam es gestern auf dem Schillerplatz zu einem Acte unvergleichlicher Rohheit und Brutalität. 5-6 der Militärpflichtigen und noch sonstige Bummler, die lärmend und singend umherzogen, liefen einem Letchenconduct nach und begannen um den Todtenwagen einen Tanz aufzuführen. Von Schutzleuten verschiedentlich verfolgt, liefen die rohen Burschen immer davon, setzten aber den Sccrndal durch mehrere Straßen fort, bis es endlich mehreren Schutzleuten und einigen hinzu- aeeilten Personen gelang, die Scandalmacher zu fassen und zu verhaften. Das dem Scandal zusehende zahlreiche Publikum war über die Burschen derart empört, daß nicht viel gefehlt hat und sie wären der sofortigen Volksjusttz anhcimgefallen. Auch in anderen Straßen und mehreren Wirthshäusern kam es zu argen Excessen — Der ehemalige Pächter des bekannten „Cafö de Paris" hier, Restaurateur Jung von Frankfurt, der jüngst mit Hinterlassung vieler Gläubiger von hier spurlos verschwunden, hat nach einer hierher gelangten Mitthcilung, sich als wohlbestallter Restaurateur in Chicago niedergelassen. Die Gläubiger des Ausreißers erhalten von ihrer Forderung etwa 60pCt. -- Frankfurt a. M., 26. April. Am l.Mat soll die Dampfstraßenbahn -wischen Frankfurt und Eschersheim eröffnet werden. 12 Wagen, darunter offene, geschlossene und „Marktwagen", welche sich dadurch von den anderen unterscheiden, daß sie 2 Abthetlungen, eine für Personen und eine für Gepäck, Körbe :c. haben, sind bereits etngetroffen. — Kommenden Sonntag wird das neue Hoch'sche Conservatorium auf der Eschersheimer Landstraße feierlich eröffnet werden. Der Neubau ist eine Rierbe dsr Straße und soll in Innern auf's Prächtigste eingerichtet sein. - Die Zeichnungen für das Kaiser Wilhelm-Denkmal haben die Summe von 120 000schon über- stiegen. - Hier wird über folgende Betrugsaffaile augenblicklich viel gesprochen: Em lunger Sportsman soll am Sonntag in einem hiesigen Lokal um 1000 gewettet b°ben, daß er Kraft genug besitze, jeden beliebigen Menschen zu fesseln und an einem ^oume aufzuhangen. Die Wette wurde abgeschlossen, nachdem sich ein kräftig aus- bereit erklärt hatte, den Versuch mit sich machen zu lassen. In Louisa, wohin sich the Wettenden begaben, wurde die Sache zum Austrag gebracht. Der junge Sportsman gewann. Nachher soll sich nun herausgestellt haben, daß der Aufgehängte mit im Cornplott war und die Hälfte jener 1000 JL für seine Hülfeleistung erhtett. Da eme gutwillige Rückgabe der Summe nicht zu erreichen war, soll Klage u^gen Kommt es zum Prozeß, dann wird die Welt ja S Genaueres über diese Kraftmenschen erfahren. K . , - Aus bem Privatleben Kaiser Wilhelm's werben ber „Schles. Zig." noch die folqenben in ereffanten Einzelheiten gemelbel: Die wichtigsten Papie« führte ber Kaiser auf seinen Reifen mit jti, er selbst packte sie jebesmal In einen alten morschen ani kr' t? ri ^ seinem Btbltothekzimmer stanb unb nie entfernt werben buffte, ffileberbott madtten bfe Ceibbiener ben Monarchen barauf aufmerksam, baß bas alle Jnventarstück größere Fahrten gar nicht mehr vertrüge unb eines schönen Tages zu zerfallen drohe - es hals nichts, ber Koffer würbe stets von Neuem gepackt unb mußte mit. AIS er aber gar zu hinfällig würbe, ließ man ohne Wissen bes Kaisers in getreuester Nachahmung, nur aus festerem Material, einen zweiten Koffer unfertigen "nd stellte ihn an ben gewohnten Platzt ber Herrscher hat benn auch nichts von bem Tausche gemerkt. — Als nach dem Hinscheiben bes Kaisers seine Privatgemächer invenlaristrt würben, sanb man ganz unerwartet eine Summe von 60,000 M. haaren Selbe«. @inen berar atn Fonb benutzte wahrscheinlich ber kaiserliche Herr zu seinen zahllosen Privatunterstutzungen । benn so sparsam er sonst war, bei Bestffnmungen, die ihm sein milbes Herz eingab, kannte er keine Grenzen, unb so mancher Beamte so mancher Ossteier hat es nur ganz allein ber materiellen Unterstützung seines Monarchen zu Derbanfen, baß er noch heute in Amt unb Würbe ist. Die eben erwähnte Spar" samkert wirb burch bie Thatsache illustrirt, baß man bei ber Jnventarisiruna aante Packele leerer weißer Blätter oorfanb; ber Kaiser hatte sie von ben Briesen äbaeffsien UM sie gelegentlich zu Aufzeichnungen u. s. w. zu verwenden. 9 ' <- -Es war ein herzzerreißendes Wiedersehen, das Kaiser Friedrich vor einigen Tagen mit einem seiner ältesten, treuesten Diener, dem Leibjager Becker hatte Der Kaiser hatte das Verlangen. Becker, der in Folge seiner Schwerhörigkeit^ schon seit geraumer Zeit keinen Dien/t mehr that, einmal wiederzusehen und ließ ihn nach dem Charlottenburger Schloß ^rufe,,. Becker kam unb würbe in ba, Schlasffmnwr des ' Kalter, gelaßen. Kaiser Friebrich streckte bem langjährigen, bewährten Diener beibe f fcänbe entgegen, welche berfelbe ergriff und mit tiefer Rührung küßte. Da riß ber * .. .7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. Um VilO Uhr: Hochamt und Predigt. * 2 Uhr: Andacht. Am Mittwoch und Freitag um 6 Uhr: Maigebet. Allgemeiner Anzeiger. MerheMe «seiidchua. Die ßieferunß von 577 lfd. Metern Weichenschwellen aus Eichenholz soll vergeben werden- Angebote sind bis zum Zb Mat d. I- dahier emzureichen Dre Bedingungen liegen bei unserer Magazins- werwaltung offen. Gießen, den 25. April 1888. 3578 Großherzogltche Direction. . Dienstsg, den 1. Msi, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Herrn Metzger Schneider, Wallthorstratze 39, die zur Hinterlassenschaft des Photographen Herrn Z. Reuschling gehörigen Pttoto- «raphieapparate, ein schöner AuS- lhängekasten u. dgl. versteigert. 3546 In Auftrag: Hoffmann, Ortsgerichtsmann. Montag, den 30. d. M., Nachmittags 2 Uhr, »vird die Versteigerung der Möbel -es Herrn I. Goldschmidt. Neuen- -weg 6, im Hause des Herrn Schlatter, fortgesetzt. 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