Nr. 24 Samstag den 28. Januar 1888. Amts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Amtlicher HHeit. Betreffend: Die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen von der VL Periode 1887/88. Gießen, den 26. Januar 1888. Das Großherzoglicho Kreisamt Gießen an dir Grotzherzsglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie, alsbald und jedenfalls noch Vor Ende dieses Monats in Ihren Gemeinde» in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lassen, daß die Berichtigung der im Monat Januar 1888 gerichtlich erkannten Forst- und Feldstrafen in den ersten 25 Tagen des Monats Februar 1888 und zwar mit Ausschluß des 12ten, 13ten und 14 len an die betreffenden Districtseinnehmereien stattzufinden hat und daß nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist gegen die säumigen Schuldner das für sie mit Kosten verbundene Beitreibungsverfahren eingeleitet wirb. ____________________________________________________Dr. Boekmann.___ Betreffend: Die Ausführung des Unfallversicherungsgesetzes. Gießen, am 24. Januar 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreise-. Nachstehende Bekanntmachung thellen wir Ihnen zur Kenntnißnahme, Nachachtung und Bedeutung der Interessenten hiernach mit. Dr. Boekmann. (Nr. 1763.) Bekanntmachung, betreffend die Unfallversicherung von Arbeitern und Betriebsbeamten in Betrieben, welche sich auf die Ausführung von Bauarbeiten erstrecken- Vom 14. Januar 1888. Auf Grund des § 1, Absatz 8 des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 (Reichs-Gesetzbl. S. 69) in Verbindung mit § 12, Absatz 1 des Gesetzes, betreffend die Unfallversicherung der bei Bauten beschäftigten Personen, vom 11. Juli 1887 (Reichs-Gesetzbl. S. 287) hat der Bundesrath in seiner Sitzung vom 15. December 1887 beschlossen, 1) daß Arbeiter und Betriebsbeamte, welche von einem Gewerbetreibenden, dessen Gewerbebetrieb sich erstreckt: a. aus das Bohnen der Fußböden, auf die Anbringung, Abnahme oder Reparatur von Oefen und anderen Feuerungsanlagen oder von Tapeten bei Bauten, b. auf die Anbringung, Abnahme oder Reparatur von Wettervorhävgen und -Läden (Rouleaux, Marquisen, Jalousien) oder von Ventilatoren bei Bauten, , c. auf die Ausführung anderer, noch nicht gegen Unfall versicherter Arbeiten bei Bauten, die ihrer Natur nach der Ausführung von Hochbauten näher stehen, als der Ausführung von Eisenbahn-, Kanal-, Wege-, Strom-, Deich- und ähnlichen Bauarbeiten, in diesem Gewerbebetriebe beschäftigt werden, vom 1. Januar 1888 ab versicherungspflichtig sind; 2) daß diese Betriebe aus der auf Grund des Gesetzes vom 11. Juli 1887 (Reichs-Gesetzbl. S. 287) gebildeten Tiefbau - Berufsgenoffenschast ausgeschieden werden; 3) daß die unter Ziffer la aufgeführten Betriebe den örtlich zuständigen Hochbaugewerks-Berufsgenoffenschaften zugethellt werden; 4) daß die unter Ziffer 1 b und 1 c ausgeführten Betriebe, soweit sich dieselben lediglich auf das Anbringen oder Abnehmen der Wettervorhänge und -Läden 2C. bei Bauten erstrecken, den Baugewerks-Berufsgenossenschaften, soweit sie sich dagegen auch mit der Herstellung der betreffenden Gegenstände befassen, denjenigen Berufsgenoffenschaften zugewiesen werden, welchen sie angehören würden, sofern sie mindestens zehn Arbeiter regelmäßig beschäftigen und demgemäß schon nach § 1, Absatz 4 des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 versicherungspflichtig sein würden. Berlin, den 14. Januar 1888. Der Reichskanzler. In Vertretung: ____________________________________________________von Boetticher.__________________________________________________________ Kriegsgerichtliches Erkenntnis. > Durch kriegsgerichtliches unterm 18. Januar 1888 bestätigtes Erkenntniß vom 7. Januar 1888 ist der Musketier Heinrich Heidt der 7. Compagnie 2. Grobherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments (Großherzogi Rr. 116, geboren am 13. Januar 1864 in Gießen, Kreis Gießen, in contumaciam für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldstrafe von Zweihundert Mark verurtheilt worden. Darmstadt, den 24. Januar 1888. Gericht der Grobherzoglich Hessischen (25.) Dimsion. ——■ ■! II ■■1HIITIIIIH—3WMM—Ih» ft—Hnimi ........... m Politische Wochen - Ueberfkcht. Gießen, 27. Januar. Nur im engsten Familienkreise, aber unter herzlichster Antheilnahme des deutschen Volkes, hat das deutsche kronprinzliche Paar in San Remo am Mittwoch seinen 30. Hochzeitstag gefeiert. Schier zahllos sind die Zeichen der freudigsten Theilnahme, welche zu diesem Tage in Gestalt von Adressen, von Blumengrüßen, von telegraphischen und brieflichen Glückwünschen in der Villa Zirio eingingen. Am Vormittag brachte die Stadtkapelle von San Remo bem Jubelpaare ein Ständchen, am Abend fand vor der Villa Zirio ein großes Feuerwerk statt. Das Befinden des Kronprinzen ist nach wie vor ein sehr befriedigendes. Ein Goldgesetz für Südwestafrika soll dem Reichstage demnächst zugehen. Im preußischen Abgeordnetenhause ist der Etat in der Special- berathung in seinen hauptsächlichsten Theilen zur Erledigung gelangt und haben sämmtliche durchberathene Theile unverändert die Zustimmung des Hauses gefunden. Gleich dem Reichstage, hielt auch das Abgeordnetenhaus am Mittwoch, wenigstens im ersten und hauptsächlichsten Theile der Sitzung, einen „Schwerinstag" ab. Es handelte sich um die Interpellation der polnischen Abgeordneten über die Verfügung des preußischen Unterrichtsministers, betr. den Wegfall des polnischen Sprachunterrichts an den posenschen und west- preußischen Volksschulen und wünschten die Herren Jagdzewski und Genossen bei ihrer Anfrage zu wissen, von welchen Beweggründen die Regierung bei ihrem jüngsten Vorgehen gegen die Polen geleitet worden sei. Der CultuS- minister v. Goßler ertheilte hierauf eine ebenso klare wie sachliche Antwort, aus welcher erhellt, daß die Ausscheidung des polnischen Unterrichts aus dem Lehrplan der Volksschulen in den gemischtsprachigen LandeStheilen besonder» aus zwei Beweggründen erfolgt ist. Einmal hat es sich als eine Unmöglichkeit herausgestellt, neben dem deutschen Unterricht noch polnischen zu erthellen und hierbei in beiden Sprachen befriedigende Resultate zu erzielen; dann aber ist die Regierung bestrebt, ihren polnischen Unterthanen schon von der Schule an die Möglichkeit einer gründlichen Erlernung der deutschen Sprache zu ge- - währen und die Nothwendigkeit für die Polen, Deutsch zu können, wenn sie ! sich in unserem öffentlichen und gewerblichen Leben eine Stellung erringen • wollen, ist ja von polnischer Seite schon oft anerkannt worden. Von der sächsischen Kammer ist in ihrer Schlußberathung am Mitt- j woch noch der Ankauf der aus sächsischem Gebiete gelegenen Strecke der Berltn- : Dresdener Eisenbahn genehmigt worden. Der Ankaufspreis beträgt 13,100,000 cÄ Der württembergische Landtag ist am vergangenen Donnerstag ; zusammengetreten. Die Wiedereröffnung des österreichischen Reichsrathes am Mitt- : woch ist von der längst angekündigten Action der österreichischen Klerikalen in ; Betreff der Volksschule begleitet gewesen. Prinz Aloy» Liechtenstein brachte : einen Entwurf zu einem neuen Reichs-Schulgesetze ein, welcher sechsjährige 5 Schulpflicht, Mitausstcht der Kirche, Ueberetnstimmung des Glaubensbekenntnisses 1 des Lehrers und der Schüler und Zuweisung der Gesetzgebung über die Durch- j sührung der grundsätzlichen Bestimmungen an die Landtage fordert. Galizien ! soll dem neuen Gesetze nicht unterliegen — ob die Polen wegen dieser Ver- ' günstigung für das Gesetz stimmen werden 1 lieber die Stellung der Regierung ! zu dem klerikalen Anträge verlautet noch nicht» Nähere», während von der ■ Linken eine ganz energische Abwehr de» klerikalen Vorstöße« angekündigt wird. ? Das „Journal de St. P^tersbourg^ ist wieder einmal stark im Demen- ! Liren begriffen. In Einem Athem bezeichnet da» ministerielle Blatt die Nach- ! richten von einer russischen Anleihe zu Kriegszwecken, von der Vorschiebung ' eines kaukasischen Armee-Corps an die österreichische Grenze und von Absichten genommen. Ausgaben nicht nach sich ziehen würde, außer mar die Verzinsung des Kapitals l°”1® die Ausgabe für Verstärkung des Bureaudienster unv die Ausgaben für । SgL»*’V1” ^bt habe. . Gründen ab, weitere Detail« zu geben. Bet der darauf folgenden zweiten Ä“"8 ne“ ru errichtender Gebäude betreffe. Die neue Armee würde im Frieden nur auf dem Papiere stehen, im Kriege aber Fleisch und Blut "t. ® e Erklärung, daß dies die letzte militärische Forderung sei könne er SÄL™ ÄertJm °bS°g°benen Erklärung zu Rußland« auf Erzerum als sich selbst widersprechend, mit dem Bemerken, daß die Heraurziehung von Truppen aus dem Kaukasus sich mit einer großen Actwn in Kleinasien gar nicht vereinen taffe. Gleich hinterher kommt aber i Bieber eine befremdliche Nachricht aus Petersburg. Ein Tagesbefehl der Kriegs- 1 miniRcr« 2Bann°rofi!t theilt de» Local-Brigade-Verwaltungen je einen General- stabs.Osficter zu und haben diese auch die Aufgabe, Material zur Borberei- ! tung der Mobilisirung auszuarbetten und di- tactischen Uebungen der i Reserve-Bataillone zu leiten. Aha I Deutscher Reichstag. 22. Sitzung vom 26. Januar 1888. tSeJUK« ”«ben bi- einzelnen Paragraphen des Gesetzes mit nur wenigen, nicht sehr erheblichen A-ndcrungen genehmigt. Die Schtubbestimmung ändert Art 59 ?!' ®etf^r,n9 bc^*? daß dis Wehrpflicht für dis Landwehr 2. Aufgebote, & * JUL»®Oient>UI19 bcs 39- Lebensjahres ausgesprochen wird. ,,, , ' 26- Januar. Sie durch das neue Wehrgesetz veranlaßte Anleihe wird, wie der Kriegsminister soeben in der Commission mitiheilte, 280 Mill * f°Q ru Beschaffung von Waffen, Munition, Bekleidung, ^"uzzeug für dar Verpflegung«- uns Sanilättwesen verwendet rocrben Weitere dauernde Ausgaben seien in erheblichem Maße nicht zu erwarten Eine Erhöhung der Osficierö-Etats sei nicht in Aussicht genommen. Wan werde an altgebiente Feldwebel und Unterosficiere zurückgreifen. Er (der Kriegmiln,ster) halte persönlich die Organisation nunmehr für abgeschloffen. bl?n ßuE,ul,ft weitere Forderungen nicht erhoben werden, könne er grundsätzlich nicht abgeben. „sr. Kaisers Hoheit dem Kronprinzen de« Deutschen Reiche« in San Remo- ®t(°6°ri«nte1 oon 3‘aIien und sämmllicher italienischer Logen bringe ich Ew. Ka serl. Hoheit Gratulation und heiße Wünsche der Genesung ba£- Empfangen Sie den Ausdruck dieser Gefühle der italienischen Freimaurerei, berk5 k.,.x an_____, «Ai* füT b^s neue Cadettenhaus in Karls- Ausgaben “* $trmebrun9 b-dingten M-Hransatze bei den fottdäuernden Ausgaben werden auch im Uebrigen unverändert genehmigt. 2 417 Hmnpftn^Erden bewilligt zu Garnisonbauten in Elsaß-Lothringen tja 3 und Ausrüstung von deutschen Festungen auf Grund Gesetzes vom 30. Mar 1873 3125000 A zu Festungsanlag?n und Etnebnungs- bem Nerchsfestungsbaufonds nicht zur Last fallen, 30983930 AL, oatbeibi^na Eisenbahnnetzes im Interesse der Landes- Aung ^1000 000' ferner zu Kasernenbauten, und zwar für eine 3(X)000 IC?tC- ?^tC' 51.86^0^ eine Jnfantcrtekaserne in Danzig, 3. Rate, k^000 eine Jnfanteriekaserne in Bromberg, 5. Rate, 150000 AL, eine Jnfanterte- -^kerne in Greifswald, 1. Baurate, 300000 AL, Erweiterung der Artilleriekaserne in Lettin, 1- Baurate, 300000 ./L, eine Jnfanteriekaserne in Rudolstadt, 3. Rate, 350000 AL fflfww1 ernC ln ^ogau, zur Entwurfsbearbeitung, 10000 ^L, eine Cavallerie- kaserne m Pleschen, zur Entwurfsbearbeitung, 10000 AL, eine jnfanteriekaserne in ^osen, 1. Baurate, 300000eine Jnfanteriekaserne in Gleiwitz, letzte Rate 80955 AL P^nf-n'mekaserne in Rostock, 2. Rate, 400000 eine Jägerka ernc in Goslar' 3. Rate, 65000 AL und eine Kaserne in Kassel, 3. Rate, 350000 AL ' eingestellten 3M00°0^" ®aUratC fÜr dnc J--jant-rieka!ern- in Rawitsch ?utwurfsbearbeitung für eine Eavalleriekaserne in Hanau sind 33300 AL JÄ WaV?SThe8rfn^Iber £^,5*1^611166^60: Concert der hiesigen Dtilitärcapelle mehrere unb bti?mn' W s Aufstellung non Pyramiden und G-sang, ernsten rnirf,? s erCin . Die Vorarbeiten sowohl als der gegenseitige Wetteifer der Mit- dntr ?ana ra fnCV-bf «-nußr-tch-n Abend schließen und da das schon seit fAnnftP» hpa "0N Jahren eingefuhrte Winterfest mit zu den beliebtesten und & '»SSJÄ'ÄÄ w •“ KP/ erfrcuen h°ben; der Beitrag für jedes th-iln-hm-nd- Mttgtted Str an f en p U e /r^“r^S di-sigm Zweigocreins für die freiwillige Abschluß kommen.^ 0enannU ^ema n,n^> an einem späteren Abend zum I ii q △ Mainz, 26. Januar. In dem Alzeyer Wahl- und Aufruhrprozeß nehmen V^^Ä^a^^wungen heute noch den ganzen Vormittag und noch einen Theil der Rachmittagssttzung in Anspruch. Wesentlich Neues trat durch die Aussagen nicht in die Procedur. Wie die Vorgänge auf die Wahl zurückzuführen sind so sind auch die K nach der Auffassung und dem Parteistand der Zeugen. Die Zeugen welche Anhänger von Bamberger waren oder sind, finden die Hergänge alle sebr h?/»l0H -?ohrend die Gegner der Sache eine bedeutendere Natur verleihen Durch n^^»"astungsreug6n wird bezüglich einiger Angeklagten bet den verschiedenen Vorgängen ein Alibrbeweis zu erbringen erstrebt und versucht, die einzelnen Momente in emem anderen als von der Anklage betrachteten Lichte darzustellen. Bemerkenswertft di?^ Aussagen der Entlastungszeugen ist, daß nach Ansicht verschiedener derselben die Scenen alle vermieden worden wären, wenn der Bürgermeister bei der Wabloer- tii?emEtmnns am"6$a8Vf°r6cr mr6r ®ner8ic und bei den folgenden Vorgängen di- 8Tf°6E.rc bewahrt hatte. - Gegen 5 Uhr am Nachmittag wird die Beweisaufnahme geschlossen, worau Staatsanwalt Dr. Best zur Begründuna der *n„ das W^t nimmt Dr. Best erörterte der Reihenfolge nach d.- Punk,- b« «nter SufammenfteaunB des gegen die einzelnen Angeklagten sprechenden -J8 8 “ut Angeschulbigte hält die Staatsanwaltschaft sämnitliche Lrpn i°.ni n bfr rur Last gelegten Delicte für überführt. Unter den 4 Personen ^ü^^tsprechung die Staatsanwaltschaft selbst beantragt, befindet sich auch der in Vretorius"'a/§ ^^^schuldigter und Rädelsführer bezeichnete Redacteur Vretonus. Dem einzigen Belastungszeugen, der die kritische aufreizende Aeußeruna zu^?ollen^ rumal^d^di".^^' flI?ubt die Staatsanwaltschaft keinen Glauben beimesim b Qiagen einer Reihe von Entlastungszeugen, daß Pretorias sich afmabnt^p0.r^"^n nicht nur passiv verhalten, sondern sogar zur Ruhe und Ordnung w ll S/aubwurdigen Eindruck machten. Bei der Strafbemessung , .biC Stuatsanwaltschast gern die allgemeine Aufregung und die Betrunkenbeit k Crcn59cF n?ten mildernd in Betracht ziehen, während auf der anderen Seite d^ bedrohliche und tumultarische Charakter der Auftritte und die gegen die Beam?m aL in's Auge zu fassen sei. Daß früher in Alz?y ähnliche Vo^ gange unbestraft vorgekommen, wie mehrere Zeugen deponiren, erscheint der Staats- anwa tschast bei der Beurtheilung der Sache gleichgültig. Die Anträge der Staats- anwaltschaft lauten: Bei dem Hausfriedensbruch für die Hauptangeschuldtgten 3 Wochen lIefängniß; bei dem Auflauf und der Zusammenrottung die ^adelsfuhrer 3 Wochen und die übrigen 14 Tage Gefängniß; bei dem Widerstand gegen die Staatsgewalt 8 Wochen und 6 Monate Gefängniß; bei der Anklage auf C erangenenbefretung auf 4 Wochen und 6 Monat Gefängniß; bei dem Versuch der ^^ü8.b"^befrenmg 14 Tage und 3 Monate Gefängniß und bei dem groben Unfug und dem ruhestorenden Lärm 8 Tage Gefängniß. Nach den Ausführungen der Staatsanwaltschaft beginnen gegen 6 Uhr die Plaiooyers der Anwälte. Neben einer juristischen Kritlk der Anklage und BAcuchtung der Mängel des Beweismaterials richtet sich die- fpn^ber A"5*o."b/N der meisten Vertheidiger gegen den Hauptbelastungszeugen, den Bürgermeister Liest-ms von Alzep, dem von der Vertheidigung der Vorwurf gemacht Smnhfbhi bGsfi flQ"Ben @rad)C Parteimann gehandelt und durch jene Unbesonnenb^t frfi?nffLbh-p^r0?n°tüU Qud) heutigen Prozeß veranlaßt zu haben. Im V-8 Uhr 'Klonen die Verhandlungen und wird das Urthetl am 1. Februar gesprochen V Schiffs- Bewegung t>er Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschast. „Albingia", am 16. Januar von St. Thomas nach Hamburg abgegangen- D?S H^"rburg, am 16. Januar in St. Thomas angekommen; „California am 19. Januar von Hamburg nach Newysrk abgegangen; „Moravia" von Newyork, am 10. Januar in Hamburg angekommen; „Sueoia", am 19 Januar von Newyork nach Hamburg abgegangen; „Ascania", von St. Thomas, am 20 Januar in Hamburg angekommen; „Borussia", von Hamburg nach St. Thomas, am 20- J°uuar von Havre weitergegangen; „Bohemia", von Hamburg nach Newyork. qo 3anuar von Havre wertergegangen; „Gothia", von Newyork nach Stettin 22- San. von Kopenhagen weitergegangen; „Rhaetia", am 22. Januar von Hamburg nach Newyork abgegangen; „Hungarra", von St. Thomas, am 22. Januar in £>ainburg angekommen; „Cmstus", von Hamburg nach Colon, am 22. Januar von Orunsby roeitergegangen; „Slavonta", von Stettin, am 21. Januar in Newvork angekommen. _____________ MiechUche Anzetsen Der Dtrrdt WieHen. Svangelischr Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Septuagesima, 29. Januar: Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Dingeldey. «xv e. ^Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Kinderkrrche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser- ,, , Montag den 30 Januar Abends 8 Uhr, Bibel stunde in der Kl-inkinder- m Ul\Ärts oÄ 14/, ders12 an, Bereitung des Osterlamms, Anzeige des Verraths, das Abendmahl; Pfarrer vr. Naumann. 8 Donnerstag, den 2. Februar, Abends 8 Uhr: Misst o ns stunde in der Kirche, Pionierarbeit in Ostafrika; Pfarrer Schlosser- ’ Der Am Sonntag, den S. Februar: Beichte und heiliges Abendmahl im Dormittagsgottesdienft. Für den Kirchbaufonds gingen irn 4. Vierteljahr 1887 ein durch di- Ovfer- büchs-n in der Kirche 81 JL 53 durch Pfarrer Schlosser 5 JL. G-sammtb-trag Cpt /öuy xM* zu /V,» dfarrgeschäste in der Woche vom 29. Januar bis 4. Februar besorgt Pfarrer Dingeldey. u Katholische Gemeinde. Sonntag Septuagesima- Don 7 Uhr an Beichte. Um 8 Uhr: Frühmesse und Ausheilung der h. Kommunion. „ VilO Uhr: Hochamt und Predigt. v 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag^Lb-nd^^Ubr' Sam8ta0 borgen 8» Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr. Allgemeine Zitherverein Alpenröschen ®tr^ent: . Herr Fischer. «aw-tag, den 28. Januar, Abends 8 Uhr. VII. Stiftungsfest verbunden mit Concert und Ball im Saale des Cafe Leib. Karten ä 1 für Nichtmitglieder sind an der Kasse zu haben Kaffe verabreicht ^b^ürten für die Mitglieder werden ebenfalls an der ' 543 Der Vorstand. r Anzeiger. Bekanntmachung. Der leihfällig gewordene Keller unter dem Schulhause an der Schulstraße soll Dienstag, 31. dieses Monats, Vormittags 10 Uhr, im Bureau der Bürgermeisterei verpachtet werden. Gießen, 26. Januar 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 766 Wegen Geschäftsaufgabe Ausverkauf ru Fabrikpreisen. 457 Fr. Ziilch Wwe., Seltersweg 14. Sberhksßsche Eisenbahma. Die Lieferung von Betriebs- und Werk- "stättematerialien für die Zeit vom 1. April 1888 bis 1. April 1889 soll im Submis- sionsverfahren vergeben werden. Lieferungsangebote sind spätestens bis zum 18. Februar L I-, Vormittags 10 Uhr, portofrei, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzusenden. Bedingungen nebstMaterialien-Verzetch- niß können gegen Franco»Einsendung von 70^ durch unsere Kanzlei bezoaen werden. Gießen, den 25. Januar 1888. 770 GroßherzogUche Direction. Gbkrhesßsche Siseubahllev. Die Lieferung der Schreibmaterialien und sonstigen Bureaubedürfnisse für das Jahr 1888/89 soll vergeben werden. Die Bedingungen und das Verzeichniß der Gegenstände sind bei unserer Maga- zinsoerwaltung dahier einzusehen; Lieferungsangebote, versiegelt und mit bezüglicher Aufschrift auf dem Briefumschlag versehen, bis zum 15. Februar c., Vormittags 11 Uhr, an die unterzeichnete Direction einzusenden. Gießen, den 25. Januar 1888. 771 Großherzogliche Direction. Holzversteigerung im Oppenröder Gemeindewald. Montag den 30. Januar, Vormittags 9 Ubr an, soll in dem District Steinertsberg nachoerzeichnetes Holz versteigert werden: 14 Rmtr. Nadel-Scheitholz, 214 „ „ Knüppel 80 „ , Stockholz, 60 Hausen Nadel-Reisholz, 16 Fichtenstämme, 100 Derbstangen. Die Zusammenkunft ist in dem District Steinertsberg. Das Holz kann jederzeit abgefahren werden. Oppenrod, den 26. Januar 1888. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. Petri. 756 Holzversteigerung. Mittwoch, den 1. Februar d. I«, von Morgens 9 Uhr an, soll in hiesigem Gemeindewald,' District Boden, Dreispitz und Kopf, nachstehendes Holz versteigert werden: 121 Eichen-Stämme bis zu 48 Cmtr. Durchm mit 48,54 Festmtr., 38 Nadel-Stämme m 12,78 Festmtr., 5 Eichen'Stangen mit 0,19 Festmtr., 79 Nadel-Stangen mit 4,73 Festmtr. Schetth. Knüppel Wellen Stockh. Rm. Rm. Rm. Buchen 36,5 20,5 800 8,4 Eichen 73,3 36,8 1050 31,8 Nadel 36 27 98 5,4 Der Anfang beginnt mit dem Stammholz im District Boden in Nähe der Staatsstraße nach Gießen. Lollar, den 25 Januar 1188. Großh. Bürgermeisterei Lollar. Fuchs. 755 Holzversteigerung. Dienstag, den 31. Januar, wird in hiesigem Gemeindewald versteigert : 62 Eichen-Stämme von 15 bis 50 cm Durchmesser und 5 bis 10 Meter Länge), 83 Nm. Eichen-Schesi, 139 Rm. Eichen-Knüppel (hierunter 51 Rm. von 3 Mtr. Länge, 124 Rm. Eichen-Stöcke, 2050 Eichen-Wellen, 17 Rm. Buchen-Scheit, 16 Rm. Buchen-Knüppel, 15 Rm. Buchen-Stöcke, 550 Buchen-Wellen. Die Zusammenkunft ist Vormittags 10 Uhr beim Bergwerk. Großen-Linden, 24. Januar 1888. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. j _____________Leun.__________767 » Redaction: Montag -en SO. d. Mts., von Morgens 9 und Nachmittags 2 Uhr an, in dem Laden „Ecke deS SelterSwegS und der Plockstraße", im Labroiffe'fchen Hause dahier, werden gegen Baarzahlung öffentlich versteigert : 1 Sopha, 1 Verticow, 1 Kleiderschrank, 1 Schreibtisch, Spiegel, Bilder und andere Einrichtungsstücke, sodann die vorhandenen Pfitz-, Mode-, Weiß-, Pelz- uno Wollenwaren, als: rohe und garnirte Hüte, Blumen, Bouquets, Federn, Band, Sammete, Spitzen, Rüschen, Umhängtücher, Corsets, Taillen, Kinder-Kleidchen und Muffs, Herren- und Damenhemden, Kragen, Manschetten, Handschuhe, Tisch-, Bett-, Hand- und Taschentücher rc. rc. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 26. Januar 1888. 749 Engel, Großh. Gerichtsvollzieher. Sonntag, den 29. Januar, Abends 7V2 Uhr: Mermietyungen. 753] Schönes geräumiges LogiS von 6 Zimmern und Zubehör, ne« hergerichtet, vermiethet Th. Haubach, Vahnhosstr. 40. 597] Süd-Anl. 19, parterre, 7 Zimmer, 2 Bodenk., vermiethet H. 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Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag 3 Uhr vom 750 Ein schönes Kneiplocal noch einige Tage in der Woche abzugeben. Näheres in der Expedition d- Bl. im Schönhof zu Lollar. L. Schön III monatlich 1 mal. Die Post - Dampfschiffe der Gesell schäft bieten bei ausgezeichneter Verpflegung, vorzügliche Reisegelegenheit sowohl für GejüU- wie Zwischendecks-Passagiere. Zamsiag, 28. d.M: Metzelsuppe bei Georg Hebstreit Kanzleiberg Nr. 5. Directe deutsche Poetdampfschiffahrt Hamburg nach Newyork jeden Mittwoch und Sonntag, Havre nach Newyork jeden Dienstag, Stettin nach Newyork alle 14 Tage, Hamburg nach Westindien monatlich 4 mal, L Hamburg nach Mexico Msentrüchlr, vorzüglichste Kochart, zu billigsten Preisen ankert Stahl«. Neustadt 23. 764 Frisch geschlachtetes Fleisch (nicht ladenrein; ä Pfd. 40 4 bei Balth. MalkomefiuS, Neustadt 35. Der Generalagent: J. F. Hillebrand in Mainz, Jos. Gottlieb in Nidda. [206 772 Ein junger Kellner sofort gesucht 769 Ein Mädchen gesucht für die Morgenstunden zu einem 2V,jährigen Kinde. Näheres in der Exped. d. Bl. 739 Ein Parthie leerer Kisten zu ver- । Die Börse erwartet in der nächsten Woche eine große politische Kundgebung des | Reichskanzlers. Die Speculation ist dieserhalb unthätig. Die Course gaben Kleinig- * Zeiten nach. ________ ______________________ Caviar,n6u,Ä™Ä^G5o Lachshürfnge, ff., haltbar, ca. 30 pr. Postkiste.......„ 3.50 Schellfisch, Dorsch, ff. geräuchert, pr. Postkiste.... „ 3.— MSnrnff ca.200pr.2'/»X°.-X. 2.- . OpiUll.) pr.2K.w«3.50,pr.4K. „ 6.— Klippfisch, getrock., weisse Hache, pr. Postcolli.......„ 3.75 Fischroulade, Bollmops, ff., picant, ca. 40 pr. Postfass „ 3.25 Kieler diesen-,ca.30pr.Postk. „ 3.25 Bücklingefista?: ; Vollharinge, neue Holländer, ca. 25 pr. Postfass........„ 2.80 Fetthärluge, neue grosse, ca. 30 pr. Postfass........„ 2.75 Fetthäringe, neue mittelgr., ca. 45 pr. Postfass........„ 2.50 Frische Schellfische, ansgew. „ 3.25 Cppfiephp Dorsch, do. pr.Postk. „ 3- UCCIIoullC Häringe mm Braten „ S.- Zollfrei ii.franco pr.Postnachnahme empf. E. K. Schulz, Altona bei Mamburg. Nach Vorschrift des Universitäts- Professors Dr. Harless, Kvnigl. Geheim. Hofrath in Bonn,gefertigte: Stollwerck’sche Brust-Bonbons, seit 40 Jahren bewährt, nehmen unter allen ähnlichen Hausmitteln den ersten Rang ein. Gegen Husten und Heiserkeit gibt es nichts Besseres. Vorräthig ä 50 Pf. in versiegelten Packet^n in den meisten guten Colo- ni alwaaren-, Droguen-Geschäften und Conditoreien sowie Apotheken, durch Depötschilder kenntlich. 765 Drei schöne VereinSlocale, 60, 40 und 15 Personen fassend, an Vereine zu vergeben durch I. Blitz. Bssinell u. beachtenswert!)! § Eine officielle Karte der Nord- u. 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Januar die Wiederkehr der Mondfinfterniß vom 17. Januar 1870, und ebenso werden, beiläufig bemerkt, die übrigen Finsternisse des gegenwärtigen Jahres denjenigen von 1870 entsprechen. Die astronomischen Verhältnisse sind für die Beobachtung der kommenden Finfterniß ungewöhnlich günstige und man darf auf interessante Wahrnehmungen hoffen, vorausgesetzt, daß die Witterung keinen Einspruch erhebt. Für Jena tritt die erste Berührung des Mondrandes mit ein um 10 Uhr 17 Minuten, die vollständige Verfinsterung beginnt J1 JA min- und endigt 12 Uhr 56 Mtn. Die letzte Berührung des Mondes mit "der das Ende der Finfterniß tritt ein am 29. Januar 1 Uhr 56 Mm. früh. Um die Zett der Mitte steht der Mond hoch am südlichen Himmel, u?hezu 57 Gr. über dem Horizont. Bei Anfang der Mondfinfterniß tritt der Erd- schatten auf die Mondscheibe 93 Gr. vom nördlichsten Punkte des Mondrandes gegen Osten hin und bedeckt dort die Gipfel des Randgedirges d'Alembert (östlich des großen Kraters Gtmaldi und der Kordilleren), ebenso werden diese Hochgipfel bei Beendigung der vollständigen Finfterniß (12 Uhr 56 Mtn.) zuerst wieder sichtbar, und zwar glänzen sie^ gewöhnlich schon ein paar Minuten vor Ende der vollen Verfinsterung in eigen- thumlichem hellblauen Lichte. Der Erdschatten verläßt die Mondscheibe 74 Gr. westlich vom nordöstlichen Punkte derselben, jenseits des Rtnggebirges Kondorket (westlich von Mare Krisium). Zu Anfang der Finfterniß steht der Mond senkrecht über dem rothen Meere nördlich von Massauah, in 18Va G. nördl. Breite, zur Zeit der Mitte über der Oase Kauar in der Sahara und zu Ende der Finfterniß senkrecht über einem Orte von 18 Gr. nördl- Breite nördlich von Bakel am Senegal, lieber die Ursache der Monv- finsterxisse ist heute kein Wort mehr zu verlieren; Jeder weiß, wie die Verdunkelung dadurch entsteht, daß dieser in den Schattenkegel der Erde tritt und durch denselben hindurch seinen Weg beschreibt. Dieser Schattenkegel wird durch Sonnenstrahlen begrenzt, welche die Erde berühren in allen Punkten ihrer Oberfläche, für die die Sonne im Horizont ftebt, wo sie also eben auf- oder untergeht. Da die Sonne als Scheibe von merklichem Durchmesser erscheint und die Erdoberfläche von einer ftrahlenbrechcndcn Atmosphäre umgeben wird, so ist die Begrenzung des Schattenkegels der Erde nicht scharf, sondern verwaschen und außerdem der Querschnitt dieses Schattens etwas größer als er lediglich den geometrischen Verhältnissen gemäß sein würde. Wenn der Schatten auf der Mondscheibe sichtbar wird, zeigt er sich zuerst als matte, rauchartige Der- ounkelung, die jedoch rasch an Bestimmtheit zunimmt. So lange nur ein Theil der Mondscheibe verfinstert ist, erscheint der Schatten dunkelgrau und die Mondflecke sind darin nicht oder nur mit großer Mühe zu erkennen. Erst wenn die ganze Mondscheibe bedeckt ist, erkennt man, daß der Schatten einen röthltchen Schimmer hat und dieses Roth wird während der vollständigen Verfinsterung häufig sehr hervortretend, bisweilen ist es von ziemlich Heller Färbung, mitunter auch düster, dem dunkeln Kupferroth vergleichbar. Die Mondflecke sind in diesem rothen Lichte meist wieder sichtbar. Wenn der Mittelpunkt des Erdschattens auf die Mondscheibe zu liegen kommt, so zeigt sich um diesen Mittelpunkt ein großer, recht schwarzer, verwaschener Fleck und erst in einer gewissen Entfernung erkennt man ringsum die rothe Farbe. Dies wird bei der Finster- niß vom 28. Januar voraussichtlich eintreten, indem um die Zeit der Mitte das Centrum des Erdschattens auf der nördlichen Hälfte der Mondscheibe liegt. Kurz vor Ende der vollständigen Finfterniß sieht man, wie schon bemerkt, auf den Hochgipfeln am Ostrande deS Mondes ein blaues Licht, dem jedoch erst nach 2—3 Minuten der wirkliche Sonnenschein auf jenen Bergspitzen folgt. Bei der Mondfinfterniß vom 4. October 1884 hat Herr de Boe in Antwerpen eine merkwürdige Wahrnehmung gemacht. Als der Mond ungefähr bis auf ein ulr "ar, zeigte der Schatten statt der kreisförmigen Begrenzung in den Mittleren Theilen eine ansehnliche Ausbauchung ober Erhöhung. Dieselbe wurde bald “e*ner unb verschwand, als der Mond etwa zur Hälfte verfinstert war. Etwa? Sehnliches haben die Beobachter auf der Brüsseler Sternwarte gesehen und glauben, ote Ausbauchung sei dem äquatorialen Profil der Erde, nämlich ihrer Anschwellung in Den äquatorialen Gegenden zuzuschreiben. Rach der Meinung von Proktor wäre da- .. f UTfaÄje in großen Wolkenmassen, die Über Guiana schwebten, zu suchen. Herr « n Antwerpen, der die Erscheinung am bestimmtesten gesehen hat, sprach die Ansicht aus, daß die Erhöhung des Schattens durch das Profil der Kordilleren hervor- gerufen worden und wieder verschwunden sei, als der Mond in Folge der Erdumdrehung tm Horizont des Großen Oceans stand. Indessen ist dieser Erklärung entgegenzuhalten, vatz um die Zeit, als in Antwerpen jene merkwürdige Ausbauchung des Erdschattens vemerkt wurde, Die Kordilleren nicht im Rande der Erde, welcher den Schattenkegel vegrenzt, lagen, sondern vielmehr Ostbrasilien. Welcher aber auch die Ursache dieser Abweichung der Schattenform von der regelmäßigen Gestalt gewesen sein mag, jedenfalls werden die Beobachter bei der bevorstehenden Finsterniß gut thun, auf die Krümmung des Schattens zu achten, beim dieses Mal wird gegen Ende der Finfterniß H^alaya-Gebirge den Mond im Horizont haben und sein Profil den entsprechenden Theil der Schattengrenze auf dem Monde bestimmen. Da die Begrenzung des öchattei^ überhaupt sehr verwaschen ist, so dars man sich bei der Beobachtung nur einer schwachen Vergrößerung bedienen. Bei der völligen Mondfinsterntß vom 4. October 1884 erschien der verfinsterte Mond außerordentlich dunkel und man hat verschiedene Hypothesen zur Erklärung dieser auffallenden Erscheinung aufgestellt. Nach einer derselben sollten damals die obersten Schichten unserer Atmosphäre merklich weniger durchsichtig gewesen sein a!3 sonst, vielleicht in Folge der Materie, welche beim Ausbruche der Krakatana in die höchsten Luftregionen emporgetrieben wurde. Bei der theilweisen Mondfinfterniß »om 3. August 1887 bot die Farbe des Schattens oder das Aussehen des verfinsterten Mondes nichts Ungewöhnliches dar, dagegen wurde auf der der „Kölnischen Zeitung" und unabhängig davon auch auf dem Observatorium |u O-Gyalla in Ungarn die Schatten grenze außerhalb der Mondscheibe als bleiaraue Wand ähnlich einer Wolke mit scharfen, welligen Umrissen gesehen, dem dunkeln Seg- ^r?E ^Es Erdschattens entsprechend, welches man bei noinial entwickelter Dämmerung t tüt r sich etwas Sehnliches bei b.r völligen Finfterniß am 28. Januar zeigen rmro, läßt sich nicht vorausbestirnrnen, da dies von Zuständen in unserer Atmosphäre abhangt über die wir nicht genügend unterrichtet sind. Photographische Aufnahmen der verschredenen Phasen der Finfterniß zu genau bestimmten Zeiten werden dagegen wichtige Beiträge zur Bestimmung der Vergrößerung des Erdschattens liefern können, »nö cs steht zu hoffen, daß solche Aufnahmen recht zahlreich gewonnen werben. (Nach ber „Köln. Ztg.".) Eingesandt. Gietzen- 26. Januar. In Nr. 14 b. Bl. war bas Scheeren ber Pserbe im Winter gerügt worben, Darauf hat ein Einsenber in Nr. 20, wie es scheint, ben Versuch machen wollen, diesem Scheeren ber Pferbe unter Bezugnahme auf eine Schrift, betitelt „Das Scheeren ber vT erbe, ein Fortschritt in ber Gesundheitspflege", bas Wort zu reben. Hätte ber SEJenber jene Schrift genau gelesen, so würbe er wohl von seinem „Eingesandt" Abstand genommen haben, denn auf pag. 50 der eit. Schrift sagt der Verfasser wörtlich: "Bei zu spät, im December z. B., geschorenen Pferden wächst das Haar nicht mehr gehörig nach und das Thier bleibt den ganzen Winter hindurch fast nackt und darum sehr empfindlich". Durch die Schrift wird also gerade das bestätigt, was das „Eingesandt" in 14 besagt, daß nämlich das Scheeren der Pferde im Winter durchaus ungerechtfertigt ist und den Thieren unnütze Qualen verursacht. Uebrigens räth, beiläufig bemerkt, der Verfasser der betr. Schrift das von anderer Seite sehr mißbilligte Scheeren (vgl. z. B. Medicinalrath Haubner, Gesundheits- lehre, Dresden 1871) selbst in guter Jahreszeit für die Regel nur bei solchen Pferden an, welche sehr strenge und mühsame Arbeiten verrichten, folgeweise, wenn sie nicht geschoren würden, übermäßig schwitzen müßten, und noch besonders macht er darauf aufmerksam, daß es nöthtg fei, Luxus-Pferde, welche an Decken im Stalle gewohnt seien, wenn man sie überhaupt selbst in guter Zeit scheeren wolle, nach der Schur und besonders im Winter außerhalb des Stalles stets mit Decken zu belegen, um sie vor Erkältung zu schützen. Landwirthschaftliche Nachrichte«. —„ sDie Pflege ber Obstbäume in den SBintermonaten.] lieber bieses Thema hielt unlängst ber Obergärtner ber lanbwirthschaftlichen Versuchsstation Elbena in Pommern, Th. Mensing, einen Vortrag, ber auch für süblichere Gegenden manches Beachienswerthe bietet. Wir entnehmen demselben das Folgende, indem wir in der Hauptsache dem Bericht des. „Grfsw. Kr.-Anz." folgen: In den Wintermonaten, wo Natur sich durch eine längere Ruheperiobe zu neuem Wachsthum kräftigt, ist bie Thätigkeit bes Gärtners unb Obstbaumzüchters zwar keine so angestrengte wie im Sommer, zumal die meisten seiner Pfleglinge der Pflege wenig ober gar nicht bebürfen; fie ist aber bennoch keineswegs ganz einzustellen, vrelmehr müssen bie Vorarbeiten für b;e an Arbeit so reiche Zeit des Frühlings erledigt werden. Einer besonderen Beachtung unb aufmerksamen Besichtigung bedürfen zur Winterszeit aber die Obstbäume. äftan entdeckt bann vielfach, daß in ber Krone manche Aeste sehr nahe aneinander stehen, so daß sie sich bei nur einigermaßen starkem Winde rounbreiben müssen; von stärkeren Arsten sind auch wohl Sommertriebe in die Krone hineingewachsen. An den Zweigspitzen bemerkt man vertrocknete Blätter, die mit einem weißlichen Gespinnst umsponnen unb damit an ben Zweigen befestigt sind. Bei näherer Betrachtung finbet man in diesen Gespinnften Puppen und Eier schäblicher Insekten. Auch sinb bie stärkeren Aeste der Krone und der Stamm häufig mit abgestorbener, abplatzenber Rinde, mit Flechten, Moosen unb anderen Schmarotzern bedeckt, wie sich auch wunde Stellen Daran vorfinden. Dies alles ist geeignet, das Wachslhum des Baumes, die Lebensdauer desselben, die Ernte unb die Ausbildung der Früchte auf das Empfind- lidjfte zu beeinträchtigen, wcßhalb auf die Beseitigung dieser Uebelflänbe die größte Sorgfalt zu verwenden ist. Was zunächst die Krone des Obstbaumes betrifft, so darf dieselbe nur so Dicht sein, daß auch im Sommer Lust und Licht auf das Innere derselben einwirken körnen, aus welchem Grunde im Winter das Auslichten derselben erfolgen muß. Wasserreiser unb zu nahestehende Zweige sind wegzusckneiben; stärkere Aeste sind — unb hieraus ist besonders zu achten — bicht über der Stelle zu entfernen, wo sie entstanden sind, da stehenbleibende Stumpfe geeignete Brutstätten für Pilz- bilbungen abgeben, woraus sich dann ber ben Baum zu Grunde richtende Krebs entwickelt. Das Schneiden Der Zweige unb Aeste ist in ber Weise auszuführen, baß ber Schnitt sich von unten nach oben Dem Stamme zuneigt, Da auf diese Weise bie Wunbe möglichst klein wirb unb auch leichter heilt. Entstehen größere Wunden, so sind dieselben, um bie Einflüsse ber Witterung abzuhalten unb bie Pilzbtlbung zu verhindern, mit Banmwachs, Theer ober Baumsalbe zu bestreichen. Nicht selten macht der Obstbaumzüchter bie Bemerkung, daß ein im mittleren Alter stehender Baum ein nur schwaches Wachsthum zeigt. Er entwickelt wohl Blätter unb Blüthenknospen, aber wenig Holztriebe. Die Ursache kann barin liegen, baß der Baum schon beim Pflanzen an ber Wurzel gelitten hat unb die demselben die Nahrung zuführenden Zellen zum größten Theile verholzt sind. Ist der Baum noch jung, so wird man ihn zwecks Beseitigung dieses krankhaften Zustandes stark zurückschneiden. Ist er schon starker, so mutz man ih« verjüngen. Dies geschieht, indem sämmtliche Aeste der Krone bis auf einige Fuß über ihrem Entstehungspunkte entfernt werden. An diesen Stumpfen entwickeln sich bann Augen und Holztriebe. Von den letzteren werden die besten zum Neubau ber Krone benutzt, der etwa in 3—4 Jahren vollenbet ist. Während dieser Zeit dürfen aber die anderen, beim Ausbau der Krone nicht Verwendung findenden Zweige nicht fortgeschnitten werden, da die schon ohnehin stattgefundene Saftstockung baburd) vergrößert wirb, was ben Untergang bes Baumes zur Folge haben könnte. Diese Art ber Behanblung vertragen übrigens nur bie Kernobstbäume, nicht aber bas Steinobst. — Besonbere Sorgfalt ist in ben Wintermonaten auf die Reinigung des Stammes von Moosen, Flechten unb abgestorbener Rinde zu »erwenden. Es kommt sehr viel darauf an, daß diese mit der Hacke ober dem Baumkratzer auszuführenbe Arbeit gut unb grünblich verrichtet wirb, denn unter ben zu entfernenden Theilen überwintern Brut, Eier und Larven unzähliger Insekten, die den Obstbäumen den größten Schaden zufügen. Besonders schädlich sind die Rüsselkäfer, welche die Blüthenknospen Derartig aushöhlen, daß Die Bäume beim Beginn deS zweiten Triebes vollständig kahl dastehen. Die ben Aepfelbäumen so gefährliche Blutlaus überwintert unter einem ben Stamm ober bie Zweige überziehenden Gespinnst von weißlicher Wolle, theils lebend, Iheils in Eiern. Die Eier ber unzähligen Mengen von Blattläusen sinb nur, mikroskopisch wahrnehmbar. Um bie Holz- ober Fruchtaugen gelegt, erscheinen sie anfänglich als Schmutz, später im Februar als feine Körnchen. Großen Schaden verursachen ben Obstbäumen auch bie Ringelspinner unb Goldafter, welche in einem festen, leimartigen Gespinnst überwintern. Der Apfelblüthenftecher ist sehr häufig bie Ursache, baß bie Obstbäume wohl blühen, aber keine Früchte tragen. Auf bie Vertilgung ber erwähnten unb noch vieler anberer schäblicher Insekten und ihrer Brut hat nun der verständige Obstbaumzüchter in den Wintermonaten sein Augenmerk zu richten. Sind die Moose, Flechten u. s. w. entfernt, so sind Stamm und Zweige mit Kalkmilch oder Seisenwaffer, dem etwas Fuselöl beigemengt ist, zu überstreichen, bet welcher Arbeit besonders darauf zu achten ist, daß die Rindenrisse unb die Astlöcher hinreichend mit diesetr Flüssigkeiten getränkt werden. Die Kalkmilch überzieht Stamm unb Zweige mit einer Haut, unter ber bie Insektenbrut erstickt. Fuselöl empfiehlt sich, weil es sehr bünnflüssig ist. Sinb bünne Stämmchen sehr mit Blattläusen besetzt, so thut man gut, sie zu verbrennen, um ber weiteren Verbreitung vorzubeugen. Werbet man auf diese Weise auch im Winter der Pflege der Obstbäume größere Sorgfalt zu, so werden die Bäume die ihnen gewidmete Zeil unb Mühe reichlich lohnen unb mit Dem Eintritt einer breiteren Basis wirb dem Obstbau dann auch eine größere Garantie seiner Ertragsfäbigkeit gegeben werden, was nicht unerheblich zur Hebung des Volkswohlstandes beitragen kann. (F. Z.) Literarische-. — Ein bezeichnender Zug unserer heutigen Romanliteratur ist das frappante Lokalkolorit, das die besten modernen Werke dieser Gattung auszuzeichnen pflegt. Diese Beobachtung Drängt sich uns von Neuem auf, wenn wir die bis jetzt erschienenen acht Hefte (sechzehn Wochennummern) des lausenden Jahrganges der »Deutschen Romanbivliothek"' (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) zur Hand nehmen.„ Jeder Der vier trefflichen Romane, die wir hier vereinigt finden, hat feine eigene Färbung, entsprechend Dem Boden, .auf dem er spielt. „Des rechten Auges Aergerniß" von August Niemann zeichnet auf das Treffendste die zersetzenden Elemente, die innerhalb der hohen österreichischen Aristokratie gelegentlich bis zu so entsetzlichen Thaten führen wie die hier mit künstlerischer Meisterschaft geschilderte, während Theodor Duimchen's „Jantje Verbrügge", die ganze breitspurige Behaglichkeit eines reichen holländischen Kaufmannshauses schildert, in welches ein frisch hereintretendes jugendliches Element äußerst wohlthätige Wandlungen bringt. Dagegen führt uns Christian Benkard's „In ferner Inselwelt", seinem Titel entsprechend, über das Weltmeer, während Robert Byrs „Waldidyll" den frischen Duft des deutschen Waldes athmet. Alle vier Werke zählen zu den fesselnden Erscheinungen in der erzählenden Literatur der Gegenwart. TZ ___ Fleisch-Extract. Pepton u. Bouillon 381801 PI1! I* M sind in kurz. Zeit bereits mit 16 Ehrendiplomen ® M u. goldenen Medaillen ausgezeichnet worden. 50 Keitgeöotenes. Gin Haus, Stadt gelegen, worin seither eine Metzgerei mit bestem Erfolg betrieben wird, ist preiswerth zu verkaufen eventuell zu verpachten durch 747 I. Blitz. J. W. Wunderlich, Samenhandlung in Frankfurt a M. Mein neues Preisverzeichniss pro 1SSS ist erschienen und steht auf Verlangen gratis zu Diensten- Interessenten für bewährte Marktartikel bin ich gerne bereit, dieselben auf Wunsch näher zu bezeichnen. specialität r Grassamen-Mischungen für Rasen- und Wiesenanlagen rc. 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