jtr. 226. ^Erstes Blatt. Donnerstag den 27. September 1888. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießeii. PrciS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. ' Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf« Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. vrrrreaitr Schulstraße 7. B3 Landes-Baugewerkschule Darmstadt Am 13. November 1. I. beginnt der dreizehnte Jahres-Cursus der SaaireS-Baugewerkschule und schließt am 15. März 1889. Die Landes-Baugewerkschule soll insbesondere Bauhandwerkern, sowie M'.chinen- und Mühlenbauern, Mechanikern und Metall-Arbeitern, Gelegenheit dietrn, sich die sür einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theo- M'chen Kenntnisse und die nothwendigen Fertigkeiten im Zeichnen und Ent- menen von Plänen für die practische Ausbildung zu erwerben. Auch soll die Lawes-Baugewerkschule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, Baumschern re. dienen. „ _ « «n . Der Unterricht wird während der bezeichneten 4 Monate an allen Werk- tairn, BormittagS von 8—12 und Nachmittags von 1 6 Uhr ertheilt. Die Schule umfaßt drei Abheilungen; zwei für Bauhandwerker (Thürer, Steinmetzen, Zimmerleute, Dachdecker, Schreiner, Glaser, Tüncher, Abstreicher, Stukkatore u. Decorationsmaler, Ziegler u. Töpfer, Pflästerer rc.); eirte sür Schlosser, Gürtler, Spengler, Installateure, Mechaniker, Maschmen- onb Mühlenbauer, Pumpenmacher rc. Gegenstände des Unterrichts sind: Freihand- und geometrisches Zeichnen; darstellende Geometrie; Schatten-Constructionen; Perspective; Bauconstructwns- lchre; Stabilitäts- und Festigkeitsberechnungen; Elemente der Maschinen-Con- sm^tionen; Fachzeichnen für die betreffenden Gewerbe; Aufnahme und zeuch- nerffche Darstellung von Bauteilen, Gebäuden, Maschinen und Werkzeugen; kntwer^en von Bauanlagen und von einfachen Maschinen; kunstgewerbliches Mitten. — Ferner: technischer Rechnen; Algebra; Geometrie; Feldmetzkunst, eiil'ichließlich Trigonometrie und Planzeichnen; gewerbliche Buchführung; Bau« Mang; Matertalienkunde, Ausstellung von Kostenvoranschlägen; Grundlehren der Physik und Mechanik; Modelliren in Thon, Wachs und Holz. Die Unterrichtslocale befinden sich Neckarstraße Nr. 3 in Darrmstadt, unfern von den Bureaulocalitäten, der Bibliothek und der tech- »iscsen Mustersammlung des Landesgewerbvereins, so daß die letzteren Samm< l,eigen von den Schülern besucht und geeignet benutzt werden können. Bedingungen zur Aufnahme find: 1) Für die untere Abtheilung der Bauhandwerker, wie für die Abtheilung oer Metallarbeiter: Nachweis einer mindestens einjährigen Beschäftigung in einem technischen Gewerbe. Nur in besonderen Fällen wird hiervon abgesehen. — An Vorkennt. Nissen wird von den Aufzanehmend n nur der Nachweis der Kenntnisse verlangt, welche den aus einer Volksschule Entlassenen zukommen sollen. 2) Für die obere Abtheilung der Bauhandwerker: Nachweis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer angemessenen Fertigkeit «m Freiband, und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösu: .zacher Au;gaoen der darstellenden Geometrie; Be- fähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verständlich zu machen. Wird zu der Bildung einer oberen Abtheilung für die Metallarbeiter geschritten, so werden für die Ausnahme in dieselbe ähnliche Bedingungen ge- stellt. Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit = 30 Mark und ist beim Beginn des Curfus voraus zu bezahlen. Anmeldungen zur Ausnahme haben möglichst frühzeitig und längsten» bi» zum 31. October I. I. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle, oder auch mündlich auf dem Bureau derselben — Neckarstraße Nr. 3, III. Stock — zu geschehen. — Da die Aufnahme von Schülern durch die Zahl ; der verfügbaren Plätze für da» Zeichnen beschränkt ist, erfolgen die Aufnahmen ! in der Reihenfolge der Anmeldungen. i Die Schüler nehmen Wohnung und Kost in Privathäusern der Stadt. Die Pensionsverhältniffe find günstig. Auskunft auf Anfragen ertheilt das Bureau des Landesgewerbvereins. Gewerbe und den Landesgewerbverein. Darmstadt, den 15. September 1888. Großherzogliche Centralstelle für die Fink. dolitifche Rundschau Gießen, 26. September. Keifer Wilhelm hat am Dienstag seine großen Herbstreisen angetreten, indem tr t2n diesem Tage zunächst nach Detmold reiste, woselbst er heute einer Hosjagd bei- T0'men wird. Von der lippe'schen Residenz aus erfolgte die Weiterreise direct nach rrrittgart. In der Hauptstadt Württeinbergs trifft der Kaiser am Donnerstag Abend rin um vermutlich bereits am nächsten Tage nach der Bodensee - Insel Mainau ab- iurttisen, dem durch den alljährlichen Aufenthalt Kaiser Wilhelms I. geweihten Sommer- sitzll der badischen Herrscherfamtlte. Hier findet am 30. September im engsten Familienkreise die Feier des 77. Geburtstages der Kaiserin Augusta statt und traf die k'>; Frau nach Beendigung ihres Sommeraufenthaltes in Baden-Baden, über Constanz !aunmenb, am Dienstag Abend auf der Mainau ein. Die Weiterfahrt des Kaisers dou Mainau nach München erfolgt im Laufe des 1. October, die Ankunft in der bn'krischen Hauptstadt am folgenden Tage früh, diejenige in Wien am Vormittag des 3. Dctober. Lieber die Einzelheiten des weiteren kaiserlichen Reiseprogrammes sind bargen noch endgilttge Nachrichten abzuwarten. Die veröffentlichten Aufzeichnungen aus dem Tagebuche Kaiser Kriedrichs, die sofort nach ihrem Bekanutwerden ein fo hervorragendes Interesse erregten, sollen -efAfcht sein. Wie officiös aus Berlin gemeldet wird, erklärte der Reichskanzler ouij Befragen, daß er das in der „Deutschen Rundschau" veröffentlichte Tagebuch jtrnser Friedrichs nach Einsicht des Textes für unecht halte. Zur gleichen Zeit bringt die „Nordd. Allg. Ztg." eine hochofficiöse Erklärung, wonach die Veröffentlichung in dir Deutschen Rundschau" ohne Vorwissen des Kaisers erfolgt ist und wonach eben- die Echtheit des Textes der angeblichen Aufzeichnungen des hochseltgen Kaifers Zweifelt wird. Die „Nordd. Allg. Ztg." hebt hierbei namentlich hervor, daß dtefe llur'zeichnungen nach den Erinnerungen der bet den Ereignifsen betheiligten Perfön- 'Ljkeiten starke chronologische und thatfächliche Irrthümer aufweise und besonders sei >5 ausgeschlossen, daß der ganze Inhalt von dem damaltgen Kronprinzen herrühre und täglich in frischer Erinnerung von ihm ausgezeichnet worden sei. — Diese Aus- I runßen des Regierungsblattes lassen es zusammen mit der vom Fürsten Bismarck abgegebenen Erklärung demnach als fast unzweifelhaft erscheinen, daß mit den Veröffent- iLiungen in der „Deutschen Rundschau" eine Fälschung begangen worden ist, deren Zweck zwar noch nicht ganz klar liegt, die aber auf alle Fälle die fchärfste Verurtheilung g-dient. Zunächst muß die Frage nach dem Gewährsmann der „D. R." ihre Be- uricwortung finden; der als solcher in der „Post" bezeichnete Professor vr-. Hans Del- frvitf hat inzwischen gegen diese Insinuation entschieden protestirt und erklärt, daß er M den Veröffentlichungen in der „Deutschen Rundschau" nicht das Geringste zu thun Ö. Ob von competenter Seite an die Redactton der genannten Zeitschrift bereits nie Anfrage über die Persönlichkeit ihres Gewährsmannes ergangen ist, entzieht sich L)ich der allgemeinen Kenntnißnahme; jedenfalls darf man dem weiteren Verlaufe der Maire mit Interesse entgegensehen, falls nicht allerhöchsterseits eine Ignorirung der Angelegenheit beliebt werden sollte. Inwieweit die hie und da aufgetauchte Ver- ciinthung, man habe es in dem ganzen peinlichen Vorfälle mit einem Wahlmanöver an- iitzflico der bevorstehenden preußischen Landtagswahlen zu thun, sich als zutreffend er- vctesen wird, dürfte sich wohl auch noch finden. Aus Deutsch-Ostafrika ist bereits wieder eine Nachricht eingelaufen, welche die dort bestehenden Verhältnisse neuerdings in beunruhigendem Lichte erscheinen läßt. Die Eingeborenen unternahmen am vergangenen Sonntag auf die Niederlassungen der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft in Bagamoyo einen Angriff, der indessen mit Hilfe eines Landungscorps der Kreuzerfregatte „Leipzig" nach kurzem Gefecht zurückgeschlagen wurde. Die Angreifer ließen 100 Todte zurück, während auf deutfcher Sette kein Verlust stattfand. — Die augenscheinlich von den arabischen Sclaoenhändlern aufgewiegelten, vielleicht auch noch mit deren Leuten unterstützten Eingeborenen sind demnach mit blutigen Köpfen heimgeschickt worden, aber es bleibt doch im hohen Grade bedauerlich, daß diese feindselige Stimmung der Bevölkerung Zanzibars und seines Hinterlandes gegen die Deutschen anhält, da jene nur mit Besorgnissen hinsichtlich einer gedeihlichen Weiterentwickelung deS deutschen colonialen Unternehmens in Ostafrika erfüllen kann. Auch dürfte das feindselige Verhalten der eingeborenen Bevölkerung ungünstig auf die deutfche Emin-Pascha-Expedition zurückwirken. Dieselbe soll bekanntlich in Zanzibar organisirt werden und ihren Weg zur Aufsuchung Emin Paschas direct landeinwärts, nach den großen ostafrikanischen Binnenseen zu, nehmen; ob dieser Durchzug indessen bet der feindlichen Haltung der Eingeborenen gegen die Deutschen möglich ist, muß stark bezweifelt werden. lieber den Inhalt der jüngsten Conferenzen zwischen dem Fürsten BiSrnar« und dem Grafen Kalnoky kommen jetzt endlich einige Mittheilungen von anichetneno unterrichteter Seite. So will die officiöse Wiener „Montagsrevue" wissen, Fürst Bismarck habe dem österreichischen Staatsmanne den nachdrücklichen Wunsch ausgedrückt, Oesterreich und Rußland möchten sich betreffs der bulgarischen Frage verständigen und habe er hiermit beim Grafen Kalnoky volles Verständniß gefunden; bestimmte Vorschläge nach der erwähnten Richtung seien jedoch in Friedrichsruh nicht gemacht worden. Auch die Wiener „Pol. Eorresp." läßt sich berichten, daß die letzte Begegnung Bismarcks mit Kalnoky mit der bulgarischen Frage in engem Zusammenhang gestanden habe, ohne indessen Bestimmteres über die bezüglichen Erörterungen miitheilen zu können. Ob die Friedrichsruher Besprechungen bereits weitere diplomatische Pourparlers zur Erreichung der angestrebten freundschaftlichen Auseinandersetzung zwischen Rußland und Oesterreich nach sich gezogen haben, ist noch nicht bekannt, jedenfalls darf man aber von denselben nicht allzuviel erhoffem AranLrcich. Paris, 27. September. Der deutsche Botschafter Graf zu Münster hatte bereits gestern Wadjmtttag 3 Uhr auf dem auswärtigen Amte mit Herrn Goblet eine Besprechung, welche eine ganze Stunde gedauert hat. Wir haben Grund, auzunehmeir, daß Graf Münster, der noch vor Kurzem in Berlin und in Friedrichsruh war, unter Anderem Herrn Goblet auch darauf aufmerksam gemacht hat, daß jetzt seit dem Attentate auf der deutschen Botschaft ein ganzer Monat verflossen ist und daß es doch Zeit sein dürfte, die Untersuchung gegen Garnier zum Abschluß zu bringen. Ferner glauben wir annehmen zu dürfen, daß der deutsche Botschafter nicht ermangelt hat, den fran- zösifchen Minister des Aeußercn darüber aufzuklären, daß das Treiben der Hetzblätter nachgerade gefährliche Proportionen angenommen hat, daß die fortgesetzten Beschimpfungen des Deutschen Kaisers unerträglich erscheinen, und daß die französische Regierung, welche ja stets versichert, die Aufrechterhaltung des Friedens zu wünschen, solches am besten dadurch betätigen würde, wenn sie endlich ihren Einfluß geltend machte, ober auch Die Kaiserin mit ihren Söhnen ist heute Nach- Jn der heutigen ersten Sitzung der 9. Jahres- 4. 5. 6. 2. 3. Primkenau, 25. September, mittag 5*/r Uhr hier eingetroffen. London, 25. September. Eine Reuter-Meldung aus Simla besagt: Oberst Graham griff die Thibetaner im Jelaplapah an und schlug sie. Die Thibetaner verloren 400 Tobte. Der verwundete Oberst Bromhead verlor den rechten Arm; außerdem wurden auf englischer Sette noch 9 Sepoysoldaten verwundet. Oberst Graham marschirt nach diesem Siege auf Rtnchigong im Ehumbithale vor. Rom, 25. September. An der Flottenrevue in Neapel zu Ehren des Deutschen Kaisers nehmen 20 Kriegsschiffe und 22 Torpedoboote Thetl. Den Oberbefehl über dieselben führt Admiral Acton. Kaiser Wilhelm, das Königspaar und der Kronprinz werden der Revue auf der Königsyacht „Savoja" beiwohnen. Newyork, 25. September. Gestern kamen 123 neue Fälle von gelbem Fieber in Jacksonoille vor. Das Auftreten des gelben Fiebers in Fernandina (Ostflorida) wird amtlich bestätigt. Telegraphische Aepeschc«. LSollk'S telegr. Eorrespondrr,-. Bureau. Berlin, 25. September. Se. Maj. der Kaiser übernahm das Protektorat über die 1889 hier stallfindende Ausstellung für Unfallverhütung. Berlin, 25. September. Fürst Bismarck begab sich heute Vormittag 10* i * 3 */< Uhr nach Potsdam zu Sr. Majestät dem Kaiser, wohin Graf Herbert Bismarck bereits früher vorausgesahren war. Berlin, 25. September. Telegramme aus Zanzibar melden, der Oberbefehlshaber der Truppen des Sultans, General Mathews, ein Engländer, sei aus Pangani vertrieben worden, weil die Bevölkerung nur einem arabischen Gouverneur des Sultans gehorchen und keinen Ebristen in ihrer Mitte dulden will. Auch in Tanga soll gleiche Aufregung gegen alle Christen herrschen. Dieselbe ist vermuthlich auf die Agitation des am Sklavenhandel betheiligten arabischen Elementes zurückzuführen. Der Sultan von Zanzibar wurde aufgefordert, die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Berlin, 25. September. Fürst Bismarck ist Nachmittags 51/» Uhr, vom Grafen Rantzau und Herrn v. Rottenburg begleitet, nach Friedrtchsruh zurückgereist. Graf Herbert Bismarck gab ihm bis zum Bahnhof das Geleite. Potsdam, 25. September. Seine Majestät der Kaiser ist um 1 Uhr 18 Min. mittelst Exlrazuges nach Detmold abgereist. Fürst Bismarck und Graf Herbert Bismarck kehrten gleichzeitig nach Berlin zurück. Detmold, 25. September. Der Kaiser ist Abends 8 Uhr hier eingetroffen. Der Fürst war^seinem Gaste bis Salzuflen entgegengefahren. Am Bahnhofe wurden beide von den Spitzen der Behörden und vom zahlreich versammelten Publikum empfangen. Die Stadt ist festlich geschmückt, der Weg zum Bahnhöfe mit Lampions erleuchtet; auf den Bergen lodern mächtige Feuer. Um 9 Uhr fand das Festmahl <63 Gedecke) im L-chlosse statt, wobei der Fürst von Detmold den Toast auf den Kaiser ausbrachte, dem alle deutschen Herzen entgegenschlügen. Dieser dankte für den Trinkspruch; er erinnerte daran, daß er ja nicht das erste Mal hier weile. Schon als Knabe habe er vor dem damals noch leeren Postament des Hermanndenkmals gestanden, zu einer Zeit, als Deutschlands Einigkeit noch zu erkämpfen war. Später habe dann sein Großvater dieses Denkmal als ein Monument der erstrittenen Einheit eingeweiht. Der Kaiser dankte für den ihm bereiteten Empfang und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Landessöhne, welche unter ihres durchlauchtigsten Fürsten Führung für die Einigkeit des Vaterlandes geblutet hätten, auch stets in solcher Gesinnung verharren würden. Dann trank der Kaiser auf das Wohl des Fürsten und des fürstlichen Hauies. Karlsruhe, 24. September. ... O versammlung des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit begrüßte Staatsminister Dr. Turban Namens des Großherzogs und der Regierung die Versammlung. Geh. Rath Sachs, von Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta mit Allerhöchst Ihrer Vertretung, sowie mit derjenigen des Vaterländischen Fraucnvereins beauftragt, überbrachte die Grüße der Kaiserin, sowie diejenigen der Frau Großherzogin und des badischen Frauenvereins, Oberbürgermeister Lauter diejenige der Stadt Karlsruhe. Zum Präsidenten wurde der Landtagsabgeordnete Seyffardt-Crefeld gewählt. In der heutigen Sitzung wurden die Thesen zu Gunsten der durch Familien zu bewirkenden Watsenpflege und zur Bekämpfung der in den unbemittelten Volksklaffen herrschenden Wohnungsnoth angenommen. ~ n = 0®«®u, 25. ©eptcmbcr. Heute Vormittag 9>/4 Uhr wurde im Saale der Realschule die 2. Hauptversammlung des Hessischen Volksschullehrervereins mit dem , ? Ufo,° meine Seeles eröffnet. Alsdann sprach Geh. Ober-Regier- ungsrath Opitz-Cassel ferne Freude darüber aus, daß es ihm wieder einmal vergönnt sei, den Verhandlungen des Hessischen Volksschullehrer-Vereins beizuwohnen, verwies aus die im Jahre 1819 zu Hanau stattgehabte Synode, welche der Kirche den lange Sieben brachte und schloß mit dem Wunsche, daß die Berathungen des Hess. Volksschullehrer-Vereins ebenso fruchtbringenden Verlauf nehmen möchten wie jene Synode insbesondere frei von allen confessionellen Gegensätzen bleiben mochten. A^ungs- und Schulrath Hasse-Cassel begrüßt gleichfalls die Versammlung herz- lrchst. Er ermahnt die Lehrer, anlehnend an das brannte Dichterwort, immer zum Ganzen zu streben. Der höchste Schmuck, die größte Zierde für den Volksbildner sei, wenn man von ihm sagen könne: er war ein Lehrer". Beigeordneter Commerzien- A^mermann heißt die Versammlung Namens der Stadt Hanau willkommen, Schuldirektor Junghenn im Auftrage des Ortsausschusses. Er betonte dabei, daß iöHffi^nnhbrr6r qÄ kT W? bc? Ausgleich der Gegensätze herbei- zufuhren, daß Wohlfahrt und Gedeihen eines Volkes bedingt seien, durch eine ent- sprechende Bildung daß die Zukunft einer Nation nur dann gesichert wäre, wenn eine gutgesittete, arbertssreudige und vaterlandsliebende Jugend herangezoaen werde Der Vorsitzende, A. Rabe-Cassel erstattet sodann den Jahresbericht, habe? in erster Linie ?cr 'Fm/rzttchen Wunden gedenkend, welche das Jahr 1888 dem deutschen Volke durch den Verlust zweier Kaiser geschlagen hat. - Den ersten Vortrag hält nunmehr Be l- ting-Cassel über.„die sittliche Wirksamkeit der deutschen Volksschule". Redner ^le man von leher die Volksschule zum Prügelknaben und für alle Sittenlosigkeit verantwortlich zu machen gesucht habe, schildert sodann in großen Bügen nffdSreglSnr5tf9en Verhältnisse und gelangt zu dem Resultat, daß einzig und allein die letzteren, nicht aber die Schule für die Verwilderung in den Sitten unserer WOr 1 fc u machen seien. Er fordert !n seinem Vorträge Erweiterung S Ä* oben. werst eine größere Kirchlichkeit derselben entschieden ab und ^ÄäL. Lrocf^»Ui^C ^bcrnmneJUr die volle sittliche Wirkung der Schule dir Slandesschulen, die öffentlichen Prüfungen und Schaustellungen und die schlechte Bezahlung. Eine Dtscusston über den Vortrag wird nicht eröffnet; derselbe wird vielmehr nur mit Dank entgegengenommen. v $en zweiten Vortrag hält Ziegrecht-Cassel. Er behandelt das Thema: u„"d Au gäbe des Lesebuches in der Volksschule, nachgewiesen am Lesebuch des hessischen Volsschullehrervereins". In klarer, ruhiger Weise entwickelt der Vor^ mip Lesebuch dem Verständniß und den Empfindungen des Kindes zunächst mit religiösen Dingen sich beschäftigen müsse, wie es nachher, schritthaltend mit dem wachsenden Verständniß, zur Schilderung des Eltern- ^ausks, der Schule, des Staates, des Vaterlandes übergehen müsse. Er legt seine Ausführungen in nachstehenden Thesen nieder: 0 1. -L>as Lesebuch dient nicht einem einzelnen Unterrtchtsfache, sondern der ge- sammten deutsch-nationalen Erziehung. 0 den Lesestücken behandelten Stoffe sollen möglichst allen Gebieten des Volksschulunterrichtes entnommen fein. Die unteren und mittleren Thetle des Lesebuches sollen ein landschaftliches Gepräge haben, tndem sie das Leben in der Heimath des Schülers vorzüglich berücksichtigen. Die Lesestücke müssen in musterhafter und volksthümlicher Form aetdmeben fein. Sie sollen namentlich den Realien nicht zur Erlernung und W.eder- holung dienen, sondern geeignet sein, den Unterricht zu beleben und den Geist bÄ0enaß*a6"b Me ndrten r£d>t§ ob£t «nks des B-ztrkSschulhaus-r in r, , 22. Sept. In der unter der Verwaltung der Provinz Westfalen stehenhen katholischen Zwangserziehungsanstalt Haus Hall bei Coesfeld ist zum zweiten ^"brhalb acht Tagen ^euer ausgebrochen; das erste Mal wurde das Wirth- schaftsgebaude, ^tzt^ ^n dte Schulräume, mehrere Schlafsäle und Werkstätten enthal- tender Flügel eingeaschert. Beide Brände sind, wie sich mit voller Bestimmtheit ergeben hat, von Zöglingen der Anstalt angelegt worden. Fünf der letzteren benutzten die wahrend der Loscharbeit sich bietende Gelegenheit zur Flucht; drei darunter die beiden Leiter der wiederholten Brandstiftung, sind wieder eingebracht worden, r t "cy t en lau be" siedelte von Leipzig nach Stuttgart über. Seit einigen Jahren befindet sie sich schon im Verlag der Gebrüder Kröner daselbst. m b ä .?r c Vin*Z Wie man aus Berlin meldet, sollen sich bei dem diessahrigen Kaisermanooer die Feldbäckereien nicht bewährt Haden. Ein großer Theil der tn denselben hergestellten 27000 Brode war völlig ungenießbar. In der Umaeaend wurden daher große Massen Brod an die Viehbesitzer zum Verfüttern verkauft. vernehmen nach hat das preußische K r i e g s m i n i ft e r i u m die Pulverfabrik zu Hanau, das Feuerwerkslaboratorium und die Munitionsfabrik zu Spandau towie die Gewehrfabriren zu Danzig und Erfurt aufgefordert, sich an der im nächsten Jahre zu Berlin stattfindenden allgemeinen deutschen Ausstellung für "Hütung zu betheiligen. Desgleichen hat der Chef der Admiralität die kalserltchen Werften und die Oberwerftdirektion zu Kiel beauftragt, sich mit dem Aus- stellungscomitä zu dem gleichen Zweck in Verbindung zu setzen. io cv T Hcinau, 24. September. Heute, morgen und übermorgen wird die 3ahresversammlung des hessischen Volksschullehrer-Vereins hter- ftIttLnhflCnmftrö?Ä °hn*r euth 7 * * * erste Begrüßung und Versammlung r^f.!?tnb' cvrosaL J^On beu__tzanzen Tag über in unserer Stadt außerordentlich lebhaft. Jeder Zug brachte neue Gaste, von Nah und Fern eilten die Bcrufsgenossen herbei, um an den Berathungen Theil zu nehmen, und als gegen 7 Uhr sich die Er- schienenen allmaltg sammelten, war eine so ftattliche Lehrerschaar zur Stelle, daß der weite Sv al in der Centralhalle nicht Allen Platz zu gewähren vermochte. V48 Uhr wurde mit dem Choral „Befiehl Du Deine Wege" die erste Hauptversammlung eröffnet Herr A. Rabe-Cassel, Vorsitzender des Hessischen Volksschul- M Anwesenden in herzlicher Weise, der beginnenden ernsten «NNPN hpd ^rpi^f und von ihr Segen für die Zukunft und die Bestrebungen des Vereins erhoffend. Lehrer Sensel-Hanau hieß die Versammlung im Namen ^^ Ortsausschusies willkommen, gab feiner Freude über das zahlreiche Er- fchernen Ausdruck unD schloß seine Ansprache mit dem Wunsche, daß die Collegm aus bm tn0en ut^ 5U nJuctn Streben, neue Kraft zur Erfüllung ihrer Berufs- ÄÄS“ “Ütben biCielbfn 8Um ee9cn b-r Volksschule wie «.‘ÄÄS SS'tÄ“»Ä S» Ä'r? seit nunmehr 30 Jahren seine segensreiche Thätigkeit Aus dm Ausführungen des genannten Herrn sei heroorgehoben, daß von den 1800 Mitgliedern des Vereins etwa 1500 dieser Hülfskasse angehorcn s, ®lc ®rgefchlagen, auf dem noch als Kohlenhof verwendeten 9fipbnn^h£ Schulhaus am Fürstenbergerhof ein Douchebad zu erbauen. Ch^rbtTiPirtiTnrnn Vd.^ten Sitzung diesem Platze ihre Zustimmung wflrfep uu Ausarbeitung genommen werden. So viel wir hören, aU^kCbcnb e nf um etJn0r°6e Anzahl Douchen und noch eine hübsche von Wannebädern anzulegen. Für Frauen soll eine besondere Abtheilung an» aeleflt roerben, bie auch von ben Kindern der dortigen Mädchenschule benutzt würde. Ein ähnliches Badehaus wäre bann noch in ber Neustabt aufzuführen. Dem Ver- nur ihren guten Willen bekundete, um zu erreichen, daß die Hetzpresse wenigstens einigermaßen ihr den Frieden bedrohendes Treiben einstellt. Es muß sich bald zeigen, ob Herr Goblet diesen Vorstellungen zugänglich gewesen ist. (F. I.) Statte«. — Verschiedenen auswärtigen Blättern, so der „Etoile beige" und der „Pariser „Autorite", gehen unerfreuliche Nachrichten über den Gesundheitszustand des Königs zu. Die Ohnmächten, von denen der König zuerst in Bologna heimgesucht worden fei, würden immer häufiger, der Appetit nehme ab, die Stimmung sei angegriffen und die Kräfte schwänden sichtlich. Die Aerzte hätten sich noch nicht ausgesprochen, allein man glaube allgemein, zu der Leberkrankhett, an welcher der Monarch schon längst leide, sei noch eine Herzschwellung hinzugetreten, die beständig fortschreite und wahrscheinlich die Ohnmächten verursache. Das Leberleiden trete nur zeitweise auf, aber dann sehr heftig. Lokales. . . .Gietztt», 25. Sept (Schwurgericht.) Unter Ausschluß der O-ffenilichkeit wurde n‘ c0e 6e0cn Karl Diehl von Ober-Ohmen wegen Verbrechens gegen die Stttltchkeit verhandelt. Die Geschworenen bejahten die ihnen vorgelegte Schuldfrage und verurtheilte demgemäß der Gerichtshof den Angeklagten in eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von o Jahren. Gießen, 26. Sept. (Mifsionsfest des Dekanats Gießen.) Am 23. September Nachmittags feierte das Dekanat Gießen fein Mifsionsfest in Steinbach, wo man früher die Kirche zu einem folchen nicht hergebcn wollte. Diesmal war die Gemeinde gleich zur Aufnahme eines solchen willig und zeigte auch durch ihre Theil- riahme, daß sie Sinn für ein solches bekommen hatte. Auch von benachbarten Gemeinden wurde das Fest fleißig besucht, wie wohl auch zu derselben Zett im Dekanat Grünberg nn ber Grenze em solches gefeiert würbe. Die Hauptpredigt hielt Herr Pfarrer Schone- böhm von Lützellinden über Matth. 9,36-39. Mit gespannter Aufmerksamkeit hörten die Verfammelten bis zu Ende der Predigt zu. Hierauf hielt Herr Prof. Stamm noch eine Ansprache über die biblische Grundlage und Entstehung ber Mission unb tarn zuletzt noch auf die innere Mission zu sprechen. Beim Ausgang wurde eine Coüecte für die Mission erhoben, welche in 467 einzelnen Geldstücken 32 JL betragen die deutsch-afrikanische Mission in ben deutschen Colonien verwendet werocn rollen. Die Lesestücke sollen dem jedesmaligen geistigen Standpunkte des Schülers ?orbcrn Cn# b* b' n 3U M lein, aber doch die geistige Kraft heraus- Dte Lesestücke sollen nicht nach irgend einem Unterrichttzfache entlehnten hltibr nd!iidiOlibr?Ct fc n' Indern in bunter Mannigfaltigkeit folgen, doch fo, sachlich zusammengehörige Stucke in kleineren Gruppen üeicinißt sind. 7. Abbildungen dienen dem Lesebuche nicht nur zur Zierde, sie sind auch eine .Stütze der Phantasie und geeignet, veredelnd auf den Schüler etnzuwtrken. Dieselben sollen nach Stoff und Ausführung der Aufgabe des Lesebuches würdig sein und alles Lehrhafte vermeiden. Regierungs- und Schulrath Hasse erbittet das Wort, um sich, da er leider nicht mehr verweilen könne, von der Versammlung zu verabschieden. Er spricht seine Befriedigung und seinen Dank für die gehörten Vorträge, insbesondere den letztern aus, wünscht dem Lesebuch des hessischen Volksschullehrer-Vereins immer größere Verbreitung und den Verhandlungen besten Fortgang. Darauf verläßt derselbe in Begleitung des Geh. Ober-Regierungsrathes Opitz und des Grafen Bismarck, welcher auch erschienen war, den Saal. — Zum Thema zurückkehrend, acceptirt die Versammlung auf Antrag Martin-Cassel die aufgestellten Thesen debattelos. Inzwischen sind Begrüßungstele- gramme vom deutschen Lehrer-Verein, dem Bezirksverein Frankenberg, zwei Musketieren es 74. Jnf.-Regts., dem Bezirk Lichtenau, Schuldirector Wagner-Dresden rc. eingetroffen. — Nach kurzer Begründung und fast debattelos werden hierauf die nachfolgenden 6 verschiedenen Anträge angenommen: „Der Hauptausschuß wird ersucht, bei Kgl. Regierung um den Erlaß einer Verfügung einzurommen, nach welcher die Klassenräume, Hausgänge und Treppen täglich "durch Kehren, feuchtes Abreiben und Abstäuben, allmonatlich einmal aber durch gründliches Scheuern zu reinigen sind- (beantragt von den Bezirken Marburg u. Grebenstein). „Erhöhung der Alterszulagen und zwar: nach 10 Jahren Dienstzeit 100 «4t, nach 15 Jahren 200 JL, nach 20 Jahren 300 Jü, nach 25 Jahren 400 JL, nach 30 Jahren 500 JL und nach 35 Jahren 600 JL Alterszulagen" -(vom Bezirk Grebenstein und Morschen gestellt). „Erlaß der Relictengelder." Der Bezirk Grebenstein beantragt ferner: „Es ist dahin zu wirken, daß den Lehrern, die in hessischer Zeit drei Jahre als Soldat gedient haben, diese ihre Militärdienstzeit hinsichtlich ihrer amtlichen Dienstzeit voll angerechnet werde." Vom Hauptausschuß wird beantragt: „Den pensionirten Lehrern soll der Beitrag zur Kasse des Hess. Volksschullehrer-Vereins erlassen werden." — „Der Herr Minister soll ersucht werden, dahin zu wirken, daß auch die Volksschullehrer in eine bestimmte Rangklasse eingereiht werden." Vom Bezirk Eschwege: „Der Hauptausschuß wolle Konigl. Regierung bitten, den mit Kirchendienst beauftragten Lehrern eine entsprechende besondere Vergütung zu gewähren", und schließlich vom Bezirk Schwarzenfels: „Die Jahresversammlung wolle beschließen, daß der Hauptausschuß bei König!. Regierung und König!. Consistorium einkomme, daß den Lehrern der niedere Küsterdienst endlich abgenommen werde, weil er in seinem jetzigen Bestände unausführbar und die Lehrer durch die jetzt bestehenden Gesetze in Nachtheil zu bringen geeignet ist." Der Rechnungsablage sei entnommen, daß die Einnahmen des Vereins 1368, die Ausgaben 838 JL in 1887/88 betrugen.—In den Hauptausschuß werden ( die ausscheidenden Herren wiedergewählt; als Ort der 20. Jahresversammlung wird Hersfeld bestimmt. Dieterich-Cassel gibt einen Rückblick auf den Verlauf der 19. Jahresversammlung, dankt den Referenten, dem Ortscomitö, der Stadt Hanau, mahnt, festzustehen zur guten Sache und schließt mit dem Wunsche, daß die hier gepflanzten Samenkörner aufgehen und vielfache Frucht bringen möchten. Der Vorsitzende schließt hierauf um 23/< Uhr die Sitzung. Morgen Vormittag 8 Uhr beginnen die j Secttonsoorträge. Heute Nachmittag 5 Ubr findet in Wilhelmsbad Festessen statt. Eingesandt. r, Qr, . ... „ i n Gießen, 26. September. .r, r? Abend zwischen 7 und 8 Uhr wurde ein Raofahrer auf der Straße I7 9^^ßenbuseck und Rödgen von einer Anzahl roher Burschen im Atter von Jahren aufgehalten und absichtlich zu Fall gebracht, wobei sich der Fahrer an berden Händen verletzte. Der Radfahrer verfolgte nun die ausreißende Gesellschaft den Namen eines Zeugen! - der sich in das Bahnwärterhaus gefluchtet hatte — festzustellen. k sehr jU wünschen,^wenn es gelänge, die Attentäter ausfindig zu machen, damit endlich eine exemplariiche Strafe ftatutrt würde, die dem Unfug solcher von der Arbeit heimkehrender Schlingel, die sich gegen Passanten wie Indianer benehmen, LandwirthfchaftlicheS. m ^Die beste Aepfelsorte.) Welche Aepfelsorte in Deutschland der größten Belrebthert und der weitesten Verbreitung sich erfreut, ist durch eine Umfrage deS Deutschen Vomologen-Vereins und des Praktischen Rathgebcrs in Obst- und Gartenbau nunmehr entschieden worden. Ersterer hat ein Verzetchniß von 800 in Deutsch- lano angebauten Aepfelsorten an hervorragende Obstkenner mit der Bitte gesandt, jede m einer Gegend Deutschlands besonders bevorzugte oder beliebte Sorte anzustreichen. In den 46 an den Pomologen-Verein aus allen Theilen Deutschlands zurückgelangten Verzeichnissen fand sich in allen die Winter-Goldparmäne angestrichen. Der Praktische Rathgeber erhielt auf seine bezügliche Umfrage nicht weniger als 898 Karten und zwar in 211 derselben ebenfalls die Winter - Goldparmäne als die beste Aepfelsorte bezeichnet. .— Mr die Kartoffelernte empfehlen sich folgende Rathschläge: Die Ernte selbst nehme man nicht zu spät vor. und wenn nur einigermaßen möglich, so wähle man zum Ausnehmen möglichst sonnige Tage, damit die Kartoffeln schon auf dem Felde gehörig abirocknen. Das sofortige Einsacken ist nicht räthlich. Aufs Sorgsamste muffen kranke, anbrüchige und sehr kleine Knollen schon auf dem Felde ausgeschieden werden. Man bringe außerdem, sollte es nur einigermaßen möglich sein, und auf dem Lande ist dies unbedingt durchzuführen, die Kartoffeln nicht sofort in den Keller, sondern auf trockene Plätze, die vor Regen geschützt sind, z. B. Scheunentennen rc. Man lasse hier dieselben noch einige Zeit liegen und nehme nochmals eine recht strenge Aus- suchung vor.^ Die Keller selbst lüfte man ja recht gut und sollte man es sich ermöglichen, so schütte man die Kartoffeln, besonders anfänglich, nicht zu hoch. Während des Winters müssen die Vorräthe streng im Auge behalten werden; ein zwei- bis dreimaliges Um- und Auslesen darf nicht versäumt werden, indem die große Ansteckungsfähigkeit kranker Knollen hinlänglich bekannt ist. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschaft. Laubhütten-Schlußfest. Mittwoch Abend 600 Uhr, Donnerstag Vormittag 8°° Uhr, Donnerstag Nachmittag 400 Uhr, Donnerstag Abend 62?, Freitag Vormittag 8°o Uhr, Freitag Abend 530 Uhr, Samstag Vormittag 8«o Uhr, Samstag Nachmittag 4°o Uhr, Samstag Abend 630 Uhr. Obstvcrsteigerimg. Dienstag, den 2. October, Vormittags 9 Uhr, soll das Obst der Gemeinde Annerod, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunst'im Ort bei der Kirche. Annerod, 26. September 1888. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Engelhardt. 7685 Keilgeöotenes. Münchner Iranfiskaner Märzenbier nur einige Tage im Zapf, großartiger Stoff. Im Löwen. Auch empfehle GießenerAetien- Vier (nur Export). [7692 Fussbodenanstrich Giessen. in alten Arten, in alten Nüancen rasch und hart trocknend. Fuss- boden- und Parquet- boden- Wichse. Stahlspäne. Farben und Lacke. Aepfel, beste Sorten, liefert [7678 Fr. Klug, Alten - Bufeck. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Die Quarüergeber der am 17. und 18. Juli 1888 dahier einquartirt gewesenen Mannschaften vom Stabe und der 5. Batterie des Feldartillerie- Regiments Nr. 11, sowie der vom 2., bezw. 3.—14. Juli 1888 einquartirten Mannschaften des hiesigen Regiments werden hierdurch aufgesordert, ihre Vergütungen binnen 4 Wochen an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag dahier in Empfang zu nehmen, gegenfalls solche, gegen Abzug von 10 H Gebühr, durch den Kassediener überbracht werden. Gießen, den 26. September 1888. Der Stadtrechner: H. Enders. 7695 I Die reichhaltigste und erste Modenzeitung ist Der Bazar. Tonangebend für Mode und nützlich für Handarbeit. Der „Bazar" bietet zur Selbstanfertigung der Garderobe doppelt so viele Schnittmusterbogen als irgend ein Modenblatt. Der Bazar erscheint in reichster Ausstattung und bringt Mode, Handarbeiten, Colorirte Modenknpfer, Schnittmuster zur Selbstanfertigung der Garderobe. Romane und Novellen. Prachtvolle Illustrationen. I Alle Postanftalten und Buchhandlungen nehmen jederzeit Abonnements an. 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Gastwirth F r i e d e l abzugeben und den seinigen in Empfang zu nehmen, in dessen Tasche sich ein Hals- tuch befindet._______ 20 tüchtige Maurer werden bei hohem Lohn und dauernder Arbeit auf sofort gesucht von [7697 Wilh Dauber I., Marburg. 7673 Ein j. gebild- Mädchen, evang., im Kochen, sowie häuslichen und weiblichen Handarbeiten erfahren, sucht Stellung zur Stütze der Hausfrau, oder wenn möglich, zu einer alleinsteh Dame. Offerten unter a. P 500 an die Exped. d. Bl erbeten. 7677 Ein braver Junge alS Haus- dursche gesucht, Wo k sagt die Exped. d. Bl.__ Statt jeder besonderen Anzeige. Heute Nacht 3 Uhr verschied nach kurzem aber schwerem Leiden im 66. Lebensjahre unser unvergeßlicher Vater, Großvater und Schwiegervater, Herr Konrad Klein aus Löhnberg. Gießen, den 26. September 1888. [7690 Im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Klein, Locomotivführer. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. d. M., Vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Hammstraße 13, aus statt. CoursderiM der frankfurter Börse. Reichsbank-Disconto 4% 25. September 1888. Franks. Bant-Diseonto 4 /o 4% Preußische Consols 107 30 8V-o/o do. 104.40 4% Naffauer Oblig. 100.40 \ 4°/a Bayerische Oblig. 107.31 ; 4°/o Badische Oblig. 105 50 J 4°/o Hessische Oblig. 106.50 j 4% Franks. Hypothbk.-Pfaadbr. alte 101.70, neue 103.30 ( 3Va% do- 99.00 41/a°/ü Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 103.70 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.8... 31/rO/o bo. 98.80 5% Buderus Oblig. 104.80 3»/zv/g Solms-Braunf. Oblig. 96 20 4% Gießener Oblig. 103 10 4% Oesterr. Goldrente 92.80 4i/5% Oefterr Silberrente 69 00 5% Portugiesen Oblig. 100 80 Darmst. Bank-Actien 166 50 Gcldforten. 20 Francs-Stücke 16.11- 16.14 do. in V, 16-09 -16.13 Engl. Souvereigns 20.35—20.40 Dollars in Gold 4.16—4.20 Telegra-Hischer Srursberichl der Berl Oefterr. Credttactien 164.90 Oesterr. Staatsbabn-Actien 104.90 1880 4% Russen Oblig. 84 80 Darmstädter Bankactien 16700 _______ *__ Tendenz: ner Börfe vvA 26. September 1888 1 Disconto-Com -Anthei! r 230.75 ? Lombarden 45.25 | 4% Ungar. Goldrente 84 60 ; Marienburger Eisenbahnactien 87.00 gedrückt. 7675 Ein braves Mädchen aus anständiger Familie, das Waschen, Bügeln und Nähen versteht, wird zu größeren Kindern gesucht von Frau Professor Zöppritz, __Franksurterstraße 33. auf 1—2 Monate ein möblirtes Zimmer int 2. oder 3. Stock Offerten an die Exved. d. Bl. 7676 7687 Ein Lehrling gesucht. ________G. Schomber, Seltersweg Gesucht wird von mir ein junger unver- heirathetcr Mann — am liebsten Bursche vom Lande —, welcher bei der Caoallerie gedient hat, und in diesem. Herbst entlassen wurde. Derselbe soll zwei Chaisenpferde bedienen, und sonstige vorkommende leichte Arbeiten, verrichten. Landwirthschast habe ich nicht. Kost und Logis bei mir im Hause, guter Lohn, dauernde Jahresstellung. Ich sehe Anerbietungen schriftlich entgegen- Alsfeld in Oberhessen. [7686 Theodor Bücking-Keck, Fabrikant. IPianiBo’s, M i Clavierstimmerr u. 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Grotzen-Linden 540 (vers. chsweise), 806„ 249, 7‘29. Lollar 7*5, 2är (Localzua). Marburg 2*s, 5-°* 6^, 8"* hso 431 620, 653* L , 1123. Caffel 226, 52O »# tzU-i-, HSV, 431, ßSO-t: 663*, 800, 11-3 Wetzlar 701 (von Weilburg), 75v (von Betzdorf), 9^ 11”, W*. 3»o, 433. 656, 747, 329 *# 11 w 1151 Dudenhofen 759, 11» 3^0, 747. Ems-Coblenz 940, 1^*, 330 350 329*- 11 w Deutz ll2’, 433, 747, list. Fulda 758, iso, 425, 1000. Alöfeld 758, 130# 425, 1000. Gelnhausen 9ao, S36, O56 Nidda 616, g^o, 335 6-6. Schotten 930, 335, 658. Schiffenberg 619, 93». * bedeutet Schnellzug, die fetten Ziffern die Nachtstunden von Abends 6 bis Morgens 556. Redaction: A. Scheyda. — Truck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. , Die heutig« Nummer enthält 2 Blätter.