Nr. 173 Freitag den 27. Juki 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. ÜSrrreau: Sc^ulstraße 7. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Politische Rundschau. Gießen, 26. Juli. Während aus Petersburg noch immer Stimmungsberichte und letzte Meldungen über die Kaiserbegegnung nachklingen, dürfte Kaiser Wilhelm auf seiner Heimfahrt »heute Mittag bereits in Stockholm eingetroffen sein. Der Besuch unseres Kaisers am schwedischen Hofe kann nur dazu beitragen, die freundschaftlichen Beziehungen, welche zwischen den Höfen von Stockholm und Berlin schon längst bestehen, zu befestigen und zugleich auch die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und dem scandinavtschen Doppelkönigreiche enger zu knüpfen. Wenn im schwedisch-norwegischen Volke nach dem deutsch-französischen Kriege eine gewisse mißtrauische Stimmung gegen das neugeeinte Deutschland Platz griff, so mochte hierzu wohl die Befürchtung mit beitragen, das mächtige deutsche Reich könne sein politisches und militärisches Uebergewicht zu einer Eroberungspolitik nach allen Setten hin ausnutzen. Der Verlauf der Dinge wird zeigen, wie ungerechtfertigt diese auch auf andern Seiten gehegte Befürchtung gewesen ist. Schon am Freitag beabsichtigte Kaiser Wilhelm die Weiterfahrt von Stockholm nach Kopenhagen fortzusetzen und ist die Ankunft des kaiserlichen Geschwaders in der dänischen Hauptstadt für diesen Sonntag angekündigt. Auch in Kopenhagen sind alle Vorbereitungen zu einer glänzenden Aufnahme des deutschen Kaisers getroffen und eine solche entspricht auch der schon wiederholt erörterten besonderen politischen Bedeutung, t welche der Besuch Kaiser Wilhelms am dänischen Hofe besitzt. — Voraussichtlich im Laufe des 31. Juli, wahrscheinlich in den Vormittagsstunden, trifft das kaiserliche Geschwader wieder in Kiel ein, woselbst anläßlich der Rückkehr des Kaisers u. A. ein großes Banket der schleswig-holsteinischen Ritterschaft, ferner die Sprengung des aus- rangirten Kanonenbootes „Drache" durch Torpedogeschosse in Aussicht genommen ist. Fest steht nunmehr endlich, daß der Kaiser auf der Fahrt von Kiel nach Potsdam in Friedrichsruhe beim Fürsten Bismarck vorspricht, durch welchen Vorgang die Petersburger Kaiserbegegnung ihre harmonische Ergänzung erfahren würde. Die Niederlage, welche der Ex-General Boulanger und mit ihm die gelammte nach ihm genannte pseudo - republikanische Bewegung in Frankreich bei der Deputirtennachwahl im Arddche-Departement erlitten hat, wird in den republikanischen Kreisen Frankreichs fast allgemein als der Anfang vom Ende des „Boulangtstenthums" betrachtet. Diese Anschauung erscheint in Anbetracht des mehrfachen Fiascos, welche die boulangrstische Bewegung in der letzten Zett überhaupt gemacht hat, nicht unbegründet, immerhin kann bei der Unberechenbarkeit der Stimmungen in der französischen Nation noch nicht positiv behauptet werden, die jüngste Wahlniederlage Boulanger's sei eine entscheidende gewesen. Hierüber wird sich vielleicht erst nach dem Ausgange der am 19. August statlfindenden Ersatzwahl im Somme-Departement bestimmt ur- theilen lassen, denn Boulanger gedenkt trotz aller Enttäuschung daselbst wieder zu can- dtdiren. Er hofft, von seiner Verwundung bis zu dem genannten Zeitpunkte wieder völlig hergestellt zu sein, um seine Sache persönlich zu betreiben, und bei der Rücksichtslosigkeit, welche das Auftreten Boulanger's zu kennzeichnen pflegt, wird es bei der Nachwahl im Somme-Departement lebhaft genug zugehen. Seit der Besitzergreifung Mass au ah's durch Italien hat sich zwischen der italienischen und der französischen Regierung allmältch eine Controoerse über die Steuerpfltcht der in Massauah lebenden Europäer, also auch der Franzosen, herausgebildet. Es sind hierüber schon verschiedene Noten zwischen dem römischen Eabinet einer-, den Eabineten von Paris und Athen andererseits gewechselt worden, da in Massauah neben den Franzosen auch viele griechische Untertanen wohnen, aber die Frage kam ihrem Austrag nicht näher; nur erhielt der derzeitige italienische Oberft- commandirende in Massauah, General Baldissera, von seiner Regierung Befehl, mit den von ihm bereits ergriffenen Maßnahmen zur Einziehung der Steuern von den dortigen französischen und griechischen Kaufleuten einstweilen auszusetzen. Inzwischen hat nun ein neuerlicher italienisch-französischer Notenwechsel stattgefunden, aus welchem hervorgeht, daß die Steueraffatre noch immer nicht beigelegt ist. Die italienische Regierung erklärt, Italien besitze die volle Souveränität über Massauah und übe sie seit drei Jahren factifch aus; zugleich werden die Einwendungen Frankreichs wegen der Auflegung von Municipalsteuern zurückgewiesen. Frankreich seinerseits behauptet, auf Grund der (Kapitulationen in Massauah gewisse Recdte ausüben zu können, eine Behauptung, welche indessen, wie die „Agenzia Stefani" meint, nicht nachgewiesen sei. Was Griechenland anbelangt, so stützt sich dasselbe in seinen Einwendungen gegen die Municipalsteuern auf den griechisch-italienischen Handelsvertrag vom Jahre 1867, doch hat es seine Untertanen in Massauah angewiesen, die Steuern vorläufig zu bezahlen. Einstweilen scheint also weder Frankreich noch Italien in dieser seltsamen Steuerfrage nachgeben zu wollen, so daß also zu dem mannigfachen zwischen beiden Ländern aufgehäuften Eonflictsstoff noch neues Material hinzukommt. Deutschland. Darmstadt, 25. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Geheimen Baurath Dr. v. Ritgen aus Gießen. Darmstadt, 25. Juli. Mit Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs tft an die zweite Kammer der Stände des Großherzogthums nachstehende Pro- posilion des Ministeriums des Innern und der Justiz gelangt, betreffend die Ein- theilung des Großherzogthums in zwei Fabriktnspeklionsbezirke. Das durch die Reichsgesetz-Novelle vom 17. Juli 1878 in Ergänzung der Gewerbeordnung eingeführte Institut der Fabrikinspektoren (§ 139b Gew.-O.), deren hauptsächlichste Obliegenheit in der Ueberwachung der in Betreff der Beschäftigung von Kindern, jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen in Fabriken und der bezüglich der Arbeitsbücher erlassenen Bestimmungen (§§ 135 bis 139 a und 107 des eben erwähnten Reichsgesetzes), sowie in der Anordnung und in der Ueberwachung der Unterhaltung tmgeorbneter Unfallverhütungsvorschriften besteht, hat sich überall da, wo es gelungen ist, für die Wahrnehmungen dieser Funktionen geeignete Persönlichkeiten' zu finden, bewährt und gute Früchte getragen. Sowohl die Vertreter der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber stimmen hierin überein. Für das Großherzogthum ist zur Zeit bekanntlich nur ein Fabrikinspektor angestellt, dem neben der Beaufsichtigung von über 1000 vorhandenen Fabriken in den oben j erwähnten Richtungen auch noch die Ueberwachung der nach § 16 der Gewerbeordnung genehmigungspflichtigen gewerblichen Anlagen, auch wenn sie nicht unter den Begriff der Fabriken fallen, obliegt. Hierzu kommt, daß außerdem die Thätigkeit des Fabrikinspektors vielfach durch die Kreisämter bet Gesuchen um Genehmigung der in § 16 der Gewerbeordnung aufgeführten Anlagen und durch die Staatsanwaltschaften bei dem Vorkommen schwerer Verletzung oder Tödtung von Menschen bei dem Gewerbebetriebe in Anspruch genommen wird. Es ergibt sich hieraus von selbst, daß ein regelmäßiger Besuch der Fabriken nicht in genügend oft wiederkehrender Weise, sondern, wie der Fabrikinspektor selbst angibt nur etwa im vierten oder fünften Jahre stattfinden kann. Zu einer wirksamen Aufsicht, wie sie nach der Absicht des Gesetzes erstrebt wird reicht hiernach ein Beamter nicht aus. Die Großh. Regierung hat sich daher veranlaßt gesehen, noch vor Ablauf der dermaligen Budgetperiode die gegenwärtige Vorlage an die Stände zu richten, durch welche bezweckt wird, schon vom 1. April 1889 an die nöthigen Mittel für Anstellung eines zweiten Fabrikinspectors zu erhalten. Verschiedener Ansicht kann man darüber sein, ob es zweckmäßiger sein werde, dem vorhandenen Fabrikinspektor einen Assistenten beizugeben ober einen zweiten Fabrik- inspekto mit felbftfto feiger Stellung und besonderem Bezirk anzustellen. Für beide Organist onsarte i ^ch Grü^e geltend machen. Die Großh. Regierung ist mit der Mehr z lir ^fragten Vertretungen des Handels- und Gewerbestandes der Ansich oa^n, feiger zwei Jnspektionsbezirke — die eine bestehend aus der Provinz S rrhnburt it dem Sitz in Darmstadt, der andere aus Rheinhessen (vielleicht mit Ausnahme Kreises Worms, der dann zu dem Starkenburger Bezirk zu schlagen wäre) und Oberhessen mit dem Sitz in Mainz — gebildet werden. Was die zur Anstellung eines zweiten Fabrtkinspektors weiter erforderlichen Mittel betrifft, so werden diese veranschlagt: 1) an Gehalt zu . . . . JL 3600 2) für Reisekosten und Diäten zu . „ 700 3) für Bureaukosten zu . . . „ 300 zusammen JL 4600 Erläuternd wird hierzu bemerkt: 1) Der vorgesehene Gehalt von 3600 JL erscheint für die Dauer zur Erhaltung und Gewinnung tüchtiger Kräfte unzureichend und wird daher in dem nächsten Staatsvoranschlag eine Erhöhung des Gehalts bis zum Durchschnittsgehalt der Kreisbaumeister in Aussicht genommen werden müssen. 2) Im laufenden Staatsvoranschlag sind für Reisekosten und Diäten vorgesehen 2X9 vtt. Im Durchschnitt der Jahre 1884 bis 1887 sind dagegen nur 1050 JL für das Jahr erforderlich geworden. In Folge der Anstellung eines zweiten Beamten wird eine Entlastung in den seither dem einen Beamten obgelegenen schriftlichen Arbeiten stattfinden und damit die wünschenswerthe Möglichkeit zur vermehrten Vornahme auswärtiger Dienftgeschäfte gegeben. Je 1500 JL jährlich für jeden der beiden Beamten dürfte daher erforderlich werden, bezw. genügen, wonach im Ganzen hierfür, außer den zur Perfügung stehenden 2300 Jt, noch 700 JL für ein Jahr zu bewilligen find. 3) Die für Publikationen und Arbeitsbücher vorgesehene Summe von 500 JL wird auch nach Anstellung eines zweiten Fabrikinspektors genügen. Hiernach beehrt sich das unterzeichnete Ministerium mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs an die Stände des Grotzherzog- thums, und zwar zunächst an die zweite Kammer derselben, das Ansinnen zu richten: die Zustimmung zur Verwendung von Ueberschüssen der laufenden Finanz- periobe für die Anstellung eines zweiten Fabrikinspektors im Betrage von zusammen 4600 JC. jährlich, mit Wirkung vom 1. April 1889 an, ertheilen __________zu wollen.___________________________________________________________________ Telegraphische Depeschen. Wolss'S telegr. Eorresponden,, Bureau. Berlin, 25. Juli. Die Nationalzeitung schreibt über das Ergebniß der Kaiser- zusammenkunft: Se. Majestät der Kaiser Wilhelm hat mit seinem Besuch in Petersburg die Erbweisheit des Preußischen Königthums ausgelöst, welche ihm sein sterbender Großvater auf den Lebensweg mitgab: „Rußland nie zu verletzen." Selten ist ein junger Herrscher in so verzerrtem Bilde dem Auslande vorgeführt worden, wie dieses methodisch während der langen Monate Kaiser Wilhelm begegnete. Jetzt ist der Kaiser zum ersten Male als Herrscher dem Auslande erschienen und die einfache Würde, die jugendliche dennoch gehaltene Heiterkeit, das lebhafte Interesse für Alles, die Freundlichkeit und die Lebhaftigkeit seines Wesens haben den Petersburger Hof sowie Publikum, wie nach allen Berichten hervorgeht, für ihn gewonnen. Wir halten indessen für vielleicht den wichtigsten Punkt der politischen Bedeutung der Kaiserzusammenkunft, welchen Eindruck Kaiser Wilhelm selbst in Petersburg von der Zuverlässigkeit der russischen Friedensoersicherungen erhalten hat. Wenn Kaiser Wilhelm mit der lieber- zeugung zurückkehrt, daß die russische Politik ohne einen Hintergedanken eine Politik des Friedens und der guten Nachbarschaft ist, so wird das wechselseitige Vertrauen der beiden mächtigen Herrscher für alle bestehenden Streitfragen und für alle auftauchenden Jncidenzfälle die Lösung finden können. Das Vertrauen wird dem Zustand des bewaffneten Friedens wesentlich von seiner Härte nehmen. Dürfen wir uns zu diesem Ergebniß beglückwünschen? Es wird das von zuständiger Seite mit solchem Nachdruck bejaht, daß wir es gern als eine feststehende Thatfache und einen neuen Factor in der europäischen Politik begrüßen. München, 25. Juli. Heute Nachmittag trafen zur (Kentennarfeier König Ludwigs I. der Oberbürgermeister und eine Deputation der Stadt Athen ein und wurden von den Gemeindebehörden empfangen. Der Oberbürgermeister sprach in einer deutsch gehaltenen Ansprache die Sympathie Griechenlands für den unvergeßlichen, kunstliebenden König Ludwig aus, welcher Unvergeßliches für Griechenland gewirkt habe und schloß mit einem Hoch auf das Haus WittelSbach und Bayern. Der erste Bürgermeister der Stadt München, Widenmayer, dankte, woraus der hiesige Archimandrit die Gäste in griechischer Sprache begrüßte. Bayreuth, 25. Juli. Die zweite Parsival-Vorstellung fand heute vor ausverkauftem Hause unter der Direction Mottl statt. Neu besetzt waren Kundry durch Malten. Gurnemanz durch Gillmeifter und Amfsrtas durch Reichmann. Die Leistungen waren durchgehends ausgezeichnet, der Beifall stürmisch. Unter den Zuhörern befanoen sich heute Prinz Leopold von Bayern mit Gemahlin. PariS, 25. Juli. Die strikenden Erdarbeiter verlangen die Anwendung des vom Pariser Gemeinderath ausgestellten Tarifes, mithin einen Lohn von 60 (Kent, per Stunde, anstatt der bisher gezahlten 45 Eentimes. Die Strikenden forderten die übrigen Arbeiter auf, sich mit ihnen zu verbinden. London, 25. Juli. Das Unterhaus nahm ohne Abstimmung die Bill an betreffs Einsetzung einer Commission zur Untersuchung der im Processe O'Donnel- Times gegen Parnell und Genossen vorgebrachten Anschuldigungen. London, 25. Juli. O'Kelly, der nationalistische Abgeordnete für Roscommon, wurde in der letzten Nacht unter der Beschuldigung, zum Boycottiren in Irland aufgereizt zu haben, hier verhaftet. — Der verhaftete Abgeordnete O'Kelly ist heute früh unter polizeilicher Begleitung nach Dublin gebracht worden. London, 25. Juli. Die gestern hier schwer erkrankte Herzogin Paul von Mecklenburg-Schwerin hatte eine ziemlich gute Nacht. Das Allgemeinbefinden macht ziemlich gute Fortschritte. Rom, 25. Juli. Eine Meldung der „Ag. Stefani" aus Massauah bestätigt, daß Baldtssera dem französischen Viceconsul, welcher thatsächltch aber nicht von Rechtswegen als Vertreter des französischen Consulats functionirt, erklärte, er könne demselben keinerlei Beziehungen zum Obercommando zugestehen, indem der Viceconsul weder regelrecht ernannt sei noch das Exequatur besitze. Italien werde weder Frankreich noch anderen Mächten gestatten, Consulate oder Consularagenturen in den afrikanischen Besitzungen Italiens zu errichten, wenn diese die vom Völkerrechte festgestellten Regeln nicht erfüllten. — Der preußische Gesandte, Herr von Schlözer, reist am 26. d. Mts. auf Urlaub ab. — Alle Blätter erklären den Gesundheitszustand in "Neapel sowie in ganz Italien für vollkommen zufriedenstellend. Petersburg, 25. Juli. Dem „Grashdantn" zufolge verabschiedeten sich Kaiser Wilhelm und Prinz Heinrich von dem russischen Kaiserpaar auf das Herzlichste. Die Kaiser umarmten und küßten einander mehrmals. Kaiser Wilhelm verlieh dem Hof- mintster Woronzow-Daschkow seine Büste, anderen Hojwürdenträgern Geschenke oder Orden. Petersburg, 25. Juli. Das „Journal de^St. Petersb." sagt anläßlich der Abreise des Kaisers Wilhelm: Der Zug gegenseitiger Sympathie, welcher die Zusammenkunft in so hohem Maße kennzeichnet, bestätigte sich auch bet dem Abschiede an Bord der „Hohenzollern", wo die russischen Herrschaften noch bei dem Gaste frühstückten. Das „Journal de St. Petersburg" hält sich nicht für berechtigt, über die persönlichen Beziehungen zu sprechen, welche während des mehrtägigen Aufenthalts entstanden sein mögen, glaubt aber behaupten zu können, daß, wenn der freundliche Beweis der Sympathie, welchen Kaiser Wilhelm dem russischen Kais'erpaare zu geben beabsichtige, indem er den ersten Besuch am russischen Hofe machte, aus dem Wunsche hervorging, gleich nach der Thronbesteigung derartige vertrauensvolle Beziehungen herzustellen, welche der Freundschaft der beiden Kaiserreiche zu Statten kommen und das Vertrauen zu dem europäischen Frieden zu befestigen, so habe er das Ziel für lange Jahre vollkommen erreicht. Wir bezweifeln nicht, schließt das „Journal", daß alle Mächte diese neue bedeutungsvolle Bürgschaft für die Erhaltung des Friedens mit Zustimmung aufnehmen werden. Kopenhagen, 25. Juli. Der König fährt am Samstag dem deutschen Kaiser entgegen, der mit seinem Geschwader hier am Abend einlrifft. Während des Aufenthaltes des Kaisers siedelt der dänische Hof von Schloß Bernstorff nach dem hiesigen Schloß Ämalienborg über, wo auch Kaiser Wilhelm wohnen wird. Es wird ein Galadiner und ein officieller Besuch der Ausstellung stattfinden. Sofia, 25. Juli. (Meldung der Ag. Havas.) Die Regierung autorisirte den griechischen Agenten in Bazarschik mit den Räubern, welche den Agenten in Bellova gefangen genommen und Lösegeld, Waffen und Munition verlangen, wegen des Lösegeldes zu verhandeln; die Beantwortung wegen der Forderung von Waffen und Munition behalte sich die Regierung vor; sie hoffe, die Befieiung der Gefangenen bald zu erreichen. Der österreichische und der griechische Agent ersuchten die Regierung, ihnen baldmöglichst die zur Befreiung unternommenen Maßregeln mitzulheilen. Bukarest. 25. Juli. Das Königspaar ist in's Ausland abgereist. Washington, 25. Juli. Prtvatmeldungen zufolge ist die in Guarica (Venezuela) versuchte aufständische Bewegung unterdrückt worden. Lokales. Gießen, 26. Juli. Beim Abreißen eines alten Hauses zwischen Neustadt und Oswald's Garten neben der Wirthschaft von Spieß wurde ein Balken gefunden, der offenbar über der Spitze einer gothisch gewölbten Eingangsthür angebracht war; nach Entfernung des Speißbewurfs kam ein Theil einer eingeschnittenen Inschrift mit der Jahreszahl 1499 zum Vorschein, wodurch das hohe Alter dieses Stadttheils beurkundet wird. Offenbar fehlt von der Inschrift, die jedoch noch nicht vollkommen entziffert ist, ein Thetl auf einem anderen Balken, der mit altem Bauholz versteigert wurde, ohne daß man seine geschichtliche Bedeutung ahnte. Der neue Besitzer des alten Grundstücks würde wahrscheinlich gerne diesen fehlenden Theil erwerben, um so den vorhandenen Theil der Inschrift zu ergänzen. II sRechtsgiltige Quittungen.) Mehrere unserer Geschäftsleute und Handwerker haben bte Gewohnheit, Quittungen dadurch mit ihrer Namensunterschrift zu versehen, daß sie den Kautschuck-Namensstempel darunter drücken. Eine solche Quittung braucht Niemand anzunehmen, denn sie ist dem Gesetz nicht beweiskräftig, da nur solche Quittungen rechtsgilttg sind, bei denen die Namensunterschrift geschrieben ist. XX Gießen verschwindet — nämlich aus den geographischen Lehrbüchern! Da hat ein Dr. M. Getstbeck ein „Lehrbuch der Geographie für Mittelschulen, sowie zum Selbstunterricht" verfaßt. Aus diesem Buche kann man zwar lernen, wieviel Pelze und von welchen Arten Rußland hervorbringt; wieviel Spiritus auf den Kopf in jedem europäischen Lande kommt; man kann auch den Zuckeroerbrauch vieler Länder controliren und die Zwetschgenausfuhr Serbiens mit freudigem Erstaunen erkennen; auch wird uns gesagt, welche Windungen dieser oder jener Fluß in Ungarn oder Rußland macht, aber welche Städte daran liegen, richtiger noch, welche Städtegründungen durch sie veranlaßt worden sind, das wird uns nicht gesagt. Mit äußerster Sparsamkeit wird nach dieser Theorie die Topik behandelt; weder Offenbach, eine der ersten deutschen Industriestädte (33 000 Einwohner), noch, was uns besonders empören muß, die Universität Gießen werden der Erwähnung gewürdigt. Die heutige Methode, die Geographie mit volkswirthschaftlichen Stoffen zu bereichern, hat sich vollkommen überstiegen. IlnLversttäts - tzhroniL. — Zum Rector der Würzburger Universität für das Studienjahr 1888—89 wurde Professor Dr. Grimm gewählt. — An der Universität Leipzig beginnt das Wintersemester am 15. October und endet am 15. März. Als rector magnificus bleibt bis 31. October d. I. Professor Rtbbeck. In der theologischen Fakultät liest zum ersten Male der außerordentliche Professor Zahn, welcher eine Einleitung in das Neue Testament und eine Auslegung des ersten Korintherdrtefes gibt. Senior der Fakultät ist nach Kahni's Tod Professor Lut ha rdt und als neuer Dekan fungirt vom 1. November ab Professor Baur. In der juristischen Fakultät fehlt der nach Kiel berufene Professor Setzling, für ihn erscheint aber als neu der Privatdocent Dr. Klöppel, welcher sich erst vor Kurzem habilitirte. Die medictnische Klinik leitet in der medicintschen Fakultät für den verstorbenen Professor Wagner der aus Hamburg berufene Professor E ursch mann. In der philosophischen Fakultät lesen zum ersten Male der zum außerordentlichen Professor designtrte Privatdocent Kögel über deutsche Grammatik und Privatdocent Schirmer über irische Grammatik. Im Ganzen haben 179 Lehrer Vorlesungen angemeldet. Vermischtes. — (Leibeigenschaft im 18. Jahrhundert.) Vor 100 Jahren erließ ein gräflicher Herr im Frankenlande folgenden Freiheitsbrief: „Wir Karl, regierender Graf zu Hohensolms, Ltch und Tecklenburg, Herr zu Münzenberg, Wildenfels und Sonnenwalde rc., des königlich schwedischen Seraphinenordens Ritter rc. Fügen hiermit zu wissen, daß wir auf beschehenes unterthänigsles Nachsuchen den Georg Ludwig Deines von Lindenstrut (der Betreffende war ein Schwiegersohn des als „Kalendermann vom Vettsberg" durch £). Glaubrecht bekannten Schullehrers Justus auf dem Veitsberg und später am Reichs- ' kammergericht zu Wetzlar bedienstet) aus dem fürstlich Hessen Darmftädtischen, welcher I uns mit Leibeigenschaft zu gethan ist, ihn gegen gebührliche Abfindung, dieser Leibeigenschaft gnädigst entlediget und losgezählet haben; jedoch mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß wenn er dereinsten an einem Orte Unserer Lande, wo die Leibeigenschaft herkömmlich, sich niederlassen würde, er in die Leibeigenschaft wieder zurückfalle. Urkundlich Unserer eigenhändigen Namens Unterschrift und beigedruckten gräflichen Jnsiegels, So geschehen Lich den 29. Mat 1786. L. 8. Carl G R Solms m. pr. Taxe zwei j Gulden 40 fr. Stempelbog. 30 fr." . — Frankfurt, 25. Juli. Hierorts gibt es recht wohlhabende Zahnärzte- » der folgende Bericht der Polizeibehörde beweist: Ein hiesiger Zahnarzt, welcher j sich mit seiner Familie seit Anfang d. Mts. in einem Nordseebade aufgehalten hatte, j Jumpte bei seiner Rückkehr nach hier die Entdeckung, daß aus seiner Wohnung eine i Cassette mit Inhalt von 40 000 »4L an baarem Gelde und Staatspapieren, eine complete Garnitur Möbel, Leinensachen, Küchengeräth, 2 Betten und Oelgemälde im Werthe von 30 000 «?M verschwunden waren. Die Sachen sollen von einem Droschkenführer aus der Bergerstraße in der Nacht vom 20./21. d. Mts. fortgeschafft sein und wurden auch theilwerse, außer der Cassette und den Bildern, bei einer in der Baustraße wohnenden ^rau vorgefunden, welche dieselben von einer am Merianplatz wohnenden Frau zum Preise von 100 erstanden haben will. Die eingeleitete Untersuchung wird doffentlich auch die fehlende Cassette und die werthvollen Qelgemälde wieder an's Tageslicht befördern. Bet diesem Diebstahl scheinen minder geriebene Spitzbuben als Langner und Bergmann betheiligt zu sein. O ^ranffurt, 25. Juli. Der verhaftete „Herr Rentier" wird äußerst scharf bewacht; damtt er sich nicht selbst entleiben kann, soll er gefesselt worden fein. Seinen richtigen Namen hat der Verbrecher nunmehr genannt, die Polizei hält es aber im Sntaeffe der Untersuchung für erforderlich, denselben zu verschweigen. In der Wohnung des Jnhaftirten hat sich ein Verzeichniß Der feineren Häuser und Villen Frankfurts gesunden. Diejenigen, welche er schon mit seinem Besuche beehrte, waren mit einem +• versehen. Die Concudine Bergmann's soll aus Schlawe in Pommern stammen und Stutzelburg heißen. Die von ihr bis dahin benutzten Papiere, nach welchen sie aus dem Westerwald stammte, hat sie sich widerrechtlich angeeignet. — Der Commis eines Bankhauses am Goetheplatz dahier ist, nachdem er Unt erschlagungen in Höhe von 4000 JL verübt, fluchtig geworden. ,~7 ®tn ^öneS Wort weiland Kaiser Friedrich's, das der „Neuen Stett. Ztg." mttgetheilt wird, bezieht sich auf die in den Berliner Hofkirchen eingeführte Sitte, daß der Geistliche beim Betreten der Kanzel sich vor den anwesenden Mitgliedern der könig- lichen tyamtüe grüßend verneigt. Der Kaiser Friedrich duldete niemals an geheiligter Statte eine solche Berücksichtigung seiner Person, und jeder Prediger, der die Kanzel von Bornstedt oder Eiche betrat, mußte vom dortigen Geistlichen jedesmal ausdrücklich daraus aufmerksam gemacht werden. Auf eine bezügliche Anfrage hatte der hohe Herr seinem Dorfpastor einst geantwortet: „Was ich Ihnen schon in Berchtesgaden gesagt, das gut auch hier; ich leide es nicht, daß man im Angesicht des Altars meine Person besonders berücksichtigt. Wie auch Rang und Stand nach Gottes Ordnung draußen rm Leben uns Menschen untereinander trennen mögen, hier in der Kirche sind wir Alle gleich, Alle gleich arme Sünder und Alle gleichberechtigte Goiteskinder." „ ~ gefährlicher Fang.) Dieser Tage ging in Fiume die amerikanische Coroette „Queenstown" öor Anker und verblieb einige Tage im Hafen. Am Tage nach der Ankunft ließ sich der Capitän an's Land rudern und promenirte in Be- glettung eines großen, schönen Hundes auf dem Molo. Zufälligerweise befand sich aber daselbst auch der Fiumaner Wasenmeister, um nach Vorschrift auf die vierfüßigen, nicht mit Maulkorb und Marke versehenen Spaziergänger Jagd zu machen. Ten Hund des Eapitans sehen und ihm eine Schlinge um den Hals werfen, war das Werk eines Augenblicks. Der starke Hund wehrte sich aus Leibeskräften gegen den Angriff und der Capitan sah dem ihm ungewohnten Schauspiele mit großer Gemüthsruhe zu. Endlich schien ihm des giausameu Spiels genug. Er schleuderte seinen Spazierstock • M"r und rief zugleich seinem Hunde zu. Ungestüm warf sich das Thier rn die Wellen, den armen Wasenmeisterknccht unwiderstehlich mit sich in das Wasser -rehend. Den um Hilfe rufenden Gefangenen an der Leine durch die Fluth bugsirend, erreichte der Hund den Stock, faßte ihn mit den Zähnen und schwamm wieder dem User zu, der Wasenmeisterknecht pustend und Wasser schluckend hinter ihm. Nun hatte aber auch er genug, ließ den Hund fahren und stieg an S Land, froh, wieder im Trockenen zu sein. Das Vorkommen von Viehseuchen im Grohherzogthum Hessen während des Monats Juni 1888. Milzbrand wurde festgestellt in Nordheim im Kreise Bensheim am 13. Junt bei zwei krepirten Rindern, in Gießen bei einem in das dortige Thierspital auS Ruttershausen im Königreich Preußen verbrachten und am 22. Juni kicpirten Pferde, und in Mühlheim im Kreise Offenbach bei einem krepirten Pferde am 23. Juni. Rotz wurde in Offenbach bei einem am 7. Juni auf polizeiliche Anordnung getodteteu und bei einem am 17. Juni von einem Pferdeschlächter geschlachteten Pferde eines anderen Besitzers festgestellt. Bei dem Besitzer des am 7. Juni in Offenback getödteten Pferdes befinden sich noch drei der Ansteckung verdächtige Pferde unter polizeilicher Beobachtung. Derselben Maßnahme unterstehen noch 5 Pferde in Ober-Roden, zwei in Heubach und eines in- Langftadt im Kreise Dieburg. Die über 5 Pferde in Sandbach im Kreise Erbach angeordnete polizeiliche Beobachtung wurde aufgehoben, weil sich bei denselben innerhalb sechs Monate, nachdem sie der Ansteckung ausgesetzt waren, keine verdächtigen Erscheinungen gezeigt hatten. In Oder-Ingelheim im Kreise Bingen haben vom 6. bis 24. Juni vier der Ansteckung verdächtige Pferde aus Kreuznach im Königreich Preußen gestanden, welche der Besitzer während der erwähnten Zeit dorten hatte unterbringen lassen. Der Bläschenausschlag des Rindviehs in Ober-Kainsbach im Kreise Erbach, in Annerod, Beltershain und Lumda im Kreise Gießen, in Nieder-Ohmen im Kreise Alsfeld, in Bauernheim im Kreise Friedberg und in Lanzenhain im Kreise Lauterbach ist erloschen. Die Seuche herrscht fort in Bieben im Kreise Alsfeld und in Maar im Kreise Lauterbach. Festgestellt wurde die Seuche am 14. Juni in Ilsdorf und am 24. Juni in Rainrod im Kreise Alsfeld. In Ilsdorf ist sie bereits wieder erloschen. Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Alsfeld: Altenburg, Renzendorf, Brauerschwend und Fischbach; in den Orten des Kreises Büdingen: Wallernhausen, Blofeld, Leidhecken und Bergheim; im Kreise Schotten in Ober - Seibertenrod , Unter-Seibertenrod , Bobenhausen, Ober - Seemen, Mittel-Seemen, Nieder-Seemen, Steinberg und Gedern. Handel uno Verkehr. Limburg, 25. Juli. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 15.65, weißer Weizen JL 00.00, Korn JL 11.80, Gerste JL 9.00, Hafer 7.59, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln JL 0 00. 6 o. . $ra"ff“rt 25. Juli- Erbsen ganze pr. Pfd. 12-16 do. geschälte 14-18 Lmsen 18-28 H, weiße Bohnen 20-22 H, Kartoffeln 100 Ko. JL 5-8,00, do- pr- Pfd. 8-9 A Butter pr. Pfd. Jü 0,90-1,10, Eier das Stück 5-6 Kohlraben per Stück Weißkraut per Stück 25-40 Rotherüben per Portion 50-60 H, Kirschen pr. Pfd. 6—15 Gottksdjrnst der israrlitischrn KeligionsgeMchaft. „Freitag Abend 6" Uhr Samstag Vormittag 8°° Uhr. Samstag Nachmittag 4oo Uhr, Samstag Abend 835 Uhr. Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. t v Luft 17«/,, Wasser 16 Gr. Gießen, dm 26. Juli 1888. Rübfamen- Montag, den 30. Juli, Nachmittags von 2 Uhr an, versteigere ich im früher Bramm» fchen Local im vormundschaftlichen Auftrag: 1 completeS Bett, gutes Weißzeug, Porzellan, wenig HauSae- räthe, sowie einen großen Weiß- zeugschrank; ferner im Auftrag: 1 Waschtisch, Spieltisch, Nachttisch, Puppenküche, Pferdestall u. a. Spielzeug; 1 Cello, Bilder, Jean Pauls Werke (eleg. gebunden), Gartenlaube, 1 Parthie stlb. Kaffeclöffelchen, Remontoirnhr, 1 Regulator in cuivre poli, Wecker, Standuhr, 1 Nähmaschine (Wheeler & Wilson). 1 Singer do., 1 gut gehalt. Bett mit Sprungfedermatratze, 3thl. Roßhaarmatratze, schönes Sopha, 1 Sessel, Stühle rc., 2th. Kleiderschrank, Waschkonsole, 2 Spiegel und 1 Garnitur: Sopha mit 6 Stühlen, 1 Leder- sopha. Im Auftrag: Louis Rothenberger, 6057 Taxator. 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December 1887 in Nr. 303 des Gießener Anzeigers und die daselbst veröffentlichten Bekanntmachungen fordern wir alle diejenigen Personen, welche danach zur Einlieferung der geforderten Nachweise verpflichtet erscheinen, auf, diese Nachweise für den Monat Juli d. I. unter Angabe der verwendeten Arbeitstage und der verdienten Löhne oder Gehälter auf dem vorgeschriebenen Formular bei Vermeidung der im Gesetz angedrohten Ordnungsstrafe bis längstens 3. August l. I. an uns abzuliesern. Wir bemerken, daß zur Einlieferung dieser Nachweise verpflichtet erscheinen: a) alle Privatpersonen, welche Bauarbeiten nicht gewerbsmäßig als Unternehmer, d. h. für ihre eigene Rechnung ausführen lasten, b) diejenigen, welche Arbeiter bei dem Ofensetzen, Tapezieren, Stubenbohnen, Anbringung, Abnahme und Reparaturen von Wetterrouleaux u. s. w. beschäftigen, und c) diejenigen Bauhandwerker, welche Bauarbeiten ausführen, die zu ihrem gewerbsmäßigen Betriebe nicht gehören. Gießen, den 25. Juli 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 6047 2ltit 15. August muß mit meinem Ausverkauf schließen und verkaufe deshalb noch vorräthige Eisen- und Lolonialmaneen zu jedem nur annehmbaren Preis. 6065' Ferd. Bapst Wwe. - /) « Lacke, Farben und D [/ -f- • D Material waaren C-X . zu allen Zwecken in (f ' besten Qualitäten befert die ZDroe'eza.JxA». cll-vxxi.gr von Otto Schaaf, Seltersweg 89. Neuheiten Besatzstoffen, Bändern, Spitzen, Tüll und Blumen angekommen und empfehle solche spottbillig. 6006 Cour. Jos. Keller, Schloßgasse. Wohmmgs- und Geschäfts-Verlegung. Hierdurch die ergebene Mittheilung, daß ich mit dem Heutigen meine Wohnung und Geschäftslokalitäten in meinen Neubau Ludwigstrasse 28 vis-ä-vis der Aula verlegt habe. 5938 Gießen, den 20. Juli 1888. Willi. Seipp. Weißbinder und Iackirer. 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Einem hiesigen und auswärtigen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich unter Heutigem die Wirthschaft zum Taunus in der Brandgaffe übernommen habe. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. MF Mittagstisch 40 Pfg Gießen, ven 26. Juli 1888. Hochachtungsvoll 6058_________________fjouifi LiUer. Sonntag, den 29. Juli d. I, feiert der Turnverein Wieseck in der Wirthschaft des Herrn Karl Dorseld sein 26jähriges Stiftungsfest verbunden mit Concert9 Preis- und Schauturnen. Abends: PreiSvertheilung und Feuerwerk. Auf obiges Bezug nehmend, empfehle vorzügliche Speisen und Getränke (Actien-Exportbier). G052 Karl »orfeld. _ Von Seiten des Turnvereins Wieseck ist eine Einladung zu dem am 29. Juli daselbst stattfindenden Stiftungsfest ergangen. Die Mitglieder werden gebeten, sich zahlreich hieran zu betheiligen (Eintritt frei). Sammlung um 2 Uhr an der Turnhalle. Diejenigen älteren Mitglieder unteres Vereins, welche als Zugführer bei dem Jugendfest mitwirken wollen, werden ersucht, sich bei Turnwart Stoffer anzumelden. 6O5O Der Vorstand GEGR: ' 1846 GEGR: 1846 Wirthschafts-Empfehlung. Einem verehrt. Publikum mache hierdurch die Anzeige, daß ich meine Canzleiberg 5 belegene Wirthschaft nunmehr wieder selbst übernommen habe. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, durch Verabreichung guter Speisen und Getränke mir das Wohlwollen meiner werthen Gäste zu erwerben und zu erhalten. Geneigtem Besuche sehe entgegen und zeichne Hochachtungsvollst Chr. Holl III. Wwe., 6059___________________________Canzleiberg g,_____________ Vorläufige Anzeige. Die Wiener Elite - Concert-Gesellschaft „Lötsch“ kommt. 6048 In Giessen ächt bei C. G. Kleinheit«, Carl Schwaab, 4207) Emil Fischbach. | Ch. A. 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