Rr. 121 Erstes Matt. Smntaa den 27. Mai ' 18853. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. L »ureau: Schulstr-ß- 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. W2 M-rfb» Pst Amtlicher Iheil. Gefunden : 1 Kitzel, 1 rothe Tasche, 1 Perlenkrause, 1 seidenes Tüchelchen, 1 Hundemaulkorb, 1 Kindermantel, 2 Korallenketten, 1 Schlachtmefler, 1 goldener Siegelring, 1 gelber Handschuh, 1 Stock. Gießen, am 26. Mai 1888. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Politische Ueberficht. Gießen, 26. Mai. Ueberall in deutschen Landen, ja, überall wo Deutsche wohnen, ist die hinter uns liegende Woche so fröhlich und heiteren Sinnes verlebt worden, wie seit langen Zetten nicht. Mit dem Austönen des „lieblichen" Pfingstfestes hatte sie begonnen und diesem Pfingstfest leuchtete ein so heller, strahlender Himmel, daß der Menschheit ein echter Lenz sich plötzlich ausgethan hatte. Zu diesen von der Natur uns geliehenen Freuden gesellten sich die frohen Nachrichten über das Befinden unseres Kaisers, und nun haben wir mit ihm und seinem Haus die Vermählung seines zweitgeborenen Sohnes des Prinzen Heinrich mit der Prinzessin Irene, mitgefeiert. Fehlte dieser Vermählung auch der Glanz und die rauschende Pracht, durch welche sonst ein Kaiserhof ein solches Ereigniß zu begehen pflegt, im Herzen des Volkes hat diese stille Feier trotzdem ein nicht minder jubelndes Echo erweckt. Denn das kaum noch Erhoffte war eingetretcn: Der kaiserliche Vater hat seinen Sohn selbst zum Traualtar geleitet. Möge es Kaiser Friedrich nun auch vergönnt sein, noch recht lange Jahre das Glück deS neuvermählten Paares zu schaun. Dieser Wunsch ist selbst bei unseren politischen Gegern laut geworden, vor allem in St. Petersburg, wo man bei dieser Gelegenheit das Wiedererwachen der alten verwandtschaftlichen Traditionen fühlte. In Anbetracht der anhaltenden Besserung im Zustande des Kaisers ist nunmehr die Uebersiedelung des kaiserlichen Hoflagers nach Schloß Friedrichskrorr für die ersten Junitage in bestimmte Aussicht genommen, worauf im Hochsommer ein Aufenthalt in Homburg folgen soll, da Dr. Mackenzie die klimatischen Verhältnisse dieses Taunusbades als besonders geeignet für den kaiserlichen Palienten hält. Das an allerhöchste Stelle eingereichte Gnadengesuch des früheren preußischen Lieutenants Techow, der bekanntlich wegen seines Verhaltens bei dem Berliner Zeughaussturme in contamaciam zu längerer Freiheitsstrafe verurtheilt worden war, ist abschlägig beschieden worden, nachdem sich der Kriegsminister aus Gründen der militärischen Disciplin gegen eine Begnadigung ausgesprochen hatte. Eine Kritik der allerhöchsten Entscheidung erscheint selbstverständig ausgeschlossen, trotzdem wird man aber dem inzwischen zum Greise gealterten Flüchtling, dessen Schuld selbst durch ein 40jähriges Fernsein vom Vaterlande nicht gesühnt werden konnte, die rein menschliche Theilnahme an seinem Geschick nicht vorenthalten können. Im badischen Landtage ist die Ordens frage noch immer nicht gelöst. Im Gegensatz zur zweiten Kammer, welche aus der kirchenpolitischen Vorlage die Bestimmungen über die aushilfsweise Zulassung von Mitgliedern verbotener Orden zur Seelsorge strich, hat die Kirchencommission der ersten Kammer diese Bestimmung — allerdings in etwas eingeschränkterer Form als die Regierungsvorlage genehmigt. Die Commissionsbeschlüsse laufen darauf hinaus, daß die Regierung einzelnen Ordensmitgliedern die Verrichtungen und selbstverständlich jalso ^auch den Aufenthalt im Lande gestatten kann, wenn die oberste Kirchenbehörde in Freiburg die unumgängliche Noth- wendigkeit einer derartigen seelsorgerischen Aushilfe in jedem einzelnen Falle genau nachweist. Ob auf dieser Grundlage eine Verständigung zwischen den beiden Häusern des badischen Landtages in der Ordensfrage zu Stande kommt, steht noch dahin. Der elsässischen Ministerialverfügnng, betr. die Paßpflicht der aus Frankreich kommenden Ausländer, ist die Verordnung über die Ausführung des Erlasses auf dem Fuße gefolgt, die Maßregel wird also vom 31. Mai ab sofort in Kraft treten. In Frankreich ist in dem Kampf gegen die boulangistischen Bestrebungen ein neues Element eingetrcten, das Freimaurerthum. Die Loge zum „Großen Orient" in Paris hat die Gründung einer „Gesellschaft der Menschen- und Bürgerrechte" beschlossen, die allerhand Reformen anstreben, daneben aber den Boulangismus bekämpfen soll. Wie sich eine solche Haltung mit dem internationalen Grundsätze der Freimaurerei, wonach sich dieselbe mit Politik nicht besaßt, vereinbaren würde, ist unerfindlich, jedenfalls dürfte sich aber der Boulangismus durch den Verstoß des „Großen Orients" schwerlich einer ernstlichen Schädigung zu versehen haben. Der französische Senat ist im Fortgänge seiner Berathungen über die Regierungsvorlage, betr. die Militärreform zu dem Beschlüsse gelangt, daß von denjenigen Personen, welche von der Mtlitärdienstpslicht befreit werden, eine besondere Steuer zu erheben sei. Vorläufig hat der Senat die Militärsteuer indessen nur „im Princip" beschlossen und es ist daher noch fraglich, ob dieses seltsame Steuerproject in der That zur Verwirklichung gelangt. Die Londoner tonangebenden Blätter brachten zum Hochzeitstage des Prinzen Heinrich von Preußen sympathische Artikel, welche unter Hinweis auf die kürzliche Anwesenheit der Königin Victoria in Berlin erneut die Freundschaft zwischen Deutschland und England betonen. Die serbische Regierung hat ihre sämmtlichen Behörden längs der bulgarischen Grenze persönlich für die Aufrechthaltung der Ordnung und für die Verhinderung jeder Bewegung der bulgarischen Emigranten von Serbien aus verantwortlich gemacht. Die in den Grenzbezirken von Pirot, Risch und Leskowatz aufhältlichen bulgarischen Emigranten wurden in das Innere des Landes verwiesen, was für die Verhinderung der Bandenbildung von wesentlicher Bedeutung ist. ][ Darmstadt, 25. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog ist mit Seiner König!. Hoheit dem Erbgroßherzog und den Prinzessinnen Victoria und Alix heute Vormittag 9 Uhr 45 Min. im Extrazug von den Charlottenburger Vermählungs- sererlichkeiten wieder hierher zurückgekehrt. In demselben Zuge trafen Ihre Kaiser!. Hoheiten der Großfürst und die Großfürstin Sergius von Rußland (letztere bekanntlich j eine geborene Prinzeß Elisabeth von Hessen) hier ein, um im Großh. Neuen Palais J und in dem nachbarlichen Fürstenlager zu Seeheim einen kurzen Aufenthalt zu nehmen. Die Großfürstin sah vorzüglich aus. Ein osficieller Empfang fand nicht statt. Nur der Dioisions-Commandeur, der Stadt-Commandant und der englische Gesandte waren auf dem Perron anwesend. Die Herrschaften fuhren in offenen Wagen nach dcm Neuen Palais. Telegraphische Depeschen. Wolss'S telegr. Correspondenz» Bureau. Berlin, 25. Mai. Der Kaiser verließ das Belt gegen 11 Uhr, begab sich in fein Arbeitszimmer und empfing den Feldmarschall Blumenthal, später die Besuche des kronprinzlichen Paares, des Erbprinzen und der Erbprinzessin van Meiningen, die auch zum Dejeuner blieben, sowie der Prinzessin Friedrich Carl. Später hat sich der Kaiser wieder zum Schlummer niedergelegt. — Der Kaiser fuhr bis 7 Uhr im Park spazieren und begab sich um 8*/, Uhr zur Ruhe. Das Befinben des Kaisers war während des ganzen heutigen Tages ein sehr befriedigendes. — Die Reise der Kaiserin nach dem Überschwemmungsgebiet bei Elbing ist gutem Vernehmen nach für einen der ersten Tage der nächsten Woche in Aussicht genommen. Berlin, 25. Mai. Das »Milttärwochenblatt* enthält die Ernennung deS GrotzherzogS von Hefien zum Generalinspekteur der dritten Armee- Inspektion (7., 8. und 11. Armee-Corps) und des Generallieutenants v. Hämsch zum Commandeur der Cavalleriedioision des 15. Corps. Der bisherige Commandeur Gottberg ist pensionirt. Berlin, 25. Mai. Das Abgeordnetenhaus berieth den vom Herrenhause zurückgelangten Gesetzentwurf betreffend die Erleichterung der Volksschullasten. Der Abgeordnete Richter erklärte im Namen seiner Partei, daß sich durch den auf die Verfassung geleisteten Eid die Gewissen verpflichtet fühlten, ebenso zu stimmen, wie am 19. Aprrl. Der Minister- von Scholz erklärte, das vorliegende Gesetz sei für die Regierung nie eine Frage des Parteiwesens gewesen. Auf ein verfassungsmäßiges Verbot der Fürsorge des Staates für die Schule konnte die Regierung nicht eingehen, von Rauchhaupt weist jedes Fractions- interesse dieser Frage zurück. Dr. Windthorst hält den Beschluß des Herrenhauses für sehr bedenklich; durch die gegnerische Auffassung des Artikels 25 werde die Schule ganz in die Hände des Staates gegeben. Die Frage der Veränderung der Verfassung sei ungemein einfach. Das Centrum werde bei den früheren Beschlüssen beharren und wolle das Gesetz zur Erleichterung der Gemeinden zu Stande bringen. Werde § 7 gestrichen, so werde seine Partei gegen das ganze Gesetz stimmen, von Gerlach spricht für den Gesetzentwurf in der von dem Herrenhause vorgeschlagenen Fassung. Der Cultusminister von Goßler hob hervor, die Frage, ob eine Aenderung der Verfassung vorliege, sei eine Rechtsfrage, bei der der Verstand zu entscheiden habe. Man müsse sich klar machen, was man seiner Zeit mit dem Artikel 25 gewollt habe. Rach einer weiteren Debatte, in welcher der Minister von Scholz die Regierung noch einmal gegen den Vorwurf verwahrte, Angriffe gegen irgend § eine Partei gerichtet zu haben, und nachdem verschiedene Verfassungsanträge abgelehnt waren, wurden die Paragraphen 1 bis 6 angenommen, bei § 7 tritt Brüel für den Antrag Windthorst ein (Wiederherstellung des vom Herrenhause gestrichenen § 7 — Verfassungsänderung). Die Discussion wird hierauf geschlossen und der Antrag Windthorst mit 179 gegen 148 Stimmen abgelehnt. Die Fortsetzung folgt morgen um 11 Uhr Vormittags. Paris, 25. Mai. Die Bank von Frankreich erklärt die Meldung des „Figaro", wonach die Bank nunmehr auch Kenntntß von der Existenz gefälschter Tausend-Frank- BilletS habe, für unrichtig; die Zahl der der Bank bekannten gefälschten Fünfhundert- Frank-Billets betrage bis jetzt 53. Berlin, 26. Mai. (Privatdepesche.) Se. Majestät der Kaiser hatte eine gute Nacht und fühlt sich gestärkt; er befindet sich jetzt im Park. Lokales, Gießen, 26. Mai. Herr Assistent W. Garth hat Stellung in Pfungstadt genommen. Als Nachfolger und erster Afsistent der hiesigen Veterinär-Anstalt ist Herr cand. med. vet. F. Meyer bestimmt. Gießen, 26. Mai. Die Tiroler Concertsänger-Gesellschaft Bogner-Kittel, welche sich nächste Woche im Cafö Leib producirt, ist, wie wir aus Frankfurter Blättern ersehen, was exacten Chorgesang und Stimmmittel anbelangt, die entschieden beste Gesellschaft der Neuzeit. Besondere Erwähnung verdienen die Vorträge der preisgekrönten Zithervirtuosen Gebrüder Kittel, welche in ihren Leistungen unübertrefflich sind. Was Herrn Bogner (Bariton) und Frl. Preyer (Sopran) anbelangt, ist es wohl nicht nöthig, ihre Leistungen zu betailliren, da dieselben in Frankfurt längst als tüchtige Gesangskräfte bekannt sind. Freunden eines wirklich guten Tirolergesanges können wir daher diese Concerte aufs Beste empfehlen, und wird sich kein Besucher derselben enttäuscht fühlen. — Das Turnfest des GaueS Hessen, welches anfänglich in diesem Jahre nicht ; abgehalten werden follte, findet nunmehr am 8. und 9. Juli er. in Wetzlar statt. Vermischtes. Annerod, 22. Mai. Am 3. Pfingsttage vollzog sich zu Annerod in aller Stille ! eine sehr einfache und bescheidene, aber doch recht bemerkenswerthe und erhebende Feier, | die allen dabei Betheiligten unvergeßlich bleiben wird, und Dem, dem sie galt, ein j ehrendes Zeugniß ausstellt. Es galt den Dank der Gemeinde Annerod an den in den i Ruhestand zurücktretenden Lehrer Kolb nach Zljähriger ununterbrochener Wirksamkeit. | Zu dem Zweck versammelte sich am genannte» Tage im dortigen Schulhause der ? Gemeinderath und der Schulvorstand, um durch den Vorsitzenden des letzteren Herrn ■ Kolb die ihm gebührende Anerkennung auszusprechen und den Gefühlen der Gemeinde beim Abschiede ihres geliebten und verehrten Lehrers Ausdruck zu verleihen. Es geschah dies denn auch in herzlichster Weise unter dem Ausdrucke des Bedauerns, daß Lehrer Kolb die Stätte seiner langjährigen Wirksamkeit verlasse. Dabei wurde hervor - gehoben, daß dieser Abschied einen bitteren Tropfen Wermuth in die diesjährige Pfingst- freude mische, da er viele gute Freunde in Annerod zurücklasse und fast die ganze dm 31. März. geboren®bmCl18naprSu‘m 2:aßI^ner 5>cinri* Spaar eine Tochter, Marie Elisabeth, den 27®ypriLen" Eismbahnarbeiter Friedrich Döpfer ein Sohn, Ludwig, geboren m- ber Bäcker 2 50 44 60 40 38 1 2 3 1 2 3 1 2 (4 (2 (4 (6 (2 (4 (6 der Brodverkäufer Pfd.) Weißbrod A 25 jetzt lebende jüngere Generation unter ihm aufgewachsen sei. Gewiß hatten sich bei der gestrigen Konfirmation, wo er zum letzten Male die Gesänge der Konfirmanden geleitet habe, Viele mit Wehmuth daran erinnert. Was ihm die Gemeinde noch besonders danke, das sei sein anspruchsloses Verhalten, wodurch er ihr bedeutende Kosten gespart habe. Um diesem Danke einen weiteren thatsächlichen Ausdruck zu verleihen, übergab der Gemetnderath dem scheidenden Lehrer ein Sopha, mit dem Wunsche, daß ihm Gott der Herr noch einen recht langen und gesegneten Lebensabend bescheeren möge Auch unter Gräbern lasse Lehrer Kolb theure Andenken zurück. Zu bedauern sei daß derselbe, durch die Verhältnisse genöthtgt, seinen Dienst nicht noch 2 Jahre lang'habe versehen können, denn dann hätte er sein 50jähriges Dienstjubtläum feiern können, was dem bescheidenen Manne, der sein Leben lang nie aus der Verborgenheit heroorzutreten wagte, recht zu gönnen gewesen wäre. △ Mainz, 25. Mai. Heute sind auch die letzten Mainzer Maurer zur Arbeit zuruckgekehrt. So ist denn nach nahezu sechswöchentlicher Dauer eine Lohnbewegung beendigt, bei welcher keine der beiden streitenden Parteien als Sieger heroorgegangen wohl aber das aesammte Baugewerbe von Mainz empfindlich geschädigt wurde. ' — An dce Forstoerwaltungen des Großherzogthums Hessen sind in den letzten Tagen von der Intendantur der hiesigen Festung Anfragen ergangen, welche Quantitäten Holz sie gegebenen Falles in kürzester Frist zu Fortifikattons- und Feuerungszwecken für die Festung Mainz zu liefern im Stande wären. A Aus Rheinhessen, 25. Mat. In Sprendlingen ist am Mittwoch ein Therl der großen Ziegelei der Wtttwe Johann Schnell etngestürzt. Durch einen Zufall wurde von den vielen in der Fabrik anwesenden Personen Niemand beschädigt — In Erbach hat ein lOjähriges Mädchen beim Feueranzünden Petroleum benutzt. Die Flammen schlugen aus, zündeten das Kleid des Kindes und versetzten das Kind vollständig in Feuer, so daß dasselbe derartige Brandwunden erhielt daß alsbald der Tod der Kleinen eintrat. Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Ubr Luft 9, Wasser 141/e Gr M Gießen, den 26. Mai 1888.' Rübs-men. A . 25 Kirchliche Anzeigen der evsnget. Gemeinde. Sonntag den 27. Mai, Vormittags 11 Uhr, Katechismuslebre für die ra« nasraften und Stadtschüler in der Friedhofskapelle, Pfarrer Dingeldey. 9 8e6oren$bennC22nmä®em Äauftnann Äonrab 3°^ Keller ein Sohn, Wilhelm Hans, 6eboren®bene5.C5eb®™ ^Neider Nikolaus Biesdorf eine Tochter, Elsa Käthe Elisabeth, 26. 2Jpdr ®Cm A-rgm-nn Johannes Franz ein Sohn, Karl, geboren den Brodp reise vom 27. Mai bis 10. Juni 1888. 1 Kgr. (2 2 Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen- , Eheschließungen. „ Mai: 19. Christian Weller, Hülfsgerichtsschreiber zu Mainz, mit Anna Margarethe Johannette Friedel von hier. 23. Andreas Heinrich Friedrich Wrede ^I^^Aspirant im Rheinischen Dragoner-Regiment Nr. 5 zu Hofgeismar mit Lina Schmidt Hierselbst. 24. Jakob Happel von Beinhausen, Kreis Biedenkopf Kauf- mann dahier, mit Luise Marie Herbert von hier. 24. Georg Beckel, Pfarrverwalter zu Ulrichstein, mit Agathe Marte Kurz von hier. 25. Carl Wilhelm Konrad Schäfer Kaufmann dahier, mit Antonie Henriette Christiane Luise Wißner von hier. Geborene. Leisler^nEohu, H-7vr^ Rudolk" D-m Tapezier Conrad Gestorbene. iq gr 19; Margarethe Göbel, 24 Jahre alt, ledig, Fabrikarbeiterin dahier. ^;i.Hnnnah^ ™ ^onate aIt' Tochter von Bautechniker Louis Seultng dahier. 20. Marte Marx, 10 Monate alt, Tochter von Schlosser Christian Marx dahier. 21. Jacob Heinrich Karl Horn, 6 Monate alt, Sohn von Bäckermeister I ^Oth. 1 Jahr alt, Tochter von Hülfsheizer bet | ^Q ^^/^-Bahn Paul Loth dahier. 22. Anna Elisabeth Ltndenstruth, geb. Mank, 79 Jahre alt, dahier, Wtttwe von Fuhrmann Johannes Lindenstruth. 22. Johannes I Jahre alt, Landnmnn von Neunkhausen, Amt Hachenburg. 24. Ludwig I Dopfer, 1 Monat alt, Sohn von Bahnarbeiter Friedrich Döpfer dahier. ° | Gießen, den 26. Mai 1888. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __Fresenius. geborenem Ma/.' ®em 3ä0er eine Tochter, Marie Katharine Johanna, Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. s?«ÄÄeiSwssgi je ■* MÄH, a®?"““*1“*'"''*1« "»- ■£•«>«. D.,.ch« dm" «»>-»»- 2 w .....50 ) Schwarzbrot) 1. Sorte 22 ) Schwarzbrod 1. Sorte 44 ) Schwarzbrot) 1. Sorte — ) Schwarzbrod 2. Sorte 20 ) Schwarzbrod 2. Sorte 40 ) Schwarzbrod 2. Sorte 60 geboreÄTäiprT aB“6eIm (SieäIet dne Tochter, Frieberike Emma, 15. 2lpriI.n,Clben‘ $>Cm Sncd,t 6cinrt6 Luh eine Tochter, Elise Marie, geboren den Handel und Verkehr. „ .Ließen, 26. Mai. Auf dem heuttgen Markt kostete: Butter per Pfund A 1n0"?n1ti0# Hühnereier pr. ©t 5 J», 2 Stück 9 Enteneier 5- Gänseeier St- 9-10 ^ Kale vr. St. 4-8^, Käsematte per St- 3 Erbsen per Liter 18 A, Mn per Liter 32 ^ Tauben per Paar JL 0.65-0.80, Hühner per Stück JL 1.M brs 130, Hahnen per Stück JL 1.50—2.00, Enten per Stück JL 2.00—2.40, Ochsen- tzeisch per Pfund 56—64 A, Kuh- und Rindfleisch 45—50 A, Schweinefleisch 50—6u A 40—46 A, Kartoffeln per 100 Kilo JL 5.00—6.00,' Zwiebeln per Centner JL 15.00—16 00, Milch per Liter 12—18 Weißkraut Stück 0O-OO Kirschen per Pfund JL 0,50-0,70 B Ut zu r ,77 lVersicherungswesen.^I Dem 57. Jahresbericht der Lebensversicherungs- ^esellschaft zu Leipzig (alte Leipziger) entnehmen wir, daß das abgelaufene Jahr sowohl hinsichtlich des Zugangs an neuen Versickerungen wie hinsichtlich der Größe des erzielten Überschusses alle Vorjahre übertrifft. ES wurden 1887 5070 Versicherungen I Denselben Dem Sckubmackermttst^ „ha c über zusammen 34V» Millionen Mark beantragt, der Versicherungsbestand stieg um Max, geboren den f Mai ^^rmetster Heinrich Heß ein Sohn, Wilhelm Ludwig nahezu 20 Missionen Mark und umfaßte Ende 1887 45 234 Personen, welche mit mehr ' als 277 Millionen Mark versichert waren. Gestorben sind während des Jahres 1887 Den 21 Mai Maraaretbe lAöb-, l - VDn 3 252 350 während nach der Ludwig Gödel,' alt 24 Jahre, starb den 19. Mai * b iU Rodg-N verstorbenen Sterblichkeitstafel der Gesellschaft das Ableben von 724 Mitgliedern zu erwarten I Den 24. Mai. Anna Elisabetbe Lindenttrntb - r ZÄ 348^188?^ ist zu entnehmen daß die Prämieneinnahme Lindenstruth, alt 79 Jahre, ftarb den 22 Mai ^"twe des Johannes d 396348 (1886. 8 641 411 ^L), die Zinseneinnahme 2 402 018 (1886: 2701343 ---- der Sicherheitsfonds 11301734 JL (1886: 10 600147 JL), das Gesammtoermöaen 64 429 750 (1886: 58 379 733 JL) betragen hat und daß sich bU Versicherten auf 42pCt., wie im Vorjahre, stellt. , . .Für Ueberschwemmten gingen ferner bei uns ein: Creditverein Zeim bet Gießen 50 JL, Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lahn 37 jl 45 A 87 JL 45 H, insgesammt nunmehr 4176 JL 4 2Btr fAHeften hiermit h?p ^mCn lieben “SanF16611 der Nothleidenden nochmals allen freundllchen Geber/^z- naien L)anr. ___________________________________Red. d. Gießener Anz. 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . '4 Pfd.) Weißbrod .... uv 2 P d.) Schwarzbrod 1. Sorte 22 „ 4 P d.) Schwarzbrod 1. Sorte 47 ! d) Schwarzbrod 2. Sorte 20 bei Mart. u. Carl Lenz u.J.RÜHl Ww. 19 2 w (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bet Matt. u. Carl Len» u. I. Rühl Ww. 3 » (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei L. Schneider, F. W- Hartmann, I. Lein, K. Haas, L. Keil . . . -^Frankfurt, 25. Mm. Vor einiger Zeit theilte ich Ihnen mit, daß die Restauration des Centralbahnhofes Herrn »alfen, dem Restaurateur des Taunus- Bahnhofs hierselbst, übertragen worden sei. Herr Halfen ist nun vor 8—10 Tagen an einem Lungenschlag verstorben und die Bahnhofsrestauration dadurch wieder vacant geworden. Während es nun bis heute hieß, die Restauration des Centralbahnhofs werde I Densptt,-» e c r t Mt mehr ausgeschrieben, sondern dem derzeitigen Restaurateur des Zoologischen Gattens, Wilhelmine Frieda aeb^ren be^26° ^C°b°r Gütlich eine Tochter, Wanda Herrn Steinbach, übertragen werden, taucht heute die überraschende Kunde auf, der Koch . ^uar. des Fürsten Bismarck sei als Bewerber aufgetreten und werde von einflußreicher Seite geboren den 6 Anrtt Restaurateur Karl Achenbach eine Tochter, Anna Dorothea, unterstützt. Wie immer auch die Sache auslaufen mag, das Eine dürfte feststehen nämlich Denselben r ,, M roenn ber Koch des Reichskanzlers Restaurateur wird, die Küche gut wird. - In Johannttte gebmen^den Diehl eine Tochter, Hedwig Anna Luise dem benachbarten Bockenheim wurde gestern in der Regencisterne die schon stark verweste Denselben Dem ™ ar . r Lerche emes seit dem 23. Dezember v. I. vermißten jungen 18jährigen Mädchens auf- Den elben Dem S5LÄ ^org.Rmn ein Sohn, Karl, geboren den 17. April, gefunden. Die Leiche war nur noch an den Kleidern zu erkennen. Das junge Mädchen den 31 Mär? $ ^cbneiber Heinrich Loos em Sohn, August Johann, geboren 'ft die Tochter bes hiesigen Druckereifaktors Doutino, welcher unlängst sein 50 jähriges Dienst-Jubiläum feierte. Ob ein Verbrechen ober ein Unglücksfall vorsiegt, ist noch nicht aufgeklärt. Die Staatsanwaltschaft hat sich bes Falles angenommen. — Ueber ben Entwurf zum neuen beutschen Civilgesetzbuch wirb man nächsten Sonntag ein Urtheil von competenter Seite hören können. Herr Oberbürgermeister Dr. Miquel wirb nämlich Sonntag Vormittag im Saalbau über bas Thema sprechen. Attgemeiner Anzeiger. I l 4425t. Einen Schreinergesellen auf 1 dauernde Arbeit sucht ^r. Weinhardt. Ludwig Schmitt, Glaser, „ _ Kanzleiberg 7, cnTp’ie^It im Einrahmen von Bildern und Spiegeln in allen denkbaren Rahmen. 477 -Von volleingezahlten Stammantheilen kann die Dividende bis zum m P“» * Cutt’ ta,9 ”01L 0—12 Uhr Vormittags und von 2-4 Uhr an U?fexr 0,C0en Vorzeigung der Einlage-Bücher und Quittungsleistung durch die Mitglieder selbst in Empfang genommen morden. Die bi« dahin nicht in Empfang genommene Dividende wird den Mitaliedern durch den Veremsdiener gegen Vergütung von mindestens 10 Pfge. in’« Haus gebracht. Tjon Gießen, den 26. Mai 1888. Einem geehrten heiigen und ausmäriigen Vublikum ,-ige hiermit ergebenst an, daß ich die Brauerei-Restauration der Herren Gebr Röbrle übernommen habe. 4454 4 Mein Bestreben wird es sein, durch besonder« gute Küche und aufmechame Bedienung meine wertsten Gäste stets zufrieden zu stellen. MittagStisch, einzeln und im Abonnement. Hochfeines ..Olfener" stets in Apf. Achtungsvoll Ferdinand Harniksl. Gewerbebank ?u Gießen e. G. ____________H Wagner. Carl Bogt II. 4343) Zweiter Pferdeknecht aesucht bei | August Schlefstnger. > OeffentLiche Impfung. Die diesjährige Impfung wird Freitag den 1. und Freitag, den 8. Juni d. I., jedesmal Nachmittags 3 Uhr, im alten Rathhause abgehalten werden, und die Nachschau, zu welcher die geimpften Kinder nochmals erscheinen müssen, 8 Tage später. Jmpfpflichtig im laufenden Jahre sind die im Jahre ISST geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Es dürfen jedoch auch Kinder, die erst in 1888 geboren sind, zur Impfung gebracht werden und auch Erwachsene werden auf ihren Wunsch geimpft. ES kommt nur Kälberlywphe auS dem Landes Jmpf- Jnstitut zur Verwendung. Wir laden die hiesigen Einwohner zur Benutzung dieser Termine ein, mit dem Bemerken, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß auf eigene Kosten die Impfung vornehmen lasten. Kinder, deren Zurückstellung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können in den Terminen gleichfalls dem Jmpfarzt vorgestellt werden. Gießen, 26. Mai 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 4451 A. Bramm. Oberhesjische Eisenbahnen. In Bezug auf die Beförderung von Patronen aus Sekurit hat der Bundesrath eine Ergänzung der in der Anlage D -um $ 48 des Betrtebsreglements für die Eisenbahnen Deutschlands vorgesehenen Bestimmung beschlossen, welche in der Nr. 18 des Centralblattes bekannt gemacht worden ist. Nähere Auskunft ertheilen die Güter- exveditivnen. Gießen, den 22. Mai 1888. 4441 Großherzogliche Direction. 4436 Ein gebrauchter Handwagen, sowie gut erhaltene Bohnenstangen sind billig abzugeben.Neustadt 10. 4446 Ein fast neues Break billig zu verkaufen Näheres in der Exped. b. Bl. Neue Matjeshäringe, jetzt in vorzüglicher Qualität, la. neue Kartoffeln empf. A. Koch Nacht., 4457 Hamburger Fisch- u. Delicatessen-Handl. 4419] Gute Speise-Kartoffeln verkauft Mischer, gr. Mühlgasse 4. Herrn. Aug. Müller. 3522 »» Jl* 34 habe den Alleinverkauf einer ' 1111*51 rill 111 lll Fabrik übernommen und gebe sämmtliche I llim 0 I llllltlll Gardinen zum Fabrikpreise ab. 1U117MAI Ulllvll' Als Gelegenheitskauf empfehle eine Parthie moderne rein wollene Kleiderstoffe und schwarze CachemirS ganz enorm billig. Thierschutzverein Gießen. Generalversammlung DienStag, den 5. Juni, Abends 8 Uhr, im „Postkeller". Tagesordnung: 1) Jahresbericht, 2) Rechnungsablage, 3 ) Vorstands wähl. Nach S§ 8 und 9 der Statuten müssen etwaige Anträge 8 Tage vor der Generalversammlung beim Vorstande eingereicht werden. 4418 Auflage 344000; »a» aller Deutschen Blatter überhaupt; außerdem er. scheinen Uebersetzungrn iu zwölf fremd» sprachen. N r Die Modenwelt. Sj Jä Jllustrirte Zeitung für W uA Toilette und Hand. äÄ arbeiten. Monatlich gJSaO jtt 2 Nummern. Preis yf W er »ierteljährlich JL 1,26 IUI - 75 Kr. Jährlich FrMMR erscheinen: g B 24 Nummern mit Toi- g S B letten u. Handarbetten. -8 e & enthaltend gegen 2000 w Abbildungen mit Beschreibung, welche das ganze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche für Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zarter« Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Bett- und Tischwäsche rc-, wie die Handarbeiten te ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmuster« für alle Gegenstände der Garderobe und etwa 400 Mufter-Vorzeichnungen für Weiß- und Buntstickerei, Namens- Chiffren rc. 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KleeS, Ludwigsftraße 5. t I Erklärung betreffs des Luther-Testspiels. ! als aam°aP1m6th^b9rtt’r*i.eiteh rol,b mir mitgctheilt, daß bei Gliedern meiner Gemeinde ' ßutbe?-sSms* mich Derbreitet werde, ich sei ein heftiger Gegner des I Ls nurs .l®'m ? blc ^ute wider dasselbe auf und suche die Aufführungen ! mft 5fcbrP rokbtLnnache durch mem Schweigen nicht den Schein der Ntcktiakeit ae- ’ SichluIrklLm^ 6etreff8 D,£inCt Stellung zu dem ZÄRtt L s td) selbst — Niemand sonst — die Anregung zur Aufsübruna von H. Herrig in hiesiger Gemeinde gegeben habe. Als Gegner ÄttÄs?les doch mcht, sondern ich lhat es, weil ich den hohen Werth dieser kirchlichen 2Ur bfQ9 eoangetilch-kirchliche Leben erkannt hatte, weil ich den Segen der- selben auch unserer hiesigen Gemeinde geboten zu sehen wünschte, und wei?ich für unseren Kirchenbaufonds dadurch einen Beitrag erhoffte. Ich hatte hierbei von Anfana an keinen anderen Gedanken, als daß zu diesen Ausführungen nur effr öffentliche? Saal, der. größte in Gießen, Stein's Gartensaal, gemiethet und würdig heraericktet te unserer Stadtkirche galt mir für unbedingt ausgeschlossen. s?^nis Gemeinde von fast 17 000 Seelen nur diese eine Kirche zu Gottesdienst ^bndmahlsfeier, Trauungen und anderen kirchlichen Handlungen besitzt, so hielt und ™ UV- Un k bra& Lese Handlungen und das in ihnen sich darstellende Un3i"m«b?s^EU'deleben durch solche Festspiele auf Wochen hinaus unterbrochen werden. Auch widerstrebt es mir entschieden — Anderen geht es vielleicht auch so — daß unser ist es XrehJllrd,\n11/ Bühne zu einem Festspiel überbaut werde; eine Bühne Hnh ^dirmu* Cbr^Unbrte rI! auf ^usgefuhrtes Luther-Festspiel, mag es noch so kirchlich und christlich sich gestalten und ergreifend wirken, ist nimmermehr ein Gottesdienst. In anderen Städten sind allerdings auch zuweilen Kirchen für die Luther-Festspiele benutzt worden, aber mel häufiger öffentliche Säle; und in letzterer Zeit werden immer — meines Erachtens in sehr richtigem Verständniß — Säle" benutzt, nicht die W? ^^^res doch geschieht, da sind es entweder Kirchen, die zu Gottesdiensten nich mehr in Gebrauch sind, oder die neben anderen tii b.r @em Jnbf DÄe.en & 5 entbehrt werden können. Stoch nirgends ist meines Wissens die einzige kLuther - Festspielen hergegeben worden. Als hier das unsere Stadtkirche zu den Aufführungen erbat, war ich selbstverständlich gegen Bewilligung und erklärte die Benutzung eines Saales als das einzia angemessene. Die Bewilligung der Kirche wurde aber bekanntlich ertbeilt, doch nur unter ausdrücklichen bestimmten Bedingung, daß der sonntägliche Gottesdienst in der Stadt- klrche dabei nicht gehindert werde. Nttr erschien diese Bedingung von vornherein als unerfüllbar; ich wurde aber belehrt, daß die Errichtung und Wegnahme der sehr ein- sachen Buhne ledesmal in einigen Stunden ausgeführt werden könne. Was ich voraussah, geschah. Das Luther-Festsptel-Comitö erklärte nach längerer Zeit der Vorbereituna die wochenweise Wegnahme und Neuaufstellung der Bühne in derKirche für unausführbar unö bat um Verzicht auf die eben genannte Bedingung und um Ueberlassung der Kircke auch an einigen L>onntagen. Auch diese Bitte wurde gewährt und beschlossen, an jenen Sonntagen unsere Gottesdienste in der Friedhofskapelle zu halten. Ich sprach da wo ich zu reden berufen und veranlaßt mar, mein schmerzliches Bedauern über diese Ge- wahrmra aus — und ich hege dieses Bedauern heute noch —, weil in Folge derselben einige Wochen lang unsere Kirche weder zu Gottesdiensten, noch Abendmahl, noch ^rauungen am Altar benutzt werden kann (ob 2 Sonntage genügen werden, ist mir heute noch sehr zweifelhaft), weil wir auch bet vermehrten Gottesdiensten in der fernen, kleinen Friedhofskapelle vielen fleißigen und regelmäßigen Kirchenbesuchern ihren gewohnten Kirchgang nehmen, und weil ich in solcher Unterbrechung und Aenderung nur eme Schädigung des kirchlichen Lebens in der Gemeinde zu erkennen vermag. Es war auch in diesem Stadium der Angelegenheit meine feste Ueberzeugung und ist es heute noch, daß Stein's Gartensaal zu den Festspielen hätte gemiethet und hergertchtet werden sollen, und daß dort die Aufführungen mindestens mit demselben Erfolg und Segen, wie er in der Kirche zu hoffen ist, vor sich gehen würden. Natürlich war dann wegen der Kosten eine viel geringere Einnahme für den Kirchbaufonds zu erwarten was aber bet einer solchen ernfteh kirchlichen Angelegenheit der allergeringste Verlust ist. Nachdem unsere Kirche zur Aufführung des Luther-Festspiels bewilligt war war mir eine Mitarbeit zur Vorbereitung dieser Festspiele nicht mehr möglich; und nachdem auch die Unterbrechung der gewohnten Gottesdienste u. s. w. in der Kirche zugestanden war, war mir persönlich meine Herzensfreude an dem Luther-Festspiel verdorben; und das um so mehr, als es bekannt ist, daß im deutschen Vaterland viele evangeliiche Christen für die Luther-Festspiele aufs höchste sich begeistern und dabei kaum zwei bis drei Mal lährlich zur Kirche und niemals zum Abendmahl kommen und weil auch um deswillen das gewohnte kirchliche Leben durch die Festspiele in keiner Werse beschrankt, sondern bestimmt bezeugt werden sollte, daß bei allem hochgeschätzten Werth der Luther-Festwies doch in jeder Hinsicht erst der Gottesdienst kommt und bann erst das Festspiel. Dies sage ich offen; und ich habe so gut wie andere Leute das Recht und den Beruf, m dieser mich persönlich und amtlich sehr nahe angehenden tirchtichen Angelegenheit meinem Gewissen zu folgen und meine Ueberzeugung aus- zusprechen. Wenn ich dadurch bei Manchem mich unangenehm mache, so muß und kann ich das tragen. Daß ich aber deshalb ein Gegner des Luther-Festspiels sei daß ich gegen dasselbe aufhetze und seine Aufführung hier zu Hintertreiben suche, das kann nur nut arger Verdrehung und Verleumdung gesagt werden. Im Gegentheil — das möchte ich nunmehr auch öffentlich erklären — habe ich dasselbe Interesse" an dem Wohl- gelingen des Luther-Festspiels, wie nur sonst irgend Jemand in der Gemeinde; ich hege ?rCn££“c rld)Ugen daß die nun unvermeidlicher Weise in derKirche geschehenden Aufführungen allgemeine Betheiligung und möglichst reichen, besonders geistlichen und kirchlichen Erfolg und Segen schaffen möchten. Ich wünsche dies um der guten evangelischen Sache willen, die ick m jeder Weise in unserer Gemeinde gefördert sehen möchte; ich wünsche es auch um der Mltwirkenden willen, die mit Eifer und Begeisterung ihrer ernsten Aufgabe sich hingeben, sowie um der Mitglieder des Comites willen die mit den größten Opfern an Zeit und Arbeit das schwere Werk binausführeu. Auch habe ich alle mir als dem ersten Pfarrer und Vorsitzenden des Kirchenvorstandes zukommenden Vorbereitungen und Besorgungen ungesäumt/erledigt und werde sie soweit nolhig noch weiter erledigen, damit in dieser Hinsicht die Aufführungen des Festspiels in der Kirche ungehindert vor sich gehen, und damit die Gemeindeglieder möglichst zahlreich und bequem an den Gottesdiensten in der Friedhofskapelle sich betheiligen können Nach diesen Darlegungen bitte ich meine Gemeinde herzlich, ein anderes Urtheil 'N dieser Sache über mich zu haben, als es das oben genannte Gerede veranlassen mußte Gießen, den 26. Mai 1888. Dr. Naumann, Pfarrer. r „Zur guten Stunde", r ▲ Jlluffrirte deutsche Zeitschrift, ▲ bringt Romane und Novellen der besten und bedeutendsten Schriftsteller! J J Glänzende künstlerische Ausstattung! T Preis pro Quartal (13 Nummern) 2 Mk. 50 Pf. ▼ Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Po st an st alten ▼ (Zeitungsliste 6650) entgegen. ♦ T — Probenummern =— ▲ liefern alle Buchhandlungen, sowie die Verlagshandlung J ♦ Berlin W. 10. Deutsches Verlagsbaus. Emil Dominik. 4442 H dG«O»«GO»OOOGGG^ Stein’s Garten E. Harms, Neustadt 48. Jobs- iüeyer 4456 4420 Gterhaid, Bahnmeister. alte 101 00, neue 102.50 Telegraphischer ^Kursbericht der Berliner Börse vom 26. Tendenz: fest. ; Redaction: A. Scheyda. 141.25 93.25 78 80 80 90 107.60 102 90 101.00 106.80 105.10 106.50 104.20 88 30 64.40 98 40 145.20 97.30 103.00 102.50 97.50 104.00 16.09-16.12 16.09-1612 20.30—20.-6 4.16—4 20 Mai 1888. 192 75 35 50 78 00 92.00 2Een Kameraden und Freunden, von denen ich nicht persönlich Abschied nehmen konnte, sage bei meinem Weggang von hier nach Cassel ein Lebewohl. Oefterr. Creditactien Oefterr. Staatsbabn-Ä iten 1880 4% Russen Oblig. 4°/o unif. Egypter Oblig. Disconto-Com.-Antheile Lombarden 4% Ungar. Goldrente 5% Gemischte Russen GOGGGKGGOGOGGGGGGGGGD , Die noch auf Lager befindlichen 20 Francs-Stücke do. in 1/a Engl. Souvereigns Dollars in Gold 4447] Möblirtes Zimmer für ein, auch ! zwei Herren zu oerm-etben. 31/2% Solms-Brauns. Oblig. 4% Gießener Oblig. 4% Oefterr. Goldrente 4’/5% Oefterr. Silberrente 5% Portugiesen Oblig. Darmft. Bank-Actien Geldsorten. Danksagung. Allen Denen, die unsere liebe Mutter, Schmiegermutter, Großmutter und Schwester Anna Elisabetha LindenstNUth zur letzten Ruhe geleiteten, sowie für die Blumenspenden und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Ur. Naumann am Grabe der Verewigten sagen ihren tiefgefühltesten Dank 4431 ________________________Die trauernden Hinterbliebenen Sonntag den 27. Mai er: Grosses Abend-ümcert ■’Ä'Ä’ÄÄSaffÄÄS?1 ■«i—-Entree 30 Pfg. 4455. Fommer-Amhänge, Jaquets, Wies, Promenades etc. werden von heute ab zu ermäßigten Preisen ausverkauft A. D oct er, Seltersweg 57. 3Vb% do - Druck unb Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gietzen. ~ Die heutige Nummer enthält 3 Blätter. Cafe Leib- Montag, Dienstag und Mittwoch, den 28., 29. und 30. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Todes-Anzeige. gider Mann^^ 8 l^r ”er^ieb "ach langem schweren Leiden mein Karl Wilhelm Wagner, Schneider m[Le,r Don N^en, was ich Verwandten und Freunden mit der Bitte um strlle Theilnahme mittheile. Gießen, den 25. Mai 1888. Im Namen der Hinterbliebenen: Susanne Wagner, geb. Wacker. Die Beerdigung findet Sonntag den 27. Mai, Nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Wallthorstraße 38, aus statt. 4422 4,/2% Franks. Landwsch. Creditbk. Oblig. 4% Hamb. Hypothbk.-Psandbr. 31/-j°/o do. 5% Buderus Oblig. 4% Preußische Consols 372% do. 4% Nassauer Oblig. 4°/o Bayerische Oblig. 4% Badische Oblig. 4% Hessische Oblig. 4% Franks. Hypothbk.-Psandbr. 4444) Wohnung, bestehend aus vier Zimmern, Küche, Bodenkammer u. s. w-, zu vermiethen und bald zu beziehen- _ ____Bismarckstraße 6-8. -438] Kleine Wohnung zu vermiethen. _________Krosdorferstraße 17. 4437] Kleines Mansardenlogis für 1 bis 2 Personen vermiethet. Wilh. 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