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Amtlicher Hßeil.
Dr. Boekmann-
empfehlen wir gewähren.
Gießen, am 22. Februar 1888.
Betreffend: Die von der trigonometrischen Abtheilnng der Königlich Preußischen Landesaufnahme im Jahre 1888 projectirten Vermeffungsarbeiten.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an dte Srotzherzogliche« Sürgermetftereie» de» «rets-O.
Von der trigonometrischen Abtheilung der Königlich Preußischen Landesaufnahme werden in diesem Jahre - von Mitte Apr.l ab - auch Ver- d-. SM-,» Md b„ z»«„ »d d-, «<».»>-- „«-»< M-», °-d,-- i«. WM« SSthXn Smarten wir daß Sie dafür Sorge tragen werden, daß die Vermeffungsarbeiten ungehindert ausgefuhrt werden können. Zugleich $ $ 9‘ Ihnen, dem Herrn Oberst Schreiber und dem chm unterteilten Personale die thunlichste Unterstützung zur Förderung ihrer Arbeiten z«
Die von der trigonometrischen Abtheilung der Königlich Preußischen Landesaufnahme projectirten Vermessungsarbeiten werden in diesem Jahre von Mitte April ab — sich auch auf das Gebiet des GroßherzogthumS erstrecken. Dieselben werden bestehen in der Erbauung von Signalen I. Ordnung aus dem Hexenberg bei Langen (Götzenhain), aus dem Kloppberg bei Alzey (Dittelsheim), in der baulichen Einrichtung des Aussichtsthurmes auf dem MelibokuS und der Thurmes der Stadtkirche in Darmstadt, sowie in der Ausführung von Recognoscirungen für ein Dreiecksnetz zwischen den Breitegraden 50 0 und 51°30‘. r .
Die bei den trigonometrischen Feldarbeiten fungirenden Dirigenten, Officiere, Trigonometer und Hülsstrigonometer werden unter dem Befehle des Chefs der trigonometrischen Abtheilung der Königlich Preußischen Landesaufnahme, Oberst i la suite des Generalstabs der Armee, Herrn Schreiber, stehen. „ .
Da zur Ausführung dieses gemeinnützigen und wissenschaftlichen Unternehmens die Mitwirkung der Grundeigenthümer und Eingeseffenen, der Geistlichen und Verwaltungsbehörden, namentlich auch der Forstbeamten, in den betreffenden Gebietsthellen erforderlich ist, so werden die genannten Behörden und Personen hierdurch ausgefordert, zur Förderung der erwähnten Arbeiten auch ihrerseits kräftig und eifrig mitzuwirken.
Die dem Herrn Oberst Schreiber, sowie dem ihm unterstellten Personal zu gewährenden Hülfsleistungen bestehen vorzüglich in Folgendem:
1) Bei Besichtigung der Gegenden sind auf Verlangen Führer, welche dieselben genau kennen und sonst wohl unterrichtet sind, gegen ortsübliche Zahlung zu gestellen.
2) Bei Quartierwechseln oder soustigen dienstlichen Veranlassungen haben die Großherzoglichen Bürgermeistereien dem Herrn Oberst Schreiber, sowie dem ihm untergebenen Personal, aus Verlangen Miethsfuhrwerke gegen eine billige, die ortsüblichen Preise nicht überschreitende Vergütung, die sofort baar bezahl: werden wird, zu beschaffen und überhaupt für ihr schnelle- und sicheres Fortkommen zu sorgen. _ p , c,
3) Die Beamten, besonders Forst- und Baubeamte, sowie die Bürgermeistereien, welche sich im Besitze von Karten und Aufnahmen solcher Gegen- den befinden, die das zu vermessende, resp. zu recognoscirende Terrain in sich faßt, werden hierdurch angewiesen, dieselben dem Herrn Oberst Schreiber, sowie den ihm unterstellten Dirigenten, Officieren, Trigonometern und Hülfs- trigonometern auf Erfordern zur Einsicht und allenfalls nöthigen Copirung mitzuthellen, auch den commandirten Trigonometern die erforderlichen Notizen
zur Anfertigung genauer statistischer Bemerkungen so ausführlich, als möglich, zu geben.
4) Gegen Vorzeigung dieser offenen Ordre sind sowohl der Herr Oberst Schreiber, als auch die Dirigenten, Officiere, Trigonometer und Hülfs- trigonometer überall, wo sie es verlangen werden, für sich und chre Diener, resp. Burschen, die rationsberechtigten Officiere auch noch für ihre Pferde, mit geeignetem Quartier und entsprechender Verpflegung zu versehen. Für biefe Leistungen hat von den Betreffenden unmittelbar eine angemessene Bezahlung zu erfolgen. Die Fourage für die Pferde der rationsberechtigten Officiere ist gegen die vorschriftsmäßige Quittung herzugeben.
Ueberhaupt wird erwartet, daß dem Herrn Oberst Sch rerb er und dem gesammten chm unterstellten Personale alle anderen Hülfsleistungen, deren sie zur Beförderung und Erleichterung ihres Auftrages bedürfen werden, gewährt werden und es wird insbesondere zu den Grundbesitzern, Geistlichen und allen Einwohnern überhaupt das Vertrauen gehegt, daß sie mit Bereit- wAigkeit deren Wünschen entsprechen und dadurch zur Erleichterung des nützlichen Zwecks dieser Unternehmung beitragen werden.
Darmstadt, am 11. Februar 1888.
Großherzoglich Hessisches Ministerium Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz. der Finanzen.
Finger. Weber.
Offene Ordre
für den Chef der trigonometrischen Abthellung der Königlich Preußischen Landes-Aufnahme Herrn Schreiber, Oberst ä la suite des General- stabes der Armee, sowie die demselben untergebenen Dirigenten, Officiere, Trigonometer und Hülsstrigonometer an die Grobherzoglichen Bürgermeistereien, die Grundbesitzer, Geistlichen rc. und die bei der Landesverwaltung angestellten Großherzoglichen Beamten.
Daß der , c p
derL unß
d°8 der Unterricht im Turnen mit Unluf^Ä
Tnrnere. n.ch fern, s,e nähmen An.heil an den Turnkursen in Darms adt Wf glieder eines Lehrerturnoeretns, in welchem sie sieb ausbittzp» £• c Lclcn ÄSa'ÄftÄii®»*“
H- von Lehrern könne wohl auch Rücksicht aus die Befäbiauna Neuanstellung
Unterrichts genommen werden. Die 23erianimluna prfinr^f;^ ^rtyjuni beö Turn- Schuldeputation einverstanden. — Aus diesberüaltckes Antrag der
einer Compagnie des hiesigen Regiments für ^22* ^ar3^ M?^utn^Q5eTba^ro^b=
Allgemeiner Anzeiger.
Holzversteigerung , Schirm-Versteigerung.
im Cemkindewald Hausen. 6«3tfür Geschlechts- u Kranen-
• w ■«•<>>BSe Kraukh Kranrf«rta/M.,Stiststr 22 l.
--——-----------------7 Sprechst.tagl. v. 10—1 u. 3—5 Uhr. [17
Kexuoerich’s
‘SffiääHSIS
Koiaenen Medaillen Rusgrezeichnet worden.
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. ,, III. „ =5,55 „
Kiefern-Stämme III. und IV Kl = 5,05 fm, Kiefern - Stangen I.—III. Kl — 0,51 fm,
I 5°burtstags Sr. Majestät des Kaisers überlassen —
ÄTMn TeÄaen “Ä« «Ä
um Verlängerung der ihm gesetzten ftrift bicrin «n*1 ^Khen, sucht
lange Baumstämme in seinen Hof zu fahren Vie• J°n nic^t möglich, befürwortet. — In voriger Situinn^k^^' ^ie nachgcsi chte ^nstverlangerung wird Gesuches des Herrn Ätc Befürwortung des
gebäudes auf dem »on hem n UDl ^^aubniß zur Errichtung eines Bäckereider Ltcherstraße ab, weil ihr sowoh? wie^ der^Nn«?^^bfleisch'schen Besitzthum an Verhältnisse zu den anderen bnd tfin ia Baudeputatnm der proiecttrte Bau im s einem neuerdings eingereichten Gesuchs^^g?Ler^E^h?e Ne^k ^^ien. In ihm erwachsen würden, wenn fein ©efnrh a, Verlegenheiten dar, welche | an Großh. Ministerium wenden müsse n.cht genchnngt wurde, resp. wenn er sich I Local zu räumen habe; er wolle sich indev ticrSiK°n jüm Zither benutzte
Haus zu bauen, durch welches bU anattüKa b; dreier Jahre ein Vorderdeckt würden. Die Versammluna fDrirf^fi*” «r § ^/^tande bezeichneten Gebäude verbte dahinter befindlichen Gebärche nu^e Ä'tbellme beabsichtigten Neubau
erhallen, dafür aus, daß dem Gesuche Deckung von der Straße aus
die Einhaltung des Versprechens ein Vorderbm.ä /?nne wenn Herr Faß auf eine Cautton von 500 leistet und auüei-d/m s^, "merhalb dreier Jahre zu erbauen, Neubau demnächst der Stadtverordnetenverü-mml? e ^Iänc *11 diesem
Herr Schreinermetster Hahn beabfichtiat 1n0 ®eflutacbtuna vorzulcgen. —
| Thetl seiner in der Katharinengasse gelegenen^^Lo?ratt^e^sbmber o. Js. abgebrannten um Dispens von den Bestimmunaen VErhnnn! wieder aufzubauen und sucht Massivbau zuläßt, während Oesuchsteller in ^nrhmprr U)e,,(^e ^.,^skm Falle nur empfiehlt Befürwortung des Gesuchs ' a' Die Baudeputation tracht kommenden Stelle die fteueifidierheit ^Dbk°u &er ^ier in Be-
tft mit der Befürwortung^ beo^ie Versammlung meisier Harms, welcher^oreini^Z^ Q~ Mctzger-
rohren gezogenen Graben fiel unb baburd) De?lAfrb ?0ln0-Don Jetne Ansprüche auf Schadenersatz geltend durch ernen Anwalt
der Versammlung als zu h"ch Forderung von
Klage auf Schadenersatz aufzunehmen b bel4Iof1en' ble In Aussicht gestellte
Man ver- äffiSgÄÄ.'ÄH'ä fälschte Seide ld e leich? s^^. 0 von ganz hellbräunlicher Farbe. - Ver- lich brennen die „Schußfäden'^weittr fmenn^elw Ia2J? 50rt' naments ä“ ä - sää, bäks ------- 775
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Hausen, am 20. Februar 1388.
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Ein Ausschreiben des Deutschen Centralkomitös der Vereine vom rothen Kreuz in Berlin fordert dringend zu regster Thätigkeit im ganzen deutschen Vaterlande auf. Die Gründe hierfür brauchen angesichts der politischen Lage nicht näher dargelegt zu werden. Wir hoffen, wie unsere Reichsregierung, auf die Erhaltung des Friedens, aber wir müflen uns ebenso wie diese für den gegentheiligen Fall vorbereiten. Wo durch das neue Wehrgesetz die ganze waffenfähige Mannschaft für den Ernstfall bereit gestellt wird, mutz auch das rothe Kreuz 'gerüstet sein, die ihm obliegenden Aufgaben voll und ganz zu i erfüllen. f
Dies um so mehr, als fortan also für unser Land wesentlich unser Verein mit seinen Zweigvereinen ausschließlich berechtigt sein wird, den Kriegs- sanitätsdienst zu unterstützen. Diesem Recht entspricht die Pflicht, das hierdurch ausgesprochene Vertrauen unbedingt zu rechtfertigen und insbesondere zu diesem Zweck jetzt schon unsere Organisation voll und leistungsfähig zu gestalten, denn ohne gründliche Vorbereitung ist es nicht möglich, den an uns heran- tretenden Aufgaben gerecht zu werden.
Abgesehen von besonderen solchen Aufgaben, welche den einzelnen Zweigvereinen erwachsen können und worauf in besonderen Zuschreiben zurückzukommen wir uns vorbehalten handelt es sich zunächst für die noch bestehenden Vereine um Verstärkung, für die in der Sicherheit des langen Friedens eingegangenen um Wiederherstellung; da, wo solche überhaupt noch nicht bestanden, um Neu- gründung von Zweigvereinen; überall aber um Gewinnung zahlreicher Mit- glieder^und kräftiger Geldmittel, insbesondere durch Jahresbeiträge.
Indem wir hierzu dringend auffordern, bitten wir, über die Ergebnisse an uns zu berichten.
Wegen Bezuges von Statuten und Ertheilung von Auskunft wolle man sich an den mitunterzeichneten Schriftführer wenden.
Darmstadt, 18. Februar 1888.
Der Vorstand des Hülfsvereins im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde (vom rothen Kreuz).
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General-Versammlung JL»
Dienstag, den 28. d. M., Abends 8V2 Uhr, im Vereinslokal (Schloßgaffe).
Tagesordnung: Kassenbericht, Bericht des Schriftführers, Vorstandswahl, Statutenänderung, Kaisers Geburtstag. 1467
Gießener Bienenzüchter-Verein.
Versammlung
Sonntag den 26. d. MtS., Nachmittag» 3 Uhr, bei Felfing. Tagesordnung:
1) Vortrag über Durch- und Auswinterung der Bienen.
2) Vereinsangelegenheiten.
3) Letzte kostenlose Erhebung der Vereinsbeiträge für 1888.
Mage zu Jlr. 49 Des „Kchenee Anzeiger".
Politische Ueber-cht.
Sietzen, 25. Februar.
Der Bundes rat h überwies in seiner Donnerstagssitzung den Gesetzentwurf über die Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften den zuständigen Ausschüssen und genehmigte alsdann den Gesetzentwurf über die Abänderung des Artikels 24 der Reichsverfaffung (Verlängerung der Legislaturperioden). Zweifellos beabsichtigte die Regierung, den Genoffenfchaftsgesetz Entwurf in allernächster Zeit auch dem Reichstage zugehen zu lassen, ob derselbe aber noch große Lust bezeugen wird, sich am Ausgange der Session mit diesem nicht unwichtigen Gegenstände zu besasien, muß einigermaßen bezweifelt werden.
Der Reichstag erledigte am Donnerstag die zweite Lesung des Etats in envas beschleunigtem Tempo. Die noch restirenden Positionen (Etat der Zölle und Verbrauchssteuern, Etat de» Reichsschatzamtes, des Reichs, invaltbenfono», Etat der Reichsjchuld u. f. w.) wurden unverändert genehmig! und stimmte bas Haus schließlich auch dem Etatsgesetze zu. Von größerem Interesse waren leviglich die Darlegungen, welche der Vertreter der Stadt Straßburg, Petri, gelegentlich der Berathung über den Reichszuschuß von 400,000 Mark zur Straßburger Universität bezüglich der Ve hältmsse im Reichrlande gab. Der Straßburger Abgeordnete meinte, in Alt D.-mschland h be sich wegen der ungünstigen reichslät oischen Reichstag-wahlen des vorigen Jahres üi e gewiße Animosuät gegen Elsaß-Lothrnigen herausgebildet, die aber durchaus nicht begründet fei, die öffentliche Meinung Deutschlands sei damals durch ganz falsche Berichte über die politischen Zustände in Elsaß.Lothringen irregejührt worden. Lebhaft proteftirte Herr Petri gegen die Anschauung, al» ob die reichsländifche Bevölkerung zum großen Theile aus revolutionären Elementen und Französlingen bestünde und ließ er durchjchimmern, daß verschiedene kleinliche polizeiliche Maßregeln mit zu dem unerfreulichen Ergebnisse der elsässischen Wahlen geführt Haden. Die Ausführungen des Straßburger Abgeordneten, der bekanntlich ein Alt-Elsässer ist, wurden vom Hause mit lebhafiem Beisalle ausgenommen und unter Dem Eindrücke seiner Rede stimmte der Reichstag dem Commissionsantra^e, die 400,000 Mark für die Universität Straßburg au» den einmaligen Ausgaben in Die dauernden Ausgaben zu versetzen, fast einhellig zu.
Im preußischen Abgeordnetenhause wurde am Donnerstag die Specialberaihung des Etats der Eisenbahnverwalrung nach zweitägigen Verhandlungen zu Ende gesührt. Dieselben brachten sprciell am Donnerstag eine lange Rede des Abgeordneten Hammacher über die Amortisation der Staatsbahnschuld und weiter über Die Tariffrage, wobei Abgeordneter Hammack" in letzterer Hinsicht der Anschauung entgegentrat, al» ob der Westen in der Tar.sirung gegenüber dem Osten begünstigt würde. Im Uebrigen wur en sämmtliche Positionen des Ordwariums wie des Extraordinartnms unverändert genehmigt.
Da» rasche Fallen der russischen Valuta, wie sich solcher dieser Tage an der Berliner Börse ganz auffallend Documentirte, berührt in Petersburg natürlich sehr unangenehm. Das „Journal oe St. MerSdourg" bemüht sich die Berliner Baisse in russischen Werihen aus den Ausgang des Proceffes der Gesellschaft „Victoria" ziuückzuführen. Letztere hat in Rußland die Versicherung von postalischen Werthsenoungen, die nicht declartrt sind, übernommen und ist eine deutsche Gesellschaft. Vor einiger Zeit gmg ein nach Moskau adresstrtes Packet mit einem Inhalte von 120,000 Rubel, welches bet Der ge- nannten Gesellschaft versichert war, aus Dem postalischen Wege „verloren' und die „Victoria" mußte Dem Aasender Die 120,000 Rubel ersetzen. Nun stellte es sich aber heraus, daß drei untere Postbeamte den Diebstahl begangen hatten und wurden dieselben deshalb vor das Moskauer Schwurgericht gestellt, welches jedoch die Spitzbuben trotz des erdrückenden Schuldbeweises — freisprach I Aus Die russischen Zuftizverhältnisse wirft dieser Vorgang allerDings em seltsames Licht, aber auf Derartige Zwischenfälle Den NieDergang der russischen Valuta zurückzusühren, ist Doch einfach lächerliche letztere Erscheinung ist in ganz anderen Ursachen begründet!
Zur bulgarischen Frage hat sich am Donnerstag auch Lord Salisbury im englischen Oberhause geäußert. Ec besprach dieselbe unter dem Gesichtspunkte Der vorgeschlagenen Conserenz und meinte Salisbury hierbei, wenn die Mächte nicht vorher schon üoer das zu erzielende Hauptresultat einig seien, würde eine solche Conserenz schwerlich zu einem befriedigenden Ausgange führen. E^er erhoffte Salisbury etwas von einem gewöhnlichen Diplomatischen Mei- nungsaustausche und betonte er schließlich, unter Hinweis aus Die jüngste Reichs- tagsrede Des Fürsten Bismarck, es wäre eine Schmach für Europa, sich wegen der bulgarischen Angelegenheit in einen Krieg geiürzt zu sehen. — Das Unter- haus nahm die Adresse an die Königin mit 261 gegen 186 Stimmen an.
Die französische Deputirtenkammer genehmigte am Donnerstag das Budget Der geheimen FonDs mit 248 gegen 220 Stimmen. Das Ministerium Tirard hatte von Der Genehmigung Dieser Position sein Verbleib.m im Amte abhängig gemacht, es ist Demnach noch einmal gerettet — aber aus wie lange?
nn Darmstadt, 24. Februar. (Zweite Kammer der Landstände.j Die Kammer setzt heute die Berathung des Budgets pro 1888—91 fort.
Vorher werden neue Einläufe verkündet und zwar eine Vorlage Großh. Regierung auf Bewilligung von Mitteln zur Ausrüstung der Eisenbahnwagen der Oberhessischen Eisenbahnen für Militärzwecke; ferner eine Interpellation des Abgeordneten v. Rabenau, betreffend Errichtung einer landwirthschaftlichen Ereditkasse durch den Staat; ein Antrag von Wasserburg und Genossen auf Revision des Wildschaden- Gesetzes und dessen Entschädigungssätze.
Per Acclamation wird hierauf Seitens des Hauses auf Antrag The obald und Wasserburg, die Wahl der beiden Präsidenten Kugler und Wo Iss kehl gemäß des Art. 9 der Geschäftsordnung bestätigt.
Zum Schluß erstattet Abg. Theobald noch Bericht über die Eingabe Offenbachs wegen Umwandlung des dortigen Realgymnasiums in ein humanistisches Gym nafium. — Der Finanzausschuß erklärt sich für das Gesuch aus Gründen der Gerechtigkeit.
Es folgt sodann die Berathung des Kap. 39 (Gnmnasium) des Budgets und zwar über die weitere Forderung der Großh. Regierung wegen Erhöhung der Lehrer- gehalte an den Realschulen.
Geh. Staatsrath Knorr empfiehlt in warmen Worten die Annahme dieser Gehalts-Erhöhung, welche ein Akt der Billigkeit sei gegenüber den Lehrern an den Gymnasien. Die Lehrer an den Realschulen würden fait ganz unter denselben Bedingungen bei der Anstellung behandelt wie die Lehrer an den Gymnasien und es liege dieselbe Arbeitsleistung in btren Thätigkeit.
Abg. Schade spricht Romens der Minorität des Ausschusses gegen eine Erhöhung der betr. Gehalte aus volkswirthschaftlichen Gründen und um einer geplanten Steuer-Erhöhung den Boden zu entziehen.
Geh. Ober-Schulrath Greim tritt den Ausführungen Schade entgegen. Für ihn feien keine volkswirthschasilichen Gründe vorhanden, um eine Frage von so weittragender Bedeutung hiervon abhängig zu machen. Hier handle es sich um Erhaltung guter Lehrkräfte und die angemessene Honorirung derselben. Er bittet um Bewilligung der Forderung.
Abg. Friedrich spricht sich in längerer Rede für die Forderung Grotzherzogl. Regierung aus.
Ebenso Abg. Schröder für Annahme.
Abg. Wasserb urg kann für eine Erhöhung nicht sein, weil in nicht ferner Zeit auch die seminaristisch gebildeten Lehrer mit einer ähnlichen Gehalts-Erhöhung kommen werd n.
Abg. Berg st räßer ist für die Erhöhung, er bittet aber, daß man im Allgemeinen dieser fortwährenden Gehalts Erhöhungsströmung ein für allemal ein Ende machen solle dadurch, daß man eine Revision sämmtlicher Gehalte vornehme und daß nach dieser Revision dann alle ferner geplanten Erhöhungen abzuweisen seien.
Abg. Muth spricht aus Gründen der darniederliegenden Landwirthschast und der Steuerzahler gegen die Erhöhung.
Abg. Pf annstiel spricht sich gegen die Vorlage aus.
Die Debatte dauert noch fort. Die Regierungsforderung scheint gesichert.
Gegen die Forderung der Regierung sprechen noch die Abgeordneten Ullrich und Lautz.
Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird einstimmig angenommen.
Rach erfolgter Abstimmung wird die Regterungsforderung mit 34 gegen 10 Stimmen angenommen.
Zu der ferner von Großh. Regierung in Aussicht genommenen Aufbesserung der Geholte der Directoren der Realschulen ist ein Antrag des Abg. Schröder und Genossen eingebracht, welcher beabsichtigt, den Durchschurttsgehalt der Realschul-Direc- toren auf die Summe von 4600 —4800 A jährlich festjusetzen. Die Regierung hatte Line bestimmte Summe gefordert.
Für Die Erhöhung sprechen die Abgeordneten Osann und Metz-Darmstadt.
Geh. Ober-Schulrath Greim betont, daß biete Dtrectorenstellen meistens von älteren Lehrern verwaltet würden. Es sei deßhalb ein Akt der Billigkeit, wenn diesen Lehrern diese Ausbesserung gewährt würde; ebenso beabsichtige die Großh. Regierung einen Dispositionsfond von 5000 A einzustellen zur Aufbesserung der Gehalte von älteren verdienten Lehrern, welche trotz langer Dienstzeit eine Directorstelle nicht erlangt haben. Er bittet um Annahme der Regierungsforderung.
Rach erfolgter Abstimmung wird der Antrag Schröder mit 34 Stimmen angenommen.
Ebenso finden die Forderungen für das Gymnasium zu Darmstadt tm Betrage von 37,530 A desselben zu Bensheim mit 11,130 A desgleichen Gießen mit 25,700 A ferner Büdingen 22,290 A Mainz 111,000 A Worms22,320 A ferner 2000 JL für Vicariatskosten in Krankheitsfällen ohne Debatte die Genehmigung des Hauses.
Es folgt Kop. 40, Realgymnasien und Realschulen.
Bei Tit. 1, Darmstadt, wird der Antrag der Majorität, 22,860 JL zu bewilligen, ohne Debatte genehmigt.
Tit. 2, Realgymnasium und Realschule zu Offenbach, gibt zu längeren Debatten Veranlassung.
Die Großh. Staatsregierung plant mit Genehmigung des Hauses die Umwandlung des Realgymnasiums in ein humanistisches. Auch Dte Stadtverordneten-Versamm- lung von Offenbach wendet sich in gleicher Weise an die Großh. Regierung.
Für Die Regierungsforderung sprechen die Abgg. Böhm, Kugler, Berg- sträßer und Haas und beschließt das Haus mit allen Stimmen die Umwandlung des Realgymnasiums in ein humanistisches, sowie oie Gewährung von 21,940 A für die Budgetsumme.
Ebenso werden die Etatsummen für Gro ß-Umstad t mit 14,340 «X, Michelstadt 19,100 A Wimpse n 13,000 A Gießen (Realgymnasium und Realschule) 16,080 A Alsseld 15,940 A Friedberg 21,110 A Mainz (Realgymnasium und Realschule) 97,980 A Alzey 21,150 A. Bingen 10,780 A, Oppenheim 14,700 A ohne Debatte genehmigt.
Kap. 42, Pädagogische Seminarien, werden die angeforderten 5000 A bewilligt.
Kap. 43, Schullehrer Seminarien.
Der Ausschuß beantragt: 1. Für Fr iedberg 35,810 A, 2. für Bensheim 31,850 A, 3. für Alzey 30,070 A, 4. zur Unterstützung armer Seminaristen 12,000 A, 5. für den Dispositionsfond zur Ausbesserung der Gehalte von Lehrern der drei Anstalten mit 1500 A zu bewilligen.
Die Kammer beschließt dementsprechend.
Es gelangt ein Schreiben Großh. Slaatsministeriums zur Verlesung, wAches dem Hause die 'Mittheilung macht, daß die Großh. Regierung auf Wunsch per Kammer die Freilassung des Abgeordneten Jöst unter Einhaltung des von ihr eingenommenen Rechtsstandpunktes gegen Art. 84 der Verfassung, angeordnet und veranlatzt habe. Kap. 44—47 finden ohne Debatte Annahme.
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