Nr. 302 Erstes Blatt. Dienstag den 25. December 1888« Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf- mit Bringerlosti^ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 PL Erscheint ILstlich mit Ausnahme des MontagS. jv«rea«r Schulstraße 7. Amtlicher Hßeil. Vom 17. December 1888. Gießen, den 24. December 1888. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern.________ Nr. 113 des Neichs-Gefetzblatts, ausgegeben den 21. d. M. enthält: (Nr. 1833). Verordnung über die Inkraftsetzung des Gesetzes, betreffend die Unfall- und Kranken»erficherung der in land- und forstwirthschaslllche» Betrieben beschältiaten Verionen oom 5. Mai 1886. Vom 17. December 1888. (5h. 1834) Allerhöchster Erlaß, betreffend die Erhöhung der in Gemäßheit de« Allerhöchsten Erlaffe, vom 5. März d. I. auszunehmenden Anleihe. Betreffend: Die Zulaffungsfristen für ältere Maße, Meßwerkzeuge, Gewichte und Waagen. Bekanntmachung. Rumps. Aus Grund einer Bekanntmachung der Kaiserlichen Normal'Aichungs.Commission in obigem Betreff vom 30. December 1884 werden die Inter- effenten hierdurch daraus ausmerksam gemacht, daß mit dem 1. Januar k. I. nachstehend verzeichnete ältere Gewichtsstücke außer Verkehr gesetzt werden. 2) Eiserne Gewichtsstücke ratet io'Kilogramm^mü ftster Handhabe (Griff) statt des vorgeschriebenen Knopfes. 8 IS SÄ *. -t E W,«. d" w des § 39 Nr. 3 der Aichordnung vom 27. December 1884 nicht entspricht. 5) Gewichtsstücke in Gestalt vier- oder achtseitiger Prismen. 8 JÄÄSÄÄÄ8ÄB*. n r r* s* «* rsT" " ***** Form mit Knopf bei denen aber die Höhe des CylinderS gleich dem Durchmesser oder großer als der letztere ist. ’ SÄ M S 37 >--> »ich«,— °.» 27. 1884 mch, f.nb, -,»»»-«- »«*«• ry tSSÄÄ t* »■>'*"• r* lÄÄjtS'ÄSi’li". «II,« 8«nb» ib„ »,«,»« »--Ich» H. ««*" °» dem genannten Zeitpunkte an bei Meidung der gesetzlichen Strafe im öffentlichen Verkehr nicht mehr benutzt werden. Darmstadt, den 20. December 1888. Grobherzogliche Mchurrgs - Inspektion. Pfannmüller. Bekanntmachung. W„. ,im UMl.1 »»d, W« <-» Lch---I-° ---- -»--31. »- .«*« ®onne,sl«g bi- i-«-ich-° Nerkebr übet bic neue 88ielekEdrucke in der Bleichstraße gesperrt. , ’ Gieß en am 24. December 1888. Großherzoglicher^ Polizemmt Gießen. . Weihnschtsbotschsft geht durch die Lande. Ihr immergrünes Symbol, der deutsche Tannenbaum, halt seinen Einzug in das Haus und F-iertagsstimmung erblüht in den Herzen der Jungen wie der Alten. Das Ehristsest fordert sein Recht; das soll und darihm werden, hat doch der Schatten schwerer Heimsuchungen nur zu lange di- Seele des deutschen Volk in W”®* die Schwelle der Kindheit überschrittm, könnte die Weihnacht des Jahres 1888 begehen, ohne das Gefühl ttessten Ergriffen,eins b-rm Zuruck- d-nken an alles das, was unserem Vaterland- in der kurz-n Spann- der letzten zwölf Monate zu erleben b-schi-d-n war. Wohl leuchteten auch am selben Abend -°rJ°h"s- ftist die Wethnachtskerzen im ttaulichen Kreise, aber ihr Widerschein * ™ «nften Blicken, in bekümmerten Mienen, denn immer und immer wieder ichwe ffen die Gedanken s-rnab, dahin, wo -in °llg-It-bt-r, all°-r-hrt-r H-Id, des Deutschen Reiches Thronsolg-r der Stolz s-iner N-tton, den hoffnungslosen Kampf gegen das unerbittliche Schicksal kämpstc; immer und immer wieder blieben st-, zurückkehr-nd, hastui an dem historischen Eckfenster, hinter welchem d-r greife Herrfcher, Kaiser Wilhelm, Sorge rmd Leid trug um den fernen, einzigen Sohn! Die Weihnachtskerzen, so oie- ihrer 2 angezünde. waren, vermochten nicht, das Dunkel auszuhellen, welches über d-r Zukunft brüt-te^^nat- ,e(tbem BerfIofien. Wir alle wissen, was sie uns gekostet, . , 3 rte uns geleistet haben — und wir zögern nicht, die Pforten unseres H-N-ns in voller Wett- dem Heilsgrußc der Weihnachtsbotschaft auszuthun. Ist uns doch auch im Lause dieses Jahres bewahrt geblieben, was von jeden> Later- ^ndssreunde gleichmäßig theuer und werth gehalten wird- der Friede auf Erden, an »r »fnpn Umstand aab der den Schmerz des Volkes um den Hintrttt des greisen fZ/ w und Sterben des edlen Dulders Friedrich noch » vertteftn vermochte, ,° war es die Sorge, ob der Friede Europas der Wucht solchen zu ver teftn vermow , i Dank der srüh gereisten Regementugenden ? tt-r WUbelms^U unttrstütz, durch das staatsmännische Genie des Reichskanzlers Fürsten v Bismarck,' sind die Machenschaften der Feinde Deutschlands und des Friedens Fürsten v. ^rsmara, i n,riirth»iit a-blieben konnte unser Volk unangefochten Tsb siÄ si'äss Menschenkinder um sich versammelt sehe. Was immer auch im Lebm des Volkes, in der Entwickelung des Staates noch zu wünschen übrig bleiben mag - und allen Gebrechen wird auch die denkbar weiseste Gesetzgebung, die denkbar glücklichste Verkettung der Umstände niemals abzuhelfen im Stande sein - man darf mit frischer Thatkraft, mit ungebeugter Zuversicht Hand an das Werk der Besserung, der Reform legen, wenn nur das kostbare Gut beS Friedens nach außen, aber nicht minder auch nach innen, gewahrt bleibt. Um den Frieden nach außen zu sichern, hat die Nation schwere Opfer gebracht, und würde um deffelben Zweckes willen, wenn es sein muß, noch größere Opfer bringen. Den Frieden nach innen, die Eintracht zwischen den Einzelgliedern des viel« gestalttgen Organismus der Gegenwart, zu sichern und auf dauerhaftere Grundlagen zu stellen, ist das zweite große Problem des Tages, dessen Lösung der Ausbau unserer nationalen Jnstiiutionen, angepatzt wird. Friede auf Erden! So ergeht um Weihnachten die hellige Mahnung an alle Christenheit. Jede Natton muß wissen, ob ste aus ehrlichem, vollem Herzen dieser Mahnung Folge leisten will. Das deutsche Volk kann nur für sich einstehen, aber da ist gewiß Niemand, der nicht wünschen sollte, eS möge wenigstens in und mit Deutsch- land allezeit Friede sein! . . «. r K. Denn der Friede bedeutet das Gedeihen, so d-s Ganzen wie i-der Esiizelelistenz. Und daß nach den vielen und schweren seelischen Erschütterungen d-S Jahres 1888 Deutschland friedliche Weihnachten feiern kann, verleiht diesem Jahre, das in der Geschichte immerdar mit einem Trauerflor umwunden bleiben wird, einen versöhnenden Abschluß. btr GE, in welchem wir die Weihnacht 1888 begehen, als schwer» aber redlich erworbenes Dermächtniß auch aus die kommenden Jahre sich vererben, als stets sich erneuendes Echo des Chrtstfestgrußes: Frtede auf Erden! __ politisch- Rundschau. Gießen, 24. December. Kaiser Wilhelm traf am SamS.ag Mittag in Stettin -er Vorstand» Allgcmtine Renten-Anstalt?u Stuttgart. Verstcherungsgesellschast aus volle Gegenseitigkeit. Die Beträge der mit Ablrruf des 31. December I. I. fällig werdenden Renten können von da an gegen Uebergabe der mit Lebensbestatigung und Quittung versehenen Coupons ohne jeglichen Abzug bei dem unterzeichneten Hauptagenten erhoben werden. Soweit ein Dividendenanspruch besteht, entfallen auf je eine volle Mark Rente 10 Pfennig Dividende. Beitrittserklärungen werden jederzeit entgegengenommen. [10242 G. W. Döpfer, Bürgermeistererstcretär in Gießen, Südanlage 5. ■■■■■MM»';. Bürger-Gesellschaft. Am 27. December (3 Ieiertag): Abend - Unterhaltung mit Weihnachtsvescheerung im Hötel Einhorn. 10215] Ein Studirender der Theologie sucht unter mäßigen Bedingungen eine HauSLehrerstelle anzunehmen resp. er- theilt Privatstunden. Offert. unter G. ICO an die Exp. d. Bl- Die Verloosung findet in derselben Weise wie voriges Jahr statt, und sind Loose ä 50 Pfg. bis zum dritten Feiertag Mittags bei Friseur Conrad zu haben.10248 Nach Frankfurt gesucht: 6 Mädchen für Herr- schastshäuser, 2 Verkäuferinnen für Delikatessenhandlungen und mehrere tüchtigeRestauration-köchinnen Eintritt per 1. Januar, eventuell auch später. 10246 Näheres in der Exped. d. Bl. Verläufen. Am vergangenen Sonntag den 16. d. M. hat sich ein Hund (Hündin), etwa li/a—2 Jahre alt, rehbraun, circa 35 bis 40 cm hoch, gestutztem Schwanz und gestutzten Ohren, in Gießen verlaufen. Es wird gebeten, denselben im Gasthof »zum 2dtt>en* in Gießen abzugeben. Ver- pflegungskoften werden vergütet. Vor Ankauf wird gewarnt. 10217 Die reichhaltigste und erste Modenzeitung ist Der Bazar. Tonangebend für Mode und nützlich für Handarbeit. Der Bazar bietet zur Selbstanfertigung der Garderobe doppelt so viele Schnittmusterbogen als irgend ein Modenblatt. Der Bazar erscheint in reichster Ausstattung und bringt Mode, Handarbeiten, Eolorirte Modenkupfer, Schnittmuster in natürlicherGrötze. Romanen. Novellen. PrachtvolleJllustrattonen. Alle Postanstalten und Buchhandlungennehmenjederzeit Abonnements an. Abonnementspreis vierteljährlich 2Vr Mark (in Oesterreich-Ungarn nach Cours) Probe-Nummern versendet auf Wunsch unentgeltlich die Administration deS> „Bazar", Berlin SW. n ■ n c helle Ich gründl. aIu nM a Linderung auch ilSlaSbel hohem Alter finaw I BI ■ 0 B 4b» des Patienten. Beschreibung des Leidens und Angabe, ob Füsse kalt, an P. Weldhaas, Dresden, c~ Reissigerstrasse 42, I., gegenüber dem Kgl. Politeibureaa. 10243] (Sesrrcht werden eins ober zwei Hübsch möblirte Zimmer; solche in der Nähe der Kaserne oder Klinik bevorzugt. Gef. Offerten unter 0 D. an die Expedition dieses Blattes. Der Vorstand, 10234 10256 Eintritt frei. 1076 10264 21m 3 Feiertage: DieiSellisthiire Telegraphischer L»ur5bÄchi tzer Berliner Börse vvW 24 Deceru-er 1388. 4% Ungar- Goldrente 15910 Bochumer Gußstahlactien Tendenz: sehr fest. 223 70 42 50 85 35 189 50 162.50 108 25 87.25 Oesterr. Ereditactien Oesterr. Staatsbabn-Actien 1880 4o/0 Russen Oblig. Darmstädter Bankactien Dienstag den 1. Januar, Abends von 7 Uhr ab Christbescheernog and Tanz im Schönhof ®n Lollar. Di8conto-Com.-Antheil< Lombarden Am 2 Weihnschtsfelertage Concert mit Tanzunterhaltung bei Gastwirth K. Häuser, Schiffrnbergerthal Am dritten Feiertag, Nachmittag 4 TThr- Concert. 102ä2 Solniser Hof, Bahnhofstrasse 31. Am 3. Feiertag: Musikalischer Frühschoppen von früh 10 Uhr ab. 10266 Restauration Schnell Am 3. Feiertage: " Friih ■ fr♦ lSo ttlieb, Kalligraph aus Leipzig. Am 3. Feiertage: Frith - Concert. Anfang 10 Uhr 10273 1(262] Schön« Schläfst«»« gesucht. Zu erfragen Südanlage 3 bei «arnbach. 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