Dienstag den 25 September 1888. Nr. 224 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. jvureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn« Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 M Einladung zum Abonnement auf den Gießener Anzeiger, Amts- unö Anzeigeblatt für Öen Kreis fließen. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn, und Feiertagen, inrl. Ler Beilage „Gießener Familienblatter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in's Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark ercl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im IV. Quartal 1888 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß den Abonnenten des Anzeigers Vie „Verwaltungsblätter" zum ermäßigten Preise von 50 $ pro Quartal geliefert werden.Die Expedition. Politische Rundschau Gteßen, 24. September. Die Manöoerzeit mit ihren Anstrengungen und Strapazen ist für unfern Kaiser kaum vorüber und schon rüstet sich der kaiserliche Herr, neuen Pflichten und Anstrengungen, die nunmehr an ihn herangetrcten sind, sich zu unterziehen. Denn die Zeit der zweiten großen Reise Kaiser Wilhelms steht vor der Thür und nicht gering werden die Anforderungen sein, die während dieser Zeit nach den verschiedensten Richtungen hin an den erlauchten Monarchen wiederum herantreten und zu deren Bewältigung die Frische und Spannkraft des jugendlichen Kaisers gehört. Wie bekannt, tritt Kaiser Wilhelm an diesem Dienstag seine große Herbstreise-Tourn^e an, die ihn zunächst nach Detmold führt, da der Kaiser die Einladung des Fürsten Waldemar zu einer Hofjagd angenommen hat. Während seiner Anwesenheit am Detmolder Hofe wird Kaiser Wilhelm auch das Hernlanns-Denkmal auf der Grotenburg besichtigen, das bekanntlich zur Erinnerung an die Befreiung Deutschlands vom römischen Joche durch den Eheruskerfürsten Arminius errichtet worden ist. Von Detmold aus reift der Kaiser weiter nach Köln, um der rheinischen Hauptstadt einen kurzen Besuch abzustatten, und dann nach Stuttgart, um hierauf die Mainau zu besuchen und hier am 30. September den 77. Geburtstag der Kaiserin-Wlttwe Augusta mit zu feiern. Von der Mainau gebt die Kaiserfahrt weiter nach München und wird hierbei wahrscheinlich die Stadt Augsburg die Ehre haben, unterwegs den Kaiser in ihren Mauern begrüßen zu dürfen. Am 3. October trifft der deutsche Kaiser in Wien und am 11. October in Rom, dem Glanzpunkte der ganzen Reise, ein; von Rom aus besucht der Kaiser noch Neapel und wird somit die Kaiserfahrt bis zum Fuß des Vesuvs gehen, lieber den Tag der Rückkehr des Kaisers nach Berlin ist noch nichts bekannt; vermuthlich erfolgt dieselbe in der dritten Octoberwoche. Ueberall trifft man schon die eifrigsten Vorbereitungen zu einem würdigen Empfange des Schirmherrn des deutschen Reiches und verspricht sich dieser Empfang in Stuttgart wie in München, in Wien wie in Rom und Neapel außerordentlich glänzend zu gestalten. Erzherzog Albrecht, der erlauchte Vertreter des österreichischen Kaisers bei Len Müncheberger Manövern, hat sich während derselben wiederholt äußerst anerkennend über die Leistungen der Garde und des 3. Armeecorps ausgesprochen und bewiesen seine Aeußerungen, daß sich der erlauchte Oberfeldherr der österreichisch-ungarischen Armee in jeder.Hinsicht von der Kriegstüchtigkeit der deutschen Truppen überzeugt fühlte. Für die preußisch-deutsche Armee liegt in dieser Anerkennung des Siegers -von Custozza nur ein Sporn zu fernerem, rastlosem Streben. Das Tagebuch, welches Kaiser Friedrich als Kronprinz während des deutsch-französischen Feldzuges geführt hat, ist jetzt im Auszuge in die Oeffentlichkeit gelangt. Die Aufzeichnungen enthalten über die Anschauungen des damaligen Kronprinzen bezüglich einer Reihe politischer Fragen mancherlei Interessantes, während sie wohl kaum als ein wichtiger Beitrag zur Geschichte jener großen Zeit zu betrachten sind, da sie neue bemerkenswerthe Thatsachen nicht aufweisen und in vielen Punkten nur eine interessante Kleinmalerei bilden. Wohl aber spiegelt das Tagebuch an zahlreichen Stellen auf's Neue die edle und erhabene Gesinnung des unglücklichen Fürsten wieder und so wird denn auch die Veröffentlichung dieses Documents dazu beitragen, im deutschen Volke das Gedenken an Kaiser Friedrich lebendig zu erhalten. Die Landtagswahlbewegung in Preußen treibt ersichtlich mehr und mehr ihrem Höhepunkt zu. Auf die Conservatioen und die Nationalliberalen sind noch in voriger Woche auch die Freiconseroatioen mit ihrem Wahlaufrufe gefolgt, welcher in vielen Punkten an denjenigen.der Nationalliberalen anklingt und im Allgemeinen einen recht günstigen Eindruck gemacht hat. Es sind jetzt also nur noch das Centrum und die Freisinnigen mit den partei-officiellen Kundgebungen an die Wählerschaft im Rückstände; was das Eentrum anbelangt, so hält dasselbe auch gegenüber den bevorstehenden Wahlen an seiner Gepflogenheit fest, seinen Aufruf immer erst nach Bekanntgabe des Wahltermins erscheinen zu lassen. Die freisinnige Partei dagegen will diesmal überhaupt mit keinem besonderen Aufrufe vor die Wähler treten; nur für Berlin ist eine programmatische Kundgebung der freisinnigen Führer erschienen, vielleicht, daß dieselbe indirect auch für das ganze Land gelten soll. In Berlin selbst werden die Conservatioen, Freiconservattven und Nationalliberalen gegenüber den Freisinnigen Zusammengehen und dürfte der Kampf um die Berliner Landtagsmandate ein ziemlich heftiger werden. Der dänische Reichstag ist auf den 1. October einberufen worden und wird hiermit die Epoche der parlamentarischen Kämpfe zwischen der radicalen Mehrheit der dänischen Volksvertretung und dem Ministerium Eftrup von Neuem anheben. Das Resultat derselben wird vermuthlich wie seit Jahren die abermalige Verweigerung des Budgets seitens der radicalen Parlamentsmehrheit sein und somit der budgetlose Zustand Im dänischen Jnselstaate fortdauern. Zwischen der Türkei und Griechenland ist schon wieder eine kleine „Häckelei" in Gange. Die türkischen Behörden hatten griechischen Schwammfischern bei den Spo- raden-Jnseln die Ausübung ihres Geschäftes untersagt, infolge dessen sich die griechische Regierung bei der Pforte beschwerte. Da dieselbe sich, nach türkischer Manier, mit der Antwort durchaus nicht beeilt, so hat der griechische Minister des Auswärtigen, Dra- gumis, eine gepfefferte Note nach Constantinopel abgehen lassen und weitere Entschließungen Griechenlands in Aussicht gestellt. Eine besondere Bedeutung wird indessen dem neuen türkisch-griechischen Conflicte nicht beigelegt. Die Belgrader Meldungen über die bevorstehende Rückkehr König Milans und über die angebliche Crisis im Ministerium Cristics widersprechen sich fortwährend, so daß aufklärende Mittheilungen noch abzuwarten sind. peutschtand. Darmstadt, 22. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 3. September den Landwirthschaftslehrer Dr. phil. Friedrich Knapp zu Bautzen im Königreich Sachsen zum Landwirthschaftslehrer an der in Verbindung mit der Realschule zu Groß-Umstadt errichteten landwirthschaftlichen Mittelschule mit Wirkung vom 1. October l. I. an, — am 12. September den Finanzaspiranten Heinrich Kötter aus Rockenberg zum Rechner und Oekonomen an der Anstalt für Blödsinnige „Alicestift" — zu ernennen. Darmstadt, 22. September. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 20. d. M. den Baumeister Ferdinand Reuter aus Darmstadt zum Sccretär des Oberbetricbsinspectors bei der Main-Neckar-Bahn mit Wirkung vom 1. October d. I. an zu ernennen. Darmstadt, 22. September. Am 19. September wurde der seitherige Rechtsanwalt Friedrich Bi er au in Grünberg zum Gerichtsassessor ernannt. Berlin, 22. September. Die nächste Plenarsitzung des Bundesraths findet am 26. d. M., Nachmittags 2 Uhr, statt. Auf der Tagesordnung stehen Anträge Preußens und Hamburgs wegen Verlängerung des sogenannten kleinen Belagerungszustandes. Berlin, 22. Sept. (Äenderung des Patentwesens.) Es wird als wahrscheinlich bezeichnet, daß auf dem Gebiete des Patentwesens, sei es durch Abänderung des Gesetzes oder, was eher zu erwarten ist, durch anderweite Ausführungsbestimmungen eine Äenderung eintreten möchte. Einstweilen sind die Ergebnisse der bekannten Erhebung einer sehr genauen Prüfung unterzogen worden und es wird darüber an das Reichsamt des Innern berichtet werden. Köln, 22. September. Die letzte Gesammtsitzung der 61. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wählte in den Vorstand: Virchow (Berlin), Vorsitzender Brücke (Wien), Stellvertreter, ferner Biermer (Leipzig), Billroth (Wien), Becker (Heidelberg), Hegar (Freiburg i. B.), v. Hofmann (Berlin), Sanitätsrath Lent (Köln), v. Pettenkofer (München) und die beiden Geschäftsführer Quincke und Kühne (Heidelberg). Das Mitglied Dr. Gustav Hansemann (Berlin) wurde zum Schatzmeister und Dr. Lessar (Berlin) zum Generalfecretär gewählt. München, 22. September. Die Generalversammlung des deutschen Vereins für Knaben-Handarbeit wurde heute Vormittag im Rathhaussaale unter großer Betheiligung eröffnet. Anwesend sind Vertreter des preußischen Cultusministers, der bayerischen, württembergischen, hessen-darmstädtischen und Fürst!. Greiz'schen Ministerien, der Stadtoertretungen von München, Berlin, Dresden, Mannheim, Brandenburg, Ulm, Gera, sowie vieler anderer» Städte. Auch zahlreiche auswärtige Lehrer- und Gewerkvereine haben Vertretungen entsendet. Dänemark, Schweden, Oesterreich und Rußland sind durch bervorragende Delegirte, Träger der Arbeitsidee vertreten. Stadtsckulrath Rohmeder-München eröffnete die Versammlung, Lammers-Bremen die Vereinssitzung. Oberbürgermeister v. Wiedenmeyer begrüßte hieraus Namens der Stadt den Verein. Die Versammlung beschloß alsdann einstimmig, ein Danktelegramm an den Reichskanzler Fürsten o. Bismarck für die gewährte namhafte Unterstützung des Reiches abzusenden. Groppler - Berlin reserirte über Lehrgang und Lehrart des Arbeils-- * Oesterreich und Rußland. ...... „......ÖW|, ----------- «.«=»«1« uno uoer m SchenckenborstGöttitz* ‘ Vinzumgung eines vergleichenden G-neralref-rats Telegraphischer Schiffsbericht der „Red Star Line" Antwerpen. Newy ork, 20. September. Der Postdampfer „Waesland" der Red Star Line" i)1 von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen. " ^Engesandt. Wohlgemeinter Rath für die Herren Jagdpächter! erßffnpMf?bfMTf ^uf Rebhühner und Hasen nun seit dem 1. September gönnet ist, stellt sich immer mehr heraus, daß die längst gehegten Befürchtungen die ’Ä'ÄÄÄ’Ä. » ää 's Utt tt” ÄS™ ®S «“■ >»!»»»-»>«».-- nn<_ J?&Älfc.n /^ht man in Revieren, die sonst gut bestanden sind und in denen nach den Winrerjagden ein reichlicher Bestand übrig gelassen wurde, nur wenige meist noch geringe, sodag mit aller Bestimmtheit anzunehmen ist, daß vongenannttn'bLen Wildgattungen kaum halb soviel vorhanden sind, als im vergangenen Jahre. rtelitfpn inah-innh t!Ib ben lan0c anhaltenden tiefen Schnee ebenfalls sehr verendet ÄÄrV* ---fl°N-n-m Somm-r, deren im Frühjahre viel J?-?raik gbi^gen ist, bei den gegenwärtigen überaus hohen Pachten seine 2° re ÄÄ SttÄnÄ «Ä’Sß Gefahren'durch'Kr'^/L7 ansM sttnwttd"°""""'* "Och vielen Jahre L^n'Är^^" °ß- 'p-' 'st und dl- Reue im nächsten Telegraphische Kepeschen. Wolfs'- telegr. Eorrcspondenz. Bureau. m . München, 23. September. Heute Vormittag fand die Sitzung des deutschen Vereins für Knaben-Handarbeit statt. Nachdem Herr Lammers (Bremen) ein Tele- «»mm des Reichskanzlers Fürsten v. BiSmarck unI-r ledhaft-m B-ifall vvra-l-sen hatte, begrüßte Regtcrungsrath Brandt im Auftrage des CultusministerS von Goßlcr den Congreg in warmen und beredten Worten und wünschte, daßdie B-rhandwna-n b-st-m Erfolge begleitet fein mögen. Rach Vorlesen welkerer B-grüßÜngsschr-"b-n 19 vttas unte^Äit^n u Ubm b( C I,8‘ia6ria,e Thätigketi des Vereins, worauf Dr. Götze ir >^?^^?Eliall der Versammlung einen längeren Vortrag über den Arbeits- Unterriuit im Dienste der allgemeinen Erziehung hielt. Nach kurzer Debatte nahm der Director des Kunstgewerbe-Museums in Berlin, Architect Grünow, das Wort zum ÄnähHhf, “bCr beS: dEr Arbeitsschule für die gewerbliche und kunstgewerblich? clU?fb!»bl 110‘ D’ Schenkendorf (Görlitz) sprach sodann über die Bedeutung der Arbeitsschul-Bewegung vom Standpunkte der Nattonalöconomie. Hierauf schloß der Vorsitzende den Congreß um 3 Uhr, indem er den städtischen Behörden, sowie dem Volksbildunas- den Dank"sprach. besonders sympathische Aufnahme Namens des Kongresses Schweiz. , . ~ Ne Schweiz macht gegenwärtig große Anstrengungen, ihre Wehrkraft auf dne zeitgemäße Stufe zu bringen. Mit unerbittlicher Klarheit drängt sich allseitig M Erkenntmß vor, daß der Eidgenossenschaft, wenn sie bei dem nächsten eurovätscken Kriege ihre Neutralität behaupten will, die Pflicht obliegt, schon jetzt Fürsorge zu treffen, daß sie die Grenzen des Vaterlandes in wirksamen Vertheidigungszustand setze Dazu gehört aber in erster Linie die Vereinheitlichung des schweizerischen^Hcereswesens die Seitens der militärischen Fachmänner schon o t gnug tU( brsher aber immer an dem Widerwillen der Cantone,ifcreSpE Sm «SÄ ^brstärkung der Centralregierung beschränken zu lassen, scheiterte. Mtt de^ Srtimpi1??# ®rnf? internat^nalen Lage ist auch in der öffentlichen Meinung Schwerz ein wesentlicher Umschwung vor sich gegangen. Selbst einaefleifrhfe MEen agm sich daß es immerhin noch besser ift, geringe Ä ©elbf ftßnh nMt bringen und dafür eine wirklich gediegene Bürgschaft der äußeren Selbstständigkeit einzutauschen, als aus unüberwindlicher Abneigung gegen jede Ver- ftarkung der Centralgewalt das kostbare Gut, die schweizerische Neutralität 9zu gefährden PL« Unabhängig ÄSSf W.L baran denkt, irgend einen Angriffskrieg vom Zaun zu brechen " Eragt es sich mit Attentatsgelüsten auf die schweizerische Neutralität. Im -^olls^en Angriffskrieges aber dürfte es für Deutschland kaum ^on geringerer Wichtigkeit werden als! für die Schweiz selbst, daß letztere ieden Tinr*- Stande^s^ ^^zösischer Gewalthaufen mtt bewaffneter Hand zurückzuweisen im Ataüeru . Qr b^om, 22 September. Der „Riforma" zufolge wird das Feuerwerk anläßlich den ÄaiferB Wilhelm nicht auf dem Kolosseum, sondern in den Ruinen I ^?Eau"ns, zugleich mit einer Illumination des Forums und des I welche ^eLeUA-U?0, stattfinden. Eine Serenade von 600 Musikern, I ”,cJcre Farbträgern begleitet sind, wird ausgeführt werden. 1200 Arbeiter sind I ""s bem ^atze ber Centocello beschäftigt, wo die Truppenrevue stattfinden wird I Lokales. *rJSfc 24. September. Mehr und mehr lichten sich die Reihen unserer alten hessischen Ossiciere, die tm ewig denkwürdigen Jahre 1870/71 nicht den kleinsten Theil zur jetzigen Große unseres deutschen Vaterlandes betgeiragen haben. Hauptmann Hessig ist es, der nach beinahe 20jahriger Dienstzeit in unserer Garnisonstadt zu dem ehrenvollen Posten eines Compagnieführers nach der Unterosficierschule Ettlingen in der Nahe von Karlsruhe berufen worden ist, nachdem er schon 5 Jahre in der • h -ötebrid) a. Rh. als Adjutant des dortigen Commando's seiner ^^ Tbatigkeit vorgearbeitet hatte. Möge ihm das Glück auf seinem neuen Posten ebenio hold sein, wie es ihm in seinem engeren Vaterlande stets lächelte! — (Siegen, 24. September. Die am vorigen Samstag stattgehabte freie Ver- n?nn%Dr°pni? tebcrn “2^ Freunden des Gleiberg-Vereins im Rittersaale der Burg Gleiberg war nicht so zahlreich, als man erwarten durste. Das herrliche Sommerwetter hat wohl manches MitAlied und manchen Freund veranlaßt, im Bura- raffe bis spat zu verweilen und den reizenven Rundblick ?u SprMh>h ' ^0^ viel unbenutzter Raum für fröhliches Gelage verblieb. Doch konnte dies der heiteren Stimmung und der geselligen Unterhaltuna der etwa 100 Anwesenden keinen Abbruch thun. Der Vorsitzende, Herr Rechtsanwatt Curt man, hielt eine schwungvolle Ansprache, in der er zunächst der Ereignisse des Jahres gedachte und die mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. schloß,§ welchem anfü^te amm 9 9 f ^stimmte und das „Heil Dir im Siegerkranz" wüidi^ Eine humoristisch gehaltene Rede des Herrn vr. Steffahny trug zur all- ESÄaxswfts'&e.a.S »ÄT *■« - S - S“ f;LEbr zu wünschen wäre, wenn derartige Zusammenkünfte sich öfter wiederholten find das beste Mittel, das Interesse an dem Verein stets wachzuhalten und neu zu beleben. Ebenso wollen wir den Wunsch hegen, daß sich die Mitglieder bei derartigen geselligen Vereinigungen künftig nicht zerstreut, sondern am Ort/der Einladuna (diesmal im Rittersaale) niederlassen möchten °er Umladung ^!5benp 23. Sept. Gestern Abend erfreute uns Herr Oscar ^ack mit seinem T^iäster sttb^rwck inGoelhe's Jugendzeit" von Adolph Mitzenius. Der Dichter steht noch in guter Erinnerung vom vorigen Herbst, wo wir seinen ^obannes" i Dieses neueste We?k des mit vielem Tattn^LL i n?ta urc^. ^rt^£PIid) geglückte Schilderungen, wie durch packende! Effekte aus, wenngleich auch die Malerei des Gcwlttersturms etwas zu ausgedehnt er: vielleicht ließe sich da eine Kürzung anbrtngen, die dem Ganzen lum Bortbeil I g-r-tch-n wurde Di- handelnden Personen sind char'akreristijch und wahr die Hand ' h^ ^anre nna “^7 d^ebenhest zu Grunde liegt, ist interessant, und'über die ganze Dichtung liegt ein freundlicher idyllischer Hauch, welcher durch dramatische Momente angenehm unterbrochen wird. — Die Vorführung des Werkes befand sich bet dem Vortragenden in besten Händen Wir bedauern nur 1 menben Mittwoch di- stets so g°L-7-7ör.en ^R-ttt-tt7n",.''deVH rm'La^für^ endtgen werden. Die Orchesterprobrn zu dem Becthoven'schen Eoncert haben ene attck begonnen und versprechen also in dieser Beziehuna einen interessanten gcwrtz allen Freundendes Schetdenden eine willkommene Abschtedsgabe sein dürfte. t Gietzen, 24. Sept. Am 22. ds. feierte der Verein it „ < n n " I Saalbau sein 15. Stiftungsfest. Keiner der oorausgegangenen Stistungstage^iouFde • in einte |o gediegen durchgesührten Weise begangen, als der diesjährig-^^und wirdder- ' ENVWWUWZ wSnÄÄ" "U-iWÄ'Ä ben Br°dpK'"echL''7nd°zwar°''um^Pf^;7°'''LaikE'' ’,kfi0m ®ä£ttr »aß d-^ein/a^^e^WVn?^7SE7^ babes sind^etzt wttderum ne1i°e Pläne'-°^°n°b7'' ßt" »rojectirlen Bau eines Vvlks- Nach denselben soll her mL e !^on ^5 unzähligsten — ausgearbeitet worden, na** ®rnafu1eMbCfr°ainbäu^ät gen^en"^ ^«heit kommen und der Hauptsache überfüllt h^6°LrSchulhausneubauten sind die Schulklassen hier derart Alafien ;uia?Ufb 1 =Ü£rroallun9 w.-d-r die Pflichtder Erttch.ung neuer sä Myr-sr algesheim Äe "aü?BüL77 Ingelheim, Fr-iwe.nh-im, und Gau- 3.40 Mark. ° b 5 ®iettel 2rauben jn 4m bet Auma ließ eine Mutter ihr 20 Wochen altes Kind s°"nd die Mutter h'" ®‘f*öf«9un8 nachzugehen. Bei ihrer Rückkehr sano oie -Uiuuer die Katze aus dem weichen Lager des Kindes und letzteres tobt nnr dadurch stickt"' b‘e 6ät“ Vxd) d°S Gesicht des Klndes gekgt und dieses r zt, ~ Setttnstück zu dem erwähnten Kuriosum, daß ein Gymnasiast in Reib mitattbeil? dok^ ^ueroerhältnisse mehrere Mann Einquartierung erhalten hat, wird SÄ? ä'r£a? au? ^tner rungen Dame, die sich dort in Pension befind t mehrere Soldaten als Einquartierung zugewiesen waren ' f~ /9n. London geht man eben daran, ein Asyl für der vornehmen Gesell- ±!2nÄt0C Tanker zu schaffen.^ In England kommt es vor daß Damen der höheren Kreise gern em Glaschm über den Durst trinken. In aller Leimlickkett werden nun seit einigen Wochen ^Gelder gesammelt, die auch in sehr hohen Beträaen ih?.!?™11' Ul!a 0e^Kn^ man ^er^c ein mit großem Luxus ausgestattetes Gebäude in ^Uprfrtnpn fn fj * < t, bte von dem Laster befallenen vornehmen Personen, so lang- zurückzubehalten, bis sie geheilt sind. Wi- man nerniinmt beS i -erständttch anonym."'^ !mitßlie£,er ber Aristokratie an der Sammlung - selbst- r/W ^,en,, statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und o eUerf, be leJ Roheisen - Production des Deutschen Reiches (ein: i73 44i*TnßnUnem^rS^r ^Ronat August 1888 auf 354,004 Tonnen, darunter T?ubbSr0^eicen uni Spiegeleisen, 37,707 Tonnen Bessemerroheisen ttn^^August^ t* ^^2 Tonnen Gieß-reiroheis-n. Die Production IM ^ugu|i 188/ betrug 337,297 Tonnen. — Vom 1. Januar bis 31 Auaust 1888 Vorjahres" 829 Tonnen gegen 2,511,853 Tonnen im gleichen Z-ttraum- des <”0 Familiengeheimniß.^ Lehrer: „Wendelmeyer, was ist Dein Vater'^" ‘Stss'es tÄe i üüä s't««-*, 7 «.... B. • UIbcA e ngesandten Referate von Salomvn-Schweden, durchdachte Eröffnungsrede^d?s b^i?it^nPq'^fn? ^nb Vorträgen verdient die woi,l- : Kalken-Bruffel, Sattc^Paris Rudin-Basel und über Ansprache desHerrn^rm. Ei ch e^a u'er reine beq-istette 1 cincd vergleichenden vorgetragenes, unfern Heimgegangenen Kaiser feierndes lAphi^^ verfaßtes und geweihtes Gedicht des Herrn ßoni” "nd ei„ dem Festtage reicher Dank dafür zu Theil. — Eine hipms/1 -- wurde den Genannten unternommene Wagenparthie nach Staufenb^g und der dlbPnk? Schlußcommers boten des Heitern und Schönp,» ntpfUnDn. ob. Ginsbg beö Betrages allein echt btrrct zu beziehen durch die Parfüincriesabrik von G. Seif ort, Dresden -Trachenberij. 5564 /iischasteiianstrich aller Art empfiehlt 6584 Noll II., Bahnhosstr. 53. flanfcouverts i;ii allen Qualitäten mit Firmendruck empfiehlt zu billigen Preisen Brühl’sche Druckerei ! Tannen- und Buchen- Scheitholz fit billig abzugeben bei 4197 K. Jung IV., Klein-Linden. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. j Die Lieferung des Bedarfs an Streumaterial für's Schlachthaus ; pro 1888/89 — ca. 100 Ctr. Kornstroh — soll vergeben werden und sind Offerten mit Preisangabe binnen 8 Tagen bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Gießen, den 21. September 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________________A. Bramm.______________________7629 j ^ei. '^/Zun oy i ammo Die reichhaltigste und erste Modenzeitung ist Der Bazar. Tonangebend für Mode und nützlich für Handarbeit. Der »Bazar" bietet zur Selbstanfertigung der Garderobe doppelt so viele Schnittmusterbogen als irgend ein Modenblati. Der Bazar erscheint in reichfter Ausstattung und bringt Mode, Handarbeiten, Colorirte Modenkupfer, Schnittmuster zur Selbstanfertigung der Garderobe. Romane und Novellen. Prachtvolle Illustrationen. Alle Postanstalten und Buchhandlungen nehmen jederzeit Abonnements an. Abonnementspreis vierteljährlich 2Va Mark (in Oesterreich-Ungarn nach Cours) Probe - Nummern versende! auf Wunsch die Administration des „Bazar", Berlin SW., unentgeltlich. 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Mit einer Karte. — Am Familientisch Zu unseren Bildern: Heringsdorf in der Brandung von R- von Möller, und Tischgebet von H- Bever. — Vermißte. Von A. Oskar Klaußmann. — Eine herrliche Laufbahn. — Eine merkwürdige Huldigung. — Hin und Her. — Aus der Redaction. — In unserer Spielecke. Erste Beilage: Aus der Zeit — für die Zeit. Zweite u. dritte Beilage: Frauen-Daheim. Mitglied des Dentsch-Oesterreichifcheir Möbet-Transport-Berbandes. Möbeltransport von J. Kessler, k Canzleiberg 9. Umzüge werden besorgt mit und ohne Umladung und unter Garantie bei billigster Berechnung. 248 1 Schneiderlehrling sucht I. Becker, Bahnhofstraße 8. [?607 QO n> Königs e e - 0); cn • Thüringen 1/ r ••V 1 M- Geschw. Heerz,** ; Gießen — Neuenweg 7. Kein Portozuschlag! Eiliges! »Ä z-Reinigen in 4—5 Tagens Uflanzenkeben, von Prof. Dr. A. ferner v. McrrUcrrrrr. Erster Band, mit 553 Textabbildungen und 20 Aquarelltafeln. — ^rcis in Kalbfrcrnz gebunden 16 Mark. = Bibliographisches Institut in Leipzig. 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Danksagung Allen Denen, welche unseren lieben Heimgegangenen, Herrn Lehrer Ro£h zu Alten-Buseck, zu Grabe geleiteten und an unserem herben Verluste herzlichen Antheil nehmen, sowie für die tröstenden Worte der Herren Pfarrer Scriba, Schulrath Büchner und Lehrer Wagner sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. 7621 Die trauernden Hinterbliebenen Städtische Baugewerkschule zu IDSTEIN im TAUNUS beginnt Vorcursus 1. October, Wintersemester 29. Oktober. Auskunft und Programm kostenlos durch die Direction. [6319 Coursdericht öer frankfurter Börse Reichsbank-Disconto 4% 22. September 1888. Franks- Bank-Dikconto 4 */0 Der Anfang meines Kleiderkurfus beginnt am 1. October. Anmeldungen nehme zu jeder Zeit entgegen- J. Vogel, Modes. Sonnenstraße 3. Pension im Hause. [7514 Julchenverein. Jeden Montag, Mittwoch und Samstag General - Versammlung beim Ober - Jn- fpector, alle sonstigen Abende von 6—8 beim Groben Wirthchen. Neuanmeldungen können nur auf besondere Empfehlung des Staabbläs CD V) 4% Preußische Consols 107.40 3Va% do. 10470 4% Nassauer Oblig. 101.20 4% Bayerische Oblig. 107.20 4o/o Badische Oblig. 105 30 4o/o Hessische Oblig. 106.70 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. alte 101.50, neue 103-50 3Va% do. 99.00 4W/0 Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. . 103.70 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.8u 31/20/0 do. 99.00 5% Buderus Oblig. 104.80 3Va°/o Solms-Braunf. Oblig. 96.20 4% Gießener Oblig. 10400 4% Oesterr. Goldrente 92.80 4Vs0/y Oesterr. Silberrente 69 00 5% Portugiesen Oblig. 99 90 Darmst. Bank-Actien 165 50 Geldsortrn. 20 FrancS-Stücke 16.13—16.17 do. in Vi 16.12 -16.16 Engl. Souvereigns 20.36—20.41 Dollars in Gold 4.16—4.20 Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Vie heutige Nummer «uthätt 1 Blatt und 1 Beilage. ^etfage zu Dir. 224 des „fließencr Anzeiger". Vermischtes. — (Vom Kaiser Friedrich.) Stets gütig war er, wo es sein hohes. Amt erlaubte; selbst einen unausgesprochenen Wunsch suchte er zu erratfoen und zu erfüllen. Wir meinen den erhabenen Dulder, unfern unvergeßlichen Kaiser Friedrich. „Es war zur Zett, da er noch Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen hieß", so erzählt uns (schreibt das „Berl. Tagebl."), bei der Erinnerung von tiefer Rührung übermannt, unser Gewährsmann, der das Glück gehabt hat, schon von früher Jugendzeit Les Prinzen an in dessen Umgebung weilen zu dürfen, da ließ der hohe Herr Jemanden von uns, den ich so gut kenne, wie mich selbst, eines Tages in sein Arbeitszimmer rufen. Der Prinz stand gebückt über seinen Papierkorb und warf die darin befindlichen Papierfragmente und Couverts etwas ungeduldig durcheinander. „Sagen Sie mal, M." begann er mit seinem herzgewinnenden, jovialen Wesen, „ich suche da vergeblich nach einem alten Briefumschlag, den ich heute am Morgen in den Korb geworfen habe. Hat vielleicht Jemand von Euch in dem Korb herumgekramt?" Ich machte verlegen eine verneinende Bewegung. „Na! Na!" fuhr der Prinz fort, „mir scheint es aber doch so, daß da Einer oder der Andere in dem Papterkorb nach alten Siegeln und Couverts „naturgeforscht", um nicht zu sagen „herumgeräubert" hat. Ich will nicht fragen, wer das Couvert hat. Ich will dem Sünder nicht zu Leibe. Ich will nur etwas nachsehen. Es ist ein kleines blaues Leinwandcouvert eines Briefes von der Königin von England an mich und ist mit ihrem persönlichen Siegel versehen. Sie werden mtr's sofort verschaffen. Ich will es nicht behalten. Später können Sie es meinetwegen dem Banditen wieder zurückgeben." Das Alles war, wie gesagt, in jovialem, herzgewinnendem Tone gesprochen. Selbstverständlich war nach wenigen Minuten das blaue Couvert zur Stelle. Der Prinz besah es und gab es mir mit den Worten zurück: „So, danke, brauche es nicht mehr, geben Sie es dem Banditen wieder und sagen Sie ihm, daß es mit seiner Courage nicht weit her sei. So viel Vertrauen hätte er zu mir schon haben können, um zu sagen: „Königliche Hoheit, das ist mein Metier, ich bin passionirter Heraldiker und Manuskriptensammler. Sagen Sie dem bangherzigen Naturforscher — Sie kennen ihn ja sehr genau —, daß er meinetwegen in dem Papierkorb heraldische und Manuskripten-Studien machen darf — aber immer erst am nächsten Morgen. Verstanden? Na, denn is jut!" — Ich athmete erleichtert auf, denn wenn der hohe Herr so ein wenig „berlintite", war dies ein Zeichen, daß er in bester und gnädigster Stimmung war. Als der „Bandit" am nächsten Morgen von der hohen Erlaubniß Gebrauch machte und den Papierkorb plünderte, sollte er noch die seltene Herzensgüte seines Gebieters kennen lernen. Auf jedem einzelnen Couvert war auf der Rückseite von der Hand des Prinzen kurz verzeichnet, wessen Handschrift und Wappen dasselbe trage: „Prince of Wales", „Graf von Flandern", „Großherzogin von Hessen" u. s. w. — Der edle Prinz batte dem „Banditen" die heraldischen Studien erleichtern wollen. Welche unendliche Güte kennzeichnet diese kleine Episode. Das kleine blaue Couvert der Königik von England: SA Son Ältesse Royale Monseigneur le Prince Fr6d6rio Guillaume de Prusse, ä Berlin“ liegt vor mir, und — dem nun „alten Banditen" rollen schwere, heiße Thränen auf Las Couvert herab. sGesährliche Feind e] traf, wie das „Bündn. Tagbl." meldet, das schweizerische Bataillon 92 am Jnspectionstage bei Ettiswyl. Schon stand das Bataillon in Reih und Glied und harrte des Jnspectors. Da machte man plötzlich die unheimliche Entdeckung, daß nicht weit vor der Front ein kolossales Wespennest sich am Boden Lesand, aus dem es ganz schwarz hervorwimmelte. Zuerst einzeln, dann immer zahlreicher und hartnäckiger flogen die Wespen den Leuten um die Köpfe. Vom Stabe aus bemerkte man eine sonderbare und ordnungswidrige Unruhe im Bataillon 92, und ein Adjutant kam daher gallopirt, um zu schauen, waS denn das für Faxen seien. Schon hatte er den Mund geöffnet zum Üblichen Donnerwetter, als zum Unglück sein Pferd gerade mitten in das Wespennest trat... die Wespen fuhren in wildem Schwarme