Nr. 198 Samstag den 25. August Iggg Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ivnreaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst Amtlicher Hßeil. ”nb: *** G.-«--, «« 22. W» ,888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an dt- Grotzherzogltcheir Bürgermeistereien des Kreises. auf Zuwiderhandlungen dieses Gesetzes streng zu achten und solche unnachstchlia zur Anreiae ru hrinnpn ’ ; m ^»selben daber einzuschärfen, _______I. V.: Jost. Großherzogliches Kreiramt Gießen. _______ I- V.: Jost._____ Gießen, am 21. August 1888. ~ ~ " i _ t Pki-rsvorg, za. «ugu|t. Einer 1) I Stadt über lausend Häuser abgebrannt, _ „ Sn» ScfinbEn des an einem Halscatarrh erkrankten Königs Wildelm »ntt Holland ist insofern eine Besserung eingetreten, als sich das Fieber vermindert "bat o^ÄnaUer?Cr ^k-Hust°n fort und ist man deshalb in der Umgeb^g des greisen Monarchen noch nicht ganz frei von Besorgnissen. “ b‘6errtot ?-r dreifache boulangistische Wahlsieg vom 19. August fi" b, ®c?r m°nnichsach sind die Lesarten über die nächsten Folgen dieses Ereignisies, doch begegnen sich die meisten französischen Blätter in ihren An- 6as8mUnm-e5\cincrteitä rine verstärkte Agitation der Monarchisten dorwartsdringen des Boulangismus zu erwarten stünde. DaS Ministerium Floguel wird demnach wohl Ihun, Monarchisten wie Boulangisten schars auf die Finger zu passen und hat denn auch der Präsident der Republik, Herr Carnot beim Empfange einer Deputation der Generalräthc des Seine- und Marne-Depar- tementS ange.und,gt die Regierung werd- mit vollster Energie gegen daS Treiben der antirepubltkanisch-n Elemente, namentlich aber der Boulangisten, Vorgehen des italienischen ^Ministerüran»^^ ble®od)e & «-präge durch den Besuch Z-MMWZMW Auswärtigen Amt-S bei. Daß den i.al.en7chenLL?rMkut-7kL^ V°Äk"ola Men' fann b°i dem Character de Äfi Wltlf als selbstverständlich gelten; seine üngste Reise nach T)euHrtTnnh h.tn Allem, daß der mitteleuropäische Friedensbund und^ttä stg wetter -s M Darüber, welche spectellen Zwecke Herr Erispi in Frtedrichsrub ncrfnlnf9 l J r be'te^L fifiirttirtn hio Qr„ < । ,, durfte angesichts der europäischeu^Taa es" ..Annahme nicht unbegründet erscheinen, daß Erispi in Friedrtchsruh per über tle ÄrUtn9Cn We ®dtCre Behandlung der Massauah-Angeleg^nhei und Fr °dr,chs?ub r 7° Ctner a7wärli9tn A-"°n g-b-n wollte und demnach von den Konferenzen eine genauere, präcisere Formulirung der auswärtigen 3Ur erwarten stünde. Seitens der ausländischen Presse erfährt die 5 f na^ Friedrtchsruh im Allgemeinen eine der Aufrechterhaltung des edens günstige Auslegung und meint z. B. die „Times", daß die Begegnung zwischen Politische Rundschau. Gießen^ 24. August. ??bmcte sich auch in der abgelaufenen Woche vorwiegend mili= ©a^b^nrn^ Cn fpCcietI ben ^artgesetzten Truppenbesichtigungen beim «rps. Dieselben wurden nur am Donnerstag unterbrochen, an welchem Tage ^ Kaiser der Feier des Johanniter-Ritter-Ordens in der neumärkischen Stadt Sonnen- ourg oelwoonte. ,.auf bem «fbiete der inntrn Politik sind verschiedene sensationelle G-ruchte zu verzeichnen, die aber nirgends auf Glauben stoßen. Es gilt dies namentlich von dem, dem Reichskanzler zugeschriebenen Plane der Einführung besonderer Reichs- 77^77 ft b-kannt, daß gerade Fürst Bismarck dem Gedanken an ver- muibllkb für f>as Reich von jeher entschieden widerstrebt hat. Ver- muthUch hat man es hier mit werter nichts, als mit einer etwas post festum kommenden unb fterrn 7 Renn,ok°b""° 7“ 7" ber Besprechungen zwischen bem Kanzler unb Herrn v. Bennigsen zu thun, bk noch immer Anlaß zu allerhand Combinationen Re^rbäee^" nationalliberale Parteiführer weder in die preußische noch in die PanhMo9 CrUn9si73Utre[tCn 8cbenft und da er es jetzt auch ablehnt, für den preußischen Grundes aEns' J°t“ tb 11,0 nach anderen Richtungen hin über den eigentlichen 7 ’• B-nnigsen in FriedrichSruh fabulirt, natürlich, ohne daß etwas Positives hierbei heraus kommt. WaS die umgehenden Miltheilungen über Fllrsten^Msmarck h”, 7“7 s 7? ureußischen Handelsministeriums seitens des Fürsten Bismarck anbelangt, so sind bieieiben vorerst einfach ad notam zu nehmen u-ih rrtCU6lf77 Landtagswahlen sollen gegen den 18. October stattfinden re9ere °°^f°ruen Termins bei allen Parteien eine ^^"'""ärifche Personaloeränderungsignalisirt General v. Stiehl«, Chef deS Ingenieur- und Pioniercorps, General-Jnsp-cteur der a1lnnä»s.e7« T8‘“b ber LandesvertheidigungS-(SommifHon foD fcabÄ in Xera7^®t LU7 W7nf ^7‘eb dn»ufommen und heißt es, an den Abgang des be ftc6 -tue vollständige Reorganisation des preußischen Fu- gemeur- und Pion.ercorps knüpfen. Mit °. Sttehle würde wiederum ein Hochb7fäbiater bh»lterf r7rPC.nfu?nr ber preußisch-deutschen Armee aus dem activen Dienste scherden, denn peeiell im deutsch - französischen Kriege hat General v. Stiehl als Cb 2 “f i87 miti‘Dbemnfr2,rn?efC(^erD7ta0£-,beS 8el“ft£t- -r «ar eS auch" der am alschloß 18 b tvauzostschen General JarraS die Capitulation von Metz Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Corresponden, - Bureck«. ., , Sonnenburg, 23. August. Der Kaiser traf in Begleitung des Vrinren bparäki^s,i?^^"tag 10 Uhr, von der zahlreich erschienenen Bevölkerung enthusiastisch y-r Nachdem ihm dreivtertel Stunde später im Kapitelsaale des nrtpn Sc^oneS die Wurdezeichen des Johanniterordens mit feierlichstem Ritus überreicht waren, begab sich der Kaiser mit den Eommandatoren, den Ordensbeamt^n und Ordensmarschallen in großem Aufzuge, welchen der Herrenmeisterdes^rd/nL ^lolge beschloß, zu den investtrenden Ehrenrittern nach der Ordms- ^.o .elbst der Ritterschlag erfolgte. Rach Beendigung der Ceremonie sprach der ^ra.^cr ^lgende Worte: „Hier, an der heiligen Stätte, wo vor fünf Jahren mein stlrger Vater stand, im Smne meines in Gott ruhenden Großvaters nia p Ordens erkläre und gelobe ich, ihm als HoÄ e « % f° 71 «°« t>clfc!" - Des Nachmittags um 2 Uhr besich tigke der Kaiser daun das Ordenskrankenhaus, das, wie alle Häuser ber Stabt feft irfi «- »'uu-k »«. « ber Rückkehr, eine halbe Stunde später, sand ein Diner m bT "7? ^7'., während desselben brachte Prinz Albrecht (der Herren- Ä SÄ'äK?' ÄÄS-K ää;™ n« •«« »ä ©erlitt, 23. August. Der deutsche Botschafter beim ruffifäen c-infp ^nuauf^Uin,eÄ^hP?^mitt‘f9 ü°n bcrrf'“