7$ Zweites Blatt. Sonntag den 25. März Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bnreanr Schulstratze 7. Darmstadt, 22. März. Ucber die Heilung von Wunden an Obstbäumen. Von E. Bach, Obstbaulehrer in Karlsruhe. Verwundunaen und Befchädigungen sind alle, auch die unserer Pflege anvertrauten Obstbäume ausgesetzt. Dieselben können durch Naturereignisse entstanden oder die nicht vermieden werden können, ja theilweise sogar dazu beitragen müssen, bestimmte 3lCle ' Me^d?e^Wunden"abVr ^uch beschaffen sein mögen, wir beobachten, daß unsere 91 flamen bestrebt sind den Schaden wieder gut zu machen und die Wunde zu schließen. Die Vertheilung derselben kann auf zweierlei Art stattfinden, entwe^r geht dieselbe aleichmätzig auf der ganzen, durch die Verwundung sreigelegten Flache oder KÄtTJÄÄ SftXwS« nur sebr selten und die Praxis nimmt allgemein an, daß eine solche nur dann 'mMchistwennnocheinwenn auch nur geringer Theil des Bastgewebes stehen -läge Nr. 5) enthält: , . 1 . Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Se. Königl- Hoheit der Großherzog haben dem Maurer Jakob Horn von ^ckmabsbura in Anerkennung der von demselben am 10. November v. I«. mit Muth und Entschlossenheit und unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung Qig mogltd) tn Petroleum zu nmaja«, uym. vuD a- • *••--- Substanz den Vor- peQer fnroie dem Landwirth Johannes Strub von Nierstein in ^"^^nnung | ®'II & 3 fofort anaelaffen werden. Die Druckfedern werden der mutbvollen, mit eigener Lebensgefahr verknüpften wirksamen Ltlfeletstung dt-ffelben bei der Rettung des vorgenannten rc. Arens, dre Rettung-. Medaille zu^verleihen, außerdem dem J-kob Horn eins Geldprämie zu bewilligen geruht. 2 Bekanntmachung Großh. Ministerium» des Innern und der Justiz, den Ausschlag der zur Btstreilung der allgemeinen Bedursniste der evang. Kirche der Großherzogthums im Etatrjahre 1888/89 erforderlichen Steuern belreffend. 3 Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Ergebnisse der Lerwaltung de» Fand» zur Gewährung ran B-.hllis-n bei lieber,chwemmungen betreffend 4 . Bekanntmachung Großh. Ministerium» der Finanzen, die Aursahrung de» Branntweinsteuer-Gesetze» vom 24. Juni 1887, hier tnrbesondere die Be suanisie der Hebestellen betreffend. . 1 5. Bekanntmachung Großh. Provinztaldrrectton Rhetnheffen den Au»- schlag be» Gehalts der Rabbmen zu Bingen sirr Da» Jahr 1888 betreffend 6. Bekanntmachung Großh. Kreisamts Alzey, den Gehalt des Rabbmen enthalt eine ausaezetchnete und dauerhafte Elastlcität und brtcyl sau Ute, Ikvow mutz ma unwahr end des Abbrennens darauf achten, dasz keine- Zugluft ubn ^n brennendm Talg htnwegstreicht; geschieht dies, so zerspringen die Federn in kurzer Zeit an der Stelle, welche durch die Zugluft berührt rouibe. geblieben ist. Fallen dagegen finden wir, daß wallung ftattfinden mutz, indem rings um den Rand der Wunde von der lebeMgm Nich-n beiden Gewebes-in- neue Cambiurnschicht WZDUWWZNtzMZ wird Dieses letzt-?- kann gesch-h-n durch jotch- Mittel, di- -°ns°rvtr-nd auf das Holz "kairn^ohm Bedenken bei allen größeren und b-sond-rs bei solchen ^nst?gste"Zeit"sür^f-ine''Anwendmm^und^dMnach"für "das^Ausputzen^der Obstbäume ä&äw mäs L«r unt) die baiunter liegenden gesunden aber auch vor Zersetzung. Im Fruhiahr, m “ÄÄ Ä eintn ^e7L'°tte?n-^?Lund-n, di- voraussichtlich im «e oder Monate, j-d-nfalls aber währ-nd d-r V^-tationsp-riod- vollständig ub-rwachi-n, 1.-4 m-her ein Bedecken mit Theer noch mit Baumwachs nothwenvig, wett eine ser f-bung des Holzes bis zum Eintritt der vollständigen Ueberwallung nicht stattfindet. 5rier kann also recht gut der Arbeitsaufwand als auch das Material zum Bedecken der Munden aeivart werden. Beweise dafür finden wir in vielen großen Baumschulen, wo die im Sommer und Herbst durch das Entfernen der Seitenzweige - «usputzen her Stämme-Vntstehenden Wunden in keiner Weise mit irgend einem toübenben SJtatoial gedeckt, sondern sich selbst überlassen und doch sehr schone, gesunde und »latt. rindiae Bäume' erzeugt werden. Bei gesunden, kräftigen Pflanzen mit lebhaftem Wachsthum kann das Bedecken der Wunden -her unterlassenw-rd-n, alss d- schwach- wachsenden und kränklichen. Dasselbe -st bet 8=0, w-m> die Verwachsung W W leitta im ^lahre stattfindet, zu einer Zeit, wo das Wachsthum m der Pftan-e v n der ,-bhastesten Bewegung sich befindet. Daher sind auch bte « an Obstbäumen im Mat und Juni weitaus nicht so bedenklichals st>ä HM uno » können di- Wunden, wenn st- nicht übermäßig groß sm> unl. v°rausstchtl,ch zum Herbst- üb-rwachien werden, unbedenklich ohne Baumwachsdecke bleiben. Beweise für diese Thatsache habe ich im P-rlaus-d scs Jahr-s oesvmo^ur Genüge sammeln können, weil Ende Mai über die Baumschulen h tzjtzstücke in der Obfibauschule ein sehr starker Hagelschlag niederging, der Gröhe von einer Wallnuh mit sich führte und hier in derUmgebung groven angerichtet hat. Versuchsweise lieh ich einen.Theil der Wund triften Theil gar Baumwachs, einen anderen mit Baummortel bedecken und an einem orrnen nichts machen; diesen überließ ich ganz sich selbst. nleickreitiae Verwachsung auf Hier muh ich noch etnschaltend bemerken, daß eine gle chzemge- ^erwammng «ui der ganzen Wundfläche, wenn dieselbe durch Hagelschlag ch ^tz^ere selbst ist, Leit durch den quetschenden Schlag aus die Rinde sondern auch das Eambium b-schäd-gt wird und sofort Master tn ate inunoe-.norm^, das, wie bekannt, das seht empfindliche Eambiumi täbtet. 69 fann al, nut eine «« wachsung vom Rand- btt Wundfläch- aus butch Vorschiebung von ll-d-rwauuugs rändern stattftnden. Vermischtes. - lieber bte Krankenversicherung bet Arbeiter im '»««««« «‘I» W fAfApribp Tintpn * Es bestanden im Jahre loob iy,4oo Ziranrenianen amtliche Statisttk folgende waren 1886 1843 eingeschriebene Hilfskassen, »MN 18,776 m Voriahre. Darmuet w W5 Baukasten, 5615 B-tri-bs- f» tan^enr ?fraSenfafien 717O Gem-Inb--K ankenvetbänbe. Di- Mltgll-b-rzahl lassen, 3738 Ortskrankenlasten, Vorjahre; bavön entfielen 731,943 aus -in- be rüg 4,570 087 gegen 4,294,IM 'M l b landesrechtlich- Kast-U (143,785), p-schn-b-n- Hilsskassen (730 1^), ™ Baukasten (12,115), 1,314,216 aus «r'?f^sl!>Ntn"kl 261 200) 1 701 305 aus Ortskrankenkassen (1,538,888), 629,069 aus Setriebätaf,en (1,261,200). t,y “u{'£ 3(u§ bEn fämmtlicbet Kassen betrugen ©emeinbeoer9(berun8 ' ^2 646 826 im Vorjahre. Die Steigerung bet Ausgaben 7*. -8l7f5^u8nfl48"llr‘ocent ’roäbrenb di- Erhöhung ber Mitglieder,ahl 6,43 Procent be rag somit 11 48 Pro-ent, wayten^ow ^249,308 gegen JL 10,037.429 im Vorjahr. Unter den Ausgaben entfielen auf Ausgaben für Krankh-itskost-n M 52,452,343 ober 90,36 potent Mistb-ets-nst-rn nach amerikanischer Art.) Nach Möllers ata “ roetben jetzt in Amerika bi- Glasscheiben mcht mehr wie sruhet tu Deutschland noch beute geschieht, th-llweise übereinanber g-t-gt, unfe nicht wie es m . Holzsparren mit kleinen blechernen Dreiecken, sonder nur Einander ges 11 ^en Scheiben angebrachte, nach entgegengesetzten het ehernen Sparren du^ch z Dann werden dieselben, nachdem sie in Kitt affiÄ ä L"s'S,V “S&W äx» Ä“'?»gss m 'LZ.ZZ.UKMOMM ist hie Ergänzung zerbrochener Scheiben leichter auszufuhren. < r\i« oebrauckten Flaschenkorke werden bekanntlich nur zum Thetle wieder ’11 '“7/ Bekanntmachung Großh. Rreliamt» Oppenheim, die für 1888 zur Bestreifung der Bevürft-iffe der israelitffchen R-ftgtonr-Gemeinde Wdrrstodt zu be» Innern und der Justiz süc das Jahr 1888/89 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfniffe der israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Bingen. 9. Ueberstcht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für das Jahr 1888 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfniffe der israelitischen Religions - Gemeinden des Kreises Bensheim. 10. Ueberstcht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz nra 1 Avrck 1888/89 zur Bestreitung der Communal-Bedürfmffe in den israe- littschen Religions.Gemeinden des Kreises Groß Gerau genehmigten Umlagen. 11. Ueberstcht der für das Jahr 1888 genehmigten Umlagen -ur Bestreitung der Bedürfniffe der israelitischen ReligionS-Gememden des Kreises Alzey. GrlMat^nd^b^^e^nstt einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heisters mit einem Gehalt von 900 Jl. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunoen. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pohl-Göns mit einem Gehalt von QQO u Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. rn be eßende Lebrerstelle an der Gemeindeschule zu Böllstein mit einem Lehrer besetzende ^eyrerueue ° Löwenstein-Wertheim-Rosenberg Äs.“" «w-eV™ IW ... P.»—>» derselben zu. , Dar Großher,-glich- Regierungsblatt (Bei- I bte^bur^ewiß al» durch ba» Sammeln JU hSrt-nb-n Stahlth-il- und Horn von Werkzeuge aller Art unb Größen, sowie auch Dtri*ic.b,e^^ I uterft Im siokfoblenfeuer betfi zu machen, mit gewöhnlicher Waschseife gut zu oenreup«i, '• ai- mit I CTS« «W. unb bann ktt'chrvthMhenb zu erh tz-n und so schnell °s möglich in Petroleum zu tauchen, rtne M »uÄ*tm^ MH M ot (Gaucher's praktischer Obstbaumzüchter.) Chromwasser, W Bühner, Gerichtsvollzieher. 2057 dTaldjeiWer Kirchcnplatz 8, CM 67 40 28 318 Möbel und KücheiH wegzugshalber zu verkaufen. Näheres tu der Exped. d. Bl- Dcr weitere Verkauf meiimnöchvö^ rathigcii Waareu geschieht iin i. Stock Eingang durch den Laden. 2371 ®ie6en, 20. März 1888. 9"aJtniiPPeI C75 Rm. sind 3 Mr. lang), 97 Rm. Stöcke, 10610 Wellen. m /<“ und Vj-Kilo-Packeten. Niederlagen in Giessen bei [782 Chr. Ludwig Thomas, Emil Orbig, M. Kuder, J. W. Kurz, . August Voigt, Wolkengasse, in Heuchelheim bei: Ph. Neidei, in Gladenbach bei: Herz Jonas, in Rodheim bei: Carl Storck. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr bei der alten Sandkaute. Großen-Linden, am 20. März 1888. ®roB9- Bürgermeisterei Großen-Linden | ü-—- , Leun._______2418 freiwillige Immobilien- Versteigerung. Dienstag, den 27. März d. soll hns s ^^mittags 2 Uhr? Johannes Weißgerber A Gießen, Grünbergerstraßc 12 ae- 6«iae Wohnhaus nebst Gerten einer «in. «•«W Freiwilligen Versteiaeruna S werbhenCrJeld,ne,C °rtäfl"id’t °us- mobine^ di- Jm- * R-tl-tt°n,-n wollen sich n den ©«jentbümer wenden. 997? Gießen, 17. März 1888. @r°U Ortsgericht Gießen. Vogt, Orlsgerichtsmann. Aeilgeöotenes. ISO *pacit und -Westen j» schwär» iu btm annc6m6arcn 1563 BOOENCULTUR/ AUSSAAT» ERNTE Comptoir: Baumweg 7; Fabrik • Hanauerlandstr. 169; Giesserei a. d. Galluswarte- [2904 Trauerftor,fcbwarzeSeide unb Glace Handschuhe H. Riibsamen. Depesche. 3 afae.ui,j;^'tt<,ff'n;n große Sendung tere°rni??^ u^b Regenschirme, letz- rere von 1 oO 4 an. — Redarirerr und Ueberzieben sofort und billig. ^jJeanHauser, Neuen Baue 12. Literarisch«-. und mit deutschen Lettern erscheinende neue ".Oberem Format veranschlagt um damit noch mehr und befer ?**'*?** Hand-Lexikon Frage aus dem Bereiche menschlichen Willens ,lns Jx $Cr J*,on uber Icöe nur denkbare fünft geben zu können! Bis aus d e sii all- ÄST tuI£e' aott bestimmte Aus- wissenschastlicher Forschungen bL n„rM. it ‘ Manzt, werden die neuen Ergebnisst neuen Erscheinungen in d.°r Technik "wst'.n' Ll°unb°M' ^r ^rSnderungm und stchitgung haben, so daß nicht daian m -weistln ist barln °°ll- Berück- :ÄWew™*”ÄÜÄK".Ä r ___ __ (Vtipj. Tagebl.) mit Baumw7chk'°be7Mrst^du?cha7s "ke."nm °bst Ueb^ fi” ^decken der Wunden -usübte, und nur daoon könntim oorliendenLu, L"» L""« ,,8r0crnben Einfluß I'chkcit, ja Sicherheit vorhanden Mr haffiÄ bJ,ct 3iebe ftin- weil di- Mog- su rasch vor sich gehen muhte, daß bis ur 21naenhim^hU"i8ir.Unte- oIlen Umständen blosgestgien Holzkorpcrs nicht stattfinden kannst " Und indes ES-Ärä' v15 *-S äxj stÄasffi - s «"S'iä sä: langsamer als sonst vor sich. H v ■ otc Verwachsung ging etwas ist- »ormrsstchUich""n"^urstr^Zest^°übc?w^achsen können “1 °°°n kleineren Wunden, ober Baummörtel nicht nolhwcndig ist weil eine ^erfeknn?^-« '?". Baumwachs kurzen Zeit nicht stattfinden kann und meil ba?^m^ r?nr f , in der ble Ueberwallung fördernden Einfluß ausübt. Deckmatertal keinen sonstigen, etwa Kemmerich’s sÄfetankl , ------Schwachen.Genesende.VonAerzten verordnet’ ” Dr. OverlaH» ^^Eal'Arzt für Geschlechts- u. Krauen- ■* ^""^Ar?*^s«rta/M.,Stiftstr.22 i -------- 7 Sprechft.tagl. v. 10-1 u. 3-5 Uhr. [17 'XaLLEMASCHINEN^* Holzversteigerung. Dienstag, -en 27. M. ^estgem Gemeindewald sol- Nadelholz versteigert: 64 Stämme von 5—12 Meter Ctm. Durchm. nut 8. iO Fm., Derbstangen mit 3 82 Fm., Reisstangen „ 0,69 „ Rm. Scheiter. aus der Exportbier-Brauerei Pfungstadt: 1 Kaiferbräu. per Flasche . . 25 Lagerb.er, „ „ . . 20 j frei ms yaus empfiehlt 1935 W. Hammel. 9ffy 20 Jahre! b-stms -- 346 Inhoffens vierfach preisgekrönter gebrannter Java nach Vorschrift vorr Dr. Güntz, Director einer Privatklinik X m Dresden. Dieses Mineralfl wasser, wiederholt empfohlen jj yT°n mehreren Directoren von 7 Universitätskliniken, offerirt I f den Herren Aerzten u. 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Mittheilungen aus dem kaiserlichen Restdenzschloffe in Charlottenburg bestätigen die frohe Hoffnung, daß Kaiser Friedrichs Gesundheitszustand eine fast täglich wachsende Befferung zeigt, und daß man, wenn kein böser Rückschlag eintritt, darauf rechnen kann, daß Kaiser Friedrich noch manches Jahr dem Vaterlande erhalten bleiben wird. Da der Reichstag bereits seit Dienstag geschloffen ist und die Landtage theil» ebensalls geschloffen, theils im Begriffe sind, in die Osterferien zu gehen, so herrscht aus dem Gebiete der inneren Politik bereits eine ziemliche Stille. Man beschäftigt sich in politischen Kreisen daher bereits mehr mit Vermuthungen und Erinnerungen, als mit Thatsachen, und sachlich Neues giebt es nicht viel zu berichten. Dem Umstande, daß der Reichskanzler Fürst Bismarck gleich nach Schluß des Reichstages eine halbstündige Conserenz mit dem Äbg. v. Bennigsen, dem Führer der Nattonalliberalen, hatte, will man in einigen Kreisen ote Bedeutung beimeffen, daß der Reichskanzler in Hinblick auf gewiffe, durch den Thronwechsel wahrscheinlich gewordene Eventualitäten dem Herrn v. Bennigsen ein Minister- Portefeuille angeboten habe. Einige Blätter meinen dagegen, daß es sich nur um eine Herrn v. Bennigsen zugedachte Ordens-Decoration gehandelt habe. In bayerischen Militär- und Beamtenkreisen wird der Rück- tritt des hochbesähigten Kriegsministers, General v. Heinleth, außerordentlich bedauert, und zwar hauptsächlich deshalb, weil der Rücktritt des bewährten Generals in Differenzen zu suchen ist, die Herr v. Heinleth mit dem Ches des Militär-CabinetS, Generalmajor v. Freischlag, gehabt hat. Dieser Herr, von dem die Sage geht, daß er noch keinen Feldzug mitgemacht habe, soll sich fortwährend eigenmächtig in die Functionen ves KriegSmmister» v. Heinleth gemischt haben. Die Leitung des bayerischen Kriegsmmisteriums hat General Prinz Leopold übernommen, doch glaubt man, daß es verfaffungsmäßig nicht zulässig sei, daß ein königlicher Prinz das Ministerium vor den Kammern vertrete und deshalb eine neue Aenderung in der Besetzung des Kriegsministeriums Bayerns bevorstehe. Die bayerische Abgeordnetenkammer hat zur Aufbefferung der Gehälter der katholischen Geistlichen 522,200 JL und zur Ausvefferung der Gehälter der protestantischen Geistlichen 261,300 sowie zur Vermehrung der Dienstzulagen der Volksschullehrer 574,500 bewilligt. In russischen RegierungSkrersen ist man sehr eifrig bemüht, jeden Zweifel an dec Aufrichtigkeit der Friedensliebe Rußlands zu beschwichtigen. Das „Journ. de St. Pötersb.", dar Organ de» ruff. auswärtigen Ministerium», erklärt alle Nachrichten über weitere russische Truppenverschiebungen für erfunden. Rußland denke an keinen Krieg und habe auch gar keine Veranlaffung zu einer kriegerischen Politik. Nun, wenn sich diese Nachrichten au» St. Petersburg den ganzen Sommer hindurch bestätigen, so wird man sich in Europa recht freuen. Vermischtes. * Bon Wiesbaden schreibt man uns: . Die Aussichten für den vom 9. bis 12. April er. in Wiesbaden tagenden Siebenten Kongreß für innere Medtctn sind ganz besonders glänzende. Autzer den drei schon länger vorbereiteten Verhandlungsgegenständen, für welche Autoritäten ersten Ranges die Referate übernommen haben und welche höchst interessante und besonders für die Praxis wichtige sind (die chronischen Herzmuskel- erkrankungen und ihre Behandlung: Oeriel sMünchenj, Ltchthetm [Sern]; der Weingeist als Heilmittel: Binz [33onn], v. Jaksch sGrazj; die Verhütung und Behandlung der asiatischen Cholera: August Pfeiffer (Wiesbadens, Cantani (Neapel)) wurden bis jetzt noch 21 Ortginalvorträge angemeldet, welche alle Gebiete der Inneren Medictn umfassen; bei denselben ist auch die lebhafte Betheiltgung österreichischer Acrzte hervorzuheben. Die angemeldeten Vorträge sind: Herr Rumpf (Bonn): lieber das Wanderherz. Herr Unverricht (Jena): Experimentelle Untersuchungen über den Mechanismus der Athembewegungcn. Herr Liebreich (Berlin): Thema vorbehalten. Herr Adamktewtcz (Krakau): Heber combintrte Degeneration des Rückenmarkes. Herr Jaworski (Krakau): Experimentelle Beiträge zur Diätetik der Verdauungsstörungen. Derselbe: Zur klinischen Diagnose des atrophischen Magenkatarrhes und über die Verschiedenheit Der nüchternen Magenflüssigkeit beim continutrltchen Magensaftfiusse. Herr Stiller (Budapest): Zur Therapie des Morbus Baeedowii. Derselbe: Zur Diagnostik der Rierentumoren. t „ „,r Herr Emil Pfeiffer (Wiesbaden): Harnsäureausschetdung und Harnsaurelosung. Herr Binswanger (Jena): Zur Pathogenese des epileptischen Anfalles. Herr Jürgensen (Tübingen): lieber kryptogenetische Septiko-Pyaemte. Herr Quincke (Kiel): lieber Lungenabscetz. Herr Hans Leo (Berlin): Thema vorbehalten. Herr H. Buchner (München): Heber den experimentellen Nachweis der Aufnahme von Jnfectionserregern aus der Athemluft. Mit Demonstrationen. Herr G. Corn et (Berlin-Retchenhall): Hntersuchungen über die Verbreitung des Tuberkelbacillus. Herr Seifert (Würzburg): Heber Masern. Herr Dehio (Dorpat): lieber die physikalische Diagnostik der mechanischen Jnsufsicienz des Magens. /T1, Herr August Pfeiffer (Wiesbaden): Demonstration von unter Glycerinzusatz gezüchteten Tuberkulose-Bacillen. ,r, Herr v. Liebig (München): Heber die Anwendung der pneumatischen Kammern bet Herzleiden. . Herr Binz (Bonn): Heber Jodoform bei innerer Anwendung. Herr Weigert (Frankfurt a. M.): Histologische Hntersuchungen über den Tvphusbacillus. Dieses überaus interessante und reichhaltige Programm wird wohl eine große Betheiligung voraussetzen lassen. Hoffentlich läßt uns das Früdlingswetter, welches soeben beginnt und welches bei den früheren Eongressen Wiesbaden in seinem ganzen Glanze und seiner ganzen Schönheit erscheinen ließ, auch diesmal nicht im Stiche und bildet einen weiteren Anziehungspunkt für Viele.________ Allgemeiner Anzeiger. Fritz Scharmann Schlossgasse 15 Uhrmacher Schlossgasse 15 £ empfiehlt sein Lager in goldenen und silbernen Herren- und Damen Uhren, Regulateuren, Weckern und Schwarzwälder Uhren. Besonders schöne, reichhaltige Auswahl in seinen Stahl-, Talmi-, Doublo und vergoldeten Ketten, sowie eine große Auswahl ameri dänischer Rrekelketten Reparaturen unter Garantie prompt und billig. 2037 Garantie für jedes Paar. I Für kleine Füsse und breite Formen. 13b8 Für schmale Füsse Ä Für breite Füsse | I hohe und niedere Absätze, spitze, halbspitze d Alleinverkauf der Schuliwaaren von O. Herz & Cie. für Giessen und Umgegend billigst bei Ä Marktstrasse 9 L. 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