Nr. 276 Samstag den 24 November 1888« Gießener Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vureaur Schul st raße 7. Erscheint tLali» mit Ausnahme des MontaaS. -- IreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. '$e nt täglich mtt ^usnayme Des Montags. - Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Amtlicher Hßeit. Betreffend: Den Wiesenrundgang. Gießen, am 20. November 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Soweit Sie unserer Verfügung vom 3. v. Mt». — Gießener Anzeiger Nr. 236 — noch nicht nachgekommen sind, erinnern wir Sie an baldige Erledigung. v. Gagern. Die Thronrede Kaiser Wilhelms und die Reichstagseröffuung. Die Thronrede, mit welcher Kaiser Wilhelm am 22. November im Weißen Saale des Königlichen Schlosses vor den versammelten Vertretern des BundesratheS und des Reichstags die neue Reichstagssession eröffnet hat, erfüllt vollständig die guten Hoffnungen, welche man hinsichtlich der Gestaltung der inneren und äußeren Verhältnisse hegt, und hält sich im Uebrigen streng im Rahmen des Geschäftsprogrammes des Reichstags. Der Kaiser gedachte in der Thronrede zunächst seiner Reisen in verschiedenen Thesten des Reiches, welche ihm die Ueberzeugung gewährt hätten, daß der Etnheitsgedanke im gesammten deutschen Volke tiefe Wurzel geschlagen habe. Die Finanzlage des Reiches wurde hierauf in der Thronrede als befriedigend bezeichnet und daran anknüpfend wurden die Vorlagen verkündigt, mit denen sich der Reichstag in seiner nun wieder eröffneten Session zu beschäftigen haben wird. Außer der Etatvorlage sind dies die Vorlagen über den Nachtragsetat von 117 Millionen für Marine- zwecke und über die Anleihe von 78 Millionen zu Landesvertheidigungszwecken, resp. zum Bau strategischer Eisenbahnen, ferner die Vorlagen über die Alters- und Jn- valtdenversorgung der Arbeiter, über die Ergänzung des Krankenkassengesetzes und die Reform des Genossenschaftswesens, sowie einige kleinere Vorlagen. Kurz erwähnt die Thronrede auch des Abkommens mtt England wegen der Beseitigung der Cultur- hemmntsse in Ostafrtka und hofft, daß dadurch die dortigen Schwierigkeiten am leichtesten gehoben werden. Ganz besonders hebt die Thronrede Kaiser Wilhelms hervor, daß ie Beziehungen Deutschlands zu allen Mächten durchaus friedliche sind, und noch mehr betonte der Kaiser, daß seine Bestrebungen auf die Erhaltung des Friedens unausgesetzt gerichtet seien, wie er, der Kaiser, überhaupt einen ohne Roth geführten Krieg mit dem christlichen Glauben und den kaiserlichen Pflichten gegen das deutsche Volk für vollständig unvereinbar halte. Die Besuche, welche der Kaiser bei befreundeten Höfen gemacht, und das von allen Setten ihm und seiner Politik entgegengebrachte Vertrauen berechtigen auch zu der Hoffnung auf fernere Erhaltung des Friedens. Die Thronrede wurde zumal in ihren Schlußsätzen von den versammelten Retchsboten mtt lautem Beifall ausgenommen und darauf im Namen des Kaisers von dem Staats- secretatr des Innern, von Bötticher, in Vertretung des Reichskanzlers der Reichstag für eröffnet erklärt. Die Netchstagsmitglieder waren ziemlich zahlreich bet dem feierlichen Acte der Reichstagseröffnung versammelt, doch werden in dieser Woche nur noch die consttluirenden Sitzungen des Reichstags, Bildung der Bureaux, Wahl der Präsidenten und Ausschüsse oorgenommen. — Aus der Thronrede Kaiser Wllhelms dürfte gegenüber den politlschen Beunruhigungen der letzten Wochen am meisten die Stelle, welche das Vertrauen des Kaisers auf die Erhaltung des Friedens aussprtcht, Befriedigung in Deutschland und Europa gewähren. In dieser Hinsicht haben Kaiser Wilhelms Worte alle directen Befürchtungen beseitigt. Die Summen, welche das Reich für die Marine, das Heer und für den Ausbau strategischer Eisenbahnen verlangt, zeigen aber auch, daß die kaiserliche Regierung im Vereine mit dem Bundesrath unausgesetzt an der Vervollkommnung der deutschen Machtmittel, welche die beste Frtedens- bürgschaft bilden, arbeitet. Die Thronrede, von welcher wir gestern einen Auszug brachten, hat folgenden Wortlaut: Geehrte Herren! Als Ich Sie beim Antritt Meiner Regierung zum ersten Male begrüßte, standen Sie mit Mir unter dem Eindrücke der schweren Schickungen, welche Mein Haus und das Reich im Laufe dieses Jahres erfahren haben. Der Schmerz über diese Verluste wird bei dem lebenden Geschlechte nie ganz erlöschen, aber er darf Mich nicht hindern, den Anforderungen der Pflicht nach dem Vorbilde Meiner in Gott ruhenden Vorgänger mannhaft und treu gerecht zu werden. Von diesem Pflichtgefühl getragen und das Gleiche bei Ihnen voraussetzend, entbiete Ich Ihnen bet der Wiederaufnahme unserer gemeinsamen Arbeiten Gruß und Willkommen,! Auf Meinen Reisen, welche Mich in verschiedene Theile des Reiches geführt haben, find Mir überall sowohl von Seiten Meiner hohen Bundesgenossen wie der Bevölkerung die Beweise entgegengetreten, daß die Fürsten und die Völker Deutschlands dem Reiche und seinen Einrichtungen mit rückhaltlosem Vertrauen anhängen und in ihrer Einigkeit die Bürgschaft ihrer Sicherheit finden. Aus solchen Kundgebungen werden Sie mtt gleicher Genugthuung wie Ich selbst die Ueberzeugung geschöpft haben, daß die im Reich verkörperte Einigkeit tiefe und feste Wurzeln im gesammten Volke geschlagen hat. Es ist Mir Bedürfniß, Meiner dankbaren Befriedigung hierüber auch an dieser Stelle Ausdruck zu geben. Daß der Anschluß der Freien und Hansestädte Hamburg und Bremen an den Zollverdand des Reiches nach schwierigen und opferreichen Vorarbeiten nunmehr zur Ausführung gekommen ist, erfüllt Mich mit Genugthuung. Ich erblicke darin eine segensvolle Frucht Unserer einmülhigen Bestrebungen. Mögen dte Erwartungen, welche sich für das Reich und dte beiden bedeutendsten Seehandelsplätze an diese Erweiterung des Reichs-Zollgebiets knüpf.n, mit vollem Maße in Erfüllung gehen. Die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft Hal eine Revision des Handelsvertrags zwischen Deutschland und der Schweiz in Anregung gebracht. Von dem Wunsche geleitet, das bestehende freundnachbarliche Verhältniß zwischen beiden Ländern auch aus handelspolitischem Gebiete zu bethättgen und zu fördern, bin Ich dem Anträge bereitwillig entaegengekommen. Die Verhandlungen sind unter Betheiligung von Vertretern der Der (Schweiz benachbarten Bundesstaaten geführt worden und ihr Ergebnitz besteht in einer Zujatzübcretnkunft, durch welche die vertragsmäßige Grundlage des beiderseitigen Verkehrs erweitert und der Austausch der Erzeugnisse der aewerblichen Arbeit erleichtert wird. Die Ueberetnkunft wird Ihnen nach erfolgter Annahme durch den Bundesrath mit dem Anträge zugehen, derselben Ihre verfassungsmäßige Zustimmung zu ertheilen. Der Haushalt für das nächste Rechnungsjahr wird Ihnen unverweilt vorgeleg. werden. Der Voranschlag gibt Zeugniß von der befriedigenden Lage der Reichsfinanzenj In Folge der in den letzten Jahren unter Ihrer Mitwirkung eingeführten Reformen auf dem Gebiete der Zölle und Verbrauchssteuern lassen sich Mehreinnahmen erwarten und auf Grund derselben werden nicht nur zur Erfüllung der unabweisltchen Aufgaben des Reiches neue Mittel berettgeftellt werden, sondern es können auch dm Bundesstaaten erhöhte Überweisungen für ihre Zwecke in Aussicht gestellt werden. Mit Freude begrüße Ich die Anzeichen eines Aufschwungs auf verschiedenm Gebieten wirthschaftlicher Thätigkeit. Ist auch der Druck, welcher auf der Landwirth- schaft lastet, noch nicht gehoben, so erhoffe Ich doch im Hinblick auf die neuerdings etngetretene Möglichkeit einer höheren Verwerthunq einzelner landwtrthschaftlicher Erzeugnisse eine Besserung auch dieses wichtigsten Zweiges unserer wirthfchastlichen Arbeit. Der bereits früher angekündigte Gesetzentwurf zur Regelung der Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften wird Ihrer Beschlußnahme unterbreitet werden. Es steht zu hoffen, daß dte Zulassung von Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht, welch« der Entwurf vorschlägt, auch für dte Hebung des landwirthschaftlichm Eredtts sich hellfam erweisen werde. Einzelne aus dem Gebiete der Krankenversicherung hervorgetretene Mängel bedürfen der gesetzlichen Abhilfe. Dte dazu erforderlichen Vorarbeiten sind soweit gefördert, daß Ihnen im Laufe der Session voraussichtlich eine entsprechende Vorlage wird gemacht werden können. Als ein theures Vermächtniß Meines in Gott ruhenden Herrn Großvaters ha $ Ich die Aufgabe übernommen, dte von Ihm begonnene soctalpolttische Gesetzgebung fortzuführen. Ich gebe Mich der Hoffnung nicht hin, daß durch gesetzgeberische Maßnahmen die Noth der Zett und das menschliche Elend sich aus der Welt schaffen lassen. Aber Ich erachte es doch für eine Aufgabe der Staatsgewalt, auf die Linderung vorhandener wtrthfchaftlicher Bedrängnisse nach Kräftm hinzuwtrken und durch organische Einrichtungen die Bethättgung der auf dem Boden des Ehristmthums erwachsenden Nächstenliebe als eine Pflicht der staatlichm Gesammtheit zur Anerkennung zu bringen. Dte Schwtertgkeiten, welche sich einer auf staatliches Gebot gestützten durchgreifenden Versicherung aller Arbeiter gegen dte Gefahren des Alters und der Jnvaltdttät entgegenfteüen, sind groß, aber mtt Gottes Hülfe nicht unüberwindlich. Als die Frucht umfänglicher Vorarbeiten wird Jhnm ein Gesetzentwurf zugehen, welcher einen gangbaren Weg zur Erreichung dieses Zieles in Vorschlag bringt. Untere afrikanischen Ansiedelungen haben das Deutsche Reich an der Aufgabe bethetltgt, jenen Welttheil für christliche Gesittung zu gewinnen. Dte Uns befreundete Regierung Englands und ihr Parlament haben vor hundert Jahren schon erkannt, daß die Erfüllung dieser Aufgabe mit der Bekämpfung des Negerhandels und der Sklavenjagden zu beginnen hat. Ich habe deshalb eine Verständigung zunächst mit England gesucht und gefunden, deren Inhalt und Zweck Ihnen mitaetheilt werden wird. An dieselbe werden sich weitere Verhandlungen mtt anderen befreundeten und bethetltgtm Regierungen unb weitere Vorlagen für den Reichstag knüpfen. Unsere Beziehungen zu allen fremden Regierungen sind friedlich und Meine Bestrebungen unausgesetzt dahin gerichtet, diesen Frieden zu befestigen. Unser Bündniß mtt Oesterreich und Italien hat keinen anderen Zweck. Die Leiden eines Krieges und selbst eines siegreichen, ohne Noth über Deutschland zu verhängen, würde Ich mit Meinem christlichen Glauben und mit dm Pflichten, die Ich als Kaiser gegen das deutsche Volk übernommen habe, nicht verträglich finden. In dieser Ueberzeugung hab« Ich es als Meine Aufgabe angesehen, bald nach Meinem Regierungsantritt nichl nur Meine Bundesgenossen im Reich, sondern auch die befreundeten und zunächst benachbarten Monarchen persönlich zu begrüßen und mit ihnen dte Verständigung zu suchen über die Erfüllung der Aufgabe, die Gott Uns gestellt hat, Unseren Völkern Frieden unb Wohlfahrt zu sichern, soweit bies von Unserem Willen abhängt. Das Verträum, welches Mir und Meiner Politik an allen von Mir besuchtm Höfen entgegengekommen ist, berechtigt mit zu der Hoffnung, daß es Mir und Meinen Bundesgenossen unb Freunden mit Gottes Hülfe gelingen werde, Europa den Frieden zu erhalten. Deutscher Reichstag. Eröffnungssitzung Donnerstag den 22. November 1888. Viceprasident Dr. Buhl eröffnet die Sitzung um 21/« Uhr unter Bezugnahme auf 8 1 der Geschäftsordnung. — Er beruft zu Schriftführern die Abgg. Bürkltn, Wichmann, Porfch und Hermes. — Neu- bez. wiedergewählt sind die Abgg. Liebknecht (Soe.), Schäffer (conf.), Kröber (Volksp.), v. Bennigsen (natl.) — (Singegangen sind: Der Etat, das Anleihe-Gesetz, dte Alters- und Invaliditäts-Versicherung der Arbeiter unb eine ganze Reihe Rechnungsvorlagen unb Uebersichten. — Der hieraus erfolgenbe Namensaufruf ergab bie Anwesenheit von 268 Abgeordneten. Das Haus ist mithin beschlußfähig. Nächste Sitzung Freitag 2 Uhr. Tagesorbnung: Wahl der Präsidenten unb der Schriftführer. Schluß 3 Uhr. Aeutschlaud. Darmstadt, 21. November. Mit Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs ist an die Stände des Großberzogthums ein Gesetzentwurf gelangt, die Abänderung des Gesetzes vom 23. April 1875 über den Mißbrauch Der geistlichen Amtsgewalt betreffend. Darmstadt, 21. November. Unter den behufs Berathung über die Errichtung eines Katser-Wilhelm-Denkmals in Berlin zusammenberusmm Sachverständigen auS Lokales 16. 2. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. Gustav Dittmar, Romrod. Frttz Schudt, Bönstadt. Heinrich Thylmann, Altenstadt. Carl Braumwarth in Stammheim. Johann Faust in Elbenrod. Franz Lehning, Büdingen. Wenzel Haffer II , Rieder-Weisel. Wilhelm Heyer I., Wölfersheim. 24. Georg Hanstein I., Friedberg. “5. Hrch. Wilhelm Alles, Rieder-Florstadt. 26. Gg. Philipp Fauerbach, Ockstadt. 27. Johannes Mathes in Bellersheim. 28. Johannes Carle III., Rieder-^bmen 29. Konrad Schudt, Steinfurth 9 30. August Reich VII., Bad-Nauheim. r, derlin, 22 November. Die Thronrede des Kaisers wird von allen Blättern. »M"eUr ?ben\Friedenskundgebung aufgefaßt. Die "5?Ebings hinzu, baß die Rede sich auf die Lichtfarben beschränke und die Schattirung Anderen, vielleicht auch den Thatsachen selbst überlasse Das /'^rliner Tageblatt will aus der Fassung der Stelle, in welcher sich der Kaiser zu der Hoffnung bekennt, daß es ihm und seinen Bundesgenossen und Freunden gelingen ^opa.den Frieden Z" erhalten, erkennen, daß auch Rußland den friedlichen Machten bergezählt wird; dem Blatt fallt es auf, daß der französischen Republik in der Ansprache mit keiner Silbe gedacht ist und sieht in dieser Lücke den einzigen dunkeln d-l diesmaligen Thronrede. Die „Berliner politischen 9tachrichlen" betonen Er?? nahh5hbcr ^cbc unb bedeutungsvoll der Frtedensbund mit Oesterreich und 40luXl?ri uvyCDCe »n„SÄf’a“tcn b-kand sich al? Vertreter be§ Großherzogthums Hessen Herr Geh. Baurath Wagner, Professor an der technischen Hochschule hterselbst ^"^^"^E, 2I Nov-mber, Das Großh. Ministerium des'Innern und der Justiz, Adtheilung für Schulangelegenhettcn, h°! angeordnei, daß in den Gemeinden in den oberen Klassen der Volksschule und in den Fortbildungsschulen des Landes für iie Folge auch aus die große Wichtigkeit des Obstbaues für die Landwtrthschast bin- gewiesen bezw. darüber gelehrt werden fall. Das Ministerium hat deßhalb verfügt, daß in diesen Schulen das von der Obstbauabthetlung des Darmstädter Gartenbau- veretns herausgegebene Schrlslchcn, welches eine leicht faßliche Anleitung zum Obstbau enthalt, für den Unterricht verwendet werden soll. .. m Derttn, 21. November. Der dem Bundesrathe vorgelegte Gesetzentwurf, betr. die Vorarbeiten für das Nationaldenkmal Kaiser Wilhelm's I, lautet- Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc., a amT ^^ches nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths und Des Reichstages, was folgt: OTln, , Zu einer Preisbewerbung für das Seiner Majestät dem hochseligen Kaiser innrwY? L' bem Ortnber des Reiches zu errichtende Denkmal wird eine Summe von 100,000 JL zur Verfügung gestellt. Der Reichskanzler wird ermächtigt, diesen Betraa aus den bereiten Mitteln der Reichs-Hauptkasse zu entnehmen. Berlin, 21. November. Die See-Kadetten und Kadetten unserer Marine sind a4?gen)m Vrn\ mtt 1" ihrer Löhnung liegenden Kleidergelde von 108 JL Arltch ihre Bekleldung und Ausrüstung zu bestreiten. Die Kleider werden durch den Dienst an Bord, in der Takelage, am Geschütz und in der Maschine erheblich abgenutzt und namentlich durch die Wasche im Auslande stark mitgenommen, so daß sie nach drei Jahren so gut wie werthlos sind. Die Kosten der ersten Ausrüstung eines Kadetten betragen 800 die Kosten der Ergänzung bei der Beförderung zum See- Kadetten belaufen sich auf 500 A zusammen also 1300 JL, wozu noch die laufenden t"ten. Dieser Ausaabe gegenüber wird gegenwärtig den See- §??etten und Kadetten wahrend der dreijährigen Dienstzeit nur ein Kleidergeld von gewahrt unb es müssen deßhalb die Eltern sich verpflichten, einen monatlichen Zuschutz von 60 zu Zahlen. Um nun letzteren ermäßigen zu können und dadurch dle Seeofsiciei lausbahn den Söhnen der weniger bemittelten gebildeten Stände in weiterem ilmfange zugänglich zu machen, wird dem Vernehmen nach beabsichtigt, eine Erhöhung der Löhnung der See - Kadetten und Kadetten in Aussicht zu nehmen zu" lassen^ bQrQUr bC)U0l^e Forderung dem Reichstage zur Genehmigung zugehen v o (2- e $ n dem hier am 2. December stattfindenden Concerte von Nnhs« MWSS8 so daß das Zusammenwirken dieser beiden Künstler stet^ nnn JtJ; ‘ -oegtttterin, Applaus des Auditoriums begleitet ,u werden pflegt ' cincm ““oemetnen . B - rmikchtes. gestern ^in^Tbeil'der Anetten ^"?^°^ung bes hiesigen Kreisamtes wurde «ÄS MUZZW-W-«---- Gebäude für -in- iÄ .T00' 'nit fl.aalll»er Unterstützung das Kt-ÄfÄmS** *“■ *«*** iStoÄgfSS'S"'" «S r;1S SÄ."- S&1S ZMWWMMM MMUUZWMZ fÄ ft» fflLmm99Ver,1UJ ""^"Einwendungen, stellte jedoch keinen Antrag franzöf«it^°^- Schlö^"de7 Va.stan"L äää«« xkWSs unTÄoa" Wei^nbesitz^rn^7rob"n^SÄ^^^^ Di^Weizemmt! unb die Wollproduktion durften unter dem mittleren Durchschnitt ausfallen. 3 " Telegraphische Fepeschen. Wslff'S UUfct. Eorrespon-e«z. Bureau. dEu, 22 November. Der Reichstag wurde heute im Weißen Saale des <-nu*hJin A^^sses mit großem äußeren Glanze eröffnet. Der Kaiser verlas per- £.IC 9?u2rebe' bei den Stellen, betreffend die friedliche Lage, dm xd\x\V- S?rhl,ic° d)roUns8b e f!,cJa!e Gesetzgebung, mit lautem Beifall aufgenommen Bötticher erklärte nach der Verlesung den Reichstag für eröffnet Eintritt des Kaisers brachte Vicepräsident Buhl und als der Kaiser den Saal nnmmpn^r (Sa* Cr dundesbevollmächtigte Graf Lerchenfeld ein stürmisch ausge- nommene£ Hoch auf ben Karser aus. In ber Hofloge wohnten die Kaiserin der Lerroa 9Hhrbl2t ^"f,^0sta, ber Erzherzog von Oesterreich-Este unb die Prinzessin Subri i t mit ihren Söhnen dem feierlichen Akte bet. 8 11 Cultus^nff/ms jy;^0Dcmber- Dem hiesigen Magistrat ging folgendes Schreiben des in <» ,,euchclheim ' Johannes Weber v., Lang-Göns. ' l, Balthasar Emmerich, Gießen. Georg Faber IV., Leihgestern. Georg Schwarz, Trohe. Wilhelm Eberhard, Gießen. 11. Johannes Gottwalz, Burkhardsfelden. 12. Ludwtg Treff in Gießen. 13. Friedrich Jung, Klein-Linden. 14. Johannes Weber I., Ober-Sorg. 15. Heinrich Hölscher VI., Alsfeld. ■ Red. Allgemeiner Anzeiger von 65 an, Dawen Unterhosen 65 Herren- n von 35 $ an, ff 70 Sonntag den 2. December, Abends 5 Uhr 9425^ Kogros. Grosse Auswahl! Engros. Aparte Neuheiten. Nur eigenes Fabrikat ff ff ff ff ff Samstag: Sonntag: 8 18 10 tf tf N ff ft ff ft ft Damen-Jacken Herren- „ $ Sopha-Schoner Haussegen Uhr-Pantoffel von 130 an, Peluche-Kragen von 70 3) an, heiten von 140 H an, Normal-Hemden von 260^ an,Hosenträger von 20 an, halbseidene Herren-Cachenez v. 25 Herren - Kragen I. Qual, pro Dutzend von 190 H an, Pelz Käppchen von 30 an, Kinder-Muffe von 45 H an, S!ück Herren - Gravatten (Westtn) Nein wollene Pbantaffe- Tücher Neu- Repariren und Ueberziehen der Schirme wird in wenigen Stunden, \ mit größter Sorgfalt und billigst erledigt Offerire: Zanella-Schirme von «X 1.—, Gloriaschirme von JL 2.50 ’ Md rein Seide von «X. 7.50 an. 9431 j 1 M. 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Durchschnittlich werden pro Woche 1000 Hammel geschlachtet, von denen das Fleisch tn ^a9ßon^abunflen ^^0" nach Paris geht Durch den Handel ,mit den nicht zum wie bie Kopfe, Eingewe be u. s, w. zieht bie ärmere Beoötterung von Bischofsheim von dem Unternehmen einen beträchtlichen Nutzen. + Bockenheim, 22.November. Die Jubelfeier des biesinen csuf«™«- Regiments nahm gestern Abenb ben programmmäfitgcn Anfangs Im °Höte?Schwan" Jn Frankfurt a. M. und zwar ui den Friedensräumen desselben (esset hier für solche, blVf "W wissen, bemerkt, daß am 10. Mai 1871 im „Mel Schwan" der Friede zwischen Deutschland und Frankreich geschlossen wurde) fand die Begrüßung der etn- getroffenen Gaste statt, unter welchen sich befanden: Prinz Bernhard von Weimar, General von Heuduck und andere hohe Militärs. An die Begrüßung schloß sich ein Commers, welcher die Therlnehmer bis 3 Uhr Morgens versammelt hielt. Nachher wurde noch von den Offizieren conzertirt. Der Hof des „Hötel Schwan" war brillant ; fluf bemfelben hatte die Kapelle des Regiments Aufstellung genommen und $eu«fe ®?rt^ tta9 ^ant) bic Parade unter Anwesenheit sämmtltcher Offiziere Sb nahm trotz des wenig günstigen Wetters einen glänzenden Verlauf. Wahrend de. Vormittag waren noch mehrere hohe Gäste eingetreten, darunter General So"l0lid’e Roheit ber Grotzherzog von Hessen ist leibet nicht zu ■ dem Jubelfest erschienen, dagegen waren mehrere fürstliche Persönlichkeiten der nächsten SUrft ?,°? Airstti«, anwescnb. König Humbert von Italien, ber f'kal ^bütments, verlieh dem Commanoeur desselben, Major Freiherr von Bissing, 0Cn b?§ Eommandeurkreuz des italienischen Kronenordens. ^eute^R^rn^fbf^b^^^alkonsul überreichte Herrn v. Bissing die Insignien des Ordens, in ü um U^AÜaAm tm "Hotel Schwan" das Festbankett seinen Anfang. T 6 :la^cn ^er 100 Offiziere, sonte die Vertreter der Staats- und städtischen Theil. D e Eigenthürner des „HStel Schwan" hatten dem Fest in sinniger Weise Ausdruck verliehen. Die Menus trugen nämlich die Form der bekannten Husarentaschen, die aufgeklappt das Verzeichnitz der Gerichte zeigten. Außer dem schon früher genannten Münzhumpen sind noch mehrere werthvolle Geschenke und Erinnerungs- ze.chen eingegangen, u. a. ein prachtvoller silberner Aussatz aus Berlin, gestiftet von ehemaligen Offizieren des Regiments. Zur Stunde sind die Festlichkeiten noch in vollem Gange. Daß die Mannschaften des Regiments gleichsfalls nicht zu kurz gekommen sind, bedarf wohl kaum der Erwähnung. 8 8 0 91 m Tr 18v8?, fäat bat Osterfest wieder einmal recht spät, auf den a u?? ?°l0C ^ssen fallt die Fastnacht erst auf den 5. März, so daß bie wTbie Ian0e Dauer von acht Wochen und drei Tagm hat. Pfingsten fällt .b/n 9. Juni. - An Mondfinsternissen treten im nächsten Jahre überhaupt nur zwei in Erschetnnng. Beide sind bei uns sichtbar, die eine am frühen Morgen des fnmm?n^ar,cybre Abend des 12. Juli. Die drei Sonnenfinsternisse des kommenden Jahres können in Europa nicht wahrgenonimen werden. — Als Merk- Mär,^nm3e (bnen< ba6 obic\ ^onb Januar (am 1. und am 31.) und tm om k o?bx am 31*)' Ie zweimal als Neumond auftritt, wahrender im October (am 2. und 31.) zweimal als erstes Viertel erscheint. unter Mitwirkung der Pianistin Frau Berthe Marx aus Paris. Violin-Concert, Mendelssohn. Faust Fant., Sarasate. Romanze Habanera, Sarasate. Toccala, Saent-Saens. Barcarolle, Chopin Au bord d’une source, Liszt. Etüde, Rubinstein. Eintrittskarte 2 Mk., Sperrsitz 3 Mk., Programme in der Musikalienhandl. Ernst Challier (Rudolph’s Nacht) Neftauration K Klingenberg (norm. Restauration Bramm.) 9436 Samstag den 24. und Sonntag den 25. November ( oocert und Vorstellung. Auftreten der beliebten Duettisten Herrn und Frau Matthias mit Gesellschaft, 1 Dame, 3 Herren — Neues nrfideleS Programm. Anfang: Samstag 8 Uhr, Eintritt frei. Sonntag 4 und 8 Uhr,' Eintritt 20 H. 10 Loth rein wollene Strickgarne zu 25, 30, 35, 40 u. 60 rc. H Rockwove, pr. Psd. 90 X CorsetA, alle Weiten, von 65 H an, do- Uhrf.der- „ „ 140 „ „ R/‘Ürje“ " 30 - " Kinder Kragen (6 Stück) CottesdikilA in der Zynagoge. Samstag äbenb^W 4”° @amSta0 2Korßen 8“ U5r- Samstag Mittag 3°° Uhr. ™ Senken geeignet, äu38erat billig. - Muetet umgehend Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Cvangklischk Gemeinde. Gottesdienst. 261 Sonntag nach Trinitatis, den 25. November: Gebächtnißfeier für die Verstorbenen. ..vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer vr. Naumann «benTb§ 68n62r.U9irf,m?e; Z^bhofskap-ll-, Pfarrer Dingelbey 6-inh/rn AU6rm ab™banbll4t in ber Kirche, Pfarrer Schlosser r 11 Ubr, Psarrer Schlosse? schule L mVf flan: ^nnh-s'"«26« N°»-mber, Abenbs 8 Ubr, in ber Kleinkinber- Gnabenbun? Pfkrrer Ör Naumanm^ ** ®ottc§ D-rheißung unb Slbenh1™«M°1ben December, als am 1. Aboent, Beichte unb heiliaes Stt Le'L bTfÄÄÄ Pfarre?v^Na"uman^"° b“ 35o4t ”om 3?OO£m6er bis 1. December besorgt Mit Heutigem verlegte mein Geschäft in das früher Stieber'sche Haus Marktstrasse 18 Conr. Jos. Keiler. c/? Sämmtiiche Normal-Artikel von Prof. Dr. G. Jäger empfiehlt zu Originai-Preiseai Friedr. Tripel. 9424 Markt 16. liorträfle im Cocafgemeröoertiii. 1 Bortrag: Dien-tag, 2T November, 8 Uhr Abends, im Saale des Cafe Balzer. Herr Universitcttsamtmann vr. Dietz: „lieber das Krankenkassen Gesetz vom 15. Juni 1883 und das Unsallversicherungs-Gesetz vom 6- Juli 1884." Die Vorträge sind auch Nichtmitgliedern des Vereins zugänglich. [9419 Christbescheerung der Kleinkinder«Bewohronstolt Am 4. Adventssonntag, den 23 Dezember b» I., soll die Christ, besehe erring für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben in diesem Jahre für 212 Kinder den Christbaum m schmücken und den Tisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohl, wollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn u. bergt, besonders aber auch an Geld, das uns die gleichmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der. ach- benannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Fräulein Amalie Bansa (Nordanlage 41), Frau Oberbürgermeister B r a m m (Ludwigsplatz 10), Frau Dr. Brüel (Neuenbäue 41), Frau Amtsrichter Gebhardt (Gartenstr. 15) Fräulein Emilie Langermann (Südanlage 21), Frau Pfarrer Naumann (Südanlage 8), Frau Louise Ottens (Bismarckstraße 11), Frau Auguste Schwan (Seltersweg 64), Fräulein Louise Wort mann (Asterweg 16). Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang in nehmen. Gießen, den 10. November 1888. Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstall Dr Nauman n, Pfarrer. Friedr. Deo in Giessen. 5914 | Vermischte Anzeiger. 9435 9433 empfehlen in reicher Auswahl [9428 Moritz Gregori & Sohn. bei C. G. Kleinhenn. Iieilgeöolenes. Prachtrollts Mast.Gcftügcl, Must, uno L««fische, leb. Karpfen, Wurf«, "nd Metsch-Waaren, divers« feiner« »äse, »«räuchert« gisch«,