Bureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. , Kreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Mr. 27S. Freitag den 23. November 1888« Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Politische Rundschau. die von auS und von Gießen, 22. November. Wie in den vorhergegangenen Jahren, so werben auch in diesem Winter mehrere öffentliche Vorträge des Localgewerbevereins statt- inben, bcren Besuch hiermit allen Gewerbtreibenden, bie ihr Wissen zu bereichern bestrebt ftnb, bestens empfohlen wirb. Die Vorträge finben am 27. November, 4. und 11. December b. I. unb am 15. Januar unb 5. Februar nächsten Jahres in Cafö Balzer (Ebel) statt unb beginnen Abends 8 Uhr. Es werden Vorträge halten: Herr Amtmann Dr. Dietz: Heber das Krankenkassen-Gesetz vom 15. Juni 1883 und das Unfallversicherungs-Gesetz vom 6. Juli 1884. — lieber daS Bau-Unfalloersicherungs-Gesetz vom 11. Juli 1887. — Heber die Hnfall- und Krankenversicherung der Land- und Forstwirthschaftltchen Arbeiter. Herr Prof. Dr. Thiel aus Darmstadt: Heber die Luft in Wohngebäuden. Herr Dr. W. Sonne auS Darmstadt: Heber Eisen und Stahl. — In der gestrigen Sitzung der Strafkammer wurde der frühere Postverwalter Bin gern er aus Staden wegen Betrugs, Verbrechen im Amte und Hrkundenfälschung einschließlich einer vom vorigen Schwurgerichte ausgesprochenen ^Gefängnißstrafe, zu m r i. ?erlitt, 21. November. Der heute im Bundesrathe zur Berathung aelanaende Gesetzentwurf bezüglich des Kaiser Wilhelm-Denkmals betrifft die Bewilligung der für Preisausschreiben erforderlichen Geldmittel. B ' ... de^ttn, 21. November. In der Denkschrift zur Vorlage, betreffend die Er- richtung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm I., wird bemerkt, daß als Platz für die 0 ntur Vlm0ri°6c Straßenzug vom königlichen Schlosse unter den Linden nach garten in Betracht kommen könne. Die Frist für Einreichung von Entwürfen »aUr ^nate festgesetzt. Es sind neun Preise im Betrage von 100,000 X ausgesetzt. ' e .,.s?reslau, 21. November. Bel den heutigen Stadtverordnetenwahlen find in ber ersten Abthetlnng sammtliche Eandidaten der Liberalen gewählt worben Bremen, 21. November. Die „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiff- brüchiger meldet aus Westerland: Am 21. November von der auf Syll gestrandeten ^erettet^a^ar 110 ' ®apitan ®ucfen' 4 Personen durch Hilfe 'ber Station Westerland w Karis, 21 November. Boulangistischen Blättern zufolge fand gestern Abend, als Boulanger das Nenaissancetheater verließ, eine boulangisttsche Kundgebung statt, wobei mehrere Personen verhaftet wurden. . 3-ft»n Abend projedkte Meeting mit Gilly's Vorsitz wurde vertagt, da Gilly noch nicht zurückgekehrt ist. ' London, 21. November. In ber heutigen Sitzung der Parnell - Commission verhängte der Prafibent eine Gelbstrafe in ber Höhe von 500 Pfunb gegen Ebward H^^ugton, den nationalistischen Deputirten für Kerry, wegen bes im „Kerry ©cntinel* Artikels, welcher eine schwere Beleibtgung gegen den Gerichtshof ent- 9tcy- .^r Artikel, auf welchen derGeneralprokurator gestern hingewiesen hatte, führte aus, baß ber Gerichtshof nur eine Creatur ber Regierung unb ber „Times" sei. Jparrtn0ton erklärte auf Befragen des Präsidenten, baß er bie Verantwortung für ben Artikel übernehme. n -21- November. Dem Vernehmen nach wirb ber Papst im nächsten t irlor um ? b Erzbischöfe von Rouen, Lyon, Mecheln unb Prag, sowie einen spanischen unb zwei italienischen Prälaten (Macht unb Annibale) zu Carbinälen ernennen. re 21 November. In ber heutigm Senatssitzung erklärte Ministerprästbent Crispi bei der Berathung bes Gesetzentwurfs über bie Communal- unb Provinzial Pforrn, datz er nach Beenbigung ber biesbezüglichen Debatte bie Interpellation Corte'S über bie italienische Politik im Rothen Meere beantworten werbe. j Petersburg, 21. November. Die Ernennung bes Generallteutenants Hermann Paucker (vom Jngenieurcorps) zum Minister für Wege unb Verkehrsanstalten ist heute publictrt worben. Berlin, 22. November, 12 Hhr 30 Min. Mittags. (Eröffnung bes Reichstages). Die Thronrebe gebenkt zunächst ber Reisen bes Kaisers im Reiche, welche bie Heberzeugung gewährten, baß bie Neichseinheit im gesammten Volke tiefe Wurzeln geschlagen unb erwähnt bie Hamburg-Bremischen Zollanschlüsse unb bie schweizerische Hanbelsübereinkunft. Die Finanzlage sei befriebigenb, freubig zu begrüßen ber wirthschaftliche Aufschwung; sei auch ber auf ber Lanbwirthschaft lastenbe Druck noch nicht gehoben, so lasse boch bie Möglichkeit einer höheren Verwerthung ber land- wirthschaftlichen Erzeugnisse eine Besserung erhoffen. Die Thronrede kündigt die Vorlage von Gesetzentwürfen über die Genossenschaften, Aenderung des Krankenversicherungsgesetzes, sowie über die Alters- und Invalidenversicherung an. An bas Abkommen mit Englanb wegen Ostafrika würben sich weitere Verhanblungen mit anberen Regierungen unb biesbezügliche Vorlagen an den Reichstag knüpfen. Die Beziehungen zu allen Regierungen seien frieblich. Der Kaiser sei unausgesetzt für bie Befestigung bes Friebens bestrebt. Mit bem christlichen Glauben und ben Pflichten bes Kaiser« sei es nicht verträglich, ohne Roth bie Leiben eines selbst siegreichen Krieges über Deutschlanb zu verhängen. Die Besuche bei ben befreundeten Monarchen bezweckten eine Verstänbigung zur Sicherung bes Friebens. Das allseitig bezeigte Vertrauen berechtige zu ber Hoffnung, baß es gelingen werbe, ben Frieben zu erhalten. Kevtschlattd. Berlin, 20. November. Der russische Thronfolger wirb zum Besuche bes Kaisers morgen Abenb aus Kopenhagen hier eintreffen unb voraussichtlich bis Donnerstag Abenb hier verweilen. Zum Ehrenbienst sinb bestellt: Der Chef bes Generalstabs ber Armee, Generaladjutant Graf Walbersee, sowie ber Oberst v. Rauch- Haupt, Commanbeur bes Alexanber-Garde-Grenabier-Regiments, bcssen Chef ber Czar ist. General ber Cavallerie Graf Walbersee war, wie man sich erinnern wirb, bereits zum Ehrendienst bei bem Thronfolger befehligt worben, als berfelbe im November v. I. mit seinem Vater, bem Kaiser von Rußlanb, hier zum Besuche war. Vom 1. Westfälischen Husaren - Regiment Nr. 8, zu besten Chef der Großfürst - Thronfolger bei ber Anwefenheit des Kaisers in Peterhof ernannt worben ist, trifft eine Aborbnung von Officicren unb Mannschaften unter Führung des Obersten v. Szczytnicki zur Begrüßung des Regimentschefs ein. Außerdem werden llnterofficiere dieses Regiments die Ehrenposten vor der Wohnung des Großfürsten stellen. Berlitt, 20. November. Herr von Bennigsen wird seinen in Hannover betonten Standpunkt zu dem Unternehmen einer Emin-Pascha-Expedition in Entsendung derselben, nach Herstellung der Ruhe in Deutsch-Ostafrika, durch das Gebiet der beutsch- ostafrikanischen Gesellschaft, unb Benutzen bes Etappen-Systems, auch in einer am kommenden Sonntag in Berlin anberaumten Sitzung des Emin-Pascha-Comitäs, wie die „Nat.-Ztg." erfährt, persönlich vertreten. — Die Frage nach ber Existenz ober Nichtexistenz eines Kaiserlichen Hanb- fcbreibcn« an bie Berliner Stabtbehörben anlangenb, läge, ber „Kreuzztg." zufolge, bie Wahrheit in ber Mitte, bergeftalt, daß bas Kaiserliche Hanbschreiben allerbings erlassen wäre, aber an ben Cultusminifter, unb von letzterem bem Magistrat mitgetheilt worben sei. — Wie wir hören, ist bie Einrichtung zweier weiterer Militär-Brieftauben- ftationen in Aussicht genommen, durch welche das geplante Brieftaubennetz an ben Grenzen zum Abschluß gelangen würbe. Die hierzu nothwenbige Summe soll bereits im Etat pro 1889/90 in Ansatz gebracht fein. ; Gießen, 22. November. 2)ie Ueberfiebelung ber kaiserlichen Familie aus bem Marmorpalais bei Potsdam nach bem königlichen Schlosse tn Berlin, welche erst für ben 22. November in Aussicht genommen war, ist bereits am Dienstag vor sich gegangen, so baß bie Majestäten nunmehr staubig in ber Reichshauptstadt refibiren werden. Bald nach erfolgter Heberfiebelung trafen eine Reihe fürstlicher Persönlichkeiten am kaiserlichen Hose tjeil8 zu nur kurzem, theils zu mehrtägigem Besuche ein, nämlich Prinz Heinrich Preußen aus Kiel, der Prinz-Regent Albrecht von Braunschweig nebst Familie Schlesien, der Erbgroßherzog von Sachsen-Weimar aus Thüringen, der Herzog die Herzogin von Aosta aus Italien unb ber Großfürst-Thronfolger Nicolaus Rußland aus Kopenhagen, anläßlich seiner Rückreise nach Petersburg. Der Bnndesrath hat in seiner am 19. b. M. abgehaltenen Plenarsitzung Vorberathung beS Reichshaushaltsetats im Wesentlichen zum Abschlüsse gebracht und außer ben noch reftirenben wichtigeren Etatsthetlen bie Gesetzentwürfe, betr bie Feststellung bes Reichshaushaltsetats pro 1889/90 unb betr. Aufnahme einer Anleihe zu Zwecken bes Reichsheeres, ber Marine unb ber Retchseisenbahnen genehmigt Auch bem Entwürfe zum Besoldungs- unb Pensions-Etat ber Reichsbankbeamten für bas Etatsjahr 1889 stimmte ber Bunbesrath zu. Dagegen versagte derselbe den Reichstags- beschluffen über die Arbeiterschutzgesetzgebung, über die Beschränkung der Kinderarbeit und Veranstaltung einer EnquSte bezüglich des sogenannten Normalarbeitstages, weiter über die Jnnungsfrage und über die Sonntagsarbeit seine Zustimmung, was sich bei mindestens theilnahmslosen Verhalten der Regierung gegenüber ben Anregungen des Reichstages über bie genannten Punkte allerbingS erwarten liefe. Aber bie Fragen einer Regelung ber Arbeiterschutzgesetzgebung, der Beschränkung der Kinderarbeit und der Sonntagsarbeit sinb in ihrer Art so wichtige unb dringliche, daß sie mit ber ab- weifenben Haltung ber Regierung unmöglich als abgethan betrachtet werben können unb sicherlich stehen nach biesen Richtungen hin neue Anträge im Reichstage zu erwarten, bie hoffentlich enblich einen besseren Erfolg aufzuweisen haben werden, als bie ^on früher wicberholt gestellten gleichen Anträge. - Die bem Bunbesrathe zugegangene neue Vorlage über bie Statistik ber Branntweinbrennereien unb ber Branntweinbesteuerung würbe ben zustänbigen Ausschüssen überwiesen. In Frankreich zeitigt ber Prozeß Gilly allerhand charakteristische Nachwirkungen. Die opportunistischen Abgeordneten, welche in bem Prozeß als Zeugen auftraten wollen erbittert über ben resultatlosen Ausgang besselben, Herrn Gilly zwingen, seine Be- schulbigungen gegen bie Mitglieder ber Bubgetcommission in öffentlicher Kammersitzung vorzubringen unb in ben französischen Abgeorbnetenkreisen sieht man deshalb neuen parlamentarischen Scandalscenen entgegen. Ferner richtete ber frühere Finanzminister Raynal an Gilly eine Zuschrift wegen besten Aeußerung, es seien 14 Millionen Frcs. als „TrinkgelderE an Mitglieder des Parlaments anläßlich ber Hebereinkunft mit ben Eisenbahngesellschaften gezahlt worben. Raynal fragt nun an, ob er etwa auch hiermit gemeint sei unb droht Gilly mit einer Forderung, zu welcher Raynal bereits seine Zeugen ernannt hat. Herr Gilly scheint da in ein böses Wespennest gestochen zu haben' Jrn englischen Parlamente spielen die ostafrikanischen Angelegenheiten noch immer eine Hauptrolle. So hat ber Premier Salisbury im Oberhause Erklärungen über bie Blokadesrage abgegeben, welche an die Aussehen erregenden Steuerungen des Ministers Goblet in der französischen Deputirtenkammer anknüpfen Aus den letzteren war, entgegen früheren Mittheilungen Salisbury's, zu entnehmen, daß Frankreich weder an der Blokade theilnehmen, noch auch eine Durchsuchung der unter seiner Flagge segelnden Schiffe nach Sclaven, sondern nur stach Waffen gestatten wirb. Wie nun Lorb Salisbury zu seiner Annahme gelangen konnte, Frankreich werbe in aller Form an ber Blokade theilnehmen, geht jedoch aus seinen jüngsten Erklärungen nicht hervor; nur meinte er zum Schluffe, Frankreich erkenne bie Gesetzlichkeit bes beutsch-englischen Abkommens gegen bie arabischen Sclaoenhänbler an. Im Hebrigen wiederholte Lord Salisbury, daß England an Operationen zu Lande nicht theilnehmen würde und erklärte schliefelich, eine gesonderte Action der Admiräle der bei ber Blokabe beteiligten Mächte sei erwünscht unb hanbelten bie Admiräle auch bereits demgemäß. Telegraphisch« Depesche». »OlU'S kelegr. «arrespOnbe«,. Burearr. Sf*»*' „21. November. Zu Ehren Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich hatten hier viele öffentliche und private Hauser Flaggenschmuck angelegt. Der Reicks- mCTQt"JS*1 aufrichtigen Theilnahme an allem Schmerz,'welchen HOT«Ä.’mTb’te flu® 7aKf ‘ mbinbcn überall die her,- sibenh ^^riirn,in2OTt9ZoöMnbcr*l Der Grvßfürst-Thronfolger von Rußland traf heute isiSrMUÄf s hierein, empfangen vom Kaiser, dem Prinzen Heinrich, der Generalität, dem Gouverneur, dem Commandanten, dm zum Ehrenbienst befohlenen Officicren und dem Personal ber russischen Botschaft. Der Kaiser unb Prinz Heinrich trugen russische, ber Großfurst Thronfolger die Uniform des 8. preußischen Husaren- 3 Nach herzlichster Begrüßung schritten bie Fürstlichkeiten bie Fiont ber Alexander - Regiments ab unb bestiegen sodann bie Hofwagen, wurden C nCr ®§fa^ron ^cr ^arde - du - Corps bis zur russischen Botschaft eskortirt den Schnellzug herankommen zu vermeiden, aber es war Vermischtes. Worms, 20. November. [3 u b i l ä u m § f c ft.] Am gestrigen Abend sand die jährlich wiederkehrende Feier für diejenigen Arbeiter des Hauses Cornelius Hkyl statt, welche :r. diesem Jahre ihre 25jährige Dienstzeit zurückgelegt haben. Im festlich geschmtickten Vereinshause der Fabriken versammelten sich, der „W. Z." zufolge, die gesummte Principalität, die Vorstände der verschiedenen Fabrtkoereine, der Gesang- und J^strumentalveretne, sowie die Arbeitsgenossen der Geleierten aus den i" Betracht komwcnden Werkstätten, im Ganzen etwa 300 Personen. Freiherr v. Heyl drückte den Jubiläen den wärmsten Dank für die in so langer Arbeitszeit bewiesene Treue aus, indem er betonte, daß das moderne Worms nicht nur wegen der Bedeutung seiner Industrie, sondern wesentlich wegen des hierorts erreichten glücklichen Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeiter in Ansehen stehe, während die Chronisten früherer Jahrhunderte hauptsächlich auf den Retchlhum und die von der Natur gegebene Fruchtbarkeit der Gegend hingewiesen hätten. Durch die deutsche Soctalpolitik wurden jetzt diejenigen Maßnahmen, welche zur Begründung dieses guten Verhältnisses besonders beigetragen hättenwie beispielsweise die Jnvalidenversorgung, durch gesetzliche Bestimmungen eingeführt. Die deutsche Nation bekunde damit, daß es der einmüthige Wille der Mehrheit sei, dem fleißigen und pflichttreuen Arbeiter die Sorge abzunehmen, welche die größte sei, nämlich diejenige um die Unsicherheit der Existenz in den Tagen des Alters und der Arbeitsunfähigkeit. Nach herzlichen, durch den Jubilar Sturm gesprochenen Dankesworten folgten abwechselnd Lieder- und Jnstrumentalvorträge der gut geschulten Vereine, welche die fröhliche und festliche Stimmung bis in den späten Abend hinein in anregender Weise erhöhten. Univerfitäts-Ehronik. Gießen, 21. November. (Poliklinischer Assistent.] Nach einer an die Stände gelangten Regierungsvorlage hat sich für Die chirurgische Klinik der Universität, bei welcher dermalen zwei Assistenten angestellt sind, die Annahme eines weiteren poliklinischen Assistenten als Bedüriniß herausgestellt. Die Zahl der stationären Kranken in der chirurgischen Klinik beträgt pro Tag 90 bis 100. Jeder der beiden Assistenten hat demnach täglich 40 bis 50 Kranke zu behandeln. Die Zahl der die poliklinische Sprechstunde besuchenden Kranken erreichte in diesem Jahre die Zahl von 2500, wovon die meisten hätten abgewiesen werden müssen, wenn nicht ein Privatdocent die Sprechstunde unentgeltlich übernommen hätte, was diesem auf die Dauer nicht zuzumuthen ist. Es werden deßhalb ferner jährlich 1800 JL behufs Annahme eines weiteren poliklinischen Assistenten für die laufende Periode begehrt. — Der erste Assistent der chirurgischen Klinik in Würzburg, vr. Middel- dorpf, hat aus Gesundheitsrücksichten seine Stelle niedergelegt. An dessen Stelle tritt der bisherige zweite Assistent Dr. M. Jungengel und zum zweiten Assistenten wurde Dr. Heigl ernannt. — Dr. Hansen, der bisherige Assistent der mit der Universität Erlangen verbundenen Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Genußmittel, hat sich am Polytechnikum in Darmstadt habilittrt. — Der Chemiker Professor Victor Meyer in Göttingen erhielt einen Ruf nach Heidelberg an Bunsen's Stelle. ' boI mehrere besetzte Waggons heruntergekollert wären ' J"!°s,en beider Zuge beschreiben die Empfindung beim Zusammenstoß dahin, daß Ne i lammtlich in die Hohe oder unter di- Bank geschleudert worden seien, daß dann ein i zweiter Stoß erfolgte und hierauf, wie zumeist in solchen Lagen, zunächst lautlos- Still" J eln‘r“'„ .Erst als man sich vom ersten Schrecken erholt, wurden die Coup«s aufgalff en ■ heraus, um zu Horen und zu sehen, was vorgegangen. Der unverletzt r fl^Hebene Theil des Zuges Nr. 44 brachte die Reisenden nach Frankfurt. Mit den i Aufraumungsarbeiten ist anscheinend schon während der Nacht begonnen worden früb ba8 re^tfifeitifle Geleise frei. Die Locomotive machte am 5 ^sten Schwierrgkeiten. Dieselbe ist übrigens erheblich beschädigt. Seit den frühesten Morgenstunden zogen ganze Schaaren Neugieriger hinaus zu der Unglücksstelle, vielleicht ' "^niger um zu sehen, denn um zu erfahren, ob Menschen verunglückt seien. Während der Nacht hatte sich nämlich Niemand gründlich orientiren können, man kann sich also f qnrftreSCn,r 6roß die Beunruhigung war. Ist nun auch gottlob ein Verlust an beklagen, fo~ ist dagegen der Verlust an Material ein ganz ! beträchtlicher. Die Hohe desselben laßt sich ziffermäßig nur schwer angeben, es sind i £berr drei Wagen und eine Locomotive zerstört resp. stark beschädigt, außerdem sind die Telegraphenleitung und das Geleise sehr mitgenommen. Untersuchung wurde sofort etngeleitet. Die Betriebsstörung wurde bald beseitigt; die Züge wurden vor der Hand über Sachsenhausen geleitet. . - Der Selbstmörder Leux ist nicht der bekannte Bootsbauer, sondern der Schiffe - un\.J?artbcy i^arl Leux. Ter völlig gleichlautende Name scheint die unliebsame Verwechslung heroorgerufen zu haben. Gräfenhainichen, 20. November. Heber ein entsetzliches Unglück, welches sich am vergangenen Sonntag in Golpa ereignete, werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Stetnbruchsarbeiter Huth daselbst sand am Sonntag Vormittag beim Aufräumen einer Bodenkammer seines Grundstücks einen blechernen Behälter, der wohl schon mehrere Jahre dort gelegen haben mochte, der sich aber mit bloßen Händen nicht offnen ließ Neugierig, was wohl die Büchse enthalten möchte, nahm der Mann dieselbe S-Lrna?r u Wohnstube, wo er dieselbe zunächst aufzuthauen versuchte. Doch die Buchse blteb verschlossen und da bte Neugierde des Mannes auf das Höchste gestiegen war, nahm er den Gegenstand mit nach dem Hofe, um dort die Ocffnung mit Hilfe emer Mistgabel vorzunehmen. Ihm nach folgten seine sechs Söhne im Alter von 18 , 2' 5 und 3 Jahren, welche sich um die dort niedergelegte Büchse schaarten' Als der Vater nunmehr mit der Gabel in die Büchse stach, erfolgte eine entsetzlich^ Explosion, da der Inhalt aus Dynamit bestanden hatte. Alle 7 Personen wurden in vle Lust geschleudert, ein Kind flog bis hinüber in ein Nachbargeböft. Der Vater und fünf Kinder wurden entsetzlich verstümmelt und blieben auf der Stelle tobt, während der elfjährige Knabe mit Verletzungen des Gesichts und der Augen davonkam. Die Mutter befand sich glücklicherweise in der Stube und zwei weitere Kinder befanden sich nicht zu Hause. Die Detonation, welche die Explosion verursachte, war weithin vernehmbar; der Hofraum des Grundstücks bot das Bild eines Schlachtfeldes Theile menschlicher Körper lagen überall umher; mehrere Häuser sind arg beschädigt und ist im ganzen Dorfe fast feine Fensterscheibe unversehrt geblieben. — Das Jammern der Angehörigen der Verstorbenen nahm kein Ende. — Ueber Creditverhältnisse hielt in der letzten Sitzung deS Vereins junger Kaufleute in Graudenz Herr £). Kuhn einen Vortrag, der auch für weitere Kreise Interesse bietet. Die großen Verluste, die Tag für Tag vom Handelsstande beklagt werden, sind, so führte Herr K. kurz aus, in den meisten Fällen darauf zurückzuführen, daß die Kaufleute Credit gegeben haben, ohne vorsichtig die Creditwürdlgkeit des Nach- suchenden geprüft zu haben. Der Hauptwerth wird meist auf Vermögen, Geschäftsgang u. s. w. gelegt, man sollte aber ebensoviel Werth auf die moralische Seite, auf die Solidität des Charakters des Creditnehmers legen, denn diese biete die beste Gewähr. Ein Geschäft kann gut gehen und einen bedeutenden Gewinn abroerfen, der Inhaber fann reich geheiratet haben, aber daraus folgt noch nicht die Creditwürdigkeit desselben, denn der Inhaber kann ein Verschwender sein, leidenschaftlich spielen, übermäßig Aufwand für die Familie treiben, so daß Geschäftsgewinn und Vermögen in Frage gestellt werden. Deshalb ist der Creditgeber, der den Hauptwerth auf die moralischen Eigenschaften des Credttsuchers legt, der eigentliche Praktiker; denn der solide und ehrenhafte Charakter bietet auch bei kleinem Geschäft und geringem Vermögen in den meisten Fällen eine größere Sicherheit als der scheinbar größere Reichthum, dem die Solidität fehlt. Dies muß man auch im Auge behalten, wenn man kaufmännische Auskünfte gibt. Redner wies dann darauf hin, daß durch die Schleuderpreise die geschäftlichen Verhältnisse untergraben und der Credit geschädigt wird. Concurs und Verarmung auf der einen, bedeutender Geschäftsverlust auf der anderen Seite sind die Folgen dieser Schleuderei. Junge Anfänger namentlich, welche mit geringem Kapital arbeiten, Versalien häufig, um im Anfänge einen größeren Umsatz zu erzielen, in den Fehler der Schleuderet und geraten so bald in Concurs, well sie nicht genug verdienen. Kein Wunder ist es daher, wenn dann das Publikum an der Solidität des ganzen Handelsstandes zweifelt. Besser tut ein Anfänger, wenn er weniger verkauft, aber dabei mehr verdient, die Käufer reell bedient und sich dadurch eine feste Kundschaft erwirbt. Ein großer Uebelftanb im Credltwesen ist es, daß solche Anfänger mit Creditanaeboten förmlich bestürmt werden und, dadurch verlockt, sich ein größeres Lager anschaffen als sie gebrauchen. Wenn dann Zahlung für die zu viel angeschafften Waaren verlangt wird, so fehlt das Geld und das Unheil ist da. Die größere Schuld liegt in diesem Falle auf Selten des Creditgebers. Das leichtfertige Credltgeben muß vor allen Dingen aus der Welt geschafft werden. (Der Geschäftsfreund.) — (Rache.] Der in einer Färberei zu St. beschäftigte Maschinenheizer K. war ;u dem Dienstmädchen seines Brodherrn, der Marie I., in heißer Liebe entbrannt und das hübsche, abreite Mädchen war dem fleißigen und ansehnlichen K. ebenfalls zugethan, so daß beide ernstlich daran dachten, sich zu verheiraihen. Doch das Schicksal drängte sich in Gestalt eines Dragoner Unteroffiziers zwischen die beiden liebenden Herzen. Es war am vergangenen Sonntag, als K. seiner Marie mittheilte, mit ihr am Nachmittage ausgehen zu wollen; aber mit auffallender Kühle erklärte ihm das Mädchen, daß sie heftigen Kopfschmerz habe und deshalb vorziehe, zu Hause zu bleiben. Als K. nun am Sonntag Abend in großer Mißstimmung früher als gewöhnlich aus seinem Vereinslokal helmkehrte, überschritt er eine Brücke und mußte dort zu seiner großen Ueberraschung gewahren, wie Marie zärtlich am Arme eines Dragoner-Unteroffiziers einherstolzirte. Ein teuflischer Plan reifte in K.'s Gebirn. Des Montags wird die Arbeit in der Färberei etwas zeitiger beendet und Marie nahm dann in einem der unbenutzten Färberbottiche ein Bad. Dies sollte nun am vergangenen Montag wieder geschehen und K. hatte solches erfahren. Marie, die Jungfer Köchin, batte das neu zugezogene Hausmädchen überredet, das Bad mit ihr zusammen zu nehmen, was auch geschah. Nach kurzer Zeit aber stürmten beide Mädchen jammernd und nur halb bekleidet in die Wohnung ihrer erstaunten Herrschaft; beide waren am ganzen Körper blau gefärbt und alles Waschen und Seifen half nichts, die Farbe war echt. K., welcher am andern Tage das Jammern der beiden Mädchen hörte, gestand seinem Arbeitgeber, daß er aus Rache Blauholz in den Bottich geworfen habe, damit Marie's Teint besser zu dem verhaßten Dragoner passe. Da sich K. mit seiner blaugefärbten Ungetreuen wieder au8- föbnte, so wurde ihm von Seiten der Mädchen verziehen, auch verbleibt K. auf Bitten derselben in seiner Stellung. Es dürften wohl mehrere Wochen vergehen, ehe es den Mädchen gelingt, sich wieder weiß zu waschen. einer Gesammtzuchthausstrafe von 6 Jahren, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrcchßl auf die Dauer von 5 Jahren und zur Tragung der Kosten verurtheilt. Gießen, 22. November, lieber das Auftreten von Marie Soldat (welche kommenben Sonntag im zweiten Concert des Concertverelns Mitwirken wird) in London (Saison 1888) schreibt die „Kölnische Zeitung" vom 9. März 1888 Folgendes: „Im Donnerstag-Concert des Bach-Chors in St. James's Hall erregte die jugendliche Viollnsi elerin Fräulein Marte Soldat durch den Vortrag des Brahms'schen Violin- Eoncen ein solches Aufsehen, daß die Kritiker in einer Art von Widersinn des Erstaun s sich entschlossen haben, angesichts der mit spielender Leichtigkeit überwundenen ungeheuren Schwierigkeiten des Werkes ihr Endurtheil für ein zweites Auftreten vor- zubehallen. Daß eine blutjunge Dame im Stande ist, die Cadenz am Schluffe des ersten Satzes, welche an die Kunst des Spielers die größte Anforderung stellt, so vollkommen zu meistern, stand bisher nicht im Möglichkeitsprogramm der Kritik. Der Eomponist Stanford hat das Verdienst, Fräulein Soldat für England entdeckt zu haben." Gießen, 22. November. (Theater.] Heute Abend wird das mit so großem Beifall gegebene Lustspiel „Herr und Frau Doctor" wiederholt. Da in der Hauptrolle eine neue Besetzung stattfindet, so wird die Vorstellung dadurch interessanter und laden wir zu fleif; gern Besuche ein. — Auf die Freitag den 23. d. M. stattfindende Aufführung von G. von Moser'.s „Der Bibliothekar", Lustspiel in 4 Acten, erlauben wir uns hiermit ganz besonders hinzuweisen, da oas betreffende Stück eines der wirksamsten und besten des genannten Dichters ist. Die Hauptrollen befinden sich in bewährten Händen, so die Edith, welche von Frau Dir. Reiners in gewohnter Weise muftergilttg dargestellt werden wird. Nennen wir noch neben Herrn Taußig, der den Macdonald spielt, Herrn Dir. Reiners in der komischen Rolle des Schneiders Gidson, Frau Hellmuth als Sarah, die Spiritistin, Herrn Pieper als Marsland und Herrn Sternau als Lothair, so können wir überzeugt fein, daß uns ein genußreicher Abend beoorsteht. — Frankfurt, 21. November, lieber das Eisenbahnunglück, welches gestern Abend bald nach 10 Uhr zwischen Station Louisa und der Staatseisenbohn- brücke oaffirte und von dem Sie schon in der gestrigen Nummer Ihres Blattes Notiz nahmm, kann ich Ihnen noch folgendes Nähere berichten. Der Personenzug Nr. 44, welcher 1015 im hiesigen Hauptbahnhof eintreffen soll, mußte vor.der Brücke — weshalb ist noch nicht bekannt — warten. Beamte des Zuges gaben an, der Zug habe länger als 10 Minuten vor der Brücke halten müssen und das stimmt auch mit dem Zusammenprall der Zuge überein, denn 1025 soll der Baseler Schnellzug Nr. 6 in den Bahnhof einlaufen. Schier unbegreiflich ist es, wie dem Personenzug das Haltesignal gegeben werden konnte, obgleich man wußte, daß der Schnellzug auf demselben Geleise so bald Nachfolgen werde. Als der Führer des Zuges Nr. 44 ' ' ~ iah, gab er zwar sofort Dampf, um den Zusammenstoß 0„ , ... bereits zu spät. Der Personenzug hatte sich kaum in Bewegung gesetzt, da brauste der Baseler Schnellzug heran und fuhr mit voller Wucht in den ersteren hinein. Zweifellos ist das Unglück durch die Achtsamkeit des Führers des Personenzuges gemildert worden, immerhin aber ist das Unglück beträchtlich genug, namentlich wenn man bedenkt, daß es^so dicht vor dem Hauptbahnhof stattfinden konnte. Die Schnellzugsmaschine zertrümmerte die beiden Endwaggons, Güterwagen des Personenzuges und warf sie die hohe Böschung hinab. Der eine dieser Wagen riß eine Telegraphenstange mit und zerstörte die Leitung. Der zweite Güterwagen ist geradezu zersplittert, von ihm sind nur noch der Boden und die Räder erhalten, alles Andere liegt zerfetzt umher. Außer diesen beiden Endwaggons, die glücklicherweise keine Menschen bargen, ist noch ein Wagen 3. Classe des Zuges Nr. 44 beschädigt. In diesem befanden sich Passagiere, aber auch sie sind unversehrt davongekommen. Menschenleben sind bei dem Unfall N^t zu Grunde gegangen, ja nicht einmal eine nennenswerthe Verletzung, sei es unter oen Zuginsassen, sei es unter dem Fahrpersonal, ist zu verzeichnen. Ein Postbeamter soll eine kleine Wunde am Kopfe daoongetragen haben. Andere haben geringfügige Hautabschürfungen erlitten, kurz der Unfall ist überaus glücklich verlaufen. Die Maschine des Schnellzuges hat sich durch die Wucht des Anpralls aus dem Geleise gehoben und versperrte dis gegen Mittag die Passage. Die Unglücksstelle habe ich mir selbst angesehen und kann aus eigener Anschauung sagen, daß es ein wahres Wunder genannt werben darf, daß Alles so glücklich abgelaufen ist. Die Stelle befindet sich nur 100 bis 150 Meter von der Brücke. Wäre auf dieser der Zusammenprall erfolgt, bann wären die Wagen voraussichtlich in den Main gestürzt, denn auch die Brücken- conftruction kann man einem solchen Anprall nicht für gewachsen halten, wenn man steht, wie die schweren Güterwaggons Zündhölzchen gleich zersplittert worden sind. Wie enorm die Dampfkraft einer Locomotive ist und wie furchtbar der Zusammenstoß zweier Züge sein muß, wenn sie nun gar gegen einander fahren, erkennt man erst dann, wenn man Eine solche Unglücksstätte gesehen hat. Wäre der Personenzug nicht in Bewegung gewesen, dann wäre meines Erachtens das Unglück auch an der jetzigen Stelle ein schreckliches geworden, denn die Böschung ist dort sehr doch und am Fuße derselben zieht sich ein Graben hin, der mit Wasser gefüllt ist. Man darf sich das Literarische-. Die neueste, vollständigste Gisenbahnkartevon Deutschland bekommt man umsonst, wenn man sich „Payne'S Jllustrirten Famtlien-Kalender" für 1889 kauft, i^s tritt wohl an jeden von Zeit zu Zeit die Dtoibwenbigfeit heran, sich über diese ober jene Eisenbahnlinie zu unterrichten unb ba ist es offenbar geboten, bte neueste unb DoQftänbigfte Karte zur Hand zu haben. Wo aber wäre sie bequemer zur Hand, als im Kalender, den man ohnehin fortwährend braucht? Der „Payne'fche JUustrirte Familien-Kalendei" selbst ist zu bekannt, als daß derselbe irgend einer Empfehlung bedürfe. Seine Auflage, die in den letzten vier Jahren zwischen 350,000 und 392,000 schwankte, dürfte wohl am deutlichsten dafür sprechen, wie sich dieser Kalender eingebürgert hat. Man lasse sich aber nicht durch Empfehlungen anderer Kalender, die unter ähnlichem Titel billig verschleudert werden, irre führen, sondern bestehe darauf, „Payne's Jllufttirten Familien-Kalender" mit 5 Beilagen: 1) Eisenbahnkarte, 2) Porte- monnaie-Kalender, 3) Damen-Almanach, 4) Wand-Kalender und 5) Oeldruckblld, Preis 50 Pfg., zu erhalten. — Der Vetter vom Rhein, Kalender für 1889. Preis 30 Pfg. Verlagsoon -Ehr. Schömperlen in Lahr. Auch aus diesem Jahrgang ist ersichtlich, daß der Herausgeber bemüht ist, seinen Kalender von Jahr zu Jahr zu verbessern. Dre Erzählungen sind sehr interessant und •Tbie Bilder so schön, wie man sie selten in einem Kalender findet. Ernstes und Heiteres Ibietet der „Vetter" in angenehmer Abwechslung. Einen bleibenden Werth hat dieser Jahrgang allein schon durch seine Weltbegebenhetten, welche mit patriotischer Wärme die tiefergreifenden Er«gnisse dieses Jahres schildern, mit Zugabe der sehr gelungenen Porträts des Prinzen Ludwig Wilhelm von Baden, der beiden Kaiser Wilhelm und Friedrich, sowie des jetzigen Kaiserpaares und „Papst Leo im Triumphzuge" u. s. w. Der Kalender htt dieses Jahr auch ein freies Feld zum Einschreiben von Notizen. Handel und Verkehr. — sDie Pflicht zur Fac turaprüsung.) Da die Nichtübereinstimmung der gelieferten mit der bestellten Waare in Bezug auf die Menge, das Maß und die Quantität, demnach das Zuviel oder das Zuwenig in der Regel bereits aus der Factura ersichtlich ist, so ergibt sich die Nothwendigkeit der Beanstandung dieses Mangels aus dem Rechtssatze, daß der Käufer die Factura prüfen und seine etwaigen Erinnerungen S:gen ohne Verzug dem Verkäufer mittheilen muß. Das Bestehen dieses allgemeinen elsgebrauches wurde vom Reichsgericht bestätigt. Denn eine solche Verpflichtung entspricht dem Bedürfniß des Handelsverkehres, die Geschäfte möglichst rasch abzuwickeln und feftzustellen. — Nimmt der Käufer die übersendete Waare ohne Einwendungen gegen die Factura an, so drückt er nach kaufmännischer Rechteanschauung dadurch sein Einverständniß mit den gestellten Preisen — sofern eben nicht geringere vereinbart waren — sowie seine Anerkennung des facturirten Waarenpostens (Menge) aus. Schon aus der Nothwendigkeit, die in der Factura möglichen Jrrthümer sofort aufzuklären, sowie im Hinblick auf die gesteigerte Bedeutung des Princips von Treue und Glauben mutz die unterlassene Facturaprüfung der thatsächltchen j Genehmigung gleichgestellt werden. (L. T.) Limburg, 21. November. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 16.70, weißer Weizen 00.00, Korn JL. 12 60, Gerste JL 9.40, Hafer JL 6 65, Erbsen v*L 00.00, Kartoffeln JL 0 00. KchLff-naetzrtHtku Bremen, 21. Novbr. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Trave, Eapt. PH. Berdrow, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. November von Bremen und am 12. November von Southampton abgegangen war. ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. rcrr ?en, 21. Novbr. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Elbe, Capitan R. Sanders, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am lO.^cooember von Bremen und am 12. November von Southampton abgegangen war, rst heute 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angckommen. preiswertes, praktisches Weihnachtsgeschenk empfehle ich: ^rohseidene Bastroben (ganz Seide) Mk 16 80 per Robe, sowie Mk 22.80, 28.—, 34 —, 42.—, 47.50 nadelfertig. Es ist nicht nothwendig, vorher Muster kommen zu lassen; ich tausche nach dem Fest um, was nicht convenirt. m _ Muster von schwarzen, farbigen und weißen Seidenstoffen umgehend. Briefe kosten 20 H Porto Seidenfabrik-Däpöt G. Henneberg (K. und K. Hoflref.) Zurich. 9393 — Des Kindes liebstes Spiel. 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