Ar, 71 Freitag den 23. März 1888j Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Vureairr Schul ft raße 7. und Feiertagen, incl. Pfg.; für auswärtige erfolgt, den Anzeiger Einladung )um Abonnement auf den Gießener Anzeiger, Amts- unö AnzeigebsaN für Öen Kreis fließen. Der „Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- der Beilage „Gießener Familienblatter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei m s Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark excl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung auch im II. Quartal 1888 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen k . Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefalligst aufgeben zu wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Preise von 50 pro Quartal geliefert werden. den Abonnenten des Anzeigers die „Derwaltungsblätter" zum ermäßigten Die Expedition._______ IMI II I III' Amtlicher Hheil. Bekanntmachung. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. und Alsfeld ertheilt hat. Gießen, am 19. März 1883. Es wird zur öffentlichen K-nntniß gebracht, daß Großherzogliches Mimsterium des Innern und der Justiz dem.CasselerPferdemarkts-Comitd die Erlaubniß zum Vertrieb von 500 Loosen ä 3 M. für die am 30. Mai d. I. zu Cassel stattpndende Verloosung von Pferden rc. in den Kreisen Greß en Betreffend: Die Landeswaisenanstalt. Gießen, am 20. März 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh-rzoglich-n Bürgermeister-len des Kreises. Grobherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat durch Entschließung vom 7. März 1838, Nr. M. I. 4562 bestimmt, daß solchen Waisen, welche zwar die Hessische Staatsangehörigkeit besitzen, jedoch in einem anderen Bundesstaat unterstützungswohnsitzberechtigt sind, die Aufnahme in die Landeswaisenanstalt für die Zukunft zu versagen ist. Hiernach wollen Sie sich für die Zukunft bemessen. Dr. Boekmann. _____________________________________ Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß der Vorstand der Tiefbau-Berufsgenoffenschaft zu Berlin für die Provinzen Oberhessen und Starkenberg den Großherzoglichen Kreisbaumeister Herrn Baurath Wiessel zu Darmstadt zum Vertrauensmann und den Herrn Bauunternehmer C. Koch, in Firma C. Koch & Sohn, in Gießen zum Stellvertreter desselben VCUUIUU. HUI. „ v _ . . ZT), r Gießen, am 19. März 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________Dr. Boekmann.___ Betreffend: Die Ausführung des Unfallversichsrungsgesetzes; hier die Ernennung von Vertrauensmännen. Gießen, am 19. März 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großh. PolijeiamL Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreifeS. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung weisen wir Sie hierdurch an, die Benachrichtigung über die Einleitung einer Untersuchung über die bei Mitgliedern der Tiefbau-BerufSgenossenschast eingetretenen Unfälle an den genannten Vertrauensmann, beziehungsweise dessen Stellvertreter in Gemäß- heit des § 54 des Unfallverficherungsgefetzes vom 6. Juli 1884 zu richten. Politische Ns^erstcht. Gießen, 22. März. Gegenüber so manchen bangen Erwartungen und übertriebenen Befürchtungen bezüglich des Gesundheitszustandes Kaiser Friedrichs darf hervor- gehoben werden, daß, abgesehen von unerwarteten Zwischenfällen, so viel feststeht, daß die gute Körper-Constitution des Kaisers dem tückischen Leiden einen zähen Widerstand entgegenstellt. So wurde bis in die jüngste Gegenwart von den Aerzten constatirt, daß die Blutwärme und Pulsfrequenz des Kaisers durchaus normal sind, welche Beobachtung für ein gutes Zeichen gilt, daß ein rascher Krästeversall bei dem Monarchen nicht zu befürchten ist. Der Kaiser konnte dementsprechend auch täglich einige Vorträge der Minister oder Abtheilung,- Chef« entgegennehmen und auch jeden Tag noch einige Stunden sich allein den Regierungs-Arbeiten widmen. Auch die üblichen Auoien,en konnte der Kaiser an Fürsten und Gesandte erlheilen und empfing am Dienstag auch den päpstlichen Nuntius Goltmberti, welcher dem Beileid der Papstes Leo über dar Hin' scheiben Kaiser Wilhelms und den Glückwünschen der Oberhirten der katholtschkn Kirche zur Thronbesteigung Kaiser Friedrichs besonderen Ausdruck verlieh. Der Reichstag ist bereits am Dienstag Nachmittag, also noch einen Tag früher als man annahm, geschloffen worden. Die letzten bedeutenden Bs- schiüffs des Reichstages am letzten Sitzungrtage waren erstens eine Beileids- un» Dankadresse an den Kaiser Friedrich, in welcher zunächst der verewigten Kaisers Wilhelm und seiner Verdienste um die deutsche Einheit gedacht und dann der Bereitschaft des Reichstags«, den Kaiser bei seiner versaffung,mäßigen Regie- rungraufgabe voll und ganz zu unterstützen, würdiger Ausdruck verliehen wurde. Zweiten« nahm der Reichstag auf den einstimmigen Wunsch aller Parteien den eiligen Antrag an, den Reichskanzler zu ersuchen, in d-r nächsten Session eine Vorlage zu machen, nach welcher das Reich dem hochssligen Kaiser Wllhelm, dem Gründer der deutschen Reiche», ein würdiger Denkmal setzen wird. Durch diesen Beschluß des Reichstages ist nicht nur dem Nationaldanke für Kaiser SVilhelm rascher uns würdiger Ausdruck verliehen, sondern es ist dadurch auch allen localen Bestrebungen dieser Art der Vorrang der geeinigten ganzen Nation vorangestellt worden. Als die wichtigsten Beschlüsse des Reichstages in letzter Session rufen wir folgende unseren Lesern in das Gedächtniß zurück: 1) Das neue, einmüthtg beschlossene Wehrgesetz, welches die Streitkräfte des Reiches auf 3 Millionen Streiter erhöht uno die nationale Freiheit gesichert hat; 2) die Verlängerung der Legislatur-Periode von 3 auf 5 Jahre; 3) die Erhöhung der Kornzölle; 4) Verlängerung des Socialistengesetzes und 5) eine Reihe kleinerer Gesetzentwürfe über Erweiterung des Unfallversicherungs-Gesetzes, Vogelschutz, Rechtsverhältnisse in den Colonien u. s. w. Gegenüber einigen in freisinnigen Blättern ousgetauchten Ver- muthungen, daß Kaiser Friedrich möglicher Weise dar Gesetz bezüglich der Verlängerung der Legislatur-Perioden des Reichstages nicht fanctioniren werde, wird osficiös erklärt, daß der Kaiser dieses Gesetz bereits unterzeichnet hat. In der österreichisch-ungarischen Monarchie zeigt man e,r.e.i großen Eifer in der Vollendung militärischer Reformen. So fanden am Dienstag und Mittwoch in Wien unter dem Vorsitze des Kaisers miu- tärische Conferenzen statt, an welchen der Erzherzog Albrecht, der Kriegs- Minister v. Bauer und der Generalsstabsches von Beck Thetl nahmen. Auf kaiserlichen Befehl ist auch der Kronprinz, um der Infanterie als der Haupt- waffe des Heeres einen besonderen Beweis kaiserlicher Fürsorge zu geben, zum Generalinspektor der Infanterie ernannt worden. — Am Donnerstag begannen in Wien auch die gemeinsamen Conferenzen der österreichischen und ungarischen Minister, und dürsten dieselben sich über die Summe einigen, welche über das Heeresbudget hinaus zu militärischen Zwecken gefordert wird. Ungarische Blätter nennen als diese Summe 60 Millionen Gulden. In der leidigen B oulanger«Affaire hat die französische Regierung einen über alle Erwartungen großen Sieg davon getragen. Es kam dies daher, weil bereits am Montag ein The«l der radikalen Republikaner sich von dem Gebühren Boulanger's als Frankreich und der Republik gefährlich lossagten. Auch die Führer der Monarchisten, wie Cassagnac und Villneuv, wagten nicht für General Boulanger einzutreten, sondern erklärten nur, daß die ganze Aufbauschung der Boulanger-Affaire lediglich von der Schwäche der Republik und dem geringen Ansehen der Kammern he rühre. Darüber waren die Republikaner so erbost, daß sie sich rasch etmgtev. Der Ministerpräsident Tirard erklärte rundweg, daß der Mmisterrath beschlossen habe, den General Boulanger wegen Vergehens gegen die Disc-plin vor em Kriegsgericht zu stellen und stellte diesen Beschluß zur einfachen Tagesordnung, die mir 349 gegen 93 Stimmen angenommen wurde. Den Vorsitz über das Kriegsgericht in Sachen des General« Boulanger führt General Faidherbes. Man nimmt allgemein an, daß General Boulanger mindestens aogesetzt werden wird und dann nur noch eine Rolle unter dem republikanischen Pöbel spielen dürfte. — Frau Limousin, jene rassintrt freche Helferin in dem Ordensschwindel des Generals Coffarel und Wilsons, ist zu sechs Monaten Gefängnitz verurthetlt. Die Reibereien zwischen Italien und Frankreich haben dadurch neue Nahrung erhalten, daß da» italienische Armeeblatt mit der Anklage hervorgetreten ist, daß Frankreich einen Uebersall der italienischen Häfen, insbesondere des Kriegs Hafens Spezzia geplant habe. Im kritischen Moment hätte aber die italienische Regierung Wind von dem Projekte der französischen Marine bekommen und eine gewaltige Vertheidigung angeordnet. Daß man sich vor zwei Monaten nichts Gutes von Seiten Frankrelchs im Mittelmsere versehen habe, daraus deute auch die Anwesenheit der englischen Panzerflotte unter Admiral Hewett hin. Ebenso lasse sich daraus die damals so seltsam klingende Frage dieses Admiral« in Genua erklären, wo Admiral Hewett er- staunt gefragt babe, ob noch keine Kriegserklärung vorläge. Darwstadt, 21. März. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute Vormittag den Kanzler der Landes-Universttät Gießen Prof. Dr. Gareis behufs Entgegennahme nachfolgender Adresse: Allerdurchlauchtigster Großherzog! Allergnädigster Fürst und Herr! Ganz Deutschland klagt tieferschüttert um den vielgeliebten entschlafenen Kaiser. Denn sein Leben hat uns Allen gehört, und ein Jeder von uns hat die großen Erfolge Seiner ruhmreichen Regierung mit genießen dürfen. Möge e« daher der Großh. Landes-Universität vergönnt sein, die Empfindungen aufrichtiger, inniger Trauer vor Ew. Königl. Hoheit zum ehrsurchtsvollen Ausdruck zu bringen und Ew. Königl. Hoheit allerunterthänigst zu bitten, Höchstdieselben wollen hochgeneigtest diesen Ausdruck Sr. Majestät dem deutschen Kaiser Friedrich III. übermitteln. Gott der Allmächtige möge Se. Majestät unfern erhabenen Kaiser schützen und stärken jetzt in den Tagen der Trauer und erleuchten zu den hohen Pflichten Seines Lebens zum Segen des Kaiserl. Hauses und unseres deutschen Vaterlandes. Ew. Königliche Hoheit allerunterthänigste, treugehorsamste Rector, Kanzler und Senat der Lander-Universität: r Dr. Heß. Dr. Gareis. Gießen, am 20. März 1388. , 21. März. (Erste Kammer der Stände.^ Die Eröffnung der Sitzung sinket um V2W Uhr statt und tritt die Kammer sofort in die Fortsetzung der Berathung des Hauptvoranschlags 1888-91, Kap. 48. Debattenlos trat die Kammer bei den Kap. 48-137 den Beschlüssen der zweiten Kammer bei und erledigte somit das ganze Budget. °t-Berathung des Unfallg-s-hes für land- und Wrstwirthschaftliche Arbeiter und genehmigt- nach den gefaßten Befchlüffen der zweiten Kammer die Art. 1—26 ohne Debatten. — Nächste Sitzung Donnerstag 10 Uhr. Telegraphische Depeschm. SBolfpS telege, , »Berlin, 21. März. Se. Majestät der Kaiser hatte eine gute Nacht und fühlt sich gekräftigt Er empfängt Nachmittags 2 Uhr die Kronprinzessin. - Vor der ÄaHgtn Victoria findet im Schlosse zu Charlottenburg eine Trauercour statt wofür der Samstag in Aussicht genommen ist. ' ' roo,ur sich N-chmittags^KaK' roUrbE m*tta6S D°m S?rOnprinltn ^«ng-n; « begibt «mir 21. März. Der Kaiser confer irte Vormittags längere Reit mit AbÄs>e"nack sS p Kaiserin-Wittwe empfing Nachmittags den General Werder vor dessen ^mn^sd^ersburg und ertheilte dem Nuntius Galimberti Audienz. Der Groß- u6 anb/ welcher gestern Abend nach Petersburg abreiste, ist von Küstrin, wo die Schneeverwehungen die Weiterfahrt verhinderten, hierher zurückgekehrt. I - Prinzessinnen Victoria , Sophie und Prinz Heinrich besuchten das kaiserliche Paar gegen 12»/« Uhr. Das kronprinzliche Paar mit Kindern traf um 1 Uhr f bet den Maiestaten ein. * y - c derlin, 21. März. Der Bundesrath überwies den Gesetzentwurf, betreffend Abänderungen der Gewerbeordnung (Heilighaltung der Sonn- und Feiertage) den Aus- schulsen für Handel, Verkehr und Justizwesen. Der internationale Vertrag zur Unter; «rannttt>etn$anbeI3 unter den Nordseefischern auf hoher See wird zur ^^^ochsten Ratlsikatton vorgelegt. Der Gesetzentwurf, betreffend Entschädigung für routbe bbm Justtzausschusse überwiesen. Anlangend den Rtlliak?iOSrT russischem Roggen zum früheren Zollsätze, wurde aus Btlligkettsruckstchten der Zulassung zu dem früheren Zollsätze stattgegeben. 21; Marz. Das Herrenhaus erledigte mehrere kleinere Vorlagen und uahm den Gesetzentwurf über die Abänderung des Art. 73 der Verfassung (fünfjährige Legislalurpertode) «n bloc an. Bei der Berathung der Denkschrift über die Thätigkett für Westpreußen und Posen wurde eine Behauptting b!,n,^owmission sich bet den Ankäufen von persönlichen Rücksichten leiten ließe, vom Minister Or. Lucius als gänzlich unbegründet nachgewiesen und von Miquel und Klefft-Retzow auf das Entschiedenste zurückgewtesen Vorlag^t ^Ir^B^ra^hung.^ um Uhr statt. In derselben kommen kleinere — Das Abgeordnetenhaus erledigte den Rest des Etats in dritter Lesung und b?rau^ d^n Etat im Ganzen, sowie das Etatsgesetz. Das Haus erledigte !K"bßlich mehrere Vorlagen in Krttter Lesung und eine Reihe von Petitionen fast ohne Debatte und^ vertagte sich auf Mittwoch den 11. April um 11 Uhr, um über die Reau- berctthen^ Verhältnisse der Weichsel und Nogat .und über kleinere Vorlagen^zu 21' ^^^nbahnbetriebsamt Berlin theilt mit: Die Verkehrsstörungen auf den Strecken Ducherow - Stralsund , Ducherow - Usedom, Jatznick- h,rrfSpUXbm^ find behoben. Auf der Rügenbahn, sowie auf ^^recke UsedoM'Swtnemunde wtrd der Verkehr voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages wieder ausgenommen. y u .a 2L März. Nach Bekanntmachung des hiesigen Eisenbahn-Betriebs- aufg^nommen ^^nen- und Güterverkehr zwischen Hamburg und Hannover wieder in Stadt Dömitz ist überschwemmt. Das Wasser steht P ctcr die Einwohner flüchteten nach der Eitadelle. Der Post- und Ersenbahnbetrieb ist eingestellt. Ä-iirz- Die Stadtverordneten nahmen gestern die Vorlage des h?mirnrttap ' b-,trcffei?b Mung der Großschifffahrt durch die Stadt Breslau an und bewrlltgten mtt großer Majorität alle daraus bezüglichen Forderungen. Thorn, 21. Marz. Im Bezirk des diesseitigen Eisenbahn-Betriebsamts sind 1iUr r^^^^^^orn-Allenstein und Thorn-Alexandrowo fahrbar; alle übrigen Strecken sind durch Schneeverwehungen gesperrt Ä' IN' erl Mitglieder der Rechten enthielten sich gestern der 208 Republikanern und 71 Mitgliedern der Rechten. Die Blatter brllrgen merstentheils die Abstimmung. ^"^lge erklärte Boulanger , da er durch keine mili- sich mrschtteßen^^ wehr zuruckgehalten sei, werde er der Wahlagitation seiner Freunde 9s r März. Die Blätter melden, daß das Untersuchungsgericht in der Angelegenhett Boulanger erst Samstag oder Montag zusammentritt. Boulanger ist ^^wont-Ferrand nicht hierher zurückgekehrt. - Nach dem den Blättern zugehenden halbamtlichen Eommuniqu4 sind betreffs der Reise des Präsidenten Earnot nach 9tord- frankretch noch keine endgtttigen Bestimmungen getroffen. 21- März. Felix Pyat weigerte sich, zu Gunsten Boulanger's seine Eandidatur zuruckzuziehen. tm-rn London, 21. März. Die Königin empfing gestern den in außerordentlicher Mission von Berlin hier eingetroffenen preußischen General v. Los, welcher die Thronbesteigung Sr. Maiestat des Kaisers Friedrich anzeigte. London, 21. März. Die Königin trat mit dem Prinzen und der Prinzessin von Battenberg und Gefolge heute Nachmittag die Reise nach Italien an. 21’ r^er Nychstag beschloß, den Zoll auf Branntwein und Spiritus in Fässern von 60 Oere auf 75 Oere, in anderen Gefäßen von 90 auf 111 Oere pro Liter zu erhöhen. ’ Stockholm, 21 März. Seit drei Tagen ist in Folge der durch Schneeverwehungen heroorgerusenen Verkehrsstörungen keine ausländische Poft mehr angekommen, ^tnabon, 21. Marz. 3n Oporto brach im dortigen Theater in folge einer @an^plo?on ??hrend des letzten Actes der Vorstellung Feuer aus. Das Theater ist vollständig zerstört. Bisher sind zehn Tobte und zahlreiche Verwundete aufgefunben worben. Rach einem spater angekommenen Telegramm stürzten sich viele Zuschauer, da sie das ^rete nicht gewinnen konnten, aus den Fenstern auf die Straße. Mehrere Per oneii erstickten, andere wurden beim Ausgange erdrückt. Die Mehrzahl der Verunglückten saßen in den Logen des dritten Ranges und den Galerien. Ganze Familien sind umgekommen. Die Zahl der Tobten wird nunmehr auf achtzig geschätzt.______ Lokale-. „ . Mfßen, 22. März. In der prachtvoll becorirten Aula veranstaltete heute die Universität eine Erinnerungsfeier für bes verewigten Kaiser Wilhelms!. Majestät. Es waren ber Lehrkörper, bic Spitzen ber Behörben unb des Militärs versammelt. sprach dtt derzeitige Rector Professor Dr. Heß, nachbem Musik und ein Gesang des Kronbauer'schen Quartetts die Feier eingelettet, in ergreifender Rede Worte der Erinnerung an den Dahingeschiebenen unb Worte ber Huldigung an mäßigen ^“lfcr.j^d£eb,ricb IIL Gesang und ein Ehoral schlossen die würbige Feier. Ausführlicher Bericht folgt. 22i*ß,u bem Nr. 68 des Anzeigers enthaltenen Referat “to di- Schmurgerfchtsoerhandlung gegen Meyer Schiff II. und Conforten crbieltm ro‘r nachstehenbe Berichtigung von Setten des Herrn Ersten Staatsanwalts, welcher crL ^omerken Raum geben, daß wir unseren Referenten als qualificirt zu folchen Berichten erachteten. Wir werden für die Folge vorsichtiger fein, da es uns kein Vergnügen macht, rectiftcirt zu werden. D. Red. d. G. A. , , 1‘u?n,abr/ ba^ Zeuge Uhl die Betrugsanzeige gegen Katz erst' erhoben habe, nachbem er den Eivilprozeß bezüglich derselben Angelegenheit gewonnen hatte; sie wurde gleichzeitig mit der Civtlklage erhoben. 2. Es ist unwahr, daß in dem ersten Meineidsprozeß nur die Aussage des Uhl Vorgelegen habe. ö * Die Aussage Uhls wurde vielmehr außer anderen Beweisgründen auch noch direct durch die Deposition des Zeugen Moses Meier von Geiß-Nidda bestätigt und ferner durch die des Heinrich Buttron IV. von Hungen unterstützt. Ebenso unrichtig ist die Angabe, daß die Verurtheilung des Katz nur auf eine Vermuthung hin erfolgt sei. 3. Ferner unwahr ist, daß in der Hauptoerhandlung vom 16. zum 17. b M., abgesehen von ber Aussage bes Uhl, keine Momente für die Schulb der Angeklagten zu Tag gefordert worden seien. ». Die frühere eidliche Angabe bes Schiff wurde nicht allein von Uhl, sondern auch von den Zeugen Amsel Oppenheimer, Kaufmann Bamberger und Moses Meier, aus die sich Schiff selbst berufen hatte, als unwahr widerlegt. . Bamberger z. B. erklärte bestimmt unter seinem Eide, daß er nie auf bem Niddaer Markt gewesen sei, während der Schiff von demselben den in bem oben bezeichneten Referat enthaltenen Vorgang auf dem Niddaer Markt bezeugt haben wollte. Moses Meier bestritt ebenso die Behauptung des Schiff, daß er bemfelben jemals eine Mittheilung über eine Unterhaltung, die zwischen ihm und Uhl angeblich wegen fraglichen Kuhhandels im Borsdorfer Backhaufe stattgefunden haben soll, gemacht habe. Schiff selbst mußte zugeben, daß er, obwohl er von dem Prozesse zwischen Uhl und Katz Kenntniß hatte und sogar in demselben einen Vergleich aiizubahnen versucht hatte, niemals dem mit ihm häufig verkehrenden SnL "geud eine Andeutung seiner angeblichen Wahrnehmungen auf dem Niddaer Markt gegeben hatte. b. Die von Leopold Simon eidlich abgegebene Darstellung wurde nicht allein von Uhl, sondern von dem weiteren Zeugen Widdersheim widerlegt. 4. Es ist unwahr, daß der Unterzeichnete selbst in der Hauptverhandlung betont habe, es mangele an Beweis gegen Katz. Es wurde gegentheiltg ausgeführt, daß zwar kein directer Beweis, wohl aber dn zwingender Indizienbeweis erbracht sei. Die näheren Umstände sind hierzu angezogen worden. 5. Es ist unwahr, daß dem staatsanwalkschaftlichen Antrag entgegen der Staatskasse sämmtliche Kosten aufgebürdet worden seien; die Kosten der Vertheidtgung sind vielmehr von den Angeklagten zu tragen, wie im Urtheil ausdrücklich heroorgehoben ist. Auf Berichtigung der übrigen aus dem Zusammenhang gerissenen und entstellten mir in den-Mund gelegten Aeußerungen verzichte ich, da eine Darlegung des wahren Sachverhalts zu weit führen würde. Gießen, den 21. März 1888. Der Großh. Erste Staatsanwalt Jäckel. Gießen, 22. März. Im Anschluß an unsere Vorberichte und die gestrige Aufführung der L-chütz'schen Matthäuspassion empfehlen wir allen Denen, die ein tieferes Interesse für den Komponisten und sein Werk gewonnen haben, zwei ausgezeichnete Schristchen, die in jeder Buchhandlung zu beziehen sind: Friedr. Spitta: „Die 4 Passionen des H. Schütz" und „H. Schütz", eine Gedächtntßrede. W e r M. LsiHLeS A Mainz, 21. März. In heutiger Sitzung der hiesigen Stadtverordneten -gab Oberbürgermeister Dr. Oechsner von einem Schreiben des Hofmarschallamts in Berlin Kenntniß, in welchem in warmen Worten der Stadt Mainz für die aus Anlaß des Ablebens Kaiser Wilhelms übersandte Beileidsadresse der Dank abgestattct wird. In Anschluß hieran hielt der Oberbürgermeister eine Ansprache, worin er Kaiser Fried- \ rich als Friedens- und Fretheitsfürst feierte und unter allseitigem Beifall Namens der Stadt Mainz dem Wunsche Ausdruck verlieh, daß dem neuen Monarchen zum Wohle der Völker und Fürsten eine recht baldige Genesung und eine lange Negierungsdauer vergönnt sein möchte. Literarische-. — Wihelm Kray: Selig entschlafen! Ein hockst weihevolles Gedenkblatt auf den Tod des Kaisers gibt soeben die Vcrlagsanstalt Bruckmann in München aus. Wilhelm Kray, der berühmte Maler des Transzendentalen, hat darin seine ganze Meisterschaft auf eine Sckaar anmuthooller Engel verwandt, welche mit ausgebreiteten Schwingen den theuren Verblichenen zum Himmel tragen. Der Hermelin und eine lange Sammetdecke umhüllen des Kaisers Gestalt. Die Hände gefaltet, im Antlitz den Ausdruck unendlicher Milde und tiefsten Seelenfriedens, liegt der Monarch in seinen Ruhekissen. Wie eine Verkörperung des festen Gottoertrauens, das ibn im Leben nie verlassen, tragen ihn Die göttlichen Sendboten empor, — der himmlischen Heimath zu, aus der ein Sonnenstrahl verklärend auf die Gruppe niederfällt. Wir können das überaus weihevolle Kunstblatt auf's Wärmste empfehlen; es ist in fünf verschiedenen Größen zum Preise von 1—12 JL in jeder Kunst- und Buchhandlung erhältlich. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — sFrühe Bruten der Hühner.) Gar häufig findet man auf den Höfen sehr alte Hühner, von denen dann meist erzählt wird, was für gute Leger sie wären, freilich kommt dann gleich der Zusatz, daß das jetzt zwar nicht mehr so sei. Es ist ja nun allerdings ganz hübsch, wenn man einem oder mehreren alten Hühnern so zu sagen das Gnadenbrod gewährt, aber es muß davor gewarnt werden, zuviel alte Hühner zu halten. Wer einen Nutzen von seinem Hühnerhofe haben will, darf kein Huhn älter als drei Jahre werden lassen, denn dann läßt mit einem Male die Eierproduction dermaßen nach, daß die Kosten des Futters nicht mehr herauskommen. Im zweiten Jahre legt das Huhn die meisten Eier und in vielen Züchtereien werden deshalb die Hühner mit dem Ende der Legezeit des zweiten Jahres gemästet und geschlachtet. Man muß also immer für einen jungen, genügenden Nachwuchs sorgen imd deshalb Bedacht darauf nehmen, möglichst frühe Bruten zu erzielen. Wer im April Bruten hat und die jungen Hühner gut pflegt, der kann mit dem Ende der Legezeit der zweijährigen Hühner von den jungen, im April ausgebrüteten Hühnern schon Eier haben. Um frühe Bruten zu erzielen ist es das beste, immer einige Eochinchinahennen zu halten, diese legen früh und ruhig. ~ sBepaudlung der Himbeersträucher.) Man findet in den Hausgärten wohl vielfach an irgend einer Stelle Himbeersträucher, aber meist in einem sehr verwahrlosten Zustand. Es heißt meist, den Himbeeren könne keine besondere Aufmerksamkeit zu- gewandt werden, weil sie doch nur wenig tragen. Das mag schon richtig sein, indeß ist der Grund der geringen Fruchtbarkeit der Himbeersträucher eben die Art und Weise der Behandlung. Alle Nutzpflanzen, sich selbst überlassen, entarten und ihr Anbau wird dann unlohnend. Wir machen deshalb darauf aufmerksam, daß jetzt auch die Himbeersträucher beschnitten und behandelt werden müssen, wenn man einen guten Ertrag wünscht. Der Schnitt der Himbeeren ist sehr einfach. Alle alten Fruchtzweige, die im vorigen Jahre getragen haben, werden ganz, also dicht über dem Wurzelstocke abgeschnitten. Dagegen werden die jungen vorjährigen Austriebe nur wenig bis auf die großen, gut entwickelten Augen zurückgeschnitten. Sehr vortheilhaft ist es, wenn die Triebe an ein Spalier oder an Stäbe gebunden werden können, das richtige Verschneiden ist indeß Hauptsache. Wer seine Himbeersträucher so behandelt, wird sich über schlechte Ernten nicht beklagen dürfen. — (Die Sandwicke.) Noch immer ist es nicht genügend bekannt, welch' eine vortreffliche Futterpflanze, die auch auf dem ärmsten Sandboden gedeiht, dem Land- wirthe in der Sandwicke zur Verfügung steht. Die L-andwicke (Vicia villosa) ist bekanntlich eine ziemlich hochwerdende, blaublühende Pflanze, die insofern von so großem Vortheil ist, als sie mit dem leichtesten Sandboden vorlieb nimmt, sowohl als Grünfutter wie als Stroh von dem Vieh, in letzterer Form besonders von den Schafen sehr gern genommen wird und einen bedeutenden Körnerertrag, 13—17 Hundert Liter auf den Hectar, bringt. Die Korner sind ebenfalls ein gutes nahrhaftes Viehfutter. Wir machen jetzt auf diese nützliche, noch viel zu wenig verbreitete Futterpflanze aufmerksam, weil die Zeit der Aussaat naht und wir den Landwirthen, die leichten Sandboden besitzen, nur rathen können, mit dem Anbau der Sandwicke einen Versuch ju machen. Die Aussaat, zu der 150—160 Pfund Samen auf den Hectar zu nehmen sind, ist Ende März ober Anfang April vorzunehmen. Die Ernte fällt dann in den August. Am besten gedeiht die Sandwicke auf leichtem Boden nach Kartoffeln. — Wer zu Heiserkeit neigt und doch bei rauhem Wetter auszugehen ge- nöthigt ist, versäume nicht, während der Bewegung im Freien eine der bewährten Sodener Mineral-Pastillen (in den Apotheken die Schachtel zu 85 erhältlich) langsam im Munde zergehen zu lassen. Katarrhalischen Affectionen wird dadurch vorgebeugt. — Aus Tübingen wurde uns diesbezüglich geschrieben: Seit einigen Wochen leioe ich durch die unfreundliche Witterung an anhaltender Heiserkeit und konnte dadurch meinem Berufe nur ungenügend nachkommen. Durch kurzen Gebrauch der Sodener MinerabPastillen bin ich jetzt wieder völlig disponirt und kann ich dieselben wegen ihrer überrafchend guten Wirkung allen verehrlichen Collegen und Colleginnnen nur auf das Wärmste empfehlen. PH. Kigler, Mitglied des Stadttheaters in Tübingen. 24 Handel und Verkehr. Limburg, 21. Marz. Rother Weizen pro Malter JL 1520, weißer Weizen *A 15.10, Korn JL 10 30, Gerste JL 8 50, Hafer 6.80, Erbsen JL 00.00, Kartoffeln 0.00. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschsst. _„n Freitag Abend 550 Uhr, Samstag Vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 330 Uhr, Samstag Abend 7™ Uhr. Gottesdienst für die Oster feiertage. Montag Abend 6°° Uhr, Dienstag Vormittag 801 Uhr, Dienstag Nachmittag 3" Uhr, Dienstag Abend 6" Uhr, Mittwoch Vormittag 300 Uhr, Mittwoch Nachmittag 330 Uhr, Mittwoch Abend 7Ö0 Uhr. Bekanntmachung. Die am 15. und 16. ds. Mts. in hiesigem Gemeindewald stattgehabte Bau-, Werk- und Nutzholzversteigerung ist „mit Ausnahme von allem Eickenholz" genehmigt. Lich, den 20. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Lich. Walz. 2412 Holzversteigerung. Dienstag, den 27. d. M., o «ird in hiesigem Gemeindewald folgendes Nadelholz versteigert: 34 Stämme von 5—12 Meter Länge, 15—31 Ctm. Durchm. mit 8,70 Fm, . 67 Derbstangen mit 3 82 Fm., 40 Reisstangen „ 0,69 „ 23 Rm- Scheiter, 318 „ Knüppel (75 Rm. sind 3 Mr. lang), 97 Rm. Stöcke, 10610 Wellen. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr bei der alten Sandkaute. Großen-Linden, am 20. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 2418 Darmstädter Pferdeloose, Ziehung 18 April, empfiehlt [2405J Jnl. Wallach. Täglich frische flüssige Kunfthefe, nicht bitter, zuverlässige anhaltende Triebkraft, deßhalb der Bierhefe vorzuziehen, empfiehlt Gg. Müller, Hefefabrik, große Mühlgasse 23. 2406 Allgemeiner Anzeiger. Holzverfteigerung. Donnerstag den 3., Freitag den 6 und Samstag den 7. April, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, versteigern wir in der Forstwartei Maulbach: I- Bau- und Nutzholz. 1. Stämme. 44 Eichen mit 12,37 fm, zumeist Wagnerholz; 174 Kiefern und Fichten mit 69,44 fm, darunter verschiedenes Schnittholz, der Rest Bauholz. — 81 Buchen mit 62,52 fm, darunter einzelne Schnitthölzer, der Rest Schwellen- und Wagnerholz. 2. Derb- und Reisstangen. 1476 Fichten mit 62,62 fm. II. Brennholz. 250 rm Buchen-, Birken- und Kiefern-Scheiter; 313 rm Buchen-, Birken- und Kiefern-Knüppel; 922 rm Buchen-, Birken- und Kiefern- Reisig; 33 rm Buchen- und Kiefern-Stöcke. Die Zusammenkunft ist am Donnerstag im District Loch, auf der Straße Maulbach'Appenrod, am Freitag im District Hirtenröderschlag auf dem Vicinalwege von Appenrod nach Ober-Gleen, und am Samstag im District Haag am Maulbacher Feld. — Am Donnerstag wird etwas Nadelstammholz und das gesammte Buchenstammholz verkauft, ebenso das gesammte Brennholz; am Freitag kommen die Fichtenstangen und das Eichenstammholz zum Ausgebot; am Samstag der Rest des Nadelstammholzes. Sämmtliches Holz lagert 3—5 km von der Oberh. Eisenbahnstation Ehringshausen entfernt. Maulbach, am 22. März 1888. Großherzogliche Oberförsterei Maulbach. _______________Koch.________________________2414 Cementwaarenfabrik. Unterzeichnete empfehlen sich dem geehrten Publikum in allen Gement- waaren, als: Krippen für Rindvieh und Pferde, Sckweinetröge, Goffenstsine, Treppenstufen, Podestplatten in allen Größen, Thür- Feusterguinten, Thorpfeiler, Mauerabdeckplatten, Sckorn» stein-Deckplatten, Brunnenrinqe, Flurplatten in verschiedenen Farben und Größen, Cernentröhren von 10 bis 60 cm Lichtweite; ferner sämmtliche Cernentbauarbeiten, als: Gewölbe, Flurböden, Trottoire, wasserdichte Keller, Springbrunnen u. s. w. billigst und Alles unter Garantie ausgeführt durch 2421 Bellersheim. Gebrüder SSöekel. Gin Haus zu verkaufen. Näheres Teufelslustgärtchen 11. [2420 Bogelhecke, groß, fast neu, zu verkaufen. Näheres in der Exped- d. Bl- (2410 Salz von der Großherzogl. 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Die Wieder-Eröffnung meines SlrohhulgeschLfleS zeige hiermit ganz ergebenft an. Strohhüte jeder Art werden von heute an nach den neuesten Formen innerhalb acht Tagen geändert- ebenso werden Damen- und Mädchenhüte auf das geschmackvollste aufaeputzt; gleich, zeitig unterhalte ich ein reichhaltiges Lager in garnirlen Damen- und Mädchen» hüten zu anerkannt billigsten Preisen. 2408 Hochachtungsvoll L. Bertrand, Wettergasse 3. 2415 Für einen begabten, braven Junge« mit guter Schulbildung wird alsbald noch Pfingsten in einem Kauf: mannsgeschäfteine Lehrlingsstelle gesucht. Nähere Auskunft ertheilt Lehrer Los zu Echzell.__' 2366 Ein Geselle und ein Lehrjunge werden gesucht von Louis Staber, Wagner, Wolkengasse 11. Werkführer für eine Cigarrensabrik in der Räbe von Bruchsal gesucht. Es wird auf einen zuverlässigen, tüchtigen Mann, der bereits in gleicher Stellung in einer Fabrik, welche bessere Sorten herstellt, gearbeitet hat, reflectirt. Rkgklstchllme werden bei mir sofort reparirt uÄ überzogen. J*, Weitsaixkora, 104 Schirlsirafi.' 9 Todes-Anzeige. Heute Morgen um Va3 Uhr verschied nach zwölstägigem schwerem Leiden unser innigstgeliebtts Kind Karolina Sophie^ was wir Verwandten, Freunden und Bekannten tiefbetrübt mittheilen. Gießen, den 22. März 1888. 2427 Johannes Lepper und Frau- geb. Kinn. Danksagung. Allen, welche unsere -liebe unvergeßliche Mutter und Tante Kath. Baek zur letzten Ruhestätte geleiteten, sowie Denen, welche ihr während ihrer Krankheit so viel Gutes erwiesen, sagen herzlichen Dank Lollar, den 21. März 1888. 2423 Die trauernden Hinterbliebenen. Offerten unter Angabe der bisherigen Stellung und der Gehaltsansprüche sub G. 274o an Rudolf Moste, Frank- 23./3. >/29 Uhr. Cons. I. Gr. 2398 Coursdericht der frankfurter Börse. Reichsbank-Disconto 3% 21. März 1888. Franks. Bank-Disconto 9h. - -- ■ ■ ■ ------- —; 4% Preußische Eonsols 106 80 3V2o/o do- 10150 4o/o Nassauer Oblig. 102.70 4o/o Bayerische Oblig. 106.10 4% Badische Oblig. 105 00 4% Hessische Oblig. 106.10 4% Franks. Hypothbk.-Pfandbr. alte 101 00, neue 102 20 3V,o/o do- 97.30 41/a°/o Franks. Landwsch. Ereditbk.- Oblig. 103.00 4o/o Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 102.50 31/2% do. 97.50 NVo Buderus Oblig. 103.50 3*/rv/y Solms-Braunf. Oblig. 94.K 4% Gießener Oblig. — . —' 4% Oesterr. Goldrente 87.3t 41/s°/o Oesterr. Silberrente 63.4( 5% Portugiesen Oblig. 96 3l Darmst. Bank-Actien 13751 Geldforte«. 20 Francs-Stücke 16.10-16,1 do. in Va 16.08-161 Engl. Souvereigns 20.29—20-3 Dollars in Gold 4.16—4^0 Telegraphischer Cvnrsbericht der Berliner Börse vom 22. März 1888. Oefterr. Ereditactien Oesterr. Staatsbabn-Actien 1880 4o/o Russen Oblig. 4°/o unif. Egypter Oblig. 138.37 86.00 77.00 7637 Disconto-Eorn.-Antheile Laura-Actien 4% Ungar. Goldrente 5°/o Gemischte Russen 194J 90 J 77.: 89.1 Banken fest, Renten matt. Redacii-n: A. Schcyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heatige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage. Vertage zu Nr. 71 des „Achmer Anzeiger". Literarisches. — „Wer bei jedem auftauchenden Zweifel Auskunft, auf jede Frage die kurze und richtige Antwort sucht, dem wüßten wir kein geeigneteres Buch zu nennen. Es ist und bleibt das Nachschlagebuch „par excelhmce“ bemerkt die „National - Zeitung" über Meyers Harrd-Lexikon, und das trifft auch bezüglich der jetzt in 40 Lieferungen zu je 30 H erscheinenden 4. Auflage des Werkes zu, ja, vielleicht noch mehr, well sie, reich vermehrt, verbessert und ergänzt, auch den neuesten Erfindungen, Erfahrungen und Ereignissen volle Berücksichtigung widmet." (Eisenbahnzeitung, Lübeck.) — P. K. Rosegger'S ArrSgewählte Werke. Pracht - Ausgabe. Mit -600 Illustrationen von A. Greil und A. Schmtdhammer. Jn^75 Lieferungen (Lexikon- Octav) ä 50 H. (A. Hartleben's Verlag in Wien.) Von dieser tllustrirten Ausgabe der Schriften Rosegger's, welche durch ihren Inhalt, schöne Ausstattung und wohlfellen Preis die weiteste Verbreitung verdient, Hegen bereits 5 Lieferungen vor. Ueber den Autor selbst brauchen wir wohl heute kaum mehr viel zu sagen. Derselbe ist in fast beispielloser Weise in der ganzen Welt deutscher Zunge beliebt und bekannt. Seine Schriften haben einen eigenartigen Reiz und fefseln, ohne irgend welche gewaltsamen Wirkungen um so mehr, als man sich in dieselben hineinliest. Roseggers innige Vertrautheit mit dem Volksleben, die getreue Schilderung der Volkscharaktere, führen ihm einen immer größeren Kreis von Verehrern zu. In einfacher, natürlicher Weise ist in seinen Werken die Poesie des Alpen-, Wald- und Dorflebens in einer Sprache wiedergegeben, die erfrischend und belebend anmuthet. Die Illustrationen der neuen Ausgaben sind mit künstlerischer Feinfühligkeit ausgeführt, aber dem anspruchslosen Texte genau angepaßt und verdient die Sammlung in jeder Hinsicht für den Familienkreis empfohlen zu werden. Wenn Jemand Lectüre zur Unterhaltung kaufen will, nebstbei zu wohlfeilem Preife, möge er nach der illustrirten Ausgabe von P. K. Rosegger's Schriften greifen, die gleichzeitig Herz und Gemüth erfrischen und veredeln. / — Kaufmännisches Jahrbuch 1888. Ein Handbuch für Kaufleute und Industrielle, herausgegeben von Georg Hiller. Verlag von Ferd. Hirt u. Sohn in Leipzig. Geh. 2 «/M, geb. 2 Jü 50 Das „Kaufmännische Jahrbuch" kommt dem praktischen Bedürfnisse des Geschäftsmannes entgegen und wird sich bald allgemeine Anerkennung erringen. Es enthält sämmtliche den Handel und das Gewerbe berührende deutsche Gesetze aus dem Jahre 1887, den bis Ende v. I. ergänzten Reichszolltarif, die in den letzten Jahren ergangenen wichtigen Reichsgerichtsentscheidungen, ein Verzeichniß der Amtsgerichte, die Eisenvahn- tartfvorschriften und den sehr ausführlichen Post- und Telegraphentarif. Unentbehrlich für Firmen, welche mit dem Auslande in Verbindung stehen, sind die Eifenbahn- vorschrtften im Verkehr mit dem Auslande, die Münz-, Maß- und Gewichtstabellen, ein Verzeichniß besonders beachteuswerther Coupons, ein Verzeichniß der fremden Con- suln in Deutschland, der deutschen im Auslande, sowie die wohl zum ersten Male zusammengestellten besonderen Vorschriften (Beglaubigung von Fakturen rc.) für die Ausfuhr für alle Länder und die handelsgeschichtliche Uebersicht aller Länder, welche sich eingehend mit den 1887 erlassenen Gesetzen und Verordnungen über Zollwesen, Handelsverträge und andere, Handel und Industrie berührende Gegenstände befaßt. Das empfehlenswerthe Buch ersetzt somit eine Reihe anderer Bücher, die im Preise weit höher sind. — Die prächtig ausgestattete Kaiser-Nummer der Leipziger Illustrirten Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) enthält folgende Abbildungen: Randzeichnungen zu einem Gedicht von Ernst Scherenberg. Kaiser Wilhelm (nach der letzten photographischen Aufnahme.) Apotheose auf Kaiser Wilhelm (Relief von G. Eberlein). Doppelseitig. Das Palais des Kaisers. Unter den Linden am Abend des 8. März (Originalzeichnung von E. Thiel). Vorlesen von Extrablättern auf der Straße (Originalzeichnung von E. Thiel). In der Nacht zum 9. März vor dem Kaiserlichen Palais (Originalzeichnung von E. Thiel). Vor dem Kaiserlichen Palais unmittelbar nach Bekanntwerden der Todesnachricht (Originalzeichnung von E. Limmer), doppelseitig. Die Todtenmaske Kaiser Wilhelms (abgenommen von Prof. R. Begas, gezeichnet von E. Limmer). Im Sterbezimmer des Kaisers (Originalzeichnung von H. Lüders). Truppenvereidigung in der Garde du Corps Kaserne in Berlin (Originalzeichnung von Knötel). Friedrich III., Deutscher Kaiser und König von Preußen (doppelseitige Beilage). Victoria, Deutsche Kaiserin und Königin von Preußen (doppelseitige Beilage). Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen. Augusta Victoria, Kronprinzessin des Deutschen Reichs und von Preußen. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — [Anbau der Mohrrüben und Karotten.) Mit dem Monat März ist auch die Zeit gekommen, an die Aussaat der frühen Mohrrüben und Karotten im freien Lande zu gehen. Selbstverständlich muß dazu ein gutes, nicht zu nasses Wetter abgewartet werden, tritt das in der zweiten Hälfte des März ein, so kann mit der Aussaat begonnen werden. Als alte, bewährte Sorten für den Anbau empfehlen wir die Karotte von Nantes und die Boitzenburger Karotte, sowie die Frankfurter Möhre. Der Boden für die Mohrrüben darf bekanntlich kein frischgedüngter, sondern muß ein im Vorjahre gedüngter sein, der schon im Herbst rigolt ist. Ehe man au die Aussaat geht, muß man sich überzeugen, ob die Samen, die nach der Ernte zusammenkleben und oft von den Samenhandlungen auch in diesem Zustande in den Handel gebracht werden, einzeln sind, wenn nicht, muß man sie durch Reiben zwischen den Handflächen trennen. Um ein erneutes Anhaften der einzelnen Samen zu verhüten, mischt man ihn am besten mit feinem Sand und bringt ihn so zur Aussaat. Diese erfolgt am besten in Rethen von 15—20 Centimeter Abstand, wobei man darauf zu achten hat, daß die Samen nicht zu dicht liegen, weil man sonst mit dem Verziehen zu viel Arbeit hat. Man verzieht die Pflanzen gewöhnlich zweimal, einmal bald nach dem Aufgehen, so daß zwischen den einzelnen Pflanzen ein 2—3 Finger breiter Zwischenraum bleibt und später, wenn die Rübchen schon so groß geworden sind, daß sie gerade gebraucht werden können, zieht man so viele aus, daß der Abstand ziemlich eine Hand breit wird. Diese beim zweiten Mal ausgezogenen Rüben auf andere Beete zu verpflanzen ist nicht rathsam, am besten werden sie im Haushalt verbraucht. Bemerkt fei noch, daß im leichten Boden die Saat festgetreten werden muß. Um den Raum der Mohrrübenbeete besfer auszunutzen, empfiehlt es sich, eine Zwischenfrucht zu bauen, und für diese empfiehlt sich in erster Linie Spinat, den man zwischen die Reihen säet. Gleich nachdem der Spinat dann abgeräumt ist, müssen die Beete von Unkraut gesäubert und der Boden aufgehackt werden. — Für die Feigenbäume, welche im kalten Zimmer, Gewächshause oder Keller überwintert wurden, tritt mit dem März insofern eine gefährliche Zeit ein, als der Vegetationstrieb einerseits geweckt, andererseits eine zu schnelle Vegetation verhindert werden soll. Die Hauptsache ist, daß die Erde in den Kübeln möglichst trocken gehalten wird. Das heißt natürlich nicht, die Ballen sollen austrocknen, staubtrocken dürfen sie nie werden, wenn der Baum nicht zu Grunde geben foll, eben die Erde muß ganz mäßig feucht gehalten werden. Es empfiehlt sich deshalb, lieber öfter, aber nur ein ganz wenig nicht zu kaltes Wasser auf die Erde am Rand der Kübel ober Töpfe zu gießen. Sodann müssen die Feigenbäume möglichst an die freie Luft gewöhnt werden und sind sie deshalb bet warmem Wetter zunächst Mittags in's Freie zu setzen, ohne sie jedoch dem directen Sonnenschein auszusetzen. Ist das Wetter erst beständiger, so läßt man die Bäume Tags über im Freien, man thut jedoch gut daran, sie bis Ende April Abends immer wieder während der Nacht hereinzunehmen, natürlich nicht in warme, sondern in kalte Räume. GchiffSnschrLchten. Bremen, 19. März. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. März von Bremen und am 9. März von Southampton abgegangen war ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Newvork angekommen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 26. März 1888, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Wanne, Brauhof, Hainges- boden und Hochwart nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau-, Werk- und Nutzholz. 30 Eichenstämme mit 11,01 Festm., 2 Birkenstämme „ 0,29 „ 120 Fichtenstämme „ 33,68 „ 6 Eichenstangen „ 0,49 „ 328 Fichtenstangen „ 30,94 „ B. Brennholz. Scheith. Krmppelh Stockh. ReiSh. Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Buchen 48,4 34,7 14,5 600 Eichen 65 148,5 88,7 3190 Nadel — 2,9 17,4 930 Aspe — 2 — — Die Zusammenkunft ist an der Grün- bergerstraße zunächst der Altentischwiese. Gießen, den 19. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 2374 Catharina-Pflaumen, Türkische Zwetschen, Brünellen (franz«), „ (italien), Apfelscheiben, Apfelshalteu, Birnen empfiehlt in allen Preislagen 2325 Emil Fischbach. Allgemeiner Anzeiger. Montag den 26. März 1. I., Vormittags 10 Uhr, läßt Herr Maurermeister PH. Jünger dahier in seiner Wohnung — Schiffenberger Weg 34 — wegzugshalber freiwillig versteigern: 3 in bestem Zustande befindliche Wagen, der eine mit 10 Centimeter breitem Rad, 3 schwere Arbeitspferde, 1 Kuh, 1 trächtiges Rind, 3 fette Schweine, 1 Mutterschwein, *1 Ferkel (8 Wochen alt), verschiedene Pferdegeschirre, darunter 1 Sielgeschirr, 1 Paar Erndteleitern, 1 Wagenscheere, 1 Partie Mist, ea. 100 laufende Meter Schienengeleife mit einem Rollwagen. Gießen, 20. März 1888. 2371 Bühner, Gerichtsvollzieher. FlasclieiibMHerlage. Empfehle einem verehrt. Publikum eine vorzügliche Flasche Exp.-Bier aus dem Bürgerlichen Brauhaus in München pr. Fl. 30 H aus der Actienbrauerei in Gießen „ 23 „ 2091 Hochachtungsvoll Carl Petri, Marktplatz. Viliiiiiischiiii'ii neuer bewährter Conftruction liefert unter dreijähriger reeller Garantie zu günstigen Bedingungen H. Kraft, Mechaniker, 1&3 Neuenweg 46, R»YM<»sqM«nbestai,»tht1l« fteis vorräthig. eigene rn-pnraiurwcrkftattc. Freitag, den 20. April l. I , Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Karl Stieber Eheleuten von Gießen gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 1139 — 69 Meter Hofraithe in der Kühgasse, Flur 1 Nr. 1161 — 31 Meter Hofraum neben der Bach an der Brauhausgasse öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 8. März 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. Vogt, Ortsgerichtsmann. [1962 Freitag, dm 20. April l. I, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Georg Dietrich Dörner Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Flur l Nr. 33 — 106 Meter Hofraum in der Mühlgasse, Flur I Nr. 33b — 25 Meter Grabgarten daselbst, Flur I Nr. 43 — 62 Meter Hofraithe in der Neustadt, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 8. März 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. Vogt, Ortsgerichtsmann. 2133 Ieikgeöolenes. 2270 Ein Garten (im Gartfeld gelegen), ist zu verkaufen. Näheres durch Christian Burkhardt, Afterweg 20.________ Cement, Sendung, Dachpappen, Baumaterialien ! u. s. w-, empfiehlt 2212 Ulan. Wirths Xachf. beehre mich hiermit ergebenst anzuzeigen. 1363 A. Docter, Seltersweg 57 22 JL. SÜSBs Marktstraße 9. 2081 E -b o N L> •£- empfiehlt billigst 2324 Emil Fischbach. »rtviixil-.vorzüglich.Mitlel f können gute Pension, sowie zugleich lieber^ ro? wachung der Schularbeiten in gutem Hause zur erhalten. Offerten erbittet man unter A. B. an die Exped. d. 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