Nr 222 Samstag den 22. September 188& (fiidwiwt 11 ii w inet Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Preis vierteljährlick 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohm Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 M Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Bureaur Schulstraße 7. Amtlicher Hßeil. Betreffend: M. OtiM.f». b.n 19. 1888. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an di- Srotzherzoglichen Bürg-rm-ist-r-i-n des KreiseS. Es ist zu unserer K-nntniß gekammen, daß sich noch immer Ortstafeln vorfinden, welch- veraltete Bezeichnungen bezüglich der Gerichtsbezirke enthalten. Wir beauftragen Sie, für die Berichtigung solcher Tafeln Sorge zu AS^oekmann Politische Rundschau Gießen, 21. September. Die glanzvollen Bilder, welche sich anläßlich der UaisermanSVer der preußischen Garde und des 3. Armeecorps seit voriger Woche auf dem Sande der Mark Brandenburg entrollten, haben am Mittwoch ihren effectvollen Abschluß erhalten. Denn nachdem an diesem Tage gegen Mittag die letzten Schüsse zwischen den manovrtrenden Truppen gefallen waren, begann in den Nachmitlagsstunden die Einschiffung der Futz- truppen beider Armeecorps in den Bahnhöfen zu Straußberg und Müncheberg, sowie in dem zu diesem Zwecke vom Eisenbahnregiment eigens erbauten Militärbahnhofe in Ahnitz an der Ostbahn. Um diese 57 Bataillone fortzuschaffen, waren 1200 Wagen und 72 Maschinen nöthig, welche zusammen 31 Züge repräsentirten, in denen die Truppen nach ihren Garnisonen befördert wurden. Der Kaiser wohnte mit den königlichen Prinzen und den fürstlichen Manövergästen eine Zeit lang der Einschiffung der Truppen im Bahnhofe Ahnitz bei, alsdann verabschiedete er sich in herzlichster Weise von den fremden Fürstlichkeiten, welche nach Berlin zurückkehrten, während sich der Kaiser nach Hubertusstock zur Abhaltung von Jagden begab. — Die somit beendigten Kaisermanöver des heurigen Jahres haben von Anfang bis Ende wiederum das schönste Zeugniß von der Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Truppen, in diesem speciellen Falle des Garde- und des brandenburgischen Armeecorps, abgelegt und nahm der allerhöchste Kriegsherr wiederholt Veranlassung, seine besondere Zufriedenheit mit den Leistungen der Truppen auszudrücken. Die fürstlichen Manövergäste Kaiser Wilhelms haben zur Stunde sämmtlich wieder die Rückreise nach der Heimath angetreten, nur Großfürst Nicolaus von Rußland gedachte noch bis Samstag in der Reichshauptstadt zu verweilen, woselbst am Donnerstag Abend auch der König von Griechenland, auf der Heimreise von Kopenhagen nach Athen begriffen, eintraf. Jedenfalls wird aber in den Besuchen fremder Fürstlichkeiten am Berliner Hofe angesichts der unmittelbar bevorstehenden großen Herbstreisen Kaiser Wilhelms bis auf Weiteres nunmehr eine Pause eintreten. Die nachsommerliche Stille in der innere« Politik ist offenbar vorüber und sind es namentlich die Vorbereitungen zu den preußischen Landtagswahlen, welche immer weitere und weitere Kreise ziehen. Daneben wirken auch noch mancherlei Vorgänge der jüngsten 'Zeit, wie die Ernennung Bennigsen's zum Oberpräsidenten von Hannover und der Personalwechsel in der Leitung des Reichsschatzamtes, in der öffentlichen Meinung nach und regen noch immer zu Erörterungen seitens der Tagespresse an. Schließlich schlägt auch die Frage der Neuorganisation der Neichsämter fortgesetzt ihre Wellen und wenngleich sie noch einigermaßen verschleiert erscheint, so ist sie jedenfalls mit den ihr officiöserseits zu Theil gewordenen Dementis nicht abgethan. lieber den mehrtägigen Besuch, welchen Graf Kalnoky in dieser Woche dem Fürsten Bismarck in Friedrichsruh abgestattet, ist bis jetzt merkwürdiger Weise äußerst wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen, selbst Diejenigen, welche doch sonst immer bei Diplomatenbegegnungen das politische Gras wachsen hören, wissen über die Entreoue beider Staatsmänner nichts zu fabuliren. Daß dieselbe aber lediglich im Interesse einer friedlichen Weiterentwickelung der Dinge in Europa erfolgt ist, steht außer allem Zweifel, selbst wenn dies vom Wiener „Fremdenblatt" nicht so ausdrücklich betont worden wäre und deshalb kann man die Ergebnisse der abermaligen Diplomatenbegegnung von Friedrichsruh in vollster Ruhe abwarten. In wiefern die Meldungen einiger Blätter, es seien in den Verhandlungen zwischen Bismarck und Kalnoky auch Fragen handelspolitischer Natur zur Erörterung gelangt, den Thatsachen entspricht, läßt sich zur Zeit noch nicht beurtheilen. In Desterreich-Ungarn zieht der Zwischenfall von Belovar noch immer seine Kreise und erst dieser Tage hat ja der ungarische Cabinetspräsident, Herr Tisza, in einer Bariketrebe seine außerordentliche Genugthuung über die mündliche Maßregelung des Bischofs Straßmayr durch den Kaiser Franz Josef ausgesprochen. Für den pan- slaviftenfreundlichen Bischof selbst sind aber die Eonsequenzen des Vorganges von Belovar noch nicht abgeschlossen, vielmehr macht sich nun auch die Stellungnahme des Vaticans gegen Dr. Straßmayr entschieden bemerklich. Wie die „Pol. Corresp." aus Rom erfahrt, hat die päpstliche Curie den croatischen Kirchensürsten zur persönlichen Verantwortung nach Rom berufen und nach den Aufklärungen Dr. Straßmayr's wird die Curie entscheiden, ob er auf seinem Posten als Bischof von Djakovar verbleibt, ober eine andere Verwendung erfährt. In der österreichischen Hauptstadt rüstet man sich zu einem möglichst glänzenden Empfange deS deutschen Kaisers. Auch von Seiten des nieder- österreichischen Landtages steht eine Betheiligung an den EmpfangsfestUchkeiten zu gewärtigen und wurde in demselben ein bezüglicher Antrag bereits einer besonderen Commission überwiesen. In Rumänien ist die Auflösung der Kammern durch königliche Botschaft ausgesprochen worden und wird der Ausgang der sich hieran knüpfenden Wahlcampagne entscheidend für die Stellung des Ministeriums Rosetti-Carp sein. Das Ministerium hat bereits seinen Entschluß ausgesprochen, sich in keiner Weise beeinflussend in die Wahlen einzumischen, dagegen erklärt, daß es nach wie vor auf den Grundzügen seiner bisherigen Politik, zu denen auch unbedingte Anhänglichkeit an die königliche Dynastie, nach außen aber stricte Neutralität in den schwebenden europäischen Fragen gehöre, verharren werde. — Bukarester offieiöfe Nachrichten widersprechen dem Gerücht, der in dieser Woche abgeftattete Besuch des Erzherzogs Carl Ludwig beim rumänischen Königspaare in Sinaja habe bezweckt, den König Karl zu einem Besuche in Wim anläßlich der Anwesenheit des deutschen Kaisers einzuladen. Deutschland. Darmstadt, 20. September. Seine König!. Hoheit der Großherzog sind gestern Abend 10 Uhr mit dem bekannten Gefolge von Mariahütte hierher zuruckgekehrt und im Schlosse abgestiegen. , Darmstadt, 20. September. An Stelle des kürzlich oerftorbenen Landgerichtsraths Oppermann in Gießen ist Herr Landgerichtsrath Holzapfel daselbst in bie Commission zur Begutachtung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich berufen worden. m u Berlin, 20. Sept. Die heutige jüngste Ausgabe der „Deutschen Rundschau enthielt ein 32 Seiten großes Tagebuch Friedrichs III., welches er als Kronprinz während der ganzen Dauer des deutsch-französischen Krieges 1870/71 geführt hat und aus dem hervorgeht, daß Friedrich allein mit großer Entschiedenheit für die Wreder- aufrichtung des Reiches und des Kaiserthums eintrat, während König Wllhelm, Bismarck und Andere diesem Gedanken lange widerstrebten und sich nur zögernd zu seiner Verwirklichung entschlossen. Das Tagebuch enthält viele interessante Einzelnheiten über die damals entscheidenden Personen und Vorgänge. (Fr. Z.) Arankreich. Paris, 20. September. Die gestrige „Havas"-Meldung, daß der deutsche Gensdarm Selbstmord verübt habe, bestätigt sich. Man fand in feinen Armen die abgeschossene Flinte und in seiner Wohnung einen Zettel, worin er die Absicht des Selbstmordes kundthut. Unglückliche Liebe soll ihn zu der That getrieben haben. Er gehörte der Gensdarmerie von Dannemarie an und stammte aus Lauterbach. Etnige chauvinistische Organe stellen die unsinnige Behauptung auf, daß der Leichnam von Deutschen auf das französische Gebiet transportirt worden fei, um einen neuen Zwischenfall zu veranlassen. Der Gensdarm wurde seit dem 8. August vermißt und in Dannemarie für einen Deserteur gehalten. Da der Leichnam in Verwesung übergegangen, wurde er sofort nach der gerichtlichen Untersuchung begraben. Er wird von der Familie reklamirt. (%• B-) Telegraphische Depeschen. Wslst's telegr. Eorrespondrnz. Durearr» Berti«, 20. September Der Reichsanzeiger veröffentlicht den an den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg gerichteten Allerhöchsten Erlaß, welcher lautet: Die Provinz Brandenburg ist durch die diesjährigen großen Herbstübungen des Garde- und des III. Armee Corps, besonders in einzelnen Theilen durch die enge Zusammenziehung der Truppen, in hohem Grade in Anspruch genommen worden. Aus den Meldungen der beiden Armeecorps ersehe ich, daß trotzdem seitens der Kreis- und Ortsverwaltungen, wie seitens der einzelnen Bewohner den Anforderungen mit großer Bereitwilligkeit entsprochen wurde. Sämmtliche Truppen sind, wie Ich dies von Meinen Märkern nicht anders erwartet habe, gut und freundlich ausgenommen worden. Es gereicht Mir zur besonderen Freude, hierfür, wie für den Mir persönlich in Müncheberg bereiteten herzlichen Empfang Meine warme und dankende Anerkennung auszusprechen, und beauftrage Ich Sie, dies zur Kenntniß der ganzen Provinz, insbesondere aller näher Betheiligten zu bringen. , Müncheberg, den 19. September 1888. «Bugelm. Berlin, 20. Sept. General Oberst Pape übernahm heute die Geschäfte des Gouvernements an Stelle des Generals Werder, der auf sein Abschiedsgesuch unter Belassung im Verhältnis als Generaladjutant des Kaisers zur Disposition und glerch- zeitig ä la suite des Garde-Füsilier-Regiments gestellt wird. Berlin, 20. September. Die Poft veröffentlicht dm Wahlaufruf der frei- costservativen Partei. c n Werbig (Kreis Lebus), 20. September, lieber eine gestern Abend gegen 7 Uhr hier stattgehabte theilweise Entgleisung eines Militärzuges wird Folgendes mitgetheilt: Der betreffende Ertrazug 5a mit 1500 Mann des Regiments Nr. 64 sollte auf der hiesigen «Station vom G-lels- der Ostbahn aus die Linie Franksurt-Angermunde uber- gesetzt werden. Hierbei entgleiste ein Theil des Zuges aus einer bisher nicht f-stg-st-ll'cn Ursache. Fünf Wagen stürzten um und wurden beschädigt, die darin besindlichen Soldaten erlitten nach den Aussagen des Stationspersonals außer einigen Hautabschürfungen und leichten Quetschungen keine Verletzungen. Nachts traf ein Hilfszug aus Freienwalde ein, mit dem die Soldaten gegen 12 Uhr weiterbefördert wurden. Die Militärtransporte stockten vollständig, da die Strecke erst gegen 4 Uhr frei wurde. Die Aufräumungsarbeiten wurden vom Arbeitspersonal der Ostbahn und von Ao- tyeilungm des Eisenbahnregiments ausgeführt. Nachts gegen 2 Uhr bezogen noch die bei Müncheberg der Einschiffung harrenden Truppen in Müncheberg und Umgebung Nothquartiere: dieselben kehren zur Zeit in Fußmärschen nach ihrerGarmfon zurück. Berlin, 20. September. In Betreff der Entgleisung des Militärzuges 5 a bei Werbig wird amtlich mitgetheilt, daß dieser Zug, welcher das 64. Infanterie-Regiment nach Prenzlau und Angermünde befördern sollte, fahrplanmäßig auf der Guterftatton Werbig eingetroffen ist und hier weiter nach dem Bestimmungsort Letschin rc. befördert werden sollte. Da die von dem Betriebsamt Berlin-Stettin gestellte Zugmaschine den 8ufl nickt allein anzuziehen vermochte, wurde die diesseitige Maschine zum Schieben des Huges beordert. Bei dieser Gelegenheit entgleiste auf bislang noch nicht aufgeklärte Weise ein dreiachsiger mit Soldaten besetzter Wagen, welcher sich zur Sette legte und Lokales. Gießen, 21. September. fVerzeichniß der Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oderhessen pro 3. Quartal 1888.] 1. Montag den 24. September. Vormittags 9 Uhr: Angeklagter Georg Christian Schnabel, Postoerwalter zu Homberg a. d. Ohm, wegen Verbrechen im Amte. Die Anklage vertritt Großh. Erster Staatsanwalt Jockel. Vertheidiger: Rechtsanwalt Metz. 2. DienStag den 25. September, Vormittags 8>/, Uhr: Angeklagter Carl Diehl von Ober-Ohmen, wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Großh. Staatsanwalt Seeger. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Schwarz. 3. Mittwoch den 26. September, Vormittags 8>/2 Uhr: Angeklagter Caspar Adolf von Klein-Linden, wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Großh. Erster Staatsanwalt Jockel. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Gutfletsch. 4. Donnerstag den 27. September, Vormittags 8Vi Uhr: Angeklagter Georg Volz von 'Rieder-Mockstadt, wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Theobald. Vertheidiger: Rechtsanwalt Lauer. 5. Freitag den 28. September, Vormittags 8Vi Uhr: Angeklagter Johann Georg Haumann von Rockenberg, wegen Brandstiftung. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Theobald. Vertheidiger: Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch. z- wteße«, 21. September. Zum Vortrage am zweiten Recitationsabende, Samstag den 22. d. Mts., hat Herr Oscar Zack „Aus Goethe's Jugendzeit", Dichtung in 9 Gefangen von Adolph Mitzenius gewählt, lieber Goethe's Jugend schwebt noch so manches Dunkel, obgleich das freie deutsche Hochstist und mehrere literarische Vereine und Gesellschaften, sowie einzelne Forscher alle Mühe aufgewandt baden, auch über die Jugendjahre des großen Frankfurters einiges Licht zu verbreiten Dramatische und erzählende Arbeiten, wie Gutzkows „Königs!ieutenant" Levin Schückings „Der gefangene Dichter" u. a. haben einzelne kundgewordene Vorkommnisse mit künstlerischer Fassung umkleidet. Wenig ist uns bekannt über Goethe's Nähere Beziehungen zu Freunden in Darmstadt (Merk, der landgräfliche Hof, die „große Landgräfin" u. s. w.) und noch weniger über des Dichters Verhältniß zu feinen Verwandten in einem damals noch von Darmstadt durch Gärten und Gelder getrennten Dorfe. u Hrtedrtchsruh, 20. Sept. Der österreichische Minister des Aeußeren, Graf Aalnocky, wird heute Abend 11 Uhr 30 Mm. die Rückreise antreten. Köln, 20. Sept. Die 61. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte nahm im Verlauf der heurigen Sitzung die voraeschlagenen Statutenänderungen im Ganzen mit geringer Mehrheit an. Danach ist die Mitgliedschaft eine dauernde; die Gesellschaft kann eigenes Vermögen und eigenen Besitz erwerben und wählt einen fünfzehngliedertgen Vorstand, wozu der jedesmalige Geschäftsführer gehört. Der jetzt gewählte Vorstand wird mit der Ausarbeitung der endgilttgen Satzungen be- auflraat behufs Beschlußfassung darüber auf der im nächsten Jahre in Heidelberg statt- ftndenden Verf mmlung. Hannover, 20. Sept. Eine hier betrest's der deutschen Emtn-Expedttion unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten o. Bennigsen tagende Versammlung war von etwa 2000 Personen besucht. Die Afrikareisenden Dr. PeterS, Lieutenant Wißmann und Paul Reichard sprachen über das projeclirte Unternehmen. Tie Versammlung be« schloß, eine thaikräftige Unterstützung deS Unternehmens in der Provin» Hannover zu organisiren, und ein Huldtaungstelegramm an den Kaiser zu richten. Bennigsen äußerte unrer dem Beifall der Versammelten: die einzelnen Regierungen und die Landesvertretungen müßten für dieses national Werk zusammenwirken. Hamburg, 20. September. Laut Bekanntmachung deS Senats ist vom Reichskanzler auf Grund der ihm vom Bundesrath erthetlten Ermächtigung der Hollanschluß Hamburgs auf den 15. October festgesetzt. PariS, 20. Sep'. Der Mtnisterrath beschloß in heutiger Sitzung, der Aufhebung des Eingangszoll s auf Getreide von 5 Francs nicht stattzugeben. £ Paris, 20. Sept. Der Strike der beiur Bau des Eiffelthurms auf dem Marsfelde bcichaftrglen Arbeiter ist beendet und die Arbeit wieder ausgenommen. Dagegen hat sich die Lage in Saint Etienne verschlimmert. Dort gelang es den Strikenün, fast alle Arbeiter der Kohlengrubengesellschaft zur ArbellsemsteUung zu bewegen, so daß der Strike heute nahezu ein allgemeiner ist. Rom, 20. Sept. Anläßlich des 18. Jahrestages der Befreiung Roms war heute die Stadt reich beflaggt. Unter dem (Geläute der großen Glocke deg Kapitols begab sich der Gemeinderath zum Grabe des Königs Victor Emanuel, um donselbst einen Kranz niederzulegen, ebenso, gemeinsam mit der Deputation der Armee und begleitet von einer zahlreichen Volksmenge, an derjenigen Stelle der Stadtmauer, wo die Kanonen bei dem Ptusthore Bresche gelegt Hutten. Der Bürgermeister verlas ein Telegramm des Königs Humbert aus Monza und hielt eine patriotische Ansprache. Die Volksmenge begleitete die Rede mit Betfallszeichen und den Rufen: „Es lebe der König, es lebe Rom, die unantastbare Hauptstadt Italiens'." Der König wohnte derweil in Btella der Enthüllung des Denkmals für Sellu bet und wurde aus diesem Anlaß lebhaft begrüßt. Professor Hoffmann aus Berlin hielt die Festrede, worin er dre Verdtentle Sella's hervorhob, durch dessen Politik das deutsch-italienische Bündniß angebabnt worden sei. Rom, 20. September. Der „italienische Konigs-Yachtclub", dessen Protektor der König und bei welchem der Kronprinz als Commobore eingeschrieben ist, hat darum nachgesucht, der Marine-Revue zu Ehren des Kaisers Wilhelm mit seiner Flottille beiwohnen zu dürfen. Es verlautet, daß an der Marine-Reoue gegen 36 italienische und ausländische Marine-Fahrzeuge theilnehmen werden. 20. Sept. Auf den Glückwunsch des Gemeinderaths an den König an- lavltch des heutigen Jahrestages der Befreiung Roms erwiederte der König telegraphisch aus Monza: Der 20. September sei ihm wie der ganzen Ration ein geheiligter Tag. Rom verstand wahrend dieser 18 Jahre nach jeder Hinsicht seine hohe Mission Italien und der ctvilisirten Welt gegenüber zu erfüllen. „Bald wird unser willkommener Gast, der deutsche Kaiser, unser Freund und Bundesgenosse, das Haupt eines mächtigen Volkes, welches sich in derselben Zeit wie wir einigte, der Zeuge unserer neuen Gestaltung und Etviltsation sein." Bukarest, 20. Sept. Die Kammer trat heute zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, worin das Dekret in Betreff der Auflösung der Kammer und der Wiedereinberufung der Wähler auf den 24. Oktober verlesen wurde. die Entgleisung weiterer 4 Wagen herbeiführte. Außer einigen Hautabschürfungen sind Beschädigungen an Menschen nrcht eingetreten. Durch diesen emgctretenen Unfall wurde die bislang planmäßige Verladung der Truppen verzögert, so daß die letzten in der Richtung Berlin beförderten Züge IVi Stunden Verspätung erlitten. Die bi Richtung nach Cüstrin zu befördernden Militärzüge erlitten größere Verspätung. Heute früh 10 Uhr waren beide Geleise wieder fahrbar hergestellt, und ist der regelmäßige Betrieb wieder ausgenommen worden. i 22. b« den Ar.und- de« SB,rein« mtUtommm "" °u-> Siedmung: ^anjistanerbräu, Siebener 2Ictim= und I^iorbin, und d^-utzn"d-m°?ü' gute warme -Spelten, auch für 5«brgelegenbeit geforgt ist fo hoffen raff ™ e. . 1 red>t viel, fröhlich, Menschen auf der Burg oeretnt zu leben. — iBein'rinta oortreffficfr Auswahl unter mehr al« 20 i>ergebenen Weinen. ' finben Vermischtes. Referent für ba« Ellenhahnwelen in der Sau-- Aftern noch mt£ 201 k5?1??16a?!1 SNtrigen Sitzung unserer Stadtverordnel« oder nu? n?n?tni,^ SifÜr btl?°L0ec^nx "^roßherzogltche Bürgermeisterei Ma.n? oder nur glattweg eine „Bürgermeisterei Mainz" geben ioll. In dem vor etniaer Q* ubiksigen Polizei hatte da« Mrnistenu« «Hr7,armILabL daß e« nur Bürgermeisterei und nicht Grobherzogliche 5'» *..... apftnft^rLn114 Un?Tilt,{Ile licb den Besuch der braunen Söhne der lybischc» Wüste gestatten können, auf 20 $ am Vormittag und 50 am Nachmittag ermäßigt 11fr 3 unb 5 Ubr’fiatt ****" ftt“ ®onntao9 - 4 Vorstellungen, »Suilich um 9fr h,r J’"’"' ®oIt»et ''"en gefährlichen Schwindler aufgegriffen, ber mittelst gefälschter Dokumente, in welchen um milde Gaben für einen Rircbenbau Steten wurde, namhafte Beträge erschwindelte. 64 ist ein oielbeftrafleh esubjett ba« fub aI4 Kirchendiener au»gab und es auch verstand, durch eine fromme Miene bie Leute zu lauschen. Um seinem Schwindel mehr Nachdruck zu verleihen, hatte er die erwähnten Dokumente mit der Unterschrift zweier hiesiger Pfarrer versehen . + Bocken Heim, 20. September. Verwtchene Nacht nach 1 Uhr brach in der Maschinenfabrik von Gebrüder Weismüller Hierselbst auf bisher unaufgeklärte Weise ^UEr °u«. Der Modell- und Lagerschuppen, welcher vorzugsweise fertige landwrrth: 3JiQJ*lncn barg, wurde ein Raub der Flammen. Ter Schaden wird auf ^tlÄbhnb ift üU- versichert. Do« angrenzende Wohnhaus, Weise ungestött br f blieben vom freuer verschont. Der Betrieb ist glücklicher — Herbstanfang hat der Kalender für den 22. September oeruidmtt ^?*1CT4eer Dr. Naumann.C. Schwan sen. 7556 Einen D/rjahrigen gelben Bern- hardiner«Hund verkaufe billig wegen Mangel an geeignetem Raum. Conr. Jos. Keller, Schloßgasse. Aechte Frankfurter Würstchen ’ (alleinige Niederlage der Fabrik von Stroh & Müller) empfiehlt in täglich frischer Sendung Carl Schwaab’s j 7560_______Delicatessenhandlung. Fft. Frankfurter u. 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September, Nachmittags 2V2 Uhr, wird in dem fiscalischen Garten zu Alten-Buseck die diesjährige Aepfel-, Birn- und Zwetschenernte meistbietend versteigert. Gießen, den 20. September 1888. Großherzogl. Oberförsterei Gießen. 7550________Block.__ Lebende Suppen- und Tafel-Krebse empfiehlt Carl Schtraab-s 7562] Delicatessenhandlung. SV niMeuIH Kaifertaffen mit Photographie u. Devise der drei Kaiser Wilhelm I., Friedrich III., Wilhelm II Tassen ä 12 und 15 H wieder eingetroffen, Küchen-, Tisch- und Hängelampen sehr billig. Meyer's Waarcnhaus, 7538] Seltersw eg 63. Fst. vollsaftiger Emmenth. Schweizerkäse, prima Edamerkäse frisch eingetroffen. [7543 Emil Orbig, Bahnhofstr. 30. Frankfurter Würstchen treffen Samstag früh ein. [7547 Emil 1Fischbach. /) a Farbea und ß j) / J- • p Materialwaaren (__xu allen Zwecken in * besten Qualitäten Lksfart die T>roerezxlajatxxdllxLXLC wa Otte Sokaaf, Seitarsweg 99. Alle Neuheiten in Besätzen 5 eingelroffen. 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