Nr. 246 Samstag den 20. October ijift« . . ij JLvVvl il ii tpifii^r Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaur Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montaas. Preis vierteljährlich 2Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Amtlicher Tßeil, Bekanntmachung. Betreffend: Den Herbstfaselmarkt des landwirtschaftlichen Bezirksvereins zu Friedberg pro 1888. Der diesjährige Herbstsaselmarkt des landwirthschastlichen Bezirksvereins Friedberg soll Mittwoch den 2 4 L Mts. in Kriedberi abgehalten werden. 8 ° “ . Die aufgetriebenen Fasel werden durch eine hierzu bestellte Commission gemustert und wird den Eigenthümern der als preiswürdig erkannten Thiere eme Geldprämie bewilligt, wozu der landwirthschastliche Bezirksverein und die Kreisstadt Friedberg entsprechende Beträge zur Disposition gestellt haben. Die eigene Züchtung der Thiere durch deren Eigenthümer erscheint nicht als eine Bedingung der Prämiirung. Bon der Preisbewerbung sind Gemeindefasel ausgeschloffen, desgleichen Fasel, die um 9 Uhr Vormittags noch nicht am Platze sind. Für Fasel, welche als tauglich befunden, aber nicht prämiirt werden, wird auf Verlangen eine Wegvergütung ausgezahlt. Nicht genügend gefeffelte Thiere werden von dem Platze weggewiesen. Die zum Abschluffe kommenden Verkäufe wollen dem Großh. Bürgermeister Herrn Steinhäußer zur Anzeige gebracht werden. Zu recht zahlreichem Besuche des Marktes wird hiermit eingeladen. Friedberg, den 12. October 1888. Der Direetor des landwirthschastlichen Bezirksvereins Friedberg. ______________________________________________________________ Dr. Braden. Bekanntmachung. Betreffend: Das Einhalten der Tauben während der Saatzeit. , , Diejenigen Einwohner von Gießen, welche Tauben halten, werden hiermit aufgefordert, dieselben ohne Ausnahme vom 21. October bis 18. November l. bet Meldung der in Art. 79 des Feldstrafgesetzes vorbestimmten Strafe in den Schlägen eingesperrt zu halten. Gießen, am 18. October 1888. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutschland. Darmstadt, 18. October. Das Amtsblatt des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Sektion für Justizverwaltung, Nr. 28, enthält Ausschreiben vom 10. October, betreffend: Den zwischen dem Grotzherzogthum Hessen und den Vereinigten Staaten von Amerika abgeschlossenen Vertrag über die Staatsangehörigkeit der Auswandernden vom 1. August 1868; hier insbesondere die Auslegung des Art. 2 desselben und der Ziffer 2 des Schlußprotokolls zu demselben vom gleichen Tage. Berlin, 18. October. Der heutige Tag, der Geburtstag des verstorbenen Kaisers Friedrich, ist dem Andenken desselben geweiht gewesen. In der Friedensktrche in Potsdam, wo der zu früh Verstorbene vorläufig betgesetzt ist, sand im engen Kreise der hier awesenden Mitglieder des kaiserlichen Hauses die Feier der Grundsteinlegung für das Mausoleum statt, welches die sterbliche Hülle später bergen soll. Vorher hatte die trauernde Wtltwe, Kaiserin Friedrich, in ihrem hiesigen Palais, umgeben von ihren drei Töchtern und dem Verlobten der zweiten, dem Kronprinzen von Griechenland, die Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin empfangen, welche ihr eine Adresse und die zum Andenken des verstorbenen Kaisers bestimmte Stiftung der Stadt überreichten. Es war ein ergreifender Akt, welcher von Neuem Zeugniß ablegte, wie lebhaft und unzerstörbar die Verehrung und Anhänglichkeit ist, welche die Hauptstadt des Reiches dem verstorbenen Kaiser über das Grab hinaus und seiner Gemahlin widmet. Die Kaiserin konnte, während der Oberbürgermeister die Adresse verlas, ihre Thränen nicht zurückhalten. Die Adresse lautet: „Berlin, 18. October 1888. Allerdurchlauchtigste, großmächtigste Kaiserin! Allergnädigfte Kaiserin, Königin und Frau! Der heutige Tag, dessen Wiederkehr wir in einer langen Reihe von Jahren mit Stolz und Freude als ein nationales Fest zu feiern gewohnt waren, er führt uns mit stiller Trauer das theure Bild des hohen Entschlafenen vor die Seele und mahnt uns mit einer Sprache, die eindringlicher ist als alle Worte, was der Verklärte uns war. Den erneuten Ausdruck des Schmerzes drängt das erhabene Beispiel zurück, das der edle Dulder in langer Letdenszett gegeben und mit seinem Heimgänge besiegelt hat. Mit Euerer kaiserlichen und königlichen Majestät, der in vollster Hingebung ihm verbundenen Gattin des äußern und Innern Lebens, empfinden wir es, daß wir des geliebten Kaisers theures Gedächtnitz nicht besser feiern können, als indem wir im Sinne der hohen Gedanken, Regungen und Ziele zu wirken suchen, die bis zum letzten Hauch sein ganzes Sein erfüllten. In diesem Sinne wünschen wir als die Vertreter der Retchshauptstadt, deren stetige Entwickelung für Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät hochseligen Gemahl allezeit ein Gegenstand anregender, fördernder und schützender Theilnahme war, zum bleibenden Andenken an weiland Kaiser Friedrichs Majestät eine allerhöchstdessen Namen tragende Stiftung zu begründen. Diese Kaiser- Friedrich-Stiftung soll im Sinne des hochseligen Kaisers und Königs der Förderung der allgemeinen Volkswohlsahrt gewidmet sein und aus den Mitteln der Stadtgemeinde mit dem Betrage von fünfhunderttausend Mark ausgestattet werden. Die nähere Bestimmung des Zweckes der Stiftung haben wir einhellig beschlossen, der Entscheidung Euerer kaiserlichen und königlichen Majestät ehrfurchtsvoll anheimzugeben. Der erhabenen Genossin aller idealen und auf Förderung der Volkswohlfahrt gerichteten Bestrebungen des hochseligen Kaisers, der verständnißtnnigen Vertrauten seines Dichtens und Trachtens gebührt die Entscheidung, welche Art der Bethättgung am besten dem Sinne des hohen Verklärten entspricht. Wir haben ferner einhellig beschlossen, daß dem hochseligen Kaiser Friedrich unter Betheiligung der Bevölkerung in der Reichshauptstadt ein Denkmal errichtet werde, welches das Bild des edlen, hochsinnigen, dem Herzen des Volkes so nahe stehenden Fürsten in lebendiger Erinnerung erhalten soll für alle Zukunft. Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät unterbreiten wir am heutigen Tage diese Beschlüsse zu allerhöchster gnädiaer Kenntniß als ein Zeugniß der innigen Liebe, Dankbarkeit und Verehrung, mit der die gesammte Bürgerschaft das Andenken an ihren geliebten Kaiser Friedrich III. hegt und für immer bewahren wird. Mögen Eure kaiserliche und königliche Majestät allergnädigst geruhen, in diesen Kundgebungen der getreuen Bürgerschaft von Berlin den Ausdruck der tiefen Dankbarkeit und Verehrung für den verklärten geliebten Kaiser zu genehmigen, welche in aller Herzen unauslöschlich fortleben wird. Möge die Belhätigung des Willens, im Sinne des uns Allen zu früh Entrissenen zu schaffen und zu wirken, Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät eine Linderung deS Schmerzes sein, den zu verklären, nach Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät allerhöchst selbst gewähltem Wort, „nichts so trefflich lehrt, als das Bemühen, fremdem Leid zu wehren". Gott erhalte Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät das gläubige Vertrauen und den Sinn wie die Kraft steter werkthätiger Liebe, die jedes Leid zu stiller Versöhnung mit Allem führt, was durch Gottes Rathschluß uns auferlegt wird. — In tiefster Ehrerbietung verharrm wir Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät allerunterthänigste, treugehorsamste Magistrat und Stadtverordneten zu Berlin. v. Forckenbeck. Stryck." Berlin. Der Erste Staatsanwalt am Königlichen Landgericht zu Duisburg hat mittelst Schreiben vom 17. October er. die Professoren v. Bergmann und Gerhardt aufgefordert, Strafantrag zu stellen gegen dm Arzt Mackenzie, den Buchhändler Spaar- mann und den Buchdrucker Kühne wegen gegen sie in der confiscirten Broschüre „Friedrich der Edle und seine Acrzte" verübter Beleidigungen. Beide Professoren haben, wie die „Nat.-Ztg." aus sicherer Quelle vernimmt, ablehnend geantwortet sie feien überzeugt, daß die Beleidigungen Mackenzie's auf ihn selbst zurückfielen,' sie wünschten daher im Gegentbeil eine möglichste Verbreitung der Broschüre. — Bekanntlich ist zum Vertreter der Berliner Universität im Herrenhause an Stelle des verstorbenen Professors Beseler Professor Hinschius gewählt worden. Wie die „Nat.-Ztg." meldet, war vorher der Professor Gneist befragt worden, ob derselbe das Mandat übernehmen wolle; er hat aber erwidert, daß er vorziehe, Mitglied des Abgeordnetenhauses zu bleiben. — Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die Königlichen Etsmbahn- dtrectionen angewiesen, auf prompte Ablieferung und Inanspruchnahme der für den diesjährigen Herbst bestellten Güterwagen nachdrücklichst binzuwirken, um die neuen Wagen zur Bewältigung des in diesem Jahre ganz außerordentlich starken Herbstverkehrs mitbenutzen zu können. Berlin, 18. October. Einen doppelten Gedenktag hatte Deutschland in der ablaufenden Woche zu begehen, denn am heurigen 18. October waren 57 Jahre verstossen, daß weiland Kaiser Friedrich geboren wurde und vollendeten sich Dreioiertel eines Jahrhunderts, daß die welthistorische Völkerschlacht auf Leipzigs Fluren tobte. In freudiger Stimmung pflegte sonst das deutsche Volk den 18. October, als den Geburtstag von „unserm Fritz", des ritterlichen Lieblings Der ganzen Nation, zu feiern; diesmal ist er aber zu einem Tage stiller Wehmuth und schmerzlichen Gedankens an den edlen Fürsten geworden, der seit den schweren Junitagen dieses Jahres in der Potsdamer Friedenskirche den letzten Schlaf schläft. Nur in einfacher, nichtofficieller Weise ist des entschlafenen Kaiser Friedrichs noch einmal zum 18. October in den verschiedensten Kreisen der Nation gedacht worden, aber auch diese stille Feier bekundete, daß das Bild des unglücklichen Monarchen im Herzen des deutschen Volkes fortstrahlt und daß sich das Andenken an ihn rein von allen Schlacken erhalten wird, welche die trüben Wogen der Parteikämpfe dem Bilde des verblichenen Kaisers anzuhaften drohten. Mit anderen, freudigeren Gefühlen konnte Deutschland das zweite Ereigniß feiern, an welches der heurige 18. October erinnerte, die 75. Wiederkehr der Tage der Leipziger Völkerschlacht. Denn als in den heißen Tagen des 16. bis 19. October 1813 das sieggewohnte Heer des schlachtengewaltigen Franzosenkaisers Napoleons I. dm vereinigten Armeen halb Europas bei Leipzig unterlag, da war hiermit vor Allem die Befreiung der deutschen Stämme von dem Joche des corsischen Weltenstürmers errungen und zugleich der Grundstein gelegt worden, auf dem sich ein halbes Jahrhundert später das neue deutsche Reich so kräftig aufbauen konnte. Daß wir nunmehr die 75jährige Gedenkfeier der Leipziger Riesenschlacht im Strahlenglanze der auf Frankreichs Schlachtfeldern schwer genug errungenen nationalen Macht und Größe Deutschlands begehen konnten, bildete die herrliche Umrahmung des Festes, das sich somit zu einer abermaligen Kräftigung des patriotischen Gedankens gestaltete. Und gerade in diese nationale Festfeier hinein warf der nun beendigte Besuch Kaiser Wilhelms im Süden, in dem, Deutschland so innig befreundeten Italien, seinen schimmernden Abglanz, die deutsch- italienische Freundschaft und Waffenbrüderschaft auf's Neue im hellsten Lichte zeigend; — konnte die Feier wohl eine schönere Beleuchtung erfahren? — Die „Vossische Zeitung" behauptet, daß hiesige amtliche Stellen auf die Beschlagnahme der Broschüre Mackenzie's nicht ohne Einfluß geblieben seien. Dem gegenüber ist zu constatierm, daß die Beschlagnahme hier allgemeine Ueberraschung hervorgerufen hat. Eine Extraausgabe der „Freisinnigen Zeitung" von gestern Abend, welche Reminiscenzen an Kaiser Friedrich enthielt, wurde wegen Abdrucks von Stellen aus dem „Tagebuch von 1870" confiscirt. Telegraphische Depeschen. »•Ifl’l telegr. «orrespondLnz. Burea«. Berlin, 18. October. Die Kaiserin Friedrich, umgeben von ihren Töchtern und d.m Kronprinzen von Griechenland, empfing um 11 Vs Uhr eine Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin unter Führung des Oberbürgermeisters zur Ueberreichung einer Adresse bezüglich einer Stiftung und eines Denkmals zum Gedächtniß des Kaisers. Die Kaiserin sprach nach der Verlesung ihren tiefgefühltesten Dank aus und beauftragte den Bürgermeister mit der Uebermtttelung desselben an die Stadtvertretung. Berlin, 18. October. Im Prozeß Geffcken ist die Voruntersuchung abgeschlossen; die Erhebung der Anklage ist demnächst zu erwarten. Tessendorf, der am Samstag wieder in Berlin war, ist nach längerer Conferenz mit dem Untersuchungsrichter Hirschfeld wieder abgereist. Die Lage Geffcken's wird in eingeweihten Kreisen für sehr ernst gehalten. Gefscken ist seit einigen Tagen leidend und wird durch den Anstaltsarzt Santtätsrail) Levin behandelt. Die tendenziöse Meldung eines Münchener Blattes über eine angebliche Aeußerung des Kaisers bezüglich Geffcken's ist unwahr. Berlin, 18. October. Heute Mittag stieß an der,.Ecke der Oberwall- und Werderschen Straße eine kaiserliche Equipage, in der sich die Prinzessinnen Sophie und Margarethe befanden, um sich nach dem Potsdamer Bahnhof zu begeben, mit einem Pferdedabnwagen zusammen. Die Deichsel der Equipage zerbrach, ein Pferd stürzte und wurde zur Seite geschleift. Die Prinzessinnen verließen den Wagen und setzten in einer Droschke die Fahrt nach dem Bahnhofe fort. Zur gleichen Zeit fuhr die Kaiserin Friedrich mit .der Prinzessin Victoria die Linden entlang, dem gleichen Ziele zu. Berlin, 18. October. Unter dem Vorsitz des Ministers v. Bötticher fand heute Nachmittag eine Sitzung des Staatsministeriums statt. Berlin, 18. October. Den „Polst. Nachr." zufolge haben die unter dem Vorsitz des Ministers v. Bötticher wegen des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. stattgehabten Verhandlungen heute ihren Abschluß gefunden- Wahrscheinlich werde die Ausschreibung einer allgemeinen Concurrenz in Deutschland vorgeschlagen werden- Die Platzfrage sei offen gelassen worden. Potsdam, 18. October. Heute Nachmittags um 2 Uhr fand hier die Grundsteinlegung zum Mausoleum für Kaiser Friednch in Gegenwart der Kaiserinnen Friedrich und Augusta Viktoria, der Töchter des Verstorbenen, des Kronprinzen von Griechenland, des Erbprinzenpaars von Meiningen und des Prinzen Friedrich Leopold statt. Nach dem einleitenden Gebet und der Weiherede des Geistlichen verlas Prinz Friedrich Leopold die Grundsteinurkunde, worauf ein kupfernes Behältnitz mit Urkunden vielen Münzen und Schriftstücken in das Fundament vermauert wurde. Die Kaiserinnen und die übrigen Herrschaften thaten dann die üblichen Hammerschläge. Nach der hiermit beendeten Feier begab sich Kaiserin Friedrich mit ihren Töchtern und dem Erbprinzenpaar von Meiningen in die Dorfkirche nach Golm, woselbst eine weitere Gedachtnißfeier zu Kaiser Friedrichs Ehren statffand. Elberfeld, 18. October. Fünf Redacteure von Zeitungen verschiedener Parteistellung wurden heute von der hiesigen Strafkammer wegen vorzeitiger Veröffentlichung des Eröffnungsbeschlusses in dem vorjährigen Thümmelprozeß zu je 30 Mark Geldstrafe verurtheilt. Bremen, 18. October. Die „Weserztg" hört, daß der vor einigen Jahren seitens einer Anzahl amerikanischer Rheder gegen den bremischen Staat angestrengte Prozeß wegen Rückgabe angeblich zu Unrecht erhobener Seeschifffahrtsabgaben nunmehr entschieden ist, indem der Anspruch der Amerikaner abgewiesen wurde. Auf Vorschlag der Vereinigten Staaten und Bremens war seinerzeit das Schiedsrichteramt dem Fürsten Bismarck übertragen worden, welcher seinerseits das Reichsgericht in Leipzig mit der Entscheidung beauftragte. Wien, 18. October. Kaiser Franz Joseph machte heute Nachmittags dem König Milan von Serbien einen halbstündigen Abschiedsbesuch; unmittelbar darauf fuhr der Letztere zur Hofburg und ließ dort, da er den Kaiser nicht mehr antraf, seine Karte zurück. Wien, 18. October. Die Militärconferenz, welche gestern in der Hofburg unter dem Vorsitz des Kaisers Franz Josef während zwei Stunden abgehallen wurde, betraf ausschließlich die laufenden militärischen Angelegenheiten und die den Parlamenten demnächst vorzulegende neue Wehrvorlage. Wien, 18. October. Nach einer Meldung aus Hermannstadt sind die ungarischen, österreichischen und rumänischen Grenzdifferenzen von den zu ihrer Begleichung bestellten drei Commissionen oollständtg gehoben worden. Wien, 18. October. Das „Fremdenblatt" bemerkt anläßlich des Todes Robl- lants, Oesterreich-Ungarn habe mit aufrichtig schmerzlichem Bedauern die Nachricht vernommen, daß ein so edler Character und ausgezeichneter Geist, ein verständniß- ooder Freund Oesterreich-Ungarns und verdienstvoller Staatsmann vorzeitig aus dem Leben geschieden. London, 18. October. Wie das Bureau Reuter aus Simla meldet, machte der Befehlshaber der Expedition tn's Schwarze Gebirge die Anzeige, daß er die Feindseligkeiten wieder aufnehmen müsse, da die Gesandtschaft der Akazais bis zu dem von ihm festgesetzten Zeitpunkt nicht eingetroffen sei. Neapel, 18. October. Gestern Abend fand ein Galadiner statt, zu welchem 200 Einladungen erfolgt waren. Nach dem Diner unterhielt sich der Kaiser mit dem Marineminister Drin, dem Vice-Admiral Acton und den Contre-Admtralen Bacchia, Martinez, Orengo und Lorero. Bei der Illumination traten die elektrische Beleuchtung des Geschwaders und die bengalische des Plebiscitplatzes besonders hervor. Von der Kuppel der Paulskirche wurde ein prachtvolles Feuerwerk abgebrannt. Eine unzählige Menschenmenge drängte sich in den Straßen und Plätzen. Die Monarchen sahen dem Feuerwerke vorn Balcon des Schlosses aus zu, von der Menge ununterbrochen mit stürmischen Kundgebungen begrüßt. Heute früh 8 Uhr fuhren die Majestäten und Prinzen mit dem gesammten Gefolge nach Pompeji. Vom Palast bis zum Bahnhof bildeten Truppen Spalier, alle Schiffe der Flotte schossen Salut. Auf dem Bahnhof war eine Ehrencompagnie mit Musik aufgestellt, welche die preußische Hymne spielte. Die ungeheure Menschenmenge brach unausgesetzt in Eovivarufe aus. Die Rückkehr erfolgt llVa Uhr Vormittags, sodann reisen die Majestäten nach Rom. Pompeji, 18. October. Der Kaiser und der König trafen um 83/, Uhr, vom Unterrichtsmintster und dem Obertntendanten der Ausgrabungen und der Atterthümer empfangen, hier ein und besuchten zunächst das Museum, wo der Minister dem Kaiser die Gypsabgüsse mehrerer verschütteter menschlicher Körper zeigte, welche für das Museum Berlins bestimmt sind. Der Kaiser sprach seinen huldvollsten Dank für die Widmung aus. Um 10 Uhr fanden in Gegenwart der Souveräne die Ausgrabungen statt, an welche sich der Besuch des bereits ausgegrabenen Stadttheils schloß. , . Neapel, 18. October. Der Zug mit den Fürstlichkeiten und Ministern traf heute Mittags von Pompeji um 11 Uhr 35 Minuten wieder hier ein. Die in der Bta Fortuna und Via Nolana gemachten Ausgrabungen ergaben das schönste Resultat und tnteressirten die Beschauer auf's Lebhafteste. Der Empfang seitens der Bewohner Pompeii s war ein enthusiastischer. Auf dem hiesigen Bahnhofe hatten sich zum Empfange die Spitzen der Cioil- und M litärbehorden, die städtischen Behörden b ? Ehrencompagnie aufgestellt. Die Gäste verließen zwar den Zug nicht, unterhielten sich aber vom Waggon aus längere Zett mit den Vertretern der Behörden. -- 3U0 /"hr um l.1 Uhr 55 Min. nach Rom. Der Kaiser dankte noch zuvor dem Bürgermeister von Neapel wiederholt für den ihm bereiteten Empfang. aDer Fürstenzug traf Abends 6 Uhr auf dem bengalisch prächtig erleuchteten Bahnhof ein, woselbst die in Nom gebliebenen Minister und Spitzen » bcn u,nl) ken König empfingen. Die Monarchen fuhren in enenem Wagen zum Quirinal: sie wurden, wie auf allen Stationen von Neapel bis Rom, so auch in der Hauptstadt selbst wieder jubelnd begrüßt. Sofia, 18. October. Ein heute erschienener Ukas des Fürsten setzt die Eröffnung der Sobranie auf den 27. October fest. Lokale-. 2. 3. 4. zu Lauterbach gegen das Erkenntntß ©d)I^tereT§ U C§ bc8 ^ises Lauterbach, betreffend Anlage einer Necurse wegen verweigerter Wirthschafts-, resp. Schank-Concessionen: b. P “=naU4ie6,enUniDErfi,a,§mÜ6Ce ^r-ßm-Lind-n, 0. des Heinrich Kraft III in Rebgeshain d- des Heinrich Wilhelm Soine in Friedbera, «. der Marie Finkernagel in Kestrich, f. des Louis Reitz in Flensungen. Telegramm aus Darmstadt meldet uns, daß der Professor der Physik Himstedt an der dortigen technischen Hochschule an Stelle Prof ^or'-igen s zum Professor in der philosophischen Facultät an der Landes-Universität unb zum Director des akademischen physikalischen Cabinets ernannt worden ist. . October. Die vom Vorstände der deutsch-freisinnigen Partei auf ^gesetzte Gedächtnisfeier für Katser Fried?ich war L reich von Anhängern und Freunden der Partei besucht. In dem festlich neftfnnücften ©aale des Eafö Leib, auf dessen Bühne die umflorte, mit Gewächsen umgebene Büste Kaiser Friedrich s aufgestellt war, begrüßte zunächst Herr Fabrikant und Stadtoerord- ^„?"rgi die Erschienenen, betonte, daß die Partei das Andenken des entschlafenen ?U e5len ßlaube, wenn den Anwesenden ein Lebensbild Kaiser Friedrichs oorgefuhrt werde. Hierzu habe sich Herr Rechtsanwalt Grünewald bereit erklärt, welchem Herr Georgi hierauf das Wort ertheilte. Herr Rechtsanwalt Grüne^ eigentliche Thema seines Vortrags eingtng, einen Rück- &licf auf die Ereignisse innerhalb des Parteilebens in Deutschland im Jahre 1887 Ao» dem verstorbenen Kaiser Friedrich führte Redner im weiteren Verlaufe feines 5Kronprinz wie als Kaiser vor, betonte namentlich dessen Gerechtigkeitssinn dem Volke gegenüber, womit er sich bleibend ein Denkmal ae efet Me. Im Geiste Kaffer Friedrichs fortzuleben, sei die Pflicht unserer Natton/dann könne sie rufen. „Ehre seinem Andenken!" Der Vortrag des Herrn Grünewald wurde mit großem Beifall ausgenommen. c G e o rgi dankte Namens der Erschienenen dem Redner für den Vörtraa unrb, Schluffe der Feier ein Hoch auf das deutsche Vaterland aus in welches die Versammlung begeistert einstimmte. , fötober. Dienstag den 30. October, Vormittags 9 Uhr be- hiffpnnffnttn4n mC f * örtliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung kommen: 11 Gemeinde Usenborn gegen das Erkenntniß des Kreisausschusses Usenborn betteffend^' bU 2tnf*affun0 einer Feuerspritze für die Gemeinde Die Enteignung von Gelände des Hermann Eulau von Büdingen behufs Eisenbahnen^ ßabe0eUi^ der Station Büdingen der Oberhessischen , , "7 Gießen, 19. October. 2Bie unsere Leser schon aus dem Jnseratentheile ersehen haben werden, fmbet am Samstag Abend der zweite Vortrag von Fräulein vr. Ella Mensch statt. Die Vortragende hat für diesen Abend „Das Volkslied der Deutschen und der Slaven" gewählt, ein Thema, das an sich schon dankbar auch für ^^^kungsoolle Recitation einen sehr geeigneten Stoff bietet. Die Besucher des Vortrages dürfen sich also einen angenehmen Abend versprechen. mifi - Eine Dienstmagd entwendete gestern Nachmittag auf einer Bleiche beim Wäschetrocknen einer Frau, welche ebenfalls mit Wäschetrocknen beschäftigt war, aus deren Kleid 3 JL Sie wurde zur Anzeige gebracht. Vermischtes. Darmstadt, 18. October. An unserer Technischen Hochschule wird Pros, vr Mehmke im Laufe des Wintersemesters wöchentlich 2 Stunden über „Volapük und verwandte Systeme" Vortrag halten. cn 1?^fötober.. Nachdem vor einiger Zeit die Bäcker mit dem Preise des Brodes aufschlugen, sind diesem Beispiel neuerdings auch die Metzger Befolgt. Die hiesigen Metzger verkaufen das Pfund Ochsenfleisch zu 66, Rindfleisch zu 60 Pfg. Wie man weiter hört, beabsichtigen die Bäcker eine nochmalige Erhöhung der Brodpreise. D △ Mainz, 18. October. Heute um die erste Mittagsstunde meldeten die Sturmglocken einen Brand in der neuen Hus.iren-Caserne an dem Mombacher Thor Dank vitlseitiger Hülfe blieb das Feuer, das schon eine Stunde früher ausgebrochen war, als die Feuersignale ertönten, auf das massive Gebäude beschränkt und fielen ihm nur reiche Heu- und Futtervorräthe, sowie verschiedene in den oberen Räumen untergebrachte Ausrüstungsrequisiten zum Opfer, lieber die Entstehung des Feuers verlautet nichts. — Unter dem Verdacht, ihren Mann vergiften zu wollen, wurde gestern die Frau eines hiesigen Arbeiters verhaftet. Dieselbe hatte Zündhölzerköpfe mit Kaffee abgekocht. Der üble Geruch veranlaßte den Mann, das Gebräu unberührt zn lassen und so fein Leben zu behalten. Mainz, 18. October. Das bekannte Bankconsortium Darmstadter Bank und H. Bachstein * Co. in Berlin, welches zahlreiche Nebenbahnen in Hessen bereits gebaut ober noch im Bau hat, ist mit einem neuen Project hervorgetreten. Dasselbe beabsichtigt nämlich ble Anlage einer Dampfstraßenbahn zwischen den jenseitigen Gemeinden Kastel und Kostheim. Die Concession der Staatsregierung wie auch die Genehmigung der Fortification besitzt das Consortium bereits und hat dasselbe soeben die betheillgten Gemeinden um ihre Zustimmung angegangen. Nach Vollendung der neuen Matnbrücke bei Kostheim verspricht man sich von einzelnen linksmainischen Orten eine lebhafte Frequenz der Bahn. — Frankfurt, 18. October. Der Prozeß gegen Otto Rückert, welcher sich gestern vor der hiesigen Strafkammer roegen Hehlerei zu verantworten hatte (es ist bekanntlich der Prozeß wegen der der Fürstin Gor t sch a ko ff gestohlenen Diamanten) dauerte volle 10 Stunden. Rückert blieb bei seinen schon mitgetheilten Aus- ro^e*)jrl)olte, er habe ble Juwelen statt der versprochenen Baarsumme von 10,000 Fr. erhalten, ©ein Auftreten war ein sicheres und ruhiges. Die Vertheldigung führte Rechtsanwalt Dr. Geyger. Es wurden 12 Zeugen unb ein ©achverständiger vernommen. Das Zeugenverhör, welches bis zum späten Nachmittag währte, ergab n ®run^e Genommen nicht viel Interessantes, wie man sich bei ruhiger Ueberlegunfl geliehen muß, baß ber Prozeß nur barum so viel ©taub aufgewirbelt hat, weil es Pr hohen Werthbetrag unb einen vornehmen Namen drehte. Wäre nicht die Fürstin Gortschakoff in die Angelegenheit verwickelt gewesen, es würde kaum so vlel^Aufhebens von der Sache gemacht worden sein. Aus den Zeugenaussagen sei erwähnt, daß die ehemalige Kammerfrau der Bestohlenen, Frau Anniser, so gut wie gar nichts zu bekunden wußte. Dagegen deponirte Frau Dünges von hier, bei welcher der Angeklagte gewohnt hat, Rückert habe ihr vorgeschwindelt, Frau Anniser sei feine Souftne, unb bte Tochter ber Frau Dünges sagt aus, ber Angeschuldigte habe sich als Bahnhofs-Jnspector ausgegeben und seine Cousine (Frau Anniser) als sehr reich bin- gestellt. In höherem Grade belastet die Aussage des Allemannias^Direktors den An- geklagten. Derselbe schildert, wie Rückert stets den feinen Mann gespielt, wie er mit Brillanten geradezu gespielt, sich als Pillenbesitzer, Reserveoffizier bezeichnet, mit Zins- elnnebmungen unb patentlrten Erfindungen renommlrt habe. Juwelier Pehlmann aus Düsseldorf bekundet, daß Angeklagter ihm Juwelen im Werihe von 23000 Ji. zu jebem Preise angeboten habe. Eine Reihe weiterer Zeugenaussagen ist belanglos, da- gegen bk Dcponirung des Zeugen Castricius, welchem Rückert die Etabstrnng eines gemeinschaftlichen Juweliergeschäftes vorgeschlagen habe, nicht ohne Interesse. Er bezeugt, daß ber Angeschuldigte eine Menge werthvoller Steine besessen und bannt wie ein indischer Nabob verfahren habe. Nachmittags war die Fürstin Gortschakoff in Frankfurt angelangt. Nach 4 Uhr betrat sie — eine stattliche Gestalt in eleganter ^olletk den Sitzungssaal, um als Zeugin vernommen zu werden. Sie sprach ziemlich gut deutsch unb beburfte nur in ganz wenigen Fällen ber Hülfe bes Dol- rnetschers. Sie bezeichnete Rückert's Behauptungen, von dem Schweiggeld, dem unbekannten Germain u. s. w. als Lüge. Die Juwelen habe sie testamentarisch von ihrer Mutier vermacht bekommen und habe nicht nöthig, solche in Sicherheit zu bringen. Mehrere der vorliegenden Werthgegenstände rekognoscirte sie als Eigenthum. Desgleichen erklärte der vielgenannte Allfree, die Aussagen Rückert's seien unwahr, er kenne keinen Germain, dem der Angeklagte auf Allfree's Weisung die Juwelen ausge- Ländigt und von dem er die in seinem Besitz gefundenen als Belohnung erhalten haben will. Die Staatsanwaltschaft hielt die Sache für völlig aufgeklärt. Wer der Dieb sei könne außer Betracht bleiben, da Rückert nur der Hehlerei angeklagt sei. Er hält eine strenge Strafe für angemessen und beantragt 4 Jahre Gefängniß und 4 Jahre Ehrverlust und Polizeiaussicht. Vor der Verthetdtgung nahm Rückert das Wort; er be- züchtigte Allfree und die Fürstin des Meineids; sie hätten sich verständigt und könnten außerdem nicht anders als in der Voruntersuchung aussagen, wenn sie sich nicht der Gefahr aussetzen wollten, wegen Meineids angefaßt zu werden. Auch auf die Presse schimpfte der Beschuldigte in der heftigsten Weise; dieselbe habe ihn moralisch mißhandelt und die Sache in einer unerhörten Weise aufgebauscht. Der Staatsanwalt unterbrach ihn mehrmals, nahm die Presse in Schutz und wünschte, der Präsident möge Rückert das Wort entziehen. Dr. Geyger nahm sich seines Clienten in wärmster Weise an, er bestritt zunächst die Eompetenz des Gerichts, suchte sodann darzuthun, daß der Schuldbeweis nicht erbracht sei und plaidirte in letzter Linie für eine mildere Strafe, da die beantragte viel zu hoch sei. Der Gerichtshof trat in letztem Punkte der Vertheidigung bei und verurthetlte den Angeschuldtgten zu zwei Jahren Gefängniß und zwei Jahren Ehrenverlust. Der Schluß der Verhandlung erfolgte um 9 Uhr Abends. == Frankfurt, 18. October. Heute Vormittag 11 Uhr fand unter Bethei- liauna der Staats- und städtischen Behörden, zahlreichen geladenen Gästen und vielen Offizieren im Nizza Hierselbst die Pflanzung der Kaiser eichen statt. Die Festrede hielt Hauptmann A. Gößmann vom Untformirten Veteranencorps, welches die Feier veranstaltet hatte. Die Bäumchen sind ein Geschenk des verunglückten Landgrafen Friedrich Wilhelm von Hessen. Sie erhielten die Namen „Kaiser-Wtlhelm-Eiche" und .Kaiser Friedrich-Eiche". Die Urkunde wurde von den anwesenden hohen Personen unterzeichnet, in eine Blechkapsel gesteckt, versenkt und dann eingemauert. Als Hauptmann Gößmann das Hoch auf Kaiser Wilhelm II. ausbrachte, intonirte die Kapelle die Nationalhymne, Böller wurden gelöst und die Hüllen, welche die Eichen umgaben, fielen. Hierauf übergab Redner die Kaiser-Eichen dem Schutze der Stadt. Senator von Oven übernahm dieselben und versprach sie sorgfältig zu pflegen. Heute Abend findet als Schluß der Feier in der Neuen Börse ein Commers statt. — Von der letzten Rundreise des bayerischen Prinz - Regenten in der Pfalz wird noch nachstehende Episode erzählt: Der Bürgermeister einer kleinen Ortschaft wurde bei der Vorstellung von dem Prinzregenten gefragt, wie viel Umlagen die Gemeinde bezahle. Der Bürgermeister antwortete: „Dreihundert Procent." Auf die Frage des Prinz-Regenten, „ob denn dieses die Bürger bestreiten könnten", antwortete der Bürgermeister: „Was wolle Se mache? Se müsse." Hamm, 10. October. (Ein angeleimter Reiter.] Uebel wurde am Sonntag einem hiesigen Sonntagsreiter mttgespielt; derselbe unternahm einen Spazierritt nach dem benachbarten Orte W. Während er sich hinter einem Glase Bier gütlich that, benutzte ein Schalk die Gelegenheit, um auf dem Sattel seines vor dem Hause stehenden Rosses ein Gläschen mit flüssigem Leim zu entleeren. Was der Witzbold erreichen wollte, war ihm gelungen, denn unser Reiter mußte zu Hause im Sattel vom Pferde gehoben werden, so hatte der Leim gewirkt. Literarische-. — Vor uns liegt der zweite Band der im Verlag des Süddeutschen Verlags- Instituts (vormals Emil Hänselmann) in Stuttgart erscheinenden »Jllrrftrirten beschichte Deutschlands^, Preis 10 JL in elegantem Leinenband, 11 in hochfeinem Halbfranzband. Die Zeit nach dem Interregnum und namentlich die Entstehung und Fortentwicklung der deutschen Reformation ist an der Hand der besten Quellen geschildert, und da es der Bearbeiter des Textes sich angelegen sein ließ, in möglichst allgemein verständlicher Form zu erzählen, so sind wir üverzeugt, daß das Buch seinen Zweck auch vollkommen erreichen wird. Ohne einseitig zu sein, nimmt das Buch doch gerade in der Schilderung der bewegten Reformationszett einen entschiedenen und klaren Standpunkt ein und sucht die Gründe, die eine solche Veränderung nothwendig machten, ausführlich darzulegen, um von hier aus dann namentlich auch Ursache und Entstehung des dreißigjährigen Kriegs, sowie dessen Fortgang und Ende zu schildern. Neben den mancherlei populären Geschichtswerken wird deshalb auch die „Jllustrirte Geschichte Deutschlands" stets ihren Platz behaupten und nicht am wenigsten dazu beitragen werden, die mit großer Sorgfalt ausgewählten und trefflich in den verschiedensten Reproducttonsarten ausgeführten Illustrationen, die In engem Zusammenhang mit dem Text stehend, ein anschauliches und belehrendes Bild der damaligen Zett geben. Wir können ob all der angeführten Vorzüge auch den zweiten Band dem Publikum nur auf's Beste empfehlen. »Wassersport* 1888/89, Nr. 3, Verlag von A. Braun L Co. in Berlin, enthalt Unter Rudern: Heber die Regatten 1888. Die Amateur-Frage. Canoe-Spmt tn Frankreich. Unter Segeln: Der Plattensee (Schluß) mit Abbildung. Dänische Kragejolle mit 3 Abbildungen. Aus Amerika. Einiges über Windmesser. Ferner zahlreiche Nachrichten aus Rudern, Segeln, Schwimmen, Eislauf und anderen Sportgebieten, sowie Allgemeines, Briefkasten und officielle Bekanntmachungen der Clubs. Die soeben am Quartalswechsel erschienenen Nummern 39 und 40 der »Garteir- tlarrbe* bringen neben dem fesselnden Roman „Die Alpenfee" von E. Werner noch den Anfang einer „Hofgeschichte aus dem 17. Jahrhundert" unter dem Titel „Deutsche Art, treu bewahrt" von Stefanie Keyser. Die Verfasserin ist durch ihre früher in der „®artenlau&e' erschienenen Novellen „Der Krieg um die Haube", „Glockenstimmen", „Fanfaro 2c. rasch zum Liebling der weitesten Leserkreise geworden. Der gewandten Feder von St. Keyser sagen vor allem diejenigen Stoffe zu, welche sich auf einem geschichtlichen Hintergrund abspielen. „Deutsche Art, treu bewahrt" hat ein ähnliches Thema zum Vorwurf und dies macht uns die neueste Arbeit von St. Keyser um so interessanter. Unter den Artikeln möchten wir namentlich die treffliche Arbeit von Dr. M. Taube, „Der Lehrer als Wächter der Gesundheit", hervorheben, die insbesondere allen in kleineren Gemeinden wirkenden Lehrern sehr willkommen sein dürfte. Die Illustration der betreffenden Nummern ist geradezu prachtvoll zu nennen. Die zwei doppelseitigen Bilder: Alarich in Rom im Jahre 410 von Lindenschmit und „Zur Zeit der Hirschbrunst im Hochgebirge" sind wahre Meisterwerke der Holzschneidekunst. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — (Grünzeug als Beigabe zum Hühnerfutter.] Wie nützlich, ja wohl noth- wendlg die Beigabe von Grünzeug dem Geflügel neben Körnerfutter ist, das lehren uns die Hühner und Puten, indem sie nach dem Körnerfutter sich beeilen, junges Gras zu pflücken, damit zeigend, daß ihnen das Grüne unentbehrlich bei der Nahrung ist. Nun ist das Grünzeug im Sommer ja sehr leicht zu beschaffen, aber wo welches her« nehmen im Winter bei Schnee und irgend starkem Frost. Da muß man sich schließlich nach etwas anderem umsehen, was man dem Geflügel den Winter über geben kann. Da eignet sich dann am besten Kohl, besonders grüner, krauser Kohl, der in dichten Reihen niedergelegt und mit Fichtenzweigen bedeckt auch im Freien bei ziemlich starkem Frost sich bestens hält. Diesen Kohl, der ein äußerst schmackhaftes Gemüse für die Küche liefert, sollte man außer für den Tisch auch für den Hühnerhof bereit haben. Ebenso ist eine Beigabe von etwas Porrelauch sehr nützlich, namentlich auch, und zwar neben Wermuthkraut, bei der Aufzucht von Puten, welche besonders viel Grünzeug zu ihrer Entwicklung brauchen. Telegraphischer Tchiff-bericht der „Red Star Line" Antwerpen. Newyork, 17. October. Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Line" ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen. Handel und Verkehr. Limburg, 17. October. (Fruchtmarkt). Rother Weizen JL 17.10, weißer Weizen JL 17.0U, Korn Jt 0000, Gerste JL 0.00, Hafer JL 6 40, Erbsen X 00.00, Kartoffeln JL 0 00. Qllv .A/irtrtlffono ! Seit 20 Jahren von unübertroffener Wirkung ist das ♦ staatlich geprüfte und begutachtete von ersten Autoritäten empfohlene Haarwasser v. Retter (München) welches statt Oel ob. Pomade, täglich gebraucht, das Haar bis in's höchste Alter glänzend, geschmeidig und Scheitel haltend macht, die Kopfhaut von Schuppen rc- befreit und dadurch die Thätigkeit derselben erhöht. Z h. um 40 H u- 1.10 bei 1377 I. H. Fuhr, Sonnenstraße. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. G o t t e s d i e n st. Samstag, den 20- October: Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Dingeldey. 21. Sonntag nach Trinitatis, den 21. October: Vormittags 9Vr Uhr: Psarrer Schlosser. Feier des heiligen Abendmahls. Nachmittags 2*/z Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. Bibel stunde: Montag den 22. October, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinder- schule, 1. Mos- Kap. 3, der Sündenfall der ersten Menschen. Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag den 28. Qctober, wird das Ernte-Dankfest gefeiert werden; nach beiden Gottesdiensten dieses Tages Kolekte für unseren Kirchbaufonds. Die Nachmittagsgottesdienste beginnen am Sonntag den 28. October um 5 Uhr. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 21. ditz 27. October besorgt Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeiade. 22. Sonntag nach Pfingsten. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 7 Uhr Frühmesse; nm ‘/«IO Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 3 Uhr sacramentalische Andacht mit Predigt. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend Uhr, Samstag Morgen 8s° Uhr, Samstag Mittag 3<” Uhr, Samstag Abend 540. Allgemeiner Anzeiger. Einen^großen Posten vorigjähriger Hauben, weil. Damen- und ■ Kinder-Röcke, woll.u.Tricot- Kinder - Kleidchen, wollene Schulterkragen und Tricot- Handschuhe ß legte zum Ausverkauf zu bedeutend ' herabgesetzten Preisen aus. Eine Parthie Damen- und Kinderstrümpfe berechne nur zu Wollpreisen. Markt 16 Fr. Telpel Markt 16.. 8427 Eine schöne Boxerhündin, vier - 8365] Mehrere neue Damenrnüntel Jahre alt, guter Wächter, nebst zwei billig zu verkaufen. Jungen zu verkaufen- Neuenweg 33. ! I. Rothenberger, Ltndenplatz 8. 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October. ^Verhandlungen der dritten evangelischen Landes- synode.j Nach (Smtttit in dle Tagesordnung verbandelte zunächst die Synode über die Lostrennung der Gemeinde 9teut fd) von der Gemeinde Neunkirchen und Zu- theilung zur Gemeinde Oberbeerbach. Der Ausschuß ist im Princip für eine Abtrennung und beantragt an die Synode das Ersuchen zu richten, das Öberconültorium zu veranlassen, baß durch dasselbe eine Lostrennung der Gemeinde Neutsch herdei- gesührt werde, da auf privatem Wege dieser sehr schwierig sei, und weil schon vielfach angeknupste Unterhandlungen wieder fallen gelassen wurden. Das Oberconfiftortuni ist geneigt, nochmalige Verhandlungen zu pflegen. Die Synode beschließt demnach einstimmig die Annahme des Ausschuß-Antrags. Hierauf erstattet »Namens des Finanz-Ausschusses Dr. Brand-Mainz Bericht über das gestern zurückgestellte Gesuch der Wittwe des Pfarrvicars Seeger. Der Ausschuß beantragt demgemäß eine Unterstützung für die Dauer der laufenden Budgetpenode aus den Mitteln des Central-Kirchenfonds im Betrage von 400 JL pro Jahr dein Oberconsistorium vorzufchlagen. Dieser Antrag findet einstimmig Annahme. Es folgt sodann der Antrag des Decans Fuchs in Zwingenberg betr. die Ausdehnung des Kirchengesetzes vom 17. »November 1883 auf die Katechismus- lehre, welcher eine längere Debatte heroorrust. Die Meinungen über die Anwendung von Zwangsmitteln zur Erreichung eines besseren Kirchcnbesuches und der Katechtsmus- lehre gingen sehr auseinander und auch Grotzh. Oberconsistorium hat sich gegen Anwendung von Zwangsmitteln ausgesprochen. Dasselbe ist der Ansicht, daß der Stand der Katechismuslehre sich gegen früher bedeutend gebessert habe und ein ganz besrtedigender sei. Der Berichterstatter Dr. Rieger stellt den Antrag, die Synode möge beschließen, an das Oberconsistorium das Ersuchen zu richten, sämmiliche Drcanatssynoden zu veranlassen, in nächster Zeit Erörterungen über die Frage anzustellen, ob sie es für zweckdienlich und angemessen erachten, daß die im Kirchengesetz vom 17. November 1883 enthaltenen Schutzmittel der Küche zur Erfüllung der Pflichten der Katechismuslehre durch neue gesetzliche Bestimmungen ergänzt werden möchten. Hiergegen stellt Staals- ralh Hall wachs den Antrag, das Oberconsistorium zu ersuchen, ob es nicht in Erwägung ziehen wolle, Mittel oorzujchlagen, welche den gestellten Wünschen gerecht werden. Director Brand und Genossen stellen einen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung. Nach erfolgter Abstimmung wird der Antrag Hallwachs unter Ablehnung der beiden anderen Anträge mit allen gegen 4 Stimmen angenommen. Nach eirskr kurzen Pause tritt die Synode sodann in dieBerathung der Anträge der Synodalen Ree und Geist zur Herbeiführung einer strengeren Sonntags teier bezw. Verbot gegen das Offenhalten der Wirthschaften zur Zeit des Gottesdienstes, sowie Verlegung der Unterrichtsstunden an den Handwerkerschulen re. außer der Zeij des Gottesdienstes. Die Antragsteller begründen ihre Sache dahin, daß in neuerer Zeit durch Abhaltung der vielen Gesangs-, Krieger- uud Feuer- wedrfesle in den kleineren Städten des Landes die Bevölkerung in dem Gottesdienste gestört werde, da schon am frühen Morgen auswärtige Vereine rc. empfangen würden und daß man bann an einen Kirchenbesuch nicht mehr denke. Auick das Ofsenhaltcn b:r Wirthschaften an den Stunden des Gottesdienstes sei ein Krebsschaden, da hierdurch Viele in der Ausübung ihrer kirchlichen Pflichten abgehalten würden. Ferner sei dahin ui wirken, daß den Schülern der Handwelkerschuten nicht mehr zu gestattkn sei, dem Gottesdienste an Sonntagen fern zu bleiben. Wohl seien Gesetze schon in diesem Sinne erlassen worden; diese würden aber zu lax gehandhabt und hierdurch die evangelische Kirche geschädigt. Hier müsse das Kirchen-Rrgiment mit Entschiedenheit ein greifen, damit das Schlimmst: noch rechtzeitig abgcwendet werde. In ähnlicher Werse führen noch verschiedene Synodale Klage über den Mangel an Kirchcnbesuchern. Der Ausschuß beantragt: an Großh. Oberconsistorium das Ersuchen zu richten, dahin wirken zu wollen, daß eine strengere Sonntagsfeier durch ein dahin zielendes Gesetz berbergeführt werden möge. Auch das Oberconsistorium ist mit dem Antrag des Ausschusses einverstanden uni) findet derselbe sodann fast einstimmige Anriahme der Synode. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung für morgen wird die Sitzung um 1 Uhr geschlossen. nn. Darmstadt, 18. October. ^Evangelische Landes - Synode.^ Als erster Punkt auf der Tagesordnung steht die erste Lefuna des Gesetzes, die Besetzung der evangelischen Pf u rr stell en. Von ©eiten verschiedener Abgeordneten wirb darauf hingewiesen, daß dieses Gesetz sich kaum 48 Stunden in ihrem Besitz befinde, so daß es nicht möglich gewesen sei, das so wichtige Gesetz eingehend zu prüfen. Sie bitten bafoer, die Lesung für heute von der Tagesordnung abzusitzm und nickt vor Montag nächster Woche vornehnren zu wollen. Diesem Vorschlag schließt sich auch das Kirchenregiment an und beschließt demgemäß die Synode. Es folgt der Antrag des Synodalen Staudinger, betreffend die Tanz-Con- c'effioneir an den Abendmahltagen. Vom Ausschuß des Dekanats Zwingenberg ist an die Synode die Bitte gerichtet worden, dahin zu wirken, daß für ganz oder überwiegend evangelische Orte die Erlaubniß zur Abhaltung von Tanzmusiken an denjenigen Tagen untersagt werde, an welchen in diesen Orten bas heilige Abendmahl gefeiert wird. Der Antragsteller wünscht noch weiter, Großh. Staatsregierung möge dahin wirken, daß der Absicht dieser Bitte durch eine Weisung an die G oßh. Kreisämter entsprochen werde. Der Ausschuß verschloß sich nicht den Schwierigkeiten, welche der Ausführung dieses Antrags in verschiedener Beziehung entgegenstehen. Andererseits mußte er anerkennen, wie wichtig eö für die Hebung des evangelisch-kirchlichen Lebens sein müsse. Auch Großh. Ober Consistorium äußert sich in zustimmendem Sinne. Der Ausschuß beantragt daher Annahme und beschließt die Synode demgemäß. Der Antrag des Synodalen Dieffenbach, betreffend die Vertheilrmg einer entsprechenden Anzahl von Exemplaren der Kirchen Verfassung an die Kircken- Vorstände und Gemeindevertretungen. Der Ausschuß gehl von der Ansicht aus, daß jeder Beamte im engeren wie im weiteren Sinne des Wortes, welcher mittelst Eides sein Amt zu erfüllen in der Lage sei, auch im Stande sein müsse, die damit verbundenen Reckte und Pflichten klar zu erkennen. Es sei aber die Voraussetzung irrig, daß die Mitglieder der Kirchenvorstände re. nur bann in der Lage seien, wenn ihnen ein Exemplar der Kirchenoerfassung in die Hand gegeben werde. Der Ausschuß beantragt daher, Großh. Ober-Consistorium zu ersuchen, in geeigneter Weise zu veranlassen, daß die Mitglieder der Kirchenvorstände und Gemeindevertretungen vor ihrer Verpflichtung und Dienstanweisung ihres Amtes bekannt gemackt werden und den Antrag Diesfinbach für erledigt zu erklären. Die Synole nimmt diesen Antrag einstimmig an. Lebhafte Debatten entstehen be» g von den Synodalen Kalbhenn und Bausch, die Unterbringungv x -cher Uebeltbater und verwahrloster Kinder, hier Ausführung des serziehungsgesetzes vom 11. Juni 1887 betreffend. Das Kirchenregiment ist mit der Grundanschauung, welche in dem Anträge niedergelegt ist, vollkommen einverstanden. Die durch Gesitz vom 11. Juni 1887 von Großh. Regierung in fo dankenswerther Weise ungeordneten 9Naßregeln bedürfen, um wahrhaft heilsam zu wirken, der freien mittelbar oder unmittelbaren, aber immer von der Kirche ausgehenden christlichen Liebesthäligkeit. Soweit der Antrag darauf gerichtet ist, ein herlsames Zusammenwirken und Jneinandergreifen der staatlichen Zwangsmaßregeln und der christlichen Liebesarbeit herbeizuführen, könne die Annahme des Antrags nur genehm fein. Doch müsse ans formellen Gründen das Ober-Consistorium sich gegen den Antrag aussprechen. Es sei wohl kaum zu erwarten, daß die Großh. Staatsregierung und die Landstände sich geneigt zeigen, das erst zu Stande gekommene G setz jetzt schon, und ehe noch Erfahrungen mit demselben gemacht wurden, ab- zuandern. Abg. Ohly beleuchtet in eingehender Weise die in's Leben gerufene Anstalt für verwahrloste Kinder zu Gräfenhausen und weist auf die Wohlthaten derselben bin. Der Ausschuß glaubte sich ohne weitere Begründung darauf beschränken zu dürfen, der Synode folgenden Beschluß zu empfehlen: 1. Den Antrag Kalbhenn und Bausch nach dm Ausführungen hohen Kirchen- rcgimentS für erledigt zu erklären. 2. Sie ersucht Grotzh. Oberconsistorium, den Pfarrern über den sie angehenden Inhalt des Ministerialausschreibens an die Kreisämter vom 25. Juni 1887, betr. Unterbringung verwahrloster Kinder, eine Belehrung zu ertheilen. 3. Sie benitzt diese Gelegenheit, um ihre Ueberjeugung auszusprechcn, daß es zu den wichtigsten und dankbarsten Thätigkeiten der Dccanats-Synoden und Ausschüsse gehört, in den einzelnen Decanalen Vereine zu gründen, die sich die Aufsuchung und Rettung verwahrloster Kinder zur Aufgabe machen. Die Synode nimmt einstimmig diese Anträge an. Zum Schluß der heutigen Sitzung erfolgt nock die zweite Lesung des Gesetzes, den Gchaltsbezug der Geistlichen betr. und findet dasselbe einstimmig Annahme. Morgen 9 11 br Sitzung. Allgemeiner Anzeiger. 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