Sonntag den 20 Mai im Nr. 117 Drittes Blatt. Bureaur Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Lokales. Gießen, 18. Mai. fSitzung der Stadtverordneten vom 17. Mai.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Gnaritb, Seitens der Stadtverordneten die Herren Baist, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Hanftein, Hoch, Homberger, Jughardt, Kauf, Aug. Noll, Petri, Dr. Ploch, Schopbach, Simon, Vogt und Wallenfels. Herr Bürgermeister Bramm macht vor Emtritt in die Tagesordnung einige Mittbeilungen, zu welchen Disiderien der letzten Stabloerorbnetensitzung Veranlassung gegeben haben. Die Ar- Leiien an der gärtnerischen Anlage der O stanlage konnten in Folge ungünstiger Witterung erst am 7. Mai begonnen werden. — Die Pflasterung derLöwengasse kann wahrscheinlich erst am 24. Mai beginnen, weil die Lieferung der Steine in's Stocken geralhen ist. — Bezüglich der schadhaften Stellen an der St ein sohle des Stadtringgrabens soll zunächst Herrn A. Stein in Wetzlar Mittheilung gemacht und mit demselben ein Abkommen auf Ausbesserung dieser Schäden getroffen werden. — Nach Kenntnißnahme der in voriger Sitzung zur Sprache gebrachten Verkehrsstörungen durch Stehenbleiben mehrerer Personen, Tragen von Holzbündeln rc. auf den Trottoirs hat Großh. Polizeiamt die Vorlage eines, speciell die Ungehörigkeiten im Verkehr auf den öffentlichen Straßen und Plätzen behandelnden Local-Reglements in Aussicht gestellt. — Zu Punkt 1 der Tagesordnung: Vertilgung der Blutlaus, erklärt sich die Versammlung damit einverstanden, daß die hierbei zu treffenden Maßregeln von der Polizei überwacht und in die Commission zur Untersuchung der Obstbäume die Herren Simon, Helfrich, Vogt und Kennel gewählt werden. — An Stelle des verstorbenen Mitglieds des WiesenVorstandes, Herrn Wortmann, wird Herr Stadtverordneter Vogt gewählt. — Das Gesuch der Barbier-Innung um Ueber- lassung des Rathhaussales resp. eines entsprechenden Locales im Bürgermeiftereigebäude wirb abgelehnt. — Der Special-Voranschlag des Realgymnasiums und der Realschule für 1889, in welchem die auf die Stadtkasse zu übernehmende Hälfte der Ausgaben den Betrag von 17 280 JL. ergeben, wozu an sachlichen Ausgaben noch -4777 JL kommen, wird genehmigt. — Die Möbeltransporteure Bender und Müller suchen um pachtweise Ueberlassung städtischen Geländes zur Aufbewahrung ihrer Möbelwagen nach, da ihnen die seitherigen Standorte derselben seitens der Bahnverwaltung gekündigt wurden. Bei der Auswahl geeigneter Plätze haben sich indeß solche Schwierigkeiten ergeben, daß die Versammlung auf Antrag des Herrn Bürgermeisters beschließt, vorerst weitere Vorschläge hierüber von dem Stadtbauamt einzufordern. Während von Seiten der Gesuchsteller auf einen Platz an der Pumpstation reflectirt wirb, schlägt das Stadtbauamt einen solchen zwischen der Ausgerinnschleuse und der Geilfuß'ichen Besitzung vor, wogegen seitens der Baudeputation geltend gemacht wird, daß man gerade diesen Platz als vorzüglich geeignet zum Lagern von Straßmbauniaterial bezeichnen könne. Auch gegen die Ueberlassung eines Platzes an der NodHeimer Chaussee (bet der Burk'schen Mühle) sprechen verschiedene Gründe, so die Rücksicht gegen den Besitzer der Mühle und namentlich auch die Mißstande, weiche sich aus dem Ansaurmeln einer großen Anzahl Wagen ergeben. Gegen den in Vorschlag gebrachten Platz zwischen dem Lahnslein und dem Viaduct wendet Herr Beigeordneter Gnauth ein, daß die Aufstellung von Möbelwagen dort eine rückt zu empfehlende Staffage für die Nord- anlage, deren Ausbau in Aussicht stehe, fei; schon die Lagerung von Straßenbaumaterial daselbst halte er für mißständig. Herr Bürgermeister Bramm äußert sein von der Versammlung getheiltes Bedauern darüber, daß man nicht in der Lage sei, den Wünschen der Gesuchsteller zu entsprechen und stellt den oben erwähnten Antrag. — Dem Antrag des Herrn Chr. Rübsanren auf Verbesserung des Rodbergweges wird entsprochen, indem der obere Theil des Weges verbessert, der untere Theil durch einen Abzugskanal entwässert werden soll, wogegen der Gesuchsteller sich zur Lieber: brückung eines Grabens auf eigene Kosten verpflichten soll. — Das Gesuch des Herrn Chr. Wallenfels um Aufbesserung des Hohleichwegs wirb auf Antrag ber Baudeputation, welche ein öffentliches Interesse als nicht in Frage stehend erklärt, abgelehnt. -- lieber die Errichtung einer Babehalle für die städtischen Volksschulen wirb, bem Anträge der Baubeputation entsprechenb, beschlossen, oberhalb der Franz'schen Badeanstalt Kastenbäber anzulegen und zwecks Einrichtung derselben Ausschreiben auf dem Submissionswege zu erlassen. Die Anlage einer Badehalle nebst Zugang zu derselben oberhalb des Wehres an der Neumühle, für welche das erforderliche Gelände pachtweise beschafft werden müßte, und die Einrichtung eines Freibades in ber offenen Lahn ist in ber Baubeputation ebenfalls eingehenb erwogen, jeboch nicht befürwortet worben, weil bas Baben einer größeren Anzahl von Schulkindern für bie mit ber Aufsicht betrauten Personen ein viel zu verantwortungsvolles sein würbe unb man j auch nicht bie Möglichkeit des Babens ber Kinber beiberiet Geschlechts außer Acht lassen wollte, für welch letzteren Fall bas Gutachten bes Schulvorstanbes mit in Berechnung gezogen werben müsse. Die Frage, ob auch bie zu errichtende Kastenbadanstalt der Benutzung für Knaben und Mädchen zu überlassen sein würde, ist noch eine offene. Von Seiten der Baudeputation wird indeß vorgefcklagen, bie Anstalt im ersten Jahre nur für bie Knaben zu benutzen, da ja für bie Mädchen vor der Hand durch die Einrichtung bes Schulbabes im Schulhause an ber Westanlage gesorgt fei. Die Versammlung ist hiermit ehwerftanben. Der von Herrn H. Schaffstaebt eingereichte Accorb über bie Einrichtung von Brausebäbern in ber Sladtmäbchenschule wirb genehmigt. — Da bie Nothwendigkelt zur Beschaffung von Schulräumen für bie Stadtknabenschule eine immer dringendere geworden, beantragt bie Baubeputation bie Erbauung eines Knab ens ckul- aebäudes bis 1891. Die Versammlung spricht sich für ben Antrag aus unb ertheilt den Auftrag zur Aufsuchung eines geeigneten Bauplatzes. — Zu bem Gesuche des Schreinermeisters E. H. Müller um Bauerlaubnitz (Neubau in ber Weserstraße) hat die Baubeputation ben Antrag gestellt, bie Befürwortung besselben so lange zu versagen, fo lange Petent sich nicht mit der Stadt über die Abtretung von Gelände einigt, zu welcher er sich s. Z., bei Ausführung seines Neubaues in ber Schillerstraße, verpflichtete, das betr. Gelände jedoch inzwischen veräußert hat. Die Baudeputation glaubt ferner, mit dieser Gelegenheit auch diejenige sich nicht entgehen zu lassen, auf eine bessere äußere Ausstattung des projeclirten Neubaues in der Weserstraße zu bringen. Die Versammlung ist mit ben Anträgen ber Baubeputation einverstanden. — Das Gesuch des Herrn Wagnermeisters Karl Linden st ruth um Anlage einer eisernen Brüstung am Stabtbach (Tiefenweg) wird in der gestellten Form nicht genehmigt, dagegen soll dem Petenten gestattet werden, die Verlängerung bes Gewölbes über bem Stabtbach auf feine Kosten ausführen zu lassen. — Aus Anlaß bes Gesuches bes Hrn. Kaufmann Aug. Voigt um Baucrlaubniß wirb beschlossen, für bie Wolkengasse bie Baufluchtlinie auf betben Seiten festzusetzen. Die nun folgenden Gegenstände der Berathung betreffen den Friedhof. Frau Friedhofaufseher Noll Wwe. sucht um die Erlaubniß zur Entnahme von Gartenerde von dem Cadaverplatz, bie ihr von bem Friebhofaufseher untersagt worben, nach, inbem । sie geltend macht, baß sie s. Z. mit vielen Kosten biese Erbe habe Herstellen lassen. Das Gesuch wirb abgelehnt, ba bie Friedhofscommission eine Bestätigung der für bas Ge- ' i $ sprcchenben Angaben mcht zu ftnben vermochte. - Abgelehnt wirb auch bas Ge- • &cr.rn S?rtmrr Noll um Erlaubniß zur Lagerung von Sanb ?c. auf > m™h5ncbb.°r- Dre Versammlung schließt sich dem noch weiter gehenden Anträge ber ÄPUt^H ? e ^ogkrung von Material zur Herstellung von Grabstätten auf ' ^m Friebhofe überhaupt gänzlich zu verbieten und eine gründliche Reinigung des Fried- . Hofes auf städtische Kosten vornehmen zu lassen. Um weiteren Mißständen bie Spitze ?nHnntK?' ™ler au§obem Anfahren von Grabmaterial ergeben, schlägt bie Baubepu- ' £ Zerplatzen oberhalb bes Friedhofs unb Anbringen einer zweiten ^bure daselbst, durch welche das Material leicht auf den Friedhof gebracht werden Eonne, vor. - Der Friedhofaufseher berichtet, daß bie Frledhofswege nicht in Staub gebalten werhen lonntem wenn breselben mit Materialfuhrwerk so oft befahren würben ö"r Abltellung bleses Mrßstanbes hat die Baudeputation beantragt, anzuordnen, daß b e Wege nur mit einspännigem Fuhrwerk befahren werden und dieses nur ein an der südöstlichen Ecke des Friedhofes anzulegendes Einfahrtsthor benützen dürfe. Es wird diesem Antrag entsprechend beschlossen. Herr Bai st bemerkt, ob es nicht möglich sei Maßregeln zu treffen, daß bet großem Andrang von Publikum, wie z. B. bei der am Himmelfahrttage ftattgehabten Beerdigung eines Majors, Beschädigungen an Gräbern durch Zertreten rc. vermiedcu werden. Herr Bürgermeister Bramm erwidert, daß aus Anlaß ähnlicher Vorkommnisse schon früher Veryandlungen mit der Polizei stattgefunden halten, ohne zu einem Resultat zu gelangen, was jedenfalls sehr schwierig sei, denn orredhof könne man doch nicht absperren. - Dem Friedhofaufseher wirb auf sein Gesuch ern weiteres Zimmer zu seiner Dienstwohnung überlassen unter ber Bebingung dasselbe zu raumen, wenn es für bie Zwecke ber Leichenschau rc. in Anspruch genommen werben muß. — Der ©artnerelbetrieb bes Friedhofaufsehers hat den hiesigen Gärtnern Veranlaffung gegeben, an die Stadt eine Eingabe des Inhalts zu richten, demselben angesichts der ihnen drohenden Concurrenz die Ausübung ber Gärtnerei außerhalb des Hledhofs zu untersagen. Bei Anstellung bes Fiiebhofaufsehers würbe derselbe verpachtet, sich des Handels mit Grabdecorationen, sowie der Zuckt und des Handels mit glanzen zu enthalten, wogegen ihm gestattet worden, die Ausschmückung und Unterhaltung von Gräbern Privater zu übernehmen. Die Herren Hanstein und Horn- 0/59er finden hieraegen nichts zu erinnern, wollen es aber dem Friedhofaufseder gestaltet wlsten, daß dieser seinen Bedarf an Pflanzen auf einem außerhalb des Fried- Hoses gelegenen Grundstücke ziehe, damit er nicht selbst von den Gärtrern abhänge Herr Georgi bemerkt, daß man dem Friedhofaufseher den Verkauf von Pflanzen ge- statten möge, andernfalls man ihm die Möglichkeit nehme, sich mit der Ausschmückung ber Graber, auf welchen Nebenverdienst er mit angewiesen sei, zu befassen. Diese Angelegenbeit wird nochmals an die Friedhofscommission verwiesen. Die Einfriedigung ber stabtischen Anlagen beantragte bie Baubeputa- tton eijt im nächsten Jahre fortzusetzen, da die im laufenden Jahre für die Anlagen aufauwenbenhen Summen (u. A. für den Ausbau der Ostanlage) an sich schon bedeutend sind; dagegen werden die Kosten für die Aufstellung von Ruhebänken in den Frieb- hofsanlagen, in der Süd- und Nordanlage bewilligt. — Infolge der Vernachlässigung der sog. Wodestraße in Bezug auf ihre Reinigung har Gr. Polizeiamt angefragt wie es mit derselben gehalten werden soll, da weder die städtische Kehrmannschaft noch die Anwohner diese, so viel Stoff zu Verhandlungen gebende Straße reinigen. Die Baudeputation hak hierzu beantragt, bie Verpflichtung ber Stadt zur Reinigung dieser Straße abzulehnen unb den über den Schoorgraben nach der Ostanlage führenden Stea zu entfernen. Gegen den Baudepiltationsantrag wendet sich zunächst Herr H an stein- die in dieser Straße belegenen Häuser brächten der Stadt mehr Steuern wie verschiedene andere, bie Straße würbe sehr stark begangen, nicht nur von ben Interessenten, sondern von vielen anderen Passanten, den Zöglingen ber Kleinkinderschule und ihren Angehörigen u. s. w. Aus diesen Gründen schon beantrage er Uebernahme der Straße aus dre Stadt. Herr Beigeordneter Gnauth hält es angesichts ber ben Interessenten der Wodestraße seither gemachten weitgehenden Concessionen, die vielfach gar nicht beachtet wor den seien, für das Beste, den Baudeputationsantrag anzunehmen, einem solchen Verhalten der Interessenten gegenüber gäbe es keine andere Antwort. Herr Kauf kann ein Bedürfniß zur Offenhaltung der Wodestraße nicht anerkennen; im vergangenen Winter sei der Steg über den Schoorgraben in einem unverantwortlich schlechten Zustande gewesen; was die Passanten an dem Wege sparten, gehe ihnen durch den schlechten Zustand desselben verloren, das Gelände sei s. Z. so billig abgegeben worden, daß die Hausbesitzer das Opfer der Unterhaltung der Straße wohl zu bringen im Stande seien er sei dagegen, daß den Anliegern auf Kosten ber Stabt noch Vortheile geboten würben, bie ihnen nicht gehörten. Dian möge doch enblich einmal energisch vorgehen. Herr Hornberger ist ebenfalls für ben Baubeputationsantrag, man solle sich nicht mehr herumzrehen lassen. Herr Baist betont, baß bie Straße eigentlich Niemanbens Eigen- thum sei, sie könne von Jebermann befahren werben, aber ein Interesse baran bie Kehrmannschaft vahin zu schicken, habe bie Stadt nicht; sorgten bie Anwohner für bie Reinigung, nun gut, traten sie es nicht, so sei es ihre Sache, ber Umweg um bas Thorhaus sei unwesentlich, er betrage nur einige 90 Schritte. Nachdem Herr Han- stein wiederholt für Aufrechkerhaltung der Passage durch die Wodestraße gesprochen und zum Beweise, daß dieselbe sehr stark frequentirt werde, statistische Erhebungen vorschlägt, tritt Herr Kauf irochmals für den Baubeputationsantrag ein; nach seinen Erfahrungen als rtvgerichtsmann könne kein Theil eines Grunbstückes von einem Besitze genommen werben, ohne in einen andern überzugehen; wenn hier Fehler gemacht worben seien, 1° möge man für bie Folgen biejenigen verantwortlich machen, bie bas Gelänbe s. 3. veräußert. Bei einigermaßen Entgegenkommen von Seiten der Hausbesitzer hätte sich dre Stadt vielleicht noch zu weiteren Concessionen herbeigelassen; die Verairtwortung für die hieraus entstehenden Consequenzen möge er nicht tragen unb finbe es unter ben jetzigen Umsiänben für sehr bebenklich, ber Sache überhaupt nochmals bas Wort zu reden. Der Antrag ber Baubeputation wirb angenommen. Für bie Feuerlöscheinrichtungen werben bie vorgeschlagenen Anschaffungen genehmigt, besgleichen wirb die Jnstanbhaltung der Spritzen Herrn Gg. Schwan widerruflich übertragen. — Auf Grund neulich erhobener Beschwerden über die schwierige Abfuhr der Caldaunendüngerwagen aus bem Schlachthause und des daraus resul- tirenben Minbererlöses bei ber Persteigerung bes Düngers hat bie Baubeputation bie Anlage einer zweiten Dunggrube beantragt, um bei nassem Wetter bie Abfuhr ver- febieben zu können. Die Versaminlung beschließt demgemäß unb genehmigt ferner bie Pflasterung eines Theils bes vor ber Wagenhalle befindlichen Zufuhrweges. — Das Gäßchen auf dem Neuenweg (neben bem Mannberger'schen Hause) soll auf bie Stabt übernommen unb neu gepflastert werben, sofern alle Interessenten ihr Einoerstänbnitz hiermit erklären unb auch sonstige Eigenthumsansprüche nicht erhoben werden. — Die käufliche Ueberlassung städtischen resp. Hospital - Geländes an Heiwn Drechslermeister Häuser wird genehmigt, nachdem bie Armenbeputation im Verein mit bem Ortsgericht ihr Einverständniß hierzu erklärt unb letzteres ben Preis auf 5 pro Dieter festgesetzt hat. Nachdem bie Besitzer ber am Seltersweg auf ben Strecken zwischen ber Maigasse unb ber Plockstraße einerseits und bem Fischbach'schen Hause bis zur Löwengasse anberersetts gelegenen Häuser mit der Uebernahme eines Theiles der Kosten einverstanden erklärt Haben, werden diese Strecken mit neuem Trottoir versehen werden, wovon dezüalick der übrigen Theile des Selterswegs vorläufig abzusehen ist, da die Hausbesitzer sich nickt einigen konnten» - Dem Gesuche des Kaufmanns I. Rothschild um Erlaubniß zur Anlegung einer Abflußrinne wird die Genehmigung ertheilt, während berüalick ^es Gesuches um Verbesserung des Fluthzrabens hinter den Häusern der Wittwe Spier beschlossen wird über die Verbesserungsoorschläge zu beschließen, wenn über die generelle Canalisation der Stadt entschieden ist. Zur Ausarbeitung der Pläne hierzu rst nach Mittherlung des Herrn Bürgermeisters die kretsamtliche Genehmiauna eingegangen. — Schließlich ist noch nachzutragen, daß an Stelle des verstorbenen Herrn Wortmann Herr E. Grüneberg zum Eontroleur bei den städtischen Versteigerungen gewählt wurde. w Gießen, 19. Mai. Die überaus warme Witterung der letzten Tage hat dem Wasser unlerer Lahn eine Temperatur verliehen, die auf Alle diejenigen, welchen ein Bad m den kühlen Fluthen ein Bedürfniß ist oder ihnen ein Vergnügen bereitet eine Anziehungskraft ausubt, wie mitten im Hochsommer. Der Betrieb der Lahn-Badeanstalten ist denn auch in vollem Gange und der Besuch derselben schon ein recht reaer geworden. Möge sich deßhalb auch die Zahl Derjenigen, die eine so erquickende und stärkende Bewegung im Master schätzen lernen wollen, immer mehr vergrößern damit auch unsere Badeanstaltsbesitzer, die es sich haben angelegen sein lassen ihre An- stalten m einer Werse herzurichten, daß sie getrost denjenigen größerer Städte an die ©eite gestellt werden können, ihre Rechnung finden. o '<.e—tc^ncYx ber .am J,8- Mui stattgehabten Generalversammlung des Spar- und Leihkasse-Vererns Gießen wurde an Stelle des in den wohlverdienten Ruhestand tretenden seitherigen Rechners Herrn PH. Kehr der seitherige Kreisamtsgehilfe Herr Döring zum Rechner, an Stelle des von hier verziehenden Herrn Stadtverordneten Kauf, Herr- Oekonom Fr. Helfrich zum Eontroleur gewählt. Vermischtes. - ^eck 15 Mai. Die in Rehna erscheinende „Mecklenb. Post" berichtet: Die besten Witze find bekanntlich die, die man nicht beabsichtigt. Mit der am 31. Mai ^-.Gondekus.ch stattfindenden Thierschau wird auch eine Ausstellung landwirthschaft- liifier Malchmen verbunden fein. Hierauf bezüglich heißt es in dem betreffenden Pro- spekt unter allgemeinen Bestimmungen: „Die Prüfung der Maschinen geschieht von der Rindvieh-Sektion. — „Der dicke Wilhelm fungirt als Kellner bei mir" — so kündigte der Gast- wlrth H. zu Hagen in verschiedenen Blättern öffentlich an, was denn auch viele Neugierige zu seinem Lokale hinführte, da der „dicke Wilhelm" eine ungemein dicke Person war welche wohl zum Bedientwerden, aber durchaus nicht zum Bedienen geeignet erschien. Die Polizei aber trat der Sache näher und da die Beweisaufnahme ergab daß der ,chicke Wilhelm", wenn er auch hin und wieder einem Gaste ein Butterbrot! ober ein Glas Bier hatte bringen können, doch nicht als Kellner, sondern höchstens als Interessanter Anblick verwendbar gewesen war, so wurde der Gastwirth H. auf Grund eines städtischen Reglements vom 6. Juli 1879 wegen „Veranstaltung einer Schaustellung ohne polizeiliche Armenabgabe" vom Schöffengericht als in der Berufungsinstanz von der Strafkammer *u Hagm zu 10 JL Geldstrafe verurtheilt. Das Kammergericht hat die hiergegen eingelegte Revision zurückgewiesen. , . ~ Ein interessanter und seltener Proceß wird demnächst in Salzungen verbandelt werden. In Folge eines Streites forderte ein Hochzeitsgast das vor einiger Zett feinem nunmehrigen Gegner gemachte Hochzeitsgeschenk, bestehend in einem Regu- lakn-, zuruck. Der Beschenkte händigte ihm denselben auch aus, stellte aber eine Gegen- “tel9 J“? wahrend der Hochzeitsfeierlichkeiten genossene Speisen und Getränke, die erheblich hoher war als der Werth des Regulators und die zu berichtigen der Betreffende sich weigerte. Das Gericht wird nun in die Lage kommen, entscheiden zu muffen, wie viel an Festem undFlussigem so ein Hochzeitsgast während der Dauer der Feierlichkeiten zu vertilgen im Stande ist. . ~ lGine Wüsten-Eidechse im Berliner Aquarium.j Professor Virchow hat dem Berliner Aquarium eine von ihm selbst auf feiner egypttschen Reife aefanaene grotze Wüsten-Eidechfe zum Geschenk gemacht. Dieselbe istetwaetani SWrtÄ? hellgesarbt und mtt dunklen Querbinden versehen. Virchow berichtet in einem Schreiben an Dr. Hermes Folgendes über den Fang: „Ich war mtt Schliemann und Sckweinfurth in die äußerste Südwestecke der Oase Fajum geritten, wo erst seit kurzer Zeit durch neue Canale Wasser zugeführt wird und ein erhebliches Stück Fruchtland der Sahara abgewonnen ist Reste der Wüste ziehen sich noch jetzt vielfach zwischen die Culturstucke hinein, so daß das Neuland eigentlich eine neue kleine Oase vorstellt Mi«»» ii — ___ ~----- _ Literarisches. am “cm®?? Meisterwerk des Farbendrucks ist der Umschlag rum 10. Hefte der „Wiener Mode ; in stimmungsvoller Frühlingslandschaft lauscht eine reizende Blondine Trenth^^ntm^rp380^* Bild, von dem berühmten Wiener Aquarellisten dadurck einSitit hnfe be°ierkenswerthe Kunftleistung, die nichts von ihrem Werthe infira ' b?S b?L?leil ber ^ngen Dame zugleich eine sehr elegante Früh- !Ä^,^oilette veranschaulicht. Der übrige Inhalt des Heftes gibt der schönen Außenseite in nichts nach; unter den Modebildern sind mehrere durch künstlerische Ausfübruna rneten6 H^h^^^^Eheile dürften die den Monogrammen gewid^ meten weiten den Hausfrauen besonders willkommen sein. j höchste ältere Ort heißt Charag oder anders geschrieben Garag. Stellenweise f4n »en" h>n^CinhrrCpni*Uf $uf bcn ^heren und daher noch wüsten W- hpr@ra?cJ' welche bisher nicht untersucht waren. Schwein- 'urf/7'» beschrieben hat, nennt sie kurzweg lydische. Als wir nun eines derselben Äl"Änin dem Ackerlande lag aufgruben, stießen unsere Arbeiter Itzlich auf den Gang des Psammofaurus unD nach kurzer Zeit wurde er selbst attravirt (5s auY b“? aMoIuMdTa"! pninf Pdt'f,be(.i .Cin-er Temperatur von 29 Grad Celsius, die bkfer Seit bn? bns Thbr r"b bei «olliger Windstille recht sühlbar war. Seit nnh r b^ Thier nichts gefresien und all- meine Reisen nach Kairo, Alexandrien und Griechenland geduldig mitgemacht. Seine Hunger,eit bat banath aenäu iecks verzehrte 9 ftcniclt cin ®nbc - indem es mit Begierde eine lebendige Maus, Telegraphischer SchisfSbericht der „Red Star Line" Antwerpen. ,r. Philad elphia, 16. Mai. Der Postdampfer Vaderland" der Red Star Line" ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen. Pim." 172 Mai. Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Line ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen. Rohseidene Bastkleider — ganz Seide — Mk. 16 80 nrr kompl. Robe und bessere Qualitäten vers. porto- u. zollfrei das Fabrik- W MüTti * '■ «■««« «w Landwirthschaftlich« Nachrichten. (Nachdruck verboten.) bei Wohl jede Hausfrau, die auf ihr Hauswesen iE rm ^Ufbia£br 1 ,re Polstermöbel des Oefteren auf das Sorg- QrU§ °bcr fte ausklopfen, um eine Einnistung der jj/otten, die jetzt ihre mpLe0*nj ^brsuchen, ö" verhüten. Die Motten werden dadurch aufgescheucht fliegen auf, einige werden getodtet, während die anderen, nachdem das Geschäft des fceenbet ift, ihren Platz wieder in den Polstermöbeln aufschlagen. Um dies zu verhüten, sollte man ihnen zur Ablegung ihrer Eier andere, ihnen besser zusagende Pelzstücke oder dichte, dicke WoÜenlappen unter ober in unh^nnr^tbnl ^Ottc Ic0t ,baF ihre Eier mit Vorliebe in diese Lappen SÄ TaÄ Z n°^ 0' bic Kßappcn ben barln haftenden Eiern oder Raupen von t i 8r 1 wegzunehmen und zu verbrennen. Das Klopfen der Möbel muß natürlich fortgesetzt werden, um die Verirrten aufzuscheuchen, indeß ist es bei Anwendung des empfohlenen Mittels von weit besserem Erfolge. 0 , . “ lZur Vertreibung der Spatzen.j Zu den eifrigsten Besuchern der Erbsenbeete gehören die Sperlinge. Nicht nur, daß sie sich die etwa oben aufliegenden Körner an eignen, sie fressen sogar die Keimblätter ab und ziehen die ganze Pflanze aus dem Bod'w Das geschieht mit den Erbsen und dann" namentlich aU mit dem Sala7. n Ur scheuchen dagegen auch anwenden mag, sicher bewährt sich keine, denn r ße mbrCrh 1°, b^,ftcS $oIf- ba6 sie vor jeber Scheuche, mag sie beschaffen fein, roie sie will, balb b!e Scheu verlrercn unb sich breift heranwagen. Unb bann ist es eben um bie Erbsen geschehen. Das beste Mittel ist, sic recht tief ,u vstanren bas dann allerbtngs etwas länger, aber vor ben Spatzen sinb bi? Samen sicher. Man kann ohne Scheu bis zu 8 (Zentimeter tief pflanzen. Akkgemeiner Anzeiger Hotel Kessel — Bahnhof Wetzlar. Zunächst gelegen am Bahnhof mit schönen Gartenanlagen. A. Fangmann. 2971 Mittags- und Abendtisch. carte. Elegant eingerichtete Zimmer. Restauration ä la Das Neueste in Sonnenschirmen u. 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Der Vorstand. Stein’s Garten. Am 2. und 3. Pfingstfeiertage: 425 Grosse Militär-Concerte ausgefnhrt von der Capelle des 2. Großh. Hesi Jnf.-Regts. Nr. 11( unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn C. Krauße. Anfang .5 Ihr. Entree am ?5eiert“942 B‘ffr - Wein & Bier. — Empfehlung. Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend diene zur gefl. Nachricht, daß heute die Eröffnung meiner Sommerwirthschaft stattfindet. Vereinen, Gesellschaften rc. steht außer meinem schattige» Garten der große, neu restaurirte Saal zur Abhaltung oor Festlichkeiten aller Art gerne zur Versügung. ; Gleichzeitig mache ich auf meine bewährte Kegelbahn, an erkannt vorzügliche Küche und gute Getränke besonders aus merksam. 4216 Hochachtungsvoll ________________________________Gustav Gühlholtz. Frauzschc $QÖe« unö Schwimmanstalt iR in allen ihren Theilen eröffnet und ladet ganz ergebenst zum Abonnement ein 4253 ____Georg Frans. Geröll Z s Nusfensteine (prima) rum Ausfallen kann gratis abgefah- i abzugeben. reu werden. Textor'SHardt. ? 4132 Textor’s Hardt. trcdaction: A. Scheyda. — Druü und Verlag der Brühl'scheu Druckern (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Rellage zu Jlr. 117 bes „Achmer Anzeiger". Ber mischte«. München. (HI. Internationale Kunst - und Jubiläums-Ausstellung und Deutsch-nationale Kunstgewerbe-Ausstellung.) Als nachahmenswerth mutz eine von allen Münchener Gasthosbesitzern unterzeichnete Erklärung erwähnt werden, welche in nachstehender Form den Eomitäs der beiden Ausstellungen dieser Tage zugekommen ist und wodurch etwa gehegte Bedenken wegen erhöhter Preise in den Münchener Hotels während der Ausstellung-Saison vollkommen widerlegt sind. In letzterer Zeit gelangten an verschiedene hiesige Gasthöfe Seitens des reisenden Publikums häufige Anfragen, ob die Preise während der diesjährigen Ausstellungen erhöht würden. Dadurch sehen die hierunter verzeichneten Gasthofbesitzer sich veranlaßt, nachstehende öffentliche Erklärung abzugeben. „Wir hatten nie die Absicht, weder bet der diesjährigen, noch bei einer anderen Gelegenheit, welche einen starken Fremdenverkehr bringt, unsere gewöhnlichen Preise auch nur im Geringsten zu erhöhen. Die Preise werden während der Ausstellung genau so bleiben, wie sie seit Jahren bei jedem einzelnen Geschäfte bestehen. Die Unterzeichneten haben das ernste Bestreben, den guten Ruf ihrer Häuser dauernd aufrecht zu erhallen und werden gerade bet einer erhöhten Frequenz Alles aufbieten, um ihre geehrten Gäste in jeder Beziehung zu befriedigen." (Folgen die Unterschriften sämmt- ltcher Münchener Hotels.) Literarische-, HauSgyrnnastik für Gesunde und Kranke. Herausgegeben von Dr. med. Ed. Angerstetn, Stabsarzt a. D. und G. Eckt er, Oberlehrer der Königl. Turnlehrer-Bildungsanstalt. Mit vielen Holzschnitten und einer Ftgurentafel. Berlin 1887. Verlag von Th. Ehr. Fr. En st in (Richard Schoetz), Wilhelmstratze 122. Preis 3 X In einfachen Lebensoerhältnissen, wie sie Viehzucht und Ackerbau treibenden Bevölkerungen eigen sind, besieht eine gewisse Gleichmäßigkeit leiblicher und geistiger Thätigketten und es sind somit auch die allgemeinen Bedingungen für eine gute Gesundheit vorhanden. Anders ist es in den vorgeschrittenen Culturverhältnissen, durch welche die Menschen — seien sie Handwerker, Gelehrte, Kaufleute, Beamte oder Industrielle — in mehr oder weniger einseitiger Weise, körperlich oder geistig, oft im Uebermaß in Anspruch genommen sind. Durch den Mangel oder die Einseitigkeit der körperlichen Thättgkeit, durch daS L-ltz- und Stubenleben verkümmert der Körper und es werden mancherlei Störungen hervorgebracht, die sich als Athmungsbeschwerden, Verdauungsstörungen, Hämorrhoidal- zustande, Kopfschmerzen, nervöse Verstimmung und Reizbarkeit, Hypochondrie u. s. w. äußern. Da gilt es, des vernachlässigten Leibes sich anzunehmen, um die Gesundheit zu erhalten oder wieder zu erwerben. Als das angemessenste Mittel hierzu dienen vernünftig und regelmäßig betriebene Leibesübungen. Die Theilnahme an den Hebungen eines Turnvereins ist für manchen vielbeschäftigten Mann störend und unbequem und für Personen weiblichen Geschlechts bestehen meist keine entsprechenden Einrichtungen. Unter diesen Umständen sind mit vollem Nachdruck hausgymnastische Uebungen zu empfehlen. Von älteren Anleitungen hierzu hat namentlich die Schreber'sche Zimmergymnastik weite Verbreitung gefunden. Bei aller Anerkennung, welche dieses Buch ursprünglich verdiente, ist dasselbe doch nach vielen Beziehungen hln veraltet und wir können uns nur freuen, in der obengenannten „Hausgymnastik" einen zeitgemäßen Ersatz erhalten zu haben. Die Verfasser dieses Buches haben es verstanden, eine Auswahl verhältnißmäßig einfacher und doch wirksamer Uebungen zusammenzustellen, welche geeignet sind, die Gesundheit zu erhalten und zu kräftigen, sowie krankhafte Zustände zu beseitigen. — Die Uebungen sind sehr klar beschrieben und durch vortreffliche Abbildungen erläutert, so daß es jedem Laien leicht ist, dieselbe mit Hilfe des Buches auszuführen. Sehr dankbar muß man den Verfassern auch dafür sein, daß sie — wie es bisher in keiner ähnlichen Schrift in gleichem Umfange geschehen ist — für jedes Alter und jedes Geschlecht, für Gesunde und für Kranke eine Reihe von Uebungs- gruppen aufstellten und somit für die verschiedensten Zustände dem Laien das richtige Maß der Thätigkeit sichern. Wir bemerken noch, daß die äußere Ausstattung des Buches dem gediegenen Inhalte durchaus entspricht und es so zu einem Geschenke besonders geeignet erscheint. Möge das Buch bald in keiner Familie mehr fehlen! Dr. K. Allgtm«,»er Anzeiger. 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