Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. iBttteau r Schul st raße 7. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst Deutschland. x IF Darmstadt, 18. Januar. Sicherem Vernehmen zufolge beabsichtigt Se. Kgl. Hoheit der Großherzog mit I- Großh- Hoheit der Prinzessin Irene am 25. d. M. nach San Remo zu reisen. Damit wäre dann wohl der Hof ball, der ursprünglich am 11. ds- stattfinden sollte, w°gen Unwohlseins des Großherzogr aber bis auf Weiteres verschoben wurde, für diese Saison end ailtia von dem Vergnügungsprogramme abgesetzt. Denn es erscheint rm höchsten Grade unwahrscheinlich, daß sich das Befinden des Großherzogs, welcher an hartnäckigen katarrhalischen Affekttonen leidet, m dm wenigen Tagen noch soweit bessern sollte, daß der in allem Uebngen hinreichend vorbereltete B^l noch vor dem Abreisetermin stattfinden könnte. Nach der Rückkehr aber dürste die Saison für die Abhaltung eines Balles schon zu weit vorgeschritten sein- Gegen die Reise haben die Aerzte durchaus nichts einzuwenden, zumal der Aufenthalt in dem südliche» Klima dem hohen Herrn unter solchen Um- ständen nur höchst sörderlich sein kann. Ob der Großherzog in San Remo bei der kronprinzlichen Familie zu Gast sein ober m cogmto em Privatlogis beziehen wird, darüber ist bis jetzt noch nichts laut geworden. Reisebegleiter Sr. Kal- Hoheit wirb der Flügeladjutant Oberstlieutenant v. Wernher fern. Darmstadt, 18. Januar. Se. Köuigl. Hoheit der Großherzog haben ^er8am815. Januar den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Zwingenberg, Dr. Albrecht Weiß, zum Amisrichler bei dem Amtsgericht Darmstadt 11, sowie den Amtsrichter bet dem Amtsgericht Lorsch, Maximilian Scriba, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Zwingenberg zu ernennen. Darmstadt, 18. Jan. Se. König!. Hoheit der Großherzog nahmen Feilte wegen Unwohlseins kewe Meldungen, fonbern nur bie bnijQenbficn 83op trage des SlaatrministerS Finger, der Mtnisterial.Prästdenten Weder und des Oberrechnungskammer-Präfidenten Heß entgegen. Darmstadt, 18. Januar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließurg vom Heutigen der durch die beider- teitiaen Gemeinde-Voistände beschloffenen Vereinigung der Landgemeinde Besinn- gen mit der Haupt- und Refidenzsta-t Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1888 ab die Genehmigung zu ertheilen geruht. Darmstadt, 18. Januar. Da» Ministerium der Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, hat im Einverständniß mit der Abtheilung für öffentliche G.-sundhetirpflege neuerdings Normen festgesetzt, welche die Beschaffenheit der Schreibmaterialien in den öffentlichen Schulen regeln sollen. Darnach wird bestimmt, in den Schulen des Gcoßherzogthums nur Papier zuzulaffen, welches nicht glänzend und nicht weiß, sondern einen in das graue oder ge'be spielenden Farbenton zeigen muß. Die Länge der Zeilen soll n cht über 0,15m, die Höhe der Schreibhesle nicht über 0,20m gehen. Soweit nicht qqhi davon abgesehen werden kann, die Führung der Hand durch oorgezogene Lüsten zu unterstützen, sind einfache Linien den Dopvel-Linten vorzuziehen. Die g'iadratirten Liniennetze stnd ganz zu verwerfen. Auch die schwarzen Schiefer- tafeln sind im Gebrauch soweit als möglich zu beschränken und durch Schreib- tafeln von Heller Farbe zu ersetzen. Die Nachtheile b;r schwarzen Lchiesertaseln sollen n^ch verschiedenen Richtungen hin hervortreten. Darmstadt, 18. Januar. Die Leistungen, welche aus Grund der neuen Unfallversicherung--Gesetzgebung Dem Staate als Unternehmer unfallver- sicherungspflichtiger Betriebe obliegen, lassen sich ziffernmäßig Mangels genügender Erfahrungen nicht bestimmen. Für das nächste Budgetjahr hat die Regierung eine Pauschalsumme von 20,000 M. angenommen. Sollte im Lause der Periode ein Reichrgesetz über Alters- und Jnvaliostäts-Veistcherung der Arbeiter zum Abschluß kommen, so würbe noch ein weiterer erheblicher Betrag hinzukommen. Die Regierung hat sich vorbehalten, in diesem Falle das Nöthige Überetats mäßig weiter zu verausgaben. 33 2lu6 dem Großherzogthum Hessen, 16. Januar. Die evangelische Kirche H-ffenS konnte bisher au» den ihr zu Gebote stehenden Mitteln ihre Bedürsniffe bestreiten, insbesondere auch eine dringend gebotene mäßige Er- hühunq der Besoldungen der Geistlichen durchsühren. Er war dies jedoch, ohne eine Erhöhung des bisherigen Zuschuffes des Staates von 174,000 Ut 42 Sx in Anspruch zu nehmen, nur dadurch möglich, daß die evangelische Kirche mit Zustimmung der Regierung seit einer Reihe von Jahren eine 1,6 auf 1 Communalsteuer betragende Steuer von den Angehörigen der evangelischen Kirche erhob uni ferner in Folge Mangels an Pfarramts-Candidaten eine größere Anzahl Pfarreien nicht besetzt werden konnten und deshalb die dem Central- kirchenfonds zuflleßenden Ecträgnifle erledigter Pfarreien eine namhafte Summe ausmachten. In Folge der Zunahme der Zahl der ©tubirenben der eoangeli- scheu Theologie wird bie evangelische Landeskirche in Bälde in der Lage fein, sämmlliche erledigte Pfarrstellen wieder zu besetzen und es vermindern sich dann die dem Centralkirchenfonds zu Gebote stehenden Mittel nicht unwesentlich. Bei dieser Sachlage erschien er, um der Landeskirche die Erfüllung ihrer Ausgaben in vollem Maße zu ermöglichen, geboten, einen erhöhten StaatSzuschuß zu dem Centralkirchenfondr bie zur Summe von 200,000 JL vorzusehen, welcher Betrag in das neue Staatsbudget eingestellt ist. Um eine gesetzliche Basis für die Ein- richtnngen und das weitere Fortschreiten der evangel. Kirche zu haben, soll jener Staatsbestraa durch Einbringung eines besonderen Gesetzes fixirt werden. (Fr. I.) Berlin, 17. Januar. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht eine Bekannt- Nr VI Freitag den 20. Januar 1888. twßciu’r Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. machung de» Reichskanzler», wonach der Bundesrath beschlossen hat, daß Betriebe, welche sich erstrecken auf Bohnen der Fußböden, Anbringung, Abnahme, Reparatur von Oesen und anderen Feuerungs-Anlagen oder von Tapeten bei Bauten auf Anbringung. Abnahme ober Reparatur von Wettervorhängen und Läden (Rouleaux, Marquisen, Jalousienh oder von Ventilatoren bei Bauten, auf Aursührung anderer noch nicht gegen Unfall versicherter Arbeiten bei Bauten, vorn 1. Januar 1888 ab unfalloeificherungspflichtig sind. (Fr. J3 England. London, 18. Januar. Da« ehemalige Parlamentsmitglied Graham Cunninghame und der Soeialist Burn» wurden heute wegen ungesetzlicher Zusammenrottung auf Trafalgar-Square am 13. November v. I«. zu sechrwöchent- lichem Gesängniß ohne Strafarbeit verurtheilt, von der Anklage der Aufreizung zu Unruhen dagegen freigesprochen. Italien. San Remo, 17. Januar. Da» Wetter ist wieder etwas wärmer. Da» Befinden de» Kronprinzen ist gut, doch gebietet die Vorsicht, wegen der leichten katarrhalischen Erscheinungen noch von einer Aursahrt abzusehen. Seit gestern liegt aus der Rhede die italienische Panzer-Corvette Agostlno Sarbarigo, angeblich zu de» Kronprinzen Verfügung für den Fall, daß demnächst bie fortschreitende Genesung einen Ausflug gestatten werde. Der Capitän machte einen Besuch in der Villa Zirto. Prinz Heinrich begab sich heute früh mit dem Capltän-Lieutenant v Usedom an Bord der Corvette. Deutscher Reichstag. 16. Sitzung vom 18. Januar 1888. Die erste Berathung des Antrags Munckel betr. Ausdehnung der Zuständig- fei* der Schwurgerichte auf polittfche und Preßvergehen wird fortgefetzt. Abg. v. Marquardsen (natlj spricht sich für die Ausdehnung der Zuständigkeit der Schwurgerichte auf Preßvergehen aus, wie sie in Süddeutschland bestehe. Eine weitere Ausdehnung der Zuständigkeit der Schwurgerichte habe aber nicht die geringste Aussicht auf Annahme, weshalb seine Freunde gegen eine Verweisung an die Commission und schließlich gegen den Antrag selbst stimmen würden. Man müsse die Regelung der Angelegenheit aus bessere Zeiten verschieben. Abg. Träger (freis.): Der bisherige Zustand ser in der That ein Ausnahmezustand. Der Antrag Munckel decke sich im Wesentlichen mit einem Anträge, der seiner ^eit vom preußischen Abgeordnetenhause angenommen worden sei. Redner wendet sich eingehend gegen die Ausführungen des Dr. Hartmann, welche derselbe in der letzten Verhandlung über den Antrag Munckel gemacht hatte. Die Schwurgerichte seien nicht an die Entscheidungen des Reichsgerichtes gebunden, wie dies bei dem Berufsrichter der Fall sei. Der Geschworene habe ganz unabhängig nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden. Das Reichsgericht sei ungeheuer zähe in der Anwendung der Bestimmungen über die Wahrnehmung berechtigter Interessen, wenn es sich um politische und Preßvergehen handle. Dagegen habe es dem Begriff grober Unfug die weiteste Ausdehnung gegeben. Die liberale Partei müsse an der Forderung der Verweisung der politischen und Preßvergehen an die Geschworenengerichte festhalten, nicht als an einer Parteiforderung, sondern als an einer Forderung im Interesse aller Parteien. Abg. Frohme (Soc.) nimmt Bezug auf den Procetz v. Dollmar und wendet sich in scharfen Worten gegen die preußische Regierung. Es sei namentlich wegen angeblicher geheimer Verbindung in aller Schärfe gegen die. Soctaldemokraten vorgegangen worden. Die jetzigen Verhältnisfe, die hinsichtlich der Beurtheilung politischer und Preßvergehen beständen, könnten unmöglich sortbestehen. Redner kritisirt ferner auch die Geschworenengerichte und empstehlt schließlich den Antrag Munckel zur Annahme.g. Hartmann (cons.) kann die Unsicherheit in unserer Rechtspflege, von der Vorredner, anknüpfend an den Proceß v. Vollmar, gesprochen, nicht zugeben. Die Angeklagten in dem erwähnten Procetz seien nicht wegen Geheimbündelei verurtheilt; Vorredner habe die Anklage mit dem Urtheil verwechselt. In dem Leipziger Hoch- verrathsprocesse gegen Bebel und Liebknecht seien es die Geschworenen gewesen, welche das Urtheil gefällt. Damals feien die Socialdemokraten mit den Geschworenen gar nicht zufrieden gewesen, „die stupiden Geschworenen". Das sei noch das mildeste gewesen, was er damals zu Horen bekommen habe. Abg. Dr. Barth vertritt als Mttantragsteller im Schlußwort den Antrag Munckel. Bet der jetzigen Auffassung des Begriffes „grober Unfug" habe die Presse aller Parteien gar keine Sicherheit dafür, daß ihre Mittheilungen nicht unter diesem Begriff subsummirt werde. Die Freiheit der Presse sei damit ganz illusorisch. Wolle man die Freiheit der Presse erhalten, so müsse die Rechtsprechung über Preßvergehen auf andere Schultern gelegt werden als bisher. Die Männer aus dem Volke hätten ein feineres Gefühl für die Preßfreiheit als die Berufsrtchter, die an den Buchstaben er|-te Lesung beendet, da ein Antrag auf Commissionsverweisung nicht gestellt ist, so folgt die zweite Berathung direct im Plenum. Es folgt Berathung der Anträge Munckel und Genossen auf Wiedereinführung der Berufung gegen Strafkammerurtheile. _ Nach dem Anträge Reichensperger sollen bei den Landgerichten Strasberusungs- kammern gebildet werden, während nach dem Anträge Munckel die Senate der Oberlandesgerichte über die Berufung entscheiden sollen. Abg. Dr. Reichensperger (Ctr.) begründet eingehend die Rothwendigkeit der Wiedereinführung der Berufung im Interesse der Rechtsprechung selbst. Das Wiederaufnahmeverfahren sei nicht ausreichend, alle bei der erstinstanzlichen Verurthetlung vorkommenden Jrrthümer auszugletchen. v Abg. Klemm (cons.): Seine politische Freunde theilten sich in zwei Lager, in Freunde der Berufung mit gewissen Modificationen und in Gegner der Berufung, weil dieselbe mit der Unmittelbarkeit und Mündlichkeit des Verfahrens unvereinbar sei. Die Mißstände, welche man mit der Wiedereinführung der Berufung beseitigen wolle, ließen sich wirkungsvoller durch einige Aenderungen im Voruntersuchungsoerfahren beseitigen. Entschließe man sich für die Berufung, dann gebe er dem Antrag Munckel den Vorzug. Diejenigen seiner Freunde, welche für die Berufung seien, wollten dieselbe nur als Nothbehclf, weil sie meinten, daß die von ihm angedeuteten Derbefferungcn I Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. • Bweetuu Berlin, 18. Januar. Seine Majestät der Kaiser besuchte gestern Abend mit dem Prinzen und der Prinzessin Wilhelm die Vorstellung im Opernhause und wohnte dann einer Theegesellschast bei der Kaiserin bei. — Se. Majestät der Kaiser empfing Vormittags den zur Botschaft in Madrid kommandtrten Rittmeister v. Bülow und nahm darauf einen längeren Vortrag Wil- mowski's entgegen. Berlin, 18. Januar. Wie nunmehr bestimmt ist, wird der Kaiser das Krönungsund Orvensfest am 22. Januar persönlich abhalten und sich hierzu Mittags IlVrlUhr nach dem Königsschloß begeben. * Berlin, 18. Januar. Die Commission für das Wehrpflichtgesetz nahm die Paragraphen 1, 2, 4 bis 7 unverändert, Paragraph 3 mit einem Amendement an wonach Personen, die vor dem zwanzigsten Lebensjahre in das stehende £>eer treten entsprechend früher aus der Landwehr zweiten Aufgebots ausscheiden.! Auf eine Anfrage über die Hohe der einmaligen Kosten erwiderte der Kriegsminister, die bezügliche Frage liege dem Kaiser zur Genehmigung vor. r^r Köln, 18. Januar. Der Rhein treibt mit Eis. Die Schifffahrt ist neuerdings geschlossen, die Schiffbrücke abgefahren worden. Wien, 18. Januar. Das „Fremdenblatt" sagt, die in dem Rescript des russischen Kaisers ausgedrückte Friedenshoffnung entspreche vollkommen dem überall bestehenden lebhaften Wunsche nach Erhaltung des Friedens; freilich dürfe nicht verkannt werden, daß trotz der aufgewendeten Bemühungen die auf allen Gemüthern lastende Beunruhigung und Zweifel über die Gestaltung der Zukunft nicht weichen wollten. — Dem „Fremdenblatt" zufolge hat die bulgarische Frage auch in den letzten Tagen die Cabtnete nicht beschäftigt; von keiner Seite sei ein Vorschlag unterbreitet oder sonst ein Anstoß zu einem Gedankenaustausch gegeben worden. Pari-, 18. Januar. Das „Journal de Paris" will wissen, Tirard werde seinen von der Budget-Commission geilem abgelehnten Getränkksteuer-Entwun aufrechthalten und aus dessen Annahme die Cabinetssrage machen. Mehrere Minister rheilten jedoch Tirard's Ansicht nicht. In parlamentarischen Kreisen wüide eine Cabinetskrisis als nahe bevorstehend angesehen. Mons, 18. Januar. Die Grubenarbeiter mehrerer Kohlenbergwerke im Patu- rager Gebiete stellien heute die Arbeit ein und verlangten Lohnerhöhung. London, 18. Januar. Die Königin empfing gestern Dr. Mackenzie. Eork, 18. Januar. Der irische Abgeordnete Lane ist wegen einer um 4. Januar < gehaltenen Rede, in welcher er das Volk zum Widerstand gegen die Gesitze anreizte zu 1 einem Monat Gefängniß verurtheilt worden. Gottesdienst der israelitischen ReligionsaeseUschaft. 3" Uhr^LstagWend S^Samst«g Vormittag 8°° Uhr, Samstag Nachmittag Qm)(, . a . Frankfurter Stadtthcater. fierrn f m vereinigten Sladlthealer und dem Kammersänger nächsten^MonwaVenII bte ®emnbarung getroffen worden daß der berühmte Künstler Ä A , o-23- Z°nuar, und zwar nur an diesem einen Tage, ein no-b- Gastspiel im Frankfurter Opernhause absolviren wird, Bestellungen auf Bläke werden schon letzt an der Kass- des Opernhauses -ntgegeng-nommen. ' * 6 L v k « l e G. r Sietzen, 19. Januar. Der Verwaltungsbertcht der Gr. Bürgermeisterei Gießen für das Etatsjahr 1886/87, erstattet von Herrn Bürgermeister Bramm, enthält in seinem „Allgemeinen Bericht" Folgendes: In den Zusammensetzungen des Stadtoerordneten-Collegiums traten infolge Amtsniederlegung des Herrn Beigeordneten Aug. Heß, sowie der am 16. November 1886 ftattgehabten periodischen Ergänzungswahl des Stadtvorstandes verschiedene Änderungen ein. Mit Dank gedenkt der Bericht der ausgeschiedenen Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung für ©tenfte. — In dem Zeitraum vom 1. April 1886 bis dahin 1887 hreli die Stadtverordneten-Versammlung 33 Sitzungen ab, in welchen 687 Gegenstände zur Behandlung und Beschlußfassung kamen. Die Baudeputation behandelte in dem gleichen Zeitraum in 33 Sitzungen 428 Gegenstände, ihr folgt die Armendepu- on, mit 23 Sitzungen, der Schulvorstand für die städtischen Volksschulen mit 11 Sitzungen, die Ftnanzdeputation mit 9 Sitzungen, das Curatorium für die höhere und erweiterte Mädchenschule mit 5 Sitzungen, wie denn auch die übrigen ständigen Deputationen, insbesondere diejenige für das Feuerlöschwesen und die Quellwasserleitung, zu häufigen Sitzungen veranlaßt wurden. -- Rach der Durchschnittsberechnung des an je 2 Tagen im Monat festgestellten Personenverkehrs betrug derselbe auf dem Burgermeistereibureau 14,205 Personen, auf dem Standesamt 4087 Personen auf dem Bureau der Armendepulation refp. des Armenkassenrechners 6587 Personen — die Standesamtsstattstik betrifft, so ergab dieselbe folgende Resultate: Die Ehe schlossen 126 Paare, 5 mehr rote im Vorjahre, und verhetratheten sich ihrem bürgerlichen Berufe nach: Aerzte, Künstler, Beamte, Lehrer, Rentner 15, Kauf- und Handelsleute, Commis, Gastroirthe, Kellner 28, Handwerker und Gehülfen 54, Unterbeamte, Scribenten rc. 12, Militairpersonen 7, Taglöhner und sonstige Dienende aller Krt 1^- Dem Clotlstande nach verheirateten sich 107 ledige Personen, 3 ledige Män- ner hetratheten Witt wen, 16 Wittwer ehelichten ledige Frauenspersonen. — Von den basier lebend geborenen 610 Kindern waren 294 Knaben und 316 Madche.i, gegen das Vorfahr sind mithin 27 Kinder weniger geboren worden und £”ar b6 ?"aben weniger und 9 Mädchen mehr. Von diesen Kindern waren 450 ehe- ^1' k 61 Än.e6dt?ec Geburt Tas Verhältnis der Ancrkeimtniß der Vaterschaft ist gleich den letzten Jahren ein sehr geringes gewesen, von den 161 unehelichen Kindern 7 anerkannt. Todtgeborcn wurden 21 Kinder. — Die Gesammtzahl der , ?*"tr?f.?lle betrug 419 und zwar starben 239 männliche und 180 weibliche Per- oterbefaöe haben sich gegen das Vorjahr um 71 vermindert. Im akade- rnischen Hospital, in der Entbindungsanstalt und in Prioatbäusern starben 119 orts- iAxfait untor X.. .. r 1 -t., „ _____ ■ . c ^.5'*" ^^11. Die größte wEch?n'derM7r.'tAp"rk^'" b£t Monat Mai (30), unte? d'en Die städtischen Unt-rrlchtsanstaU-n besuchien im Schuljahr 1886/87: das Real- jpmnaftumipftMfen meommet 1886 226 Schüler, im Winter 1886/7 212 Schüler- 17a C-r 1886/7 140 Schülerinnen; di- Vorschule zu den beiden vorgenannten Schulen i i" 8 Klaffen im Sommer 1886 212 Schülerinnen, im Winter 1886/7 218 Schülerinnen \ iie Stadtknabenschuie in 8 «lassen (Klasse II, VI. und VIII. in je zwei Abtheili nä-n> tm Sommer 1886 689 Schüler, im Winter 1886/7 697 Schüler; die Stadtmädchen- ' Klasse» (Klasse II. V., VI. und VIII. in je zwei Ab,heilung7n) im Som- । mer 1886 729 Schülerinnen, im Winter 1886/7 744 Schülerinnen Sieben aetftin lHhUf8eÄ(n' Silib'C "%!!'?-lefonbercn - Di- obligatorische Fort- bildrmgsschmle wurde von 270 Schülern besucht. — Der Gesundheitszustand war in S S“Ä'“b be§ Schull°h--s 1887 im Ganzen gut; es ereigneten Die Leseabmde des Vol k sbildungsvereinS wurden im Winter irrr_q? bW^Bücher^" 36 ^bcniien von 552 Personen besucht, entliehen wurden insgesammt zu zeitraubend seien. Nachdem erst der Bundesrath einen gleichlautenden Antrag «bgelehnt, wurde es nicht zweckmäßig sein, in eine weitere Verhandlung des Antrags einzutreten. Abg. Dr. Miquel (nl.) befürwortet die Wiedereinführung der Berufung und wendet sich besonders gegen die Ausführungen des Vorredners. Warum solle man so viele complictrte Garantteen schaffen, wenn man durch das eine Luftloch der Berufung eine Garantie für alle Fälle schaffen könne. Die Verlängerung der Vsruntersuchuna set nicht zu empfehlen, da eine leichte, rasch auf das Vergehen folgende Strafe oft viel wirksamer sei als eine schärfere nach Jahren. Der Wunsch nach Einführung der Berufung lregt tief im Rechtsgefühl des Volkes begründet, dasselbe fühle sich verletzt dadurch, daß nicht nach der erstmaligen Entscheidung noch eine zweite Instanz angerufen EctnLn X°rMnc’ Gerade im Interesse der ärmeren und minder gebildeten Klassen sei ber Berufung dringend geboten. Mit der Unmittelbarkeit und Mündlichkeit des Verfahrens set eine Art Hyperorthodoxie getrieben worden. Abg. vr. Munckel verthetdtgt den Antrag gegen die Einwände Klemm's. Der Antrag Munckel wird ohne vorherige Commtssionsberathung im Plenum zur zweiten Berathung gelangen. ______Freitag: Etat, Erlaß der Reliktenbeiträge. 81 sonntäglichen Feierabend für Lehrlinge" nahmen 156 Lehrlinge Mlter* nnn yi^iE.Aohl cJS “ Kl e r n kin d er sch u le aufgenommenen Kinder tm 997 dis 6 Jahren betrug tm Sommer 1886 194, im Winter 1886-87 wirf** r k. ? c F^quenz der mit dem Localgewerbveretn verbundenen Hand- betrug insgesammt 218 Schüler. — Die Industrieschule für Mädchen (Altceverein) wurde im Jahre 1886-87 von 165 Schülern besucht. (Forts, folgt.) l wird uns die Mitthetlung, daß der Fabrikbetrteb der von dem Brandungluck betroffenen Firma L. Scheid keine Unter-rechxrra erleidet sondern vorerst gern kneten Räumen sogleich weiter geführt wird. Wir theilen dies zur Ergänzung des Berichtes in Rr. 15 des Anzeigers hierdurch gerne mit. nnr ’ ZanuN'c. (Th eater.) Die Rudolph'sche Gesellschaft macht uns nLet^ftpnb<^ rKC; ?on ®ieSen nod& mit einer interessanten Novität bekannt, nämlich £uftftieIe von Brentano: „Ein Pension skind"; derselbe Verfasse? besten . „Durchlaucht haben geruht" bet seiner hiesigen Aufiübruna fo faison°statt"^ 8CfalIcn 6at Sonntag find-t der Schluß d-r dtcsjährlg-n Theater. ,ln,_ gestern aus der Klinik entlassene Kranke, welche tm Verdacht stehen roürhcn DbCt"anftd.ranrCn b 43ort:monnaie mit ca. 8 Inhalt entwendet zu haben, Flüll-lsVass^Än^ ^achi gegen 3 Uhr entstand in einer Schneidcrwcrkstätle in d-r ^Ulgersgasfe Feuer, welches, da es noch rechtzettig bemerkt worden, nicht recht rum 17 s x9* cp?rnuar* dem Referat über die Strafkammersitzuna vom 17. d. Mts. tft ein Fehler unterlaufen, welchen wir zu berichtigen bitt n In de^ 10. Zei e von oben muß es in dem Satze „er stehe nicht an, das Veralten d r Commiffton, oie ihn ungehort „verurtheilt rc.", „abgewiesen" heißen. Red. Handel und Beekehr. ..^mburg, 18. 5Zanuar. Rother Weizen pro Malters 14-85, weißer Weiren Kartoffeln Jt°(LOO^ f°25' @er^te ** 930, Hofer 6.00, Erbsen Jt 00.00, Frankfurt, 18. Januar. Auf dem heutigen Markt kosteten- Malter v4L 0.00-0.00, das Gescheit) 12—15 H, Eier das Hundert 000—000 Sri St. 6—10 Butter im Großen 00.00^00 00, im Detail das Pfund O OO bis 1.10, Weißkraut per Stück &-25 Rothkrau per ©tM 20-40 1 per Stück 3-4 H, Ochsenfleisch per Pfund 45-70 Ku^ u Rindfleisch 45-60 ^ Kalbfleisch 45—55 Schweinefleisch 65—75 Hammelfleisch 5O—6O^9> i Ä» >4 0.70-1.50 1 Huhn JC 1.00-2.20, 1 Ente 2 l^O-3.OO, Gans Dfun?66-7O^ 1 Taube 35-60 -5,. Welsche M. 12.00—00 00. *rUn0 b ,ü ^>- Pan“ar- r Am 25. d. Mts. kommt vor der Strafkammer des 37^ donto M°nstrcproceß zur Verhandlung. Nicht weniger al« 6/ Personen, sammtlich Bewohner von Alzey, erscheinen als Angeklagte und rwar bruchs^und^d!^,?d^^ Widerstandes gegen die Staatsgewalt, des Hausfrtedens- bruchs und des ruhestorenden Lärms. Die Sache bildet ein Nachspiel ru den ver- “an ^llen die Angeschuldtgten am Tage der Wahl die ^tra^Cl1 s?on vor und in dem Wahllokal begangen haben. Fünf ber Angeschuldigten wirb auch die Anstiftung unb das Zureden zu den anaebeuteten Beklagten Als Be-^ uV- ^^chs Anwälte theilen sich in die Vertheidigung der An- T k -äc' , ^utlaftungszeugen sind über 20 Personen geladen. Die Ver- Handlung wird voraussichtlich 2 Tag- in Anspruch nehmeiu für das K-ickästE^ fiCs^/6«7tCr-e6a5/r?al^n.06=iRed,cnfd,aft§bcri*t d-r Bürgermeisterei ßtnbt sn?ifn? fn6lab 1K8*.87 ? G-mmmt-innahm- der Betrtcbsrechnung der a b°.. »pachten Periode 2 616 392^; auf, weicher Summe 2 362 414 JL ÄLt8 äUb*Me" und mithin ein Nechnungsrest von 253 977 je verbleib ®3&b55 Sär3'» । w 18. Januar. Wie auf der vorgestrigen Generalversammluna mHSBänSlm MOS««, Hartleibigkeit oder andere Zeichen der Verba«» Sw b? in »J wTnth r“ der Gesundheit erkennenden Patienten aus die hinlenken^ über deren^ ÄS A erhälilichen Sodener Mineral-Pastillen die besten Zeugnisse vmliege^^ “ 2ln,taIten ®ie von "-rühmten Acrzlcn und Laten Aktgemeiner Anzeiger. Samstag, den 28. d. Dk., Nachmittags um 1 Uhr, soll die hiesige Gemeinde-Feld- und Waldjagd auf weitere 6 Jahre im II. Schulsaal öffentlich verpachtet werden- Beuern, den 18. Januar 1888. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto. 553 Bau-, Rutz- und Brennholz. Donnerstag, den 26. dS. Mts., von 91/» Uhr, wird im Lokale des Wirthes Herrn La uz in Wismar aus den Districten Reitzenstein, Kennelsheck, Breitrod, Stumpf und Kattenbach des Wismarer Gemeinde-Waldes versteigert: A. Eichenr 7 Stämme 1. Kl mit 24,04 fm., 6 Stämme II. Kl mit 11,57 fm., 17 Stämme HI. Kl- mit 6,88 fm., 52 St. IV. Kl. mit 11,07 fm, 12 rrn. Küferspalten, 6.3 im Rundholz, theils 2 und 4 Mir. lang, 112 rrn. Scheit, 111 rm Knüppel, 23,5 rm Stöcke, 244 rm Reiser. B. Buchenhrennholz: rm. Scheitbl, Scheitknüppel 19, Knüppel 187, Stöcke 6, Reiser 1248 C. Kiefern r 15 Stämme 3/< Kl. mit 7,12 fm., 30 rm. Nutzholz, 3 Mtr. lang, 18 >rn. Knüppel, 241 rm. Reiser. Auf Verlangen wird Herr Förster Kanngießer Auskunft ertheilen Krofdorf, am 17. Januar 1888. 560 Das Bürgermeisteramt. Samstag, drn 21. Januar, Nachmittags 2 Uhr, soll im hiesigen Pfandlokale verschiedenes Mobiliar versteigert werden. 563 Horn. Samstag, den 21., und Montag, den 23 Januar, Nachmittags 1 Uhr, sollen in der Wetzsteingaffe an der Abbruchsstelle altes Bauholz, Oefen, alte Thüren und Fenster, Treppen, ca. 10,000 Falzziegel und noch anderes Abbruchsmaterial versteigert werden. 558 C. Eollu Iieikgeöotenes. Prima Bienenhonig, K Pfo. 80 H, in Parthien von 10 Pfd. an i 75 ju haben bei Bürgermeister Germer in Klein-Linden. 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Tagesordnung: 1) Jahresbericht, 2) Rechnungsablage, 3) Statistik, 4) Vorstandswahl, 5) Veranstaltung einer Verloosung, 6) Kostenfreie Erhebung der Beiträge zum Hauptoerein. ____Um das Erscheinen aller Mitglieder wird dringend ersucht.____________ Restauration u. bayrisch Bierausschank zum Berg-Bräu Fürth-Nürnberg. Habe die Ehre zu berichten, daß ich eine neue Sendung von diesem anerkannt guten Biere, hell sowie dunkel, in Zapf genommen habe. Gleichzeitig empfehle ich meine anerkannt gute Küche bei ausgezeichneter Frühstück- und Abendkarte in reicher Auswahl. Von jetzt an guten MittagStisch um 12% Uhr und ersuche höflichst Herren^welche daran theilnehmen wollen, sich bei mir zu melden. Lager in Flaschenbier von obigem ausgezeichneten Stoff stets vorräthig; bitte höflichst um Bestellung. Preis der Flasche 26 per 12 Flascken X 3 — Niederlagen zu gleichen Preisen bei den Herren Carl Möser, Alicestraße 20, und Wilh. Seuling, Nordanlage 29. Hochachtungsvoll Job. BaHsch, Sonnenstrasse 14. Bier im Faß gebe ich aus meinem Lagerkeller bei billigster Be- rechnung ab. 387 Hamburger Fisch- u. Delik Handlung A Koch Nachf empfiehlt heute und die nächsten Tage eintreffend: lebend frische Helg. Schellfische und Cabliau, frischen Ryein- u.Wesersalmsn, Zander, Hechte, Ostender Seezungen, Seezungen- stlet, leb. Schleien, Steinbutte, la. frische grüne Häringe, per Pfd. 16 Pfg., frische holl. Bratdiverse Räucherfische, Hummer, ruff. Cat^iar, frischgeschlachtete- Mastgestügel. ___ Wildgeflügel und Austern erwartend. 584 bückinge. Zu unserem Bedauern sehen wir aus dem heutigen Jnseratentheile des Gießener Anzeigers, daß der am Montage in hiesigem Schlachthause von der Fleischbeschau an Perlsucht (Lungenschwindsucht) verworfene Ochse dem Publikum als frisch geschlachtetes Ochsenfleisch feil geboten wird. Wir machen hiermit ein hiesiges Publikum darauf aufmerksam, solches Fleisch nicht als labenremes, sondern als krankes Fleisch zu kaufen. Es wäre endlich gerechtfertigt, daß die Gesetzgebung einschriue und alles Fleisch, welches als krank befunden wird, der Abdeckerei überweise. Gießen, den 19. Januar 1888. 581 Die Kloifeher - Innung Gießen. MisfiouS Versammlung am Sonntag, den 29. Januar 1888 in RöSgen. Nachmittags 2 Uhr: Versammlung in der Kirche; 4 Uhr: Vereinigung im Saale des Herrn Gastwirth Wilhelm Balser; 6 Uhr: Abendgottesdienst in der Kirche. (Der Balser'sche Saal wird von 1 Uhr an geheizt sein.) In Auftrag: 576______Dr. Naumann, Pfarrer zu Gießen. Für Müller; 551] Zwei oierwalzige Wegrrrann'sche H Porzellt>nwalzfiühlr, sowie ein Schrot- ; stuhl von Gan, & Cornp. in Pest ! sollen einzeln oder zusammen billig ver- k kauft werden. _JOiefc Stüble arbeiten sehr gut, eignen \ sich für kleine Handels- und Kundenmüllerei und können noch ca. 14 Tage in Betrieb gesehen werden. Alsfeld, Sandmühle. H. E. Schneider. 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