AK. 2^S Freitag den 19. October 1888. Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaur Schul st raße 7. EMM■ Politische Rundschau Gießen, 18. October. Der Katserbesrrch in Italien hat noch kurz vor seiner Beendigung mit dem Besuche Kaiser Wilhelms in Neapel ein Bild entrollt, welches an Farbenpracht und Lebendigkeit mit demjenigen des Kaiserempsanges in Rom getrost wetteifern kann. Am Dienstag Nachmittags 2Vi Uhr trafen Kaiser Wilhelm und König Humbert, begleitet von den königlichen Prinzen sowie von den Ministern Bismarck und Crispi, in dem herrlich geschmückten Neapel ein, von der Bevölkerung mit echt neapolitanischem Enthusiasmus begrüßt. Nach Erledigung der herkömmlichen Empfangs - Ceremonien am Bahnhofe fuhren die Majestäten und die Prinzen nebst dem gesammten Gefolge unter geradezu unbeschreiblichem Jubel der dichtgedrängten Menschenmassen, welche nicht nur die Straßen, sondern auch die Fenster, Balcons und Dächer ansüllten, nach dem königlichen Schlosse. Vor demselben hatte sich ebenfalls eine ungeheure Menschen- mafse angestaut, aus welcher erneute brausende Jubelrufe emporsttegen, als die Majestäten auf dem Balcon des Schlosses erschienen. Um 4s/4 Uhr besichtigten die allerhöchsten Herrschaften, sowie Bismarck und Crtspi die Museen, worauf Abends 7 Uhr im Schlosse großes Galadiner stattfand; zugleich erstrahlte die ganze Stadt in einem Lichtmeere. Um 8 Uhr brachten 200 Mandolinenspieler den Majestäten auf dem Plebiszito-Platze eine Serenade dar; darauf concertirten elf Militärkapellen unter den Fenstern des Palastes; um 9Va Uhr begann die Galavorstellung im Theater. Am Mittwoch fand vor Kaiser Wilhelm und König Humbert die große Flottenrevue bet Neapel statt, an welcher insgesammt 22 Schiffe der italienischen Marine thetlnahmen; nach der Revue sprach der Kaiser auf der deutschen zoologischen Station in Neapel vor. Für Donnerstag Vormittag war ein Besuch Pompeji's projectirt, am Nachmittag sollte die Rückkehr nach Rom stattfinden, woselbst dem deutschen Kaiser am Abend mit einer großen Fackel- und Musik-Serenade die letzte glänzende Huldigung der Bürgerschaft Roms dargebracht werden sollte. — Die Dispositionen für die Heimfahrt Kaiser Wilhelms haben, soweit bekannt, keine Veränderung erfahren und erfolgt demnach die Abreise von Rom am Freitag Nachmittag 3 Uhr, die Ankunft in Potsdam am Sonntag Vormittag gegen 9 Uhr. Noch eine andere Erinnerungsfeter begeht Deutschland in diesen Octobertagen — diejenige der Leipziger Völkerschlacht, deren Gedenktag nunmehr zum 75. Male wiedergekehrt ist. Das Bewußtsein, daß wir Deutsche die Erinnerung an die vor 75 Jahren erfolgte Befreiung unseres Vaterlandes vom Joche des corsischen Eroberers im Strahlenglanze unserer neu errungenen nationalen und politischen Einheit begehen können, bildet die schönste Umrahmung dieses echt vaterländischen Gedenkfestes. Die preußische Wahlbewegung ist auf ihrem Höhepunkt angelangt und auf allen Seiten steht man nunmehr gerüstet da für den eigentlichen entscheidenden Tag der Wahlschlacht, den 30. October, den Tag der Urwahlen. Welche Resultate derselbe ergeben wird, läßt sich indessen nicht mit Sicherheit beurtheilen, da die Stellung der einzelnen Parteien zu einander eine vielfach verworrene ist; jedenfalls dürfte sich zunächst ein recht buntes Wahltableau entrollen. Eine neue Allarmnachricht aus Ostafrikak Die „Times" meldet, daß der deutsche Kreuzer „Möve" ein Schiff mit französischer Flagge nach dem Hafen von Dar-es-salaam brachte, weil die Besatzung desselben den deutschen Beamten Gewalt androhte, als diese die Vorzeigung der Schiffspapiere verlangten. An Bord des Schiffes wurden Eingeborene, muthmaßlich Sclaven, vorgefunden. Daß der Capitain der „Möve" zu seiner energischen Handlungsweise gegen das verdächtige Schiff vollkommen berechtigt war, dürfte zweifellos sein; nur wird man in Frankreich ver- muthlich gegen das „gewaltthätige" Auftreten des deutschen Offiziers nicht wenig spectaculiren! In Frankreich beherrscht die Verfassungsrevisionsfrage zur Zeit vollständig das politische Feld. Vorläufig kann das Ministerium Floquet mit dem Beginne des parlamentarischen Feldzuges in dieser Haupt- und Staatsaffaire zufrieden sein da die Deputirtenkammer dem Eabinet bet der Berathung des Floquet'schen Reoisions- projectes mit bedeutender Mehrheit ein Vertrauensvotum erthetlte und den Entwurf zugleich an die „Revisions-Commission" verwies. Gespannt darf man aber einigermaßen auf die Stellung sein, welche der Senat dem Reoisionsentwurfe des Minister- präsidenien gegenüber einnehmen wird, da der Entwurf die Befugnisse der genannten Körperschaft dermaßen beschneidet, daß dieselbe durch Genehmigung des Reotsions- projectes ihr eigenes Vernichtungsurthetl sprechen würde. Ueberhaupt dürfte die fernere parlamentarische Entwickelung der Revtsionsfrage noch „Überraschungen" bringen, denn zu der Mehrheit von 299 Republikanern, von welcher das Eabinet Floquet am Montag sein Vertrauensvotum erhielt, gehörte auch ein Theil der Opportunisten und von diesen hängt es noch jeden Tag ab, durch eine Allianz mit den Monarchisten das Floquet'sche Revtfionsproject und hiermit das gegenwärtige französische Ministerium selbst zu stürzen. Aeutschland. Darmstadt, 17. October. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Director des Realgymnasiums zu Gießen, Weihrich. Ikonstanz, 17. October. Johann Schleyer, der Erfinder des Volapük, ist gestorben. Telegraphisch« Depeschen. »Okff'S telegr. Eorrespondenz. Burean. Pari-, 17. October. Nach einer Meldung aus Tunis wird der französische Generalresident Mafsicault die Note des dortigen italienischen Consuls in der Frage der Schulinspection durch eine Note beantworten, welche in entgegenkommendem Sinne gehalten tft und in den nächsten Tagen überreicht werden soll. London, 17. October. Der italienische Botschafter Graf Robtlant, der vor einigen Tagen erkrankte, ist heute früh gestorben. Rom, 17. October. Der Oberbürgermeister von Berlin richtete an den General- ndjutanten Grafen Pafi ein Telegramm, worin er ihn Namens der Stadt Berlin bat, Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. dem König von Italien für den Empfang zu danken, den die Bevölkerung Italiens dem Deutschen Kaiser bereitet bat. Eastellamare, 17. October. Die Stadt ist festlich beflaggt und geschmückt, das Wetter ist schön. Eine ungeheure Menschenmenge ist aus Neapel und Umgebung herbetgeströmt. Der Kaiser und der König sammt Gefolge, die Minister und die Gäste, welche um 10 Uhr 10 Minuten Vormittags Neapel verlassen hatten, trafen um 11 Uhr unter den jubelnden Kundgebungen der Menge hier ein und begaben sich, während die Schiffe des Hafens salutirten, um Mittag auf die Werft. Der Kaiser war in Admtralsuniform. Das Geschwader war in höchstem Flaggenschmuck. Das Meer war ruhig. Als die Monarchen und die Prinzen auf reich geschmückten Tribünen Platz genommen, segnete der Diöcesanbischof von Neapel das neue Schiff „Umberto" ein. Die Tochter des Admirals Acton zerschellte am Bug des Schiffes eine Flasche Asti-Wein. Unter lautloser Stille, athemloser Spannung vollzog sich der Stapellauf. Als der „Umberto" um 12 Uhr 5 Min. in s Meer hinabglitt, gaben der Kaiser und der König lebhaften Beifall kund und die Menge brach in lauten und anhaltenden Ruf aus: „Es lebe der König!" Der „Umberto" ist fast so groß wie die „Italia"; er hat eine Maschine von 19 500 Pferdekräften und eine Geschwindigkeit von 19 Knoten. Nach dem Stapellauf begaben sich die Monarchen, Prinzen, Staats- und Hofwürdenträgcr an Bord der Königs-Yacht „Saooya", von deren Großmaste die deutsche Flagge wehte. Die „Savoya" dampfte, vom ganzen Geschwader gefolgt, nach Neapel zur Flottenrevue. Nach der Revue werden die Monarchen Capri und Ischia besuchen. Neapel, 17. October. Die königliche Yacht „Savoya" mit den Fürstlichkeiten und dem beiderseitigen Gefolge an Bord ist um 3 Uhr Nachmittags hier eingetroffen. Bald darauf kam auch das übrige Geschwader an. Unabsehbare Menschenmengen erwarteten am Ufer die Schiffe und bereiteten denselben einen überaus herzlichen Empfang. Die Flottenrevue ist glänzend verlaufen. Die Menge begleitete die Bewegungen der Flotte mit enthusiastischen Kundgebungen. — Das Paradegeschwader formirte sich folgendermaßen: die Torpedoboote nahmen an der Spitze, im Winkel formirt, Aufstellung, die Schiffe folgten in §wei Colonnen, und so defilirte das Geschwader von der rechten zur linken Seite an der Yacht „Savoya" vorüber, welche im Angesicht der Cascarciola-Straße Stellung genommen batte. Darauf defilirten die Schiffe in einer Linie aus der äußeren Seite der „Savoya", gingen sodann in vier Colonnen angesichts Chiajanfesi vor Anker. Die Handelsschiffe ankerten inzwischen längs der Posilipoküfte. Alle Bewegungen, rasch ausgeführt, gewährten ein glänzendes, imposantes Schauspiel. Die Revue war um 4 Uhr 40 Minuten beendigt. — Der Kaiser beglückwünschte lebhaft den Marineminister wegen des glatten Stapellaufs und der schönen Flottenparade. Beim Dejeuner an Bord der „Savoya" toastete Kaiser Wilhelm auf Ciispi, stieß mehrere Male mit ihm an und verehrte ihm schließlich sein photographisches Porträt mit seiner eigenhändigen Widmung. Während der Flottenparade unterhielten sich die Fürsten fortdauernd mit dem Marineminister und dem Admiral Acton, welcher die Parade befehligte. Dem Ersteren verlieh der Kaiser das Großkreuz des Rothen Adlerordens. Alle Schiffe des Geschwaders trugen übrigens die deutsche Flagge am Hauptmast. — Als die Monarchen gegen Abend die Yacht verließen und tn's Palais zurückkehrten, wurden sie von der lebhaften neapolitanischen Bevölkerung wieder mit begeisterten Zurufen begrüßt. Die Stadt war glänzend illuminirt und die Musik-Aufführungen auf den öffentlichen Plätzen fanden wie am gestrigen Abend statt. Neapel, 17. October. Die Huldigung der Bevölkerung für die Majestäten dauerten bis über Mitternacht hinaus. Graf Bismarck stattete Abends in Begleitung Crispi's dessen Familie einen Besuch ab. Der Kaiser und König trafen heute Vormittag in Eastellamare zum Stapellaufe ein. Belgrad, 17. October. Die Gerüchte von einer bevorstehenden Mtnisterkrisis, sowie über Die zu erwartende Demission des Ministers des Auswärtigen, Mijatovic, entbehren, wie aus Regierungskreisen verlautet, jeder Begründung. Berlin, 18. October. Die „Nationalzeitung" veröffentlicht gegenüber Mackenzies Beschuldigung, daß Professor Bergmann auf falschem Wege die Canüle in die Luftröhre eingeführt habe, eine gemeinsame Erklärung Birchow's und Waldeyer's, daß im Sectionsprotokoll von einer Absceßhöhle keine Rede sei, noch solche jemals bestanden habe. Die Gewebe, in welchen nach der Broschüre die Canüle falsch gelegen, wurden bei der Section normal ohne narbige Veränderung gefunden. Softie*. Gießen, 18. October. Der Kanzler der Landesuniversität ist als solcher bekanntlich Mitglied der Ersten Kammer der Stände. Gegenwärtig ist die Stelle unbesetzt, sie wird es wohl auch bleiben. Da nun aber verfassungsmäßig die Universität in der Ersten Kammer vertreten sein soll, so ist durch landesherrliche Entschließung vom 13. d. M. auf Grund des Art. 2 des Gesetzes vom 8. November 1872 (Zusammensetzung der beiden Kammern der Stände) für die Dauer des gegenwärtigen Landtags Herr Geheimerath Professor Dr. Streng zum Vertreter des Kanzlers in der Ersten Kammer der Stände ernannt worden. Gießen, 18. October. Die Rudergesellschaft eröffnet heute Abend ihre Wintersaison im alten Vereinslokal „Cafä Ebel" durch eine gemüthliche Zusammenkunft ihrer activen und passiven Mitglieder. Wenn auch die regnerischen und kurzen Herbsttage der sportlichen Thätigkeit auf der Lahn ein Ziel gesetzt haben, so werden doch auch im Winter die körperlichen Leibesübungen fortgesetzt und zwar ist für Montag Abend Fechten, Freitag Abend Turnen und Freiübungen vorgesehen. Jeden Donnerstag Abend findet gesellige Zusammenkunft im Vereinslokal statt und sorgen Vorträge ernsten, heiteren, sachlichen und musikalischen Inhaltes für Unterhaltung und Belehrung der Mitglieder. — Für Winterfestlichkeiten ist eine theatralische Abendunterhaltung mit lebenden Bildern und sich anschließendem Tanz beschlossen, welche Sonnabend den 1. December d. I. im festlich decorirtcn Saale des Caf6 Leib stattfinden wird, während das zwölfjährige Stiftungsfest durch einen Ball am 19. Januar n. I. in Stein's Saalbau dieser Feier würdig begangen werden soll. Gießen, 18. October. Die in diesem Jahre herrschende Bauthättgkeit in unserer Stadt wird von Vielen für außerordentlich groß gehalten. Wenn nun auch nicht zu verkennen ist, daß z. Z. auf dem Gebiete des Bauwesens viel geleistet wird, so ist das Jahr 1888 auf letzterem doch noch nicht zu denjenigen zu rechnen, die in Bezug auf Zahl und Umfang der im Bau begriffenen Häuser unerreicht dastehen. Abgesehen von dem Klinikneubau, der ja eine ganz beträchtliche Anzahl Bauhandwerker beschäftigt, ist die Bauthättgkeit lange nicht so rege, als z. B. im Jahre 1877, in welchem nicht weniger als 65 Neubauten (Vorderhäuser) aufgeführt wurden. Nachstehend geben wir eine Uebersicht über die seit dem Jahre 1875 aufgeführten Neubauten, sowie der Bauveränderungen. Es wurden gebaut Vorderhäuser: 1875: 44, 1876: 62, 1877:65, 1878: 23, 1879: 31, 1880: 28, 1881: 21, 1882: 20, 1883: 12, 1884: 27, 1885: 25, Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. 3MBT Die verehelichen Leser unserer Zeitung machen wir hierdurch darauf aufmerksam, daß der heutigen Nummer unserer Blattes ein Prospect über das berühmte Rademann's Kindermehl beiliegt. P 8389 Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesrllschast. 3» U6r!®amsKm“ 5§-rU6®am8ta8 $°rmi,tafl 8” Uhr, Samstag Nachmittag Der an die Landessynode gerichtete Antrag, „sie wolle Großherzogliches Ober- etl?cru5erfU0u?i0 crfud?cn' durch welche den Geistlichen der evan0ellschen Landeskirche ^gliche amtliche Bethetligung bet einer aus Anlaß einer Le^enverbrennung veranstalteten Feierlichkeit untersagt wird" — deckt sich der Sache lutherischen Conferenz evangelischer Geistlicher und von der Niederwollftadter Conferenz an uns gerichtete Eingaben des Inhalts: (S.imi*.nLrDQCJCsnJ;[t^iumrYmoa^^r? eine bestimmte Verfügung den evangelischen Geistlichm der Landeskirche alle und jede Bethetligung bei einer projectirten Leichen- inJ^Qu^ Verstorbenen untersagen, um so in unmißverständlicher ^- S ^ung der evangelischen Kirche zu der Angelegenheit zu bocmnentlrcn, der >? a a8,Ü li??. ,ur kin- der christlichen Stile und dem christlichen Gesühle widerstreitenden Einrichtung entgegen zu treten und dem einzelnen Geistlichen wirksamen Schutz gegen ungehörige Zumuthungen zu gewähren." In dieser Eingabe treten die beiden Punkte, um die es sich bei der angeregten Frage handelt, am deutlichsten hervor: .ÖÜI 1) die amtliche Betheiligung eines Geistlichen bet einer Leichenverbrennung, und - ?) di- °?"ichen Handlungen an der noch im Hause befindlichen Leiche. a «5 \e r? im Großherzogthum Hessen noch keine Letchenoerbrennungs- anstalten vorhanden sind, so hat das Oberconsistorium keine Veranlassung, eine Verfügung zu erlassen, die den Geistlichen die amtliche Betheiltgung bet einer Leichen- verbrennun0 verbietet. Es würde aber nicht anstehen, wie es auch seiner Zeit in einem andas Großh. Ministerium des Innern und der Justtzübe^ "ledergelegt hat, den Geistlichen jede amtliche Function bei einer sogen. I Feuerbestattung zu untersagen und zwar aus folgenden Gründen- B Di- christlich-kirchliche Sille ist das BegrSbniß. Dies- Sitte ist allaemein geworden Msolge des christlichen Glaubens, und sie verkörpert in sinnbildlicher Weise UitJmlftld,ena3IhferfteftungSglauben, den Glauben an ein Wicdererwachcn des „Ent- ranL a Qrja“S Schlat- geworbenen Tode, an die Wiederbelebung des in „Gottes Acker ausgesüeten „Samenkornes" des „verweslichen Leibes". In dieser Sttte D«8- werthooller Besitz für das gesammte Glaubens- und Gefühlsleben. S H, ft neuen Testament an sich hat sich unter Voraussetzung dieser alle kirchlichen Formeln sur christliche Lcichenbestattung, alle Gebete und Oeder dafür fußen auf ihr. Eine evangelisch-kirchliche Behörde, die an die Geistes- I Sprach- und Vorstellungswelt des neuen Testamentes als alleinige Norm ihrer Ent! scherdun0en gebunden ist kann hieran nichts ändern. Sie hat keine Macht, in einem rirnPnhn°^ r* " m "x v^ln, noch von der gelammten Kirche voraus- n ckt der Ä Tld,C Anordnungen zu treffen, sie kann aber auch «anL/m Willkür Einzelner die Erfindung von Gebräuchen überlassen, die als eine völlige Neuerung der Cultussitte erscheinen würde. ' ' ftrrfSHrhP Aur kirchlichen Ordnung einer Leichenverbrennung eine eoanaelifcfi^ hl? S0iltmirtl ^bietet ihr jedes Eingehen auf derartig fiännpnhp Mtt dem chrtstllchen Glauben auf's Innigste zusammen- ! lc^i un^ kirchliche Sitte in jeder Weise zu schützen. Sie dürste auch (Sinfübrun? dner hnnn r60“^1!011?0 DOn Bestrebungen annehmen, die zunächst auf die dn Vurn^für h^SPeItC" Bestattungsweise zielen, von welchen aber die neuere nur Vermögenderen bleibt und sie würde sich mit den Gefüblen her Ct a 1" Widerspruch setzen, die in der gewaltsamen plötzlichen ! 5hiL/n "Jra6 inCl ^Ci?rlaStreuer eine minder pietätvolle Behandlung desselben i Sung ^«-st-ttung d-ss-Ib°n in „Got.-s Acker" zur langsamennatLrgemSße!. 1887:24. Nebenhäuserwurden aufgeführt: 1878 : 32, 1879 * 49 1880-30 h^1 * * *^45' 188?: k0, 1883: 55k 1884: 66, 1885: 45' 1886: 43' 1887: 55. 'Die Zahl 1885 37D188fin3Krii2^n^bCtrH0k 1882 : 44, 1883 : 41, 1884745, ^abrp/^7^^7^' °?^r dre Zahl der erbauten Nebenhäuser in den Jahren 1875, 1876, 1877 liegen Angaben nicht vor, ebenso ist die W der Bau- veranderungen aus den Jahren 1875, 1876, 1877, 1878 und 1881 nicht bekannt. CTDn ^7"; ei!?C 1,6111 ®Ha^^Qrmmcn^ Zigeunerbande lagerte am vergangenen h ^a56*iDO? Krofdorf. Verschiedene von derselben verübte Vergehen nothigtm den dort stationirten Gendarm gegen die Bande einzuschreiten. Sie leistete demselben aber thatlich Widerstand, und als er zur Verhaftung schreiten wollte n°l ®le.6c" ru Reißaus und setzten ihren Weg, die Straße nach Frank-' ?0Cnb' s. äux Verfolgung holte der Krofdorfer Gendarm die hiesige dnhnrfp s deren berittene Mannschaft die Zigeuner bei Großen-Linden natb DOn wo aus die vereinte Gendarmerie die Sen iLt0 Personen nebst 5 Wagen bestehende Bande nach Wetzlar dirigirte. Dort Gespll^b^ ^^e Zigeuner rn Haft genommen und am Dienstag Morgen die ganze «3ÄÄ?ft bEe Gendarmerie von Wetzlar nach Butzbach verbracht, um so unter weiter nach ihrer Heimath zu abgeschoben zu werden. Eine Frau, welche in Vferd verkaufhatte, fand sich ebenfalls bald in Wetzlar ein. Ein hie? in Hait^ befindet fich unter der Anklage der Beamtenbeleidigung noch ,,a ^anzseid. Faille Francaise von Mk. 2.83 und zollfrei' das^FE^t^«?Äv^ Äff^Ztoich Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. WM 8390 ^?0/de damit an ihrem Theile einen Quell zarter Pietät, die sich in der 1^000611 Fürsorge für die verweslichen Ueberreste der Entschlafenen aussvrickn ntr- Samstag wird „Betßner's Pracht-Svir-e für um-?n°hm-n wird aus Kass®bÄch,°N° " °""8° ^°rst°llung-n geben. Ueber das nt(?l L^^^Borstellungen verdienen umsomehr dem Gesuche empfohlen zu werden, als Herr Betßner es verstanden hat, durch ein kunst- $ublifnma C fT auWcnt.c§ Programm allen Anforderungen eines gebildeten bcrt Heranwachsenden Jugend Genüge zu leisten Wir verweisen her ÖU ßroben Forscher- und Entdeckungsreisen der zwei Pioniere ?mh^Eanley und des berühmten Dr. Emil Schlagintweit ??n0el Unb 3nbu?' sowie seine wunderbare Moscheen und Prachtbauten begleiten wird. Es zeigen sich dann Rom und Neapel mit ihren großen Er- ^ahfieiSh^m ffff®f"h ^olus stellt die großartigsten Naturwunder mit über- d b5 an? Fuders ist aber aufmerksam zu machen auf einen unter SÄ Ko^en m" hergestellten Cyclus von über 30 Original-Verwandlungs-Gemälden aus der Lebens- und Leidensgeschichte des Heilandes. Dieselben sind nach Vorlagen HhHf!^Cn ^"skdrten Prachtbibel künstlerisch ausgeführt und werden mit srnVortrage dem Publrkum vor Augen gebracht. Jedoch nicht nur her ernsten mSSn» Unb Belehrung, sondern auch der Unterhaltung ist in der Soiröe Rechnung Den Sck>l> b h 'n“ Abthetlung deutsche Volksmärchen vorg7führt^ m^nMR,AU.tirslIbet U mr ^6Ä nod^ cinc sogenannte Soiree fantastique, bestehend aus a,»0^I^Berwandlung. Kurz, die Soiröe bietet soviel des Neuen daß mäßig ftnT^ biCfdbe ""befriedigt verlassen wird, zumal die Eintrittspreise auch sehr Frankfurter Opernhans. -MM8ZM-MZ ist. wonach ^d-n GsisMchm Ä amtIto1sethSÜ6U\8'.roi.e fte °°" uns erbeten te'4en@rb0TnUnp8. D“anf,tt1It‘ten 3Wit unt?rf°g7w8trb,1u w7tt7-hen würde"" Errichtung von billigen Arbeiterwohnungen^bi-r st letzt ibre/si"7 oenlUirlf $rage der Vermischtes. nn. Darmstadt, 16. October. Mit dem heutigen Tagen nahmen die Vor- lesungm und Uebungen an unserer technischen Hochschule ihren Anfang. Auch im ?nUhl&en Wintersemester sind die Anmeldungen der Studirenden zahlreicher denn je Studirenden bis jetzt ca. 60 Neuaumeldungen ftattgefunden »“»sssrs «“» beä sSitÄtä ont^‘- 'k'lch-t-S Großh. Oberconsistorium auf Anfrage n8 ^"ers der Landessynode über den Antrag der Synodalabgeordneten wl'e^lg?^^ Unb ^cmpcI' Leichenverbrennung betreffend, ertheill hat, lautet I , v Bedeutender Nebenverdienst! 8387 g Jede.rmann k»tm jährlich mehrere Tausend Mark durch Verwendung seiner freien Zeit | verdienen. Offert, sub II. E. 4(i75 an Bnd. Mosse, Frankfort ■ TI. I fd,aft^aroue/7e^tf°äfe%eDnOnfo?auSn1:Äba Bedingungen angebotene Getände liegt in ^r ^euftobtOTb roirT'fi* rin, T 8Ü-nItL6,cn @eneralüerfammlung der Baugesellschast über ben^finistven^Ank^f entfcheL^'"8° Betriebsamts ,n Maien b§s Ensti'anun'asneriab^""^? "'kEisenbahn- S«‘«StüT<, 'S', IM^EMUWW WWIMSSK MMNW-GMM MWUUMUMW UniverfitätS -Edronik. Handel und Berkehr. kohl per Stück 20-60 Ä Wirsing ver Stück 9-19 l 0oL££Jr b~7aÄ' Weißkraut per Stück 10^15 7~9 * i bei einer der s-IbstSnbig verfügt werden oder'ist"ga1^^bmtn '-im D-wonNr8m?°" ben Hinterbliebenen christliche unb kirchliche Sitte .U vermutben so is? °°°°»?ie herrschenbe wenn sie überhaupt begehrt wi?b, zu mrsagen Mitwirkung des Geistlichen, LMMMMZZMALs werben, bei ber au» b«™ erfforbene n a , 2 rarb.A ?r°f^ c,™r ^oebt genommen Snorbnung^oera^tmortIi^^'gema4t'>merben''bic ffl^binben^ra"?60^^^^'”*"^^ Allgemeiner Anzeiger. Unterhaltung der Bezirksftrasten. Die Lieferung bezw. Anfuhr der für die Unterhaltung der Bezirksstraße von Rodheim nach Gießen im Kreise Biedenkopf für das Rechnungsjahr 1889/90 erforderlichen Decksteine und Kies sollen Dienstag den 13. November, Nachmittags V-2 Uhr, zu Rodheim a/B- in der Wirtschaft des Herrn Schlierbach öffentlich Versteigert werden. Die zu liefernden Decksteine betragen 900 cbm Basalt und der Kies 3.30 cbm. Die Bedingungen werden im Termine bekannt gemacht. Dillenburg, den 17. October 1888. Der Landesbauinspector: ___________Wolff.________8388 Dienstag den 23. Moder, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben der Daniel Weißmüller Ehe- teuten in Gießen gehörige Hofraithe: Flur I Nr. 330 — 81 Meter in der Katharinengasse einer einmaligen freiwilligen Versteigerung ausgesetzt werden- Gießen, 16. October 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. I- V.: ______Bogt, Ortsgerichtsmann- 8332 Freitag, den 16. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Franz Gärtner Eheleuten gehörigen Immobilien: Flur 39 Nr. 17&i/i09 —1128 Meter Grabgarten links des Wiesecker Wegs und rechts der Chaussee, Flur 39 Nr. 17893/100 — 109 Met. Grasgarten daselbst, Flur 39 Nr- 1789y10o — 212 Meter Hofraithe daselbst, Flur 39 Nr- 178*7,00 - 188 Mei. Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 4. October 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. I V. d. V.: Bogt, Ortsgerichtsmann. [7951 Ileilgeßotenes. Schürzen. Eine Parthie Damen- und Kinderschürzen in allen möglichen Fayons und nur prima Stoffen empfiehlt sehr billig 8400 Robert Haas, Seltersweg 18. NB. Weiße Servier- und Mädchenschürzen find wieder in allen Größen eingetroffen.____________ Prima Waare — Billiger Preis, la. Schellfische, Zander, Hechte, Salme, geräucherter Lachs, Kieler Bücklinge rc. frisch eingetroffen bei 8405_______US Ventral-Afrikas neueste Erforschnn » Rnm bu^Äben berühmten Reisenden Henry M. Stanley. 8 uom, Neapel, Pompeji und l'mteltnno- j?I°6cn ^innerungen nach Dr. Rud. Klekipaul. 8 großen Ocean mit orkanartigem Sturm Dieser ^"vtsachlichften Natur-Phänomen. Dieser Cyklus stellt die großartigsten Naturwunder mit vollem - Ä o Effect dar. «“O'« «"?«'« Heilandes nach Dore. Darstellung deutscher Sagen und Märchen- m , Preise der Plätze r ""•"‘"'tiSti wwu... I «ft,“ *■ Caffen Oeffnung von 4 Uhr an. 8397 I Circa 5000 Ko. --- mue Machholderbeeren tauft bas Drogengeschäft von 8303 ____Schaaf, Seltersweg 39. 168S. V 6leich ein Mädchen, 15 bis iv Jahre alt, gesucht. Sonnenstraße 3 III. Eine gebrauchte Handnäh^schi^ 1» kaufen gesucht. Offerten unter A~ 100 an die Exped. d. Bl. 8368 Neues Theater iTGiesseik h!’ca?^ .ohne Pension zu Dtr$ Lethen. Nah, rn der Exp. d. Bl, 8385 «^33 In meinem Hause, Marktplatz 8138] ««laben, Comptoir unb So«« zn vermietyen. W. Ferber, Ltndcnplatz 8 ll.