Nr. 1®® Erstes Blatt. Sonntag den 19. August 1888« Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. r Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. -reis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Amtlicher Hy eil. Ä:i 1 Äi'b,rt"«ra'1 1 «**1 Jugefloge»: 1 Kanarienvogel. ließen, am 18. August 1888. Grobherzogliche» Polizeiamt Gießen. ____ I. V.: Kraemer.______________ Politische Ueberficht. Gießen, 18. August. Die meisten Londoner Morgenblätter vom 17. d. M. besprechen die Frank- fnrtrr Nede Kaiser Wilhelm- und erblicken darin ein der Aufrechterhaltung des Friedens günstiges Zeichen. Der König Dom Lui- von Portngal und seine Gemahlin trafen am Samstag, von Prag kommend, in dem thüringischen Schlosse Reinhardsbrunn, dem Herzog von Coburg gehörig, ein, um mehrere Tage daselbst zu verweilen. Der ofjtciöse Zeitungskrteg zwischen Berlin und Peter-vnrg hebt, obwohl kaum erst ein paar Wochen seit der Petersburger Katserbegegnung verflossen sind schon wieder an. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist bereits dieser Tage dem vom russischen Auswärtigen Amte aus tnspirtrten Brüsseler „Nord", welcher Italien wegen der Massauah-Frage angriff, in dieser Frage mit einer fast überraschenden Schärfe entgegengetreten, um aber alsbald dem russisch offictösen Blatte gegenüber nur noch deutlicher zu werden. Vom „Nord" war die schleswig-holsteinische Frage wieder aufgeworfen worden und zwar in einer Weise, die nur den Jubel der dänischen Protest- parter in Nordschleswtg Hervorrufen konnte. Hierauf hat nun die „N. A. Z." in einem außerordentlich gereizten Artikel erwidert, an dessen Schluffe es hieß, daß die dem „Nord" nahestehenden russischen Politiker noch immer darauf ausgingen, dem deutschen Reiche durch einen im Bündntß mit Frankreich zu führenden Krieg einen möglichst großen Theil von Schleswig wieder abzunehmen. Auch die „Mosk. Ztg.", welche sich wieder in allerlei hämischen Aeußerungen gegen Deutschland erging, wird von der £jc- 2l- Z." tüchtig abgeferttgt, wobei das Berliner Regierungsblatt zugleich mttthetlt, daß das von der „Mosk. Ztg." bekämpfte Project eines deutsch - russischen Handelsvertrages auf einer reinen Erfindung beruht. Im französischen Norddepartement haben noch kurz vor der Ersatzwahl zur Deputirtenkammer nicht unbedenkliche Tumulte stattgefunden, zu denen die Agitationsreise Boulanger's den Anlaß gab. Sowohl in Amiens, wie in Abbeville kam es anläßlich der Anwesenheit Boulanger's zu höchst stürmischen ©eenen zwischen Bou- langiften und Antiboulangisten, die in Amtens sogar ^u blutigen Schlägereien führten. Das provocatortsche Auftreten des Ex-Generals trägt hieran die meiste Schuld; in Abbeville z. B., wo Boulanger am Grabe des Admirals Courbet einen Kranz niederlegte, hielt der Agitator beim Heraustreten aus dem Friedhöfe eine Rede an die versammelte Menge, welche zu einem heftigen Tumulte Anlaß gab. Die Polizei mußte schließlich einschreiten und eine Anzahl Verhaftungen vornehmen. Wahrscheinlich dürfte daher die Ersatzwahl im Norddepartement am Sonntag nicht ohne verschiedene blutige Köpfe vorübergehen. Gegen den Croateu-Bischof Dr. Stroßmayr scheint wegen seiner bekannten panslavistifchen Kundgebung zur Kiewer Jubelfeier doch nicht weiter eingeschritten werden zu sollen. Es ist weder von einer Berufung des ruffenfreundltchen Kirchen- fürsten zum Kaiser Franz Josef noch von Schritten des Papstes gegen 0r. Stroßmayr mehr die Rede. Allerdings sollen beim Wiener Nuntius Galimberti Versuche unternommen worden fein, denselben zu einem Vorgehen gegen den Bischof zu bewegen dessen Auftreten auch im Vatican scharf getadelt wird, aber der Nuntius lehnte ein solches Einschreiten trotzdem ab. Monsignore Galimberti soll hierbei erklärt haben, die Gesinnungen des Bischofs Stroßmayr seien der katholischen Welt hinlänglich bekannt und habe die Nuntiatur keinen Anlaß, in dieser Sache an den Papst zu berichten. —- vr. Stroßmayr wird also seine panslaoistische Propaganda ungestraft weiter treiben dürfen! Die Eröffnung des birecten Bahnverkehre- Constantinopel-Belgrad ist von den amtlichen türkischen Kreisen mit auffallender Lauheit betrachtet worden. Während die türkische Bevölkerung dem Eröffnungszuge von seinem Eintritt in tür- ilubeS Gebiet an auf allen Stationen lebhaftes Interesse entgegen brachte, verhielten sich dre Vertreter der Regierung und der Behörden vollkommen passiv. Selbst bei der Ankunft des Orientexpreßzuges auf dem Bahnhofe zu Stambul ließ sich nicht eine emsige ofsicrelle Persönlichkeit sehen und es scheint fast, als ob die Pforte ihr Mißvergnügen über die Beschlagnahme der Strecke Bellova-Vakarel durch die bulgarische Regierung mit dieser vollständigen Passivität der officiellen Organe bei der Einweihungsfahrt habe ausdrücken wollen. In Kairo gehen Gerüchte um, nach denen die Mahdisten einen neuen und höchst bemerkenswerthen Erfolg errungen haben sollen. Es heißt nämlich daß die Anhänger des „falschen Propheten" auf ihrem gegen Abyssinien unternommenen Eroberungszuge Gondar, die Hauptstadt des abyssinischen Reiches Amhara und Residenz der alten abyssinischen Kaiser, eingenommen und zerstört hätten. Sollte sich diese Kunde bewahrheiten, so stünden demnach die wilden Krieger des Mahdi Abdallah schon im Herzen Abyssiniens und der Regus Johannes würde zu einem Verzweiflunaskampfe um sejn Reich genöthigt sein. Deutschland. mthält , 16. August. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 25 , . Verordnung, die allgemeine Staatsprüfung in dem Finanzfach und den technischen Fachern betreffend, vom 4. August 1888. m 6. August. Das Programm für die großen Hebungen unserer Marine ist endgilttg festgestellt. Das Panzergeschwader hält am 20. und 21. August große Hebungen in der Danziger Bucht ab. Am 22. und 23. August findet schiffsweise Jn- spicirung durch den Admiral Grafen v. MontS im Artillerieschießen, TorpedoschtetzA unb k25, AuZuft Jnspicirung des Geschwaders vor Zoppot ftatt Am 26. ift Ruhetag und am 27. tritt das Geschwader die Reise nach Kiel an. Vor Kiel finden am 29. und 30. August Haupt-Festungs-Kriegsübungen statt. Telegraphische Aepesche». »olff's telegr. TOerefponden, • Bureau. Berlin, 17. August. Der Kaiser wohnte Dormitttags den Truppenübungen auf dem Tempelhofer Felde bei, beaab sich Mittags 12 Uhr nach dem königlichen Schloß, empfing den Admiral Monts, den Viceadmiral Goltz, den Capitän zur See Secken^ n7»tunb 0°^« £Wctcre des Heeres und der Marine, konferirte mit dem Unter - staatSsecretär Berchem und dem Minister LuctuS und kehrte Nachmittags 3 Uhr nach Potsdam zuruck. ö w “ Der Kaiser beehrte den Feldmarschall Moltke, welcher gekommen war, um für die fungstm Gnadenbeweise zu danken und sich als Chef der LandesvertheidigunaS- Commission vorzustellen, mit einem Besuche. B — Dem Vernehmen nach ift der Hauptmann v. Moltke k la suite des Generalstabs der Armee zum persönlichen Adjutanten des General - Feldmarschalls v lllloltke ernannt worden. — ..,77 „3U Ehren des Geburtstags des Kaisers von Oesterreich wird morgen im Stadtschloffe zu Potsdam etn Diner stattfinden, zu dem der österreichische Botschafter mit dem Personal der österreichischen Botschaft und Würdenträger des Hofes Einladungen erhalten haben. Berlin, 17. August. Die hier anwesende Beduinen - Karawane gab heute Mengen vor dem Kaiser eine Sondervorstellung, wobei ein Karawanenzug mit Pferden Dromedaren und Zeltgepäck, Reiter - Evolutionen zweier Häuptlinge und eine große Reiterphantasie der sämmtlichen Reiter zur Darstellung gebracht wurden. Der Kaiser die Vorstellung mit lebhaftem Interesse und sprach den Wüftensöhnen seine vollste Befriedigung aus. Die Beduinen wohnten demnächst einem Truppenmanöver bet, welches in einem großen Gefechtsbilde seinen Abschluß fand. Wiesbaden, 17. August. Der Kronprinz von Griechenland ist heute Mittag hier eingetroffen. Es heißt, derselbe werde als Gast des Königs von Dänemark einen 14tagigen Aufenthalt hier nehmen. . Stuttgart, 17. August. Nach einer Meldung aus Friedrichshafen begibt sich der König in der zweiten Hälfte des October zum Winteraufenthalt nach Nizza. Brüssel, 17. August. Der Minister des Ackerbaues und der öffentlichen Arbettem ^Chevalier de Moreau, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Entlassungsgesuch London, 17. August. Der „Times" wird aus Zanzibar unter heutigem Datum gemeldet, daß die deutsche Gesellschaft, welcher gestern officiell vom Sultan die Ver- waltung der Küste verlieben worden sei, in 14 Häfen die Flagge zusammen mit der des Sultans unter dem Donner der Geschütze gehisst habe. m -^iter wird der „Times" aus Zanzibar gemeldet, daß der italienische Geschäftsträger, welcher fett 4 Wochen hier wellt, es noch immer ablehnt, freundschaftliche Beziehungen zu dem Sultan wieder anzuknüpfen. London, 17. August. Nach einer Reutermeldung aus Kairo sind in Suakim Pilger aus L>okoto (Westafrika) angekommen, welche aussagen, daß sie auf ihrem Wege durch das Congogebiet am Gazellenfluß auf eine größere Anzahl Weißer gestoßen seien und mit denselben vier Tage zusammen fampirt hätten. Die Weißen seien mit Nerningtongewehren bewaffnet. Die Pilger verließen den Congo im Februar. Kopenhagen, 17. August. Der gesunkene Dampfer „Geiser" ist voll bei einer Privat-VersicherungS-Gesellschaft mit 800,000 Kronen versichert, welche Summe zum größten Theile durch Rückversicherung bei dänischen und ausländischen Gesellschaften 0 der Dampfer „Thingoalla" ift zu neun Zehntel seines Werthes, nämlich mit 630,000 Kronen, bei Privat-Gesellschaften versichert. Rom, 17. August. Eine weitere Depesche Baldisseras an den Kriegsminister Details über den Kampf gegen Saganeiti enthält, spricht die Gewißheit aus' daß alle italienischen Officiere, deren heldenmüthige Haltung gelobt wird, gelobtet sind. Alexandria, 17. August. (Meldung des „Reuter'schen Bureaus".^ Instruktionen der Pforte gemäß richtete die Regierung Egyptens einen Protest an den italienischen Generalconsul gegen das Protektorat Italiens über Zula. New-Uork, 17. August. Der Postdampfer „Wieland", welcher gestern hier eintraf, berichtete, daß am 14. August um 4 Uhr Nachmittags bei der Sandinsel ein Zusammenstoß zwischen den Dampfern „Thingvalla" und „Geiser" stattgefunden habe. Der „Geiser" ist nach 5 Minuten gesunken; 14 Passagiere und 17 Mann der Schiffsbesatzung, darunter der Capitän, wurden gerettet, 72 Passagiere und 33 Matrosen ertranken. Die Ueberlebenden wurden an Bord des „Wieland" genommen, welcher auch alle Passagiere der „Thingvalla" (455 Personen) aufnahm. Das letztere Schiff, welches stark beschädigt ist, versuchte die Reise nach Halifax fortzusetzen. (Wiederholt.) New-York, 17. August. Nach weiteren Stachrichten sind beim Zusammenstoß des Dampfers „Thingvalla" mit dem Dampfer „Geiser" 78 Passagiere und 35 Mann der Schiffsbesahung des „Geiser" ertrunken. Lokales. Gießen, 18. August. (Theater ) Des Hofschauspielers Herrn Junkermann aus Stuttgart gedenkt die „Köln. Ztg." mit den ehrendsten Worten. Herr Junkermann hat schon eine Zeitlang in Köln gaftht und bet seinem Scheiden, oder vtelmehr nach seinem letzten diesmaligen Auftreten^schreibt die genannte Zeitung: „Der geftrige Ehrenabend des Herrn Junkermann im Sommer-Theater war eine warme, volle An- erkennung des bedeutenden Reuter-Darstellers. Er wußte durch seine trefflichen charac- teristischen, an diesem Abend so verschiedenen Masken die zahlreich erschienenen Zuschauer Hinzurettzen, zu ergreifen und dann wieder mit seinem unmittelbaren Humor in die höchste .Heiterkeit zu versetzen. In den Wochen seines Gastspiels hat er sich wieder als Meister seines Faches in vollstem Matze bewährt. Reicher Beifall ist ihm stets zu Theil geworden und zum Schlutz ward ihm ein mächtiger Lorbeerkranz überreicht." Auch das hiesige kunstsinnige Publikum dürfte nicht ermangeln, dem liebenswürdigen Künstler seine wärmsten Sympathien zu bekunden. Gietzen, 18. August. Das zweite Coneert der Wiener Elite-Eoncertgesellschaft „Löt sch" tm Caf6 Leid war zahlreicher besucht, als das erste und wieder fand Nummer für Nummer den rauschendsten Beifall. Herr Lötsch erwies sich abermals als ausgezeichneter Komiker und gerade die Feinheit seiner Darstellungen, die trotz gemüth- lichstem Wiener Humor und zwerchfellerschütternder Mimik nie die Grenzen des Erlaubten überschreiten — gerade diese Feinheit seiner Komik ist es, die wir hier dankbar heroorheben. — Im Zusammenwirken mit feiner Frau leistet dieses treffliche Künstlerpaar wohl das Beste, was in diesem Genre überhaupt geboten werden kann. Den Löwenantheil des Beifalls erntete abermals Fr. Lotsch-Flor durch den Vortrag neuer Tyroler-Lieder. Das hiesige Publikum bestätigte durch nichtendenwollenden Beifall, daß man Derartiges doch noch nicht gehört hat. Auch Frl. Rheingold erwarb sich wieder durch mehrere mit schönem Geschmack vorgetragene Lieder reiche Beifallssalven. Schließlich bleibt Herr Lipis nicht unerwähnt, der durch den geschmackvollen Vortrag mehrerer Claoternummern — wir nennen besonders die Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus" — an dem allgemeinen Beifall reichlich Theil nahm. Die Lötsch-Eoncerte finden morgen ihren Abschluß upd können wir den Besuch derselben auf's Beste empfehlen. _________________ ____ Vermischtes. nn. Darmstadt, 18. August. Heute, am Jahrestag der für die Hess. Division so ruhmreichen, Schlacht bei Graoelotte, veranstaltete der Kriegerverein Darmstadt eine erhebende Feier an den Gräbern der im Feldzug 1870/71 gefallenen Kameraden. Morgens um 8 Uhr zog der Verein unter zahlreicher Betheiligung seiner Mitglieder zu dem auf dem Friedhof befindlichen Krieger-Denkmal, welches mit Blumen und Blattpflanzen prächtig dekorirt war. Hier, am Fuße dieses Denkmals, ergriff Prem.- Lieutenant Waldecker das Wort, um in zu Herzen gehender R de der für die Einheit Deutschlands gefallenen Kameraden zu gedenken. Mchdem noch die Musik den Choral „Wie sie so sanft ruhen" inkonirte, wurden von Seiten des Kriegeroereins Lorbeerkränze an dem Denkmal niedergelegt. Auch von Seiten der Angehörigen der Gefallenen waren die Gräber auf's prächtigste geschmückt. △ Mainz, 17. August. Im Anschluß an das Gerücht, daß Staatsminister Finger seine dermaltge Stelle mit dem Präsidium des Obeilandesgerichts vertauschen werde, registrirt heute das „M. I." das weitere in Darmstadt verbreitete Gerücht, daß der Kleisrath von WormS, Freiherr v. Gagern, dazu ausersehen sei, an die Spitze des Ministeriums zu treten. — Der Personenverkehr auf der Hessischen Ludwigsbahn ist letzter Tage riesig gestiegen. An alle durchgehende Züge müssen hier eben nur mehrere Waggons angehängt werden, um den Andrang der Passagiere bewältigen zu können. — In eigenthümlicher, für Planchen gewiß willkommener Weise feiert nächster Tage ein hiesiger Bierbrauer den 25jährigen Besitz seiner Brauerei. Zur Feier des Tages läßt derselbe nämlich in seiner Wirthjchast, im „Schöfferhof", am ganzen Nachmittag und Abend aus 6 Krahnen Freibier zum Ausschank bringen. Die Freigebigkeit dieses Jubilärs ist sehr anzuerkennen und laßt sich nur wünschen, daß das zum Ausschank kommende „Freibier" bei dem schlechten Bierconsum in diesem Sommer nicht sauer geworden ist. △ Aus Rheinhessen, 17. August. In Groß-Winternbeim herrschen eben mit großer Heftigkeit die Masern. Die Schulen sind seit einigen Tagen geschlossen. — Von gestern sind wieder zwei Selbstmorde aus der diesseitigen Provinz zu verzeichnen. In Eschenheim erhängte sich aus Geistesstörung ein Tüncher, Vater von 9 Kindern und in Ober-Flörsheim machte ein in sehr guten Verhältnissen lebender Handelsmann auf gleiche Weise seinem Leden ein Ende. In einemAnfall von Geinesstörnng erhängte er sich während der Nacht an einem Aprikosenbaum. — Die dieser Tage eröffnete Feldhühnerjagd wird allgemein als eine sehr schlechte bezeichnet. Es wird behauptet, daß die junge Brut durch das anhaltende Regenwetter durchgängig sehr gelitten habe. — Zur Prüfung der nachträglich angemeldelen Forderungen in dem Concursoerfahren über das Vermögen der Bankfirma AUmann in Bingen ist Termin auf 21. September auf dem Amtsgericht in Bingen anberaumt. — Frankfurt, 17. August. Zu dem neuen Hauptpelsonenbahnhof, in welchem morgen früh 5 Uhr der regelmäßige Betrieb beginnt, haben, laut Bekanntmachung des Eisenbahnbetriebsamts in der ersten Zeit nur diejenigen Personen Zutritt, welche mit Fahrbillet versehen sind. Es ist diese Anordnung getroffen worden, um Verkehrsstörungen zu vermeiden. — Im Zoologischen und Palmengarte« beträgt nächsten Sonntag der Eintrittspreis während des ganzen Tages 50 In letzterem Institut findet Doppelconcert statt. — Zu den am Sonntag und Montag stattfindenden Herbst-Rennen des Rheinischen Rennoereins sind die Anmeldungen sehr zahlreich eingelaufen, zu einzelnen bis zu 22 Nennungen. Die Rennen beginnen an beiden Tagen um 3 Uhr Nachmittags. □ Frankfurt, 17. August. Für den III. Internationalen Binnen- schifffaHrts-Congretz, welcher vom 19.—25. August hier tagt, regen sich z. Zt. viele Hände. Im Saalbau ist man mit der Fertigstellung der Ausstellung beschäftigt, die eine überaus reichhaltige und interessirende wird. Die Einladungsschrift ist bereits im Druck erschienen, desgleichen werden Vorbereitungen für die Festauffahrt auf dem Main, Regatta rc., getroffen, kurz der Eongreß nimmt augenblicklich das ganze Interesse in Anspruch. Für die Arbeiten desselben ist folgendes Programm festgesetzt worden: ») Vorträge in der ersten allgemeinen Sitzung. 1. Baudirector Honseil, Vorsitzender Rath der Großh. Bad. Oberdirection, Professor an der technischen Hochschule Karlsruhe: „lieber die kulturgeographische Bedeutung der Flüsse und deren Ausbildung als Verkehrswege". 2. August Bolö, Oberingenieur der Brücken- und Wegebauten, Paris: „Zweck und Nutzen der Canalisirung der Flüsse", b) Berathungs-Gegenstände für die Abtheilungs-Siyungen und für die drei folgenden allgemeinen Sitzungen. 1. Vervollkommnung der Statistik des Binnenschifffahrts-Verkehrs, Referenten: Dr. Arthur von Stud nitz, Reg.-Rath, Dresden, und 91 von Sy tenko, Reg.-Rath im Communi- cations-Ministerium, St. Petersburg. 2. Verbesserung der Schiffbarkeit der Flüsse, Referenten: I. Schlichting, Professor für Wasserbau und Präsident des Central- vereinS für Hebung der deutschen Fluß- und Canalschifffahrt, Charlottenburg, und Ernst v. Wallandt, Kgl. Ungar. Sectionsrath deS Communikations-Ministeriums, Budapest. 3. Welches sind die geeignetsten Fahrzeuge und deren Fortbewegungsmittel auf den dem großen Verkehr dienenden Binnenwasserftraßen? Referenten: Carl Dill, Professor der technischen Hochschule, Berlin, und P. A. Melchers, Schiffsrheder, Mainz. 4. In wie weit sind Seecanäle für den Verkehr mit dem Binnenland volks- wirthschaftlich berechtigt? Referenten: A. Gobert, Ingenieur, Brüssel, und E. Leader- Williams, Ingenieur des Manchester Schiffscanals. 5. Nutzen der Schiffbarmachung der Flüsse und der Anlage von SchifffahrtScanälen für die Landwirthschaft, Referenten: vr. Thiel, Geh. Ober-Regierungsrath, Berlin, F. B. de Mas, Ober-Ingenieur der Brücken- und Wegebauten, Auxerre, Leon Philippe, Ober-Ingenieur, Ministerial- Director im Ministerium für Ackerbau, Paris, und Hagen, Geh. Obcr-Baurath und vortragender Rath im Ministerium der öffentlichen Arbeiten. 6. Flußmündungen deren Schiffbarmachung und Erhaltung, Referenten: Oberbaudtrcctor Fr an zins' Bremen, und ein englischer Sachverständiger, voraussichtlich Prof. Reynolds, Manchester. — Das ist das Programm für die ernste Arbeit. Daneben besteht nun noch ein anderes Programm, welches Ausflüge und sonstige Vergnügen aufzählt. So findet z. B. Montag den 20. August, Nachm. 5’/2 Uhr im Zool. Garten Festbankett, Dienstag Nachmittag Festfahrt nach dem Hafen, Regatta, Besichtigung des Lagerhauses und Hafens u. s. w. statt. Für Mittwoch ist ein Ausflug nach Homburg, für Freitag nach Mainz und ins Rheingau und für Samstag nach Heidelberg geplant. Donnerstag- Festvorstellung im Opernhaus. Die erste öffentliche Sitzung beginnt Montag Vormittag 10 Uhr. — Nach der „Saale-Zeitung" ist in Nord hausen ein sehr gut gestellter Uhrmacher beim Einschmuggeln von Uhren aus der Schweiz erwischt woroen. Es soll der Verlust, den derselbe durch die Beschlagnahme der Uhren und die Zollhinterziehungsstrafe erleidet, sich auf etwa 25,000 belaufen. — sBaseler Lebens Versicherungsgesellschaft in Basel.j Dem Geschäftsbericht pro 1887 entnehmen wir Folgendes: Die Anzahl der neu eingereichten Anträge belief sich insgesammt auf 6351 über 11,491,770 v4L Kapital und 25,996 JL Rente tn der Lebensversicherungs - Abteilung und über 40,100,571 JL auf den Todesfall 55,197,939 auf den Jnvaliditätsfall und 21,808 JL Tagesrente in der Unfallver- sicherungs-Abtheilung. Unter Berücksichtigung einerseirs der neu in Kraft getretenen, andererseits der abgelaufenen und aufgelösten Versicherungen erhöhte sich der Gefamml- Versicherungsbestand am 31. Dezember 1887 auf: 19,310 Versicherungen über 80,901,376 Capital und 157,621 JL Rente in der Lebensversicherung, 60,360,416 JL Capital auf den Todesfall und auf 5964 Versicherungen über 86,606,401 JL Capital auf den Jnvaliditätsfall, 35,483 Tagesrente in der Unfallversicherung. Dem Zuwachs an Versicherungen entsprechend ist die Prämien - Einnahme im Jahre 1887 auf 3,194,404 JL gestiegen, vermehrte sich also gegen das Vorjahr um 306,250 JL Die Prämienreserve ist im Jahre 1887 um 1,348,847 Jt verstärkt worden, wodurch die Sicherheit und vollkommene finanzielle Garantie der Anstalt bedeutend gekräftigt worden ist. Ausweislich der Bilanz hat der Besitzstand sich im Jahre 1887 von 22,939,888 JL auf 24,295,841 JL (d. i. um den bedeutenden Betrag von 1,355,953 **) gehoben. Der Gewinn- und Verlustkonto schließt mit einem Reingewinn von 209,341 56 wovon 144,000 JL dem Gewinnfonds der Versicherten überwiesen, den Actionären 48,000 als Dividende ausbezahlt wurden, während 9600 JL in den Capitalreserve- fonds, 6400 v4L als Tantiemen für Verwaltungsrath und Direction entfallen und 1341 JL 56 auf neue Rechnung vorgetragen worden sind. — Im Laufe des vergangenen Jahres sind die allgemeinen Versicherungsbedingungen einer zeitgemäßen Umarbeitung unterzogen worden, und sind die revidirten Bedingungen nach erfolgter Genehmigung der Regierungen und Behörden seither in Anwendung. LandwirthschaftlicheS. — sLeichte Nelkenzucht.j Man bricht tm Sommer die Nelkenzweige mitten in einem Knoten oder Gelenke durch, umwickelt einen solchen Steckling unten mit Moos oder Gras, steckt ihn so ohne weitere Umstände in die Erde und überläßt ihn der Natur bis er zum Verpflanzen geeignet ist. Selten mißglückt das Verfahren und jeder Zweig bewurzel! sich bald stark. — sAepfel aufzubewahren.Um das Einschrumpfen der Aepfel beim längeren Aufbewahren zu verhüten, legt man sie, sobald sie Neigung zum Schrumpfen zeigen, in Fässer, Kstten und andere Gesäße und streut trockenen Sand dazwischen, und zwar so, daß eine Frucht nicht bie andere berührt. Die Gefäße stellt man an einen trockenen kühlen Ort, wo es nicht gefriert, und läßt sie ungestört, bis man die Aepfel gebraucht'. Die häufigste Ursache des Einschrumpfens ist in der ungeeigneten Aufbewahrung ju tuchen, wodurch olle Jahre nicht nur viele Aepfel, sondern auch Birnen zu Grunde gehen. Handel rrrrv Verkehr. Gießen, 17. August. Der am 14. und 15. d. M. dahier abgehaltene Vieh- markt, war tote bie vorhergehenden Märkte wieder ziemlich stark befahren, es waren aufge- ttteben: 1517 Stück Rindvieh und 531 Schweine. Durch raschen Handel war der Markt früh beendet. Nächster Markt Dienstag den 28. und Mittwoch 29. d M. am letzten Tage auch Krämermarkt. „ , Siunuft- Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Psb. ^00-1,05, Hühnereier, 1 St. 5—6 4, 2 St. 0-00 H, Enteneier 6-7 H, Gänse- eier 0-00 H, Käse pr-St. 4-8^,, Kasematte pr. St s H, Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 80 H, Tauben pr. Paar M. 0,40—0,60, Hühner pr. St JL .) 90—1 30 Hahnen pr. St- at 0,60-1,20, Enten pr. St. at. 1,50—1,80, Ochsenfleisch pr Pfd'. 60-68 4, Kuh- und Rindfleisch 45-54 4, Schweinefleisch 50-60 4, Hammelfleisch 54-64 H, Kalbfleisch 40-16 H, Karloffeln pr. 100 Kilo at 5,00-7,00, flunebeln per Sentner 7 00-8,00, Milch pr. Liter 12-18 4, Weißkraut pr. St 00-00, Kirschen pr. Pfd. 00—00 sseaseM Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Eichen- AvfgedoSe. August. 11. Christian Schleich, Schlosser dahier, mit Friederike Caroline Jüngst zu Herborn 13. Dr Hans etoQ, practischer Arzt zu Gladenbach, mit Anna Luise Emtlie Adolfine Plank von hier. 14. Hermann Hansult, Sergeant dahier, mit Christine Ihm von Wreseck. 16. Paul Carl Ludwig August Seelbach, Seconde-Lieutenaut zu Jülich, mit Ida Leonora Darlington Hierselbst. Eheschlietzunse«. —, August: 17. Peter Berg von Rodenbach, Kutscher dahier, mit Marie Elisabetha Mst von Fretenseen, wohnhaft dahier. 17. Heinrich Friedrich Rühl, Grobherzoglicher Mintstertal-Calculator zu Darmstadt, mit Eoa Elisabeth Menges Hierselbst. «edorene. . . . 7/ 2An Bierbrauer Laurenz Konrady ein Sohn. 8. Dem Schaffner bei der Main-Weser-Bahn Ernst Heilmann eine Tochter, Margarethe Auguste Doiolhea. 9. Dem Postillon Johannes Trande eine Tochter, Margarethe. 9. Dem Dienstknecht Heinrich Belloff II. ein Sohn, Heinrich Friedrich Wilhelm. 10. Dem Gärtner Wilhelm Pfeiffer eine Tochter, Anna Elisabeth Marie. 10. Mm Bremser bet der Main-Weser- F.abn Phulpp Weber eme Tochter. 11. Dem Fuhrmann Konrad Hofmann eine Tochter, Elise. 13. Dem Schlosser Heinrich Detbcl ein Sohn. * Gestorben». August: 10. Johanna Nicolay, geb. Krug, 33 Jahre alt, Ehefrau von Kaufmann Jean Nicolay zu Hanau. 11. Lina Lohr, 3 Monate alt, Tochter von Wirth Georg ct- t U'c- ^^"rich Jung I., 64 Jahre alt, Ackersmann von Heuchelheim. 12. Fritz Spahr, 5 Jahre alt, Sohn von Landmann 5->etnrich Spahr zu Braunfels 12 Gertrud Dechert, 75 Jahre alt, von Storndorf, Kreis Alsf.ld. 13. Johannes Hohmann, 29 Jahre alt, Kaufmann von Romrod, Kreis Alsfeld. 14. Marie Winnecker geb. Kraft, 25 Jahre alt, Ehefrau des Bureaudieners bei der Main-Wefe.-Bahn Carl Kalitsch, 71 Jahre alt, dahier, Wittwe von Zimmermann Friedrich Kalttsch. 15.^Wilhelmine Pimper, 83 Jahre alt, ledig, dahier. 15. Heim ich Debus, 45 Jahre alt, Schaffner i. P. dahier. 16. Helene Schmidt, geb. Leib, 46 Iahte alt, Ehefrau von Wirth Hernrich Schmidt II. dahier. Auszug aus bett Kirchenbüchern der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Eetroute. . Ten 15- Auöust. ^ob (£ar[ Christmann, Pfarrverwalter zu Framersheim, ^0 Franziska Emilie Allvater, Tochter des Directors der Oberhessjfchen Eisenbahnen Ernst Allvater zu Gtcßen. Den 12. August. Dem Glaser Hermann Scherff eine Tochter Bertha Caroline, geboren den 30. Juli. « Denselben. Dem Lackierer Heinrich Bonarius ein Sohn, Carl Anton, geboren den 2. Juli. rrr.r i Denselben. Dem Hilfsbremser Emil Günther eine Tochter, Caroline Luise Elisabethe Johanna, geboren den 6. Juli. . _ Denselben. Dem Maurer Ernst Haubach ein Sohn, Christian Martin, geboren den 9. Juli. ™ r Beerdigte. aox ?en lT?'o?USult Marie Winnecker, geb. Kraft, Ehefrau des Perrondieners Earl Winnecker, alt 25 Jahre, starb den 13. August. rx 16. August. Marie Kalitsch, Wittwe des Zimmermanns Friedrich Kalitsch, alt 71 Jahre, starb den 14. August. Dm 17. August. Wilhelmine Pimper, ledig, alt 83 Jahre, starb den 15. August. M Denselben. Heinrich Debus, Schaffner in Pension, alt 45 Jahre, starb den 15. August. Brodpreife vom 19. August bis 1. September 1888. der Bäcker der Brodverkäuser 4 1 Kar. (2 Pfd.) Weißbrod . 2 „ (4 Pfd.) Weißbrod . 1 „ ?2 Pfd.) Schwarzbrod w 2 w 2 1 . 26 . 52 '2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 23 ’4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 46 3 „ (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte Lei K. Haas, L Keil, L. Schneider 63 (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 21 bei Carl Lenz ..... 20 (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 42 bei Carl Lenz .... 40 1 2 3 1 2 3 1 Kgr. 2 „ Gießen, den 19. August 1888. (2 Pfd.) Weißbrod . ... 26 (4 „ ) „ .....52 (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 23 (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 46 (6 „ ) Schwarzbrod 1. S-'rte - (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 21 (4 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 42 (6 fr ) Schwarzbrod 2. Sorte — Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Krämer. Wärmegrad« der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. , .. 1O n Luft W/2, Wasser 12V2 Gr. Gießen, den 18. August 1888. Rübsamen. Briefkasten. Ch. 14. Frag!, hat für uns hier wohl weniger Interesse. Frdl. Gruß. Badenburg. Ich Zeige hiermit dem verehrten Publikum ergebenst an, daß es endlich gelungen ist, daß der Lokalzug 1 Uhr 40 Min. von Gießen abgehend, vor dem Badenburger Einschnitt hält. Es wird mein Bestreben sein, meine werthen Gäste durch gute Speisen und Getränke in jeder Hinsicht zufrieden ZU stellen. 6638 J. Duill. Grummetgras- Versteigerung bei der Stadt Griessen. Montag den 27. und Diens- tag den 28. August, jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, soll das Grummetgras von den städtischen Wiesen versteigert werden, und zwar: Montag den 27. August von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürstenbrunnen, Wieseckthal und im Heegstrauch. Dienstag den 28, August von den Ochsenwiesen, den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen undAlten- tisch, Nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, Nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck. Die Zusammenkunft ist Montag den 27. August am Neustädterthor und Dienstag den 28. August in den Ochsenwiesen. Die Gr. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 18. August 1888. Großh. Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 6645 Submission auf Schlosserarbeit. Die Ausführung von circa 760 lsd. 'm Schneefanggitter für die medizinische und gynäkologische Klinik, sowie für das Verwaltungs- und Director-Wohngebäude sollen im Submissionswege vergeben werden. Voranschlag nebst Bedingungen liegen aus dem Baubureau der Kliniken von Morgens 9 bis 12 und Nachmittags von 3—6 Uhr zur Einsicht offen. Die Einreichung der Offerten hat unter Couvert, portofrei, mit der Aufschrift „Submission auf Schneefanggitter" bis zum 23. August, Vormittags 10 Uhr, in unserem Baubureau der Kliniken zu erfolgen, woselbst auch in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten die Eröffnung stattfinde'. Gießen, den 18. August 1888. Großh. Kreisbauamt Gießen. I. V-: Schnitzel, Kreisbaumeister. 6619 Mittwoch, drn 22. August, Nachmittags 2 Uhr, werden in dem Koch'scheu Hause, Sel- lersweg 35. öffentlich gegen Baarzahlung versteigert: Kleiderfchränke, Kommode, Stühle, Küchenschränke 1 Glaö- schrank 1 Sekretär, 1 Eisschrank, vollständige Betten, Gläser, Porzellan und eine große Parthie Küchen- u. .Harrshaltrrngsgrgcn- stäride aller Art. W” Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 18. August 1888. Bühner, 6636 Gerichtsvollzieher. Gebackene Fifche in der Pulvermühle. 6655 At' ige«reiner Anzeiger. Brkaimtmachimg. , j Die Straße Krofdorf-Wißmar ist wegen Erbauung einer Brücke über den Kattenbach vom 20. d. Mts. ab auf 14 Tage sür Fuhrwerk unpassirdar und abgesperrt. Krofdorf, den 16. August 1888. Der Bürgermeister: ___________________________________________________________________Colnot._________________ Basler Lebens-Versicherungs-Gesellschait (Gegründet 1864, concessiontrt in allen deutschen Staaten) Actien-Capital und Reserve ca. 23 700000 Versicherungsbestand „ 81000000 An die Versicherten bisher ausbezahlt „ 22000000 Versicherungen auf den Todes- und Erlebensfall, Ansstcuerversichcrungen, Altersversorgung und Renten zu billigen festen oder gewinnberechtigten ! Prämien (ohne Nachschußverpflichtung). Unanfechtbarkeit bezw. Unverfallbarkeit fünf- bezw. dreijähriger Policen, liberale Versicherungsbeoinaungen, auch für den Kriegsfall. Ferner Einzel-Unfall-Versicherung gegen die nachtheiligen Folgen körperlicher Unfälle. 6634 Antragsformulare rc. bereitwilligst und kostenlos bei Rotiert Sattler in Gießen. Stein’s harten. Sonntag den 19. August: Emsige Gastspiel-Vorstellung ! des Reuter-Ensesables (16 Personen) unter Leitung des königlichen Hßfschaospielers August Junkermann. Ookei üräsgig (Entspecter Briifig) Lebensbild in 5 Aufzügen nach dem Roman „Ut mine Stromtid" von Fritz Reuter. Für die Bühne bearbeitet von A. Junkermanv. Billets sind zu haben im Vorverkauf bei Herrn Gustav Gerhardt am Lindenplatz: Numrnerirter Sperrsitz ä Mk. 2 —, I. Platz 2 Mk. I —. Abends an der Kasse: Nummerirter Sperrsitz I a Mk. 2 3V I. PLatz ä Mk. 6611 Sonntag den 19. August: Letzte Concert-Soiree der Wiener Elite-Concert-Gesellschaft „Lötsch“. Mitglieder: Frl. Josefine Rheingold, Opernsoubrette. Fr. Lötsch-Flor, Operettensängerin und Tirolienne. Hr. Otto Lötsch, Wiener Salonkomiker Hr. Arthur Lippis, Pianist. Programm hochinteressant! — komisch! — decent! Anfang 8 Uhr. Gntrec 30 A. Gallerie 20 ----- Programme ä 10 an der Abendkasse. ----- Restauration im Saale« 6554 Männer-Turnverein Gießen. Sonntag drn 19. August: Ausflug nach Staufenberg. Abfahrt mit Extrazug 2 Uhr, Rückfahrt V210 Uhr. Freunde des Vereins können eingesührt werden.___________________6652 Von heute ab wohne ich: Sonnenstrasse K 66.8 Friedrich Decker« SamStag den 28 l. Mts., Mittags 1 Uhr, soll auf hiesigem Gemeindehause die ■ Anfertigung eines eisernen Treppengeländers vor dem Schulhause zu dem veranschlagten Preise von 126,50 JL öffentlich in Accord gegeben werden. Bettenhausen, am 18 August 1888. Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen. 6640 Nückel. Dienstag, den 21. d. Mts, Nachmittags 2 Uhr, in der früher Bramm'schen Hofraithe dahier sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 4 Pferde, 1 Wagen, 1 Chaise, eine Hobelbank, 1 Secretär, 1 Cassaschrank, 2 Kleiderschräi ke, 2 Sophas, dtoerse Wirthstische, 2 Kommoden, 1 Parthie Wollewaaren, 1 Lexikon, 1 Mikroscop rc. Gießen, den 18. Äugust 1888. Engel, 6646_______________Gr- Gerichtsvollzieher. Montag den 20. August, Mittags 2 Uhr, werden in meinem Bureau. Asterweg 22, zwangsweise öffentlich meistbietend gegen Baarzahlimg versteigert: 2 Ripssophas mit 6 Stühlen, 2 Sessel, 2 Goldsoiegel, 1 oo. Tisch, 2 Com- mode, Schränkchen, 1 Standuhr und 1 Rollwagen. Gießen, den 18. August 1888. Bühner,' 6642 Gerichtsvollzieher. JTflldjcnßier aus der Brauerei Pfungstadt. Bock Ale (Salonbier) pr. Fl. 30H Kaiserbräu (dunkel) „ „ 25 „ Märzenbier (hell) „ „ 25 „ Prlwa Lagerbier „ „ 20 „ 3MR*frei ins Haus geliefert empfiehlt 6656 Fr. Kühnhold, Ludwigstr. 55. 6639 Ein zuverlässiges Mädchen, welches selbstständig kochen alle Hausarbeit verrichten und nähen kann, wird gegen guten Lohn in einen kleinen stillen Haushalt gesucht. Näheres bei Frau Jughardt, Grünbergerstraße 33. Alter Lehm-Schutt kann am Bapst'fchen Haufe am Marktplatz unentgeltlich, aber heute SamStag, abgefahren werden. 6657 I Pfeffer. Für eine der größten Hypothekenbanken Frankfurts nehme Auftrage zu billigstem Zinsfüße unter günstigsten Bedingungen entgegen. F. Holberg, Kirchenplatz 8. g 6648 Ein Knecht zu einem Pferd fo*. fort gesucht. Bleichstraße 15. Forsi-Iospeclor i. P Hermann Georgi Giessen, den 18. August 1888. Die trauernden Hinterbliebenen. 6615] Zutritt frei. [6622- alte 101 80, neue 103.40 er*. 3V*°/o do 99.00 Tklegrajchischer Loursbericht der Berliner Börse vom 18. «ach Tendenz: fest. Die Selbsthilfe; 152 Nedaction: A. Scheyda. — 165.75 108 10 84 20 85.10 96.40 104 00 9250 68.90 100.10 156 50 103.70 10300 99 00 104 — 107 30 104 40 101.50 107.50 105 60 107 00 16.18-16.21 1645- 16.19 20.35—20.40 4.16—4.20 August 1888 224.25 44.70 84 00 97 80 6641] Gut empfohlene Mädchen, welche wchen können, suchen Sollen auf bald und Michaeli durch Frau Tränkner, Wolkengasse 26. DiSconto-Com-Antheile Lombarden 4'Vi Ungar. Goldrente 5% Gemischte Russen 3$/a% Solmd-Braunf. Oblig. 4% Gießener Oblig. 4% Oesterr. Goldrente 4V5% Oesterr. Silberrente 5% Portugiesen Oblig. Darmft. Bank-Actien Montag Abend: Uebung. - Nach der Uebung : Versammlung im Cafö Leib. Bericht über Feuerwehrtag Alsfeld. im Alter von 68 Jahren heute Mittag 12V< Uhr sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten Statt besonderer Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, dass unser unvergesslicher Gatte, Vater und Bruder Die Beerdigung findet Montag, den 20. August, Nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause Asterweg (Nordanlage) 39, aus statt. Oesterr. Creditactien Oesterr. Staatsbabn-Artien 1880 4v/o Russen Oblig. 4o/g unit. Egypter Oblig. Religiöse Vorträge Wolkengaff« 22. Sonntag Abend 8 Uhr. Sonntag, den 19 August Tanzmusik bei Wirth Schneider, Lidberstraße. £>ru