L-rr. 193 Drittes Blatt. Sonntag den 19. August Etz <<)icß(’iier Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau r Schul st raße 7. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des MoniagS Amtkicher HHeil. Betreffend - Die Bildung der Schöffen, und Schwurgerichte. Greßen, am 16. August 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an dte Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie. mit der Aufstellung der Urlisten der zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen bestellbaren Personen zu beginnen und diese Listen nach vorgängiger achttägiger Offenlegung jammt den etwa erhoben werdenden Reclamationen mit Begleitbericht spätestens bis zum 15 October L I. an die zuständigen Amtsgerichte einzusenden. Die Spruchlistcn der Geschworenen haben, wie bereits in unserem Ausschreiben vom 20. April 1885 (Anzeiger Nr. 92) bemerkt wurde, in mehrfachen Fällen die Namen von Personen enthalten welche das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet, oder das 65. bereits überschritten hatten und sind hierdurch in den Schwurgerichtssitzungen den Fortgang der Verhandlungen hemmende Weiterungen veranlaßt worden. Derartige Vorkommniffe können nur durch eine genaue Beobachtung der hinsichtlich der Ausstellung der Urlisten der Schöffen und Geschwornen bestehenden Bestimmungen vermieden werden. Wir machen Ihnen daher die forgsälllgste Beobachtung der Vorschriften in § 1 und 3 der Verordnung vorn 14. Mai 1879 (Reg>Bl. S. 213) zur Pflicht. Hiernach sind die in den 32, 33 und 34 des Gerichtsverfassungsgesetzes (s. Neichsg.-Bl. von 1877, S. 47) bezeichneten Personen nicht in die Urlisten auszunehmen, während bei den in S 35 daselbst Genannten der Grund, warum sie ablehnen fönnen, in der Spalte „Bemerkungen" der Liste anzugeben ist. In allen Fällen, in welchen Zweifel darüber bestehen, ob eine in die Urliste auszunehmende Person das 30. oder 65. Lebensjahr vollendet habe, wollen Sie sich durch 'eine Anfrage bei derselben, oder in sonst geeignet scheinender Weife genau über deren Alter vergewiffern Sie dürfen aber auch nicht Personen, welche Sie für ungeeignet zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen halten, bei denen aber die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, aus der Liste weglaffen, z. B weil sie arm, oder zu alt sind. Sie wollen vielmehr diese Personen ebenfalls in die Liste ausnehmen, Ihre Ansicht aber unter „Bemerkungen" oder im Beglcit- berichte angeben. Das zur Ausstellung der Listen erforderliche Formular wird Ihnen k. H zugesandt werden. I. V.: Jost. Lokales. Gießen, 18. August. sSitzung der Stadtverordneten vom 16. August.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herr Beigeordneter Gnauth, Seitens der Stadtverordneten die Herren Baist, Haustein, Jughardt, Aug. Noll, Dr. Ploch, Schopbach, Scheel, Simon und Vogt. Herr Bürgermeister Bramm bringt mehrere nicht auf der Tagesordnung verzeichnete Angelegenheiten zur Kenntniß der Versammlung, u. A. ein Dankschreiben des Stenographen Vereins für die bewilligte Ueberlassuug eines Schullokales für Unterrichts- Zwecke. — Ferner ist die Versammlung damit einverstanden, daß für den Stadtverordnetensitzungssaal eine Büste Kaiser Wilhelms II. sowie eine solche unseres Großherzogs Ludwig IV., sofern die letztere in der Ausführung wie die bereits vorhandenen Büsten der Großherzoge Ludwig I.—III. zu beschaffen ist, angeschafft wird. — Dem Verschönerungs-Verein ist auf Ansuchen gestattet worden, am Lethgesterner Weg eine Ruhebank aufzustellen. — Nach Vortrag und stattgehabter Prüfung der wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Realgymnasiums für 1887/88 wird die Abrechnung, welche den Voranschlag um ca. 2000 JL überschritten und sich auf 66 652 JL stellt, genehmigt. Erläuternd wird hierzu bemerkt, daß die Mehrausgabe hauptsächlich auf die Kapitel Besoldungen und Vertretungskosten für erkrankte Lehrer zu stellen ist. — Der von Herrn Hansl ein s. Z. gestellte Antrag in Betreff der Geschäftsordnung der Stadt- verordneten-Versammlung wird nochmals auf Wunsch des Antragstellers ausgesetzt. — Dem Gesuch der Firma Trtbus & Sundhetm um Erlaubnis zur Anlage eines Röhrencanals aus ihrem Neubau an der Westanlage nach der Wteseck wird unter den üblichen Bedingungen widerruflich stattgegeben. — Wie in früheren Jahren, so wird auch für dieses Jahr beschlossen, die Feier des 2. September durch Glockenlüute am Vorabend und Eboralblasen vom Stadtthurme am Morgen des Tages zu begehen und an die Einwohnerschaft die Bitte um Flaggen der Häuser zu richten. — Die beschlossene Verbesserung eines Schutzdammes gegen die Ueberfluthung des Neustädter Feldes durch dte Lahn macht die Erwerbung eines 2 Meter breiten Gelände streifens entlang dem Grundstücke des Herrn B. Strauch erforderlich. Die Versammlung beschließt, auf die Preissorderung des Herrn Strauch (45 H pro lUMeter Gelände), sowie auf die Herstellung eines Zufuhrweges zu dessen Grundstücken einzugehen. — Eine Reihe Kosten- decreturen werden den gestellten Anträgen entsprechend erledigt. — Der Bürg er - gesellschaft, welche sich mit einem diesbezüglichen Gesuch an die Stadl gewendet hat, wird ein Lokal im Schulhause in der Schulstraße zur Abhaltung von Gesangsübungen ihres gemischten Ehors gegen Entrichtung einer jährlichen Entschädigung für Hrizung und Beleuchtung im Betrage von 10 JL überlassen, sofern sie sich betreffs der Reinigung des Lokales mit der Schuldienerin selbst verständigt und soweit das betr. Lokal nicht zu Fortbtldungsschulzwecken nöthtg ist. — Herr Oeconom Heß ist auf Grund der Bauordnung aufgefordert worden, sein an der Lahnstraße gelegenes Haus verputzen und den Hof durch ein Thor abschlteßen zu lassen; er sucht deshalb um Ausbau der Lahnstraße nach, da nach dem Nivellement dieser Straße das frag!. Thor sonst so hoch komme, daß man bequem darunter hinwegsehen könne und macht auch auf den schlechten Zustand dieser Straße und die den Passanten durch das Schwemmeführen der Pferde drohenden Gefahren aufmerksam. Nach Bericht des Stadtbauamts ist die Stadt zum Ausbau der Straße noch nicht verpflichtet, auch könne, da das projectirte Thor an steinernen Pfeilern befestigt werde, ein Heben desselben im Falle Der Höherlegung der Straße leicht bewerkstelligt werden. Die Baudeputation ist trotzdem für Ausbau der Straße, sofern die Interessenten die ihnen nach der Bauordnung später erwachsenden Kosten schon jetzt vorlegen. Es wird dementsprechend beschlossen. — Auf diesbezüglichen Bericht der Direction der städtischen Schulen, nach welchem an diesen Schulen neben 16 definitiv angestellten Lehrern 10 Schulverwalter thätig sind, spricht sich die Versammlung für Besetzung einer weiteren definitiven Lehrerstelle aus. — Zum Ausbau der Steinstraße haben Herr W. Seultng und Genossen das Gesuch um Ausbau gen. Straße von dem verlängerten Asterweg bis zur Schottstraße gestellt. Mit dem ausgearbeiteten Nivellement haben sich, mit Ausnahme von zwei, sämmtliche Interessenten einverstanden erklärt. Die Baudeputation hat die Annahme eines neuen Nivellements, in welchem die Straßenrinne nach der entgegengesetzten Richtung, wie vorher angenommen, fällt und dte Zurücksetzung des Ausbaues der Steinstraße bis zum nächsten Jahre beantragt. Es wird dem Antrag der Baudeputation gemäß beschlossen. — An Stelle des seitherigen Hülfsschutzmannes Schneidmüller wird aus Vorschlag des Polizet- amts Herr Karl Sommerkorn gewählt. — Herr Stadtgärtner Balser bittet, da ihm durch die seitherige ungünstige Witterung das Fortarbeiten am Ausbau der Oftanlage erschwert worden, um einen weiteren Credit von 900 JL Die Baudeputation empfiehlt Bewilligung dieser Summe, umsomehr da ihr der Satz von 30^ i pro Meter gärtnerischer Arbeiten in Anbetracht der bedeutenden Masse zu bewegender Erde zu gering erscheine, es seien Stellen bis zu 1 Meter Tiefe vorhanden. Der Deputationsantrag wird angenommen. Herr Han stein bemerkt, daß es sehr noth- wendtg sei, daß der alte Schoorweg an der Ostanlage bald wieder hergestellt werde; derselbe sei infolge der Arbeiten an der Anlage in einen schlechten Zustand gerathen. Herr Bürgermeister Bramm theilt mit, daß der Weg erst dann wieder hergestellt werden könne, wenn die Arbeiten an der Anlage fertiggestellt seien. — Vom Stadtbauamt ist behufs Herstellung einer wasserdichten Sohle im projectirten Weiher an der Ostanlage die Anwendung von Schlackenmehl von der Main-Weser-Hütte empfohlen worden. Der Aufwand hierfür wird auf 112 JL veranschlagt. Herr Baist spricht sich dafür aus, daß der Boden erst durch Schlagsteine verbessert werden möge, da ihm derselbe nicht fest genug erscheine, um darauf eine feste, wasserdichte Sohle Herstellen zu können. Dieser Gegenstand wird hierauf nochmals an die Baudeputation verwiesen. — Unter „Stellung der Rechnung der Stadt Gießen für 1887/8" ist nur über dte Bestellung der Commission zu beschließen, welche die Vernichtung der ausgeloosten Coupons der Schuldverschreibungen vorzunehmen hat; es werden hiermit die Herren Baist und Vogt betraut. — Punkt 14 der Tagesordnung, Badea n st alt der Mädchenschule betreffend, wird ausgesetzt, da noch eine Augenscheinsnahme nothwendig. Das städtische Schlachthaus betreffend wird mitgetheilt, daß Gr. Ministerium lt. Schreiben an Gr. Kreisamt sein Einverftändniß mit dem Anträge des Stadtvorstandes zu Gießen, Bestimmungen über das Gehalt des Fleischbeschauers, sowie dessen Stellvertreters zu treffen, erklärt hat. Es beträgt sonach das fixe Gehalt des ersten Fleischbeschauers 1800 jährlich, des zweiten JL 400, während die Functionen eines dritten Fleischbeschauers aus den Ueberschüssen honorirt werden sollen. Die Fleischbeschaugebühren fließen sonach fortan in die Stadtkasfe, aus welcher die Fleischbeschauer besoldet werden. In dem Schreiben Gr. Ministeriums wird weiter mitgetheilt, daß wegen btr von der Stadt Gießen Dean traten Einführung der obligatorischen Trichinenschau demnächst Gr. Kreisamt weitere Mittheilungen zugehen würden. — Auf die Eingabe der Fleischerinnung um Erweiterung der Schweineschlachthalle wurde s. Z. beschlossen, durch Ueberdachung des Raumes zwischen der Halle und dem Schweinestall die gewünschte Vergrößerung herzustellen; es handelte sich vor Ausführung dieser Arbeit vorerst noch um Erledigung der Frage, ob der Anbau bis dicht an die Ställe gebaut oder zwischen diesen und der jetzigen Schlachthalle ein ca. 2 Meter breiter Durchgang gelassen werden solle. Die Fleischerinnung spricht sich für directen Anschluß des Schlachtroumes an die Stallungen aus, die Schlachthaus-Verwaltung dagegen; die Innung schlägt deshalb die Zuziehung dreier Schweinemetzger vor, um deren Ansicht zu hören. Es wird beschlossen, unter Zuziehung dieser Commission und des Herrn Prof. Dr. Winckler nochmals Augenschein zu nehmen. — In Ergänzung des Beschlusses zur Errichtung einer Freibank zum Verkauf nicht ladenreinen Fleisches wird beschlossen, diese Verkaufsstelle auf dem Platze nördlich der Kleinviehställe zu errichten und dieselbe neben dem Eingangsthor so anzulegen, daß das das Freibankfleisch kaufende Publikum das Schlachthaus nicht zu betreten braucht. — Gegen den s. Z. beschlossenen und offen gelegten Straßenplan der Wolkengasse hat Herr August Voigt Einspruch erhoben, da ihm mit Annahme desselben der Umbau seines Hauses erschwert werde. Die Baudeputation hat trotzdem Beibehaltung des Planes beantragt, weil andernfalls die seitherige schlechte Passage der Wolkengasse bestehen bliebe. Der Antrag der Baudeputation wird angenommen. — Dte Behandlung des folgenden Punktes der Tagesordnung, „Verbesserung der Feldwege betr.", fällt aus, da noch einige der Wege zu besichtigen sind. — Infolge Der Anlage einiger Triebviertel im sog. „Rußland" zu Wiesen mußte den Pächtern derselben das seitherige Pachtverhältniß gekündigt werden. Zwei der Pächter suchten um weitere Belassung ihrer Triebviertel bis Herbst 1889 nach, da sie dieselben gedüngt und mit Klee ausgestellt haben. Obwohl den Betreffenden wie den übrigen Pächtern rechtzeitig gekündigt wurde, beantragt die Baudeputation dennoch, eine endgültige Entscheidung noch nicht zu treffen, sondern durch Feldrecht feststellen zu lassen, ob und welche Entschädigung den betr. Pächtern zu gewähren sei. Die Versammlung stimmt dem Anträge zu. — Herr Bautechniker Seuling beabsichtigt, den Schoorgraben vor seinem Bauplatz an der Westanlage (Pistor's Garten) überwölben zu lassen und ersucht um Uebernahme desjenigen Thetls der Kosten auf die Stadt, welche durch Legung der in Rede stehenden Schoorgraben- strecke in eine Cementsohle entstehen. Gegen die Ueberwölbung des Schoorgrabens hat die Stadtverordneten-Versammlung nichts einzuwenden, sie lehnt aber die angesonnene Beihülse zur Ausführung einer Cementsohle ab. — Dem Gesuch des Herrn Andr. Keller um Anlage einer Wasserabsührung aus seinem Hause in der Ostanlage nach dem Schoorgraben wird widerruflich unter der Bedingung stattgegeben, daß Die An- läge nach Angabe des Stadtbauamtes ausgeführt wird. — Bekanntlich war die Abtretung von Gelände vor der neuen Kaserne an die Militärverwaltung zur Errichtung eines Militärturnplatzes in einer früheren Sitzung beschlossen worden; es wurde nun städtischersetts noch darauf gedrungen, daß die Militärverwaltung den längs des fiag- ltchen Platzes an der Staatsstraße liegenden, 1,50 Meter breiten Geländestretfen erwerbe, um das zur Einfriedigung des Platzes zu errichtende Spalter in gleicher Flucht mit den Vorgärten dec unteren Grünberger Straße sowohl wie zu derjenigen des neu zu erbauenden Schützenhauses zu bringen. Nach den hierüber gepflogenen Verhandlungen hatte aber Gr. Kretsamt es abgelehnt, den erwähnten fiscalischen Geländsstreifiu abzutreten. Die dteserhalb weiter gepflogenen Verhandlungen hatten zur Folge, daß ein Vertreter Gr. Ministeriums den Vorschlag propontrte, der Stadt Gießen fragliches Gelände zu überlassen, wenn dieselbe hierfür einen an Flächeninhalt gleich großen Platz in der Nähe zum Lagern von Straßenbaumaterial austauscht. Die Baudeputation hat den Geländeaustausch beantragt: es soll sonach in der Nähe des neuen Schützenhauses ein entsprechender Platz zum Lagern von Baumaterial als Aequtvalent für den zur Herrichtung des Turnplatzes nöthtgen Geländestreifen abgegeben werden. Den letzten zur öffentlichen Verhandlung stehenden Gegenstand bildete die Wode- straße. Dem Wunsche der Interessenten entsprechend, wurde früher, da eine definitive Erledigung der Sache nicht zu erreichen, beschlossen, sämmtltche Interessenten zu vernehmen. Wie schon mitgethetlt, soll die Wodestraße ausgebaut und der Schoorgraben am Ende derselben fahrbar überbrückt werden, wenn die Anlieger die auf JL 9770 veranschlagten Kosten mit «X 6770 tragen, wogegen die Stadt die Kosten der lieber: brückung mit v* 3000 übernehmen will. Die geladenen Interessenten haben sich am 25. Juli auf Gr. Bürgermeisterei eingefunbcn, sie acceptirten das Projekt des Ausbaues dec Straße und der Ueberbrückung und erklärten sich zu der erwähnten Beitragsleistung bereit, mit Ausnahme des Herrn Anton Petri, welcher sich in seinem Besitzthum durch die erforderlich werdende Höherlegung der Straße nach dem Schoorgraben hin beeinträchtigt erklärt und ihm dadurch bedeutende Kosten entstehen würden; für den Ausbau der Straße ohne Ueberbrückung könne er sich eher erklären. Frau vr. Brüel Wwe erklärt sich als nicht interessirt an der Sache, während Herr Rechtsanwalt Eurtman weder ein Interesse an dem Ausbau der Straße noch an der Beibehaltung des Steges zu haben erklärt. Die Baudeputation hat beantragt, die Interessenten zu der Erklärung zu veranlassen, ob sie im Falle der Ausführung des zweiten Projektes (das erste Projekt bezog sich nur auf den Ausbau der Straße, ohne Ueberbrückung des Stegs, Trottoir- legung 2c., wogegen das zweite Projekt auch auf Ueberbrückung des Schoorgradens | hinausging) auch die Kosten gemeinschaftlich übernehmen würden, welche Herrn Anton ' Petri durch den Ausbau der Straße entstehen, ober ob sie die Kosten für die Ausführung des ersten Projektes tragen wollen. — In der nun folgenden Debatte erklärt sich Herr Schopbach gegen den Ausbau der Wodestraße mit fahrbarer Ueberbrückung. Gerade im Interesse der Kleinkinderschule habe man s. Z. dieselbe auf das Wode'fche Besitzthum gebaut; führe man das zweite Projekt aus, so gehe jedenfalls der ganze Fuhrwerksoerkehr aus den Neuen Sauen nach der Anlage durch die Straße, dadurch würden aber die vielen kleinen Kinder gefährdet, er empfehle den Ausbau der Straße nach Art der Plockstraße und stelle den Antrag, von der Fahrbar- machung der Straße abzusehen. Unter Beibehaltung des nicht fahrbaren Stegs könne man ja, ohne Herrn Petri zu schädigen, eine flache Rampe anlegen. — Herr Bürgermeister Bramm und Herr Haustein sprechen sich ebenfalls gegen die Herstellung der Straße für den vollen Durchgangsverkehr aus, desgl. Herr Batst welcher auch ohne Ausführung des weitgehendsten Projektes dafür ist, daß die Stad! einen Theil der Kosten mit übernimmt; er gebe es der Erwägung anheim, welche Summe die Stadt tragen wolle. — Herr Hanstein beantragt einen Zuschuß von 2000 JC. — Herr Belg. Gnauth ist gegen Bewilligung eines bestimmten Betrages; man könne die Interessenten der Wodestraße nicht günstiger stellen wie die Bewohner anderer Stadttheile, die stadtrsche Zuschüsse erhielten, wie sie eben das Localbaustatut vorschreibe Mit der Uebernahrne der Straße auf die Stadt fielen dieser die Kosten für Reinigung und Unterhaltung derselben, ebenso die Hälfte der Trottoirherstellungskosten zur Last, vielleicht komme hierzu auch noch die Anlage eines mafsiven Stegs für den Fußgängerverkehr; er sei dafür, daß die Interessenten die Kosten übernehmen, die ihnen nach der Localbauordnung zufielen. — Herr Vogt erklärt, die von Herrn Baist geltend gemachten Billigkettsgründe nicht gelten lassen zu können, die Straße sei s. Z. angelegt worden, ohne daß die Stadt darum gefragt worden sei. — Herr Scheel spricht sich für nochmalige Verweisung an die Commission und Vorlage von Koftenooranschlägen für den Ausbau der Straße nach dem ersten Project, mit Herstellung einer festen, aber nicht für den Fuhrwerksverkehr bestimmten Ueberbrückung aus. Es wird tm ©inne des Antrages des Herrn Scheel beschlossen. Telegraphischer Schiff-bericht der „Red Star Line" Antwerpen. N e w y o r k, 16. August. Der Postdampfer „Waesland" der „Red Star Line" ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen. Aeilgeöolenes. Marinirte Häringe empfiehlt 6404 Finit Fischbach. Flaschenbier Einem verehrlichen Publikum em» psehle mein Flaschenbier aus der Aktien Brauerei Gießen Exportbier, pro Flasche 23» H, Lagerbier pro we is § Gütige Aufträge werden bei jedem Quantu il frei in'S Haus geliefert. Helnr. Jenlzen. 20] zum Rebstock, Westanlage 3. Fussbodenanstrich Giessen. in allen Arten, in allen Nuancen rasch und hart trocknend. Fussboden- und Parquet- boden- Wichse. K öS la. gewaschene Nusskohlen, melirte und Stückkohlen in vorzüglicher Qualität liefert billigst F. Imxnel, esss Kohlenhandlung, Reuen Bäue 17. Stahlspäne. Farben und Lacke. Incarnat-Kleesamen diesjährige Ernte, empfiehlt H. F. Nassauer, 6549 Neuenweg 15. Allgemeiner Anzeiger. Herrenwäsche für Herren und Knaben, als: Hemden, Kragen, Manschetten. Chemisets (auf Normal-Hemden zu tragen), Taschentücher in Leinen und Seide, sowie stets das Neueste in Shlipsen, Cravatten, Glaco-, Wildleder und Stoffhandschuhen, Hosenträger, Hosenstrecker, Hosenschoner, Sonnen- und Regenschirme empfiehlt 3823) H. Rübsamen. ! Hemden nach Maß liefere in guten Stoffen zu billigen Preisen. Flaschenbier. Wir empfehlen einem geehrten Publikum unsere rühmlichst bekannten Flaschenexportbiere. Dieselben sind alle sehr kräftig eingebraut, vollständig abgelagert und desshalb > ausserordentlich haltbar, setzen nicht ab und werden nicht trüb auf Flaschen. Für je 3 Mark liefern wir in Giessen frei ins Haus : 16 grosse oder 30 halbe Flaschen Wiener Export, 14 » n 26 „ „ Böhmisch Export, 14 n n 26 „ n Franziskaner (dunkel), 12 „ n 24 „ „ Pilsener. Nach auswärts versenden wir dasselbe nach allen Richtungen in Kisten zu 24 grossen oder 36 halben Flaschen. [6099 Cebr. Bohrle, Exportbierbrauerei „Giessen“» Englische Anlhrsril-Uuhkohlen für Amerikaner Oefen, Anthrarit-Peetz-Nuhkohlen von Victoria, fest und haltbar, für alle Feuerungen, Steinkohlen jeder Korte, Braunkohien-Briquels in D.-W. oder Fuhren offerirt zu den billigsten Preisen [6580 Fritz Hast, Agentur in Giessen. I< ESSEN für Obstwein,Tranbcnu Beerenwein in neuester vorzügl. bewährter Construction m. glasirtem Eisenbiet oder mit Holzbiet. Unerreicht in Leistung und Güte. Jahresabsatz 1000 Pressen u. Obstmühlen. Preisgekrönt m. 160 Medaillen in Gold und Silber etc. Specialfabrik für Pressen u. Obstverwerthungsapparate. PH. MAYFARTH & Co.,Frankfurt a. M. Baumweg 7 und Hanauerlandstrasse 169. Agenten erwünscht. Calaloge gratis und franco. 5585 August Will, Bielefeld-Gadderbaum, Leinen-, Drell- und Damast-Weberei. . Lieferung vollständiger Aussteuern. Anfertigung jeder Art Herren« und Damen Wäsche. Nur vorzüglichste Waare bei mäßigen Preisen! Vertreten durch 4766 Anna Roth, Gießen, Neuenweg 30, neben dem Löwen | Tannen und Bucheu- Scheitholz ist billig abzugeben bei 4197 K. Jung IV., Klein-Linden. 6609 Ein Hausen Mist zu verkaufen im _____Darmstädter Haus. 3825 Billigster Verkauf von neuen Hofen, Westen, Säckchen, Joppen in Buckskin und Zwirn u. desgleichen Anzüge, Hemden, Bloufen, blane Ueberziehhosen und Jacken, Metzger- bloufen und Jacken, Kittel, Arbeiter- schürzen, Mtlitärhosen, Knaben- Anzügen, Stiefeln, Schuhen, Damen- und Kinderstiefelchen, Pantoffeln, Bettzeug re. re. bet Louis Rothenberger« Neuenweg 22. Arbeitern halte ich den Verkauf von getragenen Kleider«, Wäsche und Stiefeln ferner bestens empfohlen. Samstag Abend ist daS Geschäft AbendS von 9 Uhr bis 10V. Uhr geöffnet. Nur die ächtenelectromotortfchen Zahnhalsbänder von 6480 Gebrüder Gehrig, Hoflieferanten und Apotheker, befördern leicht und schmerzlos das Zabnen der Kinder, verhüten Unruhe, Zahnkrampfe rc. und sind nur ächt zu haben k Stück 1 JL bei Gebrüder Gehrig, Berlin SW., Beffelstratze 16. In Gießen ächt zu Haven bei Ciir Liidw. Thomas. Apfelwein in bekannter Güte empfiehlt 3676 Finit Fischbach. kDöppePWB 8 “— wSiarke Quilihät untberlrormnl Nur ächt mit nelij tr m6 Seltersweg 43. 6537] Schönes Logis, 3 Zimmer, Küche (Wasserleitung), abgeschl. Corridor und sonstigem Zubehör, alsbald beziehbar, zu vermiethen. Asterweg 48 I. 6533 Ein größeres Logis an ruhige Leute sehr billig zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl._________ 6493 In meinem neuerbauten Hause in der Ludwigftraße ist der 2. und 3 Stock, mit Je 6 Zimmer, Wasserleitung und Zubehör, auf Wunsch auch Gartenanrheil, zu vermiethen, beziehbar im Octoöer oder 1. November. Jacob Häuser, Neuenweg 58. 6361 Ein Logis in meinem Hinterhause „Erlengasse 15" zu vermiethen. H F. Nassauer, Neuenweg 15. 4844 Eine Wohnung von 5 Zimmern mit Zubehör u. Gartenhütte zu vermiethen. Ernst Moeser, neben Stein's Garten. 5235 Zwei unmöblirte Zimmer zu ver- miethen. Nordanlage 28. 5727 Zwei schöne Keller zu vermiethen. Näheres in der Exped. d. Bl- 4725] Laden mit LogiS zu ver- mietben. Georg Möhl, Bahnhofstr, 26, 3284] Laden mit Wohnung zu oer- miethen. Seltersweg 30. 6576] Logis, fow. einz. Zimmer, gleich beziehb-, zu verm. Neuen Bäue 20. 6572 Der 2. und 3. Stock meines neuen Hauses ist zu vermiethen und alsbald zu beziehen. P. Pitz, Zimmermeister. 6568 Die dritte Etage, 5 Zimmer, zwei Bodenkammern, Gartenantheil rc, ist zu vermiethen und sofort benchbar. ______________ Nordanlage 29. 6564] Neubau, Ludwigftraße. Parterre- wohnung zu vermiethen, 6 Zimmer und Badezimmer. Anton Petri. 6505 Grünbergerftraße 24: eine schöne Wohnung, 5 Zimmer mit Zubehör, per 1. October beziehbar, zu vermiethen. ,W. Hammel, vis-ä-vis Nr. 27. ~ 6490 Ein Familienlogis im 2. Stock zu vermiethen. D^olkengasse 24. 6464]““Mehrere kleine 'Logis zu ver- mietfjen.________________ Schloßgasse 9. 6462 Ein kleines freundlichesLögest ver October an ruhige Leute zu vermiethen. Auch könnte es an einen Herrn möbltrt abgegeben werden. Neustadt 28. 6424] Geräumige Wohnung, 5 Zimmer, Küche rc., an nur kinderlose ruhige Leute , billig per 1. October zu vermiethen. Georg Philipp Gail. 6263 Eine große elegante Wohnung zu vermiethen. Aug. Montanus, Westanlage 23. Wermietyungen. 6001] Familienlogis zu vermiethen. __________Noll Wwe., Kanzleiberg. 6339] Schöne Mansardenwohnung an ruhige Leute zu vermiethen Ludwigsplatz 4 I. 6600] 2. Stock, 3 Zimmer mit Zubeh-, zu vermittheu. Gründergcrftraße 42. 6598 Ein kleines Logis zu vermiethen. Georg Möhl, Metzgers 6596 Zwei schöne geräumige Zimmer und Küche an ruhige Leute zu vermiethen. Neuen Bäue 17, Hinterhaus. 6589 Ein kl- Logis zu vermiethen. __Wetzsteingasse 18. 6586 Ein kleines Familienlogis zu oer- i n 9 Tagen