Mr. 271. Erstes Blatt. Sonntag den IS. November 1888. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. B.,rca..- Schulstr°P- 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. WKWWWZLich2W°°8L AmtliHer Hß § il. Gefunden: 2 Messer, 4 weiße Taschentücher, 1 Vorstecknadel, 1 Gebund Schlüffel, 1 Hundehalsband, 1 schwarzer Handschuh, 1 Gesangbuch. Gießen, am 17. November 1888. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Politische Ueberfiebt. Gießen, 17. November. Der Entwurf des Alters- und JnvaliditLtsverficherungSgesetzes ist nunmehr vom Bundesrathe mit den prinzipiell wichligen Abänderungen bet den Bestimmungen über die Bemessung der Renten und über die Eommissare, sowie mit einigen kleineren Aenderungen definitiv genehmigt worden. Namentlich die neuen Bestimmungen hinsichtlich der Rentenbemessung bedeuten eine entschiedene Verbesserung des Entwurfes, denn die Abstufung der Rente nach Classen ist unstreitig eine zweckmäßigere und gerechtere Maßregel, als die ursprüngliche einheitliche Festsetzung des Rentensatzes. Außer den in der Vorlage vorgenommenen Erhöhungen der Invalidenrente und den Abstufungen der von den Arbeitern zu leistenden Beiträge ist von den sonstigen noch getroffene« Abänderungen wohl die Aufhebung der Bestimmung des ursprünglichen Entwurfes, wonach Personen, die sich ihre Erwerbsunfähigkeit durch Bethciligung bet einer Schlägerei oder bei Begehung eines Verbrechens zugczogen haben, ein Theil der Invalidenrente aus Billigkeitsgründen dauernd oder vorübergehend zuerkannt werden sollte, die am meisten bemerkenswerthe. Ueber die Jubelfeier in der dänischen Hauptstadt bringt der Telegraph wahrhaft begeisterte Berichte, aus denen zu ersehen ist, daß die Bevölkerung Kopenhagens , unbekümmert um den öden Streit der politischen Parteien Dänemarks, den lebhaftesten und herzlichsten Antheil an dem Ehrentage ihres Monarchen genommen hat. Besonders ragten aus den Festlichkeiten des 15. November das dem König Christian am Morgen von 500 Sängern dargebrachte Ständchen, der gegen 25,000 Theilnehmer zählende Festzug und die großartige Illumination der Stadt am Abend hervor. Anläßlich seines Regierungsjubiläums ist König Christian vom Kaiser von Oesterreich zum Regtmentsinhaber des österreichischen Infanterie-Regiments Nr. 75 und vom König von Schweden zum Chef des schwedischen Infanterie-Regiments Nr. 10 ernannt worden. Zwischen der Schweiz und dem derrischen Reiche scheint sich ein kleiner Grenzstreit enlspinnen zu wollen. Deutscherfetts ist die auf reichsländtschem Gebiete gelegene Zollstation Lützel aus Zweckmäßigkeitsgründen aufgehoben worden. Die Station liegt nahe an der Bernischen Grenze und ist nun die Regierung des Cantons Bern, welcher die Aufhebung der Station Lützel unbequem zu sein scheint, beim schweizer Bundesrathe dahin vorstellig geworden, er möge bei der deutschen Regierung die Rückgängigmachung dieser Maßregel beantragen. Man stützt sich hierbei in Bern auf einen jm Jahre 1828 abgeschlossenen Vertrag zwischen Frankreich und der Schweiz, der nach der schweizerischen Auffassung auch für Deutschland noch gelten soll; ob letzteres einen so vergilbten Vertrag anerkennen wird, bleibt indessen einstweilen zweifelhaft. Das neue österreichische Wehrgesetz hat durch seine Bestimmung, daß diejenigen Einjährig-Freiwilligen, welche die Osfiziersprüfung nicht bestehen, ein zweites Jahr dienen sollen, auch in weiteren Kreisen Oesterreich-Ungarns eine gewisse Erregung heroorgerufen. Vom Honoedminister Fejeroary ist nun der Zweck dieser offenbar sehr harten Bestimmung im Wehrausschusse des ungarischen Abgeordnetenhauses dahin erläutert worden, daß hierdurch dem sich um die Erwerbung des Offiziersranges ernstlich bemühten Theile der intelligenten Jugend die Sache erleichtert werden solle. Aber mit dieser einigermaßen seltsamen Erklärung ist doch die Nothwendigkeit einer so einschneidenden Maßregel, wie sie das eventuelle zweite Dienstjahr für die Einjährig- Freiwilligen bedeutet, noch lange nicht begründet und die österreichisch-ungarische Regierung wird wohl gewichtigere Gründe für diesen ihren Vorschlag Vorbringen müssen. Jm Uebrigen gab Fejervarp im ungarischen Wehrausschusse noch eine Reihe anderer Erläuterungen zu der Wehroorlage, welche den Ausschuß befriedigt haben müssen, denn derselbe nahm nach Schluß der Generalberathung die Vorlage im Allgemeinen an. Auch im Wehrausschusse des österreichischen Abgeordnetenhauses hat die Generaldebatte über den Entwurf die Zustimmung aller Parteien zu den Grundzügen desselben ergeben und konnte der Ausschuß in die Einzelberathung eintreten. Der österreichische Katholikentag, welcher Ende dieses Monats in Wien abgehalten werden sollte, ist aus noch unbekannten Gründen bis Mat nächsten Jahres verschoben worden. Jm englischen Unterhause erklärte Unterstaatsseeretair Fergusson auf eine Anfrage, daß die französische Regierung sich an der Blokade der Küste von Zanzibar Vicht betheiltge, daß sie aber ein Kriegsschiff nach Zanzibar entsendet habe, um jeden Mißbrauch der französischen Flagge zu beobachten und zu verhüten. Das Durchsuchungsrecht sei von Frankreich als ein nothwendiger Zwischenfall, den die Blokade mit sich bringe, betrachtet worden, lieber den Wortlaut und die Grenzen der fraglichen Anerkennung schwebten zwischen Deutschland, England und Frankreich noch die Verhandlungen. Deutschland. ][ Darmstadt, 16. November. Des Großherzogs König!. Hoheit ist gestern Nachmittag von dem Jagdausflug bei Worms, zu welchem ihn Fürst Alexander und Prinz Heinrich von Battenberg begleitet batten, hierher zurückgekehrt. Letzterer tritt morgen die Rückreise nach England an. Da auch der Prinz und die Prinzessin Ludwig von Battenberg im Laufe der kommenden Woche von hier abzureisen gedenken, so ist man geneigt, anzunehmen, daß das Befinden Seiner Großh. Hoheit des Prinzen Alexander zur Zeit zu besonderen Befürchtungen keinen Anlaß bieten könne. — Fürst Wrede, der österreichisch-ungarische Gesandte am hiesigen Hofe, welcher seinen Sitz in Stuttgart hat, wird morgen Nachmittag dem Grotzherzog sein Ab- verufungsschreiben überreichen. Aus diesem Anlasse findet morgen größere Hoftafel statt. Darmstadt, 16. November. Wegen des Ablebens Sr. Kgl. H. des Herzogs Maximilian von Bayern ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer bis zum 23. I. M. einschließlich ang-ordnet worden. Darmstadt, 16. November. Mit Ermächtigung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs vom 7. dss. Mts. wurde der Großherzogliche Amtmann Morneweg in Bensheim mit Aushülfslelstung bei Großh. Provinzialdireetion Rheinhessen und Großh. Kreisamt Mainz, sowie der Großh. Amtmann Buchinger in Bingen mit Versetzung der Stelle des Amtmanns bei Großh. Kreisamt Bensheim beauftragt. Berlin, 16. November. Der gestern Abend ftattgebabten Sitzung des Berliner Kreisverbandes der Genossenschaft zu freiwilliger Krankenpflege im Kriege unter dem Vorsitze des Ministerialdircetors Greiff wohnten die Minister von Bötticher und v. Goßler, der Rector der Universität Dr. v. Gerha.dt, sowie zahlreiche Studi'.ende bei. Nachdem Wichorn (Hamburg) Bericht erstattet hatte, fprach Professor o. Bergmann über die moderne antiseptische Wundbehandlung. Sodann sprach Professor Brunner über^die allgemeine Wehrpflicht als Grundgedanke der freiwilligen Krankenpflege und als Schutzwehr gegen unnöthige Kriege. Ein von Mtntstertaldtrector Greiff vorgeschlagenes Huldigungs-Telegramm an den Kaiser, in welchem derselbe gebeten wird, dem segensreich begonnenen Werke seine allerhöchste Huld zu gewähren, wurde mit einem dreimaligen begeisterten Hoch auf Seine Majestät den Kaiser einstimmig angenommen. — Bekanntlich wird von der preußischen Staaisbahnverwaltung beabsichtigt, beim preußischen Landtage eine Credttvorlage von 45 Millionen zur Vermehrung der Betriebsmittel einzubringen. Da nun die Benutzung der Güterwagen der deutschen Eisenbahnen eine gegenseitige ist und diese gegenseitige Wagenbenutzung auf der still- «enden Voraussetzung beruht, daß jede Eisenbahn mit so viel Wagen ausgerüstet 3 zur Bewältigung des auf ihren Linien sich bewegenden Verkehrs erforderlich find, so liegt anläßlich jener in Aussicht genommenen Vemehrung des preußischen Fuhrparks die Frage nahe, ob auch die Betriebsmittel der übrigen deutschen Eisenbahnen in einem angemessenen Verhältniß zu dem Güterverkehr derselben stehen. Nach der von dem Reichseisenbahnamt herausgegebenen Statistik ist, wie von zuständiger Stelle mitgetheilt wird, diese Frage bezüglich mehrerer außerpreußischen Staatseisenbahnverwaltungen zu verneinen, indem die Leistungen ihrer Wagen auf eigenen und fremden Strecken erheblich hinter denjenigen Zurückbleiben, welche auf ihren eigenen Linien von eigenen und fremden Wagen zusammen ausgeführt sind. Von der preußischen Verwaltung ist denn auch eine entsprechende Verstärkung des Wagenparks der betreffenden außer- preußischen Staatseisenbahnen in Anregung gebracht worden. Telegraphische Aepeschen. telegr. Sorrespondenz - Bureav. Breslau, 16. November. Der Kaiser wurde bet seiner Ankunft auf dem Bahnhofe vom Oberbürgermeister mit einer Ansprache begrüßt, worauf der Kaifer mit huldvollen Worten erwiderte. Hierauf begab sich Se. Majestät zu dem vor dem Bahnhofe haltenden offenen vierspännigen Wagen und fuhr unter unausgesetzten Hurrahrufen [ der dichtgedrängten Volksmenge, welche alle Straßen und Plätze füllte, nach dem kgl. Palais. Zu dem Diner im Palias, welches um 7 Uhr stattfand, waren gegen 60 Einladungen ergangen. An der Tafel hatte der Kaiser den Mittelplatz inne, rechts saß Prinz Albrecht, links der Fürst von Hohenzollern. Unter den Geladenen befand sich auch Fürstbischof l)r. Kopp Der dem Kaiser von den schlesischen königstreuen Arbeitern dargebrachte^ Fackelzug, woran sich viele Tausende beteiligten, verlief äußerst glänzend. L>e. Majestät der Kaiser dankte wiederholt von der Rampe aus, sich huldvollst verneigend. Breslau, 16. November. Der Kaiser empfing heute in Gegenwart des Polizeipräsidenten und des Oberbürgermeisters die Deputation königstreuer Arbeiter und beantwortete deren Ansprache mit seinem Dank für die ihm dargebrachte Huldigung und den glänzenden Fackelzug, sowie für den Ausdruck der Gefühle der Treue gegen ihn und das königliche Haus. Er fei doppelt erfreut, weil sich an der Huldigung Arbeiter beider Confesfione« mit Einmüthigkeit betheiligt hätten. Das Wohl der Arbeiter liege ihm am Herzen. Breslaus Arbeiter seien die ersten, welche dies erkannt und ihrer Treue Ausdruck verliehen hätten. Er sei auch überzeugt, daß sie diese Treue jederzeit bethätigen würden, und hoffe und wünsche, daß das Beispiel der Arbeiter Schlesiens bei den Arbeitern der ganzen Monarchie Nachahmung finden werde. Dies möge man allen Teilnehmern des Fackelzugs bekannt machen. — Bei der Vorstellung der Deputation reichte der Kaiser jedem Einzelnen die Hand und verlieh dem Fabrikbesitzer Seidel den Rothen Adlerorden vierter Classe, sowie dem Vorsitzenden der Ar- betteröereine das allgemeine Ehrenzeichen. — Hieraus dankte der Kaiser dem Oberbürgermeister für die glänzende Ausschmückung bei Stadt, deren patriotische Begeisterung ihn ungemein gefreut habe. Er ersuche das Stadtoberhaupt, der Bürgerschaft den Dank dafür kundzuthun und namentlich zu sagen, daß er sehr erfreut gewesen sei über die vortrefflichen Wahlen Breslaus. Der Kaiser reichte sodann noch dem Polizeipräsidenten die Hand und drückte demselben seine volle Zufriedenheit über die im Interesse der Ordnung getroffenen Maßnahmen aus. Breslau, 16. November. Der Kaifer ist mit den Jagdgästen heute früh 7lli Uhr zur Jagd nach Ohlau gefahren. Breslau, 16. November. Bei den heutigen Stadtverordnetenwahlen in der zweiten Abheilung wurden sieben Kartelltsten, sechs Deutsch-Freisinnige und ein Neutraler gewählt. Karlsruhe, 16. November. Der Reichstagsabgeordnete für Offenburg, Freiherr v. Degenfeldt (nat.-lib.), ist heute früh gestorben. Wien, 16. November. Der Kaiser begibt sich morgen Abend zu dem Leichen- begängniß des Herzogs Maximilian nach München, wohin die Prinzessin Gisela bereits morgen früh fahren wird. — Dem Vernehmen nach wird die Kaiserin Elisabeth über Ala und Kufstein ebenfalls nach München reifen. London, 16. November. Jm Unterhause theilte der Unterstaatssecretär Gorst heute mit, daß Dinizulu gestern in Natal und der Häuptling Tschingana im Zululand verhaftet worden seien. — Der UnterstaatSsecrelär Fergusson erklärte, daß der Oberbefehlshaber der englischen Kriegsschiffe an der Küste von Sansibar keine speciellen Instructionen in Betreff der Sicherheit der englischen Unterthanen, denen der englische Consul jede erforderliche Warnung habe zu Theil werden lassen, erhalten hätte. Die Blokade sei um eine Woche verschoben worden, damit sich die englischen Staatsangehörigen aus den bedrohten Positionen zurückziehen könnten. London, 16. November. Der „Times" zufolge wird Lord Dunraven am nächsten Dienstag. im Oberhause die Aufmerksamkeit des Hauses aus den Schriftwechsel betreffs der Unterdrückung des Sklavenhandels in den ostafrtkanischen Gewässern lenken. — Nach einer Reuter - Meldung aus Sydney stellen dort eingetroffene Nachrichten das Gerücht, daß der deutsche Kreuzer „Adler" aus einige Samoaner geschossen, wobei einige Kugeln in die Stadt Apia gefallen, dahin richtig, daß der „Adler" lediglich auf das Kriegsboot „Mataafa", als dasselbe sich Apia näherte, gefeuert habe. Nach einer Meldung der „Times" aus Sansibar dauert die feindselige Stimmung gegen die deutsch-ostafrtkantsche Gesellschaft in den Südhäfen Ktlwa und Lutdt, welche mit Insurgenten angefüllt sind, fort. GS bestätigt sich, daß Minengant und Tunghi niedergebrannt sind. Kopenhagen, 16. November. Bet dem gestrigen Gastmahle beim Kronprinzen brachte der König einen Trinkspruch aus die ausländischen Fürstlichkeiten aus, wobei er für die bezeigten Aufmerksamkeiten dankte. Der Kronprinz trank auf das Wohl seines königlichen Vaters, der Großfürst - Thronfolger von Rußland auf das des Großvaters. Schließlich dankte der König auf das Bewegteste seinen Kindern und Enkeln und schloß, indem er die Gesundheit des Kronprinzen und der Kronprinzessin ausbrachte. Rom, 16. November. Im Senate vertheidigte der Justizminister das neue Strafgesetz, auf die fortschrittliche Bestimmung desselben, namentlich auf die Aufhebung der Todesstrafe hinweisend. Hinsichtlich der Artikel über den Mißbrauch des kirchlichen Amtes erklärte der Minister, die Regierung wolle nur, analog anderen Gesetzgebungen, verhindern, daß die Kanzel der Wahrheit zu einer Kanzel der Zwietracht und Unruhestiftung werde; gleichwohl sei eine bessere Präctstrung der Bestimmungen dieser Artikel angezetgt. Lissabon, 16. November. Zur Verstärkung der portugiesischen Flotte an der ostafrikanlschen Küste gehen demnächst die Korvette „Königin von Portugal" und das Kanonenboot „Sambesi" von hier nach Sansibar ab. Darmstadt, 17. November. fPrivatdepesche.j Der Präsident der Centralstelle für den Landesgewerbeveretn, Geheimerath Fink, ist auf sein Nachsuchen dieser Stelle enthoben._________________________________________________ L v k K t e t». Gieße«, 16. November. Freitag, den 23. I. Mts., Nachmittags 3 Uhr besinnend , sindet eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Gießen statt, in welcher tolgende Gegenstände zur Verhandlung kommen: 1. Beschwerde des Gerson Jakob von Rüdoingshausen, wegen verweigerter Orts- dürgerausnahme. 2. Reclamation der Firma Meyerhoff u. Goßlar, Goldenberg u. Marcus, Meyer Katz Söhne und Stegmund Rosenbaum von Gießen gegen die Heb- regtster und den Ausschlag der Communalbedürfnisse für die israelitische Re- ligionsgemeinde zu Gießen pro 1888/89. 3. Gleiche Reclamation der im Jahre 1886 aus der israelitischen Religtons- gemeinde Gießen ausgetretenen Israeliten. 4. Gleiche Reclamation der im Jahre 1887 aus der israelitischen Religions- gemernde Gießen ausgetretenen Israeliten. Gieße«, 16. November. Samstag, den 24. I. Mts., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet eme öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung kommen: 1. Die Erbauung der Kreisstraße Bellmuth-Bobenhausen-Schwiekartshausen; , Dertheilung der Kosten derselben in den gemarkungsselbständigen fiscalischen Walddistricten der Gemarkungen Bellmuth und Bobenhausen betr.; 2. Dre Erbauung einer Nebenbahn von Hungen nach Laubach; hier die Enteignung von Gelände in der Gemarkung Hungen betr. 3. Klage des Ortsarmenoerbandes Hanau gegen den Ortsarmenverband Büdesheim, die Unterstützung der Witlwe M. Otto betr. 4. Klage des Ortsarmenoerbandes Darmftadt-Bessungen gegen den Ortsarmenverband Ortenberg, Erstattung von Pflegekosten für den Spenglerlehrling Peter Zabn betr. 5. Beschwerde des Schullehrers Stiebing zu Bersrod wegen Zuziehung zur 1887/88 er Corn munalsteuer der Gemeinde Schwickartshausen betr. 6. Gesuch des MetzgerS Heinrich Schwing II. von Stammheim um Erlaubniß zur Errichtung einer Wtrthschaft. Gießen, 17. November. (Theater.) In seinem „Dr. Wesp-" hat Bencdix den Beweis erbracht, daß selbst aus einem abgebrauchten Motiv — denn ein solches ist doch wohl die Vertauschung der Namen mit den daraus entspringenden Mißverständnissen — stch e*n reizendes und im höchsten Grade erheiterndes Lustspiel ausspinnen läßt. In der heiteren Form birgt sich aber ein ernster Inhalt. Die Tendenz theilt das Stück mit einem der besten Lusffpiele der letzten Jahre, mit Kadelburg's „berühmte Frau", und man schwankt in der That, welchem von beiden Stücken man den Vorzug geben soll. Noch andere Aehn- lrchkerten haben dieselben: hier wie dort findet sich eine schriftstellernde Dame, hier wie dort ein,junges Mädchen, das in warmer Begeisterung für die dramatische Kunst erglüht, aber dennoch schließlich dem wahren Berufe des Weibes treu bleibt,-dieses Stück endet wie jenes mit dem obligaten „Krieg", ja Benedix ist sogar so splendid, ihn auf drei Paare auszudehnen; denn von den vier ledigen Jünglingen der Handlung, die sich alle vr. Wespe nennen, geht nur einer leer und ledig aus. Die Tendenz tritt in unserem Stücke noch mehr hervor, da außer in der Dichterin „von Gottes Gnaden", Theudalinde Abendröte, auch m deren Nichte Elisabeth von Zündorf die Idee der Frauenemancipation verkörpert ist. Dre Rollen des Stückes sind meist außerordentlich dankbar, unser heute sehr zahl- rerches Publrkum nrcht minder, so daß es jedenfalls auch zu bösem Spiel gute Miene gemacht hätte, rote viel eher zu einem so guten, wie es heute Abend geboten wurde. Den Bankier von Zündorf spielte Herr Taußig recht gut, besonders gegen den Schluß, als ihm dre Verwicklung nachgerade unheimlich zu werden beginnt, war der weiner- lrche Ton sehr wirkungsvoll. Für Frl. Friedrichs' eigentliches Fach hielten wir bisher dre sentimentalen Liebhaberinnen, heute zeigte sie uns, daß sie auch kecke Charactere allerliebst zu spielen weiß. Frl. Mül le r (Thekla) schien uns mehrfach allzusehr zu deklamiren, zedoch ihr Sprel war, was ja schließlich die Hauptsache ist, wahr. Frl. Hellmut (Theuda- lrnde) trieb die Karrikatur auf die Spitze; inwieweit dies berechtigt, darüber ließe sich streiten. Wieder störte bei ihrem Spiele das häufige Schließen der Augen, warum thut das dre Dame? Schon finden nur es eigentlich nicht, auch nicht wahr, höchstens „theatralisch" und das „Theatralische" macht sich unseres Erachtens nirgends schlechter und fratzenhafter als gerade auf der Bühne. Herr Pieper (Dr. Wespe) war wieder in seinem ureigensten Element, ein fader, eingebildeter Geck, „personifizirter Glacehandschuh" und dabei von geradezu rührender Unverfrorenheit. Der Maler Honau, an sich eine sympathische Figur, wurde dies durch Herrn Förster's Spiel nur noch mehr. Auch Herrn Sternau's zurückhalten- des, aber desto innigeres Spiel verdient rückhaltsloses Lob. Das Monocle schien beiläufig heute Abend epidemisch zu sein. Herr Göhler hatte eine zwar unbedeutende aber unge- mein wirkungsvolle' jedenfalls in sehr heiterer Laune entstandene Rolle; er spielte den Studiosus Schreier sehr gut, vielleicht hauptsächlich deshalb, weil er nicht lange auf der Buhne ist und so keine Zeit hat zu überlegen, was er mit seinen Gliedern anfangen soll. Gerade dieses Ueberlegen scheint den Herrn stets in Verlegenheit zu setzen und so die Schuld seines steifen Spiels zu sein. Der Aufwärter Adam hat eigentlich nichts zu thun als zu ~ sA",bAN und zu „verduften". Beides that Herr Reiners, besonders was Stupidität des Geslchtsausdrucks betrifft, mit einer unvergleichlichen Komik. Herr Löwe spielte den alten Christof ganz befriedigend. r - Wiederholung von „Ihre Familie" am Donnerstag nahm, verglichen mit der ersten Aufführung, -inen ungestörten Verlauf. Gan, ungestört war sie allerding-j auch nicht, dazu that die Souffleuse ihre Schuldigkeit zu gut. Di- Dame schreit sich noch die Schwind- sucht an. Die Besetzung des Hauses war mäßig, die der Rollen die nämliche wie das erste Mal bis aus die Rolle der Gräfin, in der Frl. Hellmut wieder sich als eine sehr tüch. iiße Nachfolgerm des Frl. Frey bewährte. Th, M—m ' x Gieße«, 17. November. (Theater.) „Der Salontyroler" LustivDr r»- 4 Akten von G. v. Moser, wird am Sonntag den 18. November zur Auffübrnnn ßeiangen. Da dasfilbe eines der besseren neueren Stücke von G. v. Moser ist und sich durch reiche kornische Situationen auszetchnet, so verfehlen wir nicht, unser theattr- ltebendes Publikum ganz beionderS auf dieses Stück aufmerksam zu machen; auch die Musik empfiehlt sich durch Innigkeit, einschmeichelnde Melodien und Originalität wir erinnern nur an das von Koschats compontrte und durch die ganze Welt verbreitete Lied „Verlassen, verlassen . Die Titelrolle wird von unserem beliebten Director gespielt und da auch die übrigen Nollen sich in bewährten Händen befinden, so sehen wir e nem genußre chen Abend entgegen und empfehlen den Besuch des Thea ers auP& Angelegentlichste. ' * 1 2 3 4 5 & Vermischtes. — Zu den größten Unannehmlichkeiten der Eisenbahnreisen gehört der Staub welcher von dem Zuge infolge seiner raschen Bewegung aufgewirbelt wird und von der Ktesbedeckung des Bahndammes herrührt. Den Staub dadurch beseitiaen in wollen, bafc man den Damm etwa z. B. mit Rasen besät, geht nicht, weil ein fortwährendes Nachstopfen des Kies unter die allmählich lose werdenden Schwellen er- orderstch ist. Hier hilft nur Verwendung eines unvergänglichen, festliegenden Geleise- UnterbaueS. Unter diesen Umstanden verdient eine Anregung des Ingenieurs Kavser ?^^?b.utlchen Bauzeitung vielleicht Beachtung. Das Geleise festzulegen, ift leübf J Cn b£? ' I°bald man, wie bereits mehrfach geschehen, die hölzernen ober eisernen Sollen durch ^teinwurfel er etzt. Die Bearbeitung dieser Würfel ist jedoch viel zu kostspielig; der Zweck derselben lasse sich aber erreichen, wenn man Cement-Kunstste n Derroenbet, ein Matenal welchem man jede beliebige Form geben kann und dessen Festigkeit derjenigen des besten (Landsteins gleichkommt. Wendet man solche Steine an, Die auf 2 Maik zu stehen kommen, so kann man den Damm selbst wie die Böschunaen mit Rasen belegen und es ist damit jeder Staubentwtckelung vorgebeugt Kopenhagen, 15 November. Das deutsche Panzerschiff „Kaiser", auf welchem Prinz Heinrich von Preußen hierher kam, ist bei der Einfahrt in den Hafen in der Nahe der Trekrones-Batterie auf den Grund gerathen. Eine Dampf-Barkasse wurde sofort abgesandt, um den Prinzen abzuholen, lieber das Mißgeschick des Kaiser" erfahrt ein Correspondent der „Köln. Ztg." aus Marinekreisen, daß kein Lotse an Bord war, wahrend sonst alle größeren Schiffe bei Helsingör, des tückischen Fahrwassers wegen, Lotsen nehmen. Der „Kaiser" hatte auch bei Helsingör die Lotsenflagge gehißt doch aus unbekannten Gründen gleich wieder eingezogen. Das Schiff hatte die Boje an Backbord< (links), statt, wie es hätte sein sollen, auf Steuerbord'eite (rechts) Der Wasserstand war ungewöhnlich niedrig. Der 24 Fuß tiefgehende „Kaiser" faßte Grund, was anfangs kaum bemerkt wurde, da er mit halber Kraft fuhr Der Navi- gationsosficier CapitänUeutenant v. Häseler bat den (Sommanbanten Hoffmann um ben Befehl zum Rückwärtsfahren, was mit voller Kraft geschah. Nach einer Stunde war der „Kaiser" frei. ~ Vor etwa zehn Jahren «ob's auch in Paris, wie jetzt in London, echeir OTäbd)mmorber bet nnr unter verlorenen Mädchen seine Opfer suchte. Er war ein Russe, Nicola Wassilii, er hanbelte aus religiösem Wahnsinn unb stieß die Dirnen nieder, „um sie für ben Himmel zu retten." Verurthetit werden konnte er nicht well seine Unzurechnungsfähigkeit bewiesen wurde, er kam aber in's Irrenhaus, aus welchem er Anfangs dieses Jahres als geheilt entlassen wurde. Manche Leute sind schon auff den Gedanken gekommen, ob dieser Mann nicht der Londoner Mörder ist -' r, e CI?? Bevötkerungsziffer geht in den französischen Landkreisen sehr zurück, so> stark, daß die Zunahme der Stadtbevölkerung den Ausfall im Vergleich zu anderen Landern bei Weitern nicht ausgleichen kann. Der Verlust an Landbevölkerung betragt ur die Wen 40 Jahre mehr als 2,300 000 Köpfe. Einer der ersten französischen Volksw rthschaft er spricht sich hierüber folgendermaßen aus: „Der französische Volks- stamm ist deshalb weniger fruchtbar, weil er überhaupt weniger kraftvoll geworben ist. Die erschrecklichen Wirkungen des Schnapsgenusses, das übermäßige Tabakrauchen, die Verwüstungen, welche gewisse Krankheiten auf unsere Bevölkerung ausüben, und zwar nicht allem in den Städten, sondern mehr und mehr auch auf dem Lande, Alles dieses tragt dazu bei. Ein großer Bruchtheil der Familien hat feine Kinder; in anderen sterben dre Kinder im frühen Alter dahin, weil sie nicht Kraft und Mark genug besitzen, um den naturgemäß unausbleiblichen Kinderkrankheiten genügenden Widerstand zu leisten." — Mit einer großen Bieridee, die er in Berlin verwirklichen will, geht ein kühner Mann aus München um. Er will in der Nähe des Dönhoffplatzes ein neues Wirthshaus ausmachen, dort ein neues echtes Brau elnfübren unb ein Bier-Abonnement cinrichten! Für monatlich dreißig Mark soll jeder täglich so viel Liter vertilgen dürfen, als er vertragen kann. Der unternehmende Wirth, der fein Handwerk in München gelernt hat, ist, wie er behauptet, im Besitze der statistische Unterlagen, deren er zur Berechnung des Abonnementpreises bedarf. Da dieses statistische Material Münchener Verhältnissen entnommen ist, wo mehr Bier getrunken wird, als in Berlin, so hofft er sein Geschäft zu machen. Wenn die Ankündigung kein schlechter Witz ift, so darl man auf die Entwickelung des Unternehmens gespannt fein. . ~. USeutltdM In der ärztlichen Vorprüfung legt ein Professor der Botanik dem Eandrdaten, da wegen der herbstlichen Jahreszeit lebende Pflanzen nicht zw haben find, ein großes Herbarium vor, schlägt eine beliebige Seite desselben auf unb ersucht den Candidaten, die Pflanze nach ihrem Namen, ihrer Klassenzugehörigkeit rc näher zu bezeichnen. Der Prüfling betrachtet die Pflanze, überlegt hin und her unb ßibt schließlich zur Antwort, daß er nur lebende Pflanzen erkennen könne. „So, so", replicirte der Examinator, „dann bitte, kommen Sie im Sommer wieder'" Literarische s. •n Ätsche Romanvibliothek (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt), deren lüngst abgeschlossener Jahrgang eine Fülle von Romanen ersten Ranges brachte, hat ihren neuen , den siebzehnten wieder mit zwei Werken eröffnet, deren erste Kapitel außerordentlich vrelversprechend sind. Eine dem modernen Leben ganz vorzüglich afc» gelauschte Erscheinung ift Ernst Ecksteins „Camilla", eine junge Millionenerbin, die trostlos ift, sich nur um ihres Geldes willen umschwärmt zu sehen und deren Verzweif- lung darüber sie augenscheinlich in die seltsamste Situation zu stürzen im Begriff steht^ ihrer ungarischen Eigenart, aber nichts beftoroeniger von überzeugendster Wett tob die Gestalten in RobertByrs „Weg zum Glück", ber mit einer meister- Schnitzeljagb beginnt, bei welcher sich alsbalb Begegnisse mysteriöser, die Phantasie lebhaft anregender Art ereignen- Beide Romane, deren berühmte Ver- fasser sich unverkennbar in ihrem besten Fahrwasser befinden, werden sich ohne Zweifet zu höchst genußreicher Lektüre entfalten. An diese beiden großen Romane reihen sich amüsante und unterhaltende kleine Artikel in bunter Abwechslung, sowie eine Auswahl des Besten aus der Lyrik der Gegenwart. Die „Deutsche Nomanbibliothek" können wir deshalb allen unseren Lesern, welche auf eine gediegene und dabei doch außer- ordentl ch billige Unterhaltungslectüre (Preis vierteljährlich für 13 Nummern 2 A das 14tagige Heft 35 H) Werth legen, angelegentlichst empfehlen. A. Zuntz sei. Wwe. Hoflieferant Sr. Maj. d. Kaisers u Könige Bonn, Berlin und . ... * Antwerpen, empfiehlt als unübertroffen, ihre seit mehr als 8877 Gebrannten Java Kaffees bS"r Lebensmittel-Branche käuflich sind. ■■■■■■■■*■■■*■■*• Handel nnv Verkehr. „ "Ließen, 17. November. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd. 0'd5-1,M, Hühnereier, 1 St. 0— 4, 2 St. 13-15 Ä, Enteneier 0- H, (Sanft» der 10-12 -5), Käse pr.St.4-8 H, KSsematte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 17 A, Linsen pr. Liter 2b Tauben pr. Paar M 0,40—0,60, Hühner pr. St 0,85-1,00, MN-" pr. St- •* 0 90-1,10 Enten pr. St. JC 1,30-1,70, Ochsenfleisch pr. Psd- 4, Kuh- und Rindfleisch 45-54 H, Schweinefleisch 50-60 Hammelfleisch 54—64 <9), Kalbfleisch 50— 9>, Kartoffeln pr. 100 Kilo M. 5,00—7,00, Zwiebeln p-r E-ntner >4 6,00-7,00, Milch pr. Liter 12-18 9>, Weißkraut pr. St- 4-9 A. Gänse per Psd. 42-54 4- Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen- Aufgebote. November: 10. Friedrich Conrad, Schlosser dahier, mit Marie Arnold zu Lollar. 12. Heinrich Alt von Feldkrücken, Futzgendarm dahier, mtt Barbara Elisabeth Ernestine Walter zu Gerstungen. 13. Emil Oswald Edmund Alfred Müller, Taglöhner dahier, mit Katharina Elisabetha Zöller zu Kirchgöns. 14. Karl Ludwig Kornmann von Ober- Rosbach, Hautbotst dahier, mtt Maria Elisabetha Görber zu Ober-Rosbach. 15. Karl Hartmann, Taglöhner zu Kölschhausen, mtt Christine Weinreiter, Fabrikarbeiterin daselbst. 17. Wtlhrlm Müller von Weilershain, Kellner dahier, mit Helena Schäfer von Allendorf, Kreis Biedenkopf, wohnhaft dahier. Eheschließungen. November: 14. Friedrich Kühn von Laubach, Metzger dahier, mit Emilie Katbarine Karoltne Louise Spies von hier. 14. Konrad Läufer von Erda, Hausbursche dahier, mit Elisabetha Johannette Schäfer von Burkhardsfelden, wohnhaft dahier. 14. Christian Carl Johannes Immanuel Dunkel, gebürtig von Erfurt, Schuhmacher dahier, mit Wilhelmine Christine Lesch, gebürtig von Gleiberg, wohnhaft dahier. 14. Carl Winnecker, gebürtig von Rödgen, Bureaudiener bei der Main-Weser-Bahn dahier, mtt Eltsabethe Theiß von Lehnheim, wohnhaft dahier. 14. Ludwig Rosenbaum, gebürtig von Lollar, Taglöhner dahier, mit Luise Schäfer von Groß-Rechtenbach, wohnhaft dahier. 16. Heinrich Ludwig Otto Lotz von Hungen, Rangirer an der Main- Weser-Bahn dahier, mit Katharina Margaretha Maria Lina Buß von da. Geborene. November: 5. Dem Staatsanwaltsgehülfen Johannes Prinz eine Tochter. 7. Dem Hausdiener Blasius Grond ein Sohn. 7. Dem Schneider Heinrich Schmidt eine Tochter. 8. Dem Schuhmacher Christian Weisbcck ein Sohn. 8. Dem Bremser bet der Köln-rechtsrheinischen Eisenbahn Reinhard Kling eine Tochter. 13. Dem Schneider Georg Hartmann ein Sohn. 13. Dem Metzger August Hauck eine Tochter, Johanna Margarethe Elisabeth. Eellorvcne» November: 12. Friedrich Schneider, 61 Jahre alt, dahier, Feuermann bet der Main-Weser-Bahn dahier. 13. Wilhelm Nehmeyer, 72 Jahre alt, Verwalter des städtischen Hospitals dahier. 13. Christiane Justine Henriette Gerndt, 6 Jahre alt, Tochter des verstorbenen Stations-Assistenten Julius Adolf Gerndt dahier. 14. Christian Hohmeier, 66 Jahre alt, Leinweber dahier. 14. Marie Heddrich, geb. Weiß, 25 Jahre alt, Ehefrau des Kreisamtsgehülfen Christian Heddrich dahier. 16. Hermann Bechthold, 8/< Jabr alt, Sohn von Arbeiter Ludwig Bechthold von Launsbach. 16. Sebastian Peter Ohly, 56 Jahre alt, Bergmann von Hirschhausen bei Weilburg. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 14. November. Ludwig Rosenbaum, Fabrikarbeiter in Gießen, ein Wittwer, und Luise Schäfer, ledige Tochter des Taglöhners Friedrich Schäfer in Weilmünster. Denselben. Christian Karl Johann Immanuel Dunkel, Schuhmacher in Gießen, und Wilhelmine Christine Lesch, ledige Tochter des Gepäckträgers Georg Lesch in Gießen. Denselben. Karl Winnecker, Bureaudiener in Gießen, ein Wtttwer, und Elisabeth Theiß aus Lehnheim. Den 15. November. Friedrich Kühn, Metzger in Gießen, und Emilie Katharine Karoltne Luise Spieß, ledige Tochter des Fuhrunternehmers Christoph Spieß in Gießen. Den 16. November. Heinrich Ludwig Otto Lotz, Rangirer in Gießen, und Katharine Margarethe Marie Lina Buß, ledige Tochter des Taglohncrs Johannes Butz in Hungen. Getaufte. Den 11. November. Dem Ausläufer Adolf Fink ein Sohn, Max Karl, geboren den 5. October. Denselben. Dem Telegraphenarbeiter Franz Kreuzburg ein Sohn, Georg Friedrich, geboren den 9. September. Denselben. Dem Sergeant Friedrich Meiß ein Sohn, Heinrich, geboren den 24. October. Beerdigte. Den 14. November. Friedrich Schneider, Feuermann in Gießen, alt 61 Jahre, gestorben den 12. November. Den 15. November. Ottilie Löber, ledige Tochter des verstorbenen Cigarrenfabrikanten Christian Löber III. in Gießen, alt 19 Jahre, gestorben den 12. November in Marburg. Denselben. Wilhelm Nehmeyer, Hospitaloerwalter, alt 72 Jahre, gestorben den 13. November. Den 16. November. Marte Heddrich, geb. Weiß, Ehefrau des Kreisamtsgehilfen Christian Heddrich in Gießen, alt 25 Jahre, gestorben den 14. November. ■■aMRMMW I liumwaill WITi W Für die Abgebrannten in Hünfeld gingen ferner bei uns ein: I. W. 10 JL, L. K. 20 Jt, zusammen 30 Jt, ins- gesammt 309.02 JL Weitere Beiträge nimmt gerne entgegen Die Exped. d. „Gießener Anzeiger". Briefkasten. C. Kurzer Bericht erwünscht. Depesche nicht nöthig. Red. Attgemtiaer Anzeiger. Holzversteigerung. Dirnstag den 20. November, Nachmittags 2 Uhr, werden 28 Stück in der Ostanlage gefällte Lin^enbäume, sowie ein Kastanienbaum in der Wolsstraße und 40 Stück Eichenstämme, inderBleichstraßelagernd, an Ort und Stelle versteigert. Die Eichenstämme, welche sich zu Brunneuftöcken eignen, haben eine Länge von 4 Meter und einen Durch- messer von 25—30 Centimeter. Zusammenkunft am Neuenwegerthor. Gießen, den 17. November 1888. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __A. Bramm. 9291 Montag den 19. d. M, Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Hof des alten chemischen Laboratoriums dahier verschiedene Gegenstände: alte Gußplatten, Schränke, Bleirohre, Gehölze rc. loosweise gegen Baarzahlung versteigert werden. Gießen, den 17. November 1888. Großherzogl. Kreisbauamt Gießen. 9306 Walter.__________ Dienstag den 20. November, Nachmittag? 2 Uhr, sollen in der früher Bramm'schen Hof- rasthe — Neustadt 55 — dahier zwangsweise versteigert werden: 7 lackirte Bettstellen, theilwerse neu, 3 Sprungfedermatratzen, Roßhaarmatratzen, 51 Dutzend neue Sprungfedern, 1450 Stück Tapeten, 1 GlaSfchrant, 1 Küchen- schrank, 1 Secretür. Versteigerung bestimmt. Bühner, 9295 Gerichtsvollzieher. Ieisgeöoterres. Eine Parthie Tannen- und Fichten-Bauholz ist preiswürdig abzugeben bei 9271 ft. Jung IV. in Klein-Linden. 9316 Ein zweischläfriges gutes Bett, mit eichener Bettstelle, sowie ein Sessel mit Closeieinrichtung sind billig zu verkaufen. Näheres in der Expedition d- Bl- Zur gefl. Beachtung! Durch Uebernahme eines Fabriklagers 9310 wollener Schuhwaaren in aller Art kann ich dieselben von heute an zu Fabrik-Preisen abgeben. MM- Wieder-Verkäufer erhalten Extrarabatt. "3^62 Nur prima reelle Waare! U,. Süss, Msrktstrsße 9- Preisermässigung. 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Weiß sagen wir unseren innigsten Dank. ---- Wilhelm Pieper. Marianne, seine Tochter Anni Reiners. Adelheid, Bredo’s Sch west. Adele Hellmut. Fritz v. Strehsen Restauration Germania. Sonntag »en 18. November, MitrtärConeert ausgefiihrt von Mitgliedern der hiesigen Regimentsmusik. 9285 Anfang 4 Uhr. 9308 Auf ein hiesiges sehr rentables Anwesen werden 8000 Mark als zweite Hypothek bei mehr als doppelter Sicher- Ijett zu 4V, bis 5% Zinsen zu leihen gesucht. Offerten unter Z. B. an die Expedition d B. erbeten. Die Beleidigung gegen Heinrich Bruck I. nehme ich hiermit zurück. Oppenrod, am 14. November 1888. 9289 F. Hahn. Tüchtige Mädchen wünschen Stellen für sofort und Weihnachten; ein älteres Mädchen, in Küche, Hausarbeit und Bügeln gründlich erfahren, wünscht Stelle auf Weihnachten Näheres bei 9292 Frau Schmidt, Seltersweg 15. e<*9293®, tüchtig in häuS- "cher Arbeit erfahren, kann auf Weihnachten gute Stelle bekommen durch Frau Schmidt, Seltersweg 15. 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