Bureau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Stete wonach die Großmächte in Rom die Erklärung abgegeben haben sollten, daß die Capi- tulationen auf das Gebiet von Massauah nicht anwendbar seien. Es bedeutete dies also, vah Italien Recht gegeben wurde und daß es dnnnach berechtigt war, von den sremden Staatsangehörigen in Massauah Steuern zu erheben. Jetzt kommt aber das „Journ. de St. P^tersb." und erklärt, daß eine solche Mitthetlung der Mächte in Rom nicht erfolgt sei, wobei das Organ des Herrn v. Giers deutlich durchblicken läßt daß Rußland das Verfahren Italiens in Massauah nicht billigt; man darf nun einigermaßen gespannt darauf sein, was italienischersetts auf die Auslassung des Petersburger Blattes erwidert werden wird. Jedenfalls ist diplomatisch wenigstens die Massauah- Frage mit der officiellen Hissung der italienischen'Tricolore an der Ostküste Afrikas noch nicht erledigt. Außerdem hat Die ganze Affaire jetzt noch eine Weiterung dadurch erfahren, daß der Khedive von Egypten in einer an den Sultan gerichteten Depesche gegen die Annexion von Massauah wie gegen die Besetzung Zulas durch die Italiener protestirt hat. Jtalientscherseits ist man infolge dessen mit einer nochmaligen historischen Darstellung der Festsetzung Italiens in Oftafrika hervorgetreten, welche die Berechtigung der Italiener zur Annexion Massauah's nachweist; augenscheinlich sind aber hiermit die Acten über die Massauah-Frage noch lange nicht geschlossen. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 W Telegraphische pepeschen. BBolfl’S telegr. Correfponderrz. Bureau. Berlin, 16. August. Die Kaiserin Augusta ist heute früh von Coblenr in hat sich alsbald nach Babelsberg begeben, wo ihr der Kaiser Nachmittags sofort nach seiner Rückkehr von Frankfurt an der Oder einen Besuch avitattete. 16. August. Der mit der Stellvertretung des Chefs der Admiralität ft' kommandirender Admiral Graf Monts ist unter Belassung in .1.!..?^kn»--rh°ltniß von der Stellung des Chefs der Marinestatton der Nordsee entbunden, Contreadmtral Goltz ist zum überzähligen Viceadmiral befördert und zum Keutschlaud. ™ ^^ugust. Der Kaiser soll ausdrücklich bestimmt haben, daß der General-Feldmarschall Graf Moltke noch ferner in Beziehung zum Generalstabe bleibt und auch seine bisherige Dienstwohnung im Generalstabsgebäude beibehält. Als beson- Adstltanttn^erhLlt^"^^ anzusehen, daß der Feldmarschall einen persönlichen k s ^d^rlin, 14. August. Im Anschluß an die Mittheilung von der Ernennung bq?n^hafe9rrr^° QtC *,um $0*faenbßn der Landesoerthetdigungs-Commission erklärt bk f^0enberma6en • biC Zusammensetzung und die Aufgabe dieser Commission an deren Spitze bis zum Tode Kaiser Kronprinz stand, ist zusammengesetzt aus den höchsten militärischen Autoritäten und besteht aus dem Chef des Generalstabes der Armee, den Generallnspecteuren der 5db= und Fuß-Artillerie, dem Chef des Jngenieurcorps, dem Director des allgemeinen Krtegsdepartements (in Vertretung des Kriegsminifters) und den vom Kaiser besonders dazu ernannten Mitgliedern. Die Commission erhalt ihre Auftrage bittet von dem obersten Kriegsherrn und berichtet auch direct an Allerhochst- oenselben. Ihre Ausgabe ist es, zu prüfen und zu begutachten, ob und wo neue Be- sestigungen im Deutschen Reiche anzulegen sind, ob alte Festungen eingehen können und außerdem andere organisatorische und reglementartsche Fragen, welche ihr voraeleat werden, zu erörtern. In den Arbeiten der Landesoerthetdigungs-Commission gipfeln daher die hochwichtigen Entscheidungen über alle Fragen, die sich auf Festungsanlagen und Aeftungsbau, sowie auf die Einrichtung von verschanzten Lagern, von Brücken und Pußbefesttgungen, von größeren zum Unterhalt und zur Ausrüstung des Heeres dienenden Werkstätten, Magazinen, Depots rc. beziehen. Ebenso gehört zum Ressort der Landesvertheidigungs-Commrssion die militärische Beurtheilung und Begutachtung aller die Entwickelung und Ausbreitung des Straßen- und Eisenbahnnetzes betreffenden Angelegenheiten. Betreffend: Statistische Erhebungen bezüglich der Gemeindejagden. Gießen, am 14. August 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an di« Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des «re,fe». . „ , Sie wollen uns unter Benutzung nachstehenden Formulars nach dem Ergebniß der letzten Verpachtungen den Flächengehalt, die Verpachtunasart und das Erträgniß Ihrer Gemeindefagden angeben. ’ unv „ , In der besonderen Rubrik „Bemerkungen" würde anzugeben sein, wenn die Gemeindejagd nachträglich im Ganzen, abweichend von dem anfänaliLen Ausgebot m Bezirken verpachtet sein würde. * x^ Gemeinden die vor dem Jahre 1848 bestehenden und in Folge des Gesetzes vom 2. August 1858 zurückgefallenen Jagdberechtigungen Dritter noch nicht abgelöst haben, ist dies ebenfalls unter „Bemerkungen zu erwähnen. w B B Erledigung erwarten wir binnen 5 Tagen. I. V.: Jost. Politische Rundschau. Gießen, 17. August. Der diesmal zurückgelegte siebentägige Zeitabschnitt war zunächst eine Woche patriotischer Erinnerung, benn in ben Tagen bes 14. bis 18. August fanben vor nun achtzehn Jahren jene blutigen Schlachten um Metz statt, welche bie Einschließung ber französischen Rheinarmee in bem genannten großen Waffenplatze durch die deutschen Heere zur Folge hatten. Die Namen Courcelles, Colombey-Nouilly, Vtonville Mars la Tour, Gravelotte, St. Privat, St. Marie, sie bedeuten ebensoviel deutsche Siegesund Ehrentage und deren alljährliche Wiederkehr erweckt darum in, Herzen des deutschen Volkes stets ein besonderes patriotisches Echo. An jene Kampfestage erinnern denn auch zwei größere Feierlichkeiten dieser Woche, die Einweihung deS Prinz- Friedrich-Karl-Denkmals in Frankfurt a. O. und jene des großartigen Sieges- denkmals in Leipzig. Die Frankfurter Feier, ausgezeichnet durch die Gegenwart des Karsers, fand am Donnerstag statt, dem Jahrestage der Schlacht von Mars la Tour, durch welche Prinz Friedrich Karl als Oberbefehlshaber der 2. Armee den weiteren Abzug der Franzosen nach Westen verhinderte. Für die Enthüllung des Leipziger Sregesdenkmals welcher auch bas sächsische Königspaar, kaum erst von seiner scan- binaoischen Reffe zurückgekehrt, beiwohnen wird, ist der 18. August ausgesucht worben, weil an diesem Tage das sächsische Armeecorps durch feinen siegreichen Angriff auf ?! Woat, itn Verein mit der preußischen Garde ausgefühlt, wesent- lrchen Antherl an dem für tue Deutschen günstigen Ausgang der Entscheidungsschlacht von Gravelotte hatte. Ährte noch am Donnerstag Nachmittag von der Frankfurter Denkmalsfeier nach Potsdam zurück und begrüßte die Kaiserin-Wittwe Augusta, Beendigung ihres Sommeraufenthaltes in Coblenz seit Donnerstag auf Schloß Babelsberg residirt. Im Laufe der Woche hat mit dem Rücktritte des Generalfeldmarschalls ?on „ Ceitun0 des Generalstabes ein großer Abschnitt der deutschen Miltargesch.cht- einen äußerlichen Abschluß gesunden. Es ist bekannt, wie Moltke sich in uneemudlichem Arbeitseifer noch bis in die jüngste Zeit hinein den Pflichten seiner Stellung an der Spitze des deutschen H-ereswesens gewidmet, daß er aber schon m « Wunsch hegte, von seinem Posten zurücklreten zu dürfen und dieser vollberechtigte Wunsch ist dem greisen Feldherrn nunmehr erfüllt worden. Der Kaiser entsprach dem diesbezüglichen Gesuche des F-ldmarschalls in einer für den- ,-lb-n besonders ausz-,chn-nden Weise, indem der Monarch in einem Handschreiben erttarte daß er nur dem w -derholt-n Demissionsgesuche Moltk-'s willfahre und darauf rechne, daß in etwaigen ernsten Zeiten sein Rath der Armee nicht fehlen werde. Auch ist d-e Ernennung des Grasen Moltke zum Präsidenten der Landesv-rth-tdigungs- Commisiion als ein Beweis zu betrachten, daß der berühmte Strateg- auch ferner in lebendiger Berührung mit der Armee bleiben wird, deren Siege er in drei Feldzügen durch serne genialen Entwürfe vorbereitet. Und daß der Geist des „großen Schweigers" in der preußisch-deutschen Armee fortleben wird, dafür bürgt schon der Name seines Nachfolgers, des brsherigen Generalquartiermeifters Grafen Walbersee ber als ber be- fübtöfte unb bedeutendste Schüler Moltke's gilt und schon seit Jahren den greisen Feld- marlchall in ber Leitung ber Geschäfte des Generalstabes kräftig unterstützt hat. Die herzlichsten Wünsche von ganz Deutschlanb aber begleiten ben „alten Moltke" auf den Ruheposten, ben ihm bie Gnade seines kaiserlichen Herrn angewiesen — möge der I große Feldherr auf demselben noch lange in der Mitte der Nation weilen! p. “fcer bie Bildung einer derrtfch-rmffifcherr Comrrrifstorr behufs Einleitung von Besprechungen über einen deutsch-russischen Handelsvertrag lauten fortgesetzt widersprechend. Jedenfalls befindet sich die ganze Angelegenheit, wenn Überhaupt etwas Wahres daran ist, noch in weitem Felde. Auf auswärtigem Gebiete ward die Woche zum guten Thetle durch die Masfauab- Frage beherrscht. Der französisch-italienische Stteit über die Capitnlationen von Massauah schien nach einer Mitthetlung ber ofsiciösen „Agenzia Stefani" beigelegt, 9U, 192 Samstag ben 18. August 1888. Kichmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Lausende Nummer. Namen der Gemeinden. Flächengehalt der Gemeindejagden, ha. In wieviel Bezirke eingetheilt. Erlös aus der Gemeindejagd. Bemerkungen. I Lokale-. Gießen, 17. August. Gestern Vormittag zwischen 10 und 11 Uhr ist daS 2. Großh. Hess. Inf.-Regiment Nr. 116 auf dem Main-Neckar-Bahnhos in Darmstadt eingetroffen. Auf dem Exercierplatz fand ein Vorbeimarsch vor dem Divisions-Com- mandeur Generallteutenant v. Wissmann, welcher in Begleitung des Brigade- Commandeurs Generalmajor Edler v. Planitz und des Stadt-Commandanten Freiherrn Röder zu Diersburg anwesend war, statt. Hierauf rückten die Truppen in das Griesheimer Lager ab. Gießen, 17. August. Ein seltener Genuß steht uns bis kommenden Sonntag zu Gebote. In Stein's Garensaale wird das von dem kunstsinnigen Königlichen Hofschauspieler A. Junkermann geleitete Reuter-Ensemble eine Gastspieloorstellung mit „Onkel Brasig" geben. Ueber den Leiter dieses Ensemble sei Folgendes bemerkt: August Junkermann, aus Bielefeld gebürtig, der zur Zeit Mitglied des Stuttgarter Hoftheaters ist, ist einer der erfolgreichsten Freiwerber der Reuter-Gemeinde, der dem Dichter nicht nur als Vorleser, sondern auch als Darsteller auf der Bühne die Wege tn's große Publikum erschloß, und dem vor Allem das Verdienst zukommt dem Süden Deutschlands das Verständniß des nordddeutschen Humoristen geebnet zu haben. Ueberall, wo er auftrat, wuchs die Schaar seiner Zuhörer mit jedem neuen Vortrage in einer Weise, die als das schlagendste Zeugniß feiner Tüchtigkeit betrachtet werden muß. Nur ein Bruchtheil vom Humor des Dichters ist es, der den Weg auf die Bretter genommen hat, aber es ist auch gewissermaßen die Perle seiner Komik, der „Onkel Brasig" oben, und gerade in der Verkörperung dieser köstlichen Figur glänzt Junkermann als ein Meister seines Faches. w 0 0 5 Universität- - Chronik. Marburg, 15. August. An Stelle des nach Breslau versetzten Herrn Vros Nra^ss^?hTrUProfessor Or. Lehmann zu Berlin als ordentlicher Professor der Geschichte an hlesiger Universität ernannt K®. S’6“?8, Die neue Um°-rMts-J,rmklmt'k an der Rathkreuzstraße wird am 15. September eröffnet werden. 81 D Chef der Marinestation der Nordsee ernannt, Capitän Hollmann zum überzähligen Eontreadmiral befördert worden. Berlin, 16. August. Das „Marineoerordnungsblatt" bringt folgenden Allerhöchsten Erlaß: „Ich habe bei meiner Reise nach Rußland, Schweden und Dänemark Veranlassung genommen, einen größeren Theil meiner in Dienst gestellten Schiffe und Fahrzeuge zu besichtigen und zur Begleitung auf diesen Fahrten heranzuzieben. Mit lebhafter Befriedigung habe ich hierbei gesehen, daß Führung, Dienstbetrieb und Mannszucht in meiner Marine mit vollster Hingebung gehandhabt werden und daß die Erscheinung meiner Schiffe in fremden Häsen geeignet war, sie die anerkennende Beurtheilung des Auslandes finden zu lassen. Gern spreche ich daher meinen kaiserlichen Dank aus den Admiralen, Eommandanten, Offizieren und Mannschaften meiner Manöoerflotte, im Besonderen auch dafür, daß bei der Zusammengehörigkeit von zehn Schiffen zu fast dreiwöchentlicher Fahrt keinerlei Zwischenfälle eingetreten sind, welche die gestellte Aufgabe in ihrer gewissenhaften Ausführung hätten beeinträchtigen können. Ich vertraue daher, daß Schiffe und Fahrzeuge, welche unter meinen Augen einen Theil ihrer Ilebungsperiode mit so gutem Erfolge absolvirt haben, auch allen ferneren Aufgaben derselben dis zum Schlüsse zu meiner Zufriedenheit entsprechen werden. An Bord meiner Aacht „Hohenzollern". Kiel, .den 31. Juli^1888. Wilhelm. An den Ehef der Admiralität." Berlin, 16. August. Die „Nord. Allg. Ztg." reproducirt die Aeußerungen der „Moskauer Ztg", welche anläßlich des Gerüchts von Abschluß eines neuen Handelsvertrags zwischen Deutschland und Rußland infolge der Entrevue sagt: „Solches sei ein ererbter Traum Deutschlands, welches in den letzten zwanzig Jahren mehrmals den gleichen Versuch machte; Rußland jedoch habe seine ökonomische Freiheit zu wahren gewußt und werde solche auch, um Deutschland einen Gefallen zu erweisen, nicht opfern, Deutschland exploitire fremde Arbeit und fremden Reichthum. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt gegenüber den gehässigen Aeußerungen der „Moskauer Zeitung" anläßlich des Gerüchts von dem Abschlüsse eines Handelsvertrags zwischen Deutschland und Rußland: Solch ein völlig aus der Luft gegriffener Vertrag sei niemals angeregt worden und werde nicht angeregt werden. Die ökonomische Freiheit, welche Rußland gegenüber den deutschen Angriffen vertheidigen solle, sei für die deutsche Wirtschaftspolitik ein Erforderniß von größter Bedeutung. Deutschland beabsichtige nicht, sich diese Freiheit durch den Abschluß eines Handelsvertrages zu verkümmern. Kiel, 16. August. Se. K- Hoheit der Prinz Heinrich empfing heute Mittag die in vergangener Nacht unter Führung des japanischen Admirals Kabayama hier ein- getroffenc japanische Marinekommission. Hierauf wurde von I. K. Hoheiten dem Prinzen und Prinzessin Heinrich eine Deputation des Seeoffiziercorps empfangen, welche einen Leuchtthurm en mmiature überreichte, sowie eine Deputation der Stadt Kiel, welche das Modell der Kilra für den im Schloßhofe zu errichtenden monumentalen Brunnen übergab. ,, . München, 16. August. Den „N. N." zufolge sind gestern in Lindau drei schweizerische Schmuggler beim Ausladen mehrerer Eentner sozialistischer Schriften und der Auflage der neuesten Nummer des „Sozialdemokrat" aus einem mit Mühlsteinen beladenen Segelschiffe erwischt und festgenommen worden. Paris, 16. August. Nach einer amtlichen Meldung aus Cayenne hatte eine Feuersbrunft in der Nacht vom Sonntag den größten Theil des kommerziellen Stadt- theils zerstört. Der Schaden wird auf 10 Millionen geschätzt. — Aus Kairo wird gerüchtweise gemeldet, daß die Anhänger des Mahdi Gondar niebergebrannt haben. Paris, 16. August In Abbeville, wo Boulanger Vormittags eintraf, fanden ebenfalls Kundgebungen und tumultuarische Auftritte statt. Boulanger begab sich auf den Fnedhof, um auf dem Grabe des Admirals Bourbet einen Kranz niederzulegcn. wurde von Truppen und der Polizei bewacht, welche nur Boulanger den Einttrtt gestattete. Beim Heraustreten hielt Boulanger eine Rede, die solchen Tumult hervorrref, daß die Polizei einschreiten mußte. Mehrere Personen wurden verhaftet. , ... variS, 16. August. Nach dem Banket in Amiens, bet welchem Boulanger in N"ger Rede gegen den Parlamentarismus sprach, begab er sich nach Doullens, wo wieder umultuarische Kundgebungen anfingen. Es erfolgten mehrere Verhaftungen. 1b- August. Crispi ist über Turin heute Abend nach Valdieri abgereist, Am mit König Humbert zu fonferiren. New-York, 16. August. Der Postdampfer „Wieland" berichtete, daß am 14. August Nachmittags 4 Uhr, bei der Sandinsel (zwischen Neufoundland und Neuschottland),' ein Zusammenstoß zwischen den Dampfern „Thingvalla" und „Geiser" stattfand. Der „Geiser" sank nach 5 Minuten. 14 Passagiere und 17 Mann der Schiffsbesatzung darunter der Capitän, wurden gerettet, 72 Passagiere und 33 Matrosen ertranken' ®ie Ueberlebenden wurden an Bord des „Wieland" genommen, desgleichen die 455 Passagiere des „Thingvalla". Vermischtes. Aus dem Kreise Alsfeld, 14. August. Trotzdem die Jäger mit Erfolg den in unferm Kreise hausenden Wildschweinen zu Leibe rücken, will doch keine Vermin- derung der ungebetenen Gäste sich bemerkbar machen. Im Gegentheil scheint eine immer zunehmende Vermehrung derselben einzutreten. So sieht sich das Kreisamt veranlaßt, jetzt die bekannt gegebenenen Bestimmungen zur Verminderung des überhandnehmenden Schwarzwildes auf die Gemarkungen Gleimenhain, Bernsburg, Arnshain Wahlen, Lehrbach und Zell, letztere unter Ausschluß der Domanialwaldungen, auszudehnen. Unseres Erachtens sind die bis jetzt angewandten Mittel zur Verminderung des Schwarzwildes noch zu sehr beschränkt, als daß durch sie ein erfolgreiches Ergebniß erzielt werden konnte. Es ist in der That auffallend, daß innerhalb kurzer Seit ba§ sonst in diesen Waldbezirken höchst selten vorkommende Schwarzwild eine solche Vermehrung nehmen konnte. , △ Mainz, 16. August. Ein räthselhafter Fund wurde hier heute Morgen im Rhein gemacht. Emern Fischer trieben nämlich ein Paar Hosen in das Garn, in deren 300 JL Haares Geld befanden. Sonstige Anhaltspunkte nach dem Eigenthümer fand man nicht in den Beinkleidern. — Wegen Treulosigkeit ihres Geliebten wollte sich gestern ein 17jähriges Dienstmädchen durch Ertrinken das Leben nehmen. Hinzukommende Schiffer vereilelten die Absicht. r — In dem Gasthause zum „Rheinischen Hof" hier wurde verflossene Nacht ein Einbruch verübt. Die Diebe gelangten bis zur Kasse, doch war dieselbe am Abend entleert worden. r . , — Letzter Tage ging die Mittheilung durch verschiedene Blätter, daß die Neichs- bank in Berlin noch im Besitz einer größeren Anzahl Gold- und Silbermünzen mit dem Portrat, Kaiser Friedrichs sei, welche Münzen auf specielles Verlangen an Personen abgelassen wurden, welche keinen Handel damit trieben. In Folge dieser Mittheilung hat sich ein Kaufmann von hier von der Berliner Reichsbank je ein Stück der geschlagenen Münzen von Kaiser Friedrich erbeten, worauf ihm Br. m. die Mitlbeilvna zuging, daß seinem Wunsche nicht entsprochen werden könne. y , △. »u« WeiiiWhn. 16. August. In Sprendlingen brach vor mehreren Wochen in der Behausung des Ceconomen Läufer Feuer aus und zwar unter so verdächtigen Umständen, ba| Läufer und seine Frau, die sich zur Zeit des Biandes in Ludwigshafen auf dem Schützenfest befanden, alsbald nach ihrer Rückkunft von dorten verhaftet wurden. Einige Tage später wurde auch das Dienstmädchen Läufers in Haft genommen. Gegen Caution sind die Verhafteten letzter Tage wieder auf freien Fuß gefegt roorben Die Voruntersuchung hat ergeben, daß das Dienstmädchen auf Anrathen der Eheleute den Brand vorsätzlich gelegt hatte. = Frankfurt, 16. August. Die hier verbreitete Nachricht von der Wieder- ergrcifung des tn Hanau durchgegangenen Verbrechers Morlock war, wie sich jetzt herausstellt, verfrüht. M. erfreut sich noch der Freiheit, es heißt jedoch, die Polizei sei ihm auf der Spur. Ein Freund M.'S, ein Schreiner Namens Best, wurde in sicheren Gewahrsam gebracht, weil man glaubt, er sei an der Entweichung des M nicht unschuldig. .... ..■*". 0 f11 ?1 16 August. Obwohl das Wetter gestern und heute etwas kühl Ist, ist der Besuch des Festplatzes und die Betheiligung am Schießen eine recht große. Gestern wurden wiederum über 1000 JL an Schießgeldern vereinnahmt Die Zahl der Besucher feit Beginn des Festes beläuft sich jetzt bereits auf 60 000* Bis letzt wurden 182 Hectvliter Bier confumirt. Der Wein-Restaurateur soll eine Abgabe von 1200 Jt an das Comi16 zu zahlen haben, von welcher Ziffer man auf den Wein- confum schließen mag. Jetzt schon soll sich ein Reingewinn von beiläufig 10 000 JL ergeben. Beim Schießen haben sich insgesammt 320 Schützen betheiligt. Die Preis- vertheilung findet, wie schon berichtet, morgen Nachmittag 6 Uhr statt Silberne Medaillen erschossen neuerdings die Herren: Fritz Rupp, Georg Göhrig Fr. Hadn (2 Stück), H. Horn (2 Stück), Josef Egenolf, Julius Treupel, Gg Deister, I Ulmicher und Heinrich Jager, sämmtlich aus Frankfurt a. M., Max Goldschmidt und I S Klees aus Bockenhetm, Karl Gräff (Bingen), M. Hahn (Höchst a. M.), Fr. Fuder (Mainz) 2 Stück, Ch. Geßner (Homburg v. d. H.), H. Gräff (Berlin), 2 Stück ( 3)' c Main, 16. August. Die von den Ufergemeinden Kostheim, Ginshcim und Bischofsheim, sowie der Hessischen Ludwigsbahn gegen die von der preußischen Regierung, beabsichtigte Correction des unteren Maingebie.es erhobenen Einwände haben, wie wir Horen, insofern Erfolg gehabt daß die hessische Regierung nach genauer Prüfung der Sachlage sich vollständig auf Seite der Beschwerdeführer gestellt hat. Die au der letzten Versammlung von Interessenten in Kostheim geltend gemachten Bedenken wie auch die schnftlrch niedergelegten Grunde haben die anwesenden Vertreter der hessischen Regierung, insbesondere d e Herren Oberbaurath Schäffer und Regterungsrath v Zangen überzeugt, von welch unheilvollen Folgen die projeciirte Correction bet einem größeren Eisgang ober abnorm hohen Wafferftand für die beschwerdeführenden Gemeinden begleitet sein muffe. In einem ausfuhrlichm Bericht sind diese Bedenken der preußischen Regierung in Form eines Protestes zugestellt worden und steht zu erwarten, daß man von preußischer Seite von den projectirten Arbeiten Umgang nimmt. ... ^^Typographischer Scherz.) Auf die Liebesphantasie des Setzers, welche wir Wwott^ÄgebÜietm^ 3UL Stettenhetrns „Deutschen Wespen" folgende Wer so wie Du mit Worten prunkt, Heirathet nicht. In diesem . Seid, o ich bin erfahrungsreich, Ihr Männer Euch einander — Oft schon warst glühend Du entflammt, Bis daß ich sprach vom Standesamt, Worauf Du stumm warst, während ich Die Hochzeit in — Wenn erst geschlossen unser BL, Dann bist Du mein Gex zur Stund', Dann will ich gerne mit Dir zieh'n, Wenn's sein muß, nach den : ien. Doch soll als Weib ich in Dein Haus, Dann, Setzer, sag' es O heraus, Dann folge gleich das Aufgebot Und ich bleib’ treu Dir bis zum f. Frankfurt a. O», 16. August. Der Kaiser traf in Begleitung des Prinzen Leopold nebst Gefolge um IO1/# Uhr Vormittags hier ein und wurde am Bahnhofe von dem kommandirenden General des 3. Armeekorps, den Divisionsgenerälen, dem Regierungspräsidenten und Oberbürgermeister empfangen. Der Kaiser fuhr alsbald durch die prächtig geschmückte Stadt unter dem Jubel des massenhaft zusammengeströmten Publikums nach dem Wilhelmsplatz, wo die Garnison und Deputationen der Regimenter des 3. Armeekorps in Parade standen. Die Vereine und (Korporationen bildeten in den Straßen Spalier. Die Feier wurde durch den Chorgesang „Die Himmel rühmen des Ewigen Güte" eröffnet; nachdem Garnisonsprediger Thiel die Weiherede gehalten hatte, ertheilte der Kaiser den Befehl, das Denkmal des Prinzen Friedrich Carl zu enthüllen. Unter brausendem Hnrrah und Geschützdonner fiel die Hülle. Der fommanbirenbe;®eneral des Armeekorps übergab das Denkmal der Stadt. Nach dem Defilv der Truppen begab sich der Kaiser zum Regierungsgebäude und fuhr von dort, überall stürmisch begrüßt, nach dem Herzog Leopold-Denkmal, alsdann nach dem Rathhause, wo der Oberbürgermeister den Kaiser begrüßte. Hier begann um 12 Uhr Mittags das von der Stadt gegebene Dejeuner, woran der Kaiser, Prinz Leopold, Blumenthal, die Generalität, die Spitzen der Behörden, der Bildhauer Unger und Andere Theil nahmen. Bei dem Dejeuner saßen links und rechts neben dem Kaiser Prinz Leopold und Marschall Blumenthal, gegenüber der Oberbürgermeister. 1 Uhr 50 Min. Nachm. verließen der Kaiser und Prinz Leopold in offenem Wagen trotz des Regens das Rathhaus und fuhren um 2 Uhr vom Bahnhof ab, unter enthusiastischen Zurufen der Bevölkerung. Die Prinzessinnen Louise und Albrecht ließen an dem Denkmal Friedrich Karls prachtvolle Lorbeerkränze niederlegen. Frankfurt a. O., 16. August. Beim Dejeuner sprach der Kaiser seinen Dank für den feierlichen Empfang aus und sagte, er wisse die Bande innitzer und treuer Ergebenheit zu schätzen, welche seit Jahrhunderten das Volk mit dem Hause Hohenzollern verbänden. Kaiser Wilhelm I. habe wohl gewußt, wen er auserwählte, als er dem Prinzen Friedrich Karl das Kommando des dritten Armeecorps übergab. Sein eiserner Charakter, sein mächtiger Wille und sein strategisches Genie befähigten den Prinzen besonders, dieses Armeecorps zu führen, die brandenburgische Jugend zu Soldaten heranzubilden, da Brandenburger die Schlacht bei Vionville geschlagen hätten. Wir stehen in einer ernsten Zeit, Kaiser Wilhelm, Kaiser Friedrich, Prinz Friedrich Karl, andere große Heerführer, me das Reich schaffen halfen, sind nicht mehr, sie würden aber in dem deutschen Volke ewig fortleben. Wie die Brandenburger mit eiferner Kraft und unermüdlicher Thätigkeit dem kargen Boden ihren Erwerb abringen, fo habe das dritte Armeecorps dem Feinde den Sieg abgerungen. Die Leistungen aber, die es vollbracht habe, verdanke es dem verstorbenen Prinzen- Es könne niemals die Rede davon sein, Errungenes wieder aufzugeben, darüber herrsche nur eine Stimme, daß man lieber unsere 18 Armeecorps und 42 Millionen Einwohner auf der Strecke ließen, als nur einen Stein von dem Errungenen wegnehmen lasse. In diesem ©inne trinke er auf das Wohl seiner Brandenburger, der Sadt Frankfurt a. O. und des dritten Armeecorps. 6471 Während der Herbstferien Repetitions-Cursus für schwache Schüler. Honorar nach Ueber- einkunft. Anmeldungen täglich in meiner Wohnung. 647t Lehrer W. Plaut, Ludwigsplatz 14. 6529 Ein Pferdebursche gesucht; gedienter Cavallerist bevorzugt. Näheres in der Exped. d. Bl.________ 6442 Ein mit nöthiger Schulbildung (Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdlenst bevorzugt) versehener junger Mann aus guter Familie findet in einem hiesigen kaufmännischen Geschäft Stellung als Lehrling. Selbstgeschriebene Offerten befördert dir Exped d. Bl. unter Nr 6442. — l,,Wiener Mode.") Es ist erstaunlich, über welche Fülle reizender Einfälle | die Künstler der „Wiener Mode" verfügen. Dies beweist neuerdings das soeben erschienene 16. Heft mit dem ebenso eigenartigen als geschmackvollen farbigen Umschläge j und seiner Fülle reizender Illustrationen im Mode-, Wäsche- und Hausarbettsthetl. Wenn in einem interessanten Artikel der berühmte Kunstgelehrte I. v. Falke eine Lanze für die Stellung Wiens als tonangebende Modestadt einlegt, so konnte er sich kein schlagenderes Argument wünschen als eben dieses Heft der „Wiener Mode", welches jeder Hausfrau wärmstens empfohlen zu werden verdient. (Die „Wiener Mode" kann durch jede Buchhandlung zum Preise von 1 fl. 50 — 2.50 JL = 3 Frcs. 35 vierteljährlich bezogen werden.) Handel und Verkehr- Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Cingefandr. r m kc r , r , Gießen, 17. August. Der diesige Radfahrverein feiert am 26. er. sein erstes Sommerfest. Besucher von Stein's Garten haben schon längst den Bau der Renn- und Fahrbahn entstehen sehen und ist deren langsame Fertigstellung nur dem langen Regenwetter zuzuschretben. ., ^rein ist es vergönnt, einen solchen, wie zu diesem Zwecke geschaffenen Platz zu erhalten und können Sportsltebhaber eben schon sehen, wie geschickt einzelne Mitglieder die Lenkbarkeit der Stahlrosse zu benützen wissen. Wir erblicken in diesen Vorbereitungen eine feste Grundlage zu diesem Feste und wenn wir noch htnzufügen, daß der Verein sich alle mögliche Mühe giebt, durch einen bedeutenden auswärtigen Kunstfahrer, durch Wettfahren mit benachbarten Ver- einen wozu auch hübsche Preise gestistet sind, durch beliebte humoristische Scenen auf dem Rad und schließlich noch durch Eoncert der ganzen hiesigen Regimentskapelle das Publikum zu fesseln, so können wir nur dem jungen Verein zum Gelingen seines Festes ein „All Heil" zurufen und wird es ihm an sreundlichen Gönnern alsdann auch nicht fehlen. Gießen, 17. August. . Dem Publikum von Gießen, sowie jedem geehrten Leser oieses Blattes diene hiermit zur Nachricht, daß das „Eingesandt" in Nr. 189 des Gießener Anzeigers, welches mit: „Die Fleischerinnung Gießen" unterzeichnet ist, nur von höchstens 3 Mitgliedern besagter Innung abgefaßt und veröffentlicht wurde. Dem Vorstande sowohl, wie der Mehrheit der Mitglieder der Gießener Fleischer- I Innung war von besagtem „Eingesandt" nichts bekannt. 6610 I tnt Wärmegrade der Lahn und der £uft, nach Neaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr . 1r7 Luft 14, Wasser 13 Gr. G«ßen, den 17. August 1888. Rübsamen Katholische Gemeinde. 13. Sonntag nach Pfinasten. Von 6 Uhr an Beichte. 61 n Um V 10 mr- Iä6me,ffe und Austheilung der h. Communion. UM Vgio Uhr. Hochamt und Predigt. „ 2 Uhr: Sakramentalische Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samst^Ab-nkÄ^Ub" Sam6tofl M°rg°n 8°° Uhr. Samstag Mittag 4 Uhr. G o t t e s d i e n st. 12. Sonntag nach Trinitatis, den 19. August- , Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Schlosser. Attgemeiner Anzeiger. Gkrhesßslhe Eisenbahnen. Am 1. September c. tritt ein neuer Gütertarif für den Main-Neckar—Oberhessischen Verkehr in Kraft. Ueber dessen Inhalt ertheilen die Güterexpeditionen Auskunft. Gießen, den 15 August 1888. 6603 Großherzogliche Direction. Montag, b. 20. 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MarburgerJäger-BataillonS. Nichteingeladene zahlen 50 H Eintrittsgeld. Abends 7 Uhr: Schmücken der Gräber auf dein Friedhof. Abmarsch 6’/2 Uhr vom Ludwigsplatz. Vereinsabzeichen sind anzulegen. [6508] Der Vorstand. 5973 Zwei Logis, 7 und 5 Zimmer nebst Zubehör, im Freien, mit schöner Aussicht, jedoch ganz nahe bei der Stadt gelegen, sind preiswerth zu vermiethen und können alsbald bezogen werden. Näheres bei I. Blitz, Wettergasse 5. 5445] Logis im 1. Stock Seltersweg 33 zu vermiethen. F. Hoffmann. 5192 In meinem Neubau ist r»ie Beletage, 6 bis 8 Zimmer, Badez, Veranda, sowie allem Zubehör, von jetzt ab sehr preiswürdig zu vermiethen. Näheres bei Max Hochftätter, Bahnhofstraße. 6Ü01J Familienlogis zu vermiethen. Noll Wwe., Kanzleiberg. 6579 Ein sch. Zimmer, möblirt oder unmöbl., zu vermiethen. Marktstraße i4. 6246 Ein großes oder ein kleines'gut möblirtes Zimmer mit oder ohne Pension vermiethet Albert Behrend, Marktstr. 32. 6056 Zwei schöneZimmerzu vermiethen. 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