Adr. US Freitag den 18. Mai 188& Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ....... Schul st raße 7. M„(m, „„ *'■<> S* Politische Ueberfkcht Gießen, 17. Mai. Die Meldung, daß sich beim Kaiser eine Rachenentzündung eingestellt habe, auf welche vermuthlich die vor einiger Zett bei dem hohen Herrn aufgetretenen Schlingbeschwerden zurückzuführen sind, ist geeignet, neue Besorgnisse um den erlauchten Kranken heroorzurufen, die aber aus seiner Umgebung als völlig unbegründet bezeichnet werden. Die Entstehung dieser Krankheitserscheinung, welche sich übrigens beim Kaiser schon in San Remo vorübergehend zeigte, soll damit Zusammenhängen, daß derselbe sich kürzlich ungeachtet der rauhen Witterung am geöffneten Fenster niederließ, wodurch die Athmungsorgane des Kaisers ungünstig beeinflußt wurden. Doch ist die Entzündung — und mit ihr die Schlingbeschwerden — bereits wieder im Verschwinden begriffen und hat sie überhaupt den Monarchen in keiner Weise alterirt, vielmehr steigert sich die Kräftezunahme von Tag zu Tag in erfreulichster Weise. Auch die Nächte sind fortgesetzt sehr gut, was auch von der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch zu gelten hat. Bet der Eonsultation der Aerzte am Mittwoch Morgen wechselte Dr. Mackenzie die Eanüle beim Kaiser aus, was sehr leicht von Statten ging. Die Operationswunde weist ein gutes Aussehen auf. Da seit Mittwoch wieder warme Temperatur herrscht, dürften die Aerzte dem Kaiser nunmehr auch wieder den Aufenthalt im Freien gestatten, lieber die Reise der Kaiserin nach Westpreußen ist noch immer nichts Bestimmtes bekannt. Fürst Bismarck hat nunmehr seiner pommerischen Besitzung den Besuch abgestattet, welchen der Kanzler schon vor Wochen ausführen wollte, der aber in Folge des schweren Krankheitsanfalles, der den Kaiser gerade zu jenem Zeitpunkte heimsuchte, verschoben werden mußte. Daß sich Fürst Bismarck nun endlich nach Varzin begeben hat, kann ebenfalls mit als ein Beweis betrachtet werden, daß man in der Umgebung des Kaisers die jüngste schwere Erisis als wieder überwunden ansieht, und gewiß ist dem Reichskanzler die Erholungspause auf seinem pommerischen Tusculum herzlichst zu gönnen. Denn der leitende Staatsmann des Reiches und Preußen ist durch die Schicksale der letzten drei Monate besonders hart ergriffen worden und dennoch mußte er in dieser schweren Zeit, bei angegriffener Gesundheit, ohne jede Rücksicht auf sich selbst, viel mehr arbeiten, als in jüngeren und gesünderen Tagen. Die Rückkehr des Fürsten nach Berlin erfolgt voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche. Die Pfiugstpause hat sich auf innerpolitischem Gebiete erst kurz vor dem Feste selbst stärker geltend gemacht und namentlich sind die beiden Häuser des preußischen Landtages bis in die Pfingstwoche hinein thätig gewesen. Das Abgeordnetenhaus ist am Dienstag in die Psingstferien gegangen, nachdem es vorher noch den Gesetzentwurf über die Oder- und Spreeregulirung definitiv und unverändert genehmigte und zur Zeit dürfte auch das Herrenhaus nach Erledigung des Volksschullastengesetzes und der Weichselregulirungsvorlage seine Pfingstferien angetreten haben. Da das Herrenhaus bei ersterem Gesetze vermuthlich den Beschlüssen seiner Eommission zuge- sttmmt haben wird, so gelangen also die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und der zweiten Kammer über den Schulgeldparagraphen erst nach Pfingsten zum endgültigen Ausirag und ob an diesen Differenzen nicht schließlich noch das ganze Gesetz scheitern wird, steht noch dahin. In Oesterreich ist die Schulfrage mit der Vertagung der parlamentarischen Erörterungen über den Ltchtenstein'schen Schulantrag bis zum nächsten Herbst von der politischen Tagesordnung einstweilen wieder abgesetzt worden. Dafür ist die Spiritusfrage noch immer in der Schwebe und die Verschleppung der Budgetdebatten im österreichischen Abgeordnetenhause hat hierzu das ihrige beigetragen, so daß sich dieselbe erst nach Pfingsten mit dem Spiritussteuergesetz befassen können wird. Bekanntlich macht der österreichische Eabinetschef, Graf Taaffe, fein Verbleiben im Amte von der unbedingten Erledigung der Spiritusvorlage im Sinne der Regierung abhängig und angesichts der drohenden Möglichkeit eines Rücktritt des Versöhnungsministertums werden die «in der Spiritusfrage noch störrischen Elemente der Rechte in erster Linie die Polen, gewiß „klein beigeben". Bis zur nächsten Reichsraths-Tagung hat dann Graf Taaffe hinreichend Zeit, darüber nachzudenken, mit was die braven Polen für ihre schließliche Nachgiebigkeit belohnt werden könnten! Die Rundreise Boularrger'S durch das Norddepartement ist zu Ende und der Ex-General am Dienstag Vormittag wieder in Paris eingetroffen, wo seine Rückkehr zu einigen Scandalscenen Anlaß gab, doch iand ein ernster Zwischenfall nicht statt, lieber die Erfolge der nun zum Abschluß gelangten Agitationsreise Boulanger's in seinem Wahlbezirk sind die Meinungen fortgesetzt getheilt, jedenfalls haben sich in den „begeisterten Empfang", der dem Zukunftsdictator in Dünkirchen, Douai, Lille, Valenciennes u. s. w. von der großen Masse bereitet wurde, sehr energische Proteste gemischt, die bekunden, daß der „große Mann" selbst in „seinem Departement" eine nicht unbedeutende Opposition gegen sich vorfindet. Inzwischen sind jedoch die Erörterungen über die Boulanger'sche Rundreise vor den wiederbegonnenen Verhandlungen der französischen Deputirtenkammer in den Hintergrund zurückgetreten, zumal dieselben einen bewegten Verlauf versprechen. Gleich die erste Kammersitzung nach den Osterferien, die am Dienstag abgehaltene, gestaltete sich nicht uninteressant, denn die Vorlage über die Maiszölle wurden mit 282 gegen 247 Stimmen abgelehnt, was dem Monarchisten Maurice zu der ironischen Bemerkung Veranlassung gab, die Abstimmung sei ein neuer Beweis für die Ohnmacht der Kammer und die Nothwendigkett ihrer Auflösung. Weiter hatte der alte Revolutionär Felix Pyat einen echt communistischen Antrag eingebracht, welcher die Expropriirung jeder Werkstätte, die vom Arbeitgeber geschlossen worden ist, fordert, um sie den Arbeitern zu übergeben; Pyat verlangt für seinen Antrag sogar die Dringlichkeit, welche freilich von der Kammer abgelehnt wurde. Zu lebhaften Debatten wird jedenfalls der Antrag des Bonapartisten Euneo d'Ornano führen, betr. die Revision der Verfassung, zumal d'Ornano hierzu noch ein Amendement beantragt hat, welches ein Volksreferendum über alle Gesetzesvorlagen fordert. In Rußland werden neue Zollmaßregeln gegen das Ausland geplant, welche diesmal zum Schutze der Eisenindustrie in Polen gegenüber der ausländischen Concurrenz dienen sollen. Vorläufig hat der Finanzminister Wyschnegradski in einem dem Reichs- rathe unterbreiteten Gutachten diese projcctirten Maßnahmen, bei denen es sich offen- i bar um eine abermalige Erhöhung der Eisenzölle handelt, allerdings als „inoportun" erklärt, vielleicht wird er sie aber schon morgen für nothwendig erachten. Die Chicanen, denen ausländische Arbeiter beim Ueberschretten der russischen Grenze und bei ihrem Aufenthalte in Russisch-Polen seitens der Behörden ausgesetzt sind, scheinen maßgebenden Ortes in Petersburg doch Mißbilligung erregt zu haben, da von einer weiteren Einschränkung der Freizügigkeit ausländischer Werkmeister in Polen abgesehen werden soll. In der italienischen Deputirtenkammer ist dieser Tage vom Ministerium Crispi wieder einmal die Eabinetsfrage gestellt gewesen, da die Verhandlungen über das Budget und über die Finanzpolitik der Regierung eine für letztere ungünstige Wendung anzunehmen begannen. Auf die bezüglichen energischen Erklärungen des Eabinetschef Ertspi und des Finanzministers Magliani hin lenkte jedoch die Kammer ein und nahm am Dienstag ein die Finanzpolitik der Regierung ausdrücklich billigendes Vertrauensvotum mit großer Mehrheit an. Darmstadt, 16. Mai. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht: Am 9. Mai den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Schlitz Albrecht Braun zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Reinheim, sowie den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Michelstadt Johannes Jttmann zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Hungen mit Wirkung vorn Dienstantritt des Dienstnachfolgers zu ernennen. Berlin, 16. Mai. Die Besserung im Befinden des Kaisers dauert in erfreulicher Weise fort. In den Abendstunden erhöht sich zwar die Temperatur etwas, gestern sogar bis 38,3; doch kann man diesen Zustand nicht gerade Fieber nennen. Er ist eine Folge der Anstrengungen, die sich der Kaiser im Laufe des Tages zumuthete und deßhalb haben die Aerzte ihn heute erst gegen 11 Uhr aufstehen lassen. Die Nacht war befriedigend; Husten und Auswurf sind sehr gering, die Temperatur war heute früh und den ganzen Tag über normal und der Kaiser gibt mit Genugtuung durch stramme Bewegungen vor den Aerzten selbst zu erkennen, wie die Körperkräste zugenommen haben. Da heute feit langer Zeit der erste warme Tag war, durfte der Kaiser in den Mittagsstunden in's Freie; er ließ sich fast eine Stunde lang in einem kleinen Wagen im Park spazieren fahren. Die Rachenentzündung und die damit verbundenen Schlingbeschwerden sind fast geschwunden. Bei der heutigen Morgenconsultation hat Mackenzie in Gegenwart der übrigen Aerzte wieder sehr schnell und geschickt eine neue Kanüle eingesetzt, der Kaiser hat dabei nicht einmal Hustenreiz empfunden. Die Wundverhältnisse zeigten sich bei dieser Gelegenheit wieder sehr günstig; die Wundränder sind glatt und die Stellen, wo kürzlich noch die entzündlichen Wucherungen vifccn, sind vollständig vernarbt. Es bestätigt sich, daß Virchow bei seiner neuesten Untersuchung des Auswurfs zu demselben Resultate gekommen ist, wie früher. Er sagt, nicht etwa, wie es vielfach aufgefaßt wird, daß das Leiden des Kaisers nicht Krebs sei, sondern er sagt nur, daß in dem, was ihm zur Untersuchung gegeben worden ist, nichts enthalten fei, was unbedingt auf ein Krebsleiden schließen lasse. Man darf dabei nicht übersehen, daß zwischen Virchow und anderen Autoritäten theoretische Meinungsverschiedenheiten über die Pathologie der bösartigen Geschwülste bestehen. F. Ztg. Telegraphische Depeschen. Wolst'S lelegr. Correspondenz-Brrrearr. Berlin, 16. Mai. Se. Majestät der Kaiser arbeitete heute Vormittag mit dem General v. Winterfeld und machte am Nachmittag eine einstündige Spazierfahrt im Parke von Eharlottenburg. — Ihre Majestät die Kaiserin Augusta begab sich heute Mittag nach Char- lottenburg, um Sr. Majestät dem Kaiser einen Besuch abzustatten. — Se. K- u. K. Hoheit der Kronprinz wohnte am Vormittag den Hebungen der Truppen auf dem Tempelhofer Felde bei und folgte am Nachmittag mit Ihrer Kaiser!, u. König!. Hoheit der Kronprinzessin einer Einladung der Majestäten zum Frühstück. Berlin, 16. Mai. Der Kaiser hatte heute einen sehr guten Tag; die Schlingbeschwerden sind gehoben, Fieber war nicht vorhanden. Er empfing Nachmittags den brasilianischen Gesandten und später den General Winterfeld zum Vortrag. Die Kaiserin unternahm Abends mit den Prinzessinnen eine Spazierfahrt. Berlin, 16. Mai. Es verlautet, daß der kürzlich veröffentlichten Lifte von Auszeichnungen demnächst noch^ein umfangreicher Nachtrag folgen werde. Iserlohn, 16. Mai. Soweit bis jetzt bekannt, erhielt in der gestrigen Reichstags Ersatzwahl der Deutsch-Freisinnige Langerhans 14,035, Herders (nationalliberal) 9700 Stimmen. Die Ergebnisse aus einigen kleinen Wahlbezirken fehlen noch. Karlsruhe, 16. Mai. Die Besserung in der katarrhalischen Affektion des Großherzogs schreitet langsam fort- der Genuß der milder gewordenen Luft bekommt sehr gut. Der Großherzog empfing heute den Besuch des Statthalters Fürsten Hohenlohe. Wien, 16. Mai. König Milan empfing heute Mittag den Grafen Kalnoky in längerer Audienz und binirte beim Kaiser. Paris, 16. Mai. Die Ministerien des Krieges und der Marine arbeiten gemeinsam einen Entwurf über eine Dreißig-Millionen-Vorlage zum Zwecke der Küften- vertheidigung aus. — Das französische Mittelmeer - Geschwader ging heute nach Barcelona ab, wo es vier Tage verbleiben wird. Florenz, 16. Mai. Das württembergische Königspaar ist direkt nach Stuttgart abgereist. Berlin, 17. Mai, 12 Uhr. sPrivatdepesche.) Der Kaiser verbrachte eine recht gute Nacht; er ist bereits seit 10% Uhr im Park und benutzt heute zum ersten Male das Zelt. — Die Kaiserin und die Prinzessin Victoria sind 10% Uhr zur Lehrlings-Ausstellung nach Berlin gefahren. Der Meist, den das Pfingstfest verbreiten soll. Die gewaltige Mehrheit der Menschen sehnt sich nach einer Umgestaltung der gesellschaftlichen Dinge, nach einer Ausgleichung der Unterschiede im Erwerben und Genießen, nach einem friedlichen und versöhnlichen Zusammenarbeiten der verschiedenen. Völker und der noch so vielfach getrennten Klassen eines und desselben Volkes. Der Klassenhaß und Völkerhaß, womit inan sich zu vernichtenden inneren Kämpfen und zu blutigen äußeren Kriegen vorbereitet, ist ein unnatürlichee Zustand. Er führt dazu, daß sich die Stände und Völker auch wirthschaftlich von einander abschließen und daß die großen Errungenschaften der modernen Cuttur, die Fortschritte der Technik, die Verbesserung der Verkehrsmittel, die Erleichterung der menschlichen Arbeit durch die Maschinen und die neuen bewegenden Kräfte nur einer Minderzahl zu Gute kommen, während die Massen über die Unsicherheit und Verschlechterung ihrer Lage und über Ausbeutung durch die herrschenden Klassen klagen. Diese bessergestellten Klassen haben ohne Zweifel mehr Güter und Befriedigungsmtttel als sonst zu ihrer Verfügung, aber diese Güter dienen vielfach nur materiellen, sinnlichen Genüssen. Den unteren Klassen ist durch die ihnen jetzt zu Theil werdende bessere Bildung der Abstand des äuheren Wohlbefindens immer fühlbarer geivorden. Sie sind mehr im Wissen als im Wollen und Selbstbeherrschen gefördert worden. Der Hang nach sinnlichem Genuß hat sich auch unter ihnen bedenklich gesteigert. Die festen Charakter sind seltener und die Sitten lockerer geworben. Wer rettet die Menschheit vor dem Versinken im Genuß? Wer bringt den Herzen Ruhe und den Völkern Frieden? Wer hilft die Unterschiebe und Feindseligkeiten der Klassen eines und desselben Volkes ausgleichen? Die Massen rufen nach einem Befreier, der das Alte umstürzt und einen gesellschaftlichen Neubau aufführt. Der Befreier ist da, wenn man seinem Rufe nur folgen wollte. Es ist der Pfingst- geist, welcher vor mehr als 1800 Jahren die alte Welt mit aller ihrer Macht und Bildung, mit ihrem Reichthume und ihrer Kunst und hochgepriesenen Cultur aus den Angeln hob und eine neue Welt der Nächstenliebe heraufführte. Es waren arme Leute aus dem Volke, welche einst am ersten Pfingstmorgen der Christenheit einen neuen heiligen Geist verspürten, der sich auf ihre Zungen setzte, ihnen Worte der Weisheit in den Mund legte und ihre Herzen zu Werken der Liebe entzündete. Der Pfingstgeist der Wahrheit und Liebe hat Wunder gewirkt und kann überall und zu jeder Zeit wieder dieselben Wunder wirken und die Menschen erneuern und bessern, sobald nur Jeder sein Wtffen und Können, seinen Reichthum und Ueberfluß in den Dienst der Gesammtheit stellt und freiwillig Opfer für seinen Nächsten bringt. Auch der Aermste kann seine Mitmenschen reich machen und der Schwache an Wissen kann den Gebildeten durch Glauben und Tugend fördern und stützen. In dem Emporftreben aller Volksklassen zu Wahrheit, Tugend und Gesittung und in dem Kampfe gegen Genußsucht und Unsittlichkeit liegt die Rettung der Gesellschaft und die Bürgschaft besserer socialer Zustände. Obwohl Böses und Selbstsucht zunehmen, sehen wir doch auch das Gute und die Nächstenliebe im Fortschretten begriffen. Ein neuer Geist strebt empor aus den Tiefen des Volkes, und Diejenigen, welche sich mit diesem neuen Geiste erfüllen, empfangen von demselben ungeahnte Kraft zum Schaffen und Wohlthun. Wohl müssen wir noch mit dem Dichter klagen: „Untröstlich ist's noch aller- wärts", aber wir dürfen auch wie er hinzufügen: „Doch sah ich manches Auge flammen Und klopfen hört' ich manches Herz!" Lokales. Gießen, 17. Mai. Die gestrige Generalversammlung des Gleiberg-Vereins war namentlich von Gießen und Wetzlar aus stark besucht. Der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. Curtman, »gedachte Eingangs in warmen Worten des Heimgegangenen Kaisers Wilhelm und des kranken Kaisers Friedrich. Nach Eintritt in die Tagesordnung verlas Herr Quästor Orbtg die Zusammenstellung des Vermögensstandes des Vereins. Danach wurden 1887 an Eintrittsgeldern vereinnahmt 180 J4, an Jahresbeiträgen der Mitglieder 577 JL, an Geldgeschenken 99 v4C, durch Verkauf an Bier wurden gewonnen 756 JL, durch Weinverkauf 160 JL Dagegen treten unter den Ausgaben als Hauptposten auf 495 JL Kapttalzinsen, über 500 Ji. Geschäftsunkosten, 500 JL Rückzahlung von Schulden und 370 JC. besondere Kosten in Folge der veränderten Geschäftslage des Vereins durch die Erwerbung juristischer Rechte, doch sind dies nur einmalige Ausgaben. Aus dem durch die neuen Statuten vorgeschriebenen Geschäftsbericht des Herrn Prof. Dr. Buchner kann erwähnt werden, daß der Verein Ende 1887 387 Anthetl- schetne ä 20 ausgegeben hatte, davon 11 im Jahre 1887 selbst. Wenn auch durch die Witterung im Sommer wie im Winter manchmal längere Zeit ein Besuch des Gleibergs ausgeschlossen war, so wurden doch 1887 getrunken: an Bier im Glas 9429 Liter, „ „ in 4831 Flaschen 3623 „ 13052 Liter. Dazu kommt an Wein und Spirituosen 397 ganze Flaschen und 389 halbe „ An Geschenken wurden dem Vereine zugewiesen 30 JL zur Anschaffung eines Feueranihilators, über 61 Jü, welche der Ruderoerein bei einer festlichen Versammlung auf dem Gleiberg sammelte, eine stilvolle Wanduhr, die Herr Uhrmacher Zimmer schenkte, und ein Dutzend Aschentellerchen, welche Herrn Fillmann's Glashandlung dem Gleiberg zuwies. Es ist in Aussicht genommen, die Mauern der Ruine für Muthwillige unzugänglich zu machen und gegen Regen und Schnee abzudecken. Die Kgl. Regierung in Coblenz fragte an, ob der Verein bereit sei, auch die Ruine Vetzberg unter denselben Bedingungen wie den Gleiberg zu übernehmen. Nachdem der Vorstand Augenschein genommen, konnte er bet der Generalversammlung diese Uebernahme befürworten und wurde sie auch einstimmig angenommen. Die dem Verein dadurch erwachsenden Kosten sind nicht bedeutend. Nöthtg ist vorerst die Anlegung eines sicheren Fußpfades vom Dorfe aus zur Ruine, später auch das Unterfangen kleiner Mauerstücke und das Abdeckcn derselben. Der Vorsitzende theilte noch mit, daß die Vorbereitungen zur Ueberschreibung des Gleiberg auf den Verein im Grundbuch bis auf wenige Formalitäten beendigt seien und in der nächsten Zeit zum Abschluß kämen. Bei dem herrlichen Sommerwetter blieb die zahlreiche Versammlung nach Schluß der Sitzung noch lange im Schloßhof fröhlich versammelt. Gießen, 17. Mat. Wtr wollen nicht verfehlen, unsere Leser, speciell die zahlreichen Mitglieder des Oberhessischen Vereins für Lokalgeschtchte auf die imJnseraten- thetle unseres Blattes für den dritten Pfingstfeiertag von dem genannten Vereine in Gemeinschaft mit dem Marburger Geschichtsoeretne in Aussicht genommene Schwalmfahrt aufmerksam zu machen. Die Besichtigung von Ziegenhain und Neukirchen wird dem Freunde bauhistorischer Alterthümer reichen Genuß bieten. Von allgemeinerem Interesse aber wird der Besuch des am dritten Feiertage in Neukirchen stattfindenden Schwälmer Nattonalfeftes, der Salatkirms, sein, wo aus der ganzen Schwalm in seinem besten Nattonalputz Jung und Alt zusammenströmt und also die beste Gelegenheit gegeben ist, unsere Schwälmer und deren malerische Trachten und alten Festgebräuche kennen zu lernen. Hoffentlich ist das Wetter günstig und die Betheiltgung eine rege. Gießen, 17. Mai. Heute Nacht IV/a Uhr entstand in dem Dachstuhle einer Ziegelbrennerei in den Eichgärten Feuer, durch welches das Dach selbst stellenweise stark beschädigt wurde. Durch rasches Eingreifen von Nachbarsleuten konnte nach halbstündiger Löscharbett das Feuer gedämpft und jede wettere Gefahr als beseitigt angesehen werden. Vermischtes. Aus dem Großherzogthum Hessen. Die Verwaltung der Unterstützungskasse für bedürftige Pfleglinge der Großh. Landes-Irrenanstalten sagt in ihrem soeben zur Ausgabe gelangten Jahresbericht u. A. folgendes: Wie wtr schon früher, und beispielsweise in dem Bericht über die Ergebnisse des Jahres 1877, näher dargelegt haben, bemühen wir uns auf zwei verschiedenen Wegen die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Geisteskranken des Großherzogthums zu lenken und die Lage, in welcher dieselben sich befinden, günstiger zu gestalten. Auf dem einen Wege suchen wir durch öffentliche Belehrungen und Bitten, sowie durch zeitweise gemetn- fchaftltche Beratungen mit unseren Vertrauensmännern, vorwärts zu kommen, auf öein zweiten Wege gilt es uns darum, durch alljährliche Sammlungen hinreichende Geldmittel zu gewinnen, um den bedürftigen Pfleglingen der Landes-Irrenanstalten , nach der Entlassung aus der Anstalt, und ferner den Angehörigen unserer Kranken, ; i° lange die letzteren fich noch in der Anstalt befinden, diejenige Unterstützung zu ' gewahren, welche denselben anderswoher nicht zu Theil wird. Den entlassenen Kranken ' nicht, weil die öffentliche Armenpflege überhaupt außer Stande ist, die nach Art und Maß erforderliche, in vieler Beziehung eigenartige Hülfe zu leisten, den bedürftigen Angehörigen der noch in der Anstalt befindlichen Kranken nicht, weil sich der betreffende Armenverband, von anderen Hindernissen abgesehen, schon durch die Uebernahme des an dre Anstalt zu entrichtenden Pfleggeldes genug belastet erachtet. n. Was wir wollen, ist nach dem Gesagten gewiß für Jedermann verständlich. Auch kann Nremand bestreiten, daß unsere Bestrebungen auf die Befriedigung eines dringenden Bedürfnisses gerichtet sind und daß unsere Erfolge nicht allein dem Einzelnen, sondern auch der Gesammtheit Nutzen bringen. Hiernach sollte man glauben, daß unseren alljährlichen Bitten um Beistand überall mit der größten Bereitwilligkeit ent- lproche" werde. In der That haben wir ^heute, am Schluffe des Rechnungsjahres 1887/88, alle Ursache, für die ausgiebige Hülfe, welche uns während dieses Jahres geleistet worden ist den herzlichsten Dank hiermit auszusprechen. Während uns im vor gen Jahre in dem Jahre 1886/87, abgesehen von den Gaben der öffentlichen KaPn, von 9130 Gebern (der bis dahin höchsten jährlichen Zahl) der Betrag von 8447 87 (die bis dahin größte lahrliche Einnahme) zugeflossen ist, ergab das jetzt qqo7 oq fT\?r 1 ro e,tncI von 10 741 Gedern eine Einnahme von 8927.28 JL Die seitherige Regel, daß jedes weitere Jahr mit einer Verniehrung der Geber und einer Erhöhung der Einnahme abschloß, hat sich also abermals bewährt. Und wenn wir überdies darauf Hinweisen, wie auf der einen Seite Frau Charlotte Schreger in Darmstadt, in ihrer bekannten hochherzigen Auffassung der den Besitzenden obliegenden Verpflichtungen, unseren Schutzbefohlenen eine Gabe von Eintausend Mark gespendet hat, obwohl sie bereits im Jahre 1874 die Summe von Eintausend Gulden unserer Kasse zugewendet hatte, und wie auf der anderen Seite in kleinen, wenig bemittelten Dörfern zahlreiche Bewohner durch Beisteuern von 3, 5 und 10 Pfennigen ihrem Einverständniß mit unseren Bestrebungen einen rührenden und jeden Geber in hohem Grade ehrenden Ausdruck verliehen haben, so wäre es leicht begreiflich, wenn nicht Wenige, Angesichts dieser Ergebnisse des letzten Rechnungsjahres, zu dem Uriheil gelangen wurden, unser Unternehmen erscheine für alle Zett gesichert und es hänge nur von unserer Thätigkeit und Beständigkeit ab, um die im Jahre 1874 bet der Gründung unserer Kasse ausgesprochene Hoffnung, daß in kommender Zeit Jedermann im Lande ^.opferfreudigen Betheiligung an der Fürsorge für die Irren seine Pflicht und Schuldigkeit erkennen werde, ihrer Verwirklichung entgegenzuführen. Endlich ist auch noch Das wahr, daß, so viele Hülfsvereine für Geisteskranke auch in Deutschland bestehen, nur ein sehr kleiner Theil derselben, ja wohl nicht ein einziger, in demselben Maße wie unsere Unterstützungskasse seit einer Reihe von Jahren von der Thetlnahme gleichgesinnter Freunde getragen wird. Dennoch können wir dies Alles nur mit der Beschränkung zugeben, daß wir von einem völlig gesicherten Bestand unseres Unternehmens in der von dem Bedürfniß der Geisteskranken geforderten Ausdehnung und Gestaltung noch weit entfernt sind. Wie in jedem Jahre, so ist es uns auch in dem letzten nicht erspart geblieben, mit unserer Bitte um eine Gabe da kalt abgewiesen zu werden, wo wir es am Wenigsten erwartet hatten und wo man, nach unserem Dafürhalten, auch wenn man nun einmal gewohnt war, den Regungen des Mitleids mit schwerem und unverschuldetem Unglück eine maßgebende Bedeutung nicht zuzugestehen, doch die Wichtigkeit und den Nutzen mrserer Bestrebungen für die allgemeine Wohlfahrt und somit auch für das eigene Wohl hatte anerkennen sollen. Solche Vorkommnisse berühren uns um so schmerzlicher, nachdem wir in unseren Berichten schon so ost darauf hingewtesen haben, daß und warum die Fürsorge für die Geisteskranken nur da gedeihen und der durch die Bedürfnisse der letzteren den Familien wie dem Staat erwachsende Geldaufwand nur da die sachlich mögliche Beschränkung erfahren kann, wo die Maßnahmen der Staats- regierung durch die freiwillige und dabei zweckmäßig geordnete Thätigkeit des Volkes ergänzt und befruchtet werden. Hierzu ist aber unbedingt nöthig, daß sich die Masse des Volkes zu einem alle Stände, alle religiösen Bekenntnisse und alle Vermögensklassen in sich aufnehmenden Bund vereinigt, wie wir einen solchen, unter dem stets wachsenden Beistand der Staatsregierung, an der Hand unserer Satzungen, durch das Mittelglied der Schaaren unserer Vertrauensmänner und durch den Mitgliedsausweis eines jährlichen, wenn auch noch so kleinen Beitrags in das Bewußtsein und die gewohnte Thätigkeit unseres Volksstammes einzuführen • feit nun fünfzehn Jahren bemüht sind. Schon bei einem flüchtigen Blick in das diesjährige Geber-Verzeichniß nimmt man wahr, daß, während z. B. in Mainz .... 0,2 Procent, Darmstadt ... 0,7 „ Gießen .... 0,7 „ alfo in jeder dieser Städte noch nicht einmal 1 Procent der Einwohnerzahl unseren Bedürftigen eine Gabe zugewendet hat, dies in den kleinen Ortschaften: Dalheim (Rheinhessen) von 12 Procent, Zell i. O. (Starkenburg) „ 13 „ Grebenau (Oberhessen) „ 21 „ der Bevölkerung geschehen ist und daß den letzteren ähnliche Ergebnisse noch in gar manchen anderen ländlichen Gemeinden erzielt worden sind. Mit anderen Worten, in den größten und wohlhabendsten Städten des Großherzogthums, in den sprichwörtlichen Stapelplätzen der Bildung, schulden uns noch immer Tausende ihren jährlichen Beitrag, sagen wir von 20 oder 50 Pfennigen, obwohl diese Tausende Jahr aus Jahr ein für Zwecke Geld genug übrig haben, deren Werth mit demjenigen, welchen unsere Ziele in sich einschlicßen, auch nicht entfernt verglichen werden kann. Hätte man nicht zwischen Stadt und Land gerade das umgekehrte Verhältniß erwarten sollen? Wie dieses Mißverhältniß entstanden ist und sich erhält, mag hier dahingestellt bleiben. Jedenfalls nimmt unter den verschiedenen Ursachen eine unrichtige Auffassung ober auch eine völlige Unbekanntschaft mit unseren Bestrebungen und ebenso jene durch die Fluth und den Wechsel der Tagesereignisse bedingte ununterbrochene Fesselung und Ablenkung der Aufmerksamkeit, welcher der Städter weit häufiger unterliegt, wie der Landbewohner, eine wichtige Stelle ein. Sei dem aber auch wie ihm wolle, die unermüdlich fortschreitende Beseitigung des erwähnten Mißverhältnisses ist und bleibt eine unserer dringendsten Aufgaben. Wir arbeiten an deren Lösung, indem wir jetzt, gemäß der in dem vorigen Bericht gegebenen Zusage, in der Mitthetlung einzelner Fälle fortfahren, welche die Berechtigung unserer Bestrebungen und die verschobene Art der Aeußerung und Wirkung derselben in, wie wir hoffen, belehrender und überzeugender Weise darthun. Im nächsten Jahre wird nach der Bestimmung des § 29 unserer Satzungen die Gelegenheit wiederkehren, um von einem anderen Standpunkte aus, nämlich auf dem im Eingang dieses Berichts angedeuteten ersten Weg, unsere nächsten wie unsere entfernten Ziele zu beleuchten und auch auf diese Weise das richtige Verständniß derselben weiter auszubreiten. Möchte alsdann unseren Ausführungen dieselbe freundliche Aufnahme nicht versagt werden, um welche wir im Namen unserer Schutzbefohlenen für unseren heutigen Bericht hiermit ergebenst bitten! Treis a. d. Lumda. Freitag den 11. d. M., Nachmittags gegen 3Uhr, kamen 3 Handwerksburschen die Chaussee von Mainzlar entlang. Sie ließen sich, am Dorfe angekommen, zur Ruhe nieder und hatten die Vorübergehenden zur Zielscheibe ihres Spottes. Von den Beschwerden der Reise erholt, durchstreiften sie später bettelnd den Ort. In dem Hause des Kirchenrechners Opper fanden sie nur die Frau anwesend. Zwei der Strolche drangen in das Wohnzimmer, während der dritte sich eine Treppe höher hinauf bemühte, um dem 2. Stock des Hauses einen Besuch zu machen. Einer der ersteren gab vor, infolge anstrengender Arbeiten als Bierbrauergehtlfe sich eine Brustkrankheit zugezogen zu haben und bat sich bei der Eigenthümerin des Hauses, behufs Stärkung seiner angegriffenen Gesundheit einige Eier aus. Um den Zudringlichen los zu werden, holte sie demselben ein Ei; der dritte war inzwischen in ein Zimmer des oberen Stockes gedrungen, hatte einen Schrank geöffnet und aus einer Schublade das in derselben befindliche Geld im Betrage von 19 JL entwendet. Außer dem (Selbe würben auch noch ein Paar baumwollene Hosen des Hausbesitzers, ein Kinberhemdchen und eine große Cervelat-, sowie eine Kochwurst mitgehen heißen. Unbemerkt verließ er das Haus, zog die entwendeten Beinkleider unter die seinigen an, kaufte sich hierauf in einem hiesigen Laden einen neuen Gummikragen für 70 Pfg., stärkte sich mit noch einem Genossen durch den Trunk einiger Kännchen Branntwein und durchzog hierauf, von Haus zu Haus weiter bettelnd, das Dorf. Der Diebstahl wäre wohl nicht sofort bemerkt worden, wenn nicht Frau Opper durch ihre ihr gegenüber wohnende Mutter darauf aufmerksam gemacht worden sei, daß sie auch einen Fremden in einem Zimmer des 2. Stockes gesehen habe. Erst auf diese Mtttheilung hin begab sie sich hinaus und wurde zu ihrem Schrecken den Verlust erwähnter Gegen- stände gewahr. Sofort ließ sie ihren unweit vom Dorfe arbeitenden Mann rufen der alsbald mit Polizetdtener Hettche die Spur des Diebes entdeckte und ibn auf hiesige Bürgermeisterei brachte. Be der nun seitens des Bürgermeisters vorgenommenen Untersuchung seiner Taschen fand man an Geld 17 at. ein Kinderhemdchen und die Würste, während.'n»» die Entwendung der Hosen erst am folgenden Tag gewahr wurde. Nachdem der Torfall mit Hulse des Fernsprechers den Gendarmen zu Londorf mttgetheilt worden war, wurden die 3 Strolche bis zur Ankunft derselben in sicheren Gewahrsam gebracht und per Wagen dem Gericht in Gießen überliefert. Es fei Jedermann vor einer solchen Einquartierung gewarnt. ' b. « r Ai Mainz, 16. Mat Zu dem gestern schon erwähnten Unglücksfall in Gonsenheim, bet welchem auf einer Brandstätte 4 Kinder das Leben verloren, übermittelt uns dte dortige Bürgermeisterei eine Zuschrift, aus welcher heroorgeht, daß die unglücklichen Kinder mcht verbrannt sind, sondern ihren Tod durch Ersticken gefunden haben. Als man mittelst einer Letter zum Dachfenster in dte brennende Wohnung einstieg, fand man nämlich drei Kinder, vom Rauche erstickt, als Leichen vor das vierte Kind trug noch einen Gummisauger im Munde und lebte noch kurze Zeit. Dte Umstände, unter welchen das Feuer in dem Hause entstanden war, erschienen so verdächtig, baß Die sofortige Verhaftung der das brennende Haus allein bewohnenden Eltern der Kinder verfugt wurde. Der verhaftete Vater der Kinder war bislang Schrerber bei der hiesigen Conseroenfabrik, hat sich in der letzten Zett aber dem Müßtg- gang htngegeben. Die Mutter befand sich bei dem Ausbruch des Brandes auf dem hiesigen Markt und drohte ihr, als das Vorkommntß bekannt wurde, daß dte übrigen ^onsenheimer Marktfrauen Volksjustiz an ihr ausübten. 0 A16. Mai. Im Gegensatz zu der Handelskammer in Worms hat sich dte hiesige Handelskammer auf Anfrage des Ministeriums zu dem Antrag der Abgeordneten Ullrich und Jöst auf Anstellung eines zweiten Fabriktnspectors in Hessen in dem Sinne der Antragsteller entschieden. Die hiesige Handelskammer befürwortet, das Großherzogthum in zwei Jnspecttonsbezirke einzutheilen, von welchem der eine Starkenburg mit dem Sitze in Darmstadt und der andere Rheinhessen und Oberbesien mit dem Sitze in Mainz umfassen soll. — Während der Maurerstrtke in Folge reicher Unterstützungen aus Hamburg zum zweiten Male zu beginnen droht und zu diesem Behufe auf morgen wieder eine allgemeine Versammlung der Gehilfen einberufen ist, scheint für das so sehr geschädigte Baugewerbe hier eine weitere Schwierigkeit sich zu entwickeln. Die Gesellen der Bau- schretner haben nämlich auf heute Abend eine Versammlung anberaumt, in welcher neben der Stellungnahme zu dem Schreinerftrtke in Hamburg auch über dte Mainzer Lohnverhältntsse der Schreiner debattirt werden soll. Sehr zeitgemäß hat die Bürgermeisterei bei diesen Lohndifferenzen zwischen Meistern und Gesellen den Antrag auf Errichtung eines gewerblichen Schiedsgerichts aus den Akten hervorgeholt und heute der betreffenden Commission unterbreitet Wie wir hören, hat sich dte letztere fast einstimmig für die Errichtung eines gewerblichen Schiedsgerichts ausgefprochen. Hanau, 13. Mai. Schuhmacher Moritz, welcher f. Z. als mitoerdächtig an dem Morde des landgräflichen Jagdaufsehers Mankel gefänglich etngezogen worden war, befindet sich wieder auf freiem Fuße, da der wirkliche Mörder ermittelt sein und die That eingestanden haben soll. Die Wittwe des auf so schreckliche Weise um's Leben gekommenen pfltchtlreuen Beamten erhält von dem Landgrafen von Hessen ein lebenslängliches Gnadengehalt von jährlich 400 JL und durch den Deutschen Jagdschutzoerein der die Wittwe bereits kürzlich mit einem Geschenke von 100 je bedacht hat, drei ^abre lang je 150 Unterstützung. — [Nachdrückliche Bestrafung eines 23aumfreoler§.] Nach einer Mittheilung der „Pomologifchen Monatshefte" stand am 29. Januar vor dem Landgericht Stuttgart em fünfzigjähriger Landmann unter der Anklage, am 1. December v. I. eine Anzahl junger Obstbäume muthwillig abgebrochen zu haben. Der That überwiesen, wurde er zu 7 Monaten Gefängnitz oerurtheilt. Da überall der Baumfrevel in großem Maßstabe betrieben und von den Besitzern entlegenerer Baumpflanzungen als ein recht entmuthtgendes Hemmntß des Obstbaues bitter empfunden wird, so wäre zu I wünschen, daß dte Gerichte bet Bemessung der Strafe nicht nur den Werth des oer- I Wärmegrad« der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. . Luft 19, Wasser 14 Gr. ließen, den 17. Mai 1888. Rübsamen Literarische-. O tt § Hendel in Halle a. S. unternommene und auch in diesen flattern mehrfach erwähnte »Bibliothek der GesammtLiteratur des <25-Psennig-Ausnadc) ist bereits aut 200 Siummern angeroa^Ten uri? K-V" schnellerem Tempo vorwärts. Von Beginn an (1886) hat dieses das durch correcten, deutlichen Druck, handliches Formal und auch stnd"m>er?ll fa6?U dnndchen in steifen Umschlag geheftet und beschnitten dem' denstchen^BüchcrularNe" ein. eine bcr "st-n Stellen auf letzten Baumes, sondern auch di- nichtswürdigen Beweggründe iu einer solchen Umständen Ler5cksich,.aün7'°gL!^^" Men °ls erschwerend- Schiffs- Bewegung der Postdampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. „Rbenania", am 6. Mat von St. Thomas nach Hamburg abaeaanaen • Nnaia" von Hamburg nach Newyork, am 8. Mai von Havre weitergegangen ^Allemann a"" von Hamburg nach Vera Cruz, am 8. Mai von Havre hnrnTnrfi 9? Öm 8r in Newyott angekommen; „Australia"^am 9. Mai von Harn' bürg nach Stewyork abgegangen; „Gellert", am 10. Mat von Newyork nach ftambuTa abgegangen; Alblugla", von Hamburg nach Colon, am 10. Mai^von Havre wettergegangen; „Colonia", von St. Thomas, am 10. Mai in ßambura anaefommen- 19 12‘ .Mai von Newyork nach Stettin abgegangen; ,Rhaetia" am 12. Dtai von Newyork nach Hamburg abgegangen; „Moraoia" von iöamburn nnrfi Newyork am 12. Mai Dover passirt; „Sparta",' am 12 Mai von Hamburg nach St. Thomas abgegangen, „Thuringia", von St. Thomas nach Hamburg, am 13 Mai in Havre angekommen; „Bohemia", am 13. Mai von Newyork nach Hanchurg abae «^ .„Hamnwnia" am 13 Mai von Hamburg nach Newyork abgegangen' „Bavaria , von St Thomas nach Hamburg, am 13. Mai Scilly passirt- Wieland"' mbUr8 anflEf°mmCn; DOn ^mburg, « Handel und Berkehr. ißnnmbur8, ^0- Mai. Rother Weizen pro Malter JL. 16 40, weißer Weizen 10 90' @erfte ** 0 20, Hafer 7.30, Erbsen 00.0^ JiUilu|[cin vM* UeUU* r ßnnUrVnn16i. nJ6111 Büttgen Markt kosteten: Kartoffeln per Malter JL 6 00-7X)0, das Geschetd 90—— Eier das Hundert JL 0.00—0.00, da« Kt- butter tm Großen JL 000—000.00, im Detail das Pfund «X 1 30 bis 1^50, Weißkraut per Stück 00-00 Rothkraut per Stück 10—50 4, Kohlrabi L' Ochsenfleisch per Pfund 45—70 Kuh- u. Rindfleisch 35-60 Kalbfleisch 3o-50 ^ Schweinefleisch 00-00 Hammelfleisch 50-60 ^, 1 Hahn ^^oTbot1^eW,e ^%7ooe^te •* Gans Pfund 00-00 4, (Jiber tPer transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Eapt. H. Baur, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. Mai von Bremen und am 7. Mai von Southampton abaeaanaen mnr to- geilem 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. ' Ieikgeßolenes. Cervelatwurst, Z anerkannt die beste Qualität, stets vorräthig in C. G. Kleinhenn's Delicat.-Handlg. 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Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend diene hiermit zur gefl. Nachricht, daß heute die Eröffnung meiner Sommerwirthschaft stattfindet. Vereinen, Gesellschaften rc.steht außer meinem schattigen Garten der große, neu restaurirte Saal zur Abhaltung von Festlichkeiten aller Art gerne zur Verfügung. Gleichzeitig^mache ich aus meine bewährteKegelbahn, anerkannt vorzügliche Küche und gute Getränke besonders aufmerksam. 4216 Hochachtungsvoll Gustav Gühlholh. Arnsburger Rettungshaus. Jahresfeier PfingstdienStag den 22 Mai 1888, Nachmittags 2 Uhr: 1) Predigt, Herr Pfarrer H. Dietz, Meffel (früher Bielefeld), 2) Berichterstattung durch den Vorstand, 3) Ansprache, Herr Pfarrer D e g g a u - Langsdorf. 4206 Zu zahlreichem Besuch ladet herzlich ein ______Lich.___________________________Der Vorstand. Restauration z. Gambrinus. Von heute ab helle und dunkle Exportbiere aus der Brauerei Oufius Zisgeliranö in MungstM. Auf mein vorzügliches Orchestrion (16 Concertmalzen) mache besonders aufmerksam. Ebenso empfehle meine neuhergerichtete Gartenwirthschaft. 4217__Ph. Kreiling, z. Gambrinus. Oberhesfischer Verein für A'okalgeschichte. Am dritten Pfiugstfeiertag, Dienstag den 22. Mai: Schwalmfahrt mit dem Hessischen GefchichtSverein zu Marburg. Abfahrt 8 Uhr 16 Min-, Rückkunft 11 Uhr 19 Min. Besichtigung von Ziegenhain. Marsch nach Neukirchen (Salatkirms); zurück über Willingshausen nach'Neustadt- 4215 Sonnenschirme&Entoutcas in allen Farben mit den elegantesten Stöcken empfiehlt j« Weitzeiikorn, 1-28 9 Schulftraße 9. Hamburger 4211 Handlung A- Koch Nachf. empfiehlt für Freitag früh und für die Feiertage eintreffend in vorzüglicher Eispackung: lebevdfrische Schellfische, Maifische, Hechte, Lander, Ostender Seezungen, achten hochrothen Rheinsalm, lebende Karpsen und Schleien, frische Backfische, lebende Suppen- und Tafelkrebse, _________dtv. 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Tendenz: still. 94.00 104 30 8810 64.50 98 60 145 50 107.30 102.20 100.90 106.90 105.20 106 60 139.80 94.10 78.40 16.09-16.12 16.09 -16.12 20.27-20.33 4.16—4.20 Oefterr. Creditactien Oefterr. Staatsbabn-Actien 1880 4o/o Russen Oblig. 4°/o unif. Egypter Oblig. 3V,o/o SolmS-Braunf. Oblig. 4% Gießener Oblig. 4% Oefterr. Goldrente 41/5°/o -Oefterr. Silberrente 5% Portugiesen Oblig. Darmst. Bank-Actien Mai 1888. 19100 35 40 7790 91.30 1. Ouvertüre zu den Hebriden (Fingalshöhle), für grosses Orchester von . F. Mendelssohn- Disconto-Com.-Antheile Lombarden Der heutigen Nummer ist der Sommerfahrplan der Eisenbahn-Direction Köln (rechtsrheinisch) beigegeben. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind zu Jt 2.50 (Sperrsitz jtt 3,50) in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challler (Rudolph’s Nachf.) zu haben. [4218 18/5. 8 Uhr. Conf. Obl. 8all. I Gr. 4188 Männer Bade Verein. Di- Anstalt ist eröffnet. Der Abonnements-Preis beträgt per Saison 3 JL Söhne von Mitgliedern zahlen, wenn sie sich in dem Knabenhaus aus- und ankleiden, unter 14 Jahren Nichts. Großes eingezäuntes Baffin für Nichtschwimmer.[4209] Der Vorstand. » Ncbattion: A. L-chcr-da. — Truck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gichcn. ' Di« heutige Nummer enthält 1 Blatt und 1 Beilage 4208 Th. Cellarius. mit Orchester von . L. Spohr, b) Suite f. Violine allein J 8. Bach. (Praeludium, Loure, Menuett, Gavotte). 5. Symphonie in B-dur für Fünftes Concert (96. Vereinsjahr) am Sonntag, den 27. Mai 1888, 5 Uhr Abends,, in Stein’s Saalbau unter Leitung des Grossh. Üniversitäts - Musikdireetors Herrn Adolf Felchner und Mitwirkung des Directors der Kgl. Hochschule für Musik in Berlin Herrn Professor Dr. Josef Joachim, sowie des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereins-Orchesters. Coursvericht der frankfurter Börse. Relchsbant-Disconto 3%18. Mai 1888. Franks Bank-DiSconto 3«/0 1 3000 bis 3500 Mark jährl. 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Creditbk.- Oblig. 103.00 4% Hamb. Hypothbk.-Psandbr. 102.50 3,/2°/o do. 97.50 5% Buderus Oblig. 104.00 Um den Besuch unserer schönen Berge zu erleichtern, fährt mein lOsitziger Sommerwagen am 2. und 3. Pfingstseiertag und jeden darauffolgenden Sonntag bei günstiger Witterung auf den Taufstein resp. Hoherodskopf. Abfahrt ab Schotten 10 Uhr. — Rückfahrt ab Breungeshain 5 Uhr. Fahrpreis: Hin- und Rückfahrt zusammen 1 X 20 Einzelfahrt bis Hoherodskopf 1 „ — „ Rückfahrt ab Breungeshain — ,, 60 „ Schotten, den 14. Mai 1888. Aermietyungen. mittlere Stock, 8 Zimmer nebst Zubehör, per sofort zu vermiethen. _________ ______Frankfurterstraße^43^ 4213 Eine Stube zu vermiethen. 3» Lein, Wallthorstraße 7. 4220 Ein kl. Logis zu vermiethem ______ Euler, Hammstraße 5. 4232 Ein kleines Logis zu vermiethen. Teufelslustgärtchen 20. 4224 Ein kleines Mansardenlogis zu vermiethen Alicestraße 11. 4230 Eine kleine Wohnung zu vermiethen. Wallthorstraße 11. SÄT“ WimMeof. Am 3. Feiertag: Bartholdy. Concert für die Violine mit Begleitung des Orchesters op. 61 von . . L. v. Beethoven. Zwei Entr’actes zu dem Drama: Rosamunde für Orchester von .... Franz Schubert, a) Adagio für Violine Die ordentliche Generalversammlung des Spar- und Vorschuß.Vereins zu Groften-Linden, E. G. soll nächsten Dienstag den 22. d. M., Mittags 2 Uhr auf dem Gemerndehause dahier stattfinden. Tagesordnung: Abhör der Rechnung pro 1887. Ergänzungswahl des Aufsichtsraths. 9 Sonstige Angelegenheiten. zzrr __Der Director: Weigand. Jäger-Fest in Wetzlar. Zu dem großen Jäger-Commers, welcher am 20., 21. und 22. Mai in Wetzlar abgehalten wird, ist das folgende Programm festgesetzt worden: a 1. Tag: Sonntag den 20. Mai: Empfang der Gäste, Ueberbringung der Fahnen. — Um 3 Uhr: Aufstellung des Festzuges auf der Promenade. Abmarsch: 3'/, Uhr nach dem Kriegerdenkmal und Schützengarten, woselbst Concert, — Abends' Festessen und großes Feuerwerk. II. Tag: Montag den 21. Mai: Morgens 6 Uhr: Reveille. Von ll1/, bis 12% Uhr: Concert auf dem Buttermarkt. Nachmittags 3 Uhr: Ausstellung des Festzuges in der Bahnhofstraße. Abmarsch; 3*/s Uhr nach dem Schützengarten; daselbst Concert und Tanz. — Abends 9 Uhr: Fest-Commer» im Schützengarten. III. Tag: Dienstag den 22. Mai: Vormittags 10 Uhr 5 Min.: Ausflug nach Braunfels per Bahn. Die Musik zu sämmtlichen Festlichkeiten wird von der ganzen Kapelle des Heffischen Jäger-Bataillons Nr. 11 ausgeführt. 4202 Stein’s Garten. Freitag den 18. Mai: 1. Abonnement Concert (tiefe Stimmung.) t Ar‘ Entree SO lefg. »ie Liste liegt noch an der Kasse zum Abonniren offen. 4231 Stein’s Garten. Zur Eröffnung der Sommersaison am 2. und 3. Bfingstfeiertage: 4219- Grosse Militär-Goncerte. j A. Kretzschmar, Kürschner. • 3402 Ein junger Mann aus guter I Familie findet in einem Eisenwaaren» ' geschäste unter günstigen Bedingungen r Aufnahme als Lehrling. j Zu erfragen in der Expedition d. Bl. 20 Francs-Stücke do. in Va Engl. Souvereigns Dollars in Gold Cafe Leib, Giessen. Nur nock bis Freitag den 18. Mai- AbendS 10 Uhr. Von Nachmittags 4 Uhr ab jede halbe Stunde. Galathee, das größte Kunstwerk der Gegenwart von Castan's Panoptikum in Berlin. Entree 50 4, Schüler und Militair vom Feldwebel abwärts 25 [4037 4177 Ein sauberes Dienstmädchen kann sofort eintreten. Neuenweg 30. 4221 Dem anonymen Briefschreiber in der Bahnhofstraße sage ich für den mir beigelegten Titel „Doctor" geziemenden Dank und erwarte nächstens eine Rangerhöhung von ihm. H. Krug, Schuhmachermeister. Cabinet gum > Oamenfrisiren. Abonnement ?in und außer dem Hause. -W^C.Fr.ConraOtifeun 1158 Mäusburg 15. 40V9 Einen Schreinergesellen sucht H* Sack, Schreinermeister, Mühlgasse 5. Verspätet. Unserem lieben Freunde F ch D ... ch zu seinem heutigen Wiegenfeste em dreifach donnerndes Hoch! daß der ganze Asterweg wackelt 4212 Der Vatter uuu sei Buwe. .4225 Ein tüchtiges Dienstmädchen mtt guten Zeugnissen für eine Oeeonomie nach Gießen gesucht Lohn 150 JC. Näheres durch die Exped. d. Bl. 4223] Lehrling gesucht in der photographischen Anstalt von W. Becker. 4226 4222 Ein tüchtiges Dienstmädchen wird gesucht. Näheres zu erfr. in der Exped. d. Bl. ; ___Chr. Duill. Fslawaaren werden unter aller Garantie während des Sommers aufbewahrt bei [3425 Beilage zu Ar. 115 des „Achmer Anzeiger". Die für das Rechnungsjahr 1887/88 rückständigen Kapitalzinsen, sowie die für ersteigerte Früchte des landwirth- schaftlichen Versuchsfeldes noch nicht berichtigten Beträge sind innerhalb der nächsten 14 Tage zur Universitätskasse ru bezahlen. Gießen, den 15. Mai 1888. Großherzogl. Universitäts-Rentamt. Schmidt. 4138 Freitag, den 18. Mai, Nachmittags 2 Uhr, -versteigere ich auf meinem Bureau — 'Schillerstraße 5 — gegen Baarzahlung: Sopbas, Kommoden, Console, Kleiderschränke, Wanduhren, Spiegel, Bilder, Tische, 3 Wirthstische, 1 Buffet, zwei Nähmaschinen, 2 Oeconomiewagen, 1 Stoßkarren, 1 Pianino, 3 vollst. Betten, 2 nußb. Kleiderschränke, eine nußb. Kommode, 1 ö-Trompete, zwei Kühe, 2 Pferde u. a. Geißler, 4195 Gerichtsvollzieher. Jeikgeöotenes. Frische Hefe Z empfiehlt PH. Bob, Bahnhofstraße 11. kSchweineschmalz offerirt billigst Eberh. Metzger, Neustadt Nr. 8. [4152 4072 Ein neuer leichter Sommer- Wagen, ein gebrauchtes Halbverdeck, ein leichter Wagen (passend für Händler), sowie ein gebrauchtes Chaisengeschirr zu verkaufen. E. Mohriiiann, Vet.-Anstalt. Allgemeiner Anzeiger. s n s «u 8 »-» -e Ä ct % Im Schuh-Bazar Marktstr. 27 8. 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November thunlichst zu erleichtern und auch weniger bemittelten Kreisen zu ermöglichen, seitens der betheiligten Eisenbahnverwaltungen Gxtrazüge mit 50% Ermäßigung und 30tägiger Gültigkeitsdauer in Aussicht genommen seien, sofern auf eine genügende Frequenz derselben gerechnet werden könne. Die Direction der Hessischen Ludwigseisenbahn hat die Gr. Centralstelle ersucht, auf Grund deßfallsiger Ermittelungen angeben zu wollen, ob eine Betheiligung, eventuell wie groß, ab Mainz oder Darmstadt vorhanden sein würde und welche Zeit der nächsten Monate für die Abtastung folcher Züge für die günstigste gehalten werde. Wir richten demgemäß an diejenigen Einwohner unserer Stadt oder Umgebung, welche eventuell mit den projectirten Extrazügen während der nächsten Monate rach München zu reisen beabsichtigen, das Ersuchen, davon, unter Angabe der von ihnen vorgezogenen ungefähren Zeit, schriftliche Mittheilung bis längstens Ende dieses Monats an den 2. Secretär des Gewerbevereins, Herrn Architecten Hug, gelangen zu lassen. 4122 Der Notstand des Localgewerbevereins Gießen. Lony's Vierkeller. M« EröffnungSommer-Wirthschaft auf dem Bierkeller zeige hiermit ergebenst an. 4129 Chr. Lony. Ocmentwaareniabrik. Unterzeichnete empfehlen sich dem geehrten Publikum in allen Cement- waaren, als: Krippen für Rindvieh und Pferde, Schweinetröge, Goffensteine, Treppenstufen, Podestplatten in allen Größen, Thür- u. Fensterquinten, Thorpfeiler, Mauerabdeckplatten, Scdorn- stein-Deckplatten, Brunnenringe, Flurplatteu in verschiedenen Farben und Größen, Cementröhren von 10 bis 60 cm Lichtweite; ferner sämmtliche Cementbauarbeiten, als: Gewölbe, Flurböden, Trottoire, wasserdichte Keller, Springbrunnen u. s. w. billigst und Alles unter Garantie ausgeführt durch 2421 Bellersheim Gebrüder Bockei. 9?ebaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.