Nr. 90 Erstes Blatt Mittwoch den 18. April 1888 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Th’ Pnreau r Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. CTS Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Politische Rundschau Gießen, 17. April. Erst nachträglich wird bekannt, daß der Kaiser am vergangenen Donnerstag, tiir welchem von Professor v. Bergmann der Eanülenwechsel vorgenommen wurde, in Erstickungsgefahr geschwebt hat. Nachdem der Monarch schon die vorangegangene Nacht sehr unruhig verbracht, wurde er im Laufe des Donnerstag Nachmittag von Erstickungsanfällen befallen, deren Anlaß die Herunterstotzung großer Gewebsthetle in die Lungen war und gerieth der erlauchte Patient hierdurch dermaßen in Athemnoth, daß Dr. Mackenzie sofort Professor v. Bergmann holen ließ. Dieser fand bei der lllntersuchung, daß die von Dr. Mackenzie zuletzt eingesetzte rechtwinkelig gebogene Eanüle überhaupt nicht mehr in die Luftröhre reichte; sie saß zwar noch in der Wunde, s'ah aber mit ihrem vorderen Theile beträchtlich aus derselben heraus, die Luftröhre selbst erwies sich als mit Wuchermasse erfüllt. Professor v. Bergmann beseitigte auf's Schleunigste das ungeeignete Athmungsröhrchen und legte ein neues ein und Dr. Mackenzie selber entschied sich dafür, daß diese Bergmann'sche Eanüle nunmehr lltegen bleiben müsse. Die über das augenblickliche Befinden des Kaisers veröffentlichten Nachrichten, die sich an anderer Stelle des heutigen Blattes befinden, lauten meist wenig befriedigend. Die NothstandSvorlage ist am Montage im preußischen Abgeordnetenhaus e zur ersten Lesung gelangt und bet ihrer Dringlichkeit dürfte sie wahrscheinlich o»hne commissarische Dorberathung in einer der nächstfolgenden Sitzungen gleich in zweiter und dritter Lesung erledigt worden sein. Bekanntlich fordert die Vorlage im Ganzen 34 Millionen Mark zu Gunsten der von der Ueberschwemmungskatastrophe betroffenen Landestheile, von denen 20 Millionen Maik zur directen Vertheilung an doie Privaten und Gemeinden kommen sollen; an der unverkürzten Bewilligung der geforderten Summen durch die preußische Volksvertretung ist nicht zu zweifeln. Eine staatliche Aufwendung von ähnlichem Umsange für Nothstandszwecke ist in Preußen noch niemals gemacht worden, aber freilich hatten auch die durch elementare Ereignisse verursachten Verheerungen wohl noch nie einen derartigen Umfang erreicht, wie Heuer nnd das in so ausgedehntem Maaße erfolgende Eingreifen der staatlichen Hilfe erscheint doaher vollkommen am Platze. Die Bemessung des entsprechenden Hilfsbeitrages für tote einzelnen Gemeinden und Privaten kann zur Zeit noch nicht auf das Genaueste rrfolgcn, denn es liegt vorerst nach keine specielle Abschätzung der Ueberschwemmungs- iichäden vor und kann auch in den meisten Bezirken wegen der noch andauernden - Illeberschwemmung bis auf Weiteres nicht vorgenommen werden. Unzweifelhaft ist aber, daß mindestens Hunderttausend Menschen für längere oder kürzere Zeit aus ihren Wohnstätten vertrieben, daß Tausende von Gebäuden zerstört oder schwer beschädigt, viele Strecken Landes durch Versandung verwüstet und die Wintersaaten fast überall ün den heimgesuchten Gegenden vernichtet worden sind. Die Verluste an Vieh, Futter- worrLthen, Hausgeräthen und Wirlhschaftsgegenständen erweisen sich auch nach nur ober; Nördlicher Schätzung als sehr bedeutend und die Wiederherstellung der von den Fluthen zerstörten Deiche, Eisenbahndämme, Brücken, Wege, Uferschutzwerke u. s. w. erfordert ebenfalls große Summen. Es kann daher nur mit Genugtuung erfüllen, daß die finanzielle Lage des preußischen Staates demselben zur Zeit ein so thatkräftiges und wirksames Einschreiten für die Nothleidenden gestattet und es ist fraglich, ob die Staatshilfe auch dann in so reichlichem Maaße hätte bemessen werden können, wenn tote finanziellen Grundlagen der Bundesstaaten nicht durch die vorangegangene Reichs- ffieuerrefoim sichergestellt und befestigt worden wären und jeder unbefangen Urtheilende 1 wird zugeben müssen, daß die Reichssteuerreform erst die preußische Regierung in Stand letzte, den Ueberschwemmten durch eine so stattliche Millionensumme zu Hilfe zu kommen. Der Dank des deutschen Botschafters in Wien, Prinzen Reuß, für die Beileids- j kmndgebungen des österreichischen Reichsrathes und des ungarischen Reichstages hat im Ungarischen Abgeordnetenhanse zu einer seltsam berührenden Jnterpellalionsaffaire i geführt. Von dem der äußersten Linken angehörenden Abgeordneten Fenyvessy war eine Interpellation darüber eingebracht worden, warum Prinz Reuß in seiner Dank- zmschrift an den Ministerpräsidenten Tisza nur von einem österreichischen Parlamente i urnb von einem österreichischen Minister des Auswärtigen gesprochen habe und rügte . Aenyvessey in seiner Interpellation förmlich das Verhalten des deutschen Botschafters. Herr Tisza leuchtete jedoch seinem ultra-magyarischen Landsmann in der Sonnabend- suhung des ungarischen Unterhauses energisch heim. Der Cabinetschef verlas zunächst dm Wortlaut der Zuschrift des Prinzen Reuß und knüpfte hieran die Erklärung, daß sue dem ungarischen Staatsrechte vollkommen entspreche. Tisza fügte hinzu, der Interpellant hätte sich vorher genauer tnformken sollen und bat der Ministerpräsident die Abgeordneten sich durch unüberlegtes Einbringen von Interpellationen nicht der Lächerlichkeit auszusetzen. Das Haus nahm die Antwort Tiszas zur Kenntniß und hiermit war der Zwischenfall erledigt, der aber wieder einmal bewiesen hat, zu welchen Seltsamkeiten sich der magyarische Nationaldünkel versteigen kann, wenn er sich b eleidigt glaubt. In Frankreich ist jetzt der Ministerpräsident Floquet selber mit einer kräftigen Rede gegen das Treiben der Boulangisten in die politischen Schranken getreten. Floquet hielt dieselbe am Sonntag in der von etwa 6000 Personen besuchten । Jahresversammlung des Pariser Handelsvereins und hob er hierbei hervor, daß das republikanische Frankreich weder ein?s Protectors in Friedenszeiten, noch eines Dictators ■ Lu einem etwaigen Kriege bedürfe. Floquet betonte ferner, daß Frankreich über , republikanische'Institutionen verfüge, die in siebzehnjährigen Bemühungen und heißen Mmpsen errungen worden, daß es im Kriege tapfere, unterrichtete Generale besitze, die fach in loyalster Weise den öffentlichen Gewalten unterordneten und daß seine bürger- liiche Armee aus der Elite der Armee bestehe. Floquet schloß seine mit donnerndem Beifall aufgenommene Rede mit einem Hinweis auf die Centennarfeier des Jahres 1.789 und der Wahrung an die französische Nation, die Eintracht in ihre Mitte zurück- znführen, damit die bevorstehende Feier eine vollständige fei. Es ist dies auch nach den mageren Andeutungen des Telegraphen gewiß eine sechr schöne Rede, welche der französische Cabinetschef gehalten hat, wenn sie aber etwa bum Wahlsieg Boulangers im Norddepartement verhindern sollte, so ist sie entschieden zu spät gekommen. Denn mit 172,528 von 267,530 abgegebenen Stimmen ist Boulanger daselbst zum Abgeordneten gewählt worden, während Foucard, der Candtdat der gemäßigten Elemente 75,901 und Moreau, der Candidat der antibou- langistisch gesinnten Radicalen, gar nur 9647 Stimmen erhielt. Es haben demnach alle Anstrengungen der gemäßigten Elemente, den Boulangisten den Sieg im 9torb= departement streitig zu machen, nichts genützt, denn mit geradezu erdrückender Mehrheit hat bet Ex - General über seine beiden Gegner gesiegt und an dieser Thatsache ändert der Umstand, daß ca. 96,000 Wähler ihr Stimmrecht nicht ausübten, nicht das Geringste. Dieser neueste Triumph der Boulangisten spricht für sich selber, er beweist das reißende Umsichgreifen der „Boulangeritis" ziffernmäßig und die Freunde des Ex-Generalswerden sicher nichts unversucht lassen, den großen Erfolg der boulangistischen Sache im Norddepartement nach allen Richtungen hin gehörig auszubeuten, sie werden ihren Feldzug gegen den jetzigen Machthaber in Paris und die gegenwärtige französische Volksvertretung ohne Zweifel nunmehr mit verdoppeltem Nachdrucke weiterführen. Deutschland. Berlin, 15. April. Der Kaiser hatte in Folge mehrfachen Hustenreizes eine wenig befriedigende Nacht und fand erst gegen Morgen ruhige: en Schlaf. Dem Gottesdienste in der Schloßkapelle, zu welchem sich die kronprinzlichen und erbprinzlich Mei- ningen'schen Herrschaften aus Berlin eingefunden hatten, wohnte der Kaiser nicht bei, > das kronprinziiche Paar und die Meiningen'schen Herrschaften statteten vor der Rück- ? kehr nach Berlin den Majestäten einen Besuch ab. Der Kaiser, welcher Vormittags | noch einen Vortrag des Ober - Ceremonienmeifters Grafen Eulenburg entgegennahm, $ empfing Nachmittags den Besuch der Großh. badischen Herrschaften. Berlin, 16. April, 1.55 N. Der Kaiser hat leichte Bronchitis mit schwachem ) Fieber. (F. Z.) Berlin, 16. April. Die Nachrichten über das Befinden des Kaisers verbreiten j Beunruhigung in allen Kreisen. Die Erscheinungen der Bronchitis haben im Laufe 1 des Tages zugenommen, das Fieber ist etwas gestiegen. Zu den bisherigen Aerzten i ist noch Professor Senator zugezogen, auch Leyden, der verreist ist, wurde berufen. J Bismarck und der Kronprinz fanden sich Vormittags beim Kaiser ein und verweilter längere Zeit im Schloß. Die Aerzte haben bis jetzt noch keine directen Befürchtungen, verhehlen sich aber andererseits auch nicht den Ernst des eingetretenen Zwischenfalls. Berlin, 16. April, 1.40 N. Ein starker Husten, welcher den Kaiser befiel, erweckte im Laufe des gestrigen Tages die Besorgniß, daß Bronchitis im Anzuge sein könne- Gegen Abend besserte sich der Zustand und die Besorgniß scheint nunmehr beseitigt. (F. Z.) Berlin, 16. Avril. Die Sorge um den Kaiser drängt heute alle anderen Ge- ; danken in den Hintergrund. Man darf sich nicht verhehlen, daß eine Bronchitis, so } wenig bedenklich sie auch bei einem sonst gesunden Menschen sein mag, bei dem allge- ? meinen Zustande des Kaisers ernste Besorgnisse wachruft. Das Fieber, das seit gestern ! Abend aufgetreten ist, hat zwar noch keinen hohen Grad erreicht, ist aber auch heute • Morgen und im Laufe des Tages nicht geschwunden. Eine besondere Erschwerung t besteht natürlich darin, daß der Kaiser durch die Eanüle die schleimigen und eiterigen | Absonderungen, die auch wieder stark mit Blut gemischt sind, nur schwer oder gar ‘ nicht auswerfen kann. Das Befinden des Kaisers war bis Samstag nicht befriedigend; { in der Nacht von Samstag zu Sonntag trat starker Husten ein. Man rechnete mit » der Möglichkeit einer Bronchitis; conftatirt wurde dieselbe erst gestern Abend. Die | Situation ist ernst. Die hier anwesenden Mitglieder der kaiserlichen Familie waren ! heute im Charlottenburger Schloß um die Kaiserin versammelt. Die Aerzte weilen fast unausgesetzt in der Nähe des Krankenlagers. Eine Berathung des Staatsministeriums, die heute Nachmittag stattfand, stand offenbar im Zusammenhang mit der Verschlimmerung des Zustandes des Kaisers. Berlin, 16. April, 12 N. Bei der um 9 Uhr abgehaltenen Consultation der Aerzte wurde conftatirt, daß das Fieber beim Kaiser nicht gestiegen ist, die Sempera für ist 39 Grad. Anzeichen für Lungenentzündung sind nicht vorhanden. Der Kaiser conferirte Nachmittags mit Bismarck und Friedberg und schrieb auch einige Zeit. Die Prinzen Wilhelm und Heinrich bleiben die Nacht hindurch im Charlottenburger Schloß. (F. Z.) Berlin, 17. April, 1 V. Obwohl die Symptome der Lungenentzündung beim Kaiser noch nicht conftatirt sind, befürchten die Aerzte doch, daß sich das Leiden dazu entwickeln wird. (F. Z.) Hefierreich. Wien, 16. Avril. Heute wurde im Museum die Maria-Theresia-Ausftellung durch den Kaiser eröffnet. Bulgarien. Sofia, 16. April. Sämmtliche Offiziere, welche Hausarrest hatten, wurden heute auf Befehl des Kriegsministers unter starker Militärwache in ein eigens dazu gemietetes Haus eingefperrt. Telegraphische Depeschen. Wolff s telegr. Correspondenz-Bnrean. Berlin, 16. April. Der „Reichsanzeiger" bringt folgendes Bulletin aus Charlottenburg vom 16. d.: Der Kaiser hat nach gestern eingetretener Bronchitis mit starkem Fieber und beschleunigtem Äthern keine gute Nacht gehabt. Mackenzie, Wegner, Kraule, Hovell. Berlin, 16. April. Der Reichskanzler fuhr Vormittags zum Kaiser. Um IV2 Uhr kam der Kronprinz, um 12 Uhr der Großherzog von Baden nach Charlottenburg. Die Kaiserin Augusta und die Großherzogin von Baden machten gestern Abend dem Kaiserpaar einen Besuch. Berlin, 16. April. Es verlautet aus Charlottenburg: Der Fieberzustand Sr. Majestät des Kaisers ist ein hoher, das sonstige Befinden ist nicht gebessert. Berlin, 16. April. Im Fieberzustande des Kaisers ist im Laufe des Tages keine nennenswerthe Aenderung eingetreten. Sämmtliche Kinder des Kaisers, darunter auch der heute früh aus Wilhelmshaven zurückgekehrte Prinz Heinrich, verweilen im ‘ Charlottenburger Schlosse. Der Kronprinz war mit dem Reichskanzler längere Zeit j beim Kaiser. Abends 7 Uhr machten der Großherzog und die Großherzogin von Baden i dem Kaiser einen Besuch. Der Kronprinz weilt augenblicklich noch in Charlottenburg. Am Nachmittag soll der Kaiser das Bett verlassen haben. Er verbrachte einige Zeit im Rollstuhle sitzend und erschien gegen halb 4 Uhr kurze Zeit am Fenster. Der Haus- Minister Graf Stolberg und der General von Albedyll verweilten Nachmittags längere Zeit im Schloß. — Die Kaiserin - Mutter Augusta fuhr mit der Großherzogin von Baden um Vi7 ULr Abends nach Charlottenburg und kehrte um Uhr hierher zurück. Der Zustand des Kaisers ist am Abend unverändert, das Fieber dauert in der bisherigen Weise fort. — Das Abgeordnetenhaus verwies die Nothstandsvollage an die Budgetcommission. Der Finanzminister von Scholz erklärte im Laufe der Debatten, die Regierung bcabsichtige auch für die Erhaltung des Nahrungsstandes solcher Personen zu sorgen, die, ohne Grundbesitzer zu sein, Schaden gelitten hätten. Bezüglich der Verwendbarkeit der ausgeworsencn Summe behalte sich die Regierung freie Hand vor. Es sei nicht ausgeschlossen, daß auch solche von der Ueberschwemmung betroffene Gemeinden unterstützt würden, welche in der Vorlage noch nicht berücksichtigt wären. Die Vorlage betreffend die Weichselregulirung wird an die Commission zurückverwtesen. Der Minister Dr. Lucius erklärte, er habe nichts gegen eine nochmalige commissarische Berathung, er halte dieselbe aber für überflüssig, weil für die Coupirung der Nogat die Regulirung der Weichsel eine Vorbedingung sei. Die nächste Sitzung findet Mittwoch um 11 Uhr statt, in derselben wird über das Volksschullastengesetz berathen werden. Leipzig, 16. April. Das Reichsgericht hat in dem Prozeß Thümmel die von dem Angeklaglen und von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision gegen das am 13 Januar in Cassel gefällte Urtheil verworfen. Die hierfür angeführten Gründe besagen im Wesentlichen: Es sei Niemandem verwehrt, Einrichtungen der Kirche anzugreifen, aber es sei dabei Maß innezuhalten; es dürften keine Ausschreitungen dabei stattfinden, welche den Vorschriften entgegen seien, die zum Schutze religiöser Gefühle Andersgläubiger und zur Wahrung des confessionellen Friedens gegeben seien. Paris, 16. April. In der gestern von Ferry in Epinal gehaltenen Rede bezeichnet derselbe Boulanger als einen Soldaten des Aufruhrs und rechtfertigte die Haltung der Opportunisten. Die gegenwärtige Deputirtenkammer hätte mit den Ministerkrisen Mißbrauch getrieben. Die jetzige Krisis lieferte den Beweis, daß das direkte Stimmrecht nicht unfehlbar sei. Die momentane Lage des Landes sei ein Plagiat des 2. December. Er würde das Cabinet Floquet unterstützen, dasselbe müsse aber gegenüber dem Boulangismus eine tbätige streitbare Haltung einnehmen und auf die Concenlration der Republikaner gegenüber bet cäsaristischen, plebiscitären Bewegung hinarbeiten. Die Rückkehr zum CäsarismuS würde den Krieg mit dem Auslande her- beiführen. Frankreich würde die Achtung Europas verlieren, wenn es innerhalb 40 Jahren zum zweiten Male die Mittelmäßigkeit für Genie, den Catilina für den Washington nähme. Redner rechne sich die Angriff,; der boulangistischen Blätter als eine Ehre an. Alle guten Bürger müßten sich erheben, um die Rückkehr des Cäsaris- mus zu bekämpfen, welcher stets schmachvolle blutige Spuren in der Geschichte Frankreichs zurückgelassen hätte. Belgrad, 16. April. Die Skupschtina nahm mit großer Majorität die Bestimmung des Gemeindegesetzes an, wonach bei einer dirccten Steuer von 10 Francs die Ausübung des Wahlrechtes gewährt wird. Das vorgelegte Budget für das Jahr 1887/88 ergibt einen Ueberfchuß von 33 500 Francs. Berlin, 17. April. (Privatdepesche.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Das Befinden des Kaisers hat sich im Lause des gestrigen Tages nicht gebessert. Daß das Fieber andauert, zeigt, daß das Leiden kein örtliches mehr ist. Die Professoren Leyden und Senator wurden berufen; Ersterer war abwesend, wird aber den Kaiser heute noch sehen, Letzterer wohnte gestern dem Consilium der Aerzte bei. Professor o. Bergmann nimmt jetz an den regelmäßigen Besuchen der Aerzte Theil, Prof. Krause wohnt zeitweilig im Schlosse. . Berlin, 17. April, 10 Uhr 40 Min. (Privatdepesche.) Der Kronprinz, sowie Prinz Heinrich verblieben des Nachts über in Charlottenburg. Der Verlauf dieser Nacht war bei dem Kaiser ruhiger als in voriger Nacht. K o k « I e Gießen, 17. April. ^Geistliche Musik.^ Wie wir in Erfahrung bringen, wird das bereits anaekündigte Kirchen-Concert nunmehr am Sonntag den 22. April, Abends 8 Uhr, stattfinden. Wir lassen in Kurzem über die Leistungen des erblindeten Künstlers einen Bericht der „Barmer Zeitung" folgen; dieselbe schreibt: Herr Bartels aus Dortmund, ein erblindeter Orgel-Virtuose, gab uns in seinem heutigen Concert Gelegenheit, seine höchst entwickelte Kunst des Orgelspiels bewundern zu können. Fast unglaublich erschien es uns, mit welcher Gewandtheit, Sauberkeit und Tactsestigkeit Herr Bartels seiner schweren Aufgabe gerecht wurde. Die von Orgelspielern ersten Ranges ihrer Schwierigkeit wegen gefürchteten Orgelpiöcen, wie die Fuge Ricercata und die Paesacglia von Bach brachte er in brillanter technischer Ausführung zu Gehör. Manual und Pedal beides war vollendet. Höchst fiappirend war es anzusehen, mit welcher unglaublichen Sicherheit Herr Bartels die verschiedenen Manuale wechselte. Kurzum er ift-eln vollendeter Orgelspieler. Wir wünschen dem erblindeten Künstler ein gefülltes Gotteshaus und bemerken noch, daß Programms ä 20 Pfg. an der Kirch- Ihüre zu lösen sind. Ein festes Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Es bleibt den Besuchern freigestellt, beim Ausgange aus der Kirche ihrer cvent. Anerkennung der Leistungen durch eine entsprechende Gabe Ausdruck zu geben. Gießen, 17. April. In der gestrigen General-Versammlung des Turnvereins würbe beschlossen, das diesjährige Gaufest, welches bekanntlich Gießen übernommen hat, inStein's Garten abzuhalten und erbietet sich Herr Stein außer den zur Verfügung gestellten großen Räumlichkeiten seines Etablissements noch eine weitere Halle zum Schutze gegen Sonne und Regen erbauen zu lassen. Das weitere Arrangement des Festes wurde dem Vorstände, der sich durch Cooptation verstärken soll, übers tragen. Bei der durch Amtsniederlegung des 1. Turnwarts nothwcndig gewordenen Ersatzwahl wurde der seitherige wieder gewählt. Gießen, 17. April. Gestern ist für etwa 180 Arbeiter aus den Dorfschaften Beuern, Harbach, Großcn-Buseck, Reiskirchen re. eine Eingabe an die Großh. Direction der Oberhesstschen Eisenbahnen gerichtet worden, welche die Einrichtung eines Frühzuges Grünberg-Gießen für den Sommerdienst erstrebt, der Morgens vor 6 Uhr hier eintrifft. Die Petenten sind der Mehrzahl nach an den Klinikbauten beschäftigt und müssen zur Zeit, um rechtzeitig an ihrer um 6 Uhr beginnenden Arbeit zu sein, in Gießen nächtigen, während sie, wenn der Frühzug eingerichtet wäre, allabendlich nach Hause fahren könnten. Dein Vernehmen nach wird die Agitation für die Einrichtung des Frühzuges noch weitere Kreise ergreifen. Liegt, wie wohl die Ermittelungen ergeben werden, ein wirkliches Bedürsniß vor, so darf man von den zuständigen Behörden ertoorten, daß dasselbe Berücksichtigung findet. Aehnliche Einrichtungen zum Nutzen der Arbeiterbevölkerung sind bekanntlich an vielen Bahnstrecken getroffen, so namentlich Seitens der Frankfurt-Hanau-Bebra-Etsenbahn, sowie der Main-Neckar-Bahn. — Die Leiche des geistesgestörten Herrn, eines Lehrers aus Friedberg, dessen Kleider am Sonntaa an der Lahn gefunden wurden, ist gestern Nachmittag an derselben Stelle gelandet worden. Vermischte«-. Nidda, 13. April. Ein Unglücksfall ereignete sich vorgestern in der Nähe von Assenheim. Apotheker Friedrich Münch und Postoerwalter Wagner, beide aus Altenstadt, waren in der Nacht vom 11. zum 12. April auf dem Heimwege nach Altenstadt begriffen, kamen in der Dunkelheit vom rechim Wege ab, gertethen auf überschwemmte Wiesen, wurden von einer Strömung fortgerissen — Münch ertrank und Wagner wurde bewußtlos aufgefunden, kam jedoch wieder zur Besinnung. (N. Anzbl.) Frankfurt a. M., 17. April. Der am vorigen Samstag auf Station Bocken- । beim verunglückte Stationsassistent Fricke hinterläßt, wie nachträglich mitgetheilt wird ■ Fran und 4 Kinder. 1 Halle, 16. April. Das Schwurgericht verurtheilte heute den vr. Maximilian 1 Thilo, der am 29. Februar den Volontärarzt an der hiesigen Klinik, Dr. Schmitz ans Köln, im Zweikampfe erschossen hatte, zu 21/* Jahren Festungshaft. I „ Köln, liapril. «ergangene Nacht gegen 2U6r entstand in einer kür.tich am I Zollstock außerhalb her UmroaUung, un eingemeindeten Gebiete erbauten Arbeite-koniinl Feuer, welches das leichte Gebäude einäidjerte, noch ehe die Feuerwehr berankomn^ konnte. Zwei Arbeiter, die Brandwunden im Gesicht und an den JffiS hatten, schaffte man gleich in's Hospital; heute Morgen aber sand man in dem Schutt noch dre oerkohlten Leichen von drei Arbeitern. Mau vermuthet, dah an die S Seuer gelegt worden, und fahndet nach einem Menschen, der Tags zuvor mit P- aus der Kantine gewiesen werden mußte. u . _ 0 r ft, 12. April. Einen kaum glaublichen Selbstmordversuch beging aeftprn der Hausler und Brunnenbauer Johann Wolt aus Berge, indem er sich im dämmr tremens mit einer mittelgroßen Zimmermannssäge den Hals zu durchschneiden ver- ^^.^„.^achdem ihm der erste Verband angelegt war, wurde er in's städtische Kracken- haus überfuhrt. l‘tn' Nürnberg, 16. April. Im Bankhaus W. I. Gutmann wurde heute Nacht b/naebrochen. Die Spitzbuben zertrümmerten theilweise den Geldschrank und stahlen 6000 in baar und 7000 JL in Effekten. Der Haupttresor blieb unversehrt Ver- muthlich bat man es mit einer auswärtigen Verbrecherbande zu thun. n Freiburg i. B., 12. April. Mißhandlungen Deutscher in Frankreich/! aur Ergänzung unseres Prioat-Telegramms in Nr. 88, wonach die französische Regieruna strengste Untersuchung angeordnet hat, bringen wir nachstehende Mittheilung Aus Belfort wird den Straßburger Blättern ein Vorfall gemeldet, welcher der Cultur unserer n^stlrchen Nachbarn wieder alle Ehre macht. Zwei Studenten von hier und zwei Studeillen aus Würzburg, welche auf der Straße der Stadt Belfort, sich in ihrer deutschen Muttersprache unterhaltend, promenirten, wurden in gehässigster Weise mtfc- öandelt. Wir entnehmen einem Straßburger Blatte über diesen Vorfall folgende Mit- thellung: Vier Studenten, zwei aus Freiburg i. B. und zwei aus Würzburg, fuhren meser Tage nach Belfort. Dort angekommen, gingen dieselben, in deutscher Sprache sich unterhaltend, eme Siraße entlang, als sie plötzlich von zwei ihnen folgenden Gasstn- lungen als „Preußen" und „Spione" bezeichnet wurden. Im Nu hatte sich ein Hausen Pobel um sie gesammelt, welche in einem fort brüllte: „Vive la France, vive Bou- langer! ä bas la Prusse!u Als sich nun gar noch Militärpersonen bei dem Schreien unö Xumulte beteiligten,^ und die Studenten schon mit Steinen beworfen und von den Soldaten mit ihren Seitengewehren gestoßen wurden, sprach einer derselben, der sranzostschen Sprache mächtig, einen zufällig passirenden Osfieier an und bat ihn wenigstens dre Soldaten von ihnen fern zu halten. Dieser rief jedoch laut: „A. bah' vous etes des Pruesiens, vons n’avez rien ä chercher ici!“ Diese Worte gaben nunmehr das förmliche Signal zur Mißhandlung; alles stürzte auf die Studenten los schlug und stieß nach ihnen, io daß der eine derselben eine Wunde und eine faustgroße Beule am Hinterkopfe erhielt und alle vollständig mit Schmutz und Straßenkotb beworfen wurden. Zwei Polizisten, welche die Studenten beschützen wollten, bekamen auch Prügel ab und nur mit großer Mühe gelang es den Studenten, sich nach dem Bahnhofe zu fluchten, wo sie schnell in den zur Abfahrt nach Deutschland zurückbrachte tprön0Cn' welcher sie um 5 Uhr Nachmittags, übel zugmchtü, Literarisches. , r — Eine prächtige Erinnerung an den Tod des Kaisers Wilhelm und die darauf folgenden Trauerfeierlichkeiten und den Regierungsantritt des Kaisers Friedrich bieten Heft 18 19 der H-Jllustrirten Welt" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt), welche wieder zergen, wie dies schöne Fannlien-Journal stets bestrebt ist, seinen Lesern das Beste zu geben. Die Fülle und Schönheit der Bilder in diesen Heften — sie fuhren dem Leser^ nach Zeichnungen von Specialartisten vor: das Sterbezimmer des Kaisers, Gedenkblätter, Aufbahrung, Traucrausschmückung der Stadt, Leichenzug, Beisetzung, dann den neuen Kaiser und die Kaiserin, herrliche Porträts aus der neuesten Zeit — zeigen, daß hier in Text und Illustrationen nicht gespart worden, um den Lesern eme der großen Ereignisse würdige Erinnerung zu schaffen und sie an den denkwürdigen, gewaltigen Feierlichkeiten im Bilde theilnehmen zu lassen. Dabei hat ledoch dies vortreffliche Familien-Journal nicht vergessen, für die Unterhaltung und Belehrung wie immer zu sorgen — der große historische Roman von Samarow ent- wickelt sich hochinteressant, für die Frauen ist die anmuthige Erzählung „Die beiben Schwestern wie geschaffen, an kleineren Novellen und Skizzen und kurzen Artmin wird leder Geschmack berücksichtigt. Wir können daher nur immer wieder daraus zurück- kommen, unseren Lesern dies Journal als die beste, reichhaltigste und dabei btUiafte Familien-Zeitschrist zu empfehlen. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) ~ [^eue Rosens Unter den Nosenzüchtern, die für dieses Jahr Neuheiten ankundigen, sind es besonders die englischen und amerikanischen, die sich durch Reichhaltigkeit Hervorthun. Unsere Leser, die sich für Rosenzucht interessiren, werden gern Kenntniß nehmen von den Neuheiten und ihren Eigenschaften, wenn auch vor der Anschaffung solcher neuen Rosen immer gewarnt werden muß, bis sicheres über ihre Acclimatisationsfähigkeit feftsteht. Da ist zunächst Princess Beatrice, eine Theerose, gezüchtet von H. Bennet. Die Pflanze ist stark mit festen, aufrechten Zweigen und dichtem, schönem Laube, die Blume schön sitzend auf langem, aufrechtem Stiele, groß, gefüllt und von vollster Form, Petalen breit, fein abgerundet und sehr dick, dte Rück- sette der Blumenblätter ist hellgelb, die Mitte reich goldgelb, der Rand der Petalen scim zart mit leuchtend rosa umsäumt. Ausgezeichnet ist diese Rose mit dem Certificat 1. Classe des Kgl. Londoner Gartenbauvereins 1885 und 1. desgleichen im Ctystal- Palast 1887. Als zweite folgt The Puritan, Theehybride von Bennet aus einer Kreuzung von Mabel Morrison und Devoniensis gewonnen. Die Pflanze ist kräftig und aufrecht! und blüht sehr reichlich, aber nur unter Glas. Keine andere Blume kann mit längeren Strelen geschnitten werden, und diese Eigenschaft in Verbindung mit ihren schönen Blumen und ihrem üppigen Laubwerk macht sie zu Schmuckzwecken für Gärtner vor Allem geeignet. Die Blume ist von rein weißer Farbe, groß, vollkommen ebenmäßig gebaut und von köstlichstem Duste. Es folgt The Mentor, Theehybridrose von dem Amerikaner Evans in den Handel gebracht. Die Pflanze hat einen sehr starken Wuchs ohne Steigung zum Mehlthau und soll sich als stete und gute Blüherin auszeichnen. Die Blume blüht dunkel sammetkarmesinroth ohne den geringsten Anflug von Purpurfarbe. Grand Mogul (Gross-Mogul) ist eine öfter blühende Hybridrose von Wm. Paul & Son nu$ der bekannten schönen A. K. Williams gezogen. Pflanze stark mit großer, massiger Belaubung, Blumen tief und glänzend karmesin mit scharlach und schwarz schattlrt; bei trübem Wetter und im Spätsommer zeigt sie einen dunklem, an kastanienbraun reichenden Farbenton, sie ist groß, gefüllt, von vollendet ebenmäßigem Bau, reich- blühend. Ausgezeichnet ist sie mit einem Certificate 1. Classe Seitens der Kgl. Gartenbaugesellschaft. Silver Queen (Silber-Königin), öfterblühende Hybridrosc von Wm. Paul & Son. Pflanze kräftig mit schönem Laubwerk und von ungewöhnlich guter Haltung., Blumen silberigröthlich, im Innern sehr zart rosigroth schattlrt — eine liebliche^ Färbung, groß, gefüllt, von schöner Schalenform. Die Blumen ersch/inen in reicher Fülle, da jeder Zweig mit einer Blüthenknospe endet, und treten frei über vie Belaubung heraus. Earl of Dufferin ist eine öfterblühende Hybridrose von Alex. Dlckson Die Modellhüte sowie sämmtliche Neuheiten in Strohhüten, ; Facons, BLuwe» Federn, Bändern. Stoffen, Agraffen rc. : sind einqetroffen und empfehle solche in großer Auswahl; Damen- und Mädchenhüte in bedeutender Auswahl, letztere schon von 50 H an. 3036 ____________A.2angmann. Cachemirs und Kteidercattune, sowie großes Lager in Vorhängen empfiehlt sehr billig ______,3182 I ’ " M. Kami, Marktstr. „ Aechte Sodener Minerai-Pasülleo, ä Schachtel 75 zu haben bei Ferd. Drebes, 3262 21 Marktplatz 21. 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April, Nachmittags 1 Uhr, statt. 3255 alte 101.10, neue 102.20 3V8% do. Telegraphischer CourSbericht der Berliner Börse vom 17. April 1888. Tendenz : gedrückt. Redaction: A. Schcyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. A 94.10 10380 88.90 64 80 9780 139.00 134.50 88.00 77.50 107.20 102.00 102.50 106.40 105.20 106.30 187.50 94 50 77.50 9100 97.30 103.00 102.50 97.50 103.90 16.09-16.13 16.09-16-12 20^7-20.32 4.16—4.20 Disconto-Com-Antheile 5% Italiener Die trauernden Hinterbliebenen. Leihgestern, den 16. April 1888. 3VzO/g Solms-Brauns. Oblig. 4% Gießener Oblig. 4% Oesterr. Goldrente 41/5°/o Oesterr. Silberrente 5% Portugiesen Oblig. Darmft. Bank-Actien Geldsorte«. Christine Bender, geb. Rompf, im Alter von 24 Jahren. Zur Stadt Marburg. Sonntag, den 22. April c.: Tanzmusik. Von 4—6 Uhr: 4,/2% Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 4% Hamb. Hypothbk.-Wandbr. dV2% do. ö°/o Buderus Oblig. Coursbericht der frankfurter Börse. R-ichsbank-DiscoMo 3»/„ 16. April 1888. Franks. Bank-DtSconto 3“/« 20 Francs-Stücke do. in Vi Engl. Souvereigns Dollars in Gold ^°I9er Uhr verschied sanft nach kurzem schwerem Leiden unsere gute, liebe Frau und Mutter Auua Kath. Siebert, geb. Albert. Um stille Theilnahme bitten Di- trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 17. April 1888. Die Beerdigung findet Mittwoch den 18. April, Vormittags 10 vom Sterbehause (Wolkengasie 17) aus statt. 3253 Todes-Anzeige. Heute Morgen verschied nach längerem schweren Leiden unsere innigst geliebte Gattin, Mutter, Tochter und Schwiegertochter 4% Preußische Consols 3V,o/g do. 4% Nassauer Oblig. 4% Bayerische Oblig. 4% Badische Oblig. 4% Hessische Oblig. 4% Franks. Hypotybk.-Pfandbr. Oesterr. Creditactienj Oesterr. Staatsbabn-Actien 1880 4% Russen Oblig. 4°/o unis. Egypter Oblig. 3238 Einen tücht. Schreinergesellen sucht Schreinermstr- Arnold, Lollar. 3243] Portemonnaie m. Inh. ges. Abzuholen Seltersweg 35, Wtrthschaft. ZiegenfeÜchen hWen Preis A. 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