1888. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 9U'. 67 Zweites Blatt. Sonntag bett 18. März 6r(d)dnt tägliä, mit Ausnahme des Montags. Vnreaur Sch ulst ratze 7. abgeschlossenen Rechnung der Provinzialkasse der Provinz Bberhrssen für 1885/86. aus der von Gr. Dber-Rcchnungskammer 14. Beckenhrub. Summe der Ausgabe 221224 46 93 b-zw. 43 der Kreis. undProomzialordmmg wird der vorstehende Auszug zur öffentlicher' S-bracht. , L Der Vorsitzende des Provinztalausschuffes der Provinz Oberh.ffen. Dr. Boekmann. vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Dringerloh«. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf« 2500 — 2329 75 140 — 613 6« 169641 03 46000 — 2. 3. 4. 5. 6. 7. 12. In Gemäßheit des Art. . Gießen, am 14. März 1888. Großherzogliche Ober-Rechnungskammer. Heß. Besoldungen 15. Diäten und Gebühren . • • 16. Botenlohn und Verkündlgungskosten . 17. Für Bureaugegenstände und Gerathschaften 18. Erbauung und Unterhaltung von Kreisstraßen 23. Ausgeliehene Kapitalien . Abschluß. Gesammtsumme der Einnahme „ „ Ausgabe . . :___ Verglichen, bleibt Rest und dieser besteht in baarem Vorrath. Gietzen, am 10. März 1887. Der Rechner der Provinzialkaffe für Oberheffen. Grüneberg, Rendant. Revidirt, ohne daß sich für den vorstehenden Abschluß eine Aenderung ergeben hat. Darmstadt, den 7. März 1888. Rubr.-Nr. Einnahme. 1. Kasienvorrath aus vorhergehenden Jahren Ausstände ans vorhergehenden Jahren Beiträge der Kreise Kapitalzinsen Proceßkosten • • Beitrag aus der Staatskasie . Strafen Zurückempfangene Kapitalien • Summe der Einnahme Ausgabe. 227463 86 221224 46 6239 40 „ . - Gießen, am 12. März 1888. Betreffend: Die Beitreibung der Gemeindeemkunste. f Das Großherzogliche Kreisamt Gießen «« bi, Büra«rmeist-r-ke« des Kreises mit Ausnahme der Stadt Gieße«. w”»«®«., * «. -*.r LfJ« -.«25. £-®e" »■ 23 - """ an Erledigung derselben erinnert und zwar mit Frist von 8 ^agen betDr3U§b0u^m”°nn afe‘ «ieften, 17 März. Die Reifeprüfung am Gymnasium haben alle 12 Abiturienten 17 März. sTrauerfeier und Schluß des Schuljahres^ Wmtdt«t st» 8°st rn Morgen n W, im gro6en Saale der Realschule. «nb die Versetzungen bekannt gemacht wurden, die manches fröhliche, aber manchestraurkge Gesicht h-roorri-sen. Hiermit hat das lausende Schul,ahr se.nen Abschluß gefunden. — 6 < y w H 4 t t i ror.a Q,f,pn Kaiser Wilhelms.j Die Liebe eines Volkes zu seinem . - ?ch besonders in dem reichen Anekdotenschatz, mit welchem das- Herrscher kennzeichnet^ d-s hochstehenden Fürsten menschlich näher ruckt. Sie be- selbe sich die Personlichrei y 1 y $0[( an den inehr oder minder großen künden das warme Inter ss « ) Ntonarchen durchkreuzen, nimmt und sind der Ereignissen, welche das Leben leines j . ^^orragenden Persönlichkeit. Wenn auch wir eme «eine «nta: etnf««6 ^«?enl « "!e?ßen(d)aften dieses edlen, lauteren ÖÄ ÄÄÄ °und Verehrung in allen Herzen zu besestigen. $ . Nrvvbereibuna ^m Ozahre 1804 hatte sich Königin Louise auf einer W8LWMMWZ erregt ausfah. „Was ist Ihm?" fragte ste. Der alte Mann erwiderte mit felertidiem Sone: .Er wird sehr alt werden. Ein Glorienschein schwebt um sein Haupt; er wird em großer Held, er wird der st unter den Besten seines Volkes sein. gMtcfter?" gegnete er. rief die Königin. »äs m Gott segnete und beschützte ihn. * * * ~ rtirftnfttffuer bei Königgrätz. Als sich der Sieg bei Königgrätz mehr und - Nutzens Sette neigte geritth König Wilhelm mit seinem Gefolge mehrere iS,«- Mt.«1«.»*■»■<»'■«»"""“j“ nB erwiderte nichts' doch als bald darauf die Granaten rechts und links “fMS Ste Ä'IM Weise Ihr Leben einer so ernsten Gefahr auszusetzen. Der König willfahrte der Bitte seines eisernen Kanzlersundrttt weniger gefährlichen Stelle. Da er aber sein Roß gemächlichen Schritt geh fr dauerte Bismarck die Sache zu lange, rasch entschlossenr, rtter Mt an e^e2JJonar(^en «MSLLLL.ZS» sä® seines Kanzlers, lächelte freundlich und war bald vollkommen in 9 Der König trat"-in und fragte: >° bleiben Moltke und Bismarck Bis iefet noch nirgends," antwortete der Ad,utant, wohl wißend, wie notytg die,- Herren der Ruh- auch zu weiteren Arbeiten . . b g s u ausretchen." JL A 51982 48 51 92 140000 — 3253 90 801 56 21320 — 54 ■ 10000 — 227463 86 So geschah es und dle drei Herren brachten die regnerische Nacht auf der Streu zu. Und das war nicht die einzige Nacht während des harten Krieges. ! * * * Pflichttreue. Von der großen Pflichttreue und Willenskraft unseres Kaisers zeugt folgende Geschichte. Jin September 1882 bei der Herbstparade blieb das bekannte Kaiserwetter aus und der Regen floß stromweise vom Himmel herab, so daß die Zuschauer, die sich durch Mäntel und Schirme möglichst zu schützen suchten, die Hoffnung aufgaben, den Kaiser begrüßen zu dürfen. Doch plötzlich sah man seinen weißen Helmbusch wehen und unter lautem Hurrahrufen der Versammelten sprengte der 85jährige greise Kaiser vor wie ein Jüngling. Wie hätte er es vermocht, weichlich im Trocknen zu bleiben, wo seine Soldaten Wind und Wetter ertragen mußten! Zeuge dieses Vorganges war ein Russe, der bewundernd zu seinem deutschen Freunde sprach: „Jetzt staune ich nicht mehr, wenn jeder Deutsche seine Schuldigkeit lhut; solch ein Beispiel der Pflichttreue vor Augen muß jeden antretben, seine Pflicht zu erfüllen." Literarische-. Die »Gartenlaube* weiht ihre soeben erschienene Nummer voll und ganz dem Andenken des verewigten Kaisers. Sie hat dabet ihren Ruf als Weltblatt vollständig gewahrt, denn in keiner anderen illustrirten Zeitschrift findet sich eine solche Fülle actueller Bilder, welche die ergreifende Stimmung in Berlin am 8. und 9. März wiedergeben, wie in der uns vorliegenden Nr. 11 der „Gartenlaube". Zieht man die nach Hunderttausenden zählende Auflage der „Gartenlaube" noch besonders in Anbetracht, so mutz man die autzergewöhnliche Leistung ihrer Redaction, ihrer Zeichner und ihrer Druckerei voll und ganz anerkennen. — Ein Gedenkblatt grotzen Stiles auf den Tod des Kaisers Wilhelm hat die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart herausgegeben. Es ist eine Leistung ersten Ranges, ebenso volksthümltch wie feierlich prächtig. In eleganter, des Moments würdiger Ausstattung bringt dies Erinnerungsblatt, welches ein Separniabdruck aus der berühmten Zeitschrift „lieber Land und Meer" ist — »Wilhelm L. Deutscher Äaifer und König von Preußen" ist sein Titel — eine meisterhafte, tiefempfundene Schilderung vom Leden des soeben dahingeschiedenen Kaisers, welche dies Heldenbild monumental und doch durch außerordentlich viele Einzelzüge, unser Herz tief ergreifend, uns vor Augen führt. Achtundzwanzig Illustrationen, die interessantesten Momente aus dem weltgeschichtlichen Wirken und dem anheimelnden Familienleben des Kaisers sind in den Text verwebt. Ein vortreffliches Großfolio-Porträt des Kaisers Wilhelm auf Kupferdruckpapier schmückt die erste Seite dieser prächtigen Schrift. Ein herrliches Gedicht von dem gefeierten Poeten Karl Gerok leitet die Lebensschilderung ein und eure ergreifende Kunstleistung des Malers Huthsteiner, ein lichtumstrahlter Genius am Sarkophage des Kaisers, die Krone hoch haltend, schließt dies Werk, das bei dem fast unglaublich billigen Preis von 50 Pfennig ein wirklich und wahrhaftes Volks- Famülenwerk edelsten Genres, gleich reich wie vortrefflich nach Inhalt wie Ausstattung , ttt — ein weihevolles Ermnerungsblatt, das wohl bald in feiner Familie, ob reich ober arm, fehlen wird. All’«! • Fleisch-Extract UvuIbmuI »vJUl kJ ist vom feinsten Geschmack und grösster Ausgiebigkeit. Das Beste ist stets das Billigste. Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) ^nat März muß eine Hauptsorge des Gärtners und Gartenbesitzers fein, auf seinen Mistbeeten, auf denen die zum Versetzen bestimmten Pflanzen nphSrt11 hCH,*n ^A/tge, sondern kräftige stämmige Pflanzen zu gewinnem Dazu gehört, daß durch em richtiges Feuchthalten der Erde den Pflanzen die Aufnahme der Nahrung erleichtert wird, deshalb ist, wenn nöthig, zu gietz7n, jedoch ollte es du?ckaus Ottern Wasser zu gießen, weil dadurch leicht die Pflanzen im Mt ver ck?aaenes°Es^h^"bt"^ Ließen sollte immer ein gewärmtes, mindestens benutzt werden. Sodann tragt zur Kräftigung der Pflanzen ^^^^^^beeten, wie mcht genug betont werden kann, sehr viel ein häufiges Lüften bei Man braucht dabei nicht gar so ängstlich zu sein, wenn das Wetter es nur Egermaßen zuläßt, soll gelüftet werden und an besonders schönen, sonnigen Tagen können dte Fenfler Mittags schon einige Stunden ganz abgenommen werden. Dafür ber^orfif11’?^ Ur C nC JecV gleichmäßige, warme Temperatur in den Beeten'während selbst am Ab Unb ^shalb sollte nie die Vorsicht außer Acht gelassen werden, S; r schöner warmer Tage die Fenster mit Matten zu belegen denn im März sind plötzliche Temperalurwechsel sehr häufig. ü ' n uns be^hP^^P^^^^obannisbeersträucher.j Der Johannisbeerstrauch, der bei ber%ie aeHnnP feflS IU.£nben l|t' ist ein anspruchsloser bescheidener Gefell, sM"he, die auf ihn verwandt zu werden pflegt, reichlich mit großer * lohnt. Jndeß kommt es vor, daß seine Beeren von Jahr zu Jahr kleiner will WnmpnHf*60 feine'®üngunfl und feine Lockerung des Bodens helfen Ä Ä Ä XÄfi'S, ■.‘XS3 t?“e ,a“cr und klein. Es wa-° aber verkehrt! immer nur jung-Tr?ebe .und-Möglichst viel altes Holz wegzunehmcn, denn der Johannis >er- ftrauch psleür ferne fruchte auch an altem Holz und besonders an ffruchtsoieneu des “ *e“ orjübtinsen. Aber man darf das Holz ja nicht zu att werd n lassen 1°"2 bt< Qualität der Früchte. Sind im Ganen so schlecht tragende Zohannis: ^HchL/fen'LILn ™& ie8l6er 3ei‘ ""ch Ausschneiden des al,et?Holzes T6§?^ial-Arztfür Geschlechts-u.Krane«- ÄWU^LWch Kranfh., Urarrkfurta/M, Stiftftr.22 I. Sprechst.tägl. v. 10—1 u. 3—5 Uhr. [17 Holzversteigerung. Donnerstag, den 22. März d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald, District Haarkops und Wolsskaut nach, verzeichnetes Holz versteigert werden, als: Bauholz: 40 Eichen-Stämme bis 26 cm Durchmesser von 4 bis 9 Mtr. Länge mit 6,54 Festmtr., 21 Nadel-Stämme bis 34 cm Durchmesser von 5 bis 14 Mtr. Länge, mit 5,63 Festmtr., 25 Eichen-Derbstangen von 11 bis 14 cm Durchmesser und 6 Mtr. Länge mit 2,08 Festmtr., 217 Nadel-Derbstangen von 8—14 cm Durchmesser bis 14 Mtr. Länge mit 15,85 Festmtr., 1251 Nadel - Reisstangen mit 23,86 Festmtr. Brennholz: 5 rm Eichen-Scheitholz, 4 „ Nadel- „ 18 „ Eichen-Knüppel, 72 „ Nadel- „ 200 Wellen Eichen-Reisholz, 6850 „ Nadel- (Durchforstungs- Wellen), 6 rm Eichen-Stöcke, 7 „ Nadel- „ Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße am MüllernUg. Annerod, am 16. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Engelhardt. 2258 In Auftrag: versteigere Donnerstag, den 22. d.M., Nachmittags von 2 Uhr an, im Bram tuschen Local, Neustadt 55: 1 fast neues Bett, 1 Bettstelle mit Sprungfeder- und Sthetl. Matratze, 1 Sudfellic (Schulbank), neues System, Gartcnmöbel, eine Saison gebraucht, Tifche, schöner Nähtisch, 1 Waschttch, 1 Nacht- tisch, 1 Sessel, 1 Wecker, 1 Sitzbad von Zink, 1 schön eingerichteter Kinderstuhl, 2Petroleumlampen, 1 Wanduhr, 2 kleine Bütten, 1 ttüchenschrank 2 eiserne Bettstellen re. re. Rothenberger, 2205 Auktionator. • Akkgemeiner Anzeiger. Holzversteigerung, i Donnerstag, den 22 März s l. I., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im Großen-Busecker Gemeindewald, District Buchberg, versteigert werden: 30 Stück Eichenstämme m. 4,45Festm. 68 „ Nadelstämme m. 21,12 „ 170 „ Eichenstangen m. 9,84 „ 402 „ Nadelderbstangen mit 34,59 Festm., 213 Stück Nadelreisstangen mit 3,60 Festm., 20 Rm. Buchen-Scheitholz, 212 „ „ Stamm-Knüppel, 24 „ Eichen- 10 „ Nadel- 76 Hundert Buchen-Reiser-Wellen, 18Vr „ Nadel- 54 Rm. Buchen-Stöcke, 22 „ Eichen- und Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft ist im District selbst, und liegt dieser an der sog. Rabenauer-Straße. Großen-Buseck, 16. März 1888. i Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck. _________Stephan.______2259 Holz-Versteigerung. Montag den 19. und Dienstag den 20. März d. I., von Vormittags 9V2 Uhr ab, kommen im Ruttershäuser Gemeindewald, Distrikt Wehrholz und Mausberg zur Versteigerung: 173,9 Rm. Buchen-Scheit u. Knüppel, 52 „ Eichen- „ „ 13 „ Nadel-Knüppel, 4170 Wellen Buchen-Reiser, 3480 „ Eichen- und Nadelreiser, 67 Rm. Buchen- und Eichen-Stock, 38 Eichen-Stämme = 24,95 Fstm., 50 Nadel-Stämme = 15,56 Fstm., 3 Nadel-Derbstangen. Die Eichen- und Nadelstämme lagern sämmtlich im Distrikt Wehrholz. Am erften Tag kommt sämmtliches Holz im Distrikt Wehrholz zur Versteigerung und wird mit dem Stammholz der Ansang gemacht. Ruttershausen, den 10. März 1888. Großh. Bürgermeisterei Ruttershausen. 2143 Klinkel. Holzversteigerung. Es werden versteigert: 1. Mittwoch 21. März aus den Abthei- lungen Brauhof 2b und 3a, Hasenkops 5 und 6: Buchen: 64 rm Scheiter 34 rm Knüppel, 5110 Wellen, 87,3 rm Stöcke; Eichen: 59,5 rm Scheite/ 48,5 rm Knüppel, 3100 Wellen, 77,4 rm Stöcke; Nadelbolz: 16 rm Knüvvel' Ö80 Wellen, 11,4 rm Stöcke; Weichholz: 3880 Wellen. Das Holz irr Brauhof 2d und 3a wird nicht vorgezeigt, dasselbe kommt gegen 11 Uhr im Hasenkopf zum Ausgebot. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr im Hasenkopf am Forstgarten. , 2. Freitag 23 März aus den Abtheilungen Zellenrod 8, Schiffen- £2' Sommerberg 35a, Häuserseite 38, Fichtenbaum 40 und Buchenbera A^"chtn. 2 rm Scheiter, 2,6 rm Knüppel, 2000 Wellen, 12 rm Stöcke; Aschen: 2 rm Scheiter, 21 rm Knüppel, 390 Wellen; Eichen: 38 8 rm Scheiter, 37,3 rm Knüppel, 2930 Wellen, 52 rm Stöcke; Nadelholz: 53,7 rm Knüppel, 1450 Wellen, 13,8 rm Stöcke; Weichholz: 2270 Wellen. Das Holz in Sommerberg, Häuserseite, Fichtenbaum und Buchenberg wird nicht vorgezeigt, dasselbe kommt göaen 11 Uhr in Schiffenberg 32 zum Aus- gebot. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr auf der Kreisstraße Gießen-Hausen an der Sackschneise. Nähere Auskunft ertheilt Gr. Forstwart Schlag ru Baumgarten. 2119 Gießen, den 12. März 1888. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. Heyer. Jeikgeöotenes. 150 Paar BuckSkin-Hosen und -Westen in schwarz und farbig zu jedem annehmbaren Gebote zu verkaufen bei Louis Rothenberger, 1563 Neuenweg 22. 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Seit länger als dreißig Jahren ist die gärtnerische Ausschmückung von Begräbnißplätzen auf hiesigem Friedhöfe meine einzige Beschäftigung, und es stehen mir sowohl bezüglich meiner Leistungen als auch hinsichtlich der Billigkeit meiner Preise die besten Empfehlungen namhaftester hiesiger Einwohner sowie auch Fremder, welche hiesige Grabstätten unterhalten lassen, zur Seite. — Ich erlaube mir deshalb auch für die Folge um geneigte Aufträge zu bitten. Meine Wohnung befindet sich dem Friedhofsthore gegenüber an der Licher Straße. Georg Noll, 1928 Friedhofsgärtner. Verkaufsstellen: Auf Burg Gleiberg sind die Weine im Glas zu haben. sowie deutschen Weinen. 6817 Chr. L. Thomas, Neuenbäue 10. Friedrich Leo, Seltersweg 71. 1.30 1.40 1.50 1.50 2.— Priorato, roth, herb Priorato, roth, süss . „ Valdepennas, roth . „ Malaga-Xerez (Sherry) „ Malaga u. Oporto . „ Gebr. Adami, Mäusburg 14. Ferd. Drebas, Marktplatz 21. Conditor H. Kinkel, Marktstr. 32. 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Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. «keitage zu Jlr. 67 des „gießener Anzeiger". ' ” --1 ' L.WJUB."1 L, I j. J.IJL il . 'L J ■ ~ ■» ■■-lia . Lokale-. Sieben, 17. März. Im Hinweis auf die am Mittwoch stattfindende Aufführung der Schütz'fchen Matthäuspassion durch den hiesigen Evangel. Ktrcheogesangverein berichten wir hier kurz über das Leben des Componisten. Sein über 200 Jahre alles Werk, über das wir in der nächsten Nummer handeln werden, ist nicht zu verwechseln mit der hier durch denselben Verein schon zweimal gesungenen Rtedel'schen Kompilation, welche alle 4, bezw. 3 Passionen des Meisters, am wenigsten freilich jene Matthäus- passton, das bedeutendste Werk von Schütz zu einem Ganzen verarbeitet. Heinrich Schütz wurde am 5. October 1585, also 100 Jahre vor Bach und Händel, in Köstritz im Voigtland geboren als Sohn einer reichen, hochangesehenen Familie und genoß eine in Kunst und Wissenschaft gleich vorzügliche Erziehung. Als der hessische Landgraf Moritz einmal auf der Durchreise im väterlichen Hause übernachtete, ward er so von dem schönen Sopran des 13jährigen Knaben ergriffen, daß er ihn mit sich nahm, um ihn zusammen mit seinen Kindern ausbilden zu lassen. Heinrich machte bald so überraschende Fortschritte nicht blos in der Musik, sondern in allen Fächern des Wissens, wie in den Sprachen, von denen er Griechisch, Lateinisch, Französisch gleich beherrschte, daß er allgemein als Wunderkind angestaunt wurde. 1607 zog er aus die Universität Marburg, um Jura zu studiren, und arbeitete mit einem solchen Fleiß, daß er schon ba d mit Beifall eine Disputation hielt. Der Landgraf, der dies Musiktalent nicht untergehen lassen wollte, sandte ihn 1609 nach Venedig, nm bei dem greisen Giov. Gabrtelt seine Musikstudien zu vollenden. Denn damals brach sich in Italien eine neue musikalische Richtung Bahn, die in scharfem Gegensatz zu dem kontra- vunkttschen Formalismus in Deutschland stand und das moderne Oratorium und die Oper in's Leben rief. Stach dem Tode des verehrten Lehrers kehrte Schütz zurück und warf sich wieder, um nicht ganz von der Gnade seines Gönners zu leben, auf die Wissenschaft. Da traf ihn ein Angebot vom Kurfürsten in Dresden, bei einer Tauffeier zu dtrtgiren. Schütz folgte und erhielt, da man feine hohe Befähigung erkannte, die Leitung der kurfürstlichen Kapelle, die er dann auf eine damals ungewöhnliche Höhe brachte. Die Schrecken des 30jährigen Krieges und der Tod seiner Frau trieben ihn auf's Neue nach Italien, wo er noch eingehendere Studien in der neuen Musik machte. 'Nach Dresden zurückgekehrt, ward er wieder durch Kciegsstürme vertrieben und nun von einem Hofe zum andern gejagt. Wir finden ihn bald in Braunschweig, Lüneburg, ja sogar am dänischen Hof, bald wieder in Dresden. Stach dem Frtedensfchluß konnte er sich endlich hier ruhig niederlassen und wirkte nun als Kapellmeister, unter dem noch drei italienische und ein deutscher Kapellmeister arbeiteten. Als 81jährtger Greis schrieb er seine Matthäuspassion. Sechs Jahre darauf entschlief er. Gietzen, 17. März. Der historische Verein wurde jüngst benachrichtigt, daß Herr Kofler wiederum ein sehr merkwürdiges Denkmal aus römischer Zeit in der Wetterau aufgedeckt hat. Es sind die vollständig erhaltenen Fundamente eines Mtthräum bei Oberflorstadt. Obgleich sich dasselbe nicht durch besondere Ausdehnung auszeichnet, auch keine besonders bemerkenswerthe Fundgegenstände dabet vorkamen, so ist es doch von hohem Interesse, die Anlage eines solchen Bauwerkes kennen zu lernen. Da schon Montag den 19. März alles wieder zugeworfen wird, um die Aecker bestellen zu können, so mögen sich Interessenten beeilen, zur Besichtigung noch den morgenden Sonntag zu benutzen. — Während der Ferien bleiben Museum und Bibliothek des historischen Vereins geschlossen. verwischtes. Wieseck, 16. März. Die im Jahre 1883 von dem damaligen Bürgermeister Lang zu Schulzwecken für die hiesige Gemeinde zum Preise von 18 150 JL angekaufte Lenz'sche Hofraithe wurde heute in öffentlicher Versteigerung von Herrn Karl Rühl auc) Gießen für die Summe von 16 800 JL erstanden. Dieselbe war fett dem Jahre 1884 unbewohnt. Den hierdurch entstandenen, nicht unbeträchtltchen Schaden hat die Gemeinde zu tragen. r — sBearbeitung von Glas.j Um Glas zu fetten, bedient man sich nach dem „Metallarbetter" einer entsprechend harten, einfach gehauenen Felle und benetzt dieselbe ! mtt Benzin, welches mit Kampfer gesättigt ist; die Arbeit geht dann ganz leicht von statten. Um Glas auf einer Drehbank zu drechseln, befestigt man eine mit Terpentin und Kampfer befeuchtete Felle in dem Werkzeugstock. Um Glasröhren kantig zu machen, bringt man sie auf einer Hartholztgen Spindel an, indem man eine eiserne Stange mit Spitze durch einen Block von Ktrschbaum-, Kastanien- oder Ahornholz treibt und nun die Fläche einer einfach gehauenen Feile in dem Werkzeughalter wie oben verwendet und dann langsam dreht. Große Löcher können rasch in Glas eingeschnttten werden, wenn man sich dazu eines röhrenförmigen Stahlwerkzeugs mtt Hieb nach Art einer Felle auf der hohen Kante oder mit Zähnen unter Zugabe von feinem Schmtergel bedient. Hierbei muß man aber daraus achten, das Glas gut zu unterstützen, etwa an Bleiplatten, um das Brechen in Folge ungleichen Druckes zu vermeiden; auch darf das Werkzeug keine sehr schnelle Bewegung erhalten. Wie obm eingeschmtert, läßt sich das Glas auf diese Weise leicht behandeln. Um es oberflächlich zu reinigen, wird schwefltche Säure und Kaltum-Bichromat empfohlen. Zur Durchbohrung von Glas empfiehlt ferner die „Eentralztg. für Opt. und Mech." den folgendm einfachen Apparat: Eine rechteckige Ebonttplatte von etwa 18 Em. Länge und 12 Em. Breite wird über eine Induktionsspule gelegt, welche Funken von 12 Em. Länge gibt. Unter der Ebonit platte befindet sich ein Messtngdraht mit aufwärts gebogenem zugespitzten Ende, welches durch die Platte eben nur htndurchgeht, aber auf der anderen Seite heroorsteht; dieser Draht ist mtt dem einen Ende der Induktionsspule verbunden. An der Stelle, wo die Drahtspitze die Platte durchdringt, wird etwas Olivenöl eingetröpfelt, um den Draht zu tsoltren, worauf das zu durchbohrende Glasstück, von der Drahtjpitze nicht berührt, aufgelegt wird. Ein zweiter zugespitzter Draht, der mit dem anderen Pole der Induktionsspule verbunden ft, wird auf der Stelle der Glasplatte, unter welcher sich die erwähnte Drahtspitze befindet, aufgesetzt. Der alsdann zwischen den Drähten überschlagende elektrische Funke durchbohrt das Glas. Indem man das Glas auf der Ebonttplatte fortschiebt, kann man in wenigen Augenblicken eine Reihe von Löchern htndurchschlagen. Handel «nd Verkehr. Gießen, 17. März. Der Zutrieb zu dem am 13. und 14. d. M. abgehaltenen Vtehmarkt war bedeutend. An Rindvieh waren 1623 und Schweine 598 Stück auf- getrieben. Der Handel war lebhaft und die Preise höher als aus den vorhergehenden Märkten. Nächster Markt Dienstag den 17. und Mittwoch den 18. April d. I., am letzteren Tage auch Krümermarlt. Schiff-«achrtchteu. Bremen, 15. März. sPer transatlantischen Telegraph.^ Der Schnelldampfer Werra , Capt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. März von Bremen und am 5. März von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newvork angekommen. Das Zwischendeck des Dampfers „Hohenstaufen" am 21. März nach Australien ist be,setzt. Qur ! 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