Nr. 191 Freitag den 17. August 1888. Hieß euer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureau - S ch u l st r ° ß - 7. ' Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. A°rch Amtkicher JHeik. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Großh. Ministerium des Innern und der Justiz unter dem 6. dieses Monats dem Vorstande -er Kolonie für Epileptische „Bethel" bei Bielefeld (Pastor von Bodelschwingh) die Erlaubniß ertheilt hat, während der Monate September, October und November d. I. eine Hauskollecte zum Besten der genannten Anstalt innerhalb des GroßherzogthumS zu veranstalten. Gießen, den 14. August 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________________________________________________________________I. V.: Jost.__ Bekanntmachung. Betreffend: Viehtransport. Der Unterzeichnete bringt hiermit auf Grund Ersuchens der Kgl. Eisenbahn-Direction Hannover zur öffentlichen Kenntniß, daß für Viehtransporte au» der Richtung Bremen, resp. Hamburg nach Italien über Kassel, Darmstadt, Basel besondere Züge eingestellt und Erleichterungen vereinbart worden sind, wonach Viehzüchter und Händler sich bemessen können. Friedelhausen, den 7. August 1888. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberheffen: Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau. Politische Rundschau. Gießen, 16. August. Nicht gerade überraschend kommt die Nachricht, daß Generalfeldmarschall Graf Moltke auf sein Ansuchen von dem Posten des Generalstabschefs der Armee gnädtgst enthoben und daß zu seinem Nachfolger der Generalqualltermeister Graf Wal der fee ernannt worden ist und dennoch wird man sie in den weitesten Kreisen der Nation nicht ohne Bewegung vernommen haben. Der berühmte Feldherr vollendet im kommenden October sein 88. Lebensjahr und wenngleich er sich noch bewunderns- werther geistiger Elasticität und Frische erfreut, so berechtigt ihn sein hohes Alter doch zu dem nun erfüllten Wunsche, sich von seinem bisherigen verantwortungsreichen Posten zurückziehen zu dürfen, auf dem der geniale Stratege so Unvergängliches geleistet. Und doch — das deutsche Volk kann es noch nicht recht fassen, daß der große Schlachtendenker, dessen Name schon längst zu einer europäischen Berühmtheit geworden, nun nicht mehr der Leitung des vaterländischen Heereswesens vorstchen soll, daß auch er, der große Feldherr des großen, unvergeßlichen Kaisers, nunmehr aus den Reihen der vaterländischen Armee geschieden ist! Indessen, wenn der greise Feldmarschall nun auch aus einem Wirkungskreise geschieden ist, den er durch fast drei Jahrzehnte hindurch durch unermüdliche Arbeit und gewaltige Erfolge ausßefüllt, so geht er doch keineswegs in den Hasen vollständiger Ruhe ein, obwohl er dieselbe wohlverdient hätte. Als Präsident der Landes-Vertheidigungs-Commission bleibt er Jenen zugesellt, von denen Deutschland in erster Linie die Aufrechterhaltung seiner im blutigen Kampfe erworbenen Größe erwartet und zugleich wird Graf Moltke hierdurch auch fernerhin in Berührung mit der Armee bleiben. Daß aber das Werk eines Moltke durchaus würdigen Händen zur Fortführung anvertraut worden ist, das bekundet schon die Thatsache, daß Graf Moltke selbst den Grafen Waldersee als die zu seinem Nachfolger geeignetste Persönlichkeit bezeichnet hat, und Graf Waldersee hat ja auch bereits seit Jahren die Leitung des Generalstabes factisch in Händen, in welcher verantwortungs- reichen Stellung er sich in jeder Richtung vollkommen bewährte. — Was den Lebensgang des nunmehrigen deutschen Generalstabschefs anbelangt, so sei bemerkt, daß Graf Waldersee, geboren 1832, 1850 als Secondelieutenant in das Garde-Feldartillerie-Re- giment eintrat. Als Major nahm er am böhmischen Feldzuge Theil, wurde 1867 in den Generalstab etngereiht und fungirte im deutsch-französischen Kriege als Chef des Stabes des Großherzogs von Mecklenburg während dessen Feldzuges an der Loire. 1871 zum Oberst, 1875 zum Brigadecommandeur befördert, erhielt Graf Waldersee 1876 das Patent als Generalmajor und 1881 wurde er zum General ä la suite ernannt; noch im Laufe des letztgenannten Jahres erfolgte seine Ernennung zum General-Quar- tiermeister, unter Entbindung von der bisherigen Stellung als Chef des General- stabes des 10. Armeecorps. Seitdem hat er den Feldmarschall Moltke in der Leitung des Generalstabes in sich immer erweiternder Weise vertreten, bis er nunmehr definitiv zu dessen Nachfolger ernannt worden ist. Das bayerische Kriegsministerium hat die Verlegung der bayrischen, dem preußischen Generalslabe beigeordneten „Liniencommission" von Würzburg nach Ludwigshafen in der Pfalz angeordnet; die Uebersiedelung wird im October stattfinden. Die Ursache dieser auffallenden Maßregel ist in dem Landesverrathsprocesse Dietz zu suchen, der u. A. auch ergeben hat, daß die deutschen Eisenbahnpläne für den Mobili- sirungsfall theilweise an Frankreich verrathen worden sind. Hiervon sind auch die Truppentransportpläne zwischen Bayern und dem Elsaß betroffen worden, welche sämmtlich neu umgearbettet werden müssen. In München tagte in dieser Woche der deutsche Handwerkertag und in Duisburg die Generalversammlung des evangelischen Bundes. Die letztere nahm mehrere Resolutionen über die Aufführung des Trümpelmann'schen Lutherfestspieles in Berlin, über die Betheiligung evangelischer Behörden an der Aachener Heiligthumsfahrt und über die bekannten Solinger Vorgänge an. Am Dienstag Vormittag traf in Constantinopel zum ersten Male der Orientexpreßzug PariS-Wien ein und mit diesem Ereignisse ist die Eröffnung der neuen Lmie Belgrad-Sofia-Constantinopel zur vollendeten Thatsache geworden. Dem Festzuge wurde auf den serbischen wie bulgarischen und türkischen größeren Stationen überall ein feierlicher Empfang bereitet und auch in Constantinopel selbst war seine Begrüßung eine sehr sympathische. In etwa 48 Stunden wird man nunmehr von Wien aus mittelst der neuen Eisenbahnverbindung nach der türkischen Hauptstadt gelangen können und schon hieraus erhellt die internationale Bedeutung des neuen Eisenwegs, während die Eröffnung der Route Belgrad-Stambul jedenfalls auch in commer- j cieller, wirthschaftlicher'und politischer Beziehung ihre tiefeinschneidenden Wirkungen auf die Verhältnisse der Balkanhalbinsel früher oder später äußern wird. Die Niederlage, welche die Italiener in Massauah auf einer Expedition gegen den hinterlistigen Abyssinier-Häuptling Debeb erlitten haben, kommt ziemlich unerwartet, da auf dem ostafrikanischen „Kriegsschauplätze" völlige Ruhe zu herrschen schien. Die Italiener scheinen indessen auch bei Saganetti, welches Debeb mit seiner Schaar besetzt hielt, in eine Falle gelockt worden zu sein, wie seinerzeit schon bei Dogali und die Depeschen aus Massauah sprechen denn auch offen von dem Verrathe,den die einheimischen Bundesgenossen der Italiener, die Assaorlins bei dieser Affaire ausgeübt. Es ist noch nicht bekannt, in welcher Weise der italienische Oberbefehlshaber die Scharte von Saganeiti, die den Italienern namentlich eine Anzahl tapferer Officiere gekostet hat, wieder auszuwetzen gedenkt, jedenfalls wird aber General Baldissera sich zu einem baldigen und energischen Vorstoße gegen die abyssintschen Guerrillabanden entschließen müssen', soll das militärische Prestige Italiens in Ostasrika nicht abermals gefährdet werden. 3>eutfifitanb. Darmstadt, 15. August. Das Amtsblatt des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Sektion für Justizverwaltung, Nr. 23 enthält Ausschreiben vom 6. August, betreffend die Dienstaufsicht über die Amtsgerichte, insbesondere den amts- gerichtltchen Termins- und Sitzungsdienst. Darmstadt, 14. August. Dem Amtsbezirk des mexikanischen Consuls, Herrn Lö wenn ein in Frankfurt a. M., ist die Provinz Oberhessen zugetheilt worden, während die Provinzen Starkenburg und Rheinhessen auch fernerhin zu dem Amtsbezirk des Mexikanischen Consuls in Mainz, Herrn Friedrich Feldheim, gehören werden. Berlin, 15. August. Die Bundesraths-Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesea haben für den Tabakprobenverkehr folgende Bestimmungen gesetzt, welche vom 1. October ds. I. ab für das ganze Zollgebiet in Kraft treten soll: Kaufleuten, welche nur mit ausländischem Tabak Handel treiben, denselben unmittelbar aus den Ursprungsländern beziehen und nur an Kaufleute weiter verkaufen, kann von der obersten Landes-Finanzbehörde widerruflich gestattet werden, aus der öffentlichen Niederlage oder den ihnen bewilligten, unter amtlichem Mitoerschluß stehenden Privatlagern entnommenen Proben von Tabak für eine in jedem Falle zu bestimmende Frist unverzollt in der Art in den freien Verkehr zu nehmen, daß sie dieselben inzwischen nur in einem ein- für allemal anzumeldenden Raume aufbewahren dürfen. Vor der Ablassung der Proben aus dem Verschlußleger ist das Gewicht derselben von der Zollbehörde festzustellen; auch sind sie von der letzteren mit Jdentitäts- zeichen zu versehen, falls sie nicht bereits Jdentitätszeichen an sich tragen, welche nach näherer Bestimmung der obersten Landes-Finanzbehörbe als Ersatz für die zollamlliche Jdentificirung angenommen werden können. Für diejenigen Tabakproben, welche nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist in das Verschlutzlager zurückgeführt werden, sowie für das bei der Zurückführung etwa vorgefundene Mindergewicht ist der Zoll zu entrichten. Die Ablassung der Proben vom Verschlußlager und die Controlirung des Wiedereinganges zu demselben kann dem mit der Bewachung des Lagers betrauten Beamten überlassen werden. Nach näherer Bestimmung der obersten Landes-Finanzbehörde kann gestattet werden, daß Tabakproben aus einem unter amtlichem Mitverschluß stehenden Prioatlager von dem mit der Bewachung desselben betrauten Beamten unter Erhebung oder Anschreibung des Zolles in den freien Verkehr gesetzt werden. Soll eine Versendung von Proben aus dem Lager nach dem Auslande erfolgen, so finden hierauf die allgemeinen Bestimmungen Anwendung. Telegraphische Depeschen. Wolss'S telegr. «orrespondenz. Bnrea«. Berlin, 15. August. Se. Majestät der Kaiser, welcher gestern auch den Staats-- secrctär Dtaffe, den Landesdirector Klein und den Professor Gerhardt empfangen und die Vorträge des Admirals Monts, sowie des Generals Hahnke entgegengenommen hatte, gewährte heute früh dem Maler Angell (Wien) eine mehrstündige Sitzung, nahm mehrere Vorträge entgegen, arbeitete mit dem Chef des Cioilcabinets und kehrte Nachmittags um 1 Uhr nach Potsdam zurück. Berlin, 15. August. Der König von Portugal ist heute Morgen 8 Uhr über Dresden nach Prag abgereift. Der Kaiser gab dem König das Geleite bis zum Bahn- Hofe, wo er sich von demselben aufs Herzlichste verabschiedete. — Die „Nordd. Allg. Ztg.", mehrere für die Haltung Frankreichs in der Massauahfrage eintretende Auslassungen des Brüsseler „Nord" wiedergebend, bemerkt: Die Darstellung des „Nord" mache die Frage, die ohne die französischen Einwendungen einfach wäre, zu einer ziemlich verwickelten. Von französischen erworbenen Rechten auf «andwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — Don allgemeinem Interesse sind die Durchschnittszahlen der Blitzfckiläae nnn benen die verschiedenen Baumarten betroffen werden. An der Spitze fteßt bi? hpntfrfi* mit 1928 jährlichen Blitzschlägen aus WMHecsar unddie/eringst- Ä». Sula sei überhaupt keine Rede, bei der italienischen Besitzergreifung habe dort die egyptische Flagge geweht, — Sula war also egyptisch und Abessynten hatte nicht den kleinsten Rechtstitel, um darüber zu verfügen. Es sei nicht recht erklärlich, weshalb der „Nord" so großen Nachdruck auf Punkte lege, die, falls sie überhaupt berücksichtigt würden, nur die Lösung der Frage erschweren könnten. Gotha, 15. August. Die Kaiserin Friedrich, die gestern Nachmittag 3 Uhr hier eintraf, begab sich sofort nach Schloß Tenneberg bei Waltershaufen und kehrte von dort mit dem Herzog Ernst zurück. Im Herzoglichen Palais nahm sie das Diner ein. Potsdam, 15. August. Die Kaiserin Friedrich ist Vormittags 9 Uhr von Gotha zurückgekehrt. Kiel, 17. August. Der Prinz und die Prinzessin Heinrich empfingen heute Mittag eine zahlreiche von dem Landtagsmarschall Grafen v. Reventlow-Treetz geführte Deputation der schleswig-holsteinischen Ritterschaft, welche einen prachtvollen silbernen Tafelaufsatz als Hochzeitsgeschenk überreichte. Kiel, 15. August. Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzessin Heinrich empfingen heute auch den Ausschuß der schleswig-holstein'schen Provinzialstände, welcher als Hochzeitsgeschenk der Provinz sieben gemalte Glasfenster für das Kieler Schloß anmeldete. Die Mitglieder des ständischen Ausschusses wie diejenigen der ritterschaft- ltchen Deputation nahmen heute an dem Diner im Schlosse Theil. Frankfurt a. M., 15. August. Der Prinz von Wales traf heute Nachmittag hier ein und begab sich sofort zu Wagen nach Homburg. Wiesbaden, 15. August. Die Prinzessin von Wales nebst Töchtern Louise Victoria und Maud sind heute Abend 61/» Uhr hier eingetroffen. Dieselben wurden auf dem Bahnhofe von dem Könige und dem Prinzen Johann von Dänemark empfangen. München, 15. August. Der deutsche Handwerkertag wurde heute nach Annahme mehrerer Resolutionen betreffs Befähigungsnachweises, einer Bevorzugung der Handwerkerforderungen durch das neue bürgerliche Gesetzbuch :c., durch den Wnr- , sitzenden Billing mit Hochs auf Seine Majestät den Kaiser und den Prinz - Regenten geschlossen. ... Paris, 15. August. J„ Amiens gab die Ankunft Boulangers heute Anlaß zu verschiedenen tumultuarischen Kundgebungen, wobei Polizei und Gendarmerie etnfcbreüen mußten; mehrere Personen sollen verwundet sein. Brüff.l. 15. August. Der Cardinal Lavlgerie hielt in der Brüsseler Kathedrale eine Rede, tu der er ein ergreifendes Gemälde der Schrecken des Sklavenhandels w g“1'' r*r b-furw°r,c,e dl- Bildung einer ausschließlich aus Belgiern bestehenden Miliz welche am Tangayikasee sich t-stletzen solle, um den Sklavenhändlern den Wea zu versperren, und gedachte mit lebhafter Anerkennung der civilifatorischen Thätigkest des Königs der Belgier. Lavigerie wird ein Comitä bilden, welches Beitriits- «rklarungen und Beiträge enigegennimmt. Die Kosten werden auf ein- Million Kranes geschätzt. u ™ August. Die „Agenda Stefan!" meldet: Nach einer Depesche des Generals Baldissera kehrten von den 400 mit einem italienischen Hauptmanne abgegangenen Baschibozuks 221 zurück, von denen 57 verwundet waren und von den 300 Baschlbozuks, die mit Adamaza waren, 260, von denen 19 verwundet waren f 15. August. In einer Besprechung des Telegramms der „Agencia Stefani daß Rußland w e die anderen Mächte eine Erklärung über die Abschaffung ber Kapitulattonen in Maffauah gegeben habe, bemerkt bas „Journal de St.Peters- bourg , es scheine dies eine gewagte Behauptung zu sein. Das Journal" alaubt Mh,nOhrtaro^rfeftßCf0ei? ^^Abschaffung &Cr Kapitulationen von dem Moment, wo die- selben das Resultat einer Verständigung unter den Mächten wären, nichts einzuwenden Um, das Princip aber nach welchem die Abschaffung ipso facto daraus hervorgehe" bafe ein Land, wo Kapitulationen bestanden, von einer civilisirten Regierung besetzt worden 6 nC ^cuerun0# ein solches Princip sei weder erörtert noch angenommen Literarische-. , ~ Wie reich an schönem und bedeutungsvollem Inhalte ein eirniaes Monats- fieft einer deutschen illuftrirten Zeitschrift ersten Ranges sein kann" davon liefert jungst erschienene erste Heft des 5. Jahrganges der Großoctav - Ausgabe von Utbee ÄOttb «Ad Meer'' (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) ein glänzendes Beismel Da begegnen wir zunächst drei werthvollen größeren novellistischen Schöpfungen von demw eine hier bereits abgeschlossen vorliegt. Es ist die ebenso Übermühigealstreffende zeitgemäße Humoreske „Die Astralbraut" von Carl Hecker. Daneben ist den bedeutsamsten Ereignissen der jüngsten Wochen die für das Deutsche Reich hur*ben Kaiser Friedrichs und den Regierungsantritt Kaiser Wilhelm's II. eine so inhaltschwere Signatur erhielten, in Wort und Bild erschöpfend Recknuna nph-™™ m lala t PaMrH»! d-r großartigen Ausstellung im Münchener Glas- palast zahlreiche Proben vor Augen geführt und anderwärts aufgetauchte Gemälde von Meistern der Gegenwart in trefflichstem Holzschnitt wiedergegeben. Geistvolle Aufsätze Der Aberalau^Ä °^n Enstl Peschkau, „Die Geschichte des Fracks" von I. v. golfe' m „ Metten^"^Da8^ä^?^! - E. v.„Jagow, „Plaudereien am Kamin" von 45. v- -wetten, „Das Rathsel des Nordlichts" von W. Stoß. Aus dem Musikleben der Gegenwart von H. ^Ehrlich, und viele andere werthoolle Gaben, deren bloße Auf- B-U.lügen sich zu einem G-s-mmtb.ld erlesenster Art? Das. ^en alle vi r Wochen im^llei^n n' f“6 C§ te‘ne8roea8 -'ne Ausnahmestellung unter $rcife ertoelnmbm ü® m f unb Ju beTn 0lei*en erstaunlich billigen ctnnmmt sondern kh s. «°'°N'n°b'gen Ausgabe von „Ucber Land und Meer" Kein Wunder dak h l ’X. o »tT«.unb Bedeutung derselben darstellt. oNe? (Snuen rhPimifA kpradbti0e •Settfärift mehr unb mehr in ben deutschen Familien, aller Gauen heimisch und zum auserkorenen Liebling derselben wird. m r ReichSbote, Kalender für Stadt und Land auf das Jabr irrq ^erlag von -Belßagen u. Kiasing in Bielefeld und Leipzig. Preis 40 X Diesen taufenbm oo^Mern^ raS? fci£C Wanderung antritt und alljährlich von Hundert- wirftich^gutes Volksbuchs empsthlelu""^^ Hausfreund begrüß, wird, können wir als ein Lokales. ,-a- 14. August. Der Gabelsberger Stenographenverein zu Gießen beging am 11. und 12. August die Feier seines 27 Stiftungsfestes Am 11. August fand in den oberen Lokalitäten der Restauration zum „Löwen" ein Festcommers statt, zu welchem sich außer den Mitgliedern des Vereins eine so aroße Anzahl Gaste eingefunden hatte daß die Räumlichkeiten die Festtheilnehmer kaum auff nehmen konnten. Der erste Vorsitzende des Vereins, Herr Realgymnasiallehrer Albach, eröffnete den Commers mit einer Ansprache, an deren Schluß er ein Hoch auf den ^aif^rn\U^CrC^np"bc^crrn °usbringen ließ. Nachdem das Lied „Deutschland" gesungen war, galt der Toast des zweiten Vorsitzenden, Herrn «tuet. Pfaff, der Kunst der Stenographie. Im Verlauf des Abends wechselten dann Gesänge, Reden und Musikvortrage in bunter Reihenfolge und erhielten die Festversammlung bis zur frühesten Morgenstunde in heiterer Stimmung. Von Nah und Fern waren dem Verein Glückwunschtelegramme zugegangen, welche alle bekundeten in roie hohem Ansehen der Gabelsberger Stenographen-Verein zu Gießen auch nach außen hin in der stenographischen Welt steht. Sogar King Bell aus Kamerun hatte es sich mcht nehmen lasten, einen poetischen Festgrutz zu senden, der von Herrn Pfaff vor- getragen von bester Wirkung auf die Lachmuskeln der Festtheilnehmer war. Wohl Keiner hat das schone Fest unbefriedigt verlassen, den Gästen namentlich gefiel es so gut, daß einige derselben erklärten, dem Verein als Mitglieder betreten in rnnnJ; SÄTiÄ w",‘ "n k ?•. Gietzen, 15. August. Der Gabelsberger Stenographen-Verein konnte neffpm Abend seinen «Sommercursus beendigen. SämmtlickeTbeilnpbmp,-mS w? ääSäs, ä £ § ros- rÄS-ysX& Gießen, 16. August. Heute Morgen 6 Uhr erfolate der 9lHamnrf* tu r Regiments m die Manöver. Das Regiment wurde mit zwei ertr^ünpn^A* ^cfl0cn stadt befördert, woselbst es auf ca. 14 Tage im Griesheimer PaaL na*? Darm- sich -'"stimmig dvhm, daß di- Gesellschaft iwer vorzüglich^ Kräf/e"o^rsüvt^^ Äußern Beilall fand" 8 SPr°9ramm foro°bl wie mit "ihren L-iftung-h "allenchachen V e r m i s ch t e s. Hoheit d°-m G°r°bh°rzhg'uhd^^d °°r Sr. Königlichen angefunbigte elekttische Probebeleuchluna statt und ?st""die?pUie^Ol^^^ die bereits Trotzdem die Maschinen und Apparat" Aestern »um ^änzend verlaufen, fand eine Störung der eleklrischen Ströme in keiner Weis, traten, Trefflichkeit der Ausführung. Die Beleucktmm statt und zeigte von der raum, weil die Bühnen- und Sofittenbeleuchtuna nirf n?!f?en Zuschauer- war die Wirkung hauptsächlich bet der ^tbe"eud)tuna^^ppnbnh0^ Hoheit der Großherzog sprach bem ^rÄr ^t^r9 Auch Se Königliche geleitet, seine volle Anerkenn7ng aus ^ "er gegenüber, welcher die Anlage H-rbstm-fs-^^-,äÜi°t.^' 2tU8Uft Mittag wurde in üblicher Weis- d.e 16 Kerzen Leuchtkraft an8cbra4tn ^lor^nm.O * 5Dlk^^I6c7nO Meif iJscnuhu11611?mPCn eon 'e hie elektrische Beleuchtung versagt. Gestern sand nun eine ^ohe mit bkfo ßimpm i st-tt. di- l-br gut ausgefallen sein soll. Angeblich wären bi- genannten Lampen noch, besser als Gasbeleuchtung. - Gestern Abend sand auch di- polizeiliche Abnahme des neuen Bahnhofes statt. ~ Heute verstarb eine der bekanntesten unb angesehensten Persönlichkeiten unterer Stabt, Herr Johann Georg v. Hey der -St. Georges, im Alter von 76 Jahren. Verblichene war Theilhaber ber großen Bankfirma Grunelius L Co., Vorsitzender des Aufsichtsraths der Darmstadter Bank und Bank für Süddeutschland, Vorsitzender beä Verwaltungsraths des Deutschen Phönix und Mitglied des Verwaltungsratbs vieler anderer Gesellschaften. ö ¥ 4- Bockenheim, 15. August. Unser Schützenfest läßt sich fo aut an hnfr das ^omitö beschlossen hat, die Feier auch noch auf den morgigen Tag auszudehnem Morgen Nachmittag 6 Uhr wird das Schießen beendet unb die Preisvertbeiluna folaen' Den Absch.ug des Ganzen soll ein- bengalische Beleuchtung des^m^ bSbm8- geftern Abend fand das angesagte Sangerfeft statt. Die verbündeten Gesangvereine Bockenheims trugen mehrer^ Lieder vor, unter denen „Das deutsche Lied" von Kalliwoda am meisten Beifall fand. Daneben gab noch jeder Gesangverein für sich mehrere Vortrage zum besten. Trotz des etwas kühleren Wetters war der Besuch e n aani pnnrmpr • man schätzt die Zahl der Festtheilnehmer am gestrigen Abend auf 9—10 000 m t>a& ^^c°mit4 f°U gestern über 10 000 vereinnahm" haben; namentlichlchosstn Auswärtige schützen. JÜuf der Tabelle hatte Herr Gustav Prescher bis aeftern hpn Epft,n Schutz mit 20 Treffern bei 20 Schutz und 26 Punkten gethan. Dies Resultat hat Herr Horn uberholtz hiiem er bei sonst gleichen Verhältnissen 27 Punkte erzielte Herr Klingler aus Sachsenhausen ist mit 38 Punkten auf der Festscheibe noch Bester Von folgenden Herren wurden silberne Medaillen im Stand errungen: Mtchel Beniamin t. Dreher, W. Großer, L. Großmann, A. Jung, P. Weigand, I. B Müller-Herfurtb' Hetnr. Hartmann Gustav Prescher, Georg Mühlig, Willi Schmidt I Santtier und Zeorg Schlesiky, sammttich aus Frankfurt a. M ; I. Demuth und^W Knöll aus Bockenheim, Heinrich Wolf, Georg Schmidt, Heinr. Schwaab und P Reuter aus tzUbuch und I. A. Nohascheck aus Mainz; Georg Löffler aus a* Zuckschwerdt und Gustav Strohecker aus Höchst a M Feld errangen folgende Herren silberne Medaillen: I. H. Brey, C. Frank ^.uber, l-cwl Jager, Josef Egenolf, Gg. Klingler, Gg. Keim, Gg. Meisttr Heilirich 6.' Aug. Müller, W. Oppel, Gustav Prescher, Gg.' Quetsch Gg. Schenk, Jean Hax und Adolf Wild aus Frankfurt a. M., I. Demutb au^Hocfen- aus^MannS."" 6°mbur8 b 3°h- ®‘'b ««• OffmbadTunbT Ä 14 August. Das hiesige Landgericht hat jetzt einmal einen jener Ersuchen, die Auflage ihrer Blätter höher anzugeben als sie c5a .»Otto Reinboth, der Verleger ber hier erscheinenden Allgemeinen pr?Apin?UfCn ‘nr11 o' auswärtigen Firmen gegenüber angegeben", sem Blatt emeine in einer Auflage von 19,000 bis 20,000 Exemplaren, was nicht annabemd d« ^.war. die Abonnentenzahl belief sich sogar nur auf etwa 1500 Kun ® ^Haaeböbe ^n^J?^0un®cn in ber DOn Reinboth angegebenen Fkemplaren diesem Verleger als Sonderbellagen zu seiner und die Gebühren für die Verbreitung bezahlt. Zufällig aber kam und?^uftsreisende einer der also geschädigten Firmen in ein hiesiges Buttergeschäft uhl> fand da einen ganzen Stotz von Ankündigungen seiner Firma die als Makulatur vom V-rl-g-r verkauft worden waren, anstatt de? „5^°ussraü-w -ieituna"^^beiae ^a, >u G-fängniß o-"utthcttt°^ fn 5°‘8e biffen ®C0en B-trugs in drei Fällen zu 2 Monaten o. ~ Sämmtliche Cfftciere, Unterofficiere und Mannschaften werden im nächste Feldzuge mit einem Verbandpäckchen ausgerüstet sein, welches zur selbstständigen An- legung eines ersten Nothoerbandes auf dem Schlachtfelde dienen soll Fn einer Um- Lng °°n wasserdichter O-ll-inwand befinden sich !.ne etwa 3 Meter lan^ Cambr": kleine antiseptisch hnpragnirte Cambric- ober Mullkompressen unb eine- Komvre» n" °^°'r°'°n°r Verwundung löst man die UnMuüng, le8t "e uachbem die Wunde zuvor mit reinem Wasser, Wein oder Branntwein h^0Hpn?ir?meisI0t Horden ist, unter leichtem Druck auf die verletzte Stelle und breitet bie ^elleinroanb, mit ber inneren Seite nach innen, darüber. Dem (Kamen gibt man nah?r ku^p^b^hende Umwickelung mit ber Binde und Befestigung mit der Sicherheits- dmck hpn Ä^derlichen Halt. In dieser Weise wird die Wunde bis zur Behandluna fi> rasche? 5s°lgen flefa6 B-runr-inigung geschützt bleiben und die Heilung um cYcZ7Afl„Unt.er ^^uiäsmern ist ein ganz unbändiger Stolz ausgebrochen. Eine der Ihrigen, eine Frau aus Schonberg in ber Schwalm, ist wie man der H $to <• berichtet als Amme für den fünften Sohn des Kaisers Wi h lm angmommen wo^ und bereits nach Potsdam übergefiedelt. Daß in der kaiserliches^Famlltt au^Haus mona^Hrh”?^' aucMct dieser Gelegenheit. Die Amme erhalt für ihre Dttnste «V0 was gegenüber den Ansprüchen, welche die Schwälmerinnen sonst au trbeben pflegen, als sehr mäßig bezeichnet werden muß. Uebrigens zeigt die getroffene SS E°rde°n Tft b” S£i‘ bie ^-b'ndung des H-ss°nl°nd-'s mt.'dem kö'nNchen nnn tein£c§ Denkmals für Kaiser Friedrich auf dem Schlachtfelde c^pÄb lst letzt ein Aufruf erlassen worden. Die Idee, dem verewigten Kaiser an barf^l?eint Ah"^n* ^ ^en, wo er einen der glänzendsten Siege errungen hat, Sa„fr ^ne sehr glückliche bezeichnet weiden. Möchten zahlreiche deutsche Herzen in. dankbarer Verehrung die Ausführung dieses Gedankens recht bald möglich machen. 919 Blitzschläge, hat die Buche, welche meist auf dem trockenen Kalkboden, freilich auch in viel größerer Dichtigkeit wie ein Eichenwald gepflanzt wird. Es ist bekannt, daß der Glaube der deutschen Voreltern den Sitz des Donnergottes in die Kronen der Eichenwälder verlegte, während sie die Buchen gegen Donner und Blitz geradezu als gefeit betrachteten. So hat also wiederum ein mehrtausendjähriger Glauben durch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung eine gewisse Bestätigung gefunden und ist auf seine inneren Gründe zurückgeführt. — (Neue Blumentöpfe.) Wie viele Blumenliebhaber werden sich schon über das Aussehen ihrer Pflanzen gewundert haben, welche welken und zuletzt eingehen, ohne recht die Ursache des Absterbens zu kennen, denn sie haben alles Mögliche gethan, um ihre Blumen zu erhalten, gedüngt, die Töpfe umgepflanzt, ohne doch zu wissen, daß es gerade das Umpflanzen war, was sie zu Grunde gerichtet hat; wenn dasselbe nämlich in neue Töpfe geschehen. Denn alle Pflanzen, welche man in neue Töpfe setzt, wollen durchaus nicht fortwachsen, was seine Ursache darin hat, daß der gebrannte Thon das Wasser aus der Erde an sich zieht. Gewöhnlich bildet sich dann zwischen der Erde und dem Topfrande ein leerer Raum, infolgedessen das Wasser zum Begießen nicht in den Wurzelballen dringen kann, sondern zwischen Erde und Topfrand hindurchläuft. Um diesem Hebel abzuhelfen, lege man jeden neuen Topf vor dem Gebrauch eine Zeit lang in Wasser, wodurch derselbe abgelöscht wird und kein Gießwasser mehr anziehen kann. Handel tttti) Verkehr. " o, . Sjantfurt 15. August. Erbsen ganze pr. Psd. 12—16 A, do. geschälte 14—18 L 9inie2 l8"^28»-^' rom& Bohnen 20—22 Kartoffeln 100 Ko. Jl 5-7M do- pr. Ptd. ’Eier das Stück 5-6 Kohlraben per Stück 5 ® $ ^chkraut, per Stück 20-30 A, Rotherüben per Portion 30-50 A, Kirschen Gottesdienst der israelitische« Keligioasgesellschaft. Freitag Abend 635 Uhr, Samstag Vormittag 8« Uhr, Samstag Nachmittag 400 Uhr, Samstag Abend 750 Uhr. Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 11, Wasser 13 Gr. Gießen, den 16. August 1888. Rübsamen. Sberhesfischt Eisenbahnen. Mit Ablauf dieses Monats treten die Tarifsätze für die Stationen Alsfeld, Bü- dinaen, Grünberg. Hungen und Lich im Verkehr mit Stationen der französischen Ostbahn Mangels Frequenz außer Kraft. Gießen, den 14. August 1888. 6588 Großherzogliche Direction- Samstag, den 18. 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