Nr. UM Donnerstag den 17. Mai 1888. Irl^rIIPI Jt TrjiyilYlrr ■ r r *'** ™ " ll| Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Bureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst, Gießen, am 15. Mai 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Gr otz herzoglichen Bürgermeistereien des «reifes. 2Bir empfehlen Ihnen, zur Vermeidung von Beanstandungen Ihrer Sendungen, sich künftig genau nach den bestehenden Vorschriften zu richten. ^————— Dr. 2Ö oermann. Darmstadt, 12. Mai. Kirchliche Nachrichten über das Jahr 1887. Wir entnehmen denselben: Aus der Superintendentur Gießen. Als Decanstellvertreter wurde gewählt und bestätigt: Pfarrer Röschen im Decanat Grünberg. — Die Deffni- tortalprüfung bestanden: Georg Beckel von Stammheim, Friedrich Heinrichs von Hirzenhain, Franz Gotz von Langenhain, Friedrich Jäger von Schlitz, Gustav Schöner von Reinhardshain, Heinrich Schott von Freienseen, Otto Orth von Okarben Karl Kleberger von Gießen, Adolf Loos von Södel, Friedrich Schick von Laubach — Ordtntrt und zu Pfarrverwaltern wurden bestellt: Beckel für Ulrichstein, Götz' für Me^au Jager für Münster, Schöner für Hochweisel, Orth für Okarben, Kleberger für Reiskirchen, Loos für Ober-Lais, Scheid für Wingershausen, Schick für Stumpertenrod Außerdem wurde für den Missionsdienst ordinirt: Groh von Bermuthshain. Ferner wurden versetzt die Pfarrverwalter: Barth nach Büdingen III, Noack nach Butzbach II, Biegler nach Muschenheim, Srmon nach Rohrbach, Schott nach Homberg — Kn Assistenten wurden bestellt: Büchner für Hoch-Weisel, Schaich für Offenheim — Besetzt wurden die Pfarreien: Wahlen mit Pfarrer Bierau, Ober-Breidenbach'mit Pfarrer Wolkewrtz, Büdingen II nebst Rinderbügen mit Pfarrer Wiedmann, Ltndheim mit Pfarrer Werner, Büdingen III mit Pfarrer Clemm, Btndsachsen (Wolfersbornl mit Pfarrer Kahl, Großen-Buseck mit Pfarrer Detchert, Burg-Gemünden mit Pfarrer Heumann, Geiß-Nidda mit Pfarrer Prätorius, Nieder-Eschbach mit Pfarrer Lübl Höchst a. N. mit Pfarrer Schuster, Schotten, Rektorat, mit Pfarrverwalter Bayer — KUedtgt sind die Pfarreien: Billertshausen, Hopfgarten (inzwischen besetzt), Maulb'ach, Stumpertenrod, Udenhausen, Gelnhaar, Hatnchen, Hain-Gründau, Selters Staden Ober-Mockstadt, Butzbach II, Münster, Ober-Rosbach II, Reichelsheim, Leihgestern,' Merlau, Nieder-Gemunden, Homberg, Wtrberg, Ermenrod, Groß-Eichen, Ober-Ofleiden (P/arr- und MttpredigersteÜe), die Pfarrgehülfenstelle zu Londorf, Bellersheim (inzwischen besetz ), Eberstadt, Hungen II, Munzenberg II, Muschenheim, Obbornhofen, Wohnbach, Engelrod Herbstein, Nieder-Moos, Willofs, Bingenheim (inzwischen besetzt), Alsfeld Heuchelheim, Ober-Lais, Ober-Widdersheim, Ranstadt, Schwickartshausen, Oberau, Okarben, Petterweil, Rodheim II, Busenborn, Eschenrod, Gonterskirchen (inzwischen besetzt), Herchenhain, Laubach II, Ober-Seemen, Volkartshain, Ulrichstein. — Eingewetht wurden die neuen Kirchen in Arnshain und Nteder-Ohmen, die neue Orgel in Gießen, ein Betsaal in Vilbel, neue Glocken in Rodenbach und die neue Orgel für das Predigerseminar in Friedberg. — Kirchenoisitationen wurden abgehalten in: Affenheim, Brauerschwend mit Altenburg, Busenborn, Butzbach, Düdelsheim, Eschenrod, Eudorf, Fauerbach, Frischborn mit Eisenbach, Gelnhaar mit Bergheim, Groß-Felda mit Windhausen, Grunberg, Herchenhain, Holzhausen, Holzheim mit Dorf-Güll, Höchst, Homberg, Hutzdors, Langd, Langenhain, Langsdorf mit Bettenhausen, Lauterbach, Lehrbach Leihgestern, Lißberg, Nteder-Florstadt, Nieder-Ohmen, Obbornhofen, Ober-Breidenbach mit ^-torndorf, Ober-Gleen, Ober-Ofleiden, Rodhctm, Rohrbach mit Stockheim, Rödgen mit Annerod, Schlitz, Schwickartshausen, Selters, Trais, Ulfa. Decanatsvtsitationen. fanden statt in den Decanaten Friedberg und Grünberg. — Uebergetreten zur evangelischen Kirche sind zwei Katholiken, ein Bapttstenmädchen, zwei Israeliten. — Kirchengesangvereine bestehen in 18, Chorschulen in einer Gemeinde. General Dubarail eine Versammlung ab, in welcher sich Dubarail ganz offen für die Proclamirung des Cäsartsmus, d. h. der Vereinigung der Gewalt in „kräftigen Händen , erklärte; wollen die Bonaparttsten vielleicht gar Boulanger zuvorkommen? .. König Milan von Serbien hat am Montag eine längere Reise angetreten na* Wien führt, woselbst seine Gemahlin, di- Königin Natalie, seit ihrer Rückkehr aus Italien weilt; es scheint sich um den ernstlichen Versuch einer Aussöhnung zwischen den beiden königlichen Gatten zu handeln. Für die Dauer der 316= worden^ İnlß8 '** ^cm serbischen Ministerrathe die Regentschaft übertragen Längs der strbisch.bulgarischen «renze zeigen sich neue Banden, welche im Nordwesten einen Aufstand heroorrufen wollen. Auf die Vorstellung des bulgarischen Geschäftsträgers hin sagte die serbische Regierung energische Maßregeln gegen diese Banden zu. englischen Unievhnnse kam es am Montag schon wieder zu einer Erörterung der Wehrverhältntsse Englands. General Wolseley verwahrte sich dagegen daß er je die Negierung angegriffen habe, erklärte aber doch die Wehrfähigkeit des Landes als unbefriedigend, auch ließ Wolseley die Möglichkeit seines Rücktritts durchschimmern. Der Premier Salisbury antwortete in sehr verbindlicher Weise; er sprach die Hoffnung aus, daß Wolseley dem Heere erhalten bleiben werde und bezeichnete die Darlegungen des Generals als der ernstesten Beachtung werth. Trotzdem meinte Lord Salisbury, Heer und Flotte Englands befänden sich in einem besseren Zustande als je zuvor, die Regierung werde indessen alle zur Sicherung des Landes nothwendigen Maßregeln treffen. u Politische Ueberficht. Gießen, 16. Mai.' In der Krankheit Kaiser Friedrichs ist unverkennbar eine abermalige Ruhepause etngetreten und es darf sogar die Hoffnung auf eine längere Dauer derselben gehegt werden, obschon bei dem wechselnden, tückischen Charakter des Grundleidens des Monarchen sich in dieser Hinsicht durchaus nichts Bestimmtes sagen läßt. Aber es sind doch die bedrohlichsten Krankheitserschelnungen seit einer Woche mehr und mehr zurückgetreten und speciell ist das Fieber, welches am meisten zu Besorgnissen Veranlassung gab, bei dem erlauchten Patienten zur Zeit völlig verschwunden, was freilich nicht ausschließt, daß es demnächst wieder von Neuem auftreten kann. Was die leichten Schlingbeschwerden anbelangt, die in voriger Woche beim Kaiser erschienen, aber bald wieder verschwanden, so wird denselben ärztlicherseits keine Bedeutung bei- gelegt, sie sind schon während des Aufenthaltes des Kaisers in San Remo dann und wann aufgetreten, ohne daß sie indessen auf das Allgemeinbefinden des hohen Herrn von irgendwelchem Einflüsse gewesen wären. „ Die Unpäßlichkeit des Großherzogs von Baden ist nunmehr so weit wieder beseitigt, daß der hohe Herr in den letzten Tagen wieder Vorträge entgegennehmen und am Montag einen kurzen Spaziergang im Karlsruher Schloßparke machen konnte. Zwar ist die katharrhalische Affection noch nicht ganz überwunden, jedoch in allmählichem Rückgänge begriffen, so daß sich nur noch allgemeine Schonung notwendig macht. Das preußische Abgeordnetenhaus erledigte in seiner Montagssitzung, in welcher Herr v. Köller, von allen Seiten lebhaft begrüßt, zum ersten Male seit seiner langen Krankheit wieder präsidtrte, zunächst das Volksschullastengesetz in nochmaliger Berathung ohne specielle Debatte den bisherigen Beschlüssen des Hauses gemäß. Der Kaiser Franz Josef feiert bekanntlich am 2. December dieses Jahres sein 40jähriges Regierungsjubiläum, denn am 2. December 1848 bestieg er den österreichischen Kaiserthron, nachdem der Oheim des jungen Erzherzogs, Kaiser Ferdinand, abgedankt und der geistig ganz unbedeutende Bruder Ferdinands, Erzherzog Franz Karl, auf die Nachfolge verzichtet hatte. Es ist nun bis zur vierzigjährigen Wiederkehr dieses für den Kaiserstaat so bedeutungsvollen Tages noch über sechs Monate bin, aber doch beginnt in Oesterreich fchon jetzt der Reigen der Festlichkeiten anläßlich dieses Ereignisses. Zu ihnen gehörte auch die am Sonntag unter Entfaltung außerordentlichen Pompes stattgesundene Einweihung des Marta-Theresia-Denkmales in Wien, an welchen feierlichen Act sich der Armeebefehl des Kaisers Franz Josef angeschlossen hat, welcher vier Regimentern die Namen der Ahnen des Monarchen aus der theresianischen Zeit und weiteren achtzehn Regimentern die Nanien hervorragender österreichischer Kriegsmänner beilegt. Eine weitere Feierlichkeit anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers vollzog sich am Montag in Wien mit der Eröffnung der österreichisch-ungarischen Gewerbeausstellung; der Act ging gleichfalls im glänzendsten Nahmen und im Beisein des Kaisers vor sich, welcher hierbei eine Rede hielt. Das österreichische Abgeordnetenhaus steckt noch immer in den Budgetverhandlungen, obwohl ihm die Zett in Anbetracht des demnächstigen Zusammentrittes der Delegationen kostbar genug zugemessen ist. Am Montag begann das Haus die Berathung des Budgets des Handelsministeriums, wobei das Handelsvertragsoerhält- niß zwischen Oesterreich und Deutschland wieder einmal seine Nolle spielte. Der Handelsminister gab hierbei die Erklärung ab, die provisorische Verlängerung des deutsch-österreichischen Handelsvertrages könne zwar nicht als das Ideal eines wirth- schaftlichen Verhältnisses zwischen beiden Ländern betrachtet werden, aber die Regierung sei nach wie vor bemüht, dasselbe inniger zu gestalten und die handelspolitischen Beziehungen zum^deutschen Reiche auf die breite Grundlage der Entwickelung zu stellen. Die Rundreise Boulanger'S im französischen Norddepartement hat, wie zu erwarten stand, wieder verschiedene oratorische Leistungen des famosen Ex-Generals gezeigt. So wetterte er in Douai und Lille gewaltig gegen die Regierung, das Parlament und sogar gegen den Präsidenten Carnot los, während er in Valenciennes wieder gelingere Saiten aufzog. Hier betheuerte Boulanger seinen Patriotismus und feine Ergebenheit für die Republik und wies er mit sittlicher Entrüstung die Beschuldigung zurück, er strebe nach der Dictatur und wünsche einen Angriffskrieg. Selbstverständlich ist das nur Komödie! Inzwischen kann der Boulangismus einen neuen relativen Wahlerfolg verzeichnen, indem Boulanger bei der Deputirtenersatzwahl im Jsöre-Departement.1 14,223 Stimmen erhielt, obschon er ja bereits Abgeordneter des Norddepartement ist. Auf den Opportunisten Girard fielen 37,673 Stimmen während der Radicale Gaillard gewählt wurde. Die Bonapartisten treten jetzt immer zuversichtlicher auf. Am Montag i hielten die Präsidenten der verschiedenen bonapartistischen ComitSs in Paris beim | , „ Seidenstoffe von Mk 1.25 bis 18.65 P. M-t. zJrC?f' Z Derf «,robe"' und stückweise porto- und zollfrei das ^riefckosten Zurich" ™uf‘Cr umgehend. Lokale-. ^0- Mai. Die Theologische Conserenz, welche am Donnerstag den 31. Mar d. I. in Gießen (Cas4 Leib, Wallthorstr. 38) stattfinden soll, hat nachstehende Tages-Ordnung: 1) Begrüßung, Geschäftliches, 10 Uhr. 2) Ertrag des Herrn Directors Prof. D. Sachße (Herborn): Ueber die Möglichkeit, Gott zu erkennen, und Discussion, 10Va—12»/2 Uhr. 3) Referat des Herrn Pfarrers D. Enders (Oberrad): Ueber den gegen - wartigen Stand der Forschung auf dem Gebiete der Reformationsgeschichte, 1—2 Uhr. 4) Gemeinsames Mittagessen, 2i/r Uhr. (Trockenes Eouvert 1.50 ^) u ©iefeett/ 15. Mai. Vor der Strafkammer hiesigen Landgerichts fand heute die Verhandlung gegen den Kaufmann Karl Stieb er und dessen Vater Georg Stteber früher zu Gießen, jetzt zu Osthofen, wegen betrügerischen Bankerutts und bezw. Bei- hulfe zu demselben statt. Die Verkündung des UrthetlS wurde auf nächsten Freitag festgesetzt. Telegraphische Depeschen. Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau. Berlin, 15. Mat. Der Kaiser empfing Nachmittags den Obe, Präsidenten Graf Eulenburg, den Oberceremonienmeifter Eulenourg, die Fürsten Radolin und Radziwill Am Diner nahmen die Prinzeß Friedlich Carl und Prinz Friedrich Leopold Theil Kaiser zeigte heute einen regen Appetit, das Allgemeinbefinden ist befriedigend, dle Schlingbeschwerden haben weiter nachgelassen. Er hat sich heute längere Zeit am Arbeitstische mit Erledigung von Staalsgeschäften beschäftigt. _ Derltn, 15. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm in seiner heutigen Sitzung den Gesetzentwurf' betr. die Verbesserung der Oder und Spree mit dem den Rhein- Ems-Canal betreffenden Anträge Schorlemer-Alst in der dritten Berathung unverändert an, zugleich mit dem ersten Theile des Antrages des Abg. Schultz-Lupttz, die Regierung tt€ unß aufzufordern, ob gelegentlich der Verbesserung der oberen Oder zu Schifsfahrtszw cken die Benutzung des Wasserichatzes der Oder zu Landesculturzwecken vortheuhaft hi.tzustellen sei. Die nächste Sitzung, sowie deren Tagesordnung ist unbeftlmmt. München, 15. Mai. Die deutsch nationale Kunstgewerbe-Ausstellung ist heute vom Prinzregenten, welcher von sämmtlichen Mitgliedern des königlichen Hauses den obersten Hosbeamten, den Ministern und der Generalität umgeben war, sowie unter Theilnahme der Mitglieder des diplomatischen Corps, der Staats- und städtischen Be- hörden und zahlreicher Ehrengäste feierlich eröffnet worden. Der Präsident des Aus- stellungs-ComitS's, Professor Lange, richtete eine Ansprache an die Versammlung, auf welche der Prinzregent mit anerkennenden Worten erwiderte. Vom Bürgermeister Widenmayer wurde darauf ein Hoch auf den Prinzregenten ausgebracht, sodann begann I der Rundgang durch die Ausstellungsräume. . . Wien, 15. Mai. Der Kaiser empfing heute Vormittag den König Milan in der Hofburg und madjie demselben Nachmittags einen Gegenbesuch. Die Königin m flcö n‘orfl^n nach Wiesbaden. Prinz Alexander von Hessen reiste heute Nachmittag nad) Darmstadt zuruck. e- , 15. Sptai. Der Bundesrath schlug den Regierungen von Deutschland, Frankreich, Oesterreich-Ungarn, Italien, Rußland, Belgien, Holland und Luxemburg eine am l~. September hier abzuhaltende Conferenz vor, um die Vertragsentwürfe I über das internationale Eisenbahnfrachtrecht in ein definitives Uebereinkommen umzugestalten. m io Die Regierung hat dem Beschlüsse des Municipalratbs von I »amtlien der durch Schließung der Glasfabriken im Departement Seine I beschäftigungslos gewordenen Glasarbeiter 10,000 Frcs. Unterstützungen zu gewähren, I die Genehmigung versagt. I Paris, 15. Mat. Deputirtenkammer. Im weiteren Verlaufe der Sitzung I lourben Die Maiszolle im Princip und darauf auch bei der Einzelberathung die einzelnen I »^nahmen angenommen, schließlich aber würbe das Gesetz im Ganzen mit 282 gegen I 247 Stimmen abgelehnt. Maurice bemerkte hierauf, die Abstimmung der Kammer I sei ein neuer Beweis ihrer Ohnmacht und ein neuer Beweis für die Nothwendigkeit I iprer Auflösung. Ronoier erwiderte, die Schutzzölle seien genehmigt worden, um den I korben Frankreichs zu begünstigen, man sehe, wie die Wähler dieser Gegenden darauf I JJ Pylit brachte einen Antrag ein, in welchem die Expropriirung jeder I SBcrfflatte, die mit Willen der Arbeitgeber geschlossen worden, gefordert wird, um I ©en aröettern übergeben zu werden. Er verlangte die Dringlichkeit für seinen Antrag. I Dieselbe wurde abgelehnt. I , r. , Spezia, 15. Mai. Das aus Panzerschffsen, Torpedobooten und Torpedokreuzern I bestehende italienische Geschwader ist nach Barcelona abgegangen. An Bord des „Vesuoia" I befanb sich der Herzog von Genua, welcher Italien bei der Eröffnung Der Ausstellung I ofsrctell vertreten wird. I dieser Unglücksfälle, leider meist mit tödtlichem Ausgange, ergibt QUr bcm ^tm tückisch en, boshaften Wesen der Kreuzotter, theils aus ihrer “«ÄmÄÄK" “ »»■«« Cifennunß6jeid)en ist eine sich scharf abhebende dunkle Zickzacklinie längs des Rückens dessen Zerchnung sich aus verschobenen Vierecken oder runden schwarzen Flecken | ^-warze Flecken ziehen sich auch längs der Seiten h?n und di! m,r*pn *UP"f»Cn getheilt. Am Kopfe befinden sich zwei halbbogenförmige Flecke welche annähernd eine Kreuzsorm bilden. Der Kopf selbst ist flach, läng ick scharf b/erecktg und ganz deutlich vom Halse abgeschieden. Die lebhaft blitzendenstn DunkÄ leuchtenden Augen der Kreuzotter haben eine röthliche Färbung 4 ku^en beweglichen Oberkiefer steht rechts und links je ein etwa 3 bis I fctiT? großer gekrümmter und der Lange nach durchbohrter Giftzahn Dieie nnh^nffplh^im V? ClTnCr länglich-runden Drüse, welche das tödliche Gift enthält und dasselbe im Zahnkanal entleert. Im Zustande der Ruhe liegen die Hähne in den rilhtpn^i^h^iden des Zahnfleisches zurückgeschlagen. Sobald aber das Thier angreift, rieten sich die Zahne mittels eines eigenen Streckmuskelapparates in die Höhe bezw nach vorn, fertig zum Bisse. Eine besondere Eigenthümlichkeit besteht darin, daß diese der Natur immer wieder neu ersetzt werden, so oft sie dieselben auch beim Gebrauche embüßen mag. 1 11 Kreuzotter Helle, sonnige Orte, trockene Lichtungen in den Waldern, Rame und Sandflecke, verkriecht sich unter Steine und Wurzeln liegt mnm*ei.Uh9h^t n bcr Sonne, wird bei Stacht lebhafter, tft sehr träge und phl!g- n ?hlV !^rr*Cnn ^ gereizt oder berührt wird. Dann rollt sie sich spiraltsch zusammen und sucht sich energisch zu verlheidigen. Mit emporgestrecktem Hals und Kopfe bertzt sie wuthend um sich, den Moment erwartend, wo ihr eine Hand oder ein Fuß ihres Verfolgers zu nahe kommt. M V n mHrFpn^erÄ^brU,l0?^-?lpfcr besteht aus kleinen Vögeln, Mäusen, Maul- nprV&M Eidechsen, wahrend sie in Gesangenschaft alle und jede Nahrung s auch nicht hautet. Das einfachste Mittel, die Kreuzotter zu fangen, 1 einem nicht zu kurzen, in eine Gabel auslaufenden Stock den Kopf fest auf den Erdboden druckt und sie dann dicht hinter dem Kovie nnt zwei Fingern anfaßt, wozu aber immerhin etwas Muth und Geschicklichkeit gehört. mphrin^nnh11^1 binen Schlag auf den Rücken ober den Hals leicht .""^?bllch. Ihren Tod führt man durch Trennung des Kopfes vom Ä Ä’’- 2tbIr ,aud) bann mutz man noch vorsichtig sein, da selbst der abgeschlagene Kopt noch lange Zeit schnappt und beißt und sogar noch tödtliche Ver- Übungen herberzu uhren im Stande ist. llebrigens ist die Lebenszähigkeit der Kreuz- - nahezu erstaunlich, da sie, in Alkohol gesetzt, noch nach drei bis vier Stunden 2 (c^Lh U3° tcr von den Alpen, in ganz Deutschland, bis hinauf nach Schweden vor und rst die einzige Giftschlange unseres Vaterlandes. Besonders rm Einblick auf die Häufigkeit und Gefährlichkeit dieses Thier es ist fouberä nothwendig, daß unsere Schulkinder im Anschauungs- und natur-- auf genaueste mit dieser Viper bekannt gemacht werden ihl-P Cs^bbl bUH0enkrUnb ^raParate in Alkohol eine sichere Kennlniß über ihre Gestalt und hervorragendsten Merkmale erhalten. Allen Gemeinden aber sollte es auf die gennge Ausgabe zur Anschaffung von Abbildungen und Präparaten welche !inphpnHiAf e ranb un0t? :bcr ^06110^6 zu erhalten sind, nicht ankommen, beziehentlich sollten sie von obrigkettswegen zum Ankauf gezwungen werden. Viel ungeheuer viel Elend würde man dadurch verhüten. Egon w nprnn^P 3JZaL Hbute früh 8. Uhr brach in der Hofraithe des ® Cl ? crr ^euer aus. Trotz rascher Hilfe nahm das Feuer größere ?P?^onen an und als um 9 Uhr der Kirchthurm zu brennen begann, wurde die S h arier Freiwillige Feuerwehr aufgeboten; mit bereit dankenswerther Hilfe gelang L b^,^uer zu bemaüigen, leider aber erst, als der Ktrchthurm eingestürzt war krMt nih ° iarbc Scheuer, zwei Stallungen und der Kirchthurm. Die Kirche aus^Rach^ ° C acb burcb $ßa^cr u* f- w. beschädigt. Man vermuthet Brandstiftung Vilbel, 14. Mai Heute Nacht brach auf dem Pfaffenhof hier wiederholt r ft1}8, ban bie beibf? vom neulichen Feuer stehen gebliebenen Scheunen zum Anb^ltSnnnftP ^an vermuthet Brandstiftung und hat man hierzu bereits ganz bestimmte -A 21?ainj, 15. Mai. Ueber einen schrecklichen Unglücksfall, welcher sich heute ^?r?"lag in dem nahen bekannten Gemüseorte Gonsenheim ereignete, berichten hiesige -ölatter Folgendes: Ein in der hiesigen Conservefabrik beschäftigter Mann begab sich fchon früh von Hause weg, auch die Frau des Mannes hatte auf dem Felde zu thun und vier Kinder der Leute waren allein zu Hause. Durch einen bis jetz? noch unauf- fleflärten Umstand entstand tn dem einzelstehenden Hause der Familie Feuer und sämmt- ltche vier Kinder fielen dem verheerenden Elemente zum Opfer. Der Schmerz der Ipater heimkehrenden Eltern spottet jeder Beschreibung. $ * 3 * cr ... c. — „Die am Samstag aus der allgemeinen deutschen Strikekasse in Hamburg für die ftrikenden Maurer ausgebltebenen Unterstützungsgelder, deren Fehlen die Ver- anlassung war, daß gesteni allgemein die Arbeit wieder aufgenommen wurde, sind nachttagltch in verstärkter Summe noch eingetroffen. In Folge dessen ist ein Theil der Maurer gew llt falls die Bauunternehmer sich im Laufe dieser Woche nicht u Eoncessionen verstehen wollen, nach Pfingsten abermals die Arbeit niederzulegen I ~ Der erste Bürgermetstereibeigeordnete Dr. Geier wurde gestern von einem Schlaganfalle betroffen, in Folge dessen eine theilweise Lähmung des Körpers ein- befint)e^Clt bCUtC Nachmittag soll sich Dr. Geier auf dem Wege Der Besserung , 7" Heute Morgen wurde htet die Leiche eines seit langen Jahren in Frankfurt wohnenden 50jäbrigen Mannes gelänget. Bei der Leiche fand man einen Zettel gesucht^^ervorgeht, daß der Mann wegen einem unheilbaren Leiden den Tod k «Moskau, 15. Mat. Am Sonntag fand auf der Strecke Moskau-Kursk bei dem Bahnhose Galitzyno ein großer Etsenbahnunfall statt, wobei 29 Waggons des nach Moskau gehenden Zuges sich loslösten und gegen einen Güterzug stießen; 11 Reisende würben gelobtet uno 27 verwundet, darunter 18 schwer. Berlin, 16. Mai. sPrivatdepesche.j Der Kaiser hatte eine recht gute Stacht. Bei der Consultation der Aerzte wechselte Mackenzie die Canüle aus, was sehr leicht von Statten ging. Die Wunde hat ein gutes Aussehen. Die Kreuzotter. (Nachdruck verboten.) und nur. zu duuftg kenn, man Fäll- von Tod nach Bissen ,n d" q'un-? bag empfangene Gift von der Wunde aus, welche auf der Haut als zwei MilliniPtp^ ! creI ^belftich erscheint, dem Kreislauf des Blutes mittheili' Und dies erreicht man ^inh J^nenh$ fr“n 0C§, ober Unterbinden des verletzten Gliedes mit einem f^rfbpin ?r ?Cr Ctnem n Streifen zerrissenen Taschentuche. Jedenfalls muß aber so- Lhnrh ht06C” ^^bbn, welcher die Wunde aufschneidet und auswäicht. Ist Gist schon tn den Kreislauf des Blutes übergegangen, so helfen besonders Mkohol^oder"Westtgeist^^^Mittel, namentlich auch größere Quantitäten von Mrb®.Q6n aaC 2at,e'in M°b- Ä Ende nehmen immer noch kein bekanni fein, daß das Sdjüg'mfeft bu“ Mnlaft’'’»«'‘ ‘"r6 * *"1 w-itkst-n Kreisen weiß heute wohl ebenfalls Zedermann Eie 6nH*SMIrtU^n '^'r.oct,|!n ß'flfben hat, erste Stelle ein. Zahlreiche Leute haben fiA 9Un82pro",,c nebmm dabei die di- Schützen bereit "?lärt, sich auch demaemLst^naeriebt., H-tSabe von Zimmern für bekommen. Die Leute glaubten nun - unb -.a^r Z f,lnc ^»utzen fdjabtgung dafür verlangen ju können, daß man sie >u ffkiriAt”'*1 ~ c!n.c ®nl‘ SUSÄ »Tfi 5S'5.Ä ÄÄ» s SSMZSN ! tonnim °™r Schorf, an dem die Birnbäume häufig leiden, ist inr g S. ^£n n/,0 anzufangen. Von demselben werden vorzugsweise solche Sotten erariffen Loden .lind, aber bausch,ich L etwas Ä Dünger Vcrninöen 1I!h empfehlen: Oefteres Tungen mit flüssigem s 6ln' .Kopsen und Unipfropf eil also beinahe Alles. Das Weiter- Baumes zu? ,Qt ®Elb,ud,t unb ^li-ßlich das gänzliche Abst-rben des Landwirthfchaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) I n , - IZum Ankeimen der ©emüfcfnmen.] Bei dem Umstand-, daß in diesem Jahre der Winter sehr lange andauerle und dadurch die Aussaaten des Gemüses (ehr verzögert wurden, wird melfad) ein Ankeimen der Genmsesaaten vor der Aussaat empfohlen und namentlich das Ankeimen Don Petersilie, Sellerie, Zwiebeln, also von solchen Samen, d-e sonst lange Zelt zum Keimen gebrauchen. Das Vcrsabren hat nun «uch den Erfolg daß die Saaten ruhcr au'gehen, indcß bat es doch so mancherlei Nachtheile, daß es fraglich Ichetnt ob es zu empfehlen ist. Wenn nicht für lnandels- zweck- unbedingt eine etwas trübere Dritte nothwendig ist, so rathen wir von dem Ankeimen der kleineren, zarteren Gemusesamen ab. Denn nur zu leicht werden bei der Aussaat der angekeimten Samen die Keime abgebrochen oder die Keimkrast ging durch ! unrichtigen F-uchtigkeitsglad beim Ankeimen oerloren, und endlich kann der ^all ein- ‘ treten, daß an dem Tage, an dem das Keimen soweit oorgeschrttten ist, daß die Aussaat ’ geschehen mußte, so ungünstiges Wetter herrscht, daß der Erfolg derselben sehr beein- ! trachttgt wird. I Gutachten. £mr(s^,,*eJtir„j?,?Zün*en..ii-t’erflab mir cin »Haarwasser" mtt (tV dem Gesuche, dasselbe zu prüfen und gutachtlich darüber tu des ^/R-st^^^estellte Analyse ergab durchaus keine den Haaren nachtheilige Materien • SÄÄ fl^xD^Inlc6r sicher Art, daß von t>cm ®e^)rau^^e be§ a , ©itifluf; auf das Wachsthum der Haare zu erwarten ist und ftebf d°h-r ihrer Anwendung keinerlei Bedenken entgegen ’ ermarten ist und steht München, 7. IX. 87. (L. 8.) vr. G. C. Wittstein. Zu haben um 4st -5, u. MO bei I. H. ^uhr, Sonnenstraße. 529 '»tanKj Allgemeiner Anzeiger. 4161 4085 4195 an, 4168 an, Der Central-Ausschuß des Vogelsberger Höhen-Clubs. ii Nähmaschinen d-O e» Xu/ h■'CLb.&nj B w ♦** H) Geißler, Gerichtsvollzieher. B » 4.50 3.75, 6.- 0.45 2.- ii & cd 44 fct 16.09-16.12 Engl. Souveretgns 20L7—20.5L Dollars in Gold 4.16—4.20 Telegraphischer Coursbericht der V Oefterr. Credttactien 139.40 Oefterr. Staatsbabn-Actien 93.75 1880 40/0 Russen Oblig. 78.25 4°/o unif. Egypter Obttg. 8070 Tendenz: erliner Börse vom 16. Mai 1888. Disconto-Com.-Anthetle 190.7» Lombarden 3540 4% Ungar. Goldrente 77 60 5°/o Gemischte Russen 91 00 mchgebend. Der heutigen Nummer liegt für die Stadtauflage eine Beilage der Dampf Kaffeebrennerei von B. I. Wilm- in Köln bei. 4169- Redaction: A. Schepda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Nummer entlthä 1 Glatt und 1 Beilage.