Erstes Blatt Samstag den 17. März 1888 Nr. 66 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. 'ureanr Schulstraße 7. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf Deutschlands Tranertag. Gießen, 16. März. | Dumps hallen die Glocken von den Thürmen, schwär, umflort wallen die Fahnen daher, gedämpster Trommelwirbel-Klang erschallt von fern und Kanonen- onner mischt sich darein. Wohl ist e« derselbe Donner der Kanonen, der -mst de» Kaiser Wilhelm« Majestät umwallte, al« er sein Volk von Steg ,u Sieg, zu Ruhm und Ehre fühlte; aber heute tinen ihm die daherrollenden «länge den Grabgesang. Da« ist ein Tranertag für da« deutsche Reich, ein Lag der Wehmuth, de« Leide«, der Thränen. In langen Reihen ziehen fie saher, in unabsehbarem Zuge, schier endlo« dehnt e« sich au«, da» letzte Geleit e« verblichenen deutschen Kaiser». Endlo», denn et ist da» gesammte deutsche Volk, da» seinem in Gott ruhenden Kaiser zur letzten Ruhestätte folgt. Wellen och die Gedanken jede» Deutschen heute bei der Bahre, die von Kaiser Ailhelm da» umschließt, war sterblich an ihm war; find doch die schmerzum- flotten Blicke der ganzen Ration nach der Resibenz gerichtet, die de» deutschen lleicher theuerste« Kleinod barg! Roch eine kurze Spanne Zeit trennte Kaiser Wllhelm von der Vollendung e6 91, Lebensjahre». Und war er ihm auch nicht vergönnt, nochmal» den Ge> „urtstag zu erreichen, den da« ganze Volk festlich zu begehen gedachte, so hat 'er edle Fürst doch ein Alter erreicht, wie zu erreichen er wenigen Sterblichen »ercönnl ist, wie et ein Monarch dieser Erde noch niemal« erreicht hat. Und überblicken wir heute dieser thatenreiche Leben, sehen wir heute, wo die sterb- üchen Überreste dem heiligen Muiterichooß der Erde wiebetgegeben werden, Zurück auf jene Zeit, die Kaiser Wilhelm inmitten in seinem Volke verlebt hat, und Die wir selbst al« lebende Zeugen einer großen Zeit erlebt haben, bann .chlägt unser Her, selbst im Angesichte de» Tobe» und selbst in bem Erbeben unter dem Trauergesühle be« heutigen Tage« höher unb stolzer; beim wir können un« sagen: Dieser Mann, der so Großer und Herrliche» für Deutsch, and geleistet, der da» junge deutsche Reich geschaffen, der ein ganzer Mann in ae» Worte» bester Bedeutung und der ein ächt deutscher Mann gewesen, et war uaietl Wohl fließen auch heute die Thränen herab aus da» frische Grab, wie $e floffen, al» un» die Nachricht ward, daß der große Kaiser seine große Seele aurgehaucht, wohl schauen wir auch beute, da noch immer dem lauten Leben unsere» jetzigen Kaiser, und König« Gesahr droht, gepreßten Ge- muthe« in Die Zukunst, aber au» bem Grabe erhebt sich für un» die lichtum- floffene Gestalt Kaiser Wilhelm» be» Siegreichen, der seine Hand segnend über Deutschland unb da» deutsche Kaiserhaus aulbreitet. Unb in unser Herz zieht bie Hoffnung ein. die Hoffnung, daß der Segen Gotter, wie er so lange auf Deutsch- larb unter Kaiser Wilhelm» glorreicher Regierung geruht, auch weiterhin aus rem Reiche ruhen werde; denn mit dem milden Blicke, der ihm im Leben eigen zweien, schaut au» Himmel» Höhen Kaiser Wilhelm nieder aus bar beutsche ■tioit, da» ihm bie Liebe unb Treue auch nach bem Tode bewahrt hat. Segnend schaut des großen Kaiser» Geist hernieder auf den vielgeliebten großen Sohn, bet nun berufen ist, Deutschland» Geschicke zu lenken. O möchte doch a« Gebet, da» heute am frischen Grabe au« Millionen Herzen empor- neigt, da» Gebet um Erhaltung be« Leben» be» neuen deutschen Kaiser», bei >chon al» Kronprinz be« Volke» Liebling war, Erhötung finden vor Gotter Toron! Unb möge Golt schützen und erhalten ben deutschen Kronprinzen unb a» kaiserliche Hau«! „Unb wer sich selbst unb wer ben Besten seiner Zeit genug gethan, bei hat gelebt für alle Zeiten 1" Wenn jemal« der Dichter» Worte auf einen Sterblichen elnroenbung finDen konnten, so finden sie ganz gewiß auf Kaiser Wilhelm An- ■enoung. Denn er hat mehr al» genug gethan In seinem thatenreichen Leben, mehr al» genug für bie Mitwelt unb für bie Nachwelt. Wie er ihm Herzen», würfnifc war, unablässig für feine» Volke» Wohl thätig zu fein, wie er ihm oerzenrfreude war, bar Gute zu wollen unb au»,»führen, so ist e» auch heute am Tage von Deutschland» Trauer dem Volte Herzen,bedürsniß, seiner Dank- lorteit Ausdruck zu geben, in oa» zitternde Lebewohl, bas in bie Trauerklänge ireintönt au» be» Volke» Seele, ben letzten Gruß hineinzuverweben: Du großer Kaiser, Dein bantbare« Volk wirb Deiner nie vergessen! Schlafe ruhig, schlafe sanft ben Toberschlas, Du Geniu» beulscher Kraft ,nb beulscher Stärke l Gleichwie bem stolzen deutschen Eichbaum, ber bet Jahre wüe Zahl erreicht, hat Dich be« Frühltngrsturmer rauhe Krast gefällt; aber u Wurzeln be« Eichbaumes sind geblieben und sie taben sich festgesetzt unb „ft verschlungen in bet Erde Schooß. Neue Triebe erstehen au« ihnen, neue traft und neue Ställe quillt aus ihnen hervor unb ber allen Eiche wunder- ame Kraft und Herrlichkeit ist verjüngt erstanden zu neuem schönen Leben. io wächst auch au» Kaiser Wilhelm» srischem Grabe der deutschen Kaiser nächtiger Stamm hervor. So reichet noch über da« Grab hinaus de« heim- egangenen deutschen Kaiser« Liebe für fein treue« deutsche« Volk! (Sießcner Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. AranLreich. Pari-, 15. März. Die Maßregel gegen Boulanger, die unerwarte kam, hat Pari» in nicht geringe Aufregung versetzt. Mehrere Sbenbblätte erschienen früher al» sonst: der Jntranfigeant brachte eine zweite Ausgabe, man reißt sich um die Zeitungen. Die Mehrzahl zollt der Maßregel Zu. stimmung; die Boulangistevblätter aber ergehen stch gegen die Regierung n heftigen Auslastungen und der Jntranfigeant nennt die Maßregel „wild um feig". An der Börse, die sehr fest blieb, ist man mit dem Krieg-min,stei einverstanden. Die allgemeine Meinung lautet: Es war Zeit, dem Treibet ein Ende zu machen. Im Palais Bourbon ist von nichts al» von Boulanqer die Rede. Die boulangistischen Deputirten finden, daß durch diese Maßrege Boulanger nur an Größe zunehmen werde; andere Deputirten nennen die Sach» bedenklich, aber die Mehrzahl der Deputirten scheint Logerot» Schritt gut zu heißen. Boulanger wurde heute in Pari» erwartet, aber ob er eingetroff.n ist bi» jetzt ungewiß; der Deputirte Laguerre behauptet, Boulanger werde trh morgen etntreffen. Der große Haufe der Boulangisten ist wülhend und er. geht stch offen in Drohungen. Die Polizei hat Anordnungen zur Verhinderung von Kundgebungen getroffen. Die France veröffentlicht eine Depesche be' Generals Boulanger an den Deputirten Laguerre au» Clermont-Ferrand vom 15. März 1888. Dieselbe lautet: Ich kenne den Wortlaut de» officirllen B-rtchte», welcher mich betriff: nicht, kann aber heute schon sagen, daß ich nach Pari» ging, um meine daselosi krank zu Bette liegende Frau zu besuchen. Der Kriegsminister kannte die Veranlastung, trotzdem schlug er mein Erlaubnißgesuch ab, während ändert Corp^commandanten ohne Erlaubniß fortwährend nach Paris reisen. Da» Land wird stch nicht täuschen lasten; e» wird verstehen, daß man mich nicht wegen meiner Reise nach Paris absetzte, sondern einfach wegen den Ergeb-, nisten der letzten Wahlen am 26. Februar, obwohl man mir keinerlei Em Mischung dabei nachweisen konnte. Bo »langer. Diele Kundgebung Boulanger's wird durch das Gesetz vom 19. Mai 1834 bestraft, wonach jeder in Richtactivität versetzte Osficier, der fich Beleidigunger. gegen seine Vorgesetzten und Verletzung der Disctplin zu schulden kommen läßt, mit Penfion zu entlasten ist. — Der Deputirte Francis Laur ha: Boulanger bereit» seine« Sitz al» Deputtrter der Loire angeboten. Einige radicale Deputirte, die Boulangisten find, erwarten nur die Ankunst Boulangn'«?, um über ihre Haltung in der Sache zu beratden und zu beschließen. Pari-, 15. März. Die „Agence Havas" meldet: „Das Journal Officiell veröffentlicht einen Bericht des Kriegsministers Logerot vom 14. März, worin mitgetheilt wird, daß General Boulanger dreimal ohne Urlaub nach Paris gekommen ist, am 24. Februar, am 2. und am 10. März, die zwei letzten Male in Verkleidung, eine blaue Brille auf der Rase, thuend.^als ob er hinke. Der Bericht des Kriegsministers hebt die Strafbarkeit eines solchen Mangels an Disciplin und noch dazu bei einem General hervor urd beantragt Boulanger's Versetzung in Richtactivität durch Entziehung seiner Stellung. Der Bericht wurde vom Präfidenten der Republik gutgeheißen." Telegraphische Depesche«. Wolff'H telege. Evr?sW-mdeirr*BWE«. Berlin, 15. März. Die „Post" meldet: Der Kaiser hatte keine besonders gute Nacht und fand erst gegen 2 Uhr Nachts erquickenden Schlaf bis 3 Uhr. worauf er erst gegen Morgen wieder einschlief und gegen halb 10 Uhr aufstand. Dem Aufenthalte in der Orangerie mußte der Kaiser, da deren Temperatur 12 Grad nicht erreichte, entsagen. Die Ursache der weniger guten Nacht wird der übermäßigen Ansttengung durch die Empfänge des gestrigen Tages zugeschrieben. Der gestrige Besuch der Kaiserin- , Wtttwe, welcher der Kaiser die Treppe herunter entgegenging, war besonders angreifend. । — Der Prinz von Wa'.es und dessen Sohn machten Mittags den russischen Großfürsten und Nachmittags 2 Uhr dem Kaiserpaar in Charlottenburg einen Besuch. Tue Post"' meldet ferner: Der Kaiser verlieh dem Minister Maybach den schwarzen Adler- orden. Einer allerhöchsten Verordnung zufolge soll am 22. März in allen Kirchen ein Trauergottesdienst stattfinden. — Den auswärts verbreiteten Mittheilungen von einer demnächstigen Uebersiedelung des Kaiserpaares nach Wiesbaden wird von unterrichteter I Stelle widersprochen. Das Kaiserpaar werde vorläufig in der Residenz Charlotten- I bürg bleiben. — Die Berliner Prtvattheater wollen am nächsten Sonntag mit den Vorstellungen wieder beginnen. . I Berlin, 15. März. Der Kaiser arbeitete Vormittags mit dem General I v. Winterfeld und hörte darauf den Vortrag des Hofmarschalls Radolinski. Berlin, 15. März. Der Prinz von Wales besuchte vor der Fahrt nach Ehar- I lottenburg den Dom, um den sterblichen Resten Kaiser Wilhelms seine Ehrfiircht zu I bezeugen. — Mackenzie war vor Mitternacht in Berlin auf der englischen Botschaft, I um sich bei dem Prinzen von Wales zu melden. Er besuchte dann den Dr. Krause I und kehrte nach Charlottenburg zurück. r v Berlin, 15. März. Das Abgeordnetenhaus dürfte schon Sonnabend Sitzung halten und die Etatsberathung fortsetzen. Montag erscheint wahrscheinlich die kaiserliche I Botschaft, welche in beiden Häusern verlesen wird. Der Schluß des Reichstags ist Dienstag oder Mittwoch zu erwarten, die bezügliche kaiserliche Ordre ist bereits unterzeichnet. — , Kaiserin Augusta empfing die englischen, belgischen und dänischen fürstlichen Gäste um 12 Uhr, die russischen Großfürsten um 121/2 Uhr, die sächsischen um 4 Uhr, die rumänischen Herrschaften um 6>/r Uhr. — Kaiser Friedrich empfängt die russischen Großfürsten um 21/2 Uhr. Berlin, 15. März. Tausende von Menschen, in Trauer gekleidet, bewegen sich unter den Linden. Die mit Traueremblemen versehenen Galahofwagen, worin sich die , fremden Fürstlichketten befinden, kommen nur langsam vorwärts. Die Außenfa^ade des Doms ist schwarz drapirt, ebenso das königliche Schloß und das Nationalmuseum. Vor dem Dome ist ein großes Decorationspodium errichtet, tm Lustgarten und an der Schloßfreiheit sind die Trauerguirlanden. Fahnenstangen und Laternen dicht umflort. Gegenüber dem ehemaligen Kronprinzenpalais erhebt sich eine mächtige Ehrentrauerpforte-, oben der preußische Adler umflort. Das Denkmal Friedrichs des Großen ist dicht mit Flor umhangen, die Fenster des kaiserlichen Palais sind dicht verhüllt. Vor der Akademie der Künste ist eine große Estrade, worauf symbolisch die Huldigung der Künstler dargestellt ist. Auf dem mittleren Durchgang der Linden stehen alle 50 Schritte mächtige 4 Meter hohe umflorte und mir Tannenreis verzierte Kandelaber für Pechpfannen. Alle Laternen sind dicht umflort, die Häuser in tiefstem Trauerschmuck, die Kaiserbüsten umflort und mit Kornblumen geschmückt, an den Straßenübergängen mächtige Flaggenstangen undGuirlanden- draperien; am Uebergang der Friedrichstraße ein großes baldachinarttges Zelt. Dre russische, österreichische und französische Botschaft sind aufs prachtvollste dekorirt. Am Ausgang der Linden mächtige Pfeiler mit umflorten Adlern bis zum Brandenburger Thor. An beiden Seiten des Pariser Platzes koloflale Tribünen. Das Brandenburger Thor ist ganz schwarz behangen; an den Säulen sind Tannen- und Lorbeerverzierungen angebracht. Auf dem Platz vor dem Thor sind die rondelartig abschließenden mächtigen Kandelaber durch Guirlanden verbunden, die sich bis zur Siegesallee fortsetzen, wo ebenfalls das Rondel zeltartig überdacht ist. Berlin, 15. März. Die russischen Großfürsten begaben sich sofort nach ihrer Ankunft in den Dom, um die Leiche des Kaisers zu sehen. Berlin, 15. März. Bet dem Kaiser und der Kaiserin statteten im Laufe des Tages der Prinz von Wales mit Sohn, die russischen Großfürsten, die Könige von Belgien, Sachsen und Rumänien, die Kronprinzen von Oesterreich und Dänemark, auch der Großherzog non Hessen Besuche ab. Die russischen Großfürsten, welche Kronprinz Wilhelm aus dem Dome nach der russischen Botschaft begleitete, empfingen die Besuche der Prinzen Heinrich, Georg und Alexander und des Fürsten Bismarck und machten ihrerseits Mollke einen Besuch, sowie Gegenbesuche bet hier anwesenden Fürstlichkeiten, insbesondere den Königen von Sachsen und Rumänien, dem Prinzen von Wales und dem Kronprinzen von Oesterreich, welche vor der russischen Botschaft vor- gefahren waren. , , — Der Kronprinz von Italien ist heute Abend kurz nach 9 Uhr eingetroffen; er wurde von einer Ehrenwache, dem Personal der italienischen Botschaft und zahlreichen hier anwesenden Italienern am Bahnhofe empfangen. Auf die Frage des Bot- fchasters, ob er sich nach den Anstrengungen der Reise nicht erst in das Königsschloß begeben wolle, antwortete er in deutscher Sprache: „Ich mochte gern sofort zum Dom", wohin er sich auch wirklich alsbald begab. Berlin, 15. Marz. Der Sarg Kaiser Wilhelms wird, da die Gruft im Mausoleum zu Eharlottenburg zu wenig Raum enthält, vorläufig in der Vorhalle beigesetzt, von deren Decke blaues Oberlicht fällt. Später wird sür die Aufnahme des Sarges das untere Gewölbe erweitert. Der Sarg ist eine Nachbildung des karges des großen Kurfürsten. München, 15. März. In dem Beileidsschreiben des Prinz-Regenten an Se. Maj. den Kaiser heißt es: „Das Bild des verewigten Kaisers steht in leuchtenden Farben in der Geschichte. Seiner weisen und kraftvollen Führung war es beschieden, unter der treuen Mitwirkung der deutschen Fürsten und der begeisterten Zustimmung der deutschen Nation, die deutschen Völker auf einer verfassungsmäßigen Grundlage wieder zusammenzuschließen und das geeinigte Reich auf den Bahnen friedlicher und gedeihlicher Entwickelung zu erhalten. Unvergessen lebt in mir die dankbare persönliche Erinnerung an den Verblichenen fort, an Höchstdessen Seite mir vergönnt war, in ernster Zeit glorreichem Kampf und gemeinsam erfochtenen Sieg zu schäum." Wien, 15. März. Das „Fremdenblatt" bespricht die Proklamation Kaiser Friedrichs. Es sagt: Der Kaiser wolle den Frieden im Innern und nach Außen. Das Errungene solle gesichert werden. Gleich dem dahingeschiedenen Vater wolle er, daß Deutschland von der Gottesfurcht und der einfachen Sitte nicht lasse. Man würde irren, wollte man in Kaiser Friedrich einen Gegensatz suchen zu Kaiser Wilhelm. Der Kaiser Friedrich sei der würdige Sohn des Gründers des Reiches, des Einigers der Nation. Durch sein kaiserliches Wort und seinen kaiserlichen Willen werde er dazu beitragen, die Gegensätze zu versöhnen. Der Reichskanzler bleibe ihm treu an der Seite; er werde mit seiner Erfahrung dem Sohne beistehen, wie er dem Vater bel- gestanden mehr als ein Vierteljahrhundert. — Wie das „Fremdenblatt" erfährt, ist im Auftrage des Schahs won Persien, da die große Entfernung die Entsendung eines Mitgliedes des persischen Herrscherhauses zu der Trauerfeier in Berlin unmöglich macht, der persische Gesandte in Wien, General Noriman Khan, heute früh zur Vertretung des Schahs nach Berlin abgereist. Paris, 15. März. Das „Journal officiell" veröffentlicht den Bericht des Kriegsministers, welcher beantragt, Boulanger in Nichtaktioltät zu setzen. Hervor- gehoben wird die der Dlsciplln widerstreitende Urlaubsnahme des Generals. Der Präsident genehmigte ben Antrag. Paris, 15. März. „Liberte" erkennt an, daß Boulanger Tadel verdient habe. Die Maßregel der Regierung gegen denselben sei gerechtfertigt, sie meint aber, die Boulangerfrage sei damit nicht aus der Welt geschafft und könne noch zu Komplikationen führen. „Temps" sagt, die Regierung habe sich durch ihr Vorgehen Qegen Boulanger geehrt und befestigt. Bournemouth, 15. März. Heute fand die Vermählung des Prinzen OSkar von Schweden mit der Hofdame Ebba Munk statt. Wegen des Ablebens des deutschen Kaisers unterblieb jede größere Feier. Dem Trauakte wohnten die Königin von Schweden, die Herzogin von Albany, die dänische Kronprinzessin, die Prinzen Karl und Eugen von Schweden, Graf Piper und der Bruder der Braut, Lieutenant Munk, bei. Petersburg, 15. März. Die „Petersburger Zeitung" und die „Neue Zeit" lassen die Begründung des gestern von der „Börsenzeitung" verbreiteten Gerüchts, betreffend den deutsch-russischen Handelsvertrag, dahingestellt, nehmen aber die Idee sympathisch auf. Konstantinopel, 15. März. Da die Verbindungen über die Donau unterbrochen sind und die Zeit nicht ausreicht, eine fpecieHe Mission abzusenden, so hat die Pforte den türkischen Botschafter in Wien beauftragt, den Sultan bet dem Begräbnlß des Kaisers WUhelm in Berlin zu vertreten. Rewyork, 15. März. Die Deutschen beschloffen, eine Gedächtnißfeler für Kaiser Wilhelm in Steinway Hall abzuhalten und dem Schmerz über den Tod des Kaisers Ausdruck zu geben. Präsident Cleveland wird zur Theilnahme eingeladen werden. Berlin, 16. März, 1 Uhr Mittags. (Privatdepesche des „Gießener Anzeigers".) Das Wetter ist kalt und ziemlich klar. Seit früher Morgenstunde wogt eine zahllose Menschenmenge unter den Linden. Spalierbildende Züge nehmen in vierfacher Reihe Aufstellung, dahinter Hunderttausende. Das Militär trägt auf Befehl Mäntel. Die ganze Trauerstraße ist weihevoll drapirt, das Brandenburger Thor mit schwarzem Tuch behangen. Auf dem Thorplatz befindet sich ein Triumphbogen mit der Inschrift „Gott segne Deinen Ausgang." Vor dem Dome steht eine Colossalstatue „der segnende Christus". Die Trauerfeierlichkeit im Dome begann programmgemäß. Der Kaiser ist in Folge der schweren Kälte nicht anwesend. Hofprediger Kögel hält die Gedächt- nißrede am Sarge, welcher der Text zu Grunde liegt: „Nun lassest Du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen." (Lucas 2, 29/30.) Die Trauerfeierlichkeiten für Kaiser Wilhelm. Berlin 15. März. Von Mitgliedern der drei Parlamente und deren Angehörigen halten etwa 2000—3000 Personen von der Erlaubnitz Gebrauch gemacht, gestern Nachts zwisch n Vall und Vtl2 Uhr die Aufbahrung der sterblichen Ueberrefte Kaiser Wilhelms In Augenschein zu nehmen. Um dieselbe Zeit erschien Prinz Heinrich mit einer Anzahl von Marine-Officlercn, um an der Leiche seines erlauchten Großvaters nlederzuknieen und zu beten. In der folgenden Stunde wurde der Andrang zum Dom aus's Neue so gewaltig, daß man genötigt war, um 1 Uhr Nachts zu schließen. Der Blumenschmuck des kaiserlichen Katafalks übersteigt an Pracht und Fülle auch die kühnsten Erwartungen. Aus allen Theilen der Welt, aus allen Schichten der Gesellschaft sind duftige Zeichen inniger Theilnahme und Treue eingegangen. Den Schmuck des Sarges mit losen Blumen hat Kronprinz Wilhelm übernommen; die Frau Kronprinzessin hat einen Palmenwedel mit Blumenstrauß niedergelegt; die sieben Urenkel Kaiser Wilhelms spendeten einen zarten Maiblumenkranz mit einem Rande von Rosen und Vergißmeinnicht und einer Schleife, auf welcher die Namen eingedruckt waren. Prinz Heinrich überbrachte einen Palmenzweig, der unten mit- einem Maiblumenkranz geschmückt war; Prinz Alexanders letztes Liebeszeichen war ein Cykagwedel mit Schleife. Palmenwedel, Blumensträuße, Kränze u. s. w. in reichster Art sandten ferner die Großherzogin- Mutter von Mecklenburg, die Königin von Württemberg, die Königin von Spanien, König und Königin von Portugal, König und Königin von Rumänien, der Herzog von Schleswig, der Erbprinz von Anhalt, der Erbprinz von Schönburg, die erbprinz- lich württembergischen Herrschaften u. a. m. Das preußische Staatsministerium hat seinem großen König und Herrn einen Kranz von unvergleichlicher Pracht gewidmet.' Derselbe wird aus Camelien gebildet, aus denen einzelne Tulpen hervorragen, während Maiblumen das Ganze umsäumen, die Mltte ziert ein Strauß aus Rosen, weißem Flieder und Schneeglöckchen, über der Schleife liegt ein Orchideenzweig. Auch der Kranz, den Staatsminister v. Goßler niedergelegt hat, war reich an herrlichen Blumen. Die bairische Gesandtschaft bekundete ihre Theilnahme durch Uedersendung eines Lorbeerkranzes mit blauweißer Schleife, auch die württembergische Gesandtschaft übersandte einen Kranz. Ebenso reich wie eigenartig ist die Blumenspende der türkischen Botschaft. Dieselbe besteht aus einem Halbmond, dessen äußerer Rand aus Maiblumen gebildet wird; es folgt alsdann ein breiter Streifen von weißen Azaleen, in der Mitte mit einem Strauß von Camelien und Orchideen; den inneren Rand bilden Veilchen; der über dem Halbmond befindliche Stern wird aus dicht zusammengesteckten Hyacinthenblüthen gebildet. Die Schleife Ist in den türkischen Farben. Der Kranz der französischen Botschaft zeigt Camelien, Veilchen und Schneeglöckchen; auch hier war die Schleife in den Nationalfarben. Der Kranz der spanischen Botschaft ist ohne Schleife. Unter den Spenden der deutschen Städte zeichnet sich durch Eigenart besonders die der Stadt Königsberg aus. Auf einer Zusammenstellung von drei grünen und zwei goldenen Palmen liegt ein goldener Kranz mit frischen Kornblumen. Durch seine seltene Blumenpracht entzückt der Kranz der Stadt Kreuznach, einen Rand von Maiblumen umgibt ein Kreis von Veilchensträußchen, dem zwei Reihen weißer Camelien folgen, während^ Schneeglöckchen nach innen den Abschluß bilden, der über den Kranz herabfallende Strauß besteht aus Schneeball, weißen Rose» und Flieder. Eine überaus sinnige Gabe trägt die Widmung: „Die Arbeiter von Bonn"; sie besteht aus einem Palmenkranz mit einer goldenen Lorbeerkrone und einem aus Veilchen gebildeten Kreuz. In echt patriotischer Weise hat der Kriegerverein zu Rüdesheim des tobten Kaisers gedacht; er sandte einen Kranz aus vergoldeten Eichenblättern vom Niederwald. Auch der Deutsche Handelstag, der Centraloerband deutscher Industriellen, der Verband deutscher Müller, die Deutsch - Oftaftlcanische Gesellschaft, das Personal des königlichen Schauspiels und der königlichen Oper, die Wild- und Geflügelhändler der Central-Markthalle, die hiesige englische Kirchengemeinde, das königliche Wilhelms- Gymnasium , das Berliner Leibniz - Gymnasium sind durch prachtvolle Spenden vertreten, sowie viele hervorragende Privatpersonen. In besonders hervorragender Weise hat sich die Armee an der Ausschmückung des Katafalks beteiligt. Wir sahen u. a. prachtvolle Kränze von allen Garde-Regimentern, von den Königs-Husaren, von dem in Mannheim stehenden Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 110, vom 2. Württembergischen Infanterie - Regiment Nr. 121. Rührend ist die Anhänglichkeit, welche Tausende Deutscher im Auslande Kaiser Wilhelm entgegenbringen. Sogar die Deutschen auf Java haben einen großen Kranz hier bestellt; unsere Landsleute in London, Glasgow, Buenos-Aires, Riga sind durch Kranzspenden vertreten. In der Stadt herrscht außerordentlich reges Leben; der Fremdenzufluß ist ungemein stark und die Gasthäuser sind längst überfüllt. Zur Zeit der Beisetzung werden in der Stadt sämmtliche Geschäfte, an denen der kaiserliche Leichenzug vorüberfährt , für die Dauer des letzteren Thüren und Schaufenster schließen oder verhängen. Die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung finden sich vorher im Traueranzuge im Lichthofe der technischen Hochschule £n und begeben sich, sobald das Trauergeleit den großen Stern erreicht hat, in geordnetem Zuge nach der Charlottenburger Brücke, wo auf der Westseite bet der Einmündung des Charlottenburger Ufers ^bei einer Ehrenpforte Aufstellung genommen wird. In der Berliner Straße nehmen auf der Südseite von der Krummen Straße bis zum Schloß die nicht zum Leichengeleit commanbirten Mannschaften bes Regiments Garbes bu Corps Aufstellung , auf ber Norbseitc bilden Vereine Spalier. Vor dem Rathhause stellen sich die Schüler und Schülerinnen der oberen Elasten der Gemeinde- und Bürgerschulen mit ben Lehrern unb Lehrerinnen auf, unb zwar nörblich bie Knaben, südlich die Mädchen. Bei dem Herannahen des Leichenwagens stimmt ein aus ben Knaben ge- bilbeter Sängerchor an: „Wenn ich einmal soll scheiden", unb fährt mit bem Gesänge fort, bis ber Leichenzug vorüber ist. Sämmtliche öffentlichen Laternen vorn Landwehrgraben bis zum Reitplatz am Luisenplatz unb in ber Schloßstratze werden schwarz umflort und zu ber Zeit, in welcher bie Trauerfeier im Dom beginnt, angejünbet. Der Großfürst - Thronfolger, Großfürst Nikolaus ber ältere und Großfürst Michael ber ältere nebst Gefolge sind heute früh von Petersburg hier eingetroffen. Dieselben begaben sich vom Bahnhof sofort in ben Dom zu ber Leiche bes Kaisers Wilhelm. Wohnung nehmen die Großfürsten tm russischen Botschaftsgebäude. Lokale-. Gieße«, 16. März. Zum Andenken an unseren nun dahingegangenen Kaiser Wilhelm geben wir heute, an dem Tage, an welchem seine sterbliche Hülle dem Schoße der Erde übergeben wird, unseren Lesern das wohlgetroffene Bild des hochftseligen Kaisers als Extra-Bellage zum Anzeiger. Möge bei Seinem Anblick jeder brave Deutsche sich Seiner in Ehrfurcht erinnern. Gieße«, 16. März. Unsere Stadt nimmt innigen Antheil an dem schmerzlich« Verluste, ben Deutschlanb, ja ganz Europa durch ben Heimgang unseres unvergeßlich« Kaisers Wilhelm erlitten hat. Alle Läden in der Stabt sinb geschlossen unb das Gefühl ber tiefen Trauer sieht man überall ausgeprägt. Zahlreiche Häuser haben Flaggen auf Halbmast gehißt unb Trauerflor ist an ben Fahnenstangen angebracht. Die öffentlichen Bureaus sinb heute geschlossen, auch bie Poft hat von 11 bis 4 Uhr ihre Schalter nicht geöffnet. In den Schulen finbet Gedenkfeier statt, mit entsprechendem Hinweis von Seiten der Lehrer an die Schüler auf das, was Kaiser Wilhelm Deutschland gewesen und für Deutschland gethan hat. Möge, es dauernd der Jugend unb den Erwachsenen zum Segen des Vaterlandes eingeprägt bleiben! Gießen, 16. März. (Kaisertrauer der städt. Schulen.) An ber tiesschmerz- lichen Trauer, welche heute die Brust eines jeden Deutschen über ben Hintritt seines großen Kaisers erfüllt, nahmen auch bie städtischen Schulen burch ein soeben abgehaltenes Trauer- ceremoniell geziemenb Theil. Es waren hierzu von beiden Gruppen die Kinder vom 9. Lebensjahr an aufsteigend, alle Lehrer und an deren Spitze die beiden Oberlehrer erschienen Die Trauerfeier wurde in der Mädchenturnhalle (Westanlage) wegen des spärlichen Raumes in zwei Gruppen — Knaben und Mädchen gesondert — inscenirt und nahm einen bem tiefernsten Charakter der Handlung angemeffenen Verlauf. Die Halle, welche der Trauer- I Handlung gemäß ausgestattet war, das trauerumflorte Bildniß des Kaisers und der hehrr Menschen hinstellte. Bon Allgemeiner Anzsrger IandlMrHsch. X'üt'fllucrcill Sitten. • qf-y Ausverkauf, ’apW <*** 71 7 «...______ G ._______ ___ Sitzung Katholische Gemeinde. Passions-Sonntag. Gottesdienst in der Synagoge. Freitag Abend 5« Uhr, Samstag Morgen 8* Uhr. SamStag Mittag i Uhr 6“äÄrÄ»° sie ,ur Zeit Deutsch, landä tiefster Emiedrigung ihren Kindern zug-rus-n: „Befreit Euer Boll vor> der Sch , werdet Männer und trachtet nach dem Ruhm großer Männer, »nnt Ihr dl-s-z mch erreichen, so sucht den Tod; denn es ist b-ffer in Gottes als m Menschen Hände zu fall n - | Goldene Worte fürwahr, di- Ni-mand tr-u°r b-h-rzigt- und erfüllte als Kaiser Wllh-Inn Darum trauert auch di- d-utsch- Ration h-ut- mit Recht über den H-dNg -.n-s folch Herrsch°rS. Ist er auch in hohem Gr-is-nalt-r von uns genommen worden so war es u uns dennoch zu stüh. Und das Alles weiß und fühlt das d-usich- Bollheute, we,ß un Mit daß ihm di- Krone seines Hauptes fehlt. Darum ist denn auch Trauer - n- innerliche dem Herzen -ntstr°m°nd-, ti-sg-sühlt-. Fast ^tt«id w«taiUm)läm>at ket äußerlichen Trauerseier, der Erinnerung an die innere, nicht bedurft doch das .;erz »erlangt darnach, feinen Gefühlen und EmPfindungen auch sichtbarl.ch Ausdruck zu °-tIe-h-n. W-nn daher auch unser Schmerz groß und gerecht .st, so sind-n wir gl-.chwohl Trost im Hinblick auf d-s großen Kaisers herrlichen Sohn und geistigen Erb-m unseren erhabenen Kaiser Friedrich, weil wir wiffen und es uns bereits durch goldene Worte ins Bewußtsein g-rus-n worden ist, daß das begonnene Werk von ihm ,m Geiste der Liebe und Treue sortaesetzt und, so Gott will, «füllt werden wird. Mögen hierzu seine H-rrsch-rjahr- ungetrübte, ungezahlte und gottbegnadete fern Sicft»«, 16 März. Heute morgen von 11-12 Uhr sand im Gymnasium eine Trauerst!?zum Andenken an Se. Majestät Satfer SJilbelm ftatt. ^en Dr ©lamm hielt eine zu Herzen gehende Ansprache, in bet er auf bie hohen Tugenden des enifchlasenen Monarchen* ^inwieS und ihn der Jugend als das Muster eines edlen Fürsten und WWWM-LiZLWL °U' d°'°AU ou8^bc6afübrt1bur4 0r”6ae Salbungen und als ste - Müller ging rSSnE“ Ä?^^vo7rü^-»oruN^ L ber Nahe; ’£n'„a^e horten auf der Bürgermeisterei von dann -i ig qu-r -ld-in bisnach St-rnfels,^maq. w 2od)ler bem «ttentat alsbald Anzeige. I 'denn ihr mann geblieben sei, worauf derselbe fragte ihn, was ihm vassirt mld nn rot^c er nicht. Der bald barauf Achewmdm Polizei “eug’nete « AlleE hielt es aber für angezeigt, zu verschwinden, -rd- LL baw ^^^"^^zh^h^lastenden Alte WWl üb. J SÄ«», bedürf. * tige Erstcommunikanten. Am Freiiag um 6 Uhr: Fasten-Andacht und Predigt. i a tz. M., Nachmittags 3 Uhr, Sonntag den Ve w 85 “ in Grossen-IAnden im Saale des Herrn Ludwig Keßler „im Löwen". ' k . Nortraa des Herrn Landwirthschaftslehrer Tagesordnung. S Anwendung künstlichen Leithiger aus Als seid »o-r Der Borstand. Düngers. ________i-izJ__________ — Glaser, » «x «MwAhmen vs^^Udern^rmd Spiegel« in allen denkbaren empfiehlt sich im Sinrahme« n ^mcn. 477 Kirchliche Au;eigen der Stadt Wieste». Svaugelische Gemei«de. Gottesdienst. Sonntag Judica, den 18. März: Kirchliche Trauerfeier zum Gedachtniß an den he mgegangene» Kaiser Wilhelm. WartUÄ0e”MrrÄb^6 U6?:rVL $amUomn§anb«d)t in b-r Kirche. Wilhelm. Pfarrer Schlosser. i-i-rr. wir ben Landes-Buß-und Dr. Naumann. Liesten. 16. März, **«■ - - ri . Majestät den Kaiser Friedrich und Ihre Majestät die Kaiferin Aususta den fühlen feiner Trauer um unseren entschlafenen Heldenkaiser Wilhelm Ausdruck lieben ‘ 15 Märt. Gepflogenheit ist es, bie sog. bösen Schwiegermütter als »^anÖ *'lir“l$«unterPberr Anklage des Mordversuchs stehende Hrch. 3oft aus Her-henhain k?-iner^ nu°^Da^ der ^^ütiegerfohn den allen Gewohnheitstrink-r^aus hü>Eu^tKrund-n bei der Auslohnung uicht sehr .^ ^4^ieaersohn festgesetzt. Dieser Groll mag zunächst gegen den ungerechten und geiz gin * ? ’ an ® einem Schnapskreuzer abzwackle MUMU-LLLML 2215 2244 Der Vorstand. •wpfUMt 26. 3£üAm. alte 100 90, neue 102.20 ?V,o/° do. Redaction: A. S «Heyda. — 9410 87.00 63.30 96 90 137.30 106.90 101 80 103.00 106.10 105 10 106.00 16.11-16.15 16.10-16.14 20.29-20.34 4.16-4.20 ließen, den 14. März 1888. von Mlchlingssche Forstverwaltung. ___________ Laris ♦ Unserem l. Emmchen zum Heu- ♦ X tigcn Geburtstage die herzlichsten ♦ * Glückwünsche von den Herren der £ ♦ grünen Stube. 2240 X 7on der Großherzogl. Saline Bad-Nauheim aus gradirter Soole dargestellt, ausac- zerchnet durch seine Schärfe und Leicht- loslichkeit, Kochsalz, Viehsalz, Bade salz, EiSsalz, Mutterlauge, letztere in L-alinenlannen, alles bester Qualität, wie allgemein, anerkannt, ist stets vorräthig »nd zu den billigsten Preisen zu beziehen D't rrn Kaufmann J. CI. D. Bup«t a>n vtn Markt in Gießen. Uf08sti. Salinen- und Bergamt Bad-Nauheim. KeilgeSotenes. 2249 Ein Eckhaus, am Zusammenfluß von 3 Straßen, in bester Lage, unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Näheres durch Wilhelm Krämer, Bahnhofstraße 61. weiter freie Wohnung nebst freier Heizung und Beleuchtung verbunden. Bewerberinnen, nicht unter dreißig Jahre alt, unverheirathet oder ver- wittwet, ohne Kinder, wollen ihre Gesuche unter Vorlage von Zeugnissen alsbald hier einreichen. Gießen, den 15. März 1888. Der Großh. Erste Staatsanwalt. 2246 Jöckel. 20 FrancS-Stücke do. in Vi En gl. 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