Mr. 295 Zweites Blatt. Sonntag den 16. December Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigebtatt für den Kreis Gießen. ©ttrcottt Schulstraße 7. OB> ^WWICTffiWMTinMM -LUJUMJW EI Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«« Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Einladung )um Abonnement aef den Gießener Anzeiger, ämts= un6 flnjeigcöfatt für öen .Kreis Hießen. Der erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen, inel. der Beilage „Gießener Familienblatter", welche dreimal wöchentlich dem Anzeiger beigelegt werden. Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei iu'S Haus geliefert, beträgt 2 Mark 20 Pfg.; für auswärtige Abonnenten, welche nur bei der Post abonniren können, 2 Mark ercl. Postgebühr. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im I. Quartal 1889 zusenven und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben z« wollen, damit wir vollzählige Exemplare liefern können. Die Expedition. Die Ergebnisse der Unfallversicherung', im Jahre 1887. Dem Reichstag ist soeben eine Ueberstcht über die Rechnungsrrgebnisse der Berufsgenossenschaftcn mitgetheilt worden. Die Unfallversicherung ist bekanntlich mit dem letzten Quartal des Jahres 1885 in Kraft getreten. Der gegenwärtige Bericht stellt somit den zweiten vollständigen Jahresbericht dar. Die landwirthschaftltchen Arbeiter waren im Jahre 1887 noch nicht versichert. Den nachstehenden Mtt- theilungen sind die betreffenden Zahlen des Jahres 1886 zur Vergleichung tn Klammern beigefügt. Die Zahl der versicherten Personen betrug 3,861,560 (3,473,453). Dieselben verlbeilen sich auf 62 Berufsgenossenschaften. Die für die Umlagen anrechnungssähtgen Löhne betrugen 2,389,349,536 X (2,228,338,865 X). Die Lohnbeträge über 4X sind, wte wir bemerken, für den Mehrbetrag nur mit einem Drittel anrechnungsfähig. Für -le Löhne der jugendlichen und nicht ausgebildeten Arbeiter ist nach dem Gesetz der ortsübliche Tagelohn Erwachsener berechnet. Einschließlich der Unfälle bei 48 Ausführungsbehörden von Reichs- und Staatsbetrieben für die Unfallversicherung betrug die Zavl der neuen Unfälle, für welche im Aabre 1887 Entschädigungen bei Todesfall oder Krankheit über 13 Wochen festgestellt mürben 17 102 (10,540). Die Anzahl sämmtlicher im Jahre 1887 überhaupt zur Anmeldung gelangten Unfälle betrug 115,475 (100,159). Für Unfälle mit der Folge einer dauernden völligen Erwerbsunfähigkeit waren tm Jahre 1887 in 3166 (1778) Fällen, für Unfälle mit tödtlichem Ausgange in 3270 (2716) Fällen Entschädigungen fcst- inkfaen Die Kahl der von den im Jahre 1887 getödteten Personen hinterlassenen !n chädigungsberechtigten P-rsonen bcträgt 2143 (1802) Wittwen, 4723 (3949) Kinder unb 217 (184) Agcendenten), tm Ganzen 7083 (5995), Auffallend rst die Steigerung der Unfälle mit der Folge einer dauernden völligen Erwerbsunfähigkeit. Die Entschädigungsbeträge des Jahres 1887 umfassen natürlich auch diejenigen Personen deren Rentenbezüge aus den Jahren 1885 und 1886 stammen und im ^abre 1887 wcitergelaufen sind. Hiernach stellten sich in den Berufsgenosfenschaften die Entschädigungsbeträge auf 5,373,496.46 X (1,711,699.98 *<) unb den laufenden «erwallungskosten 2,897,165.87 X (2,324,294.32 J4). Die weiteren Ausgaben an L de? Unfalluntersuchungen und der FM-llung der Entschädigungen, an Schieds- -lertchts- und Unfallverhütungskosten betragen 725,619 66 X (277.247.60 X\ Bcmerkenswerth ist die weitere Erhöhung der Verwaltungskosten. Bekanntlich .„bärt die Kostspieligkeit der Verwaltung der Einrichtung nicht zu den letzten Klagen, die aeam die Berufsgenosfenschaften erhoben worden sind. Auch der oorliegcnde Be- riAt9ieiat daß die näher ausgesprochene und sehr berechtigte Mahnung des Herrn ^?aatssecr'etärS v^ Bötticher doch nur eine geringe Wirkung erzielt hat. Noch immer ÄS ü r beobachtete Ungleichheit tn der ^he der Verwaltungskosten der linirtn/n Berufsaenosfenschaften und zwar o t in der schroffsten Form zu Tage. £ Nenstchind-r einen auf kaum mehr als 20 4 für den Kopf Der V-r- werten belaufen beziffern sie sich in anderen auf 2, ja auf mehr als 4 X. Das ist Tbat eine Erscheinung, die zu denken gibt, und in einer Anmerkung zu der i^rsickt der Verwaltungskosten wird ausdrücklich hervorgehoben, daß die angeführten Z ffern^sichnur zur Beurtheilung der th-tsächlichen Hohe der laufenden Derwaltungs- fo ten nW auch zur Beurtheilung der Angemessenhert dieser Aufwendungen verwenden z in ter den Berufsgenosfenschaften mit eurem kostspieligen Verwaltungsapvarat U ! immer die Schornsteinfeger - Berufsgenosserrschaft den ersten Rang ein. «ilNMt noch I^^opf der Versicherten Verwaltungskoften in der Höhe von 4,60 X ikn 6 t 11 in dieser Beziehung schon einen gewissen Ruf erlangt. Die i rKnikit ihren Einrichtungen ist oft besprochen, und sie wird begreiflich, wenn wie bi^r ordentlich eine Ehre darein gesetzt wird, tm Vollen zu wtrth- wi h „gch ist vom Abgeordneten Oechelhäuser hervorgehoben n in dieser Genossenschaft auf die Erledigung eines EntschädigungssalleS «°rden, daß in dleser^^mon me^r 2 X belaufen sich die Ver- 21 in ber Müllerei-, ber Fuhrwerks- und Westdeutschen Slnncm<5d)tfc und 2 X Kosten für den Kopf der V-r- ^ahrts-Bcrufs-G ^.^fsaenofsenschatten. Bei 41 Genossenschaften betragen dagegen die nn^bniAt 1 T ®te WC Verwaltung haben die sächsische, die schlesische N,i-nfsaenossenschaft und die Seiden-Berufsgenossenschaft; die 93er mal tung3: hier 0 21 beim. 0,25 und 0,27 X. Die Verwaltungskosten der Zucker- kosten betragen h , , 0 38 für den Kopf der Versicherten. Die noch nicht Berufsgenossenschaf . 9 . ^oftCn der ersten Einrichtung belaufen sich, einschließlich ?öMg zum Abschluß (S 100 des Unfall- der Ausgaben auf Grund Uvernommen Berufsgenossenschaften für das Jahr 1887 auf dm Reservefonds sind für das Jahr 1887 bis 225,673,92\ X (5 0, . . _ 4^g (5 401,878.06 X) eingelegt worden, so daß im jum 15. August , , • l j effektiven Ausgaben für die 62 Berufs- 1S./S7,3S4,SS^t (w,600 ^' 22,266,483,78 Jl (12,381,958,46 an SKÄÄ-5 bteflehteren umfassen tat von den inetsten Berufsgenossen- B-trLsWs^ d°s Jahr 1888 - g-g°nül>-rst-hen. Der am Schlüsse des Rechnungsjahres verbliebene Bestand beläuft sich für sämmlliche Berufsgenossenschaften auf 3,109,088,93 X, der Gesarnmtbetrag des Reservefonds auf 15,720,841,66 X. Bei den 48 Ausführungsbehörden von Reichs- und Staatsbetrieben beliefen sich im Jahre 1887 die Gesamrntkosten auf 575,213 X (212,130 X). Hier entfallen die Kosten fast ausschließlich auf Entschädigungsbeträge. Die Zahl der versicherten Personen betrug hier 259,977 (251,878). (I. Z.) Vermischtes. — (Zwischen Livp' und Kelchesrand.j Aus Berlin wird geschrieben: Das Hochzeitsmahl des 28jährigen Kaufmannes B., welcher dieser Tage mit der einzigen Tochter d.'s Fabrikanten W. standesamtlich und kirchlich verbunden wurde, fand in dem Festsaale eines Hotels statt; als sich während desselben der Bräutigam mit gefülltem Glafe erhob, um für die ihm und feiner jungen Frau dargebrachten Beweise oo« Freundschaft zu danken, unterbrach er sich plötzlich unb schleuderte mit schrillem Gelächter sein Glas an die Wand. Man konnte den bedauernswerthen Mann, welcher in einen Zustand ber Raserei verfiel, nicht mehr zur Besinnung bringen. Ein herbeigeholter Arzt stellte Geistesgestörtheit fest und es mußte die Ueberführung des unglücklichen jungen Ehemannes, welcher schon früher eine Kaltwasserheilanstalt hat auffuchen müsse», nach einer Privatheilanstalt erfolgen. Die junge Frau befindet sich schwer erkrankt bei ihren Eltern^ ^ren Armen das Kind war tobt.] Eine Scene, die in ihrer Tragik an den Göthe'schen Vorwurf zum „Erlkönig" erinnert, ereignete sich am Dienstag in der Poliklinik des Professors Gerhardt zu Berlin. Daselbst erschien eine Mutter mit ihrem drei Monate alten Kinde im Arme. Dasselbe hatte ein eiterndes Geschwür am linken Ohr und ber Arzt, an ben sich bie Frau mit bem kleinen Patienten zuerst aewanbt, schickte die Mutter, da höchste Gefahr vorhanden war, zu Herrn Profefior Gerhardt zu sofortiger Operation. Mit Bedauern mußte der Professor ber armen Frau als biete ihm bas Kinb präsentirte, erklären, baß es hier nichts mehr zu operiren nabe 'ba bas Kind bereits seit einer halben Stunde tobt sei. Der Eiter war inzwtfchen in b'aS Gehirn bes Kinbes gebrungen unb hatte so bas plötzliche Ende herbeigeführt. Der Schmerz der Mutter war ein unbeschreiblicher. — (Originelle Sprachlehrmethode] In welcher Weise am Berliner orientalischen Seminar bie chinesische Sprache gelehrt wirb, ist eine Frage, die gewiß von allgemeinem Interesse ist. Die Meisten wird dabei die Mittheilung überraschen daß die Sprache des himmlischen Reiches den Studirenden unter Mitwirkung des Professors Armdt von einem Chinesen gelehrt wird, ber selbst so gut wie gar nicht d-utfck spricht. Der Herr Docent heißt Knei-Lin unb unterrichtet in der Weise, daß er eine Anzahl Worte an bie Tafel schreibt, habet ben ©tubirenben bie Bebeutung der angemalten Zeichen - chinesifch - vorspricki unb die Worte nachfprechen läßt. So lernen die Herren zunächst nur die Zeichen sich einjupragen und den Slang bei chinesischen Idioms, ohne die deutsche Bedeutung des ihnen Vorgeiragenen zu wissen. Diese wird ihnen in ber nächsten Stunbe burch ben Herrn Professor Arenbi erklärt, welcher bie von Herrn Knei-Lin oorgetragenen Worte unb Sentenzen übersetzt. A aaI UA./a Hoflieferant Sr. Maj. d. Kaisers u. Königs Bonn, Berlin una A. Zuntz SOI. WWO. Antwerpen, empfiehlt als unübertroffen, ihre seit mehr als 8877 50 Jahren sich des best. GebraUnteR JaVa Kaffees Lescha'ften der Rufes erfreuenden v ~ . ... . . — Lebensmittel-Branche käuflich sind. erzielt man nur, wenn bie Annoncen zweckmäßig abgefaßt aa £ f unb typographisch angemessen ausgestattet sinb, ferner die 1 y F T 11 I Q richtige Wahl ber geeigneten Zeitungen ge- f v ö troffen wirb. Um bies zu erreichen, wenbe man sich an IttMAMrdM dieAnnoncen-ExpebitionRudolf Moste in Frankfurt ullffll Annoncen am Main (Vertreter in Gießen Jul. Wallach, Kaufmann, Marktplatz); von bieser Firma werben bie zur Erzielung eines Erfolges erforderlichen Auskünfte kostenfrei ertheilt, sowie Inseraten - Entwürfe zur Ansicht geliefert. 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December, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der NcustSdter Schäferei-Gesellschaft gehörigen Immobilien: Flur 3 Nr. 82 und 83 — 5450 Meter Acker am Krofdorferweg, Flur 10 Nr. 10a — 1594 Meter Wiese unter der Harth, Flur 15 Nr. 253 — 12456 Meter Wiese auf der kleinen Weide, Flur 16 Nr. 133,8 — 544 Meter Wiese auf der Hohletche, Flur 16 Nr. 133,, - 544 Meter Wiese daselbst, Flur 16 Nr- 133a,, — 263 Meter Wiese daselbst, Flur 16 Nr 133a,5 — 269 Meter Wiese daselbst, Flur 16 Nr. 134,, — 44 Meter Wiese daselbst, Flur 16 Nr. 134,, — 44 Meter Wiese daselbst, Flur 16 Nr. 135 — 556 Meter Acker daselbst, Flur 16 Nr- 136 — 1087 Meter Acker daselbst, Flur 16 Nr. 137 — 88 Meter Acker daselbst, freiwillig meistbietend unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Gießen, 12. December 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. I- A.: Bogt, Ortsgerichtsmann. 9983 Nutzholz- Versteigerung in dem Feldheimer Wald (3 km von Hungen). Mittwoch d. 19« Deebr. I. I., sollen in sämmtlichen Districten öffentlich versteigert werden: 27 Eichenstämme mit 39,32 fm (25 bis 55 cm Durchm., meist Schnittholz), 19 Eichenstämme mit 10,57 fm (25 bis 35 cm Durchm.), 95 Fichtenstämme mit 22,30 fm (15 bis 35 cm Durchm ), 1 Kirschbaumstamm mit 1,06 fm, 680 Fichtenstangen mit 25 fm, 11 Eichenstangen mit 0,53 fm, 15 Buchenstangen mit 0,40 fm, 57 rm Reiserprügel (Baumstützen, Bohnenstangen u. s. w.) Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr im Hinterwald bei Nr. 1. Arnsburg, den 10. December 1888. 9938 Gräff. Revierverwaltung. Montag den 17. December, Nachmittag? 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Ludwig Georg Karl Christian LamPuS in Frankfurt a. M. zustehenden Immobilien: Flur 8 Nr 34,, - 2081 Meter Acker, jetzt Wiese hinter den Schieß- gartcn an der Rodheimerslraße, Flur 8 Nr. 3b,8 — 144 Meter Acker, jetzt Wiese daselbst, Flur 24 Nr. 67 - 4725 Meter Acker am Barresgraben, Flur 40 Nr- 342 - 388 Meter Wiese auf dem Sand, Flur 40 Nr ?43 — 1200 Meter Wiese daselbst freiwillig meistbietend unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Gießen, den 7. December 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. I. 91.: Vogt, Ortsgerichtsmann. 9863 Aeikgevotenes. Regenschirme in schöner Auswahl zu billigsten Preisen, Reparaturen und Ueberziehen bei / 9789 Johannes Zufall, 7 Marktstraße 7. Tannen- und Buchev- Scheitholz ist billig abzugeben bet 4197 L. Jung IV., Klein-Linden. >. p 0^ g> GriMatwnskarlm in schönster Ausführung. Brühlsche Druckerei Alicestraße 19. 9939 15, 9688 Chr. LucLw. Thomas, JO Neuen Bäue 10. X Englische Anthracitlwhlen -r kaffe ich nächster Tage im Hafen Frankfurt a. 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