Nr. 242. Zweites Blatt, Dienstag de» 16. October ztV « g* uL 1$8$- Weßer,er Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. »rrrearrr Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. . ?■<ÄnteljLhrNch2Mark20Pf.mitBringerlohn. SS——__^1 vierteljährlich 2 Mar? 50 Pst Amtlicher HßeiL B-tr-ff-nd: Di- B-rsicherung der Gebäude gegen Feuettgesahr. Gießen, den 12. October 1888. Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen a« bi# Srobh.rzogitchen Bürgermeistereien des «reise». Gemeinden miJbem Gemeinderath zu^durchgehen und ^soweit sich hkrzu^Anlaß' bsit-?""di/GebäÄ'e'sitz- S. 453) hierdurch auf, dar Brandkataster Ihrer g-s-ber zur Stellung von Anträgen auf VersicherungneuerGebärd? L VsrbL !d« °Uf Poltzetstraf. sa “■,u “* ** —-------—------------- ------------------v. Gagern. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an die Pfarrämter des Dekanats. 94 ^"burch auf die nachfolgenden, bei A^brtngun^ der" Gesuche^chtm^"Vo^ch^flen°mst"dem^A^en"au^e'tt^E nachsuchen wollen, werd« Gesuche ohne Weiterer zurückgegeben werden veacyrenom -vor,chNslen mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige 2“ P°s-d: daßd.e Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reife,eua- mffe für die Universität und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugnisse für die Prima der Gymnasien und Realschulen 1. Ord., sammtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz.Ord« Theil der Wehr-Ordnung vom 28. September 1875 — Reg -Bl. Nr. 5o von 1875) ausgestellt sein müssen. der angeführten Ersatz-Ord. verwiesen. und^zu^verpflegen^"^" acti”en Dienstzeit zu bekleiden, aurzurüst« C1 ^n, UnbeichoItenh eita,eugniß, welches für Zöglinge von höher« Schulen (Gymnanen, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Drrector der Lehranstalt, für alle übrigen iunaets m.siVn15’ n’e P°^''Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienstbehörde d. das Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: 2u p°/- b - daß in dem Einwillig ungs.Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwillig« wahrend des emMngen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. 1. Dar Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungr-Commission nur dann anzubnngen, wenn der sich Meldende im Großherzoa- thum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauern, ven Aufenthaltsort hat. 2. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum ll^ovuar des Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebenswahr vollendet. Der Nachweis der B e r e ch- trgung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des An- Erbringen p $ *c e n $ bis zum 1. April desselben Jahres zu 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und fft crerzu em Bogen in Acteniormat (nicht Briefpapier) zu verwenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 7 * 9 * * * * * " 4* Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: ®. Geburtszeugniß; b‘ Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit u. Fähigkeit, den Freiwilligen Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und «etreffenb: Die Rachsuchung der Berechtigung zum emjähr,g.,reu°,lligen Dienst au, Grund von Schutzeugmffm. Großherzoglichs Prüsungs-Commission für einjährig Freiwillige. ______ Der Vornklmd» - *)r Q »Her. Politische Rundschau. Gießen, 15. October. ___ Augen sind auf die glänzenden «aisertage itt Italien gerichtet, die vom ersten Tage des Erscheinens Kaiser Wilhelms auf italienischer Erde an bis jetzt alle gehegt« weitgehenden Erwartungen womöglich noch übertroffen haben 8u einer cinjigen b-geistert-n Kundgebung für Deutschland gestaltete sich namentlich der erst- und äußerlich in so glanzende Formen gehüllte Empfang Kaiser Wilhelms in der Hauptstadt Italiens und alle Berichte aus der Siebenhügelstadt stimmen darin überein daß die Ovationen, welche dem deutschen Monarchen bet der Fahrt nach dem Königs- schlosse, dem Quirinal, wie bet seinem spateren Erscheinen auf dem Balkon des königlichen Schlosses von Zehntausenden dargebracht wurden, in ihrem Enthusiasmus einfach unbeschreiblich gewesen seien. Daß aber diese Stimmung der römischen Bevölkerung gegen den kaiserlichen Gast und Freund König Humbert's unvermindert anhält geht aus allen ferneren Meldungen über den Aufenthalt Kaiser Wilhelms in der ewigen Stadt hervor, sie lasten erkennen, daß der kaiserliche Herr, wo er sich auch zeigen mag immer wieder von den brausenden Jubelrufen der Volksmenge begrüßt wird • er selbst sich auch wiederholt tiefgerührt über die ihm in Rom bereitete Aufnahme'geäußert Dieselbe macht daheim das Herz jedes deutschen Patrioten höher schlagen, denn in den Kaiser Wilhelm am Tiberstrande dargebrachten Huldigungen concentrirt sich der natio- nale Pulsschlag Gesammtitaliens, in ihnen kommt die das deutsche und das italienische Volk verbindende Freundschaft zum erhebendsten Ausdruck und voll hohen Stolzes und mit innerster Genugthuung nehmen Deutschlands Stämme im Herzen an den ihrem Kaiser jenseits der Alpen bereiteten Huldigungen freudig Theil. Wie nachträglich bekannt wird, ist der Einzug Kaiser Wilhelms in Rom leider mcht ohne einige häßliche Zwischenfälle abgelaufen, die in der allgemeinen freudigen Erregung zunächst allerdings nicht sonderliche Beachtung fanden. Es wurden nämlich in den Wagen, in welchem der Kaiser mit König Humbert saß, von bübischer Hand ? Heiner rother Zettel geworfen, welche alberne Hochrufe auf Frankreich Elsaß-Lothringen und Triest, sowie Verwünschungen der Tripel-Allianz enthielten; außer- 9Uirfn?S)Il^e und mehreren anderen Plätzen der Stadt tumultuöse b V?-rC nm Iäc6erIic^ Demonstration gegen den Kaiserbesuch hinaus- ^ndalosen Vorgänge, welche man allgemein auf französische Urheber- ba&en w den weitesten Kreisen der Einwohnerschaft Roms lebhafte et MU?tUn9 her^rgerufen; glücklicher Weise soll es gelungen sein, mehrere der stechen Individuen, welche bei den häßlichen Scenen betheiligt warm, zu verhaften. ^om Italien beherrscht das Tagesinteresse fortgesetzt dergestalt, daß die Berichterstattung über die innerdeutschen Angelegenheiten wie über die sonstigen Weltbegebenheiten sich noch immer innerhalb knapper Grenzen be- wegen muß. Was zunächst jene anbelangt, so ist anläßlich der Affaire Geffckm eine ^«Heilung der „Berl. Pol. Rachr." zu registriren, wonach eine seiner Zeit Kaistr Friedrich für die geheime Correspondenz mit den obersten Reichsbehörden zur Verfügung gestellte Chiffre, welche sich zur Zeit des Todes des Monarchen noch imSterbe- S1?nrt?Cfanb' ^Händen gekommen ist und verschwunden bleibt. Zweifellos lieat Diebstahl vor und es wird also eine neue Scandalaffaire geben. "iederösterreichischen Landtage hat der unter den Auspicien des Prinzen begonnene Kampf gegen die Grundlagen der heutigen Volksschule in Oesterreich zu einer kräftigen Kundgebung für dieselbe geführt. Mit überwältigender @hmmen' ift üblich von der Landesvertretung Rieder- osterreichs e ne Resolution angenommen worden, welche sich energisch für unverkürzte Aufrechterhaltung des Reichsvolksschulgesetzes aus den Jahren 1868 und 1869 ausspricht Regierung erwartet, sie werde allen Versuchen nach grundsätzlicher Am- b^uu6 besselben entgegentreten. Hoffentlich bleibt der niederösterreichische Landtag mit dieser Kundgebung nicht vereinzelt stehen. > » Am Montag sind die franzSfischen Kammer« zu ihrer Wintersession zusammengetreten und hiermit dürfte vor Allem die vielerörterte Frage der Verfassungs- revifion acut werden. Bei einem am Freitag beim Cabinetschef Floquet stattgefundenen politischen Diner soll derselbe erklärt haben, er müsse bei der Revision beharren und würde seine Demission geben, wenn die Kammer die Revision ablehnte, oder aber sie nur mit Hilfe der Monarchisten votirte; er könne nur das Votum einer ausschließlich republikanischen Mehrheit annehmen. Floquet scheint zu ahnen, daß eS mit seiner Ministerherrltchkeit vermuthlich doch zu Ende geht! Die Lage in Afghanistan wird immer verworrener. Nachrichten aus englischer Quelle sprechen die Befürchtung aus, daß ein Aufstand der Bergstämme in der Gegend von Ghusni gegen den Emir Abdur Rhaman bevorstehe; über die angebliche Niederwerfung des Aufstandes Jschak Khans durch die Truppen des Emirs liegt noch keine bestätigende Meldung vor. In Chicago herrscht wieder einmal das Strikefieber in bedenklicher Weise. Die Angestellten der dortigen Pferdebahn-Gesellschaft haben die Arbeit eingestellt und kam cs zwischen ihnen und der Polizei zu einem Zusammenstöße, bet welchem über 100 Personen, meist Strikende, verwundet wurden. Don Setten des Bürgermeisters wurde die Bevölkerung ermahnt, sich jeder Zusammenrottung auf den Straßen und Plätzen zu enthalten._____________________________________________ Deutschland. Berlin, 13. Octobcr. Die englische Armee nimmt ihrer Zahl nach unter den Heeren der europäischen Großmächte bekanntlich den allerletzten Platz ein. Da aber das britische Weltreich zum Haupttummelplatz seiner Streitkräfte nicht sowohl das Festland, sondern die See erwählt hat und seinen Stolz darin setzt, als „Königin des Meeres" zu gelten, so ist die öffentliche Meinung Englands wegen der numerischen Unbedeutendheit des Landheeres um so leichter getröstet, als es jenseits des EanalS für ein nationales Dogma gilt, daß die Armee durch ihre Qualität ersetze, was ihr an Quantität mangelt. Der soeben veröffentlichte milttär-ftatisttsche AuSwetS pro 1887 beziffert den Effektivstand des Landheeres am 1. Januar o. I. auf 211,021 einschließlich des Offictercorps. Von dieser Geiammtzahl garnisonirten 107,270 Mann im Vereinigten Königreiche selbst, 28,035 allein in Irland, 4738 entfielen auf das egypttsche Besatzungscorps; 25,848 standen in den Colonien außer Indien; Indien selbst war mit 72,345 Mann belegt, der kleine Rest von 820 Mann befand sich auf dem Hin-, beim. Herwege nach oder von Indien und Egypten. Im Allgemeinen ziehen die Londoner Blätter aus den ziffernmäßigen Angaben der in Rede stehenden Heercsübersicht günstige Schlußfolgerungen; namentlich constatiren sie mit Behagen, daß die Armee zahlreicher war als je zuvor, und daß Desertion, sowie andere Verbrechen unter der Fahne eine abnehmende Tendenz bekunden, bet erhöhtem Erziehungsstande. Was ihnen hingegen minder gefällt, ist der bemerkbar heroortretende Rückgang der Rekrutenziffer, dem Abhilfe geschaffen werden muß, wenn das Heer sich auf seiner jetzt erreichten ziffermäßigen Höhe behaupten soll. Ein weiterer, nachdrücklich bemängelter Punkt betrifft den unzulänglichen Bestand an Cavallertepferden. In der Thal hat der an sich schon auffallende Unterschied zwischen den Präsenzziffern von Eavalleriemannschaften und Pferden in dem letzten Jahre noch zugenommen. Denn während 1880 auf einen Effektivstand der Garde- und Linien - Caoallerte von 17724 Mann einschließlich der Officiere nur 11,714 Pferde kamen, stieg inzwischen die Mannschaftsziffer auf 19,260 Mann, bei sich gleichbleibendem Pferdebestand. Es ist unzweifelhaft eine Schwäche der englischen Heeresorganisation, die ihre ernsten fachtechntschen Bedenken hat, und deren Remedur von den caoallertstischen Autoritäten oft genug, aber immer erfolglos, in Anregung gebracht worden ist. Jndeß scheint es, als ob die neuesten, von der deutschen Praxis geleisteten Fortschritte in der strategischen und faktischen Ausnutzung der Cavalleriewaffe auch den Engländern einzuleuchten beginnen. Wenigstens ertönt der Ruf nach zeitgemäßer Reorganisation der Caoallerte lauter und lauter und dürften sich die parlamentarischen Budgetpolitiker wohl oder übel zu finanziellen Zugeständnissen an den Etat deS LandheereS für den beregten Zweck herdeilassen müssen. Vermischtes. △ Mainz, 14. October. Zwischen Delegirten der Stadt und der hessischen Staatsrcgierung fand gestern unter dem Vorsitz des Staatsraths Dr. v. Knorr eine Besprechung hier statt zu dem Zweck, um verschiedene Meinungsdifferenzen über die Unterhaltung der aus dem Unioersitätsfonds stammenden und daneben von den Lehrern der höheren Lehranstalten benutzten Professorenhäuser hier auf dem Wege der mündlichen Besprechung zu beseitigen. Durch gegenseitiges Entgegenkommen war der angestrebte Zweck nach kurzer Zett erreicht. — Um dem bei den Abendschulen vielfach vorkommenden Unfug thunltchst zu steuern, hat der hiesige Schulvorstand beschlossen, den Schülern, welchen es ihre Verhältnisse und Zett gestatten, diesen Winter Gelegenheit zu geben, den gesetzlichen Fortbildungsunterrtcht in den Stunden von 5—7 Uhr Nachmittags zu genießen. Für die sich hierzu anmeldenden Schüler werden besondere Klassen errichtet. — Gestern ist hier ein Polizeibefehl erlassen worden, welcher das unsinnige Peitschenknallen verbietet und Zuwiderhandelnden Strafe androht. — In der großen Militärconseroenfabrik haben vergangene Woche die Schlachtungen wieder angefangen. Bis zum Frühjahr werden durchschnittlich etwa 12 Ochsen täglich geschlachtet. A Mainz, 14. October. Vor etwa 2 Jahrerr ist der hiesige Bankier Josef Hirsch junior unter der Anschuldigung des Betrugs verhaftet worden. Damals wußten eine Reihe von Blättern von großen Betrügereien zu berichten, welche H. begangen haben sollte. Nach zweijähriger Untersuchung ist H. am 3. d. Mts. außer Verfolgung gesetzt roorben, da sich kein Moment einer strafbaren Handlung ergeben hat. — Den kommenden 24. November wird die Mainzer Liedertafel in der Stadtballe ein Cäcilienfest veranstalten. Dasselbe soll durch das lang hier nicht gehörte Händel'sche Oratorium „Josua" eingeleitet werden. — sWas der Volksmund vom October tagt!] Wenn der „Herbst", d. b. in diesem spectellen Fall die Weinlese, gut werden soll, so muß der Michel (Michaelis) den Butten tragen und nicht der Galle (Gallus, 16. October), sagt man in Schwaben, denn dort, wie überall, ist und heißt — schon seit dem 8. Jahrhundert und Karls des Großen vergangenen Zeiten — October: der „Wein-Monat!" Doch er hat auch noch andere Namen, noch andere Gaben und Attribute, der stürmische Gesell des Herbstes, die minder nützlich und erfreulich sind, als der edle Rebensaft, in dem nicht nur Wahrheit, sondern auch Humor und Heiterkeit zu finden ist, als bestes Gegenmittel, nämlich: „Retfmonat" und „Nebelmonat", und manche Wetter-Prophezethung knüpft sich an seine bunt-bewegte Laufbahn, wie z. B.: „Sitzt das Laub im October noch fest, ein starker Winter nicht warten läßt!" oder: „Jst's im October naß, so wtndets im December baß!" u. s. w. — Jedenfalls eilt man sich, Alles was draußen in Feld und Flur etwa noch zu holen ist, sicher unter Dach und Fach zu bringen, denn „Sanct Gallen läßt Scbnee fallen!" weil der heilige Gallus, gestorben 646 als Abt des seinen Namen tragenden hochberühmten Schweizer Klosters von St. Gallen, seinen Gedächtniß- tag — so sagt man — leider gern durch ein festlich weißes Schneegewand begeben soll. Deshalb: „Rach Sanct Gall bleibt die Kuh im Stall!" und: „GalleS, schaff heim Alles!" heitzt's ferner, wenn man schleunigst die Feldfrüchte, besonders aber das Kraut, an seinem Tage bereits wohlverwahrt zu wissen wünscht, ebenso wie das beliebteste Obst des Winters und deS Weihnachtsfestes: die Aepfel. — Ja: „Auf St. Gallentag muß jeder Apfel in seinen Sack!" — Uebrtgens sind in Bezug auf die gastronomische Bedeutung und den Witterungs-Einfluß des heiligen Gallus die Ansichten insofern auSeinandergehend, als es sehr leicht möglich ist, daß der Volksmund ursprünglich den Gallustag des alten Styls gemeint hat, den 28. October nämlich, der noch jetzt — als . Tag „Simon" und Juda" — auf gut Plattdeutsch folgendermaßen charakterisirt wird: „Sanct Simon Jüd bringt den Winter unter die Lüd" — mit anderen Worten: erst der 28. October ist eigentlich als der eigentliche Wtnterbringer zu betrachten. — Nach anderer Lesart wäre sogar St. Gallustag, der 16. October, „des Sommers letzte Rose", d. h. der freundliche Spender der letzten schönen, milden Tage für da? alte Jahr und vor dem neuen Frühjahr. — Doch auch darüber stnd die ländlichen Gelehrten nicht recht einig, denn sie verschieben gern die frohe Aussicht auf den „Nachsommer" noch etwas weiter, biS der Herr Winter, der bekanntlich gar nicht mit sich bandeln läßt, durch eine richtige, tüchtige Ladung Schnee plötzlich, ohne vorherige Einladung seine Visitenkarte abgibt! Repertmr der vereinigten Stadtthcater zu Frankfurt a. W. Opernhaus. Dienstag den 16. October: Erstes und vorletztes Gastspiel der Kammersängerin Frau Pauline Lucca. Carmen. (Carmen: Frau Pauline Lucca.) Außer Abonnement. Erhöhte Preise. Mittwoch den 17. October: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Außer Abonnement. Große Preise. Donnerstag den 18. October: Die Hugenotten. Große Preise. Freitag den 19. October: Zweites und letztes Gastspiel der Kammersängerin Frau Pauline Lucca. Margarethe. (Margarethe: Frau Pauline Lucca.) Außer Abonnement. Erhöhte Preise. Samstag den 20. October: Das Nachtlager in Granada. Hierauf: Wiener Walzer. Große Preise. Sonntag den 21. October: Cid. Große Preise. Sivanspielyan-. Dienstag den 16. October: Cornelius Voß. Große Preise. Mittwoch den 17. October: Zur Feier des 25jährigen Wirkens des Herrn Paul Zademack an hiesiger Bühne. Neu einstudirt: Adelaide. Hierauf: Der zerbrochene Krug. Zum Schluß: Neu einstudirt: Der gerade Weg der beste. Außer Abonnement. Große Preise. Donnerstag den 18. October: Abonnements-Vorstellung für einen ausgefallenen Freitag. Cornelius Voß. Große Preise. Freitag den 19. October: Tartüffe. Hierauf: Der Geizige. GroßePreise. Samstag den 20. October: Hamlet. Große Preise. Sonntag den 21. October: Gastspiel der Frau Niemann-Raabe. Zum ersten Male: Francillon. Schauspiel in 3 Akten von Alexander Dumas. Erhöhte Preise. Für das Gastspiel der Frau Pauline Lucca im Opernhause sind dieselben erhöhten Preise angesetzt worden wie solche gelegentlich früherer Gastspiele berühmter Künstlerinnen erhoben worden sind. Bestellungen von Plätzen für dieses Gastspiel werden täglich entgegengenommen. Allgemeiner Anzeiger. Für die hiesige Entbindungs- und Hebammenlehranstalt sollen ca. 400 Ctr. Speisekartoffeln im Wege ; der öffentlichen Submission angetauft werden. Schriftliche Offerten nebst Proben sind bis zum 25. October c. an die . unterzeichnete Direclion einzusenden. Die Directum der Entbindungs- und Hebammen-Lehr-Anstalt. Alefeld. 8269 Dienstag, den 30. Moder, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den Georg Stühler Eheleuten in Gießen gehörige Hofraithe: Flur 34 Nr. 592,1 — 510 Meter zwischen dem Wäldchen und dem Schießhaus öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 17. September 1888. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A-: 7433 Dogi, Ortsgerichtsmann. 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