1338. Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des MsntagS. Bureaur Schulstraße?. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. 217 Zweites Matt. Sonntag den 16. September Sn Gemäßheit des § 6 des Gesetzes vom 21. Juni 1887 werden hiermit nachstehend- Durchschnittsmarktpreise vom Monat August veröffentlicht: Hafer JL 15,50, Heu JL 6,50, Stroh 5,50 pro 100 Kilogramm. Gießen, den 13. September 1888. Großherzoglich^Kreisamt Gießen. Deutschland. DarmftL-t, 13. Sept. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben am 12. September dem Gehetmerath Dr. August Draudt das Komthurkreuz ll. Kaste des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, dem Oberforstrath Wilhelm Wil- brand den Eharakter als Wetmer £betWxatf) unb Ministerium der Finanzen, Ludolph Kramer den Charakter als Finanzrath aller- ^^^^DaEftadt^l3^Sept. Das gestern ausgegebene Großherzogltche Reginungs- blatt Nr. 26 enthält: Allerhöchste Verordnung, den Verkehr mit explosiven Stoffen betreffend. _ Vermischtes. - Als einst Kronprinz Friedrich Wilhelm, der spätere Kaiser Friedrich, durch ein kleines schlesisches Städtchen fuhr, hatten sich alle Vereine im Festzug aus dem Bahnhof aufgestellt, um den Kronprinzen zu berußen. Der, Zug fuhr langsam und der Kronprinz stand am Fenster und grüßte. Die Männerchore stimmten einen Fest- oesana an. Zwanzig Tenoristen schmetterten wie eine Fanfare die Anfanasworte der ^efthymne heraus, die Bässe wiederholten eine Octaoe tiefer dieselben Worte,noch einmal nahm der Tenor den Anfang auf und dann brausten 50 kräftige ianne^ stimmen dem htnausschauenden Köntgssohn entgegen. Da verfinsterte sich plötzlich dessen Auge, die Züge seiner Begleiter wurden zornig und der Zug brauste weiter. Verduzt stand die Sängerfchaar und das Publikum über das unterbrochene Opserfest. Was war geschehen? Die Hymne war eine Art von Canon. „ Der Tenor hatte begonnen. HLngt ihn auf", kraftvoll halte der Baß geantwortet: „Hangt ihn auf. und endlich Ler ganze Chor: „Hängt ihn auf!" Dann war der Zug weiter gefahren. Die Sanger batten aber hintendrein gesungen: „Hängt ihn auf den tt ^en Lorbeerkranz, dem Köntgssohn zum Preise, der recht nach Zollernweise rc. Die Sache klarte sich bald auf und der Kronprinz hat später viel darüber gelacht. . Leipzig, 12. September. Trotz des weitgehenden Entgegenkommens der Meister, die den in Gemäßheit der Forderungen des Geseüenauslchusses abgeanderten Lohntarif gutgehetßen hatten, haben die Glasergehtlfen in mehreren Werkstätten di« Arbeit eingestellt, weil die Meister den Tarif nicht unverzüglich, sondern erst vom 1 October ab in Kraft treten lassen wollten. In einer am verflossenen Samstag stattgehabten Versammlung der Glasergesellen war beschlossen worden, in, allen den Werkstätten die Arbeit niederzulegen, in welchen der Tarif nicht sofort tn Kraft tteten wurd^ {n ber R[cltlf4relbet" ist das N-u-ste auf b-m Gebiete ber vielfach so wunderlichen neuesten Bestrebungen zur Sprach - Schrift - Rechtschrelbungs- Veiniauna Dresden hat sich jetzt ein Verein gebildet, der eine Reform der Schrift dahin anstrebt, anstatt der vier bet uns gebräuchlichen Alphabete nur das Neine lateinische anzuwenden. Dieser „Verein der Kletnschreiber^ hat im Allgemeinen folgende Grundgesetze festgestellt, die wir hier, als augenfällige Probe, getreu nach dem Original w^r die Verwendung kleiner lateinbuchstaben (mit ausschluss aller crossen) für eine werthvolle erleichterung des schriftlichen Verkehrs und wollen uns in Bchrift und druck derselben bedienen, wo, nach ermessen jedes einzelnen, ein bedenken nicht w0uen durch Werbung und beispiel die zahl der kleinschreiber zu vermehren, auch bei Zusammenkünften durch wort und Schrift deren ziele zu fördern suchen 3 ^^IdbeitrUge sollen nicht gefordert, nöthige ausgaben durch freiwillige spenden gedeckt werden. 4 erweiterung und änderung obiger Satzungen bleibt vorbehalten. welchem llttaße sich die bereits tn verfchiedenen Städten theils durch Mrivat- theils durch städtische Mittel errichteten Brausebäder des Zuspruchs der Bevölkerung erfreuen, davon gibt folgende Mitthetlung über die Benutzung der Berliner Brausebäder den besten Beweis. Es heißt da: „Trotz der vielen kühlen Tage find im Monat August die neuen Anstalten des Berliner Vereins für Volksbäder von mehr als 20 000 Personen besucht worden. Don diesen haben genau der dritte Theil lau- warme Braufebüber genommen. Dt-S darf als erfreultcher Beweis dafür gelten baß bi- - elnem bislang unerhört billigen Preise (10 Pfg. einschließlich Seife und Hand- tuchi aebotene Form körperlicher Reinigung mehr unb mehr Freunde in ber Bevölkerung «iminnt mr-nn man am Samstag Nachmittag oder an heißen Sommerabenden den ^"n Soph^n Kirchhoff. de7 Gartenstraß- “ber ben Logengarten in ber Wallstraße hptrVtt itnh bas Getriebe der Einlaß Begehrenden sieht, so wird es zur Gewißheit, daß b ^ eimm tief emvfundenen Bedürfntß ber Arbeiter- unb kleinen Bürgersamtlien R^chnuna aetraaen ist Emc tm besten Sinne oolksthümliche Einrichtung ist im Begnff, sich^Bahn zu brechen und es kann nur eine Frage der Zeit sein, bis alle Stadttheile mit ähnlichen Einrichtungen gesegnet sein werden." (Wie wäre es, wenn von betten unserer Stadtoertretung^oder sonstiger zur Schaffung von Wohlfabrtseinrichtungen berufener und mtt de?artigen Arbeiten vertrauter Männer die Errichtung eines Brausebades auch für Gießen in Erwägung gezogen wurde.) — Aus Paris und besten Vororten waren vor einiger Zett die Drehorgeln verbannt worden. Man hat nun den „Drehorgelmännern von Paris", zumeist Italiener, erlaubt, wiederzukehren. Der Kritiker E. Reyer, Componist des „Sigurd", begrüßt dieses Ereigniß und sagt: Man könne hoffen, daß zwischen Frankreich und Italien jetzt gute Beziehungen eintreten werden. Literarische-. — ^Wassersport^ Nr. 50 enthält unter Rudern: Bericht über die Raudnitzer Regatta und einen Auftatz: Der Schlag des Berliner Ruder-Club. Unter Segeln: Berichte über die Wannsee-Regatta und die innere Regatta des Vereins Berliner Segler. Unter Schwimmen: Eine Wehrfahrt und Schwimmfahrten. Unter Allgemeines: Schraubenboote mit Gasmotor, hierzu ein Bild. Ferner zahlreiche Nachrichten auS allen Gebieten und osficielle Mittheilungen der Clubs. — Was den Bürgerstand des Mittelalters so kräftig und innerlich gesund, so wohlhabend und mächtig werden ließ, davon war vor allen Dingen Ursache, daß er seine festesten Wurzeln in dem schönen, harmonischen Familienleben des deutschen HauseS hatte. Gar vielfach haben seither die Stürme der Zett an diesem natürlichsten Bollwerke gerüttelt, und wohl drohte oftmals in den Zeiten von Deutschlands Schmach und Erniedrigung dieser oder jener Pfeiler zu zerbröckeln; der gesunde und lebenskräftige Geist aber, der tm deutschen Volke lebt, hat nicht zugelassen, daß das Bollwerk ganz in Trümmer ging. Es ist kennzeichnend für unsere Zeit, daß sie trotz der ihr innewohnenden Hast nach Erwerb, trotz ihres Ringens und Jagens — oder vielleicht gerade wegen dieser Umstände — ganz Außerordentliches thut für allerlei Einrichtungen, welche in letzter Linie bestimmt sind, das Familienleben in allen Schichten des Volkes zu beleben, zu stärken und zu kräftigen. Wer vermöchte z. B. zu ermessen, welchen Segen für Haus und Familie gewisse oolksthümliche Zeitschriften, in erster Linie jener bewährte Freund unserer Frauen und Mütter, die Wochenschrift ,FürS Hairs", bereits gestiftet haben? Ist doch gerade dieses letztgenannte Wochenblatt wegen seines vortrefflichen gemeinnützigen Inhalts und seines dabei außerordentlich billigen Preises (vierteljährlich nur 1 Mark) ganz vornehmlich geeignet, durch seinen Rath und seine Belehrung mitzuwirken an dem kräftigen und gesunden Wiederaufbau des deutschen Hauses! Landwirthschaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) — (Fische zu conseroiren.j Um Fische lange Zeit vollkommen frisch und so gut schmeckend zu erhalten wie frisch gefangene, wird der Fisch geöffnet, die Eingeweide entfernt, auf den fleischigen Theil Zucker gestreut und der Fisch zwei bis drei Tage horizontal gelegt, damit der Zucker gehörig eindringt. Lachse, auf diese Weise vor dem Einsätzen und Räuchern behandelt, haben einen sehr angenehmen Geschmack; ein Eßlöffel voll Zucker ist für einen 2—3 Kilo schweren Lachs hinreichend und ist ein Versuch mit diesem Mittel nur zu empfehlen, um sich von der vorzüglichen Wirkung desselben zu überzeugen. relegraphischcr Schiff-bericht der „Red Star Line" Antwerpen. Newy ork, 12.September. Der Postdampfer „Noordland" der „RedStar Line" ist von Antwerpen heute wohlbehhalten hier angekommen. Brodpreise vom 16. bis 30. September 1888. der Bäcker 2 Gießen, den 15. September 1888. 2 1 2 1 4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte '2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 1 Kgr. 2 „ 1 , 2 , 3 N 1 „ 2 „ 3 , 1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . . . . '4 Pfd.) Weißbrod . . . . 2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 27 54 24 48 22 bei Carl öenz 21 (4 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 44 bei Carl Lenz 42 3 (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte bei K. Haas..........65 L. Keil ..... . . . 66 der Brodverkäufer (2 Wd.) Weißbrod .... 27 (4 n \ if 54 (2 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 24 (4 „ ) Schwarzbrod 1. Sorte 48 (6 „ ) Schwarzbrod 1. S^rte — (2 „ ) Schwarzbrod 2. Sorte 22 (4 , ) Schwarzbrod 2. Sorte 44 (6 , ) Schwarzbrod 2. Sorte — Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Allgemeiner Anzeiger. Ludwig Schmitt, Glaser, Kanzleiberg 7, empfiehlt sich im «tnrahmen von Silbern und Spiegeln tn allen denkbaren Rahmen Hmogl. Baurewerksctmle Holzminden | damit verbunden Maschinen-, Naihlenbau- u. tfüUerschuluE m Winters. 6. Nov. Vorunt. 8. Oct. Pensionat Dir.: O. Ilaarmann. 5188 7359 Salzverkauf 23 Pfg. 2370 Aeltestes n. grösstes Schahgeschäft Giessens 7252 Herrn. Äug. Müller 3522 n Daniel Heil Lindenplatz 3. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bramm. 1 “ 11 1 e Ich habe den Alleinverkauf einer Fabrik übernommen und gebe sämmtliche Gardinen zum Fabrikpreise ab. . . ------j Als Gelegenheitskauf empfehle eine k e- Parthie moderne rein wollene -kleiderstoffe und schwarze CachemirS ganz enorm billig. « Flaschenbier. E Hiermit empfehle ich einem geehrten Publikum Hochachtend Heinr. Schneider Restaurant zur Stadt München. nhhiifn m « Aus- rllZnUlB to«hlu.i<»tr8irt empfiehlt billigst 6693 Jul. Buch. Mäusburg und Mäusburg und -1 Billiger als jede aus der Ärlien-Brauerci Gießen. Gütigen Bestellungen sehe ich gerne entgegen und I liefere bei Abnahme von mehreren Flaschen frei in'ö 6245 Haus. «aza Oeffentliche Impfung. Die diesjährige letzte Impfung wird Donnerstag den äoT^ept. und die Nachschau, zu welcher die geimpften Kinder nochmals erscheinen müssen' Donnerstag den 27. September d. I, jedeSmal Nachmittags 3 Uhr, im Saale des alten Rathhauses dahier abgehalten werden. Jmpfpflichtig im lausenden Jahre find die im Jahre 1887 geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Es dürfen jedoch auch Kinder, welche erst in 1888 geboren sind, zur Impfung gebracht werden und auch Erwachsene werden auf ihren Wunsch g?impft. ES kommt nur Kälberlymphe auS dem Landes» Jmvf- Jnstitut zur Verwendung. Wir laden die hiesigen Einwohner zur Benutzung der Termine ein mit dem Bemerken, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen für den Einzelnen unentgeldlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß auf eigene Kosten die Impfung vornehmen lassen. Kinder, deren Zurückstellung I wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können in den Terminen gleichfalls dem I Jmpfarzt vorgestellt werden. Gießen, den 11. September 1888. empfiehlt sein Lager aller Sorten dauerhaft und elegant gearbeiteter Schnliwaaren als: Knopf-, Schnür-, Schuft- u. Zugstiefel, Halbschuh, Tanzschuh, Plüsch- und Lederpantoffel für Damen, Herren und Kinder von den gewöhnlichsten bis zu den hochfeinsten aus den besten und grössten Fabriken. S’ür Arbeiter n. LancHeute Grösstes Lager in schweren und dauerhaften Arbeitsschuhen, langen und halblangen Knie-, Kohr- und Reitstiefeln, sowie Pantoffeln. Go91 Billigste Preise. Reelle Bedienung, Reparaturen stets schnell und billigst. — Flafchen-Bier. — Empfehle einem verehrlichen Publikum Prima Export hier, hellfarbig, ä Flasche 23 H Prima Exportbier, dunkelfarbig, „ 25 Prima Eagerbier hellfarbig, „ H 13 " aus der Aclienbrauerei Giessen. Sei Abnahme mehrerer Flaschen liefere ich frei in's Haus. Georg Hebstreit, Sebloßgaffe 7. per Flasche Prima hellfarbiges Exportbier 23 Prima dunkelfarbiges Exportbier 25 Prima hellfarbiges Lagerbier 18 Ginanthbrau, unftteitig eines der feinsten bayrischen Biere, wird auch im Rast und Flaschen bei mir, sowie bei Herrn Möser, Alicenstraße, abgegeben. : Rrttier MwMirii. ! G Haupt. Ausschank in Gießen bci i • C. Balm — Cato Ebel. • 2 ÄStaMfÄÄ« 2 2 .Produktion der Löwenbrauerei, welche im Brauiabre M S ÄÄÄ Ä“ “■* " **f i fi .^6 die Production und der Absatz der Löwen- • S X { Meres fein™ Ut DOrjÜ9[^e Qualität dieser allnwätts beliebten G WWPOHGDDOOGOWIGGOGOGGGGGGM Deutsche Schaumwein - Fabrik fActien-Capital 1 Million Mark) w ach e 12 11 P I in IPhAinnfolw^ Wettergasse | ^onemren» । Wettergasse Wir baben den Verkauf unserer Salinenproducte, nachdem Frau I. G. D. Bapst Wittwe erklärt hat, idr Geschäft am 15. September aufzugeben, dem Kaufmann Herrn Carl Bieler, I 11 n r I» o h i---7^“ wohnhaft auf dem Kreuz zu Gießen, von diesem Tage an für empfiehlt ihre patentirten au«^^ (Rheinpfalz) Gießen und Umgegend übertragen. I Spirituosen und ohne Einpumnen von Koh lturyein ,ohne Zusätze von B--.N-.d-im, «m 3L «.g.« 1888. ««fSK Großherzogliches Salinen- und Bergamt Bad-Nauheim. bchaumweme ä M. 1.60 die qanze Flasche --Jäger. 6981 | Bei Abnahme von 15 Flaschen per Fl. M. 1.50. lleinverkauf für Giessen und Umgebung:' ______Friedr^JLeo in Giessen. Gebrüder Stamm Markt- und Schulstraßen-Gcke empfehlen ihr wohlassortirtes Lager in fertigen eleganten Herrenanzügen und Paletots rc. rc., sowie ihr neu eingerichtetes Atelier zur besten und billigsten Anfertigung nach Maaß. 7160 Preisermäßigung. Infolge Uebernahme eines großen Waarenlagers bin ich in den Stand gesetzt, einen Posten Buckskin zu außergewöhnlich billigen Preisen abzugeben und verkaufe ich prima rrin wollene Anzugstoffe, per Meter von 3 JL an und hochseiue Winter- Nouveautb's in Kammgarn und englischem Genre, von 5—8 M. 7012 Julius Klipsteiüii. Schneidern und Wiederverkäufern gewähre Extta-Rabatt. U £s w « «ütt p> von li< Grünebaum, Giessener Schuhfabrik. o> ♦ ♦