r < Nr. 268 Zweites Blatt. Donnerstag den 15. November 1888. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Vnreaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Deutschland. Berlin, 12. November, lieber die gegenwärtigen Umtriebe des Araberthums in Ostasnka und die Mittel und Wege zur Abhülfe läßt sich eine von der „Times" miterai 9. November reproductrte Mttthetlung des römisch-katholischen Missionärs in Uganda, P. Lourdel, wie folgt vernehmen: „Die große Gefahr in Uganda und in Centralafrika überhaupt droht nicht von den angeblichen Absichten der Weißen, sondern von dem gegenwärtigen Treiben der Araber. Von dem Abschaum der Küstenbevölkerung gefolgt, ziehen sie jetzt in der Richtung auf den Victoria Nyanza und besonders auf Uganda. P. Lourdel glaubt Grund zu der Ansicht zu haben, daß jene Araber sich in der Thal mit großen Erobe- rungsplänen tragen. So viel ist gewiß, daß sie Alles, was in ihren Kräften steht, aufbieten, um die Weißen verhaßt zu. machen und ihre Verjagung aus dem Lande zu erreichen. Nach P. Lourdel müssen die Europäer, denen es mit der Gründung von Kolonien in Afrika Ernsi ist, vor allen Dingen mit den Arabern und der Küstenbande gründlich aufräumen. Um Erfolg zu erzielen, muß der Küstenhandel den Aradern unmöglich gemacht, auch die Einfuhr von Gewehren und Pulver ihnen bei schwerster Strafandrohung untersagt werden. Zu diesem Schritt hätte man sich schon längst entschließen sollen. Zur Zett wird in den Händen der Eingeborenen schon eine ungeheure Zahl von Feuerwaffen gefunden. Allein in Uganda gibt es deren viele Tausende von jedem Typus und daraus erklärt sich denn auch das hochmüthige Benehmen Mwanga's. Dauert dieser Handel noch ein paar Jahre, so wird für bte Weißen das Reisen in Afrika unmöglich sein, außer wenn sie von einem gut dtscipltntrten Heere begleitet werden. Eben dieser Umstand konimt auch dem Erfolge des täglich wachsenden Sclaoenhandels zu Statten. Alle diese Flinten dienen zur Bewaffnung der die Sclaven- jäger begleitenden Schurken, und das Unheil, welches sie bis öeit*jenfeit§ des Albert- Sees über Centralafrika bringen, ist unberechenbar." Geschäftliche Ketzereien. Unter dieser Ueberschrist bringt die „Verbandszeitung für die Vereine Credit- reform" nachstehenden beherzigenswerlhen Artikel: Die Gegenwart ist vorwiegend realistisch; nur nach praktischen Gesichtspunkten beurtheilt sie Menschen und Dinge. Man hat daher nicht nöthig, nach dieser Seite zu bohren, denn der Selbsterbaltungstrieb oder, nach neuerer Sprachweise, der Kampf um's Dasein, drängt von selbtt^dahm. Betrachten wir einige nicht unwichtige Seiten des Geschästslebens von der idealistischen Seite aus. Zuerst die Credit würdig keil, womit innerhalb der Creditoereine die Frage der Auskunftsenheilung auf's innigste znsammenbängt. Der realistische Zug der Zeit legt offenbar den Hauptwerth auf die materiellen Unterlagen, oder mit anderen Worten, auf Vermögen, Geschäftsgang u. dgl. Wir unsererseits sind geneigt, auch hier wiederum den moralischen Faktor in den Vordergrund zu stellen. Als neulich der Vertreter einer hochangesehenen Firma, eines Geschäftshauses, welches einen Weltrus hat, bei mir Erkundigungen nach einem anderen Hause einzog und ich anfing, nur die realen Verhältnisse, also Vermögen und Geschäfisgang, nach bestem Gewissen zu schildern, war ich nicht wenig erstaunt, daß dieser erfahrene und kluge Geschäftsmann mir einwandte, darnach frage er weniger, er lege weitaus größeren Werth auf Die moralische Seite, auf Gesinnung und Solidität des Charakters. Dieser eine Fall, der gewiß nicht allein dastehl, beweist, daß auch Andere von dem Grundsätze ausgehen, der moralische Werth des Menschen biete die beste Gewähr für die Creditwürdigkeit. Und nicht mit Unrecht. Denn es ist zwar richtig, daß ein Unterschied obwaltet zwischen zahlen wollen und zahlen können, aber es tit nicht minder richtig, daß allein nach den äußeren Kriterien, also nach materiellen Unterlagen, niemals mit völliger Sicherheit wird bemessen werden können, wie weit der Credit auszudehnen ist. Ein Geschäft kann ganz aus- geze'.chuet geben, es kann einen bedeutenden Gewinn abwerfen, sein Besitzer kann eine reiche Heirath gethan oder eine Erbschaft gemacht haben — alle diese und ähnliche Gesichtspunkte brauchen trotzdem nicht unbedingt die Creditwürdigkeit sichel zu stellen, und sie thun es nicht, wenn der Träger der Firma nach irgend einer Seite hin ein Verschwender ist. Leidenschaftliches Spiel, übermäßiger Aufwand im Familienleben, andere sogenannte noble Passionen, die mitunter sebr versteckt im Hintergründe liegen, können Geschästsgewinn, erngebrachtes Vermögen und alle sonstigen realen Unterlagen Der Vertrauenswürdigkeit absolut in Frage stellen. Solchen Möglichkeiten gegenüber ist unser vorhin erwähnter idealer Geschäftsmann, der den Hauptwerth auf den moralischen Factor legt, offenbar der eigentliche Praktiker, der die Verhältnisse vom richtigen Gesichtspunkte aus beurtheilt; denn der wirklich solide Mann, der ehrenhafte Charakter, bietet auch bei kleinerem Geschäfte und geringerem Vermögensstande in der That eine größere Bürgschaft als der scheinbare Reichthum, der nur auf thönecnen Füßen siebt, auch schon um deswillen, weil streng solide Grundsätze und stark ausgeprägte Gewissenhaftigkeit in der Regel zu größerer Vorsicht bei Unternehmungen treiben, während das Pochen auf vorhandenes Vermögen doch mitunter ein leichteres und gewagteres Vorgehen begünstigt. Dazu kommt nun noch, daß sich der moralische Factor unter allen Verhältnissen mehr oder minder gleich bleibt und schließlich alle Hemmnisse siegreich zu überwinden vermag, während alles Aeußere, wie Glücksgüter und flotter Geschäftsgang, dem Wechsel des Irdischen unterworfen und von zufälligen, daher unberechenbaren Zwischenfällen abhängig ist. Alles Aeußere trügt leicht, nur der innere Werth trägt den Stempel der Unoergänglichkeit. Soweit freilich möchten wir unsere Ketzerei nicht treiben, daß wir etwa die materiellen Unterlagen der Vertrauenswürdigkeit als völlig belanglos hinstellen wollten. Nicht im Entferntesten; denn wir wissen recht wohl, daß der Geist ohne den Stoff in dieser Welt nichts und daß leider oft zwar der Wille gut, aber der Geldbeutel schwach ist. Nur so viel sollte hier gesagt fein, daß man alle Einseitigkeit des Urtheils vermeiden und dec inneren Seite der Creditwürdigkeit das ihr zukommende Recht wahren^müss^ ßunfocnfrei§ und damit die Unsicherheit des Geschäftslebens verschuldet in hervorragender Weise der zweite Punkt, den wir hier kurz beleuchten wollen und den man sicher als noch ärgere Ketzerei wie den ersten betrachten wird; wir meinen die Unterbietungswuth (das Submifsionswcftn) und damit in Zusammenhang die Preisschleuderei, ein Gebiet, das uns^ unwillkürlrch wieder an bte bekannte Losung: „Billig und schlecht" erinnert. Es ist ja allerdings ein dem Menschen natürlicher und darum auch berechtigter Zug, daß man nicht überteuert und übervortheilt fein, daß man billig einfaufen will. Aber zwischen llebertbeuerung und gegenseitiger Preisherabdrückung besteht denn doch, wie man zugeben wird, eine gewaltige Kluft. Uebervortheilung Anderer ist erne Unredlichkeit und als solche an sich unsittlich, und ihr gegenüber gilt es allenthalben als willkommenes Kennzeichen der Solidität, auf feste Preise zu hallen. Für ^ßieres Verfahren spricht vor Allem schon die einiache Erwägung, daß die Arbeit ihres Lohnes werlh ist und gleiche Maare bei gleicher Qualität im Preise nicht wesentlich schwanken kann. Ungewöhnliche Billigkeit kann dem Verdachte nicht entgehen, daß ihr irgend eine Schwäche der Arbeit oder des Gegenstandes zu Grunde liegen muß. Und in Der That gehen billige Preise in den meisten Fällen Hand in Hand mit schlechterem Material, leichterer und unsoliderer Arbeit ober mit unverantwortlicher HerabDrückung Der Arbeitslöhne, wodurch ungenügende Consumtionsfähigkeit und eine Verschlechterung der allgemeinen socialen Lage bewirkt wird. Allgemeiner Wohlstand kommt Allen zu gute, unter allgemeinem Nothstande leiden Alle mit. Natürlich muß zugegeben werden, daß da und dort die Billigkeit der Arbeit oder Waare auch auf gesunder Grundlage ruht und durch bessere Einrichtung, rationellen Betrieb, günstige Conjuncturen, durch kleineren Gewinn bet großem Absatz u. dgl. m. bedingt tft; aber in vielen Fällen liegt derselben Doch nichts weiter zu Grunde als ein Rechenfehler ober auch eine Täuschung des Pubikums, ba man durch Billigkeit Kunden anlocken will, um hinterher bei anderer Gelegenheit dem Schaden wieder beizukommen. Das gegenseitige Preisherabdrücken, eine Folge der modernen Concurrenzjagd, ist im Allgemeinen einer der größten Krebsschäden unserer geschäftlichen und foctaien Verhältnisse; es erzeugt Unsicherheit und Mißtrauen, verdirbt das Geschäft, schmälert redlichen Gewinn und ehrliches Fortkommen und befördert in nicht geringem Maße die Zerreibung des Kleinbürgerthums und die Ansammlung großer Vermögen in immer wenigeren Händen. Am nachtheiligsten tritt dies hervor bei dem jetzt allgemein üblichen Submissions- und Unterbietungswesen, das ja von vornherein auf dem Glauben an unredliche Preisstellung und Uebervortheilung, also aus der Voraussetzung eines moralischen Mangels bei allen Geschäftsleuten beruht. Statt öffentliche Arbeiten unter Voraussetzung der Reellität und Solidität an verschiedene Geschäftsleute zu vertheilen, wird jetzt der Submissionsweg betreten. Bei Feststellung der Steuern will man aber von gegenseitiger Unterbietung nirgends etwas wissen. Es tritt offenbar in unseren geschäftlichen uub socialen Verhältnissen an allen Ecken und Enden ein krankhafter Zug zu Tage und es wird nach dieser Richtung hin keine Besserung eintreten, wenn wir Den moralischen Faktor nicht stärken und nicht zur Solidität der „guten alten Zett" zurückkehren, natürlich immer mit dem Vorbehalt Der Anpassung an Die modernen Verhältnisse, wenn wir die Ueberhastung im Geschäftsverkehr, die Preisherabdrückung und die Verschlechterung der Lage nach wie vor begünstigen. Vermischte 4. —- (Etwas für unsere ©pradjreiniger.] In einem der letzten Verzeichnisse über Patentverleihungen rc. finden wir folgende Attentate auf die Zungenmuskeln der Mitmenschen: Neuerung in dem Verfahren zur Herstellung von Farbstoffen aus der Gruppe des Metaamidophenolphtaleins; Verfahren zur Darstellung von m-Oxyd- iphenylamin. bezw. w-Oxyphenyttolylamin; Verfahren zur Darstellung von Jnda- ^minen, Jndophenolen und Farbstoffen der Safranin- und Methylenblau-Gruppe aus x-Amidophenylpiperidin. — In einem unserer Salons wurde ein sehr lebhaftes Gespräch über menschliche Schönheit geführt. „Ich liebe die häßlichen Menschen nicht", bemerkte ein älteres Fräulein, welches selbst mit 18 Jahren nicht schön gewesen war. — „Wirklich nicht?" spottete ein ebenfalls anwesender, etwas boshaft angelegter alter Junggeselle, seines Zeichens Justizrath. — „Nein", replicirt das Fräulein, „ich könnte alle häßlichen Menschen umbringen." — „Selbstmord ist straflos", entgegnete der Justizrath, verbindlich lächelnd. — (Der Flügelmanns Die ersten Garde-Rekruten sind am 5. November in Berlin erngetroffen. Auf der Brust eines wahrhaft riesigen Vaterlandsoertheidigers in epe las man mit Kreide geschrieben: „206 Centimeter, 1. Garderegiment z. F." Der junge Mann iftxbei seiner GoUathlänge berufen, Flügelmann des ersten preußischen Regiments zu werden. — (Was ist Schö nheit?) In Europa bewundert man die weißen Zähne, in Japan müssen sie aber gelb, in Indien roth sein. Wir halten blühende Gesichtsfarbe für schön, aber die Grönländerinnen streichen sich die Gesichter blau oder grün an, die Russinnen schminken sich kalkweiß. In Persien gilt die gebogene Rase als die schönste, in Haiti die eingedrückte und in Rußland die Stülpnase. Wir Deutschen lieben die schlanken Gestalten, die Türken ziehen Beleibtheit vor. Bei uns gilt eine hohe, gewölbte Stirn als ein Zeichen von Geist; in Griechenland ist die niedrige Stirne ein Hauptmerkmal von Schönheit. Im civilisirteir Europa preist man die blonden, braunen und schwarzen Haare, je nach ihrem besonderen Verdienst; auf den Mariannen-Jnseln bevorzugt man die wettzen Haare. Die Perser hassen rothes Haar, die Türken vergöttern es. Einen kleinen Mund aber schätzen Alle. — Einem schlau erdachten Schwindel-Manöver ist der Inhaber eines Schuhwaaren-Geschäfts in Elberfeld zum Opfer gefallen. In dem Laden erschien, laut „Elbf. Ztg ", ein Fremder und kaufte ein Paar Stiefeletten zum Preise von vM 8.50, welche er mit zwei Fünfmarkscheinen bezahlte. Nachdem er den Rest von JL 1.50 eingestrichen hatte, entfernte er sich, kehrte aber bald zurück und erbat sich einen der Fünfmarkscheine zurück, da er denselben in einem Couvert fortschicken wollte. Es wurde ihm auch einer seiner Scheine zurückgegeben, welchen er in ein Couvert steckte. Als er bann aber dem Ladeninhaber einen Dollar für JL 4.20 geben wollte, verweigerte I dieser bie. Annahme bes fremben Gelbstückes zu biefem Cours. Der Frembe erbot sich I Darauf, weil er augenblicklich kein anderes Geld bet sich führe, den Dollar in der Nähe \ wechseln zu lassen und während dieser Zeit den Brief mit dem Fünfmarkschein zurückzulassen. Nachdem der Fremde nach mehreren Stunden noch nrcht zurückgekehrt war, | ging dem Ladenbesitzer langsam ein Licht auf, er öffnete das Couvert und fand nichts ! weiter darin vor als ein leeres Stück Papier. — (Der Gipfel der Bravour.) lieber das^Brückengeländer schwingt sich ! eine Dame, in der Absicht, ihrem Leben ein Ende zu machen. Ihr nach ein junger i Mann; mit dem Aufgebot aller feiner Kräfte kämpft er gegen den Strom, schließlich $ gelingt es ihm unter eigener Lebensgefahr die Lebensmüde zu retten. Aus Der am 5 Ufer angesammelten Menschenmenge tritt ein höherer Polizeibeamter auf ihn zu: „Mein ! Herr, Sie sind ein braver Mann, ich werde dafür sorgen, daß Sie die Rettungsmedaille | erhalten. Wer ist die Dame, die Sie gerettet haben?" — „Meine Sch wieger- 1 mutter!" — „O, bann oerbienen Sie mehr — mindestens ben rothen AdlerorDen j mit Eichenlaub und Schwertern!" Landwirthschaftliche Nachrichten. ! (Nachbrrrck verboten.) — (Gute Gartenwege billig herzustellen.) Wie angenehm es ist, im Garten ' Wege zu haben, welche zu jeder Zeit fest und trocken sind und e§ geflohen, auch bei anhaltendem Schmutzwetter dcn Garten zu besuchen, das wird jeder Gartenbesitzer wissen. Nun sind gute Wege aber gewöhnlich theuer, denn man berechnet Sand und Steinschüttung für den Quadratmeter mit einer Mark und haben diese ganz massiven Wege auch noch den Uebelstand, daß wenn man sie einmal verlegen will, was mitunter ja auch vorkommt, sie gar nicht zu beseitigen sind und Jahre hindurch dort nichts wachsen will. Da ist nun die folgende, zwar nicht neue, aber billige Wegebefesitgung, welche den besonderen Vorthetl hat, daß man. den Weg später leicht wieder in Cultur- land verwandeln kann, sehr zu empfehlen. Die Wege werden zunächst ganz flach aus- geschauselt und mit gebrauchter Gcrberlohe mindestens 6 Ctm. hoch überdeckt Diese Lohe ist gewöhnlich sehr billig, hält den Weg genügend trocken, sowie frei vom Unkraut und hat außerdem noch die Annehmlichkeit, daß sie selbst bet anhaltender Trockenheit nicht staubt, also ein Sprengen im Sommer unnöthig macht, dabei geht man auf solchen Wegen weich und bequem. Die Wege halten sich auch sehr gut und braucht in jedem Frühjahre nur einmal etwas Lohe nachgefüllt zu werden; es sind diese Lohwege namentllch für Gemüse- und Obstgärten sehr empfehlenswerth. Für Ziergärten und Parks sind die nach folgender Angabe hergestellten die besten. Nachdem die Wege ca. 20 Ctm. tief ausgeworfen sind, wird eine 5—10 Ctm. starke Schicht von ganz rauhem Kies darauf gebracht und ist es am besten, denjenigen Kies zu verwenden, welcher bei dem Durchwerfen in der Kiesgrube zurückbleibt. Diese Lage wird bet nassem Wetter oder unter beständigem Naßhalten gut festgewalzt. Hierauf kommt eine 3-5 Ctm. starke, feine Kiesschtcht, welche auf gleiche Weise zu walzen ist; wenn keine Walze zur Verfügung steht, dann müssen die einzelnen Lagen mit einem hölzernen Stampfer gut gestampft werden. Ein so angelegter Weg wird allen Anforderungen genügen, denn der reine Kies, welcher verwendet wurde, läßt fein Unkraut aufkommen und die Wege sind leicht sauber im Stande zu halten. Die Kiesdecke saugt das Wasser schnell auf und führt es rasch ab, wodurch solche Wege bei Regen schnell trocknen und stets gangbar sind. Eine sehr verwerfliche Methode ist es, zwischen oder unter dem Kies Lehm oder Straßenabraum zu bringen in dem Glauben, durch die innige Verbindung dieser Massen einen dauerhaften Weg zu erhalten. Bei jedem länger anhaltenden Siegen wird der Lehm ober Straßenabraum aufgeweicht und drückt sich bei dem Betreten des Weges durch die feine Kiesdecke durch. Das Wasser kann die Decke nicht durchdringen, bleibt in den Wegen stehen und in jeder Veniefung bilden sich Pfützen und ist deshalb von der Herstellung solcher Wege aus diesem Grunde abzurathen, da dieselben übrigens auch gar nicht so billig sind. — [Die gefürchtetste Geflügelkrankheit.) Die unter dem Geflügel am meisten grassirende und gefährlichste Krankheit ist die Hals- ober Luftröhrenkrankheit, Pips, C-roup, Diphtherie ober wie sie sonst noch genannt wirb, unb rafft biefelbe je nach ihrem Auftreten in kürzerer ober längerer Zeit viele Thiere weg. Anfangs gibt sich ein Pfeifen beim Athrnen, dann ein Röcheln mit aufgesperrtem Schnabel kund, das kranke Thier frißt nicht mehr, magert ab und drückt sich in wärmeren Ecken nnb Verstecken herum, bis es ben Geist aufgibt. Manchmal geht es auch rasch zum Tobe, in 3—4 Tagen ist ber Bestanb an Hühnern gelichtet ober gar ganz ausgestorben, ba die Krankheit sehr ansteckenb ist unb raptb zum Enbe führt. Da werben nun zwar viele Mittel bagegen angcroanbt, aber keines ist burchgreifenb unb von nachhaltiger Wirkung unb ist man beim in neuerer Zeit auf einen Versuch mit Petroleum gekommen, welcher auch ben gewünschten Erfolg hatte. Eine einmalige Rachenpinselung unb in jedes Rasloch einen guten Tropfen hilft in ben meisten Fallen schon. Sollte es jeboch nothig fein, fo pinsele man am folgenben Tag nochmals unb alle finb gerettet. Meist treffen die Thiere sofort roieber als ob ihnen gar nichts gefehlt hätte. Die Wirkung ist überraschenb unb nachhaltig unb kann das billige und einfache Mittel nicht genug empfohlen werben. Literarische-. - Dreißig Jahre preutzisch-deutsche Geschichte, 1858-1888, in amtlichen Kundgebungen. Von Dr. phil. Horst Kohl, Oberlehrer am König!. Gymnasium zu Chemnitz. Dies ist der Titel eines im Verlage ber I. Rtcker'schen Buchhanblung in Gießen erscheinenben Werkes, welches in 3 Büchern (l.Buch: Die Zeit ber Regent; fdiaft unb bes Verfassungsconflictes [1858—1866], 2. Buch: Die Zeit bes Nordbeutschen Bunbes [1867 1870], 3. Buch: Gründung unb Ausbau des Deutschen Reich,« 1871-1881]) bem Leser ein getreues Bild un eres nationalen Lebens in d M Jahren bietet. Das Buch enthüll e.nc Sammlung 184 ®ocume2U't)''n .Jefeten bre'&ig Jahre in den authentischen Texten be äpSn„ff unb b-S deutschen ReichSanj-igerS. Es ist durchaus vollitündig hinsichtlich ber^de.^ reden (bej. Reden der Minister), die bei Eröffnung ober Schluß ber Sitzung parlamemar chen Körperschaften in Preußen und im Deutschen Reiche gehalten ward.» ftnb; von Armeebefehlen, Proklamationen, Allerhöchsten Erlassen fcönirliriL« b ? Kel chen Botschaften, Ansprachen k. fanden Ausnahme nur 'die' “Ä’ß geschichtlichen Entwickelung der letzten dreißig Indre wichtigsten. Eine febr ÄJj m '^geschichtliche Werk, eignet sich das Buch nicht nur sür di Hand des Historikers dem es die Texte unver kürzt und in vollster Slßot ! °8b£n, QU« ff 2-d-n, welcher ber Geschichte des deutschen Vaterland s Wendiges Interesse entgegenbringt und das Bedürsniß fühlt, aus ben Quellen selb» sich Belehrung zu verschasten; vor Allem sei es als Geschenk für das der a n reifende Geschlecht empfohlen, welches berufen ist, dereinst mitwarbeit* n„r?n' We 'erbau beffen, was eine große Zeit schuf unb bieff eita fteef « Stele wIVm ?1 Kaiserlichen Botschaft vom 17. Nooember 1881 als P.ogrumm bff stuluni „ff e.ff [rnQnenflrhtCI9i iff *u, cttlff,n; Möge bas Buch in seinem Theile dazu E ff ff" ?',an™ten d-upchen Vaterlanbe und seine Fürstet, lebendig >U ^halten und in der Jugend zu wecken unb zu pflegen: in dieser Absicht warb die Sammlung veranstaltet. Einen verbindenden Text zu geben Hot der Verfasser abffchtliA Steden; in ihrer Unmittelbarkeit erzählen die Stücke selbst lauter 1 ? rS 2ÖO3t Historikers vermag, von dem Ringen und Streben, den Hoffnunaen M'd Erfolgen, den Freuden und Leiden der vergangenen 30 Jahre. — Der Preis 575f^ für,ehn«eLphieih^ölt(?fe Pferdeteppichen, wasserdichten Pferdedecken, Schürzen und Wagendecken billigst ber 8020 xmisMittichll »Neustadt 6. M Preis- Hl Rfjf Courante gratis, fcee Messmer B.8ADEN Hl k FRANKFURTS KAISERLKONIGL W HOFLIEFERANT Enfflxscht* Mischan«* per Pfd Mk. 2.80 ISuNfiisfhe ]Vf ischnng „ n 3.50 und feinere Sorten — neuer Ernte. Wichtig für Hausfrauen. Die Holländische Kaffee-Brennerei H. 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