Nr. 216 Samstag den 15 September 188& Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. -------------------------------- ' ®rei« vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. ^E^^^^I^^tz^^^^^^^^^^^^^rscheint^Sgli^ni^usnahm^e^RontagS^^^^^di^Po^ej>°gm^iertchährlich^MarrSOW i^^Einlsdung MM Abonnement «r auf den Gießener Anzeiger, Amts- unö AnzeigeblaU für Öen Kreis fließen. «nd Feiertagen, incl. Pfg.; für auswärtige erfolgt, den Anzeiger Der Gießener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn, der Beilage Gießener FamllieMatter", welche dreimal w beträgt 2 Mark 20 Der Abonnementspreis für den Anzeiger, frei in S « w«=«-»«““ÄKX”'* Preise von 50 pro Quartal geliefert werden. D.e (^xpev.t.on. Amtlicher Hheiü man hieraus wohl den Schluß ziehen, daß sich in dem Erzherzoge -in- "^-nd- Wandlung bezüglich seiner Anschauungen über das d-ulsch-ost-rre chisch-Lundn ß zogen hat und mit um so sreudigerer G-nugthuung darf darum s n^Besuch E Berliner Hose von ganz Deutschland begrüßt werden - -r ist die kräftige Fortdauer des Bundes zwischen den beiden ccntraleuropaischen $ All' die erlauchten Gäste unseres Kaiserhauses, zu denen ,° s»°n seit lang-r-r Zeit auch der griechisch- Thronfolger, der künftige Schwager unseres Kaisers, gehört, umgeben den Kaiser während der großen deutschen Herbstmanover und verleihen somit denselben ihren eigenilichen Glanz. Bekanntlich ist dem G°rdecorvs und d-in brandenburgischen Armeecorps die Ehre zu Therl geworden, unter den preußisch - deutschen Armeekorps als die ersten oor Kaiser Wilhelm «-.manovrirm zu Kursen und bild^ den Schauplatz der heurigen großen Herbstmanover Vie Gegend Don J?™d,e^0' einem östlich von Berlin gelegenen Städtchen des Regierungsbezirkes Frankfurt Hier hat der Kaiser für di- Dauer der Manöver,eit, also bis zum 19. September,, sein Hauptquartier aufgeschlagen, während die fremden Fürstlichkeiten von den Manooern jedesmal mittels Extrazuges nach Beilin zurückkehren werden. Prim Georg vo« Sachsen besichtigte in seiner Eigenschaft als General-Jn- specteur der 2. Armee-Jnspcction in der ersten Hälfte der Woche das 5. (pefentöe} und 6. (schlesische) Armeecorps und wohnte der Prinz bei bett)en Armeecorps den DivisionSmanövern derselben bet. Nachdem es feststeht, daß Kaiser WUhelm am 4. October in W ten dntrtfft, wird jetzt officiell auch der Tag seiner Ankunst in Rom bekannt gegeben, woselbst der deutsche Kaiser nach einer Mittheilung der „Agenzia Stefani" am 11. October licach- mittags 2 Uhr eintreffen wird. Politische Rundschau. Gießen, 14. September. Mit dieser Woche hat anläßlich der großen Herbstmanöver der prentzischen Truppen wiederum -in- Anzahl sürstlich-r GL st- Einkehr am d-utsch-n Kaiserhose gehalten: Der König von Sachsin, der Erzherzog Albrecht Oeste reich, der Großsürst Nicolaus von Rußland, die *rl,n8cnr.äl”ml* , vonBapVr'n, Prinz Christian von Schleswig-Holstein und sein Sohn: ®rtnj 6 r Jfto Bictor sowie der Fürst von Hohenzollern. Unter diesen Faßlichkeiten e g Vertreter bes österreichischen Kaiserhauses, Erzherzog Albrecht, em besonderes In js , das sich schon durch die militärische Bedeutung des erlauchten Gastes unseres' Kais rechtsertigt denn den Erzherzog umstrahlt der Ruhm des Siegers von Eust-M w - des Reorganisators und Reformators der österrcichisch-ungarrlchen Armee, d e - ch seine rastlos- Thätigkeit aus ihr- heutige achtunggebietende Stellung gebracht hat und wenn nun Erzherzog Albrecht heute als Generalissimus an der Spitz-dieser prach a Armee steht, so erklärt es sich demnach schon hieraus, daß Berlin« Hi besonderer Auszeichnung behandelt wird. Daneben weist >ed $ LnnHen ttua Erzherzogs in der deutschen R-ichsh-uptstadt noch - nen °"d«-n b-d-utungs°ollen Z g auf. Der hohe Herr galt bis vor noch gar nicht so langer Zeit als das geisstge H°up jener Partei in Oesterreich, welche die für letzteres so schmerzlichen Ereignisie Jahres 1866 nicht verwinden konnte und ihre Verstimmung. über das J""« ' hältnlß zwischen dem D-naukais-rsta-te und dem deutschen Reiche nicht >u °-kh-rgM vermochte: seit 1864 ist denn auch Erzherzog Albrecht Mt mehr in Berlin S-wes n. Wenn er nunmehr wiederum in der deutfchen Reichshauptstadt erschienen s, f Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. n .. . Suqleich ist der Vertrieb der Loose im Großherzogthum von Großh. Mimsterrum gestattet worden. Gießen, den 13. September 1888. Großherzoglicher Kretsamt Gießen. vr. Boekmann.----------------------------------- ^treffend: Aufstellung der Kirchenvoranschläge. Lang-Göns, am 13. September 1888. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an die Kirchenvorstände des Dekanats Sie werden an die alsbaldige Aufstellung und Einsendung der Kirchenvoranschläge für 1889/90 erinnert. Dr, Strack._______________________________________ Betreffend: Den Ankauf von Rindvieh Vogelsberger Race. zu melden unter Angabe des Geschlechts und Alters des zu verkaufenden tehes. m^fident des landwirthfchasllichen Vereins von Oberhefsen. Friedelhausen, am 9. September 1888. abalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau. ®on bemerk-nSwerth-n Ereignissen auf dem Gebiete der innere« Politik bat di- abgelauscne Woche nichts gezeitigt; höchstens wäre als ein Nachklang ,u der Ernennung v. Bennigsens zum Oberpräsidcnten der Provinz Hannover die Bekanntmachung zu erwähnen, in welcher der neue Oberpräsidcnt die Uebernahme seines Amtes »"spricht, desselben gerecht, unparteiisch und ohne Ansehen der Person In Vesterreich nahm in dieser Woche di-Session dcrEinzellandtaa- welche der Wtntersession des österreichischen R-ichsrathes voranzugebm vsleat «b»-.' Anfang. Di-Begrüßungsansprachen der Präsidenten in den elnze^en L 'ndstu n h..lten sich meist vom politischen Gebiete fern und begnügten sich mst-in?r SkWrun» des vorliegenden Arbcitsston-s. Nur der den böhmischen Rumpflandtaa eröEn-nb? Oberst-Landmarschall Fürst Lobkowttz macht- ein- Ausnahme. Er" benutzt" dauernden parlamentarischen Strike der deutsch-böhmischen Abgeordneten dazu den I l-bt-r-n -ins anzuhangm und di- Wünsche der parlamentarischen Vertreter der Deut!» bohmen als in klar und unrealisirbar zu bezeichnen und von einer unsru-btbar-n stinenz" der Deutschen zu sprechen. Als seinerzeit Fürst Lobkowitz mit seinen'ci-ckttck-n bar7Äbstin-m?^ 6°6mitoen £anbla0C °ustrat, da war das natürlich keine unftucht" Die Lage in dem der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft zur Verwaltung r.F»,, lass-n-r. «üst.MheU- von Zanzibar weist nichts Bedrohliches mehr auf D - m-ul-r schen Emg-bor-ncn in Pangant haben die Autorität des Sultans wieder anerkannt und sind deshalb die zur Unieistützung der D-uts-ben I i-s Sultans nach Zanzibar zurückg-k-hrt. DieEingeborenenfanbt^n jedoch dn.T putati°n ab, welch- dem Sultan di- Beschwerden der Bevölkerung vortragen soll! $ I & o t alt«. gnädigs^gerÜht' am 1? S^™tem6etTmSßaunin?annit'¥ bn> ®r°6^r3°<’ buben All-r- Jnfani-rie,Regiments Nr. 116 ba§?H«erfreui?'MÜf^en des Großmüthtgen, dem Premieilient-noni bcä Verdienstordens Philipps Ritterkreuz 2. Glaffe m"nS brn ^lbm?i,6a «k T t bcmfc‘ben Regiment das baS silberne Kreuz b-sselb-n CrbenS- zu^mrlrihen.^b° selben Regiment meidu,.^ö°n"llnannchmUchletten fü" d^-stlben"^ma^b;-6cJ'6er und zur Vcr- theilen wir mit, daß di- von den t”le fur das übrige Publikum Besitzer eines Hundes, welcher durch S?ulen^°ber Stafle, ob der Nachbarschaft belästigt beim in ibrer «X f L“ “fclä ?eKen bie V-wohn-r der groben Unfugs bestraft weiden kann „±2T Ä ^h-st°r-nb-n Lärms oder des Instanzenweges, dahin entschieden' wurb"daßdnB-siü-r"°e?ne"°b'0^.,^'^°b^"0 wegen „groben Unfugs" zu bestrafen ist 'ine? berartigen Hundes tragen, die Besitzer v°on Hunden etwas vorsiWrzu'mache"? 0Ea,i6 baju bd= tot a. M.Lk/wft Ärauf aksmerksam ' d°ü'd.°^"' S'aatsbahnhofe Frank- Wartesälen zur Abrufung koÄm!n auf Luze in denjenigen wtrV übrigen/ aüch^m^Vestibul^dem Publikum dadurch Einrichtung z>-p-fq,n. Evolff S telegr. Eorrespondenz. Bureau. gewesen, welches hochderselbe an d-r Marine -nomm n ässe sich aus den Ä ÄbrS&MlÄu Ä 18 ZUMA-KLBÄEZ SÄ'ä. i S, ÄffeSWnäite ÄÄ•“ ®'" “ »«ÄS'm SÄ"'7 »e'’"»*««•”"“ ‘".*5" SA M5S bl, Prinz-, T,81’""' F-lbma,schall Grafen SluSbal,bemÄÄb™ und dem Oberstallmeister Rauch reisten um 8 Ubr 44 Min Offici-r-n I b-m Manöv-rt-rrain bei Müncheberg ab Ein.ablrri^s e?tFaiU0c8 nach Kaiser durch begeisterte Zurufe. zahlreiches Publikum begrüßte den bayerischen, sächsischen und nnirffpmhpt-?»!* r^ItUU9 1 bcn H^vdel in einen preußischen Handelsministerium auf die Dauer eine volitisch? ^neu daher ist ein preußisches spruch mit dem Geiste der Retchsoerfaffunaund steht im Wider- dennoch geblieben ist, erklärt sich daraus hn& b £f$.re^ Handelsministerium eine Anzahl Funktionen beilegt, für welch? nu/ dur^ Gesetzgebung diesem Ressort zu schaffen ist; sonst wäre es iän0ft ^ der Gesetzgebung Ersatz war die formale Beibehaltung des Namensverschmolzen. So ständigen Gehalt; die Geschäfte übernahmder Reicksstl/t/s °bne fcIbft: Zenereller Verantwortlichkeit des Retch^kamle^ ^^cretar des Innern unter Reibereim, wie zur Zeit des Staatsministers^von' c ner Wiederholung von ! der Reichskanzler persönlich das HandelsministerinmOfmann vorzubeugen, übernahm j fcCm 9iC‘*S,i,e‘ bk 0emein,amc Önnbelspolitif. Da l-tzt-r- nach ' j | Reffort des Reichsamts des Innern aebört k M , r wenn die reichsgesetzliche Vertretung b, 3«s der Reichsverfassung des Innern durch die Bereiche des Reichs^ preußischen Handelsministerium vervollständigt wird D\ ?o"tcher im hanblung ber politischen Aufgaben ermöglicht wirb b' b 4 eine tin^,ui*e Beaus bÄn?Ä begann ÄSbb^fÄ Pr'nz-n ritte» das Dorf Ijeuenhagen und endete um 123/ llßr mit V’ ba^ Gefecht drehte sich um gihung Lr»Ä^ ^Äfübrte Wni »—f b°s »’URÄ.’Ä Äftt Sat,X fÜ?r,C "ach b-enb.t-m dem Erzherzog Albrecht vor und mSm? atsU* ^??^corps mit gezogenem Degen Bahnhofe in Neuenhagen. Nachdem diese mit q U nad) bem waren, reiste Se. Marestät der h^sonderem Zuge nach Berlin abgefahren nahm unterwegs Vorträge entgegen Auf"d,^ ^cIol0t nacb Dahmsdorf und von dem Regierungs-Präsidenten v ßrobm »„s T Dahmsdorf wurde Se. Majestät pfangen. Die wettere Fahrt bierfier erfaßt sra^ ßanorrat^iD- Stetnbrüch em- hatten der Magistrat, die ©tabtnJrnrhn,#^!0 . }U Am Eingänge der Stadt versammelt. Auf dem Wege vom «öhnTni^Ma^16 ^^Mchkeit sich zum Empfange in dem Pein'schen Gutshofe bifaeten \Um Absteigequartier Sr. Majestät Gesangvereine und Schulen Spälter. ™ Kriegerveretne, Gewerke, Turner, Feuerwehr, richten sind^in^ssach^ wo^^Folge^e?/es^Wol^E eingetroffenen Nach- ift, 14 Personen ertrunken Ä L fenbrUc^ä Ucber^rocmmung eingetrettn Bodensee ist bedeutend gestiegen. $ 9 n3 fanben starke Verheerungen statt; der Aeutschlaud. behufs Beiwohnung der Ucbungen der 14 DiniNnn i k' Inspektion, ist 8! gB«M* «W2 MM-MMWW ZMOUMMs-WW »MWLA'MMWW, ffl S'Ä »£' I K'ÄAÄ,'^" Vermischtes. I BeleuchtungSanlag/bes 'Gioßh ^ostbeaierS ^"r übft ber kleciiischen pekuniären Opfern »niunbm fein wirb te*Br„ f ™ W Kunsttnsttt-t mit großen bie von b-r Firma Siemenz u! SalSke in L"fuhr ich, baß : | in allen Theilen functtonire obne bl,k dergesteltte Beleuchtungsanlage nicht Nachdem '"unter ZuhllsenÄm"c""ve^ ^Ätto^ch Lll^^ Seftelltz I ^ebur"eta^)^ft^stgefttzfb^Sbchon^Ia^nge"vor Beain^"^ war'anw-s-nb." ÄÄ ÄF’ Pt Rf so baß baS Publikum im Dunkeln lab “erben! ,“^r « -erjagt- ben Dienst, -uch bie Bühnenbeleuchtung, wodurch bi^^Ove° n7ckt° Ü Das Publikum äußerte offen feine 5= U l n^c 9c|Plclt werden konnte, wird, fallen die Vorstellungen'^ noch^^Eßftlmmung. Falls der Fehler nicht heute gehoben I meister und Sarg - Magazin e^etn ^Sch?etbe^aefa^ dt^ 9 "n sämmtliche Schreinerdenken und Mißstände hinaewiesen wirb TC auf?ie sanitären Be- I Särge ergeben haben. Z>?r Besettiguna' ÄXn ^^wendmrg durchlässiger Poltzeiamt für nöthig, ^6 ÄUr BnnL ^t6ftanbe erachtet Großherzogltches wird, daß die Fugen tn^v?rdiDsfab"^, K^es Holz verwendet in genügender Größe angeiertigt und mit rine/K ba& rb!c Sarge immer Das Poltzeiamt ersucht umBeackfana^ Er ersehen sein müssen. I gehaltenen Vorschriften da es sick flnbernfana°m UI?bbe t0ratb erforderlich anlaßt sehen müßte ' f d? anbcrnfaUd um Erlaß eines Polizeireglements ver- I heute dfachmttfag fa einem ^Safanw'aae^der^o^"^^0 ? 40 Minuten trafen Eentralbahnhof hier ein. Zu dem^Empfang@bahCn fiA üüi i?*®®dnriS auf bem I dtrector Küchler, Oberbürgermeister 0r Oe»«»,? auf dem Perron Provinzial- v. Schlippenbach, Commandant von^(§echbardt^Kebeim^nt^9^'t'^?"6en, Gouverneur Kramer, Oberbetriebstnspector Hevl Reinhard, Oberbaurath I Nach der Begrüßung bestieg der Großberroa nehft 0|^!ilcrc "ngcfunden. I die Hofmarschälle v. Westerweller unb foerff9 Hnen ?^°Ißck ?olunleX untcr Anberen sich der hohe Reisenbe nach Nteber-Olm b^aab m/ ^m NÄ« Extrazug, womit I Stabsoffiziere ber Hessischen Division stattfanb^ L,n?7r3 Tafel für bie sä-xks »?e *f •SS“' SS»» si“'*“»« »'•«M*. VolkSztg.« zu b-richt-n w-iß rin®Lmkr“bapihm^afi,2110/ S6ldt- wi- die „Raff. „D-r Ealculaior b-r Control- ber HrisisL-n LubmiaE En" n*nt®efIct' ro?rin e8 heißt; Erholung auf bi- Güter-Expebition Mainz vers-tztz'-^^ b°^"' 6err X-' n,urbt i-r präbenbaien 0-' Raichbun^ v-° Schneib^sind°"nIİb°^ Dm> ^t0cf' i-wie bie Dom- zu geistlichen Rüthen ernannt worben. ' na$ bcm • von Bischof Haffner unerträglichen Pia'g/^^^mber.^^^ beginnen in hiesiger Gegenb zu einer unb Gensbarmerieaufwanb lange Reiben libp?^ roeJben,.unter ßrofeem Poltzei- kommen von einer anberen Richtu?a^wiede?^c§c0ltirt unb 8ur selben Zeit sich der Wunsch, baß auf blm^^Weae^^d?r gezogen Allgemein äußert auf ben Leib gerückt wird. 9C bcr Netchsgesetzgebung den Zigeunern gründlich mühung b-r^Bü^g-rm-is/erri 1Än K"-!-”*61 ®tn.('u.ar‘ierut,0 zugebacht. Auf B-- I--r-n Kasernenräum-n unttrg-bracht ' *nbe6 auf K-ft-n b-r S.abl in gesunken, baß s^"wft bie^„M^N mftlbeilen^n' b^ Temperatur btrart bflnne Eisschichten g-bilbet hatten. “0dI ' n ben Rteberungen auf Wiesen schon waren groÄtil/^ V« burch. Dieselben BereinS°fÄ"öffe°ntUch?G^^ des deutschen bie Begrüßung ber Theilnehmer (ca. 300 aus "allen" Theilm Deulschlan?kÄ7 Oche"r- I 1 1 Ü n n t i i! l- )i I i! r, i: B $ n 5 5 1t II ! I l I I I i I '> Ü B l- r \ L B ! I I- l, I 1- I I 1 1 6 J t i I ! l idtfi Frankreich, Rußland rc.) stattgefunden, wurde heute Morgen 9 Uhr die erste Siüuna durch Oberbürgermeister Becker-Köln eröffnet. Nachdem er des im Laufe r.es Labres dahtngeschiedenen früheren Vorsitzende» des Ausschusses, Bürgermeister I»r v Ehrhardt-München, gedacht, gibt er seiner Freude über das Fortschreiten der Sache des Vereins Ausdruck. Er ertheilte hierauf Herrn Oberbürgermeister Miquel , on hier das Wort, welcher die Anwesenden Namens der Stadt begrüßt. „Keiner von bm hier tagenden Vereinen", äußerte sich der Redner, „finde in Frankfurt einen so sympathischen Boden, als der Verein für öffentliche Gesundheitspflege, nicht nur des egoistischen Bestrebens wegen, von den Verhandlungen zu lernen und Nutzen zu ziehen. Ar die hiesige Verwaltung sei es zugleich eine Gemütsbewegung, tue uns diese Sympathie etnflöht, nämlich die Erinnerung an die hervorragende Thätigkeit für öffentliche Gesundheitspflege Seitens unseres leider Heimgegangenen Mitbürgers D.t. Varrentrapv und die bereits erwähnte Thatsache, daß der Verein vor 15Jahren Dxn Frankfurt ausgegangen ist, um in oerhältnißmäßtg kurzer Zeit geradezu über- rnschende Erfolge zu erreichen. Waren wir bis zur Begründung des Vereins namentlich Mter England bedeutend zurück, so haben wir jetzt diesen Vorsprung eingeholt und fiönnen uns in vielen Beziehungen, namentlich was die größeren Städte betrifft, wohl tn Parallele stellen zu den Errungenschaften der anderen Völker. Die Erkenntniß der medicintschen Wissenschaft, daß man eine ganze Reihe der schwersten Krankheiten nicht mit künstlichen Präparaten bekämpfen kann, und die daraus resultirende Einsicht, daß tie Bestrebungen der medicintschen Wissenschaft auf die Verhinderung der Entstehung wn Krankheiten abzuzielen haben, sind auch bei den städtischen und staatlichen Behörden Imrchgedrungen und haben zu den opferfreudigsten und von Erfolg gekrönten practischen Ansuchen geführt. Die Sympathien aber des ganzen Volkes bat der Verein sich dadurch -Lwonnen, daß die Einsicht sich immer weiter verbreitet, die Bestrebungen des Vereins fülen die wirksamste Unterstützung der die Zeit beherrschenden Bestrebungen zur Besserung iatr Lage der arbeitenden Klassen, daß sie am meisten denen zu Gute kommen, die nicht im Stande sind, aus eigenen Mitteln sich gegen Krankheit zu schützen. Unsere Erfolge find die besten und wünsche ich auch, daß Sie mit Befriedigung auf die Arbeit dieses Kongresses zurückblicken mögen; hoffe aber zugleich, daß Sie sich durch die sanitären (iinrichtungen unserer Stadt überzeugen werden, daß wir treue Schüler des Vereins fmb. (Lebhaftes Bravo.) Nachdem der Vorsitzende dem Vorredner für seine Begrüßung gedankt und noch mit besonderem Dank gegen die Reichsregierung den Vertreter des Ministeriums der öffentlichen Arbeiter Geh. Ober-Reg.-Rath und vortragenden Rath im Ministerium i$r öffentlichen Arbeiten, Franz Huber, willkommen geheißen hat, verbreitet sich Oberbürgermeister Dr. Miquel über das Thema: „Maßregeln zur Erreichung gesunden Wohnens." Referent kommt zu folgenden Thesen: 1. Der deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege hält zur Bekämpfung her auch in Deutschland und nicht blos in den großen Städten bestehenden schweren Mißstände im Wohnungswesen und der hieraus für die menschliche Gesundheit erwachsenden großen Nachtheile und Gefahren neben den unablässig fortzusetzenden und zu erweiternden Bestrebungen der Staaten, der Gemeinden, der Vereine und größeren Arbeitgeber für die Vermehrung. Verbesserung und Preisermäßigung der Wohnungen, rxnnentlich der arbeitenden Klassen den Erlaß eines einheitlichen Gesetzes für ganz Deutschland oder mindestens für die Einzelstaaten für möglich und dringend erwünscht. 2. Ein solches Gesetz müßte unter insoweitiger Abänderung und Ergänzung her bestehenden verschiedenartigen und theilweise durchaus ungenügenden Bauordnungen : 1) die im Interesse der Herstellung gesunder Wohnungen bei Neu- und Umbauten zu stellenden Mindest-Anforderungen vorschreiben, 2) das Bewohnen unzweifelhaft ungesunder Wohnungen verbieten und unter den nöthigen Garantien für die Eigentümer zur Durchführung dieses Verbots den Polizei- und Communalbehörden genügende Befugnisse einräumen, insbesondere die Beachtung der baupolizeilichen Zweckbestimmungen bei der Benutzung der Localitäten sichern, 3) vor Allem die gesundheitswidrige Ueberfüllung der Mietwohnungen und die übermäßige Verringerung des Luftraumes namentlich in Schlafstellen zu verhindern geeignet jein. Die Wohnungsfrage,' bemerkt Redner, sei eine der schwierigsten Probleme, dieses müsse aber einmal gelöst werden, aber nicht von denjenigen, welche meinten, die Wohnungsfrage sei identisch mit der Lohnfrage, die einzige Abhülfe liege in der pecu- riaren Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen. Die Thesen betrafen nur die dne Seite der Wohnungsfrage, die sich hauptsächlich bezieht auf die Gesundheit der Wohnungen, auf Herstellung und Erhaltung gesunder Wohnungen und auf zweckmäßige Rücksichtnahme auf die gesundheitlichen Vorschriften in Benutzung derselben. Die Thesen verlangten ein Gesetz über die Wohnungsfrage. Was aber die Sache so schwierig mache, sei, daß die Bautätigkeit das Bedürfnis an kleineren Wohnungen nicht zu be- fniebigen im Stande sei, denn diese Bautätigkeit werde nur rege, wenn der Preis solcher Wohnungen eine unverhältnißmäßige Höhe erreicht habe. Ein großer liebel: f::inb fei auch mit der, daß der Arbeiter weit eher sich mit einer schlechten Wohnung, clls mit geringer Nahrung und unzureichender Kleidung begnüge und für die schlechtesten Räume die teuerste Miethe bezahle, eine Gewohnheit, von der er nicht leicht abzubringen sei. In der Erörterung der Frage, was dagegen zu thun sei, kommt Redner d arauf, daß die städtische Verwaltung das Baufeld systematisch ausdehne und Sorge tragen müsse, daß die Bauplätze durch das vermehrte Angebot billiger, die Wohnungen nicht allzusehr der Speculation unterworfen würden. Auch die Gemeinden in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber seien verpflichtet, sich mit der Wohnungsfrage zu beschäftigen, desgleichen der Staat. Der schon angeregte Umstand, daß der Arbeiter naturgemäß Serft an der Wohnung spare, erheische, daß die Gesetzgebung mit Zwangsmitteln einreite. Die fänden sich tn jeder Bauordnung und die Beschränkungen würden bald Oblig. .^0 Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. dV2 / 0 do. 5% BuderuS Oblig. 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AnkunftHHßcn von: | Frankfurt 1», 8oo, 9^*. 1144 n8» 9« 4d2, 720, 8«*, 1Q50 H58t ' # ®ro6en-S^»en 5'° (versuchsweise), 8°-, r»«ar 7«, 2« (Localzug). Marburg S-°, g»« 6ie gu. 1130 «t 620, 6M*, 8°° 1123 ' ' Caffel 2^, 5^*, §«* 113o 431 668*, 8°0, 1123 ' ' 0 > 4.?0Lx^in Weilburg), 75» (voll Betzdorf), 910 1127 iät 330 433 856 747, 8291 Ilio' M51 ' ' * ' Dudenhofen 7M, 11«7, 330 74'7 940, luot ZU ßse 838a Deutz 11”, 433, 747 ml Fulda 756, iso, 425 1000. AlSfeld 758, iso 425 1000 Gelnhausen 93o 335 yss.' Nidda 6*6, 930, 335 ßse. Schotten 93o, 335, ßso. Schiffenberg 618, 930. in Berlin. I Uebrtfchu# pro 1888: . . . 1000 000 " ! Reserven pr.1889:1500000j|arlt. ^5— ------------ Die Direktion. I Münchener Fraiyiskaner-Bier anerfar-nt bestes Sier*) in frischer Sendung empfiehlt Otto Xw/Z Restaurant zum Löwen. i. w S.'gte'.tlX" 6*s" Strickwolle b'«-«-- lP».,«. I..!. bie M ■ !!! Rock wolle !!! ■ da» Pfund von M. 1.20 an, empfiehlt Vellage zu Ar. 216 des „gießener Anzeiger". Berlin, 9. September. In der nächsten Sitzung der medicinischen Gesellschaft sollen von einem hiesigen Arzte, Herrn Dr. LouiS Weigert, die Resultate der Unter» luckuna vorgelegt werden, welche derselbe seit einigen Monaten auf die Tödtung des Tuberkel-Bacillus in der Lunge durch Einathmen heißer Luft vermittelst eines eigens von ihm construirten Apparates gemacht hat. Auf die festgestellte Thatsache begründet, dafr dem Koch'schcn Tuberkel-Bactllus in einer höheren Temperatur als 37,5 Grad Celsius die Lebensfähigkeit genommen wird, hat Dr. Weigert seine in hohem Grade schwindsüchtigen Patienten, an denen er seine Versuche anstellte, Luft einathmen lasten, ^die gradatim bis auf eine sehr hohe Temperatur gebracht war. Die Resultate sollen ln ärztlichen Kreisen „daS höchste Erstaunen hervorgerufen haben" und zu der Aeußerung Anlaß gegeben, daß nunmehr „die vollständige Heilung der Schwindsucht, der bekanntlich ^ein Fünftel der Menschheit zum Opfer fällt, nicht mehr problematisch ser. Mögen i -lese Hoffnungen sich erfüllen. Man darf weiteren Berichten mit Interesse, aber auch 1 nicbt ohne Vorsicht entgegensetzen. , r n . A — sHine Erinnerung an den Afrikaforscher Nachtiaal.l In der ' Denkschrift, welche Cardinal Lavtgerte an die Freiburger Generalversammlung der deutschen Katholiken gerichtet hat, erklärt derselbe, daß die Bewegung, welche äugen» - hltcklich Inner - Afrika hineinzieht in die Strömung der christlichen ctvilisirten Welt, zurückgeführt werden muß auf die Anstrengungen und Forschungen der Asrckaretfenden, inb ermähnt habet die Deutschen ». d. Decken, v.Heuglin, Gerhard R-hNs, Vogel, Schweinsurth, B-urmann. Lenz und Nachtigal. .Nicht alle, fährt der Cardinal sodann fort, „habe ich persönlich gekannt, aber doch wenigstens den Letzteren am Werk« gesehen und ihn von Grund aus beurteilen gelernt, nämlich n einem Augenblick, wo der Mensch sich ganz gibt, wie er ist: Wenn es zu Ende geht. Ich allein kann ihm dieses letzte Etzrenzeugniß ausstellen und thue es trotz besten, was uns trennte, freudig «18 Act der Gerechtigkeit. Ich kannte ihn schon während seiner langen mutigen Mei en in’? -innere, als ich ihn im Amt eines GeneralconsuiS in Tunis wiedersand. Seine Gesundheit war damals erschüttert, was er, ein ebenso genauer als bescheidener Ar,, mit Unruhe erkannte. In diesem Zustande empfing er von Berlin au5 den Befehl, nach der Guinea-Küste sich zu begeben , um dort die Abgrenzung der neuen Laubes- aebtete vorzunehmen. Da machte er mir eines Tages einen zwanglosen Besuch, wie er oft that, und nach Austausch der ersten Worte sagte er: „Ich komme, um ihnen Lebewohl zu sagen." Einen Augenblick danach füate er mit nicht zu verbergender Bewegung hinzu: „Und Ihnen zugleich meinen baldigen Tod anzuzetgen." — ^rcn rob * Aber Sie sehen doch gar nicht danach aus," entgegnete ich. — „Ich habe aber heute Morgen mein Testament gemacht. Ich reise nach Guinea und weiß, daß Ich von dort nicht mehr wtederkehre." - Und er erklärte mir nun, wre in Folge mehrfacher krankhafter Zustände, die ihm nach seinen großen früheren Reisen verblieben waren, die abermalige lange Reise in afrikanischen Gewässern und der Aufenthalt im Tropenkltma ihm sicher das Leben kosten würden. Er sagte das ernst, aber ruhig, rote einer der in die Zukunft zu schauen vermag. Ich war gerührt, wie das wohl Jeder sein muß, der einen muthtgen, gebildeten Mann der Pflicht zum Opfer sich Mn^en fiebt — „Doctor", sagte ich ihm, „seien Sie doch nicht so niedergeschlagen. Das ist Las Schlimmste." — „Niedergeschlagen bin ich nicht," entgegnete er, „ich sehe nur, roie es ist." — „Aber wenn die Regierung die Gefahr kennte, die Ihnen bei Ihrem iekiaen Zustande droht, würde man Sie niemals reisen lassen." — „Warum denn, schulde ich nicht mein Leben?' - .Gewiß, aber Ihr Land hat auch Sie Pflicht, S e für sich zu erhalten, wenn es den Verlust, der ihm droht, wußte. Sehen Sie sagtt ich, und nahm ihn freundlich bei den Händen, „sehen Sie ich bin kein Deutscher, lch din ein Franzose, aber ich bin ein Priester und demgemäß für die Werke der Nächsten- liede und Gerechtigkeit bestimmt. Soll ich von mir aus an Ihren Reichskanzler oder an Ihren Kaiser schreiben, um einfach mitzuthetlen, roaS ich gesehen und gehört Habe, und daß Sie, wenn Sie unter diesen Umständen reisen, ein todter Mann sind? Wollen Sie, daß ich bitte, Sie hier zu lassen?" — Ich bemerkte wohl, daß er durch die Empsindung. die mir meine Worte dtktirte, bewegt wurde. Er wandte sich ab und wiederholte: „Es ist meine Pflicht, und ich will keinen Versuch machen noch machen lassen, mich ihr zu entziehen." — Dabei blieb er und ging. Ich hatte rhn zum letzten Male gesehen. Er reiste alsbald nach Lissabon, wo er an Bord ging. Ein paar Monate danach fand ich tn einem Blatte die Nachricht von seinem Tode. Er war, roie er es gewollt hatte, in Erfüllung der Pflicht auf feinem Posten gestorben, roo ein Wort ihn hätte retten können. Diese Thatsachen hat außer mir dis jetzt noch Niemand gekannt. Aber heute, roo ich zu Ihnen über unser Afrika sprechen will und über die Bande, welche daffelbe mit Ihrem Lande verknüpfen, heute bin ich glücklich, ihm bei dieser Gelegenheit öffentlich dies Zcugniß liebenden Angedenkens geben zu können." — [Wie lange währt ein £raum?J Es spricht die höchste Wahrscheinlichkeit dafür, ja, Erfahrung und Selbstbeobachtung bestätigen eS geradezu, daß Traum- begebenheiten in Wirklichkeit nur von sekunden-, höchstens minutenlanger Dauer sind. Die Täuschung besteht darin, daß die betreffenden Erlebnisse in Wirklichkeit so lange dauern würden und wir nunmehr die im wachen Leben gemachten Erfahrungen in das Traumleben hinübernehmen. Dr. F. Scholz berichtet aus feinen Erfahrungen folgendes: Nach schweren körperlichen Ermüdungen und einem geistig wie gemüthlich sehr anstrengenden Tage begab ich mich, nachdem ich noch die Uhr aufgezogen und auf das Nachttischchen gelegt hatte, zu Bett und schlief bei noch brennender Lampe sofort ein. Alsbald befand ich mich auf hoher See an Bord eines mir bekannten Schiffes. Ich war wieder jung und stand am Ausguck. Ich hörte das Meer rauschen und goldene Lichtwolken umwogten mich. Wie lange ich so gestanden, weiß ich nicht; aber es war eine unendliche Zeit. Da änderte sich die Scene. Ich war am Land und meine längst verstorbenen Eltern kamen, mich zu begrüßen; sie führten mich zur Kirche, wo lauter Orgelton erklang. Ich freute mich, wunderte mich aber zu gleicher Zeit, dort meine Frau und Kinder zu sehen. Der Geistliche bestieg die Kanzel und predigte; aber ich konnte nichts verstehen, da die Orgel immer noch gespielt wurde. Ich faßte nun meinen Sohn an der Hand, um mit ihm den Kirchthurm zu besteigen, aber wiederum verwandelte sich die Scene. Statt neben meinem Sohne stand ich neben einem mir früher bekannten, in Wirklichkeit langst verstorbenen Offizier. Ich bin als Militärarzt beim Manöver und wundere mich eben darüber, daß unser Major ein so jugendliches Aussehen hat, als ganz in meiner Nähe unoermuthet eine Kanone abgefeuert wird. Erschrocken fuhr ich in die Höbe, wache auf und merke, daß der vermeintliche Kanonenschuß seine Ursache in dem Oeffnen der «Lchlasstubenthür, durch die Jemand eingetreten, findet. Wahre Ewigkeiten hatte ich in dem Traum durchlebt; aber als ich auf der Uhr nachsah, war seit dem Einschlafen nicht mehr als — eine Minute vergangen, viel kürzere Zeit, als man zum bloßen Erzählen braucht." So wenig Merkwürdiges dieser sonst sehr gewöhnliche Traum zeigt, so gibt er doch ein vorzügliches Beispiel ab für den hohen Grad von Täuschungen, denen Träume bezüglich ihrer Zeitdauer unterliegen. Auch sind Beobachtungen, aus denen sich ebenfalls die außerordentliche Kürze der Zeit ergibt, innerhalb deren ein Traum im Gehirn des Schlafenden sich abspielt, wiederholt gemacht worden. Napoleon I., der bei der Explosion der Höllenmaschine im Wagen schlief, durchlebte in dem unendlich kleinen Zeitraum zwischm der Wahrnehmung des Knalles und dem Erwachen den Uebergang über den Tagliamento und die Kanonade der Oesterreicher und erwachte mit dem Ausrufe: „Wir sind unter ndnirt!" Ebenso wie im Traume hat man auch bei außerordentlichen Vorgängen, so z. B. in Fällen von dringender Lebensgefahr, beobachtet, daß die seelischen Prozesse mit ungewöhnlicher Schnelligkeit sich abfpielen. Von einer Dame, die dem Ertrinken nahe war, wird berichtet, baß sie nach ihrer eigenen Mittheilung in dem Zeitraum von zwei Minuten ihre ganze Vergangenheit noch einmal durchlebte, wobei die unbedeutendsten Details sich vor ihrer Fantasie ausbreiteten. Scholz nimmt an, daß in Augenblicken großer Lebensgefahr das Seelenleben sich gewissermaßen concentrirt und eine große Fülle unbewußter Vorstellungen sich plötzlich an die Oberfläche drängt; anderseits dürfte eine Erklärung für die außerordentliche Schnelligkeit, mit der die verschiedenen Vorstellungen im Traume auf einander folgen, wohl in dem Umstande zu suchen sein, daß mit der Ausschaltung gewisser Nervencentren (Ganglien), roie sie allem Anscheine nach im Traume stattfindet, die Bahn, welche der Nervenstrom im Gehirn zurückzulegen hat, eine soviel kürzere und der zu überwindende Widerstand ein soviel geringerer ist als im wachen Zustande, wo jene Ganglien, in welchen die höheren seelischen Thätigkeiten sich abspielen, als ebensoviele die Fortleitung des Neroenstromes verzögernde Zwischenstationen in dem Gehirnapparat eingefügt sind. Allgemeiner Anzeiger. Acpfel- Bersteigernng. 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