Nr. 168 ^es Blatt. Sonntag den 15 Juli jggg; Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Drrrearrr Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch dre Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst Amtlicher HHeik. Bekanntmachung. wird hierdurch zur öffentliche« Kenntniß gebracht, daß Elise Blei von Ettingshausen in der von der Großherzoglichen Direction der Entbindunas- worden ist. t,or9enommenen d^fung zur Ausübung der Praxis al- Hebamme für sehr gut befähigt erklärt und von uns als Hebamme verpKet Gießen, den 11. Juli 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ______________________ Dr. Boekmann. Bekanntmachung. gTt., .r während der Beurlaubung des Unterzeichneten wird derselbe, soweit nothwendig, mit Bewilligung Großherzoglichen Mnisteriums der Ninanr-,« Abtherlung für Steuerwesen, durch den Großherzoglichen Rechnungsrath Herrn Burger vertreten werden. i Gießen, 14. Juli 1888. Großherzogliches Steuer-Commissariat Gießen. _____________________________ Süffert. m fttrn^rn: 1 Küfermesser, 1 Gummiball, 1 Stock, Fünfpfennigmarken, 1 schw. Shlips, 1 Portemonnaie mit ^nüalt i »rod&e, 1 Armband, 1 Rock, 2 Münzen, 2 Taschentücher, 1 grauer Handschuh, 1 silb. Engelchen, 1 Leiter, 1 Ausklopfer, 1 "Stück'Kette ' 1 ßetilc Greßen, 14. Juli 1888. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. _____ Fresenius. Politische Ueberficht Gießen, 14. Juli. Der Kaiser trat am Freitag Abend von Spandau aus seine Reise behufs der Zusammenkunft mit dem Ezaren an. Den Kaiser begleiten auf der Fahrt nach Rußland folgende Herren vom persönlichen Dienst: General-Adjutant Generalmajor v. Wittich, sowie die Flügel-Adjutanten Kapttain zur See Freiherr v. Seckendorff, Major v. Lippe und Major v. Pfuel. Kapitain zur See v. Seckendorff macht in seiner Eigenschaft als Begleiter des Prinzen Heinrich, welcher bekanntlich als Commandeur der kaiserlichen Yacht „Hohenzollern" axx der 'bevorstehenden Monarchen - Zusammenkunft theilnimmt, die Fahrt mit. Der größere Theil des kaiserlichen Gefolges begibt sich bekanntlich mittelst Extrazuges direct nach Petersburg. Durch allerhöchsten Erlaß wird bestimmt, daß das bisherige König-Wilhelm Grenadierregiment Nr. 7 und das bisherige Husarenregiment König Wilhelm Nr. 7, fortan denZNamen ihres unvergeßlichen Chefs, des verewigten Kaisers Wilhelm I., zu führen haben. Ein weiterer kaiserlicher Erlaß verfügt, daß das bisherige Kaiser-Grenadierregiment Nr. 1 und das Kaiser-Dragonerregiment Nr. 8 fortan den Namen des hochseligen Kaisers Friedrich III. zu führen haben, sowie, daß das Grenadierregiment „Kronprinz Friedrich Wilhelm Nr. 11" die Provinzialbezeichnung wieder anzunehmen und demnach „Grenadierregiment Kronprinz Friedrich Wilhelm (2. Schlesiisches) Nr. 11" zu heißen hat. Endlich ordnet eine allerhöchste Cabinetsordre vom 4. d. M. an, daß die erste Armee-Jnspection künftig aus dem L, 2., 9. und 10. Armee-Corps, die zweire Armee-Jnspectton aus dem 5. und 6., sowie dem 12. (sächsischen) Armee-Corps besteht. Zu dem Streite in der serbischen «Snigsfamilie bringt die „Nordd. Allg.Ztg." in ihrer Donnerstags-Abend-Ausgabe eine offenbar hochoffiziöse Auslassung, welche etwa lautet: Das serbische Ministerium hatte vor einiger Zeit an die preußischen Behörden das Ersuchen gerichtet, ihm zur Rückführung des zwölfjährigen Kronprinzen nach der Heimath behilflich zu sein. Diesem Ersuchen wäre auch stattgegeben worden, , wenn es eine Privatperson beträfe, ein so klares Recht wie die Zurückführung des Kindes zu seinem Vater wird auch dem Ausländer zuerkannt. Im vorliegenden Falle handelt es sich aber nicht nur um die Ausübung der väterlichen Gewalt, sondern auch um die souverainen Rechte des Königs von Serbien über seinen Sohn und Unter- thanen. Die preußischen Behörden richteten daher an die Königin von Serbien die Aufforderung, den serbischen Kronprinzen dem Bevollmächtigten des Königs, Kriegs- Minister Protitsch, auszuantworten. Ihre Majestät weigerte sich, dieser Aufforderung nachzukommen und versuchte mit Gewalt derselben entgegenzutreten, indem sie die Dienerschaft mit Waffen versah. Der königlichen Regierung kann es nicht erwünscht sein, ihre Autorität im Lande nicht anerkannt zu sehen und daß serbische Streitigkeiten in Wiesbaden mit Hilfe der dortigen Polizei ausgefochten werden: sie kann nur wünschen, daß, wenn die Königin Natalie thatlichen Widerstand leisten will, sie ihren Aufenthalt außerhalb Deutschlands nehme. — Letzterer Wink war so deutlich, daß er unmöglich mißverstanden werden konnte, und so ist die Königin denn auch gestern Abend 7 Uhr aus Wiesbaden abgereist, um Deutschland zu verlassen. In Serbien selbst beginnt infolge des Verhaltens der Königin Natalie die ihr bislang überwiegend günstig gewesene Stimmung im Lande ins Gegenthetl umzuschlagen und offenkundige Anhänger der Königin erklären jetzt, es sei ihre Pflicht, wenn sie nicht zurückkehren wolle, wenigstens den Thronerben seinem königlichen Vater und seinem Lande zurückzugeben. (Siehe den diesbezüglichen Artikel auf der 2. Seite d. Bl.) Papst Leo XIII. beschäftigt sich schon wieder mit Entwürfen zu neuen En - cykliken. Die eine derselben soll die Beziehungen zwischen Kirche und Staat eingehend darlegen, die andere die sociale Frage behandeln. An letzterer Encyklika arbeitet der Papst, wie es heißt, schon seit fast einem Jahre und soll das betreffende Schriftstück noch vor Ablauf des gegenwärtigen Jahres der Oeffentlichkeit übergeben werben. Jedenfalls darf man einigermaßen gespannt darauf sein, wie sich Leo XIII. zu einem der wichtigsten, aber auch der schwierigsten Probleme der Gegenwart äußern wird. In der Donnerstagssitzung der französische« Lep«ttrie«rammer ist es wieder einmal ziemlich lebhaft zugegangen. Der erste Theil der Sitzung wurde durch eine Art Culturkampfdebatte ausgefüllt, indem der ultraradicale Abgeordnete Laffon von der Linken die Unterdrückung aller geistlichen Orden beantragte, wobei er auf die von den Ordensbrüdern in Citeaux begangenen unmoralischen Handlungen hinwies. Von der Rechten wurde der Antrag natürlich energisch bekämpft, während der Minister- Präsident gioquel, welchem die von L-ffon verlangte Dringlichkeit für seinen Antrag doch etwas unbequem war, die Ueberweisung desselben an die zur Vorbcra.hung der fft°1i k ^“d',LD,OrtoIua' Trotzdem sprach sich die Kammer mit 264 gegen2Iv Stimmen für d-e Dringlichkeit aus; einige Mitglieder der Rechten hatten in ihrer Entrüstung schon vorher die Kammer verlassen. Der übrig- Theil der Sitzung gehörte Boulanger, welcher seinen Antrag auf Auflösung der Kammer vorlegte und begründete Der Abgeordnete des Norddepartements hielt wiederum eine gepfefferte Rede, in welcher die Kammer als ohnmächtig und in Trümmern zerfallen dargeftellt wurde wahrend das Land immer lguter den Rus nach Revision der D-rsasfung und Vornahme von Neuwahlen erhebe. Am Schluss- feiner von häufigen Protesten der Rechten unterbrochenen Red- beantragte Boulanger eine Resolution, durch welche die Kammer ihre Ueberzeugung von der Nothwendigkeit allgemeiner Neuwahlen aussprlcht und den Präsidenten Carnot auffordert, von dem ihm verfassungsmäßig zustehenden Rechte der Kammerauflosung Gebrauch zu machen. Der Ausgang der Sitzung spitzte sich dramatisch zu, da nach einem überaus scharfen Wortgefecht zwischen Floquet und Boulanger, m welches zuletzt der Kammerpräsident Meline gegen letzteren eingriff Boulanger erklärte, daß er sein D eputirte nmandat niederlege, worauf er mrt seinen Getreuen den Sitzungssaal verließ. Unter großem Lärm verhängte alsdann die Kammer die Censur über Boulanger, worauf sie sich bis Montag vertagte. Der Ex-General ist also vorläufig vom parlamentarischen Schauplatze zurückgetreten, wahrscheinlich, um sich nun ganz und gar der —Gasse zu widmen. gnädigs^ge^cht^' 13‘ 3uIt edne ^gliche Hoheit der Großherzog haben Aller- 30. Ium den Lehrer an der Realschule zu Friedberg Ernst Klein auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung ferner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. September dss. Js an rn den Ruhestand zu versetzen und demselben zugleich den Charakter als „Professor" zu verleihen. 6 8 öcn Telegraphische Depeschen. Wolsf'S ielegr. Correspondenz. Burearr. c e Au". Der Kaiser verlieh dem Professor v. Bergmann den Stern und das Kreuz der Comthure des Hohenzollernschen Hausordens, dem Professor Gerhardt den Rothen Adlerorden 2. Cl. mit Eichenlaub. ~ Der deutsche Gesandte in Petersburg, General Schweinitz, ist von Karlsbad hier angekommen, um der Petersburger Entrevue beizuwohnen. — Nach der heutigen öffentlichen Bekanntmachung findet die Eröffnung der großen akademischen Kunst-Ausstellung am 15. Juli statt. 8 Oec Berlin, 13. Juli. Gutem Vernehmen nach ist Prinz Albrecht von Preußen zum Generalinspekteur der ersten Armee-Inspektion, General Caprivi zum Commandeur des 10. Armeekorps ernannt. , ~ Der „Post" zufolge wäre die Ernennung des Mintsterialraths v. Zastrow zum Unterstaatssecretar des Ministeriums des Innern bereits erfolgt. Potsdam, 13. 3ulL Der Kaiser fuhr heute Abend 10 Uhr 10 Minuten in Spandau^ab^ °U bcm $ampfcr „Alexandra" von der Matrosenftation aus nach hier abaBieW,al,ett' 131 3"". Die Königin Natalie reist heute Abend 7 Uhr von .»dern, 13.3ult Der Präsident des Grütlivereins und des Arbeiterbundes bat vom Bundesrath Auskunft erbeten über das Kreisschreiben des Justizdepartements an die kantonalen Regierungen, betr. die politische Ueberwachung von'socialiftischen Ver sammlungen. Der Bundesrath antwortet: Das Kreisschreiben bezweckt einzig über "^che die innere Sicherheit des Landes und der internationalen Beziehungen berühren, ottentirt zu sein. Der Bundesrath wird bei eintretenden 31^6- ?nanäen.rab^r- Gehör schenken: sein Bestreben ist daraus gerichtet, so viel als möglich die Anforderungen, welche die Sicherheit des Landes an ihn stellt mrt der Achtung vor den individuellen Rechten zu vereinbaren. Paris, 13-Juli. In dem heute stattgefundenen Duell zwischen Floquet und Boulanger wurde Floquet zweimal leicht (an der rechten Hand und der linken Brust) Boulanger einmal leicht (am linken Schenkel), sodann am Halse verwundet. In Folge der letzteren Wunde entstand ein starker Bluterguß, der die Schwere der Verwundung noch nicht erkennen ließ. B Paris, 13. Juli. Das Protokoll über das Duell zwischen Boulanger und Floquet constatirt, daß Boulanger am Halse schwer verwundet ist. Die Verletzung be Peht nach dem ärztlichen Bericht in einer tiefen Wunde in der rechten Halsgegend, die bem Athmen erhebliche Schwierigkeiten bereitet. ■- r_ ... _ Paris, 13. Juli. Bet der heutigen Einweihung des Denkmals sur Gambetta auf dem Carousfel - Platze, welcher eine zahlreiche Menschenmenge beiwohnte, hielt Floquet eine Rede, in welcher er die Perdienste Gambetta's pries und mit der Aufforderung schloß, man solle alle Kräfte dem Volke widmen, welchem Gambetta gedient habe, und der Armee, welche er geliebt, sowie dem Vaterlande, welches er verteidigt habe. Der Wunsch Aller könne nur auf eine Republik gerichtet sein, die Reformen zug-neigt und in Wahrung ihrer Rechte friedliebend, zugleich aber auch unveränderlich in ihrer Stärke sei. Der Präsident des Senats, Le Royer, wies in seiner^ Rede darauf hin, daß Gambetta in der Institution des Senats eine der festesten Stutzen der Republik erblickt habe. Freyctnel feierte Gambetta wegen seiner unerschütterlichen Standhaftigkeit während des Krieges von 1870/71 und wegen seiner Verdienste um die Armee, in deren Namen er Gambetta seine Huldigung darbringe. Weitere Reben wmden von Meline und Spuller gehalten. — Der Akademiker Allou ist gestorben. Petersburg, 13. Juli. Durch einen heute veröffentlichten Kaiserlichen Ukas wird das diesjährige Rekrutenkontingent auf 250,000 Mann festgesetzt, gegen 235,000 Mann im vorigen Jahre. — Durch ein weiteres zur Veröffentlichung gelangtes Gesetz wird die Dienstzeit im aktiven Heere und in der Landwehr verlängert. Die gesammte Dienstzeit für die dem Loose gemäß eintrelenden Mannschaften wird auf 18 Jahre festgesetzt, wovon 5 Jahre auf die Dienstzeit beim aktiven Heere kommen. Die Abiturienten höherer Lehranstalten und Freiwillige genießen Privilegien. Die Landwehr wird aus sämmtltchen nicht bereits aktlv dienenden wehrhaften Männern bis zum 43. Lebensjahre einschließlich gebildet und in zwei Klassen eingethetlt. Die erste Land- wehrklasse gibt den Stamm der Landwehr ab, während die zweite nur durch Kaiserliches Manifest etnberufen wird. — Das „Journal de St. Petersburg" erklärt, die auswärts verbreiteten Gerüchte über neue finanzielle Operationen Rußlands seien vollständig unbegründet. Belgrad, 13. Juli. Der Kronprinz wird morgen spät Abends zurückerwartet. Bezüglich der Eompetenz in der königlichen Eheschetdungsangelegenheit wird officiell darauf hingewieseu, daß der Eompetenz des EonsistortumS je ein Kirchensprengel untersteht. Für den Herrscher des Landes ist das ganze Staatsgebiet maßgebend, daher gehört die Angelegenheit vor das die Vorsteher sämmtllcher Kirchendezirke, resp. Episkopate in sich vereinigende Forum, die Synode. Die Auslieferung des Kronprinzen von Serbien. Wiesbaden, 13. Juli. Heute Vormittag, pünktlich um 10 Uhr, fuhr Polizei- Präsident v. Rein baden an der Villa Clementine, in welcher die Königin von Serbien wohnt, vor, begab sich mit einigen Kommissaren, dem Polizei-Inspektor Gehr und etwa 12 Schutzleuten in die Villa und um 10 Uhr 12 Min. bereits erschien unten am Eingänge an der Frankfurter Straße der Kronprinz Alexander an der Hand der Königin, gefolgt von dem Polizei-Präsidenten und den übrigen Beamten und Schutzleuten. Der Kronprinz stieg zuerst in den am Eingänge bereitstehenden Wagen, bann folgte eine Hofdame, und Beide fuhren nach dem Taunusbahnhofe. In der Umgebung der Villa hatte sich begreiflicherweise eine große Menschenmenge angesammelt. Für den Fall, daß dem Polizeipräsidenten der Einlaß verweigert worden wäre, war ein hiesiger Schlosser mit Arbeitern bestellt, um eventuell mit Gewalt zu öffnen. lieber die Vorgeschichte dieser Auslieferung theilt der „Rheinische Courier" in einem Exlrablattc von heute früh 9 Uhr Folgendes mit: Kaiser Wilhelm hat vor 5 bis 6 Tagen persönlich die Königin telegraphisch gebeten, den Kronprinzen gutwillig dem Bevollmächtigten des königlichen Vaters zu übergeben. Die Königin, obwohl sie wußte, daß ihr die Rückkehr nach Serbien verboten ist, antwortete dem Kaiser, sie würde ihren Sohn persönlich dem König überbringen. Dre Königin sandte dann noch einige Telegramme an den Kaiser, die jedoch unbeantwortet blieben. An den König Milan richtete die Königin ein flehentliches Telegramm, er möge ihr den Kronprinzen doch noch einen Monat lassen. Der König, der sich durch die schroffe Zurückweisung seiner meit entgegenkommenden Vermtttlungsvorschläge tief beleidigt fühl! und jetzt jede weitere Verhandlung mit der Königin von sich weist, antwortete auf das Telegramm nicht an die Königin direkt, sondern an den Gouverneur seines Sohnes: „Nicht einen Tag länger!" In Berlin wurden unterdessen die diplomatischen Verhandlungen mit Nachdruck betrieben. Fürst Bismarck mochte wohl den Wunsch haben, die Sache noch vor der Kaiserbegegnung in Petersburg geordnet zu sehen. Da die Königin auf ihrer Weigerung beharrte und selbst die freundliche Vorstellung von allerhöchster Stelle unbeachtet gelassen hatte, so blieb nichts anderes Übrig, als dem Polizeipräsidenten in Wiesbaden die Anweisung zu geben, nunmehr seinerseits den Willen des königlichen Vaters zur Geltung zu bringen. Inzwischen stellten sich aber leider auch noch andere Maßnahmen als erforderlich heraus. Die Königin hatte eine Flucht mit dem Kronprinzen geplant, sie hat bei der Kgl.Etsenbahn- direktion einen Extrazug bestellt ohne Angabe, wohin. Die Eisenbahndirektion antwortete ihr, daß sie nicht in der Lage sei, einen Extrazug zu stellen. Um eine Flucht der Königin mit dem serbischen Thronerben zu verhindern, sah sich die Polizei genöthigt, die Villa der Königin noch schärfer als sonst, aber so wenig auffällig, als nur irgend möglich, bewachen zu lassen. Gestern Abend kurz nach 8 Uhr begab sich der Herr Polizeipräsident in die Villa der Königin, um derselben amtlich zu eröffnen, daß er heute Vormittag 10 Uhr erscheinen werde, um den Kronprinzen, wenn nöthig mit Gewalt zu holen. Die Königin war sehr ernst und scheint um Aufschub dieser Maßnahme gebeten zu haben, doch erklärte ihr der Herr Polizeipräsident, daß er sich jetzt auf nichts mehr einlassen könne. Bis gestern Abend wußte der Kronprinz, der sich mit seinem Gouverneur stets im obern Stockwerk der Villa befand, während unten die ernsten Verhandlungen statt- fanben, nichts von dem Bevorstehenden. Die Verwandten der Königin haben der sich in höchster Aufregung befindenden Monarchin den Rath gegeben, der Gewalt zu weichen und unter Protest den Kronprinzen dem Polizeipräsidenten zu übergeben. Letzterer wird um 10 Uhr dem jungen Prinzen eröffnen, daß der Wille seines königlichen Vaters ihn zu sich rufe. Königin Natalie wird veranlaßt werden, 10 Stunden nach der Abreise des Kronprinzen Deutschland zu verlassen. Die Ausweisungs- Drdre soll der Königin bisher nur mündlich durch den Polizeipräsidenten mitgetheilt worden sein. — Als gestern Abend der mit der Königin verwandte Baron v. Steiger von Frankfurt, wohin er sich Nachmittags begeben hatte, zurückkehrend zur Königin wollte, wurde er am Eingänge der Villa von einem Polizeibeamten mit dem Bemerken zurückgewiesen, daß nur „betheiltgten Personen" der Eintritt in die Villa gestattet sei. Nachdem sich der Zurückgewiesene, dem bei Widersetzlichkeit seine Verhaftung angekündigt wurde, beim Polizeipräsidenten legitimirt hatte, wurde ihm der Zutritt zur Königin gestattet. Seit heute früh stehen eine Anzahl Schutzleute und Geheimpolizisten unter em Befehle eines Polizeikommissars um die Villa; für eventuelle Fälle, die sich später bei der lieberfübrung des Kronprinzen nach dem Bahnhofe ereignen konnten, wird die Schutzmannschast gegen 10 Uhr auf 30 Mann verstärkt werden. In der späteren Ausgabe heißt es: Vor acht Tagen schon stand ein Salonwagen auf dem hiesigen Bahnhofe für die Ueberführung des Kronprinzen bereit, jedoch gelang es an jenem Tage nicht, den Kronprinzen zu erhalten. Es sollte heute gleich von hier aus ein Extrazug bis Belgrad genommen werden, jedoch hätte bei der Eisenbahn- direktion, damit sie mit den fremden Eisenbahnen behufs Fahrplanaufstellung die nöthigen Abmachungen treffen konnte, der Extrazug 7 Tage vor der Abreise angemeldet werden müssen, und dies konnte der Kriegsminister nicht, da er den Tag der Abreise vorher nicht bestimmen konnte. Seit 9‘/2 Uhr sammelte sich vor der Villa ein immer mehr wachsendes Publikum an. Oberstlieutenant Bajalowitsch und Major Chtvich, die als Adjutanten des Kronprinzen vom König hierhergesandt waren, aber von der Königin nicht zugelassen wurden und deshalb Dienste beim Kriegsminister thaten, begaben sich kurz nach 9'/r Uhr in die königliche Villa, um sich dem Kronprinzen, mit dem sie reisen sollen, als seine Adjutanten anzumelden. Der Kronprinz machte einen durchaus heiteren Eindruck; weinend winkte ihm die Königin von einem Fenster der oberen Etage aus ihren Abschiedsgruß zu. Das Publikum brach bei der Abfahrt des Kronprinzen in Hochrufe aus. Der Polizeipräsident fuhr nicht mit zum Bahnhof, wo die beiden Adjutanten des Kronprinzen, die dorthin vorausgefahren waren, den Prinzen und seine Begleitung in Empfang nahmen nnb in den Salonwagen geleiteten. Mit dem Zuge um 12 Uhr 11 Min. fuhr der Kronprinz mit seiner Begleitung in der Richtung auf Frankfurt von hier ab. Auch der Kriegsminister General Protitsch war in großer Uniform, hochroth mit goldenen Borden und Achselstücken. Lokales. Gießen, 14. Juli. Die Mannschaften deS am 3. Juli hier zu einer Hebung zusammengetretenen Landwehr-Bataillons wurden beute wieder entlassen. Vermischtes. Friedberg, 11. Juli. Heute Nachmittag hatten wir zur Abwechslung in dem ewigen Regen einmal etwas Schnee untermischt. Die Leute fangen allgemach anr ihre Oefen in Stand zu setzen. Gott desser's — aber bald! A Mainz, 13. Juli. Auf einem der Trajcctboote, die die Verbindung zwischen hier und Kastel vermitteln, entstand heute Morgen aus einer unbedeutenden Ursache eine große Panik. Das zum Erdrücken gefüllte Bootchen, dessen Passagiere großlen- theils aus Marktfrauen bestanden, war gerade von der Landungsbrücke abgefahren, als ein äußerst heftiger Knall ertönte und sich eine undurchdringliche Rauchwolke über das Fahrzeug ausbreitete. Den Grund hiervon nicht kennend, schrie Alles wild durcheinander und Jedes drängt das inzwischen wieder an dem Schiffsbock angelegte Boot zu verlassen. Mit vieler Mühe gelang es dem Schiffspersonal und einigen besonnenen Passagieren, die Leute vor dem Hinausdrängen zurückzuhalten und durch die Belehrung, daß das ganze Vorkommniß nur auf eine undichte Stopfbüchse in der Maschine zurückzuführen sei, einigermaßen die Ruhe wiederherzustellen. Da ertönte plötzlich ein zweiter noch heftigerer Knall — und aus war es mit aller Besonnenbett! Ohne sich an den Mahnungen und Zurufen des Personals zu stören, sprangen Männer und Frauen über die flache Brüstung hinweg auf die Brücke. Glücklicherweise lag das Boot so dicht an dem Landungsbock, daß Niemand der unbesonnenen Springer in das Wasser geriet!). Während dieser Scene, die durch das Geschrei der Marktfrauen natürlich viel schlimmer schien, als sie wirklich war, kam ein zweites Trajectboot, auf welchem der vernünftige Theil der Passagiere die Ueberfahrt machte, während die übrigen aus Furcht den Weg nach Kastel über die Brücke nahmen. — Frankfurt, 13. Juli. Die Frankfurter Turnerschaft faßte gestern den Beschluß angesichts des anhaltenden ungünstigen Wetters das Feldbergfest am nächsten Sonntag nicht abzuhalten, dagegen am 29. Juli das Wettturnen für das Feldbergfest im Schleifer'schen Garten in Cronberg zu veranstalten. — Am 5. August findet das Herbst-Wettfahren des Frankfurter Bicycle- Clubs im Palmengarten dahier statt. Das Programm enthält 9 Nummern. Das Haupt-Zweirad-Fahren umfaßt 25 Runden — 10 000 Meter. Die Kunstfahrer N. E. Kaufmann und Mcanney werden an dem Tage zweimal auftreten. — In einer Druckerei in der Langestraße Hierselbst wurde verflossene Nacht eingebrochen und aus dem Schreibtisch ein Betrag von 350 JC. gestohlen. — Im Zoologischen Garten ist Sonntag 50 Pfg.-Tag. — Gestern Abend spielte sich auf einem der hiesigen Bahnhöfe eine nicht alle Tage vorkommende Scene ab. Drei hiesige Schlosser hatten nämlich in der Lotterie gespielt und 8000 JL gewonnen. Sie beschlossen daraufhin nach Amerika auszuwandern und betraten gestern Abend den Bahnhof, um die Reise anzutreten. Dem einen sollte das nicht so ganz leicht gelingen, denn unter die Abschiednehmenden mischte sich auch ein Mädchen mit einem Kind auf dem Arm, welches den einen der drei Glückspilze nicht ziehen lassen wollte, weil er ihm die Ehe versprochen habe. Erst nach vielem Zureden und nachdem die beiden anderen Reisegefährten ebenfalls versprochen, daß ihr Genosse sie nachkommen lassen werde, beruhigte sich das Mädchen und nahm einen ihr als Trost gebotenen 100 Mark-Schein an. Ob sie Ihn Wiedersehen wird? Jena, 12. Juli. Heute Morgen hat ein hiesiger Böttchermeifter Namens Zahn auf offenem Marktplätze auf den Chemieprofessor Dr. E. Reichard mehrere Schüsse aus einem Revolver abgefcueit, von denen der erste den Rock durchlöcherte, die übrigen fehlgingen. Das polizeiliche Verhör ergab, daß der Thäter den Angegriffenen für Jemand Anders hielt, dem er grollte. Zahn wurde vorläufig in der Landesirrenanstalt untergebracht, da man Geistesstörung vermuthet. (F. Z.) Elberfeld, 12. Juli. In dem benachbarten Bonsdorf saß in der verflossenen Nacht noch eine fidele Tafelrunde jüngerer Leute am Stammtisch. In der Kneiplaune offertrfe einer der Anwesenden, Kaufmann Sebulon C., dem Sohne des Beigeordneten C., für 100 JL zu Gunsten des Fonds für ein Kaiser- und Kriegerdenkmal sofort durch den kleinen Marktteich zu schwimmen. Die Wette wurde angenommen. C. entkleidete fick, ging nackt über die Straße zum wenige Schritte entfernten Markt und sprang in das eisig kalte Wasser. Der leichtsinnige junge Mann büßte das Wagniß mit dem Leben; ein Herzschlag hatte sofort seinen Tod herbeigeführt. Eingesandt. Gießen, 14. Juli. Das Sommerfest des Fechtverbandes, welches morgen auf der „Schonen Aussicht" abgehalten wird, scheint den Vorbereitungen nach viel zu versprechen. Der Wirth, Herr Sorger, hat die Gartenanlage zu einem hübschen Festplahe umgewandelt, für geräumigen Tanzboden und genügende Sitzplätze im Freien und im schön becorirten toaale ist gesorgt, ebenso für gute Speisen und Getränke, sowie für Beleuchtung des Weges nach der Straße hin. Handek und Verkehr. Gießen, 14. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Psd. JC. 0,85—0,95, Hühnereier, 1 St. 0—0 H, 2 St. 9—11 X Enteneier 5—6 A, Gänse - eier 0—00 H, Käse pr- St. 4—8 Käsematte pr. St 3 Erbsen pr. Liter 17 Linsen pr. Liter 28 H, Tauben pr. Paar JL. 0,60—0,70, Hühner pr. St. JL 0,90—110 Hahnen pr. St. JL 0,60—1,20, Enten pr. St. JL 1,70—2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd'- 60—68 H, Kuh- und Rindfleisch 45—54 H, Schweinefleisch 50—60 A, Hammelfleisch 54—64 H, Kalbfleisch 40—46 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 4,50—6,00, Zwiebeln per Centner JL 9,00—10,00, Milch pr. Liter 12—18 A, Weißkraut pr. St- 00—00 Kirschen pr. Pfd. 10- Auszug aus den Staudesamlsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebot-. Juli: 7. Ludwig Mobus von Burkhardsfelden, Kutscher dahier, mit Katharine Kaspar von Nonnenroth. 7. Johannes Seeger, Geschäftsführer zu Meder-Weisel, mit Margaretha Göbel zu Frankfurt a. M. 12. Hermann Strobel, Bäcker zu Karlsruhe mit Katharine Julie Luise Goß daselbst. 12. Jacob Karl Christmann, Pfarrverwalter zu Framersheim, mit Franziska Emilie Altoater hierselbst. 13. Julius Moritz Johannes Wenzel, Hülfstelegraphist zu Gießen, mit Wilhelmine Franziska Louise Henriette Dickorö dahier. Gheschtteßnnge«. Juli: 13. Wilhelm Ranft von Allendorf an der Lumda, Schlaffer dahier, mit Margaretha Katharina Stillenbach von Lauterbach, wohnhaft dahier. 13. Heinrich Brück von Groß-Erda, Taglöhner dahier, mit Elisabeth Krombach von Krofdorf, wohnhaft dahier. Geborene. Juli: 4. Dem Handarbeiter Wilhelm Gans eine Tochter, Katharine Margarethe. 4. Dem Taglöhner Heinrich Fleischer eine Tochter, Anna Marie. 5. Dem Briefträger Wilhelm Veite ein Sohn, Philipp Joseph Albert. 6. Dem Schlosser Robert Bernhard Moritz eine Tochter, Louise Anna Katharine. 9. Dem Hülssheizer bei der Main- Weser-Bahn Paul Loth ein Sohn. 9. Dem Professor Dr. Johann Wilhelm Spenge! eine Tochter. 9. Dem Maurer Ernst Haubach ein Sohn. 9. Dem Post Hilfsboten Seraphin Staubach ein Sohn. 11. Dem Dachdecker Karl Korndörfer Zwillingstöchter. 12. Dem Privatdocenten Dr. Carl von Noorden ein Sohn, Carl Harko Heinrich Theodor. 12. Dem Tapezier Pantaleon Hollmann ein Sohn. Gestorben-. Juli: 6. Johannette Eichenauer, geb. Bender, 60 Jahr alt, Wittwe von Feldwebel Georg Heinrich Eichenauer dahier. 6. Georg Christ, Freiherrlich Riedeselischer Forster von Ober-Ohmen. 9. Johannette Marie Ödei, 2 Jahre alt, Tochter von Oeconom Georg Ockel dahier. 9. Philipp Heep, 29 Jahre alt, Zimmermann von Allendorf an der Lahn. 11. Georg Hahn, 47 Jahre alt, Weichensteller von Dutenhofen. 12. Mathias Zeyen, 5 Jahre alt, Sohn von Kaufmann Jacob Zeyen dahier. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. tgetanfte. Den 8. Juli. Dem Buchhalter Edmund Wetter eine Tochter, Elothilde Karoltne Bertha, geboren den 16. Juni. Denselben. Eine unehelicher Sohn, Heinrich, geboren den 17. Mai. Denselben. Dem Taglöhner Johannes Komps ein Sohn, Valentin Otto, geboren den 21. Mai. Denselben. Dem Schubmacher Gustav Adolf Laichinger eine Tochter, Amalie Katharine Rosine, geboren den 14. Mat. Denselben. Dem Viehhändler Heinrich Orth eine Tochter, Elisabeth Anna, geboren den 1. Juni. Denselben. Dem Schuhmacher Heinrich Schomber eine Tochter, Elise Georgine Johanna Margarethe, geboren den 16. Juni. ______ Denselben. Dem Fabrikaufscher Karl Drescher ein Sohn, Adolf Emil Rudolf Karl, geboren den 1. Juni. Denselben. Dem Brauer Friedrich Schreiber eine Tochter, Minna, geboren den 9. Juni. Den 12. Juli. Dem Küfer und Wirth Georg Euler eine Tochter, Juliane Friederike, geboren den 1. Juni. Den 13. Juli. Eine uneheliche Tochter, Lina Auguste, geboren den 15. Juni. Beerdigte. Den 8. Juli. Johannette Eichenauer, geb. Bender, Wittwe des verstorbenen Feldwebels Heinrich Eichenauer, alt 60 Jahre, gestorben den 6. Juli. Denselben. Wilhelmine Schmidt, geb. Schäfer, Wittwe des Bergmanns Ludwig Wilhelm Schmidt, alt 50 Jahre, gestorben den 6. Juli. anMBnmnnaHuiaHUKBMHMnQHB Wärmegrade der Lahn und der Luft, nach Reaumur gemessen zwischen 11 und 12 Uhr. Luft 12, Wasser H'/r Gr. Gießen, den 14. Juli 1888. RÜbsamen. Allgemeiner Anzeiger. Freiwillige Immobilien- Berfteigerung Freitag, den 20. Juli L I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des Karl und Wilhelm Busch in Gießen gemeinschaftlich gehörigen, am Kreuzplatz gelegenen Häuser, unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen einer einmaligen freiwilligen Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen, 7. Juli 1888. Großh. Ortsgericht. I. A.: [5605 Bogt, Ortsgerichtsmann. Ieilgeöotenes. 5764 Zwei noch brauchbare Oefen billig zu verkaufen. E Schmidt, Metzger, Tiefcnweg. Gahrfpunde, unentbehrlich für den guten Verlauf der Gährung von Beeren- und Obstwein empfiehlt 5784 __JEmil 57691 Frühe Rosenkartoffeln empf. Willi. Gerhard, Gärtner, __________Schiffenbergerweg._______ ^wiebelkuchen Montag, Mittwoch u. Freitag Morgens von 9 Uhr an bei Fr. Hennings, 5790 Seltersweg. m Flaschenbier. « ■BBS Wir empfehlen einem geehrten Publikum unsere rühmlichst bekannten Flaschenexportbiere. Dieselben sind alle sehr kräftig eingebraut, vollständig abgelagert und desshalb ausserordentlich haltbar, setzen nicht ab und werden nicht trüb auf Flaschen. Für je 3 Mark liefern wir in Giessen frei ins Haus: 16 grosse od. 30 halbe Flaschen Wiener Export, 14 „ „ 26 „ „ Böhmisch Export, 14 „ „ 26 „ „ Franziskaner(dunkel)) 12 „ „ 24 „ „ Pilsener. Nach auswärts versenden wir dasselbe nach allen Richtungen in Kisten zu 24 grossen oder 36 halben Flaschen. [5761 Gehr. Röhrte, Exportbiei^rauerei^GißSSeif1. Grands vins d’ltalie. Die als Sänltfits-Stärkunas- und feine Tafelweine berühmten Weine der Villa San Rocco9 Porto ferraio, Insel Elba, Italien, welche zugleich wegen ihres starken natürlichen Eisengehaltes für Blutarme und Stärkungsbedürfende sehr zu empfehlen sind und für deren Aechtheit, Reinheit und Natürlichkeit garantirt wird, wurden von ersten EachautorltÜten den grands vins de France in Feinheit ihrer Bouquets und Qualitäten gleichstehend geschätzt. Die Weine sind in 5 Sorten am Lager vorräthig und stehen Preislisten, Prospecte und Analysencirculaire darüber gratis zur Verfügung bei 5773 Emil Fischbach, in Giessen. Singer Mähmaschinen bester Construction für Familien und Handwerker zum Fussbetrieb incl. Verschlusskasten und sämmtlichen Apparaten ä 54 Mk. 5768 Unter Garantie. a*r lllustrirte Kataloge gratis. HRQ RicHard. Jacobi, Berlin C„ Kaiser Wilhelm-Str. Nr. 41. Neuester Plakal-Falirplao aller in Gießen ankommenden und abgehenden Eisenbahnzüge in der Expedition des „Gießener Anzeiger", sowie bei den ZeitungSträgern zu haben- Preis 20 Pfg. Aufnahmen von einzelnen Personen, Kindern, Familiengruppen, V ereinen, Student. Corporationen. Gruppen bis zu 250 Personen. Landschaften, Villen etc. SBthitektonische Gegenstände. Reproduction vom kleinsten Bilde bis Lebensgrösse, Etablissements, Fabriken u. Güter. Auf Wunsch auswärtige Aufnahmen. Atelier: Gebr. Müller Giessen 5786 31 Bahnhofstrasse 31 (Weinsaal). Comfortable, der Neuzeit entsprechende Einrichtung! Nur Momentaufnahmen! Vortheile: Durch die kurze Belichtungsdauer der Aufnahmen werden viel schärfere und natürlichere Portraits erzielt. Für Kinderaufnahmen absolut nothwendio. Als besonders beachtenswert)! empfehlen unsern neuesten Collodiumdruck Aristotypie. (Wesentliche Verbesserung! Nicht theurer!) !! Billigste Preise I! Den Anforderungen der Zeit entsprechend, haben wir unsere Anstalt mit den neuesten Apparaten u. feinsten Decorationen, Staffagen etc. ausgestattet und sind im Stande, allen Anforderungen auf diesem Gebiete zu genügen. MlIHlliM neuer bewährter Construction liefert unter dreijähriger reeller Garantie zu günstigen Bedingungen H. Kraft, Mechaniker, 153 Neuenweg 46. NLYmaschinenbestandtheile stets vorräthig. Eigene Ri(^s - Unal \ in ofätief- u. S7(atten^oz und (^zatu/a/ions^azten mjec/ez q)c/izz/ tczicd (Stuss sowie (die dazu fassenden X. tnii und ofitie 5774 Wegen Geschastsverleguug Louis Lony9 g Holzwaarenlager. g LAArVAAAAAAÄ&AAAA ... 888. Franks. Bank-Di,conto 3< a 4 Wo Franks. Landwsch. Creditbk.- Oblig. 4% Hamb. Hypothbk.-Pfandbr. 072% do. 5% Buderus Oblig. Zur Stadt Marburg. Heute Samstag Abend und Morgen Sonntag von 3 Uhr ab: 5783 Gänsekegeln. 5654] Betttücherleinen, Küchen« Handtücher, Taschentücher, ungevl. Baumwolltuche, Druckzeuge. Cat» tune, Futterzeuge u. s. w. werden sehr billig verkauft bei -L. Mühlhausen. Westanlage 15. Gestunkene Fische in der Pulvermühle. 5787 Religiösr Vorträge Wolkengaffe 22. Sonntag Abend 8 Uhr. Jedermann ist freundlichst eingeladen, [5772 5765] Für Sonntag, den IS. ^uliä mehr. Kellner gesucht. Wiener Hof. 20 Francs-Stücke do. in Vi Engl. Souvereigns Dollars in Gold Mathias unseren herzlichsten Dank. ---75T 5 —— -------------- |IUU. - Druck und Betlag bet Brüül------~~-- ©ie heutige Stummer enthält 3 «lStter und 1 Beilage Jerrnietyungen. 5759] Grünbergerstratze 12 sind zwei Wohnungen (1. und 2. Stock), bestehend aus je 5 Zimmern nebst allem Zubehör, Gartenantheil und eoent. Stallung pro 1 Sept, und 1. Oct. zu vermiethen- Näheres daselbst parterre._____________ 5765 Eine Stube zu vermiethen. Asterweg 21. 5771 Eine Stube zu vermiethen. Lindengasse 1. 5777 Das Chr. Reiter'fche Haus am Krenzplatz ist nebst Ladeneinrichtung zu vermiethen. Näheres im Laden oder vei L. Petri II., Ludwigsstratze. 5778 Ein kleines Logis zu vermiethen. Joh. Becker, Schottstraße 17. 5779] Anständiger junger Mann kann Logis erhalten. Bahnhofstraße 20. 5755 Ein schön möbl. Zimmer zu ver- mietben. B. Katzenstein, Schilleistr. 27. 5789 Eine Wohnung von 4 Zimmern, Küche, Speisekammern, 2 Bodenkammern, Keller^und mit Wasserleitung und allem I Zubehör zu vermiethen und sofort zu 6e* ziehen. Bismarckstraße 6. 5785 Eine Stube mit Zubehör zu vermiethen. L. Rohrbach, Kaplansg. 15. Telegraphischer Coursbericht der Berliner Börse vom 14. ^uli iäää Oesterr. Creditactien Oesterr. Staatsbabn-Actten R Annahme u. Muster bei I Geschw. Heerz, Ql Giessen, Neuenweg 7.Q Aufforderung. Der Herr, welcher am Sonntag Vormittag den Sonnenschirm bei Herrn Friseur Lehrmund vertauschte, wird nochmals ersucht, denselben dort wieder auszutauschen, anderenfalls Anzeige gemacht wird, da derselbe erkannt worden ist [5780 Ein junges Mädchen sucht Stellung als Verkäuferin in der Manufactur-, Mode- oder Galanteriewaaren-Branche. Gefällige Anfragen bitte zu richten an Frau Schellwien, Wolfstraße 21. [5752 5751 Ein Mädchen wird zu einem Kinde gesucht. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 5756 Wir suchen einen Vertreter für den Verkauf von Caffee an Private und Krämer. Vergüt. JL 1200 p. ». u. Proois. 1» Res, erf. F. Löding & Co-, Hamburg. Röhrle’s Bierhalle. Sonntag den 15. Juli er. «BOSSES COXCEHT ausgeführt von der Capelle des 2. Großh. Hess. Jns.-Reats. Nr. 116 »ntr« ^in ®r°66- Musikdirektors Herrn C. Krautze. Entree 30 Pfg. ,[5788] Anfang 4 Ude. Thuringia. Versicherungs-Gesellschaft in Erfurt, gegründet 1853. Abtheilung für Lebens-Derficherung. Gesammtgarantiefonds i 31 Millionen. Bis jetzt gezahlte Sterbefallsumme: 17 Millionen Den mit Gewinnantheil Versicherten werden schon von der dritten Labres- ! f.rhärn'le an Dividenden gewährt und steigen nach Vnhältniß der Versicherung«. ... 3 P-.,-., -ch-I, t ^as 5. 10 15. 20. 30. Versicherungsjahr nr ,15r t5 L0 90 Prozent des Jahresprämie als Dividende f bie Gesellschaft «egräbnißgeldverficbernngen Kapitalverficherungen auf den -ebenSfall, AuSsteuerv.e- Wittwenpenfion-- und Rentenverfichernnaen Fittierverflcherungen, sowie Ikeiseunfallveeftcheeuugen n Bet- fichetnngen gegen Unfälle aller Art ab ”* !öec und Antragsformulare stehen bei den Unterzeichneten unentaeld- sich zu Diensten und sind ^-selben zur Erlheilung jeder Auskunft gerne bereit 5753 Adalbert Bindewald, Kaufmann, Fr. Muller, Eisenhanötuna. Grosses Waldfest sämmtlicher freien eentraliftrten Krankenkassen Gießens. Sonntag den 22. Juli am Judwigsbrunnen. Abmarsch J/22 Uhr vom Lrrdwigsplatz. Es ladet zu zahlreichem Besuch ein Das Conilte. ‘ 25 'V"inb ben Comitämitgliedern sowie auch an oer 5ta)|e zu haben. — la» Eacporl aus der Art i en- brauerei a >/, Liter FL JPfy. 5754 Bürgerclub. au6M®ie auf Morgen vorgesehene Parthie muß des schlechten Wetters wegen 1 1 5775 ------------------------- Der Vorstand. Normal-Hemden, Hofen^JaÄenI Socken, Leibbinden, Stoff zum Flicken; ' sptpf »r. Lahmann'sche Baumwollene Reform-Hemden -Hofen und-Jacken für Diejenigen, denen Wolle zu warm madfi sehr in empfehlen sowie iede Art von Unterjacken und Hosen in Seide Wolle Raum" wolle, Filet m allen Größen und Weiten empfiehlt ' ’ 3727 , 1800 4% müssen Oblig' H. Rüstsamen “ 140/0 unlf- ®flW,cr Cbl,fl Chaussee-Haus. Sonntag. 13. Juli 1888: Concert und Vorstellung der Komiker-Gesellschaft Matthias unter gefälliger Mitwirkung des berühmten Character- Darstellers Carl von Krämer. Costüme u. Programm vollständig neu. Anfang 4 Uhr. Eintritt frei. Es ladet höflichst dazu ein [5757 C. Drommershausen, Packheu kaufen Kaufmann & Co., 5781 Alicestraße. Gesucht ™ rotrb ein geb. Mädchen zu einer auf dem Ande wohnenden Familie. Da etwas Oeconomiebetrieb dabei ist, wird solchen die in ähnlicher Stelle thätig waren, der Vorzug gegeben. Familten-Anschluß ge- , wahrt. Zu erfragen in der Exped. d. Bl.