Samstag den 14. April M. ST Amts- und Anzeigeblatt für den 1888. Kreis Gießen. Vurearrr Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. rdS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. >urch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Amtlicher HHeit. Nr. 19 des Reichs-Gesetzblattes, ousgegeben den 10. d. M., enthält: (Nr. 1792.) Gesetz, betreffend die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindenden Gerichtsverhandlungen. Vom 5. Aprll 1888. (Nr. 1793.) Freundschastsvertrag zwischen dem Reich und dem Freistaat Ecuador. Vom 28. März 1887. Gießen, den 13. April 1888. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Boekmann. Betrefsend: Pfarrconferenz. Langgöns, den 12. Aprll 1888. Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen an sämmtliche Pfarrer des Dekanats. Mittwoch den IS. d. M. ist Pfarrconferenz. wozu Sie fleißig erscheinen wollen, da ein wichtiger Gegenstand zu besprechen ist Strack. Politische Rundschau. Gießen, 13. April. Das große politische Räthsel, welches in Gestalt der KanzlrrkrifiS die Woche beherrschte, erscheint noch immer nicht vollständig gelöst, aber es kann wenigstens an einer befriedigenden Lösung nicht mehr gezweifelt werden. Die lange Unterredung, welche Kaiserin Victoria am Dienstag mit dem Reichskanzler gehabt hat, erfährt allseitig ihre Deutung dahin, daß durch sie die definitive Lösung der obwaltenden Schwierigkeiten vorbereiter worden sei, welche Anschauung durch die Conferenz, welche .Kaiser Friedrich mit dem Fürsten Bismarck am folgenden Tage im Charlottenburger Schlosse pflog, eine neue Verstärkung erfahren hat. Auch versichert man, daß der Großherzog von Baden, welcher in Begleitung seiner Gemahlin zum Besuche am Berliner Hofe weilt, zur Beseitigung der schwebenden Differenzen sehr thätig sei und hierin durch den badischen Staatsmann v. Roggenbach, welcher seit Langem als cin besonderer Vertrauensmann Kaiser Friedrichs gilt, wirksam unterstützt werde. Schließ- .lich will die mit den Berliner Hofkreisen in enger Fühlung stehende „Post" wissen, die projeclirte Verbindung der Prinzessin Victoria mit dem Prinzen Alexander von Battenberg sei aufgehoben, was ja bei der Rolle, welche dieses Project in der Kanzlerkrisis spielt, eine entschieden günstige Wendung derselben bedeuten würde, indessen wird eben eine Bestätigung der Nachricht der „Post" noch abzuwarten sein. Jedenfalls scheint 3>ie Demissionsaffarre ihren bedenklich zugespitzten Charakter in etwas verloren zu Haben und darf man wohl der Hoffnung Raum geben, daß es gelingen werde, eine Vermittelung in dem Widerstreite seltsam verschlungener Interessen, als welchen sich die Kanzlerkrisis charakterisirt, herbeizusühren. Begreiflicherweise ist durch sie in weiten Kreisen unserer Nation eine schwere Beunruhigung hervorgerufen worden, die sich hie und da schon in bestimmten Demonstrationen zu Gunsten des Verbleibens des Kanzlers auf seinem Posten äußert. Im HinblickZauf die besonderen Verhältnisse, welche in der ganzen Affaire obwalten, wäre es allerdings zu wünschen, daß fernere Demonstrationen, wie Adressen an Kaiser und Kanzler u. s. w. unterblieben, sie würden zudem die weitere Entwickelung der Frage schwerlich beeinflussen können. Die parlamentarische Osterpause im preußischen. Landtage ist mit dem am Mittwoch erfolgten Wiederzusammentritt des Abgeordnetenhauses zu «Ende gegangen. Das Haus wurde in dieser seiner '.ersten Sitzung nach den Ferien last vollständig durch eine Erörterung darüber, ob die zur zweiten Berathung stehende Vorlage über die Weichsel- und Nogat-Regulirung nach den Beschlüssen der Commission «einfach anzunehmen sei, wie Finanzminister v. Scholz vorschlug, oder ob sie angesichts der inzwischen eingetretenen Ueberschwemmungskatastrophe nochmals an die Commission zurückzuweisen sei, wie mehrere Redner aus dem Hause vorschlugen, oder ob schließlich über die Vorlage ohne Zurückverweisung an die Commission nochmals im Allgemeinen zu berathen sei, wie von dritter Seite beantragt wurde, in Anspruch genommen. Nach längerer Debatte entschied sich das Haus in letzterem Sinne und wird daher in 'einer der nächsten Sitzungen eine nochmalige Generaldebatte über die Regulirungsvor- lage unter Berücksichtigung der eingetretenen Katastrophe stattfinden. Der Rest der Sitzung war ohne Belang, für Donnerstag standen zunächst kleinere Vorlagen, alsdann die Kreis- und Provinzialordnung für Schleswig-Holstein auf der Tagesordnung. Auch die badische Abgeordnetenkammer hat am Mittwoch ihre Sitzungen wieder ausgenommen. Von der Regierung wurde ein Gesetzentwurf über die Neu- zestaltung des badischen Beamtengesetzes auf Grund des Reichsbeamtengesetzes vorgelegt. Aus dem UeberschwemmnngSgebiel der Warthe ist der Besuch der Kaiserin Victoria als ein Ereigniß zu verzeichnen, in welchem sich die Theilnahme der hohen Frau und ihres kaiserlichen Gemahls an dem schweren Geschick der Ueberschwemmten in wohlthuendfter Weise widerspiegelt. Die Bevölkerung der heimgesuchten Wartheniederungen hat durch den begeisterten Empfang, welchen sie der Monarchin bereitete, gezeigt, wie sehr sie die edlen Beweggründe für die Reise der Kaiserin zu würdigen weiß. In der Schweiz erhält jetzt die bekannte Basler Fastnachtsaffaire ihr gerichtliches Nachspiel. Vom schweizer Bundesrathe ist gegen Verfasser, wie Verleger und Verbreiter des Schandgedichtes „Vive la Franke“ gerichtliche Untersuchung und Verweisung der Sache an die Bundesassisen beschossen worden; Regierungsrath Zutt in Lasel wurde zum Bundesanwalt bestellt. Eine derbe Lection kann den deutsch- fresserischen Fastnachtsnarren von Basel järenfalls nichts schaden. Im Donankaiserstaate hat das parlamentarische Leben dieseits wie jenseits der Leitha von Steuern begonnen. Am Dienstag sind das österreichische wie das ungarische Abgeordnetenhaus zu einem neuen Abschnitt ihrer Thätigkeit zusammen- zetreten, wobei vorerst die Volksvertretung Cisleithaniens das Interesse am meisten in Anspruch nehmen dürste. Es ist hier zwischen der Regierung und den Parteien der Nechten augenscheinlich ein abermaliges Schachergeschäft im Gange, um endlich aus dem Schulantrage Liechtenstein etwas Lebensfähiges zu gestalten, nur scheint man über die Vorbedingungen des Geschäfts noch nicht ganz einig zu sein. Dazwischen spielt eine specielle Affaire zwischen der Regierung und den Polen wegen £er Branntweinsteuer und machen die Polen Miene, da es ihnen in dieser Frage nicht ganz nach Wunsch geht, dem Cabinet Taaffe die Gefolgschaft zu kündigen, was sich aber die Herren wobl noch zwei Mal überlegen werden. Darmstadt, 12. April. Nr. 12 enthält: Das heute ausgegebene Großherzogl. Regierungsblatt Gesetz, die Ausführung der Unfall- und Kranken-Versicherung der in land- und forstwirthschastlichen Betrieben beschäftigten Personen auf Grund des Reichsgesetzes vom 5. Mai 1686 betreffend. Telegraphische Depeschen. Wolffs telegr. Corresponderrz - Bureau. Berlin, 12. April. Das Befinden des Kaisers war in Folge der nächtlichen Unterfangen des Schlafes durch Husten etwas weniger befriedigend. Im Laufe des Vormittags empfing der Kaiser die Vorträge des Kriegsrninifters und Albednll's Mittags erschienen das kronprinzliche Paar, der Kronprinz von Griechenland und der Erbprinz von Meiningen, um der Prinzessin Victoria zum Geburtstag zu gratuliren — Das Abgeordnetenhaus erledigte die ersten und zweiten Lesungen kleinerer Vorlagen und überwies den Entwurf einer Kreisordnung für Schleswig-Holstein sowie die Einführung der Provinzialordnung vom 29. März 1875 einer besonderen Commission. — Im Laufe der Debatte fonftatirte der Minister v. Puttkamer, daß von keiner Seite etne grundsätzlich ablehnende Haltung gegen die Vorlage hervorgetreten sei. Was die erhobenen Bedenken angehe, so handele es sich nicht um eine Bevorzugung der Großgrundbesitzer, sondern darum, den Kreisen eine Garantie für eine gute Verwaltung der Kreisangelegenheiten zu schassen. Ferner mußte dem Oberpräsidenten die Besugniß zur Ernennung kommissarischer Amtsvorsteher gewährt werden, weil es tn Schleswig-Holsten besonderer Kautelen gegen die Umsturzbestrebungen bedürfe. — Die nächste Sttzung ist am Samstag 12 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen kleinere Vorlagen. Danzig, 12. April. Das Eisenbabn-Betriebsamt gibt bekannt: Auf der Strecke Simonsdors-Tiegenhof wird der Verkehr bis Neuteich am 13. d. Mts. wieder eröffnet Es werden bis auf Weiteres die Züge 771 zwischen Simonsdorf-Neuteich, 774 zwischen Neuteich-Dirschau, 773 zwischen Dirschau-Neuteich abgelassen. Der letztere Zug kehrt zum Anschluß an Zug 99 nach Dirschau zurück. Posen, 12. April. Eine Extrabeilage des Amtsblattes der königlichen Regierung in Posen veröffentlicht nachstehenden Erlaß des Oberpräsidenten: „Die Kaiserin Victoria hat allergnädigst geruht, mich zu beauftragen, der Provinz und Stadt Posen für den Allerhöchstderselben bereiteten Empfang Dank auszusprechen. Ebenso hat Aller- höchstdieselbe tief gerührt von den festlichen Veranstaltungen Kenntniß genommen, welche auch in den auf der Reise berührten Ortschaften, wo ein Aufenthalt leider nicht stattfinden konnte, zum Empfang getroffen waren und will auch diesen Dank für jene Ortschaften bekundet wissen." , ^dreskan, 12. April. Der „Bresl. Zeitung" zufolge stellten von 3000 Arbeitern der Diertg scheu Fabrik in Reichenbach 540 Weber die Arbeit wegen Arbeitsverlänae- rung ein. B „ „ En, 12 April. D„ „Kölnischen Zeittmg" wird unterm heutigen Tage aus Berlin gemeldet, die Unterredung des Fürsten Bismarck mit Ihrer Majestät der Kaiserin Victoria und der Vortrag, den derselbe gestern Sr. Majestät dem Kaiser gehalten hatten zuverlässiger Quelle zufolge das Ergebniß gehabt, daß die Kanzlerkrisis jetzt wenigstens zum Stillstand gekommen und daß eine Verschärfung derselben jedenfalls für die nächste Zeit ausgeschlossen sei. 12. April. Dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd, „Köln", welcher am ~5. März von Buenos Ayres abging, brach 20 Meilen südwestlich von (spanet Vincent die Schraubenwelle. Der Dampfer „Szechenyi" schleppte „Köln" heute im Hasen von Sanct Vrncent ein. An Bord befindet sich alles wohl. ™ 12. April. Der Großherzog richtete an den Kaiser bezüglich der Manesse scheu Handschrift ein Dankschreiben, worin es heißt: „Indem Ew. Majestät die Zu)nge Allerhöchstihres in Gott ruhenden Vaters zu erfüllen geruhen, erwiesen Allcrhochftdlefelben der „Ruperto Carola" eine hohe Auszeichnung, welche die altehrwürdige Hochschule hochhallen wird und wofür ich als rector magnificentißsimuB den tiefgefühlten Dank darzubringcn mich beehre. Ew. Majestät waren Zeuge von der Uebergabe der Copie der werthvollen Handschrift an die Universität bei Gelegenheit des Jubiläums. Daß die werthvolle Handschrift selbst nunmehr durch Ew. Majestät hochherzige Entschließung dieser Hochschule anvertraut wird, begrüßt sie mit besonderer Freude." Wien, 12. April. Dem Abgeordnetenhause wurde von der Regierung heute ein Gesetzentwurf wegen Verlängerung des Ausnahmegesetzes für anarchistische Verbrechen bis zum August 1891 vorgelegt. 12. April. Heute früh wurde ein heftiges Erdbeben verspürt. In Eisenstavt sind mehrere Häuser cingestürzt. Paris, 12. April. Man nimmt an, daß die Kammersession nur bis Anfang Mai dauern wird, man glaubt, Carnot werde unter diesen Umständen die in verschiedene Departements beabsichtigte Reise aufgeben. Auch Floquet würde von einer Reise in die Departements behufs Darlegung der Poltttk des Cablnets absehen und die Interpellation der Kammer abwarten. — Ein anscheinend geistesgestörter Mensch schoß heute wiederholt aus einem Revolver nach dem Gitter des ElysSe. Er gab bet seiner Verhaftung an, er habe die Aufmerksamkeit Earnot's auf seine unglückliche Lage lenken wollen. . "PariS, 12. April. Die Deputirten Laguerre, Vergotn, Susini, Laur, Leherisse und Michelin erließen ein Manifest an die Wähler des Departements du Nord worin sie gegen die Anwendung polizeilicher Mittel protesttren, welche die Regierung gebrauche, um Boulangers Wahl zu verhindern. Boulanger sei Republikaner; er werde in das Parlament eintreten, um sich zu dem Programme aufrichtiger demokratischer Reformen zu bekennen, er werde in Frankreich die Republik vertheidigen. London, 12. April. Die Königin dürfte am 24. April in Eharlottenbura etntresien. - , 12. April. Bei dem gestrigen Jahresessen des hiesigen deutschen Hospitals therlte der Lordmayor de Keyser, welcher den Vorsitz führte, mit, daß er bereits 40,000 JL für die Ueberschwemmten nach Berlin gesandt habe; man dürfe hossen, der Hilfsfonds werde eine Höhe erreichen, welcher der britischen Nation würdig wäre und der in England allgemein empfundenen Thetlnahme entspreche. London, 14. April. Die deutsche Freimaurerloge „Die Pilger" hielt heute Abend unter dem Vorsitze des Meisters vom Stuhl, Wagner, eine feierliche Trauerloge für Kaiser Wilhelm ab. Die Betheiligung an der erhebenden Feier war eine außerordentlich große. Im Unterhause erklärte Stansfield bei der Debatte der zweiten Lesung der xÄ ote Localverwaltung, der Führer der Opposition werde die zweite Lesung beantragen^ abcr anWic$ der Spectaldebatte die Abänderung einzelner Details -Rom, 12. April. Einer „Stefani"-Meldung aus Massauah zufolge werden morgen die ersten Truppen zur Rückfahrt eingeschifft. General Baldissera verbleibt als Oberbefehlshaber der zurückbleibenden Truppen, sein Stabschef ist Major Piano. sr Petersburg, 12. April. Das „Journal de St. Petersbourg" bespricht die Auslassungen der „Correspondence de l'Est" über die Battenberg'sche Angelegenheit, in?"-xC mjLman ln Petersburg wisse, die Heirath des Prinzen würde die Moglrchkert emer Billigung der russischen Bestrebungen seitens Deutschland ausschlteßen. Das Journal sagt, es wisse nicht, woher es der „Correspondence" bekannt sei, was Petersburg weiß; aber was gewiß sei, sei der Umstand, daß man aus der Geschichte nicht Thatsachen ausmerzen könne. Man kenne die Ursache, welche dem Battenberger das Vertrauen seines erhabenen Protectors entzogen. Man kenne ferner den schweren Tadel Kaiser Wilhelms bezüglich jener Vorgänge, die, abgesehen von dem Charakter der Undankbarkeit, auch den Frieden Europas gefährdeten. Wer könnte behaupten, daß eine neue hohe Stellung des Battenbergers nicht die Gedanken einer Restauration unter den Häuptern der bulgarischen Revolution wachriefe und trotz den aegenthetligen Behauptungen die Ruhe der Balkanländer und die friedlichen Beziehungen der Machte nicht wieder in Frage stellte? Wie ließen sich diese möglichen Folgen ver- etntgen mit dem Programme Bismarck's, mit den friedlichen Gesichtspunkten und den freundschaftlichen Versicherungen des Kaisers Friedrich? Wir sind sicher, daß die deutsche Politik wohl die Folgen abzuwägen wissen werde, daß sie verstehen werde, den z"°orzukommen, die für die guten Beziehungen beider Länder, für die Aufrechterhaltung des Friedens möglicherweise sich ergeben könnten. . Das „Journal" dementirt die Nachricht des „Diritto" von einem Abkommen zwischen Rußland und dem Vatikan. r, Konstantinopel, 12. April. Der Sultan empfing gestern Herrn v. Radowitz, Der Empfang gab dem Sultan Anlaß, seinem freundschaftlichen Gefühle für den deutschen Kaiser einen so eminenten Ausdruck zu verleihen, daß man in diplomatischen Kreisen dies besonders bemerkte. Dem Ausdrucke der freundschaftlichen Gefühle Seitens des Sultans entsprachen vollständig die glanzvollen (Zeremonien, unter welchen der Empfang stattfand. Berlin, 13. April. sPrivatdepesche.j Der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge ist bei dem Kaiser in Folge eingetretener Verengung des Athmungswegs ein Wechsel der Canüle nothwendig geworden. Eine neue Canüle wurde gestern durch Professor v. Bergmann eingelegt. Das Allgemeinbefinden des Kaisers ist dadurch nicht afficirt, doch verblieb der Kaiser während des Restes des Tages im Bett. Lokale-. z. Zum Besten der Wasserbeschädigten beabsichtigen die 6 hiesigen Mannergesangvereine ein großes Concert zu veranstalten, in welchem mehrere Gesammtchöre, sowie Einzeloorträge der bethetligten Gesangvereine zum Vortrag kommen sollen. Als Tag der Aufführung ist, der nöthigen Vorbereitungen halber, Sonntag vor Pfingsten in Aussicht genommen. verwischtes. £ „ . Grabetin- 10 April. Gestern ereignete sich hier ein schauderhafter Unglücks- fall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Das Pferd des hiesigen Landwirths Kißinger wurde auf dem Felde scheu und ging durch. Ein des Wegs daher kommender Bursche Namens Johannes Krauter wollte das Pferd aufhalten, allein das wüthende Thier sprang über ihn, er fiel in die Egge und ein Zinken der letzteren drang ihm in das Herz- außerdem erhielt er auch noch sonstige schwere Verletzungen, deren jede einzelne todtlrch gewesen wäre. Der Unglückliche, welcher 26 Jahre alt ist, war sofort eine Leiche. △ Mainz, 12. April. Vor der Strafkammer des hiesigen Landgerichts wurde heute der Bräutigam einer Jndustrielehrerin, ein Kunstfeuerwerker aus Kalbe zu 1 Jahr und 8 Monaten Gefängniß verurtheUt, weil er sich in unerlaubter Weise Zärtlichkeiten mit den Zöglingen seiner Braut erlaubt hatte. “ Die Firma Bachstein in Berlin, die bekanntlich im Verein mit der Darm- stadter Bank fast alle neue Secundarbahnen in Hessen gebaut hat, hat sich bereit erklärt, auch die für hier projectirte Waldbahn auszuführen. Die Firma will sich nicht nur auf die Walddistrtcte beschranken, sondern will, wo thunltch, auch alle Vororte von Mainz mit letzterem mit Nebenbahnen verbinden. A -Öi aiNi, 12. Avril. Nachdem gestern Abend und während der Nacht leises Schneegestöber mit heftigem Regen abwechselte, fällt heute gegen Mittag in der ganzen Mgen Gegend Schnee in großen Flocken und glaubte man sich wieder inmitten des dicksten Winters zurückversetzt Der Taunus und alle umliegenden Hohen zeigten heute Morgen eine Schneedecke wie im Winter. B v r - Kommenden Winter wird das Mainzer Theater voraussichtlich elcctrisch beleuchtet werden. Nachdem aus eure Anfrage der Bürgermeisterei oei den Theuern, welche bereits electrisch beleuchtet werden, einstimmig befürwortende Gutachten eingelaufen sind, hat sich unsere städtische Theaterdeputation im Prinzip für dieses Beleuch- tungssystcm ausgesprochen und ist nunmehr die Baudeputation mit der Ausarbeitung der Pläne und Voranschläge beschäftigt. 0 - Die Differenzen zwischen Meister und Gesellen des Maurerhandwerkes sind noch Nicht ausgeglichen und dauert der Strike noch fort. Die Kasse der Sinkenden ist derart gut bestellt, daß ein verheirateter Gehülfe JL 2.50 und ein unverheiratheter J4 1.50 Unterstützung pro Tag erhält. Die zu Gunsten der Unterstützunaskasse vorae- nommene Hauscollecte ist polizeilich verboten worden. Von den aus den umliegenden Orten stammenden Gesellen haben viele in ihrer Heimath durch Feldarbeit Beschäftigung gefunden. 1 △ Aus Rheinhessen, 12. April. Ein ungenannter Wohlthäter bat der katholischen Gemeinde in Weisenau 1847>4 für ein neues Geläute tn der dortiaen Pfarrkirche geschenkt. 0 Bamberg, 9. April. Das Urthetl der Disciplinarkammer gegen Oberamtsrichter Selling von Ltchtenfels (Bemogeln im Kartenspiel) lautet, zufolge F K " auf Suspension für sechs Monate und 600 JL Geldstrafe. (Vom Gerichte war S.bekanntlick fretgesprochen worden.) - _ !'I"?kfurt, N- April. Gestern Abend hielt im kleinen Saale des ber österreichische Afrikareisende Dr Emil Holubporeimml^ rc* b er?rtUm clncn Bortrag über seine letzte Reise in das Innere des frhmnr^' Der Vortragende, eine interessante stattliche Erscheinung ist wobl^Ä? Oesterreicher, der den schwarzen Erdtheil als Forscher betreten bat Dr fini iB ?C ?abr-e ^dtgesagt und wenn sich auch diese Nachricht glückltcherwelle b ?n,^ deinen gestrigen Schilderungen deutlich hervor daü himSn ffin0 n ?ltUrd) Un6cn' er unter den Speeren der tückischen Maickul?? tumben gefallen, nicht ganz unbegründet war. Wohl ein Dutzend Mal bat der und eme Mtge Gattin, die ihm auf seinen Reisen 0etreuiid)unbmit bLı ift Ausdauer gefolgt.ist, in der größten Todesgefahr geschlvebt und , ^Mbr Unerschrockenheit in Verbindung mit der Wirkung der Scku? ift Dr^^nruh^fAifh b*?6 F tatsächlich ein Opfer feines Wissensdranges geworden ehteiF4iHfihrL? lebhaften Warben und fließender Rede die Erlebnisse seiner letzten 41/zjahrigen Reise und veranschaulichte den Zuhörern reckt lebhaft mit un°ndlich°n Mühftligk-it-n und Gefahren -ine solch-Arschungsr-if- v«knü°s7Ä Frücht" ftinerlllrb^mtt^n^r ,t‘Lu1?1 ci,ne Vorstellung zu machen vermögem D?e ftchkftt Dorfüfi?™ 6r ^tDr' " ci,ncr «"b-n Ausstellung zu Wien der Oeffem- ^fuhren. Er hat große Sammlungen von Vögeln, Früchten, Pflanzen?r mit in die Heimath gebracht, welche er alle später den Museen zuweisen wirb* 23°rtra0 roar hochinteressant und außerordentlich belebt durch die ungeuvungene friscke Vortragsweise des Redners, dem man sofort anrnerken Äe,3XS n^udapest, 7. April. In Mohacs wollten gestern früh zahlreiche Personen tue sich auf einer Ueberfahrplätte befanden, auf welcher auch mehrere bespannte Woaen TOüXÄ.TT- ^°"°u übersetzen. Das Fahrzeug würde Itzftch an L" Muble geschleudert und ging in Trümmer. Menschen und Thiere stürzten in das Net wurden""' if‘ "°§ nid)t °b u7d xie^ie^Perlonm Landwirthfchaftliche Nachrichten. (Nachdruck verboten.) Wit be§ Einkriechens von Regenwürmern in Blumentöpfe s hPainn b7 der man Topfpflanzen wieder in das Land zu vnletz n Se nnn1 r"»' @°Z0e @ärtner9 und Blumenfreundes, wie er fein" den lässigsten Gasten, den Regenwürmern schützt, die, wenn sie einmal über- Hihrpn t£nbt ^inbn Tisch machen und den Untergang der Pflanzen herbei- "hren- Ein sehr gutes und sicheres Mittel ist nun, die Töpfe auf eine feste Scklackm «rU Je^cn nnd so das Einkriechen in die Abzugslöcher zu verhindern und eben in durch Auflegen von Schlacken- und Holzkohlenstückchen auf die Erde des Topfe m obne' haübUh,r ™rb brm Resenwurm das Änkriechen von oben unmöglich geviachi .m Mindesten geschadet wird. Gibt es erst Rußblätter s° würmezh bUl* äufIeßen au* »utc Dienste gegen die Einwanderung des Regen- . 7t. ILiebig's Schlachtereien in Frap-Bentos.f In der „Handels,eituna" von Montevideo vom 17 Januar lesen wir: Am 10. d.M. sind in be? Siebiß^ ^ract Go hi? hiXageschlachtet. Es ist dieses unseres Wissens die größte Anzahl, ©tabHfiement an e in em Tage geschlachtet hat. Der Werth dieser Anzahl lc>000 Dollars. Wenn man in Rechnung zieht, daß man in lenem Etablissement den ganzen Sommer über Tag für Tag tn gleicher Weise und hifHhft t n Schlachtungen fortfährt, begreift man, welche enormen (Kapitalien hfm umgesetzt werden und welche Vortheile die Compagnie dem Lande und speciell dem Departement Rro Negro bringt. Ueberdies dürfte man aus Vorstehendem ersehen hier bQf billiger als in Hamburg ist, indem obige Anzahl Vieh hier vielleicht den vierfachen Werth reprafentiren würde. (Hamb. Fremdenbl.) KwchUche Attzeigeu der Stadt Gietze«. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Misericordias Domini, 15. April- m , ... 3 Vormittags 9«/r Uhr: Pfarrer Schlosser. Nachmittags 2 Uhr: Borstellung und Prüfung der zu confirmirenden Realgymnasiasten e.. , und Realschüler, Pfarrer Dr. Naumann. Kinderkirche, Vormittags ll Uhr, Pfarrer Schlosser. 2 den 16. April, Abends 8 Uhr Bibelstunde in der Kleinkinderschule, Dr.^Zaumann.3nC§' ^abnun0 3um sandel in Wahrheit und Liebe. Pfarrer Am Sonntag Jubilate, den 22. April, Confirmation ber Real- Pi^n^Vh^s11 "h^^balschüler, in Verbindung mit derselben Feier des heiligen Abendmahls. Die Beichte am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr Am Confirmasionstage wird eine Kirchen-Kollekte für die Armen der Gemeinde erhobem m i k ^^ollekten gingen ein: am Sonntag Palmarum für arme hessische Gemeinden 28 JL 7 am Ostersonntag für die Armen 32 Jt. 71 am Cftermontaa jur Vermehrung des Kapitalvermögens ber Gemeinde 17 98 am S Quasimodogenisi für die Armen 18 JL 10 öonnia0 @ , Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 15. bis 21. April besorgt Pfarrer ... . Anrn. Arn nächstfolgenden Sonntag, den 22. April, Abends 8 Uhr, wirb der blinde Organist Bartels aus Dortmund ein Orgelconcert in der Kirche geben Programme sind an der Krrchthüre i. 20 H zu lösen; sonst ist der Eintritt frei am Schluß wird an den Thüren eine freiwillige Kollekte erhoben. 1 Katholische Gemeinde. 2. Sonntag nach Ostern. Von 6 Uhr an Beichte. : ffrührn-sse und Austheilung der h. Cvmmunion. Um VglO Uhr: Hochamt und Predigt. „ 2 Uhr: Andacht. Mit diesem Sonntag schließt die österliche Zeit. Gottesdienst in der Lynagsge. S. 5) ist das Beste, was in Chocolade gefertigt werden kann. Ddpöt-Schilder kennzeichnen die Verkaufsstellen, woselbst auch wissenschaftliche Abhandlungen über den Nährwerth des Cacao erhältlich. i Köln. Gebr. Stollwerck, Kais., hönigl, Crosshengl. tc. Hoflief. Bautoverls In allen Qualitäten mit Firmendruck empfiehlt zu billigen Preisen Brührsche Druckerei, 3118 Eine gut empfohlene perfecte Köchin sucht, wenn möglich, nach aus, wärts Stellung. 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