Nr. 240 E/Mstag den 13. October Keßemr Anzeiger Wits- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen. Ivnreaur Schulftraße 7» Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf, Amtlicher HheiL Betreffend: Vertilgung der Blutlaus. Gießen, den 10. October 1888. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und Ortspolizeibeamten des Kreises d,„»LL ”* ”■ 1 3' ~ «“ 2- »«“ - ”«* «* W». «in«., „i, Ei- v. Gagern. Betreffend: Die Voranschläge der evangelischen Kirchenfonds. ' Gießen, den 11. October 1888-------- Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die evangelischen Kirchenvorstände des Kreises. Nach § 4 der Instruction zur Fertigung der Voranschläge über die Vermögensverwaltung der evangelischen Kirchen vom 31 Auoutt 1SS5 h«. Voranschlag von dem Vorsitzenden und aussührenden weltlichen Mitgliede des Kirchenvorstandes nach Anhörung der Kirchenr/chnerszeitigtÄubÄ^dak Bürgermerstere. «»ter Mittheilung einer Auszugs aus dem Voranschlag von der Höhe des nothwendigen Beitrags Voranschlag der erforderliche Credit ordnungsmäßig gewahrt werden kann. u ju geoen, damit tn dem Gemeinde- Dem Vernehmen nach find viele von Ihnen mit Einsendung des Voranschlags und der Benachrichtigung der Büraermeiüeiei nnrh im snMTMnk Wir erwarten, daß - soweit noch nicht geschehen - den obigen Bestimmungen alsbald nachgekommen wird ‘ v. Gaqern. WoSitifebe Rundschau. Gießen, 12. October. Auf die Kaisertage itt Oesterreich ist nunmehr die Kaiserwoche in Italien gefolgt und mit ihr erhält die Südenfahrt Kaiser Wilhelms ihren effectoollen Abschluß- Ein deutscher Kaiser wieder tn Italien, wieder in der ewigen Stadt — wie wunderbar erneuern sich doch zuweilen die WandelbUder der Geschichte! Aber in wie ganz anderem Lichte erscheint doch die Romfahrt Wilhelms II., wenn man auf die früheren Jtalienzüge der deutschen Kaiser zurückdlickt! Als damals die Träger der deutschen Kaiserkrone von den Ottonen an während des Laufes von Jahrhunderten über die Alpen nach Italien , dem gelobten Lande einer unseligen deutschen Politik, zogen, da thaten sie es fast stets im kriegerischen Gewände und an der Spitze ihrer Heere, um in thorichtem Wahne auf italienischem Boden die Wurzeln der deutschen Kaisergewalt zu suchen. Wie viel sind nicht Ströme deutschen Blutes auf der lombardischen Ebene bis hinunter zu den Gefilden Apuliens um dieses Phantom der deutschen Kaiserhenlichkeit auf italienischer Erde geflossen, während unter diesen Kämpfen daheim die Macht und das Ansehen des Kaiserthums mehr und mehr in Trümmer ging! Der innere Verfall des alten deutschen Reiches und die Schwächung seiner Machtstellung auch nach außen, sie sind nicht zum geringsten Theile auf die Jtaliensahrten der deutschen Kaiser zurückzuführen und lange, lange hat noch Deutschland die Nachwehen Lieser verkehrten italienischen Politik verspürt. Nun ist nach langer Zett wieder ein deutscher Kaiser über die Kette der Alpen nach den herrlichen Gauen Italiens gezogen, aber nicht, um mit gewaffneter Hand in die Verhältnisse der Aperminenhalbtnsel einzugreifen, sondern, um durch seinen Besuch am italienischen Köntgshofe die unverbrüchliche Freundschaft wiederum zu beweisen, deren Band das neue Italien und das neue Deutschland so innig umschlingt. Wie -schon der Besuch Wilhelms II. in der Kaiserstadt an der Donau das Bündniß Deutschlands mit Oesterreich-Ungarn durch die hochbedeutsamen fürstlichen Toaste in der Wiener Hofburg aller Welt auf's Meue als unlösbar fest verkündete, so legt nun das Erscheinen des jugendlichen deutschen Monarchen in der weltberühmten Siebenhügel- fiadt am Tiberstrande in gewichtigster Weise Zeugniß ab für das deutsch-italienische Bündniß- und Freundschaftsverhältniß und für die feste Zugehörigkeit des italienischen Königreiches zum Bunde der beiden centraleuropäischen Großmächte und nach dieser Richtung hin muß zunächst auch immer wieder die Bedeutung der Romfahrt WilhelmsII. gesucht werden. In dem italienischen Volke selbst würdigt man auch vollkommen die Beweggründe , die Kaiser Wilhelm nach Wien und nach Rom geführt haben und in dem enthusiastischen Empfange, der dem erlauchten Reisenden von seinem Eintritte in italienisches Gebiet an tn sich immer steigernder Potenz seitens der Bevölkerung zu Theil wurde, kam die Genugthuung der Italiener über den Katserbesuch bereits zum vollen Ausdruck. Kaiser Wilhelm war am Mittwoch Mittag 1 Uhr von Mürzzuschlag aus, wo die Verabschiedung von Kaiser Franz Josef, König Albert von Sachsen und Prinz Leopold von Bayern stattfand, mit seinem von Wien vorher eingetroffenen Gefolge unb Villach, wo sich Prinz Heinrich von Preußen seinem kaiserlichen Bruder anschloß, nach Pontebba weitergereist. Pontebba ist die italienische Grenzeisenbahn- statwn gegen Kärnthen hin, woselbst die erste Begrüßung Kaiser Wilhelms durch die Abgesandten König Humberts erfolgen sollte und war der Bahnhof der kleinen Station auf das Prächtigste zum würdigen Empfange des kaiserlichen Gastes herausgeschmückt worden. Am Mittwoch Abend traf der kaiserliche Extrazug in Pontebba ein und begrüßte die vor dem Bahnhofe zusammengeströmte, nach vielen Tausenden zählende Menschenmenge den Kaiser mit brausenden Hochs. Nach kurzem Aufenthalte setzte der Kaiser die Reise über Mestre, Pistoja — woselbst der Kaiser am Donnerstag Morgens das Frühstück einnahm — und Florenz fort. In letzterer Stadt wurde der Kaiser vom italienischen Botschafter in Berlin, Grafen de Launay begrüßt und auf der weiteren Fahrt nach Rom, die ohne größeren Aufenthalt vor sich ging, begleitet. Aeutschiand. Allergn?d1gE"ruht:"' **'*“' 6dne ÄBni81id,e ®°6eit ber Grvßhcrzvg haben „ , 10. October den Rath bei der Provinzialdirection der Provinz Rheinhessen. Regterungsrath Gustav v. Zangen zum Kreisrath des Kreises Oppenheim- ""c», selben Tage den Mtnisterialsecretär bet dem StaatsministertumLegattons- rath Dr. Andreas Bretdert zum Kreisrath des Kreises Erbach zu ernennen; , am October dem Vorstande des Poltzetamts Darmstadt Regterungsrath Konrad v. Grolmann den laufenden Rang eines Kreisraths; , 3 am 10. October dem Mtnisterialsecretär und Vorstand der Mintsterialregistratur des Ministeriums des Innern und der Justiz Heinrich Rößler den Charcckter als Regrerungsrath zu verleihen; am 11. October den Amtmann bei dem Kreisamt Darmstadt Ludwig Frhrn. v. Senarclens-Grancy mit dem Amtstttel „Regterungsrath" zum Rath bet ber Provtnztaldirection der Provinz Rheinhessen; an demselben Tage den Amtmann bet dem Kreisamt Büdingen Dr. Karl Melior zum Amtmann bet dem Kreisamt Darmstadt, sowie den Amtmann bet dem Kreisamt stlbm Kreisamt^^ Gernmtngen-Hornber g zum Amtmann bei dem- an demselben Tage den Amtmann bet dem Kreisamt Alsfeld Heinrich Jrle zum Amtmann bet dem Kreisamt Dieburg; an demselben Tage den Regierungsassessor August Rach zu Heppenheim zum Amt? mann bei dem Kreisamt Alsfeld; v 6 r an demselben Tage den Regterungsassessor Gustav Römheld zu Friedberg zum Amtmann bet dem Kretsamt Büdingen — zu ernennen. orn Darmstadt, 11. October. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnadtgst geruht: 0 ö am 10. October den Amtmann bet Großh. Kreisamt Darmstadt Dr. Georg Freiherr von Wedekind zum Mtnisterialsecretär bei Großh. Staatsministerium zu ernennen; 0 an demselben Tage den Landgerichtsrath bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Wilhelm von Grolmann auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen. Wahrend Aller Augen auf die glänzenden Kaisertage in Italien gerichtet sind kommt von dem Kaiserbesuch in Württemberg ein unerfreulicher Nachklang' Es ist, wie nach den vorliegenden Berichten kaum bezweifelt werden kann, in jenen Tagen von anarchistischer Seite ein verbrecherischer Anschlag gegen Kaiser Wilhelm be- übsichtrgt gewesen, glücklicher Werse aber durch die getroffenen Vorsichtsmaßregeln noch zettelt worden. Die am 28. September in Villingen in Baden erfolgte Verhaftung des aus Bayern gebürtigen und in der Schweiz wohnhaften Anarchisten ^roppmann soll mit der Affaire im engsten Zusammenhänge stehen. Auch aus Italien w den letzten Tagen vorgenommenen zahlreichen Verhaftungen verdächtiger Persönlichkeiten, besonders in Neapel, berichtet, doch ist es noch ungewiß, ob hierbei der Kaiserbesuch mit eingewirkt hat; nach anderweitigen Meldungen soll es sich um einen großen Schlag gegen das Unwesen der in Unteritalien und ©teilten noch immer blühenden Maffia und Camorra, weitverzweigter Banditenoerbindungen unter voli- trschem Deckmantel, handeln. v Gegenüber dem das Tagesinteresse so sehr in Anspruch nehmenden Kaiserbesuche in Italien kann die Revue der innerdeutschen Begebenheiten nur sehr summarisch Ausfallen. Besonders Neues liegt da indessen nicht vor, wenn man nicht hierher die sich mehrenden Berichre über Parteioersammlungen, Candidatenaufstellungen und Programmreden anläßlich der bevorstehenden preußischen Landtagswahlen rechnen will Des Breiten und Langen wird von der Tagespresse noch die Affaire Geffcken erörtert' dre man aber meist noch immer durch die Parteibrille betrachtet. Dagegen müssen noch immer die ersten Nachrichten über die bisherigen Ergebnisse der gegen Professor Geffcken eingeleiteten Untersuchung abgewartet werden. 1 "NN Die Königin An dem Bahnhöfe Gestern Abend zog zabt und de ihn . danken. ,4ie späten tar Rampolla .iselben Namens .t Graf Bismarck *n dessen Wohnutrg aatssecretär Mocenne findet der Besuch des gen Festartikel, worin der u" stellt den Kaiser als berr ^tn und sagt: Es gebe keinen .cht empfinde, keinen Freund der von Griechenland ist gestern Abend ihrer Mutier und ihres Bruders Darmstadt, 11. October. Seine Königs. Hoheit der Großherzog haben Aller- gnadigst geruht: Am 10. October den Privaldocenten Dr. Hermann Lohlein zu Berlin zum ordentlichen Professor in der medictnischen Fakultät der Landes - Universität — insbesondere für das Lehrfach der Geburtshilfe und Gynäkologie — und zum Dtrector der Entbindungsanstalt zu Gießen mit Wirkung vom 16. October 1888 an zu ernennen und in gedachter Eigenschaft zu berufen. Berlin, 10. October. Professor Geffcken ist am Dienstag Abend im Moabiter Untermchungsgefangnch etngeliefert worden. Im Coupö -weiter Klasse war derselbe mir dem Hamburger Abend-Eourierzuge hier eingetrofien; drei Herren in Eiotl, welche auf dem Babnhofe noch von anderen Poltzeibeamten erwartet wurden, brachten ihn in einer geschlossenen Droschke nach Moabit, wo eine Zelle im sogen, kleinen Männer- gesängniß hergerichtet war. — Wie aus Halle gemeldet wird, hat ein dortiger Bürger 150,000 X für die Emin Pascha-Expebition gezeichnet. — Wie die „Nat.-Ztg." hört, hat sich heute früh ein Beauftragter des Untersuchungsrichters bet Herrn Dr. Rodenberg eingefunden, um von demselben die Herausgabe des Manuskripts der Tagebuch-Veröffentlichungen zu verlangen. Herr Rodenberg ist diesem Verlangen nachgekommen. , ersten Zeremoiennreister, Grafen Gianottt, empfangen. Im Schweizersaale erwartetem die Königin M^herita mit den Herzoginnen von Genua und Aosta den Kais? welcher der Ksi^n zur Begrüßung die Hand küßte. Die Fürstlichkeiten erschit- alsbald kurze Zer QUf dem Balkon des Quirinals und begrüßten die Volksmeng unausgesetzt in lausenden Hochrufen ihre Huldigungen darbrachte. Später sich die Herrschaftei Qm Fenster; der Kaiser hatte zur Reckten die Königin Herzoginnen von Gnua und Aosta, zur Linken den König und den Kronpri' nach fand im Schwe^rsaale die Vorstellung der Staats- und Hofwürden^ der Spitzen der Mumipalbehörden statt, worauf sich der Kaiser in s zuruckzog. Um 61/« Ihr besuchte der Kaiser den Herzog und die Her?- die Herzogin-Wttiwe ion Genua, deren Sohn, den Herzog von Ge Gemahlin. Um 7 Uhr fand Familiendtner statt. — Der Bürge' erlief heute Abend eint Bekanntmachung, worin er der Einwo' mitthetlte, daß Kaiser Wlhelm tief gerührt sei von den Zeichn Sympathie, die ihm bei sttner Ankunft zu Theil geworden fr' beauftragt, der gesummten Bevölkerung für die imposante' Die Stadt ist glänzend illuminirt. Vor dem Qutrtnal Abendstunden immer neue festlich bewegte Menschenmass Rom, 11. October. Heute Abend begab sich (5/ )u dem preußischen Gesandten beim Vatikan, Herrn r des Papstes zu besuchen. Morgen Mittag wohnt r und den hohen Herren seines Gefolges einem Des- bei, wozu die Cardtnäle Rampolla und Hvhr" und der Secretär Agliardi geladen sind. T Kaisers beim Papste statt. Telegraphische Depeschen. »ölst'» telegr. Eorrespoudenr - Burea«. derlin, 11. October. Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Kaiser verlieh dem Oberbürgermeister Miquel zu Frankfurt a. M. den Rothen Adlerorden zweiter Classe mit Stern und Eichenlaub. , x — Die „Post" meldet, der russische Generalstabsarzt Geheimrath Remmert, zeigte dem Cornttö zur Errichtung eines Langenbeckhauses in Berlin an, der russische Kaiser habe die Genehmigung ertheilt, unter den russischen Militärärzten eine Collekte zu eröffnen. „ Berlin, 11. October. Bei der heutigen Zusammenkunft der Chefs hiesiger Bankftrmen beim Reichsbankprästdenten v. Dechent legte Letzterer dar, daß es sich um die Bethetligung der Geladenen an den Sammlungen für den evangelisch-kirchlichen Verein handele. Diese Bethetligung entspreche dem Wunsche der jetzigen Kaiserin, welche die Zwecke des genannten Vereins fördere. Die eingehenden Gelder würden lediglich $u Humanitären Zwecken und zur Linderung kirchlicher Nothstände verwendet werden, jeDer parteipolitische Standpunkt sei bet der Verwendung ausgeschlossen. Seilens der Thetlnehnrer an der Zusammenkunft erfolgten daraufhin alsbald Zeichnungen von Beiträgen. l Berlin, 11. October. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde aus den Mitgliedern Hermes, Hermann, Gericke, Stryck, Horwitz, Schwalbe Meyer! Seeger, Dr. Leo, Brömel, Schulz, Manslau, Lucae und Eßmann ein Ausschuß gebildet' welcher dre früher beschlossene, auf die Kaiser Friedrich-Stiftung bezügliche Adresse am 18 October, als am Geburtstage des verstorbenen Kaisers, der Kaiserin Friedrich überreichen soll. Der nämliche Ausschuß wurde auch mit der Erledigung der Katser- Frtedrick-Denkmalsfrage beauftragt. Berlin, 11. October. Den „Berl. Pol. Nachr." zufolge ist eine frühere Etn- berufung des Reichstags nicht beschlossen und in der Entwickelung der ostafrikanischen Verhältnisse kein Anlaß zu einer Vorlage an den Reichstag erkennbar. - Dasselbe Blatt sagt, daß die Behauptung, daß die Alters- und Inoalidenversicherungsoorlage in doppelter Form, sowohl auf Grund der geographischen Verbände, als auch auf dem berufsgenossenschaftlicher Organisation, dem Reichstag vorgelegt werden solle jeder thatsacklichen Grundlage vollständig entbehre. Bremen, 11. October. Der hier tagende Protestantentag beschloß heute eine Resolution gegen die Versuche, ein katholisirendes Kirchenregiment zur Vernichtung der Frerbeit und Selbständigkeit der Gemeinden herzustellen, desgleichen gegen die Bestrebungen, dem Staate die Aufsicht und die Leitung der Schule zu entreißen « c October. Präsident Carnot ist gestern nach einem zweistündigen Aufenthalt tn Beaune in Dffon etngetroffen. In einer bei dem Banket gehaltenen Rede ermahnte er zur Einigkeit und Eintracht, um so alle Gruppen der Fran-ofen xu einer mächtigen Einheit zu verbinden. 8 3 e .. ^om, N. October. Der Botschafter Graf Launay ist zur Begrüßung des Kaisers Wilhelm nach Florenz abgeretst. Derselbe begleitet den Kaiser nach Rom. — Das herzogliche Paar von Aosta, sowie beide Herzoginnen von Genua sind hier etngetrcff n. Lokales. J?* October. Nach einem Telegramm aus Darmstadt hat Se. Kgl. ^^k^.-r^"bberrog den Director der hiesigen Entbindungsanstalt Professor Dr. Hofmeier auf Nachsuchen seines Dienstes entlassen. UutverfitätS - Ebronik. c ,. Berlin 11 October. Professor Adolf Harnack wird seine Lehrthatigkeit an der H Aen Universität am 23. d. Mts. beginnen. Er wird im Wintnhalbjahr eine n n0Jn b? Kirchengeschichte" und zwei private Vorlesungen „Geschichte der Kirche im Alterthum" und „Geschickte der römisch-katholtscken Kirche der Mitte des l7. Jahrhunderts bis zur Gegenwart" halten und außerdem im theologischen Seminar die kirchengeschichtlichen Hebungen leiten. Bologna, 11. Oclober. Kaiser Wilhelm ist heute früh 4 Uhr 19 Min. hier etngetroffen und 16 Minuten später nach Florenz weitergereist. An dem Baonyore harrte trotz der frühen Morgenstunde eine große Volksmenge, welche den Kaiser enthustastisch begrüßte. In Udine war der Empfang gleichfalls ein hochbegetsterter. Von Ort zu Ort auf dem ganzen Wege brannten Freudenfeuer. ~ ' sich der Kaiser um 11 Uhr tn den Schlafsalon zurück. Florenz, 11. October. Kaiser Wilhelm traf heute Morgen um 8 Uhr in dem Prachtvoll geschmückten Bahnhöfe von Ptstoja ein, woselbst das Frühstück eingenommen wurde. Um 9 Uhr traf der Zug auf dem hiesigen Bahnhofe ein. Der Kaiser wurde von dem deutschen Botschafter Grafen Solms begrüßt, der ihm die anwesenden Spitzen der Ctvll- und Militärbehörden, sowie eine Deputation der deutschen Colonie vorstellte Nachdem der Kaiser viele Personen durch Ansprachen ausgezeichnet hatte, setzte er um 9 Uhr 15 Mm. Die Reise nach Rom fort. , , 9h”n'r11i; October. Die Stadt prangt im glänzendsten Flaggenschmuck. Zahl- Fremde sind etngetroffen. Ein heute Morgen vom Bürgermeister veröffentlichtes Manifest sagt: „Der erwartete Monarch ist der Enkel des siegreichen hochverehrten Begründers der deutschen Einheit und der Sohn des hochherzigen Kaisers, welcher Beweise s» inniger Zuneigung für Italien und seine ruhmreiche Dynastie gegeben hat. Der weise und starke Fürst, Kaiser Wilhelm II., verstand es tn den wenigen Monaten ,edier Regierung, Europa das werthoollste Pfand der Sicherheit und des Friedens zu «eben, seinem Volke, welches mst uns gemeinsame Hoffnungm, Kämpfe und Erfolge hatte, das feste Verdauen etnzuflößen, von starker Hand den hohen Zielen ,»geführt ,u werden, welche die Zukunft den tugendhaften und starken Völkern Vorbehalten hat , , *?w' V- October. Der Menschenandrang nimmt stetig zu. Die ganze ria triumphah, ift Überaus prachtvoll dekordt. Der Weg, den di- Fürstlichkeiten passiren « m.t gelbem Sande bestreut. Die Ehrenkompagnic mit TOufit wirb nom f” D Ä^rtereg ment gestellt. Aus dem Bahnhof weht die deutsche Flagge; der daselbst errichtete Baldachin tragt auf dem Plafond in weißer Seide das Retchswappen und das preußische Wappen, umgeben von einem Lorbeerkranz und zahlreichen weißen und rothen Rofen. Die Grunta-Tribune und der Triumphbogen aus der Piazza della ferme" zeichnen sich besonders aus. Alle Mastbäume sind mit grünem Lorbee? um- rodd>tm die Schilder und Flaggen sämmtlicher italienischer Städte an- gebracht sind. — König Humbert, der Kronprinz, sowie die Prinzen Amadeus und 411^10"? bereits um 4 Uhr Nachmittags auf dem Bahnhofe etngetroffen. Gegen 4 10 Minuten nahte die reichgeschmückte Lokomotive mit dem kaiserlichen Ertra- -ug. Sobald der Zug hielt, ritte König Humbert auf Kaiser Wilhelm zu der die 4hrb§?fJaren:^imcnt? iUnb ba§ ^anb des Annuncia/en-Ordens angelet hatte, beide Fürsten tauschten wiederholt Umarmung und Kuß. Einen aleick triia1 mC-nt tru0b^ Begrüßung des Prinzen Heinrich, der die Marineunfform trug, m t dem König und biejentge bes Kaisers mit den Prinzen des königlichen Hauses. ° s0 roaren weiter anwesend bas Personal der deutschen Botschaft und der r.om.m.anbi.rcnbe General Pallavicini, der Präfekt und der Bürger- Sr ^JlLvntOntr Ci D c preußische Volkshymne. Nachdem der Kaiser und ^brCkf01H?a rP r, ^bgeschritten hatten, begaben sich die Herrschaften ins Korngszimmer, wo die Vorstellung des Gefolges vor sich ging. Hierauf folgte unter hFm nnHn?fen Händeklatschen der dichten Volksmassen die Fahrt nach yS?^o^B?h"bofe bts zum Königspalast bildeten die Truppen Spalier deren Musik die preußische Voltshymne spielte. Vor und hinter dem Wagen, in dem nnh T "tPd Ko"^ H"^bert saßen, ritten Kürassiere der Leibgarde. Die Fenster hn? h?, IDarrGn^b,?t besetzt. Einen besonders glänzenden Anblick iAr* ah^aafenH»C bcr Bevölkerung war geradezu unbe- ‘ m Mächtig. Als die Wagen den Qutrtnal erreichten, begann ein jRanonenfalut. Im Palais wurden die Herrschaften am Fuße der Treppe durch den Vermischtes. , △ ^?^Enz, 11. Oct ober. Letzter Tage war hier eine von dem landwirlhschaft-^ "/ben herein der Provinz Rhein Hessen gewählte Commission zusammengetreten, unr eines Beschlu ses des Ausschusses vom 11. Juli b. I. bezüglich des neuen Weingesetzes und speciell gegen den Declarationszwang Stellung zu nehmen ^n her Hauptsache nahm die Commission den früher Ion Sem lanbÄÄ m i^s^rtretenen Standpunkt wieder ein, der durch folgenden Passus der an den ^"r/^htenden Petition gekennzeichnet wird: Unter Wein verstehen wir das menn hem K T T^ubensaft durch alkoholische Gährung gewonnen wird, auch wenn dem Moste zu seiner Verbesserung Zucker und Wasser zugesetzt werde. Dic Commission konnte sich dem heutigen Stande der Chemie entsprechend nicht zur Be- furwortung des Namens Naiurwein" entschließen. Sie ist jedoch der Ansstht^ daß es- wanschenswerth wäre, daß bald die Wissenschaft so weit käme, daß die Einführung der LLorte „9raturwein, Wein und Kunstwein" im Sinne der bewährten Fachzeitschrift: ,Weinbau und Weinhandel ermöglicht würde. Man wolle aber erst dann für Ein- n?nbiph^Or P eintreten, wenn Wein ohne jeden Zusatz absolut Wasser"rh-tt-n bÄ?E,u°unk°??chet'en tit™ 3ufü8 °°" 3udtr rtnfrtnpä~"(Sprrr “ro/J' 111 ?^ber. Heute Vormittag verstarb infolge eines Schlag- 1R 2“™ ^ommerctenrath Georg Rittner. Der Verblichene, im Jah?e 1812 zu Nürnberg geboren, gehörte dem Verwaltungsrath des Deutschen Phönix der Frankfurter Lebensversicherung und der Frankfurter Rückversicherung sowie der Franks ils Senio? vor' ®CDl ^a^arineni und Weißfrauenstist stand der Verstorbene 40 Jahre c , . - Au der Kaiserhofstraße Hierselbst entstand heute Mittag ein Kellerbrand verdiente, wenn nicht die Bewohner des betreffenden Hauses schon seit Wochen Drohbriefe erhalten hätten, wonach ihnen das Haus über dem Kovfe an gezündet werde. Die Folge dieser Briefe war eine sorgfältige polizeiliche Ueder- hn0* C§/ b c Zeit auf die ganze Nacht erstreckte, llnb boeb roar heute in einem minber sckarf bewachten Augenblick bas Feuer augenscheinlich angelegt worben denn die irn Keller befindliche, in Brand gesetzte Kist? wa mit Petroleum getränkt. Eine im Hause wohnende Familie joll sistirt worden sein n r5.rankfürt a. M., 9. October. In einem Hause der Gutleutstraße hatte gestern ein ^oröbiencr ben Parterrelaben betreten, um einen Auftrag auszurichten Da er ßerabe ben Briefträger ooruberfommen sah, wollte er sich bei biefem näher erkunbigen unb nahm den Weg direkt durch die große, blank geputzte Spiegelglasscheibe des Ladens die er für Luft gehalten hatte. Die Folge dieses unüberlegten Thuns waren zwek Unfälle, einer, der ihn traf und eine Verletzung seiner 5)anb zur Folge hatte ^in anderer, unter dem die Scheibe zu leiden hatte, die in Stücke ging. Die Hand w rd balb gesund sein, die Scheibe wird niemals wieder heil. $ pi dukarest 11. October. Dem Vernehmen nach erließ die rumänische Regierung mh-h^mp L ?em ber stritt in rumänisches Gebiet allen Personen untersagt Äitzen^^ ^b n c ncn Dom rumänischen Consul im Auslande regelrecht visirten Patz n.r. r Madrid, 11. October. Der König von Portugal ist auf der Rückreise nach 0 hp b .^^tu"tag 3^/2 Uhr hier etngetroffen, empfangen vom Prinzen von Aosta, den Ministern unb ben Vertretern ber Behörden. Vom Bahnhof ab bildeten mit?nmÄiSpalier; die Bevölkerung begrüßte den König auf seiner Fahrt mit sympathischen Kundgebungen. u v 2. Noo^ber^estVe'seO^ob^- ®ic Eröffnung der nationalen Ausstellung ist auf dm Pinaptr^sp^^ h^nnzösifchen Kriegsschiffe „Seignelay" und „Vauban" sind im Piräus niprnn^c?,,r.^"C 5I?"e u^rb also bei den Festlickkeiten anläßlich des Re- 6 ?f8r ^bnrqs von Griechenland öettreten sein. Auch ein russisches Geschwader wird zu diesen Feierlichkeiten hier erwartet. H W r. 11. October. Nach den nunmehrigen Feststellungen sind bei dem Eisenbahnunsall tn Pennsyloanien 49 Personen getödtet und 22 verwundet ftkfefn «nf ber SifenMn im Lehighthale (Pennsylvanien> 3 ^05, me^e mit Theilnehmern an einem katholischen Feste besetzt mfrh «„un mK-4.Wagen wurden zertrümmert. Die Zahl der Getödteten wiro auf 4U geschätzt. riAtP» 7n ^'^nnsylvanien sollen nach den neuesten Nachrichten 60 Personen getödtet unb etwa 100 verwundet worden fein. — Die hiesigen, sowie die Blätte" Deutsche Kaiser wärmstens begrüßt roh Gast des Königs Humbert unb des halte. Italiener, ber bie hohe Bebeutung bes Kaiser Humanität, ber sich nickt über ben Besuch frem Petersburg, 11. October. D- mit bem jüngftgeborenen Prinzen in Begleitung Demetrius nack Obessa abgereift. , . 11. October. Aus Tiflis wirb gemeldet, bas Kaiserpaar emosina “ außerord-ntlich-n persischen G-Iandien. Die^Beoölkriuüg i,nm2 Ti' einen 01anjenben Erfolp bereitet. Der grusinifche Adel bildete di« ^'5a?uldigungs - Ansprache des Adelsmarschalls erwiderte der grusinischen Ad s ”an ber unveränderlichen Ergebenheit des heldenmüthigen — Ein Dienstmädchen machte eine Lohnforderung von 280 gegen ihre Dienstherrschaft geltend. Dieselbe bestritt, dem Mädchen etwas schuldig zu sein. Große Heiterkeit erregte die Widerklage, welche in einer Gegenforderung für Atzung des Schatzes gipfelt. Zwei Jahre lang soll derselbe heimlich aus der herrschaftlichen Küche und dem Keller seine Nahrung erhalten haben. Er habe keinen schlechten Appetit entwickelt, es sei stets viel gekocht worden, aber nie etwas für den anderen Tag übrig geblieben, da der Liebhaber alles aufgegessen habe. Wenn die Sache nicht entdeckt worden wäre, so würde schließlich die Familie aufgefressen worden sein. Die Klägerin müßte darum einsehen, daß sie moralisch zum Ersatz des durch ihre Liebelet angerichteten Schadens verpflichtet sei. Es wird aus Beweis erkannt und muß nun der Liebhaber, gegenwärtig Soldat, vor dem Gericht als Zeuge erscheinen. — Das von der deutschen Nation zum Andenken an die deutschen Seeleute, welche in Folge des Unterganges des „Großen Kurfürsten" auf der Höhe von Sandgate am 31. Mui 1878 ihren Tod fanden, errichtete Monument aus dem Friedhöfe in Folkestone ist aus Kosten des englischen Parlamentsmitgliedes und Dtrectors der Südost- Eisenbahn, Str E. Watktn, renovtrt worden. Das Denkmal bedeckt das Grab von über hundert deutschen Matrosen. — Das Telephonwesen schreitet mit Riesenschritten seiner Vervollkommnung, seiner immer größeren Leistungsfähigkeit und ausgedehnteren Verwendung entgegen. Während auf dem letzten internationalen Telegraphencongreß von dem Telephon überhaupt noch keine Rede war, hat aus Anregung Frankreichs der geschäftsführende Ausschuß des nächsten in Paris zusammentretenden Congresses für diesen Rebenzweig des Telegraphenwesens schon die Bildung einer eigenen Telephonsection vor. Diese Section, die alsdann auch bet allen künftigen Telegraphen Congressen functioniren wird, soll, einer dem „N. W. T." aus Paris zugehenden Meldung zufolge, zunächst die Herstellung eines internationalen Telephonnetzes in größtem Style ausarbeiten, eines Netzes, in welchem Hauptlinien/ wie: Wten-Metz-Paris, Berlin-Wten-Rom, Metz-Amsterdam- London und Berlin-Brüssel-Paris das Skelett bilden würden. Bei diesem Ausbau der Telephovlinien ist die Vereinbarung eines internationalen Telephontarifes und eines ebensolchen Telephon-Reglements, analog dem Telegraphenübereinkommen, eine Natur- nothwendigkett und auch diese sollen auf dem Congreß angebahnt werden. Gleichzeitig soll nach einem Anträge Italiens der Eongreß dabin wirken, daß sämmtliche zum Weltpostverein gehörigen Posten zur Annahme und Auszahlung von Postanweisungen bis 500 Francs berechtigt werden, was bis jetzt nur bei der Hälfte der Fall ist. Während übrigens die vorstehenden Programmvunkte alle Aussicht haben, verwirklicht zu werden, ist wenig Hoffnung vorhanden, daß der Antrag auf gemeinsame Herabsetzung der Telegraphengebühren Annahme findet. Und doch wäre auch diese sehr wünschenswerth gewesen. — sApparat zum Tödten der Schweines Der Director des städtischen Schlachthofes zu Erfurt, Beztrksthierarzt a. D. A. Kleinschmidt, hat einen neuen Apparat zum Tödten der Schweine erfunden, der aus einem an einem Stiele befestigten Cylinber besteht, in welchem ein Bolzen mit einer Feder ruht. Die Anwendung ist eine sehr einfache. Der Apparat wird in der Mitte des Kopfes aufgesetzt und der Bolzen durch einen kurzen, aber kräftigen Scklag dtrect in das Gehirn getrieben. Durch die in dem Cylinder vorhandene Feder schnellt der Bolzen nach dem Schlage sofort wieder zurück. Die Wirkung ist ganz überraschend: die Schweine fallen lautlos um und man hört vor und nach dem Abstechen nicht einen einzigen Schrei. Bei Anwendung dieser Methode machen sich folgende Vortheile bemerkbar: 1) Die Thtere bluten besser aus beim Abstechen, als wenn eine Erschütterung oder Zerstörung des ganzen Gehirns in Folge des Keulenschlages erfolgt ist. 2) Die Thiere sterben sehr schnell. 3) Die Thierquälerei wird ganz wesentlich vermindert, man hört bei Anwendung dieses Apparats kein Schreien, Stöhnen und Wehklagen. Die „Rundschau aus dem Gebiete der Thiermedtcin", in welcher der Apparat zuerst beschrieben wurde, äußert sich über denselben wie folgt: „Dieser Apparat ist sowohl von mehreren Collegen, sowie auch von uns geprüft worden. Wir haben uns von der Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit selbst überzeugt. Die ersten Versuche mißglückten uns, nachdem aber gelang die Tödtung der Schweine schnell und sicher in jedem einzelnen Falle." Auch die „Internationale Fleischer-Ztg." beobachtete bei der Anwendung des Kleinschmtdt'schen Apparates günstige Erfolge. — Von der Verballhornung der deutschen Sprache durch anglo-amerikanische Blätter hat bereits so manche ergötzliche Probe die Runde durch die deutsche Presse gemacht. Das Monströseste in dieser Branche dürfte jedoch jetzt von dem vornehmsten Organ der Bundeshauptstadt geleistet worden sein, welches seinen Lesern die Spetsen- karte von einem dem deutschen Kaiser zu Ehren gegebenen Gastmahle folgendermaßen mittheilt: Zander in Rheinwein, Gedimpft. Burgundy Schänken mit Gemüsen. Pastenten Von Rebhühnern mit Trüffeln. Hummer nash Ostender Art. Puladdenbraten Salet. Mehlspeice Von Aeplfeln. Butter und Käse. Gefrorents Tachsisch. Die Heiterkeit, mit welcher die Deutsch-Amerikaner von jenem unorthographischen Menu Kenntniß nahmen, war eine „ungedimpfte". — sDas Scherflein der 2Btttroe.J In einer Schule trug sich im Religionsunterricht Folgendes zu: Der Herr Pfarrer unterrichtet über das Almosen- geben und führte u. A. das reiche Almosen des Pharisäers und das Scherflein der armen Wittwe als Beispiele und zur Erläuterung an. Auf seine Frage, wie viel wohl das Scherflein der armen Wittwe betragen habe, gab eine Schülerin zur Antwort: 12 Mark 45 Pfg." Ueber diese seltsame Antwort befragt, erklärteste: „Im Katechismus steht: „Das Scherflein der armen Wittwe. Mark. 12, 45." — (Markus, 12. Kapitel, 45. Vers.) — Bet einem Schneidermeister war die Lieferung eines Anzuges, bestehend in Rock, Hose und Weste, bestellt worden. Nach erfolgter Lieferung behauptete der Besteller, daß der Rock nicht sitze, deßhalb unbrauchbar sei und müsse er aus diesem Grunde den ganzen Anzug zurückweisen, wenngleich er gegen die Hose und Weste nichts einwenden könne. Der Lieferant erbot sich zwar, den Rock passend herzustellen; da aber der Besteller hierauf nicht etngehen wollte, klagte der Lieferant auf Abnahme des Anzuges gegen Zahlung von 90 JL Der vernommene Sachverständige hat nun die Unbrauchbarkeit des Rockes, namentlich daß er zu eng sei, begutachtet, und daß er, um brauchbar zu werden, vollständig auseinandergetrennt roerben müsse. Ob er aber auch dann passend herzustellen, bliebe noch sehr fraglich, da auch die Armlöcher zu tief ausgeschnitten wären. Das Gericht hat die Klage zurückgewiesen und den Beklagten nicht für verpflichtet erachtet, den Anzug nach erfolgter Reparatur des Rockes abnehmen zu müssen, da er im Ganzen für eine bestimmte Summe vereinbart worden sei und gerade der Rock das theuerste und wesentlichste Stück eines Anzugs bildet. London, 11. October. Aus Newyork wird gemeldet, daß die Pratt'sche Petroleumraffinerie, die größte Amerikas, in Brand geratben ist. Der Hamburger Petroleumdampfer „Hafis", welcher am Bollwerk lag und für Hamburg Ladung aufnahm, wurde von dem Feuer ergriffen und brannte auf. Die Flammen breiteten sich auch noch auf andere dort liegende Schiffe aus, die sämmtltch zerstört wurden. Weitere Einzelheiten fehlen noch. (F. 3.) m L«ut-.z In der Ortschaft Rztzmaaitz starb nach b-m »JL , vor ehugen Tagen die Grundbefitzerswitlwe Anna Barack im hohen Alter ??gleich leit 6 Jahren erblindet, war sie noch bis zum letzten Augeu- häuslichen Geschäfte zu besorgen. Bor 10 Jahren starb ihr ^vuu.welcher ebenfalls das hohe Alter von 118 Jahren erreichte. Um sie trauern 5' eine 96jährige Tochter und eine 94jährige Schwiegertochter, werter befinden sich am Leben eine große Anzahl Enkel, Urenkel und Ururenkel. sich nicht buUen.] Der Chefredacteur bes „Budapester Sägeblatt Reichstagsabgeordneter Dr. Carl Grecsak, wendete sich an den Grafen Pista Karolyt mit der Bitte, einem seiner Mitarbeiter ein Interview bei dem Prinzen von im ungarischen Abgeordnetenhause Gepflogenheit ist, daß alle Mttgttedec des Reichstags sich dutzen und diese Vertraulichkeit sogar als eine Art ^egralischer Pflicht aufgefaßt wird, gebrauchte Grecsak in seinem Schreiben an den Grafen Karolyt ebenfalls das Wörtchen Du, im Uebiigen demselben alle jene Titulaturen beilegend, welche dem Grafen kraft seiner gesellschaftlichen Stellung zukommen. Heute war nun im Abgeordneten hause das Gerücht verbreitet, Graf Karolyi hätte vr.Grec ak einen ptovocirenden Brief geschrieben. Aus diesem Anlässe sieht sich Letzterer veranlaßt, das Schreiben zu veröffentlichen, welches lautet: „Verehrter Herr Abgeordneter! Ihren vom 20. September batirten Brief habe empfangen; allem da ich mich nicht erinnere, daß der Herr Abgeordnete jemals mir 00er daß ich jemals dem Herrn Abgeordneten das Dutzen angeboten habe, so bin ich jur Ueberjeuflung gelangt, daß Sie dem Briefcouvert eine irrige Adresse zu geben beliebt haben. Ich könnte und würde niemals Einen dutzen, von dem ich dazu nicht im Voraus ermächtigt worden; ebensowenig acceptire und dulde ich das „Du" von Einem, den ich nicht dazu berechtigt. Ich autorisire Sie, Herr Abgeordneter, diese Zeilen Jedermann zu zeigen und dieselben Jedermanns Urtheil zu unterbreiten. ft?rotyV"e be' Lehrter Herr Abgeordneter, Ihr Abgeordneten - College Graf Pista Wie verlautet, hat Graf Pista Karolyt auch bei Koloman Szell, zur Zeit, als dieser Ftnanzminister war, sich das Dutzen verbeten. Literarische». — Das eben erschienene dritte Heft des neuen Jahrgangs der „Jllussrirteu Welt" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) reiht sich seinen Vorgängern nicht nur würdig an, sondern es übertrifft dieselben alle noch durch den um acht volle Seiten vergrößerten Text. Es beweist dies auf's Neue, daß die Verlagshandlung keine Opfer scheut, das vor siebenunddreißig Jahren in's Leben gerufene Blatt immer großartiger UJ1 rÄcic!^Qlti6er gestalten. Zu den Fortsetzungen der beiden spannenden Romane „Justiz der Seele" von Anton Freiherr von Perfall und „Wer ist sie?" von Hans Wachenhusen gesellt sich das harmonisch abschließende Ende der Novelle „Die letzte Gletscherfahrt", während eine kurze, launige Erzählung: „Der Manöverhaie", zu köstlichen Situationen voll prickelnden Humors führt. Aus „Natur und Leben" wird auch diesmal wieder viel Interessantes und Belehrendes berichtet; Anekdoten, Witze und Rathsel schließen das Heft in gewohnter reicher Fülle ab. Die Illustrationen sind ganz prächtig! Gleich auf der Stirnseite lacht Defreggers lieblicher Studienkopf „Die Lisi" dem Leser entgegen, ein großes zweiseitiges Bild führt unter italienischem Himmel zu einem ländlichen Kirchenfeste; den Gang der Weltgeschichte begleiten „Das Lustschloß Peterhof", die Porträts des „russischen Thronfolgers" wie „Ludwig Herrfurths", des neuen preußischen Ministers des Innern; über Land und Meer führen Skizzen vom Himalaja, von Georgetown, Nürnberg und Rettenbach bei Ischl, zu kleinen häuslichen und sommerlichen Freuden zwei ansprechende Genrebilder, während die harmlose Satire durch „Die Magnetiseure Hansen I. und II." humorvollst vertreten ist. All das bietet ein einziges Heft dieses beliebten Familien-Journals für nur 30 Pfg. »Wassersport^ Nr. 2, 1888/89, Verlag von A. Braun & Co., bringt unter Rudern: Die Meisterschaft von Holland. Wiener Stimmungsbilder. Von Ulm nach Budapest (Schluß). Nachrichten. Unter Segeln: Der Plattensee. Aus Skandinavien (Schluß). Start der Modell-Regatta (mit Bild). „Yarana" (mit Bild). Nachrichten. Unter Schwimmen: Nachrichten, desgleichen aus Eislauf. Unter Allgemeines: Gasdoc te (Eingesandt). Nachrichten. Briefkasten und officielle Mittheilungen der Clubs. Telegraphischer Gchiffsbericht der „Red Star Line" Antwerpen. Dbiladelphia, 9. October. Der Postdampfer „Pennsylvania" der „Red Star Line" ist von Antwerpen heute wohlbehalten hier angekommen. Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 20. Sonntag nach Trinitatis, den 1;4. October: Vormittags 9‘/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vor Schluß des Gottesdienstes Einführung und Verpflichtung des neugewählten Mitglieds des Kirchenoorstardes Herrn Rentner August Heß. Nachmittags 21/» Uhr: Pfarrer Dingeldey Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser. (Die Kirche wird von diesem Sonntage an geheizt werden). Montag den 15. October, Vormittags 9 Uhr, Gottesdienst zur Eröffnung der diesjährigen regelmäßigen Dekanatssynode des Dekanats Gießen Bibelstunde: Montag den 15. October, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, 1. Mos. Kap. 1, von Vers 26 an, der Mensch nach Gottes Bild geschaffen. Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag den 21. October, Feier des heiligen Abendmahls. Beichte am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr. Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 14. bis 20. October besorgt Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. 21. Sonntag nach Pfingsten. Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V38 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Morgens um 7 Uhr hl. Messe; um 3/*10 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr Andacht. Gottesdienst io der Synagoge. | Freitag Abend 5°° Uhr, Samstag Morgen 850 Uhr, Samstag Mittag 3” Uhr, 1 Samstag Abend 5*°. Allgemeiner Anzeiger. Vohmmgs-Verüliderung. Meine Wohnung befindet fich jetzt Licher- firaße 7 TB® Ecke derZWolfstruße. JVott VFtre«; 8181 FriedhofsgärtrrereiL Phosphorhaltige manganfreie oder mauganarme Brauneisensteine zu kaufen gesucht. Offerten mit Angabe deS Gehaltes unter 8. 4 an bie &$peb. d. Bl 8096 Die tieftrauernden Hinterbliebenen. 8183 Merls 8200 Wein - Delicateffenhandlung. 8198 rs s alle Sorten « 8180 Zwei schön möblirte Zimmer zu vermtethen Licherstratze 7. 8203 5188 Telegraphischer koursbericht der Berliner Börse vom 12. October 1888. Tendenz: matt- 8179]' Die Direktion. tr tf 230.00 45.75 83.75 94 00 rotber rother // «f Oesterr. Creditactien Oesterr. Staatsbabn-Actien 1880 4% Russen Oblig. Darmstädter Bankactien G rs kidlederne „ kalblederne Knopfstiefel sr <9 3 «X n tf ti tf DiSconto-Com.-Antheile Lombarden 4°/o Ungar. Goldrente Marienburger Eisenbahnactien 8194 Ein braves Dienstmädchen auf sofort gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl. Lebende Suppen und Tafelkrebse eingetroffen in Garl Schwaab'S vermischte Anzeigen. 8187] ^rür sofort ein gut empfohlenes Mädchen, welches bürgerlich kochen kann, gegen hohen Lohn gesucht. Frau Fr. D. Treupel Wwe., Herb orn. Die Beerdigung findet zu Bad Soden Samstag den 13. October, Nachmittags nach 2 Uhr, von der Villa Putbus aus, statt. 16,— 11,— 8- 9,— 10- 12,— 5,50 4,50 163.10 105.10 85.10 16410 Nauheimer Saits, Bei dem unterzeichneten hiesigen Vertreter der Groftherzogl. Saline Bad-Nauheim sind deren Produkte, zwölf an der Zahl, in einer permanenten stufenweisen Ausstellung einzusehen. Bestellungen nehme gerne entgegen. Preiscourant gratis. Gießener Schuhfabrik von K. Grünebaum in allen Qualitäten mit Firmendruck empfichlt zu billigen Preisen BrühPsche Druckerei 1876er Medicinal-Wein . 2.80. 1868er Cabinet, Medic.:Wein350. Sonntag den 14. Octoberr Die beiden Reichenmiiller. Volksstück mit Gesang in 4 Acten von A. Anno. Nedaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Drühl'scben Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. 1.10. 1.25. 140. 1.30. 150. 1.80. 21 und [8184 2.30. . 2.50. . 2.40. • 8193 Ein braves Frauenzimmer mit - gutem Gemüth zu einer einzelnen Dcnne gesucht. : Näheres in der Exped- d. Bl. 818'^J Arbeiter können Kost und Logis erhalten.Grünbergerstraße 40. Carl Kieler. Kreuzplatz 6. Garantirt reine Ungar-Weine. Frau Marie Drescher, geb. Engel, Wittwe des verstorbenen Pfarrers in Armsheim Gustav Drescher. Um stille Theilnahme bitten Giessen, den 11. October 1888. Originalfüllungen der Firma 6g. Wilh. Weidig, Wiesbaden. Chemisch untersucht von Herrn Geh Hofrath Prof. Dr R Fresenius in Wiesbaden und von ärztlichen Autoritäten allen schwäch!. Personen, Kindern u. Reconvalescenten empfohlen, als: Pr. ViFl- Pr. V28I. Küster Ausbruch, Medicinal- u. Dessert-Wein 2.00. Carlowitzer Hierdurch bringe mein Maßgeschäst in Erinnerung und zwar bin ich in Stand gesetzt unter Garantie für gutes Paffen eine durchaus prima Waare zu folgenden Preisen anzusertigen: Kalblederne Herrenschaflenstiesel Herrn Ferd. Drebes, Marktplatz Herrn C. L. Kalkhof Wwe., Frankfurterftraße 1. Per sofort einige junge Mädchen, welche im Nähen bewandert sind, gesucht. 8185 Schirmfabrtk M. Levi, Seltersweg. Kneiplocal, schönes großes, abzugeben. [8079 Wo? sagt die Expedition d. Bl- 8122] Möbl- Zimmer, resp. Pension, womöglich Südanlage, gesucht Gef. Off. mit Preis an die Exped. d. Bl- unter A. Geräucherten Lachs, pommersche Gänsebrüste, prima Caviar, Hechte, Zander, Schellfische, Salme?c, empf. 8196 C. G. KJeinhenn. Neue ital. Maronen, ächte Frank« furter Würstel.____________________ Tapeten H. C.Werner, Billig l Btllig IJ8195] Bismarckstr. 8202] Kupferner Durchschlag zur Honigküche zu verleihen oder zu verkaufen. 4 Mäusburg 4. 8199] Gesucht ein Mädchen gegen hohen Lohn zu baldigem Eintritt, welches in einem besseren Hause gedient, zu kochen versteht und etwas Hausarbeit mit besorgt. Näheres bei Frau Schmidt, Ver- mietherin, Seltersweg 15. I 8197 Ein Halsband mit Stener- I Nummer verloren Gegen Belohnung abzugeben Grünbergerstraße 32 111. 8157 Einen Gesellen sucht H. Sack, Schreinermeifter. Herzogi. Baugewerkschule Holzminden damit verbunden Maschinen-, Mühlenbau- u. Müllerschule IM Winters. 6. Nov. Vorunt. 8. Oct. Pensionat Dir.: G. Haarmann. MW Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung von dem am 10. October, Abends 11 Uhr in Bad Soden erfolgten Hinscheiden unserer unvergesslichen Mutter, Schwester, Tante, Schwieger- tochter und Schwägerin Fermielyungen. 7705 In dem Holzapfel'scheuHause (Frankfurterstraße 12) ist ber-britte Stock (ober auf Wunsch der zweite Stock), sowie 4 Zimmer im untersten Stock (möblirt oder unmöblirt) zu vermiethen. & ° den feinsten • Neues Theater in Giessen. Freitag den 12. Octoberr Neu! Papageno. Neu! Schwank in 4 Acten von Rud. Kneisel. Regie: Herr Reiners. Personen: Bollwitz, Rentier Adam Reiners. Karoline, seine Frau Antonie Frey. Wanda s Töchter H^wig Müller. Meta s ^tder Tochter Reiners. Arthur Schütze, Bau- mstr, Wanda'sGatte Ludwig Förster. Moritz Pendel, Chem Eugen Göhler. l)r. Pfeiffer, Arzt Emanuel Taußtg. Minnn! Dienstmädchen S’Pij' Minna i ' Johanna Rerchelt. Tinecke, Friseur Ernst Hildebrandt. AugustWurzel, Soldat Karl Hentschel. Ein Schutzmann Max Löwe. Ort der Handlung: Berlin. Zeit: die Gegenwart. Kassenöffnung T/2 Uhr. — Anfang 8 Uhr. Preise d e r Plätze: Tagesoerkauf: Sperrsitz Jk 1.50,1. Pl. 80 II. Platz oO^, Gallerte 30^,. Abendkasse: Sperrsitz Jk 1.75,1. Pl. 1 ak 11. Platz 60^, Gallerte30^. Militärs vom Feldwebel abwärts zahlen auf den I. und 11. Platz an der Abendkasse die Hälfte. Der Vorverkauf, sowie der Verkauf von ganzen und halben Abonnements auf den Sperrsitz und I. Platz befindet sich in der Cigarrenhandlung von Gustav Gerhardt am Lindenplatz, woselbst auch die AvonnementSkarten und Passepartouts gegen nummerirte und Tageskarten umgetauscht werden müssen. Den geehrten Abonnenten u. partout- Platz-Besitzern bleiben ihre Plätze dis 12 Uhr Mittags reserotrt. „ Herrenzugstiefel aus einem Stück Damen- kalblederne Zugstiefel..... Damen- „ „ „ . . . . S Sonstige Artikel, als Reitstiefel, Jagdschuhe rc., sowie Q Knaben- und Mädchenstiefel von den geringsten bis zu Sorten billigst. Ebenso werden alle vorkommenden Reparaturen, als Halb- und Ganzvorschuhe billigst und gut ausgesührt. 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Hanbwerk betreiben läßt, 1 rft wegzugshalber preiswürbig unb unter günstigen Bebingungen zu verkaufen burch 8^01] J. Blitz. Di« heutig« Stumm«« «athält 1 Blatt unb 1 Beilage.