Nr. 291 Erstes Blatt. Mittwoch den 12. December M8. Meßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerloh«. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 PH Bureau r Schulftraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Verwaltungskosten zahlen. Die Behandlung der Arbeiterinnen sei ungerecht. Die Landwirthschaft im Osten solle sich die Sache ebenfalls überlegen. Der Versicherungsbeitrag erhöhe bedeutend die Productionskosten. Wie es in anderen Ländern steht mit der Altersversicherung, erjehen wir aus der Vorlage nicht. In England will man die Privatgesellschaften durch die Gesetzgebung besser stellen. Den Satz „Liebet die Brüder* hätte man bei der Zollgesetzgebung befolgen sollen. Dem Prtncip des Gesetzes ist Redner zugeneigt, dieser Form aber nicht. Möge die Commission sich Ihrer schweren Verantwortlichkeit bewußt werden. Staatssecretär Dr. v. Boetticher: Es wird stets von der Partei des Vorredners das Menschenmögliche aufgeboten, um folche Vorlagen nach außen hin zu discreditircn. Alle Stände der nationalen Wtrthschast sollen gewarnt werden. Die Mtttheilung, daß der Bundesrath befchlossen habe, die Reichsanstalt nicht anzunehmen, ist falsch, der Bundesrath hat sich mit die Frage bisher nicht befchäftigt. Die dilatorische Verhandlung, die der Vorredner empfiehlt, ist stets bedenklich und führt gewöhnlich zu Mißerfolgen. Aus allen Thetlen des Reiches mehren sich die Stimmen der Anerkennung für die socialpoltttschen Gesetze. Material über das Ausland gehört in die Rubrik „vacat", auch in England ist man über Vorschläge, die für uns nicht verwendbar sind, nicht hinausgekommen. Von der Armen-Unterstützung unterscheidet sich die Rente durch das Fehlen des Makels der Armen-Unterstützung. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Möge es gelingen, bald dem Arbeiter diejenige Fürsorge zuzuwenden, welche ihm die Mehrheit des Hauses im Einvcrständniß mit den verbündeten Regtet ungen angedeihen lassen will. Hierauf wird die Debatte geschloffen und die Vorlage einer Commission von 28 Mitgliedern überwiesen. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr. Nattonaldenkmal, Nationalität der Kauffabrtei- Schiffe, Deutsch-Schweizer Handelsvertrag, Wahlprüfungen. Schluß ö1/* Uhr. 2 Deutscher Reichstag. 11. Plenarsitzung. Montag, den 10. December 1888, 12 Uhr. Haus und Tribünen sind gut besetzt. Am Bundesrathstische: v. Boetticher, Bosse, Lohmann, o. Wodtke. Eingegangen ist das Weißbuch über Ostafrika. Die erste Berathung der Alters- und Jnvaliden-Versorgungs-Vorla ge wird fortgesetzt. Abg. Dr. v. Komterowskt (Pole) begrüßt die Vorlage freudig als einen weiteren Fortschritt auf dem Gebiete der Socialgesetzgebung. Von einer Reform der Armenpstege könne man nicht reden. Selbst die Rente, wenn auch niedrig, sei eine Wohlthat und schließe spätere Erörterungen nicht aus. Zwang der Versicherung und Ortsklassen, sowie die Beibehaltung der Berufsgenossenschaften seien zu billigen. Bedenken erwecken der Retchsbeitrag, das Deckungsoersahren und die vorgeschlagene Organisation, v. Helldorff's Anregung, ein Umlageverfahren mit staatlichem Reservefond zu schaffen, verdiene Erwägung. Die Berufsgenossenschaften bilden eine Grundlage, auf der man die Verwaltung aufbauen kann. Eine Berücksichtigung der Frauen und anderen, nur vorübergehend beschäftigten Arbeiter, die einen Genuß der Rente nicht zu erwarten haben, wtrd sich empfehlen. Die Scheu vor dem Quittungsbuche begreife er nicht; gerade gute Arbeiter haben keinen Grund, ein solches Buch nicht zu wünschen. Abg. Grad (Els.): Entgegen den Behauptungen der Soctaldemokratie sei doch zu conttattren, daß die neue Soetalgesetzgebung in den Kreisen der Arbeiter mit Freude und Anerkennung ausgenommen werde. Die Rente fei ein recht erfreulicher und wohl- tbätiger Zuschuß zu dem, was der Arbeiter für sein Alter erspart. Die Berechnungen für das Deckungsverfahren sind nicht zutreffend, denn der Zinsfuß werde mit dm Jahren ab-, die Bevölkerungszahl zunehmen, mit der letzteren auch die Zahl der Versicherten. Reichszuschutz sei nicht zu empfehlen, die Industrie müsse sich allein helfen. Möge man nicht zu weitgehende Hoffnungen bei den Arbeitern erwecken und ihnen nicht mehr versprechen als man halten kann. Abg. Lohren (Rp.) wendet sich gegen die Befürchtung, als ob dies Gesetz in dieser Session nicht zu Stande kommen werde. Redner stellt eine Berechnung auf, wonach den älteren Arbeitern mit dem Inkrafttreten des Gesetzes ein bedeutender Vortheil zugewendet wurde, ohne daß sie entsprechende Gegenleistung gewährt hätte. Sehr nachtheilig liege die Sache für jugendliche Arbeiter, die erst nach mehr als fünfzigjähriger Arbeit in den Genuß einer Rente kommen sollm. Eine große Härte liege in der 30jährigen Wartezeit namentlich für die Arbeiterinnen, die meist bis zum 26. Jahre heirathen. Würden solche Arbeiterinnen die gleichen Beiträge an eine Prioat-Anstalt zahlen, so empfingen sie vom 70. Jahre an eine Rente von 96 JL, das sollte die staatliche Anstalt auch leisten. 95pCt. aller Arbeiterinnen würden Beiträge zahlen, aber nie einen Pfennig Rente zu sehen bekommen. Die Bestimmungen über die Wartezeit und die Wiederaufnahme-Bedingungen müssen günstiger gestaltet werden. Redner wünscht eine Aenderung der Vorlage in dem Sinne, daß dem Arbeiter in jedem Falle soviel gewährt wird, als eine Privatgesellschaft auf Grund seiner Beiträge leisten würde. Dann fallen alle die compltcirten Bestimmungen über Wartezeit und Altersgrenze von selber weg. Bestimmungen über die Invalidität müßten ebenfalls geändert werden, um zu verhindern, daß nicht hohe Renten an nicht bedürftige besser Situirte gezahlt werden, während wirklich Bedürftige darben müssen. Fern liege es ihm, der Vorlage Schwierigkeiten zu bereiten. Er wünsche aber das Zustandekommen in einer Form, welche die Gewähr der Dauer in sich trage. Abg. Oechelhäuser (natl.) tritt für die Individual-Klassen ein, die er den Ortsklassen vorzieht. Die Schwierigkeiten der finanziellen Berechnung feien nicht zu verkennen; zweifelhaft sei ihm, ob die Angaben der Vorlage zuträfen. Die ganze Einrichtung der Markenbücher wird sich vermeiden lassen durch einfachere Einrichtungen. Bedenklich fei es, mit diesem Gesetz neue umfangreiche Organisationen zu schaffen. Die für das Unfall-Gesetz bestehenden Berufsgenossenschaften sind auch für die Vorlage und die darin vorgefchlagene Organisation wohl verwendbar, vielleicht nach einigen Umgestaltungen der Secttons Eintheilung. Populär sei das Gesetz bisher nicht, umso mehr müsse man sich hüten, unhaltbare Bestimmungen in dasselbe aufzunehmen. Abg. Spahn (Ctr.): Der bureaukratifche Zug, der durch die Vorlage geht, verdirbt dieselbe. Die Berufsgenossenfchaften empfehlen sich zur Beibehaltung für die Organisation. Der Streit, ob Lohn- oder Orts-Klassen sei nicht erheblich. In den Motiven finde man den Fehler, daß immer nur die Ausnahmen in Betracht gezogen sind, statt der allgemeinen Verhältnisse. Von großem Bedenken ist der Reichszufchuß; man könne es ganz gut ohne den Reichszuschuß oerfuchen. Während die Privatanstalten allen Versicherten eine Rente geben, will hier die Zwangsanstalt der Reichsversicherung einen hohen Procentsatz der Versicherten vom Genüsse der Rente ausfchließen. Will man die Berufsgenossenschaften nicht zu Trägern der Versicherung machen, so wird man auf lokale Selbstverwaltung Bedacht nehmen müssen. Badischer Bundesbevollmächtigter Frhr. v. Marschall vertheidigt die Berufsgenossenfchaften gegen die neulichen Angriffe Schraders. In der Vorlage aber haben die Träger der Versicherung doch andere Aufgaben zu erfüllen, als die Berufsgenossenschaften dec Unfallversicherung. Beide Versicherungen sind weit von einander verschieden. Die Unfallversicherung ist eine collective, die Altns- und Jnvaliden-Ver- sicherung ist eine Jndioidual-Versicherung. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kasse und die Höhe der Beiträge für die Alters- und Jnvaliden-Versicherung muß jeden Augenblick evident sein; Prozesse, langes Verfahren würden die ganze Versicherung gefährden. Auch vor zu großen Formalitäten müsse man sich hüten, dazu neigen aber die Berufsgenossenschaften mehr als die neu vorgeschlagene Verwaltung. Gegen die Reichsanstalt erheben sich zahlreiche Bedenken, während territorial abgegrenzte Verwaltungen manche Schwierigkeiten leichter beseitigen werden. Das Gesetz wird die Einigkeit der deutschen Stämme besser knüpfen, als eine deutsche Reichsanstalt es thun könnte.^ (dfr.): Die Reichsanstalt würde wahrscheinlich, wenn sie hier befchlossen würde, beim Bundesrathe keine Annahme finden. Der Kritik, die Abg. Lohren geübt, schließt sich Redner an. Er bezweifelt nicht das Zustandekommen des Gesetzes, wohl aber dessen wohlthätige Wirkung. Jeder Abänderungsvorschlag macht zugleich eine Aenderung der technischen und rechnungsmäßigen Grundlagen nothtg. Die Tragweite des Gesetzes sei im Lande noch wenig bekannt; der Regierung kann man es nicht verdenken, wenn sie die Sache los sein will. Gegen die Quittungsbucher haben sich bisher alle Industrie-Arbeiter ausgesprochen. Die Nationalliberalen haben in kurzer Zeit ihre Stellung der Vorlage gegenüber vollständig geändert, auch aut der rechten Seite des Hauses haben sich die Meinungen schnell geändert. Herr v. HeUdorff will die Natur des Arbeitslohnes geändert erblicken in diesem Gesetz und nähert sich damit vollständig den Socialdemokraten. Die Communen werden keine Entlastung von dem Gesetze haben, denn was sie an Armen-Unterstützung sparen, muffen sie an Telegraphisch« Depesche«. WsllU'S itUat. Csrrespsndruz - Vurra«. Berlin, 10. December. Der „Post" zufolge ordnete der Kaiser an, daß diejenigen Prinzen, welche unter der Regierung Kaiser Wilhelms I. in die Armee eingetreten sind, sowie dessen General- und Flügeladjutanten auf der linken Biust in Eivil ikh) Uniform ein medailleniormigeS Ordenszeichen trogen, dessen Mitte ein Lorbeerkranz mit dem Namenszug Wilhelm I. ausfüllt. Der Kaiser und die Prinzen erhalte» diese Abzeichen in Gold, die früheren Generäle ä la suite und die Flügeladjutantea in Silber. t , — Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet heute die Mittheilungen der Londoner „Financial News", es werde in Berlin ein Plan ausgearbeitet, dahin gehend, daS türkische Reich unter Curatel zu stellen, als vollständig aus der Luft gegriffen. Ja amtlichen Kreisen sei von einem so unsinnigen Plane absolut nichts bekannt, und wenn gar noch hinzugefügt werde, daß der Plan von Bismarck ausgegangen sei und begünstigt würde, so fei das nichts als eine dreiste, tendenziöse Erfindung, welche lediglich bezwecke, in Konstantinopel durch lügenhafte Unterstellungen womöglich Verstimmungen gegen Deutschland zu erregen. Berlin, 10. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Telegramm des Kaisers Wilhelm an den Kaiser Franz Jolef anläßlich des Rcgierungsjubiläums desselben. Das Telegramm lautet: „Ich habe das aufrichtige Herzmsbedürfniß, Dir nochmals meine wärmsten und innigsten Glückwünsche auszusprechen. Mit herzlichster Dankbarkeit gedenke ich der treuen Freundschaft, die Du mir bewiesen hat. Gott erhalte Dich unseren beiden Völkern und dem europäischen Frieden zum Nutzen noch recht lange; lausend Grüße der Kaiserin." Kaiser Franz Josef anwortete: „Die erste Zeit nach der Rückkehr aus Miramar gehört der Erfüllung einer Herzenspflicht, Dir für die erneuten Glückwünsche mit gleicher Innigkeit zu danken und Dich zu bitten, meiner treuen Freundschaft ebenso versichert zu fein, wie ich der Deinen unter allen Verhältnissen fest vertraue. Ich bin überzeugt, daß unser unerschütterlicher Freundschaftsbund den Friedern sichern und den Reichen Segen bringen werde. Die Kaiserin erwidert die Grüße herzlichst. Berlin, 11. December. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeisirng" meint, der Standard schließe sich mit ihrer in einem Leitartikel über die Jubelfeier des Kaisers Franz Josef gebrachten Behauptung, daß Deutschland, wenn es schon der furchtbarste Feind, doch gleichzeitig der anspruchvollste und nörgelndste aller Freunde sei, den verleumderischen Bestrebungen von Deutschlands Gegnern in Frankreich und Rußland an. Die Behauptung, daß Deuffchland sich in der Zanzibarfrage gegen England ebenfalls argwöhnisch und anspruchsvoll gezeigt habe, widerlege sich durch die vortrefflichen Beziehungen beider Regierungen, deren Verhandlungen em vollkommen befriedigendes Ergebniß lieferten. Was das angebliche Mißtrauen Deutschlands gegen Oesterreich anlange, so hätten in der That die Aeußerungen der fortschrittlichen und zweier konservativer Zeitungen solchem Gefühle Ausdruck verliehen; es könne aber dieses Mal offiziös versichert werden, daß bereits schon früher der als unrichtig und gehasst bezeichnete Ausfall auf die österreichischen Verhältnisse für die deutschen amtlichen Kreise eine ebenso unerwartete als unerwünschte Erscheinung gewesen sei, über deren Ursprung und Zweck es noch heute an der Aufklärung mangele. — Die ,Post" sagte anläßlich der Gerüchte über die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und Spanien in Folge der Abberufung des Grafen Benomar. Die Meinungsverschiedenheiten hatten sich lediglich bezüglich der formalen Behandlung des Falles ergeben, wobei die spanische Regierung Abweichungen von altherkomml chttn diplomatischen Brauche vornehmen wollte; dagegen sei es Unwahrheit, daß die deutsche Regierung auch nur Miene gemacht habe, die Abberufung des Grafen Benomar zu hintertreiben- Die Aufforderung zum Eintritt m die Tripelallianz sei von Deutschland niemals in irgend welcher Weise an Spanien gerichtet. . Pest, 10. December. In der Conferenz des Clubs der liberalen Partei wurde der mit der Schweiz abgeschlossene Handelsvertrag angenommen. Paris, 10. D-c-mb-r. Bei der Wahl elneä D-putirl-n im Dep°rt-menl Dar wurde General Cluser-t, ehemaliges Mitglied ber Kommune, " ' Stimmen gewählt; 83,962 Wähler waren eingeschrieben. Im Departement Ardennes ist eine Stichwahl nothwendig. — Die Herzogin Galliera ist gestorben. , — Numa Gilly erklärt in einem Briefe an Laguerre, er fei in keiner Weise an dem Buche betitelt „Mea dossiers (meine Akten)", betheiligt; er kenne dessen Inhalt gar nicht und habe sogar Veröffentlichung untersagt. nrtnU(Tre ü Vptnal, 10. December. Die Abhaltung einer boulangistischen J\on tflßuarre einberufenen Zusammenkunft wurde durch den Lärm der Gegner verhindert. Die Polizei ließ den Saal räumen, die Menge pfiff Laguerre aus. Lokales 2) 1. 12. 17. 20. 27. 4. 11. 18. 25. Oktober. Vorm. 9 Uhr. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 3) 4) 5) «) 7) 8) 9) 10) 11) 12) 13) 14) 15) 16) 17) 18) 19) 20) 21) 22) 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 35. 36. Gieße«, 10. December. Die Schwuraerichtsverbandlni?^ -u» 4 Provinz Oberhessen nahmen, unter dem Vorsitz des foerui Land- aerichtsrath Werle, heute ihren Anfang. Mit denselben besann die Sträil^ Len vormaligen Grotzh Bürgermeister Jo h a nnes Petri vonOppensodwekenTr" brechen im Amte. Nach der Anklage wird er der Urkundenfälschung, dadurch begangen, 16. 26. April, 3. Mai. Vorm. 8'/» Uhr. 7. 10. 17. 24. Mat. Itrriversttäts - KhromL. _ ^Berlin, 9. December. Bei der Universität habtlirte sich für Arzneimittellehre vr. Alexander Langgaard, der erste Assistent der pharmakologischen Universitäts- Anstalt Dr. Langgaard zählt zu der kleinen Gruppe deutscher Aerzte und Naturforscher welche die deutsche Heilkunde und Naturwissenschaft In Japan heimisch machten und dadurch dem deutschen Gewerbefletß ein neues Land zu seiner Entfaltung eröffneten Er war sechs Jahre lang Lehrer der Arznetwissenschaft bei der medictntsch-chtrurgischen Akademie zu Tokio. ö Vorm. 8Vz Uhr. 31. Mat, 4. 7. 14. Juni. Vorm. 8'/, Uhr. 18. 21. 28. Juni, 2. Jult. Vorm. 81/2 Uhr. 5. 12. 19. 23. Jult. Vorm. 8V1 Uhr. 26. Jult, 2. 9. 16. August. Vorm. 8V2 Uhr. 23. 30. Aug., 6. 13. Sept. Vorm. 8Vt Uhr. 4. 8. 11. 18. Januar. Vorm. 9 Uhr. 22. 25. Januar, 1. 5. Febr. Vorm. 9. Uhr. 8. 15. 22. 26. Februar. Vorm. 9. Uhr. 1. 8. 12. 15. März. Vorm. 8V2 Uhr. 22. 29. März, 2. 5. April Vorm. 8V« Uhr. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. — Sept., 1. Okt. Vorm. 81/, Uhr. Vorm. 8V2 Uhr. 29. Okt., 1. 8. 12. Nov. Vorm. 8'/- Uhr. 15. 22. 29. November. Vorm. 8«/, Uhr. 3. 6. 10. December. Vorm. 9 Uhr. 13. 20. 24. December. Gieße«, 10. December. Auf Grund der durch die heutige Ausloosung be- itimmten Reihenfolge der Hauptschöffen für das Geschäftsjahr 1889 haben dieselben an den nebenstehenden Sitzungstagen in Thätigkeit zu treten: 1 Landwtrth Heinrich Hinterländer II. von Garbentetch. ‘ Schmied Konrad Schwalb II. von Großm-Buscck. Landwtrth Philipp Jünger V. von Reiskirchen. Landwtrth Wilhelm Jnderihal IV. von Rödgen. Landwtrth Ludwig Wagner von Albach. Bürgermeister Peter Stein von Climbach. Landwtrth Karl Herber von Allertshausen. Landwtrth Johann Will IV. von Leihgestern. Wirth Friedrich Jung von Klein-Linden. Landwtrth Philipp Kreiling IV. von Heuchelheim. Kaufmann Wtlhem Rinn III. von Heuchelheim. Landwtrth Christoph Wagner XVI. von Großen-Buseck. Fruchthändler Ludwig Jung II. von Heuchelheim. Beigeordneter u. Wirth Chr. Rain von Allendorf a./Lda. Schuhmacher Tobias Amend von Treis a./Lda. Landwirth Konrad Hirz von Steinberg. Beigeordneter Wilhelm Otto III. von Beuern. Bürgermeister Heinrich Krämer VII. von Steinbach. Landwirth Johann Fischer II. von Staufenberg. Landwirth Ludwig Weigel IX. von Klein-Linden. Gemeinderechner Ludwig Seipp IV. von Lollar. Fabrikant Moritz Kann von Mainzlar. Landwirth Philipp Luh VI. von Großen-Linden. Landwtrth Philipp Forbach von Alten-Buseck. Gemetndeeinnehmer Heinrich Lang von Wteseck. Landwtrth Heinrich Wagner XIV. von Großen-Buseck. Landw rth Ludwig Lang von Großen Linden. Landwtrth Wilhelm Schwalb von Daubringen Bürgermeister Jacob Böcher von Bersrod Wirth Ludwig Volk XII. von Allendorf a./Lahn. Landwirth Johann Gg. Brtegel V. von Garbentetch. Gemetndeeinnehmer Heinrich Keßler III. von Annerod Landwtrth Paul Schäfer IV. von Annerod. Kaufmann Karl Engel von Großen-Linden. Landwirth Wilhelm Wagner von Alten-Buseck. Landwtrth Philipp Lindenstruth V. von Beuern. daß er in dem für: bte lOppenrjb feftfleftettten Eoranfdhlag Aenderungen vorgenommen habe, beschuldigt. Nachdem die Geschworenen von den ihnen vorgelegten Sckuld- fragen die erstere verneinten, die zweite bejahten, erkannte das Gericht gegen den Angeklagten wegen Urkundenfälschung auf Grund des § 268 Abs. 2 bexro de« c 270 Reichs-Strafgesetzbuchs auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahre 4 Monaten sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von fünf Jahren. ' Gieße«, 10. December. Nach dem soeben erschienenen Personal-Veneicbnik der Großh. hessischen Ludewigs- Universität besuchten dieselbe insgesammt 55l?Hörer- darunter befinden fich 33 nicht immatrrkultrte. Es widmen sich der Tbeoloaie 100 Rechtswissenschaft 79, Medizin 92, Tierheilkunde 26, Zahnheilkunde 4, ftametalmlffen- Wt 32, Forstwtssenschaft 39 Mathematik 14 classischcn Philologie 43,n“Ä'= logte 15, Philosophie und Naturwtffenschast 24, Geschichte 4, Pharmacte 17, Chemie 36 Unter den Studirenden befinden sich 425 Hessen, 65 Preußen, 11 Bayern, 1 Sachse! 4 Badenser, 1 Oldenburger, 1 Sachsen-Weimaraner, 1 Elsaß-Lothringer, 3 Braunschweiger, 1 Schwarzburg-Sondershausener, 1 Schwarzburg-Rudolstädter, 2 Hamburger 1 Bremenser, 1 Oesterreicher 3Engländer 2 Russen, 2 Nordamerikaner. Im Sommer- Semester 1888 betrug die Zahl der Studrrenden 547, davon gingen ab 129 xu den verbliebenen 418 sind demnach (excl. der nicht immatrikulirten Hörer) 107 hinzugekommen. Mit Gymnasial-Maturität waren versehen 377, mit dem Reifexeuanik einer Realschule I. Ordnung 80, mit dem Reifezeugniß für das hetr ^tubieK ti, nach dem Ermessen des Rectors wurden immatrikulirt 34. Die Zahl der akademischen Unterrichts-Institute beträgt 34, die der mit den Facultäten in Verbindung stehenden Prufungs-Commissionen 7. 0 1 v — sNeues Theater.) Mit Vergnügen machen wir die Mittheilung. daß am Mittwoch ben 12 d. M d°s Benefi, für eine» ber fleißigsten Mttglieber unserer Bühne und zwar für Sri. Muller stotflmdet. Die genannte Dame hat zu ihrem Ehrenabenb bas überall Furore machenbe Schauspiel von Oscar Blumenthal „Der schwarze Schleier" gewählt unb gratuliren wir ber Benefiziantin zu bieser Wahl. Wir hatten währenb ver Saison vielfach Gelegenheit, Frl. Müller in ben verschiebensten Rollen zu sehen unb hat sich bieselbe stets ber Sympathie bes Publikums zu erfreuen. Wünschen wir daher der Benefiziantin ein volles Haus. — Das Immobilien-Geschäft ist noch recht rege, denn heute haben wir wieder einen Besitzwechsel zu verzeichnen: Die Heß'sche Hofrarthe, Bahnhofstraße 34, wurde von Herrn L- Rerß (seither Marktplatz 19) für die Summe von 80000 erworben. Lvttdo«, 10. December. Im Unterhaus theilte Lord Stanhope heute mit, daß er gestern ein Telegramm vom General Grenfell aus Suakin erhielt, worin Grenfell erklärt, daß er sich angesichts der wiederholten Anerbietung von Truppenoerstärkungen nicht für berechtigt halte, dieselben länger zurückzuweisen. In Folge dessen gehen übermorgen eine Schwadron Husaren und 300 Mann Infanterie von Suez nach Suakin ab. Ein weiteres Telegramm Grenfell's besagt, er sei seines Erfolges sicher. Abgesehen von der letzten Verstärkung befinden sich nunmehr einschließlich der egyptifchen Truppen 4500 Mann in Suakin. Die Streitmacht des Feindes wird nur auf 1700 geschätzt, wovon 700 in Reserve bei Handuls stehen. Rom, 10. December. Der „Osservatore Romano" dementirt die Nachricht der Italic-, daß der Papst unwohl und deßhalb das Consistorium oe'.tagt worden sei. &er „Osservatore" erklärt, der Papst mache täglich einen Spaziergang in den Gärten -es Vatikans, ausgenommen wenn er durch Audienzen verhindert wäre. Rom, 10. December. Dem Journal „Capitano Fracaffa" wird aus Neapel telegraphirt, Sonnabend Abends 6 Uhr seien daselbst 2 junge Leute, Mitglieder einer republikanischen Verbindung, dabei überrascht worden, wie sie an eine unter das deutsche Konsulatsgebaude gelegte, mit einer Schnur und Draht umwickelte Bombe Feuer legten. Die betreffenden Personen, mit Namen Alfano und Rossi, seien verhaftet worden. Alfano sei einer der fünfzehn, welche anläßlich der Ausstreuung kleiner Zettel bei dem Eintreffen des Kaisers Wilhelm in Neapel verhaftet wurden- Rom, 10. December. Die „Agenzia Stefana" dementirt das Gerücht, daß der italienische und der englische Consul in Tunis dem dortigen französischen General- residenten eine Note ihrer Regierungen zu überreichen beabsichtigten, wonach sie an Stelle der französischen die Consulargerichtsbarkeit treten lassen würden. Italien und England würden sich darauf beschränken, die Gerichtsbarkeit der gemischten Gerichte für die Eintragung der Immobilien betreffenden Angelegenheiten nicht anzuerkennen, da beide Mächte im Jahre 1884 eingewilligt hätten, für Angelegenheiten dieser Art ihre Kapitulationen zu Gunsten des französischen Gerichts und nicht der gemischten Gerichte zu suspendiren. Spezzia, 10. December. Hier tödtete gestern Abend der Marlnekrankenwärter Orsini einen Kameraden, mit dem er gestern früh Streit gehabt, beim Appell durch einen Dolchstich und verwundete drei andere, die ihn entwaffnen wollten. Einer dieser Verwundeten ilt kurz darauf gestorben. Madrid, 10. December. Die Königin beauftragte Sagasta mit der Bildung des neuen Cabtnets. — Gonzales hat das Finanzportefeuille übernommen. Madrid, 10. December. Das neue Cabinet ist gebildet und wie folgt zusammengesetzt: Sagasta Präsident, Armijo.: Auswärtiges, Capdepon: Inneres, Canalejas: Justiz, Becera: Colonien, Admiral Arias: Marine, Liquena: öffentliche Arbeiten, Gonzales: Finanzen, und General Chinchilla: Krieg. Darmstadt, 11. December. Prinzessin Beatrice von England und deren Gemahl find soeben hier eingetroffen. Gießen, 11. December. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 13. December 1888, Nachmittags 4 Uhr: 1) Gesuch des Karl Abel um Erlaubniß zum Betrieb einer Zapfwirthschaft. ÄX Die Canalisirung der Stadt Gießen. Die Hilfsbedürftigkeit des Sckloffers Theodor Niermann aus Altendorf. Desgl. des Friedrich Hanser von Linz. Desgl. des Adolf Dünkelsberg aus Holzappel. Desgl. des Eduard Eggat von Königsberg. Reglement über die Verwerthung nicht ladenreinen, aber noch genießbaren und über die Untersuchung des von auswärts eingeführten Fleisches. Decretur von Kostenrechnungen. Holzabgaben aus der Hand. Die Gaseinrichtung in der Stadtmädchenschule. Gesuch des Wagnermeisters Heinrich Mühlich um Erlaubniß zum Bauen in der Dammstraße. Desgl. des Ludwig Huhn in der Dammstraße. Gesuch des Emil Kalbfleisch um Erlaubniß zum Bauen am Schiffen- bergerweg. Fortsetzung der Gasbeleuchtung auf der Grünbergerstraße. Ueberwachung der Straßenbeleuchtung mittelst Petroleum. Die gärtnerische Ausführung der Reststrecke in der Ostanlage. Unterhaltung der städtischen Wiesen. Die Treppe vor dem Hause des Stadtrechners Enders. Gesuch des Maurermeisters Pb. Größer um Erlaubniß zur Wasserableitung nach einem städtischen Canal in der Göthestraße. Desgl. des Weißhindermeisters Wilhelm Seipp. Erhöhung städtischer Trottoirs. Umbau der Militärschießstände. Vermischtes. △ Mainz, 10. December. Der soeben an die Actionäre gelangte Geschäftsbericht der Mainzir Acftenbrauerei weist für das verflossene Betriebsjahr einen Bruttoübelschuß von 492,840 auf, wovon nach den Statuten zu kürzen find: JL 6000 für zweifelhafte Schulden, JL 33,193 für Abschreibungen auf Immobilien und JL 54,102 für Abschreibungen auf Maschinen, so daß ein Reingewinn von JL 399,544 verbleibt. Der letztere soll folgendermaßen vertheilt werden: JL 220,100 zur Zahlung einer 8% Dividende, JL 13,444 zu Tantiemen an den Aussichtsratb und JC 165,000 zur Ablage in den Reservefond II. Da der Reservefond II durch die angegebene Zuwendung die statutenmäßige Höhe um JL 147,000 überschritten hat und nach den Gesellschaftsstatuten die Zahlung einer höheren Dividende als 8% nicht zuläßt, so schlägt der Ausfichtsrath, wie schon mitgethetlt, vor, den Actionären den Ueberschuß in Form von Schuldverschreibungen im Verhältntß ihres Actienbesttzes zuzuwenden. Der Gesamrnt- Bierverkauf der Gesellschaft belief sich auf 106,624 Hectoliter. △ Mainz, 10. December. Wie die „M. Nachr." vernehmen, soll als Nach, folger des in Ruhestand tretenden Landgerichtspräsidenten Aull Landgerichtsdirector vr. Pauly hier in Aussicht genommen sein. — Die vor einiger Zeit beschlossene Reorganisation des hiesigen Polizeiwesens, welche der Stadt Mainz die Einrichtung mit Reviercommissaren bringen wird, soll nunmehr in aller Kürze in Kraft treten. Die Stellen der 5 Reviercommissare sind bereits von der Bürgermeisterei zur Besetzung ausgeschrieben. — Der in der Stadtveroldnetenversammlung hier vor einiger Zett gestellte Antrag, an Stelle der Oberlehrer einen städtischen Schultnspcctor zur Beaufsichtigung der hiesigen Volksschulen zu ernennen, hat am Samstag in einer Sitzung der Schulcommission zu einer sehr gereizten Auseinandersetzung -wischen dem Antragsteller und einem Mitglied des Schulvorstandes, das gleichzeitig eine Oberlehrer- stelle versieht, geführt. Der Grund der erregten Controoerse war, daß sich die Oberlehrer über die städtischen Schulbehörden hinweggesetzt und direct die obersten Schulbehörden in Darmstadt angerufen haben. △ Mainz, 10. December. Zu den Maurern, Tünchern und Zimmerleuten haben fich auch jetzt noch die Gesellen der hiesigen Bauschreiner gesellt, um eine ander- weittae Regelung ihrer Verhältnisse zu den Meistern herbetzuführen. In einer gestern Abend stattgehabten Versammlung zeigte man sich mit den von den Meistern festgesetzten Löhnen im Allgemeinen ziemlich einverstanden, wogegen man auf das Energischste gegen das Verlangen der Meister protestirte, statt der dermaligen lOstündigen die 11 stündige Arbeitszeit wieder einzuführen. △ Aus Rheinhessen, 10. December. Zur wirksameren Betreibung der nationalltberalen Parteiinteressen der Wahlkreise Bingen-Alzey werden die „Rhein- hessischen Volksblätter" in Ingelheim von Neujahr ab als Tageszeitung erscheinen. — In Zornheim brach am Samstag ein heftiges Feuer aus, das durch rasche Hülfe an dem wetteren Umgreifen glücklicherweise verhindert wurde. = Frankfurt, 10. December. Heute Vormittag feuerte der Ausläufer August Hohlganr in seiner Wohnung einen Schuß auf sich ab, der durch den Unterkiefer in den Kopf drang. Der Schwerverletzte wurde in das Hospital verbracht. Das Motiv zur That soll eine gegen ihn erhobene Anklage wegen Diebstahls und Unterschlagung gewesen fern. t —Gestern Morgen erschoß sich der 25 jährige Sohn des Wirthes Eifert auf dem Mertanplatz. Als Grund werden Familienzwistigkeiten angegeben. _ _ ~ 3lt Bockenhetm fand gestern Abend eine ausgedehnte Schlägerei zwischen Husaren-Unteroffizteren und Ciotltsten statt. Wie der Poltzeibertcht besagt, seien die Husaren, 7 an der Zahl, von etwa 30 Civiltsten unter fortwährendem Schimpfen ver- folgt und schließlich thätlich angegriffen worden. Die Husaren hätten sich schließlich mit blanker Waffe zur Wehr setzen müssen. .. ,n ”3" KA" wurde der seit langer Zeit wegen Betheiligung an dem Einbruchs- oiebstahl in der Gallusgasse (es handelte sich bet demselben um viele Gold- und Silbersachen, lorote Juwelen) steckbrieflich verfolgte Mechaniker Alexander Kupferroth von hier verhaftet und heute hier eingebracht. Zwei Complicen sind von der hiesigen Strafkammer zu mehrjähriger Zuchthausstrafe oerurtheilt worden. — Die Heilsarmee scheint auch den hiesigen Boden bearbeiten zu wollen. Vorgestern und gestern wurden fei.igekleidete Herren gesehen, welche die sogenannten „Traktätchen verbreiteten. Meist wurden Personen geringerer Stände damit beglückt, aber selbst bei diesen schienen die Anhänger des „General Booth" nicht viel Glück zu haben, denn es wurde mitunter sehr herzlich über den Inhalt der überreichten Schrift gelacht. hl, 7. December. Zu dem Altenheimer Rheinunglück wird der „Str. P." noch berichtet: Bis jetzt gelang es dem eifrigen Suchen, drei Leichen aufzufinden und zwar in der Nahe von Goldscheuer, wo Bürgermeister Sutter, Gemeinderath Roth und Waldhüter Gra gelandet wurden. Die Männer hatten sich im schrecklichen Todeskampfe aneinander geklammert und wurden so auch aus dem Wasser gezogen- Von den übrigen Verunglückten konnte bis jetzt noch keine Spur gefunden werden. Kaufbeuren, 8. December. Heule Morgen 2 Uhr fand hier in der Gasfabrik im Kesselhause eine Explosion statt, welche von oeiheerender Wirkung begleitet war. Das Dach des Kesselhauses wurde vollständig abgetragen, gegenüberliegende Ziegeldächer gänzlich zerstört und die Fenster der umliegenden Häuser durch den kolossalen Luftdruck zertrümmert. Leider ist auch ein Menschenleben zum Opfer gefallen. Der Heizer, welcher ungeachtet der schweren Verletzungen und mit brennenden Kleidern am Leibe fortlief, um die Feuerwehr zu allarmiren, ist Mittags gestorben. Der Betrieb der Gasanstalt erleidet jedenfalls eine mehrtägige Unterbrechung. Literarisches. — Auch zum diesjährigen Fest hat „Ueber Land und Meer", das heißt die Deutsche Verlags-Anstalt in Stuttgart, für die Kleinen ein Weihnachtsheft geschaffen, das eine wahrhaft reizende Gabe ist. Aus der Seele des Kindes und für das Herz des Kindes etwas so recht Geeignetes in's Leben zu rufen, ist durchaus nicht so leicht als es aussieht, aber in diesem Kinder.-Weihnachtöheftcken von „Ueber Land und Meer", ^Den lieben Kleinen" lautet sein Titel, ist das Schwierige vortrefflich gelungen. Das zierlich und effectvoll ausgestattete Heft enthält eine Fülle der wahrsten und an- muthigsten ©eenen auS dem Kinderleben in Haus, Feld, Wald, Garten und mit Thieren, Kinder in Spiel, Schmaus, Schlaf, bei heiteren Vorfällen, in großer Kindesfreude und wenn es Thränchen gibt. Immer sind die Situationen echt in kindlichem Geiste, naturwahr und inhaltsreich in den Zeichnungen und mit leicht behaltbaren poetischen Versen als Text versehen. Da das Büchlein in mehreren Farben gedruckt ist, so wird die Gefahr der Eintönigkeit siegreich vermieden. Ein wesentliches Erforderniß bet dergleichen Büchelchen, ein billiger Preis, ist diesem Welkchen auch noch eigen, es kostet nur 75 Pfg., also vereinigt es Alles, was man von einer Weihnachtsgabe, die einen großen Kreis von Liebhabern finden soll, nur wünschen kann. Auch für die Befriedigung von Wünschen, die sich in anderer literarischer Richtung bewegen, bietet der vielseitige große Verlag eine reiche Auswahl der prächtigsten Festgeschenke und sendet die Verlagshandlung ein Verzeichniß hierüber auf Verlangen an Jedermann überall hin per Post gratis und franco. Handel und Verkehr. G i eß en, 11. December. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, pr. Pfd. v* 1,10—1,15, Hühnereier, 1 St. 7—8 H, 2 St.--H, Enteneier 0— H, Gänse - eier 00—00 Käse pr. St. 5—8 Käsematte pr. St 3 H, Erbsen pr. Liter 16 H, Linsen pr. Liter 29 Tauben pr. Paar JL 0,40—0,55, Hühner pr. St. JL 0,80—1,00, Hahnen pr. St. vtL 0,70-1,20, Enten pr. St. 1,40-2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 60—68 Kuh- und Rindfleisch 45—54 Schweinefleisch 50—60 <4, Hammelfleisch 54—64 Kalbfleisch 50— H, Kartoffeln pr. 100 Kilo JL 5,50—7,00, Zwiebeln per Gentner JL 6,00-7,00, Milch pr. Liter 12-18 Weißkraut pr. St. 3-5 Gänse per Pfd. 48—55 4. Frankfurt, 10 December. (Viehmarkt). Angetrieben waren 322 Ochsen, 18 Bullen, 508 Kühe, Stiere und Rinder, 372 Kälber, 795 Hammel, 584 Schweine. Die Preise stellten sich pro 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 63—65, 2. Qual. JL 56—58, Bullen 1. Qual. Jt 39—41, 2. Qual JL 37—38, Kühe, Stiere und Rinder 1 Qual. JL 50—52, 2. Qual- JL 42—46, Kälber 1. Qual- pro Pfund Schlachtgewicht 55-58 2. Qual. 48-50 Hammel 1. Qual. 56-58 2. Qual. 35-40 H. Frankfurt, 10. December. «Stetreibemorft). Weizen hiesiger 19,00—19,25, fremder JL 21,00-23,00, Roggen hiesiger JL 16,00-16,25, fremder M 00,00-00,00, Gerste, Brauerwaare 15,75—16,00, do. zu Mahlzwecken JL 00,00, Hafer hiesiger JL 14,75-15,00, fremder JL 00,00—00,00. Wöchentliche Neberficht der Todesfälle in der Stadt Gießen. 49. Woche. Vom 2. December bis 8. December 1888. Einwohnerzahl: 19001 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 27,3°/«. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene; im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: Gehirnschlagfluß 2 2 — — Lungenentzündung 3 (1) 2J1) 1 — Entzündung der Bronchien 1 — 1 Knochenfraß 1 (1) 1 (1) — —— Krebs 1 (1) 1(1) — •— Scharlach 1 — 1 Unbekannter Todesursache 1 — — 1 Summa: 10 (3) 6 (3) 1 3 Anm Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von Auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. In dem Konkurse über das Vermögen des Christoph Mayer zu GroheN'Buseck ist von dem Gemeinschuldner der Antrag aus Einstellung des Verfahrens nach Maßgabe der §§ 183 und 189 der Konkursordnung gestellt worden, wovon die Konkursgläubiger desselben mit dem Anfügen benachrichtigt werden daß die betreffenden Zustimmungserklärungen auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht niedergelegt sind. Gießen, den 5. December 1888. Großherzogliches Amtsgericht. _________Wehner. 9937 Rutzholz- Bersteigerung in dem Feldheimer Wald (3 km von Hungen). Mittwoch d. 19. Deebr. I. I., sollen in sämmtlichen Districten öffentlich versteigert werden: 27 Eichenstämme mit 39,32 fm (25 bis 55 cm Durchm., meist Schnittholz), 19 Eichenstämme mit 10,57 fm (25 bis 35 cm Durchm.), 95 Fichtenstämme mit 22,30 fm (15 bis 35 cm Durchm ), 1 Kirschbaumstamm mit 1,06 fm, €80 Fichtenstangen mit 25 fm, 11 Eichenstangen mit 0,53 fm, 15 Buchensiangen mit 0,40 fm, 57 rm Reiserprügel (Baumstützen, Bohnenstangen u. s- w.) Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr im Hinterwald bei Nr. 1. Arnsburo, den 10. December 1888. 9938 Gräff. Revierverwaltung. Mittwoch den 12. d. M , sollen zu Gießen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: Nachmittags 2 Uhr (n der früher Bramm'schen Hofraithe: 1 Pferd, 3 Betten, 1 Clavier, 2 Buffets, 2 Schreibtische, 1 Cassaschrank, 2 Sophas 1 Nähmaschine, 1 Karre, 1 Hobelbank, 2 Kommoden, Wirthstische unb Stühle, unb sonstige Mobilien, 1 Part hie Bücher rc. rc. Gießen, ben 10. December 1888. Engel, 9923 Gr- Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Donnerstag und SamStag, jebesmal Vormittags von 11 Uhr an, sollen im Pfandlokal dahier: Sophas, Kommoden, Kleiberschränke, Tische, Uhren, Schretbsekretaire, Qeconomiewagen unb eine Kuh gegen Baarzahlung versteigert warben. 9960 Horn. k Englische Anlhracitkohlm x | lasse ich nächster Tage im Hafen Frankfurt a. M. löschen und nehme ich Bestellungen aus Fuhren entgegen; kleinere Quantitäten stets von meinem Lager. Joä. bischer, 9939 Alicestraße 19. ^9945 h^THOCOLAOE Ccberall käuflich v. M. 1.20 V2 Ko* an aufwärts. Ecke der Schul- O KattroiN der Schul- u. Sonnenstraße MWUIVIII u. Sonnenstraße empfiehlt 9954 Tücher, Haputzen, Pellerinen, Tricottaillen, Röcke, weil. Rinderkleider und Jäckchen, Strümpfe, Socken, Corsetten, Schürzen, LJ__________5je______.5 g SS- Sn J. Wendelsohii iS Schleier u. s. w. CD g 3 r- o s © CD e =6» g 52 O CD O S öl €35 od r-» c Ä T“* ö 5 CD 2 5 O CD ts 2 uQs (S±. empfiehlt sein Lager in Kurz- und Tricotwaaren, woll. 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' Lord Ettonville Wilhelm Pieper ' Lady Broughton Adele Hellmut. ' Rechtsanwalt Bornemann LandgerichtsrathHartung Max Löwe. Gibbon,Haushofm. ) b.Etton- Jahrgang XXV. j Jubiläums-Band. Die Nr. 10 enthält u. a : Thmo Photinos. Forts. Roman von Bern- hardine Schulze-Schmidt. — Am See und im Schnee Eine Weihnachtsge- | schichte von Heinrich Seidel. — Der Sternenhimmel. H Von Dr. Klein. Mit zwei Abbildungen. — Friedrich Ratzels Völkerkunde. Mit fünf Illustrationen. -Am Familientisch: Friedrich der Große in Sanssouci. Zu dem Bilde von Philipp Franck. — Krämerlaben. ; W'OKJtöon I Trojan. — Preußens Eisenbahnen in den letzten fünfzig Jahren. I — Ein Fernsichtiger. VonB-A Schleicher — Gesundheitsrath. — Rechtsrath. — und Her. — In unserer Spielecke. Zweite, fünfte, sechste Beilage: Aus der Zeit - für die Zeit. Dritte und vierte Beilage: Frauen-Daheim. Probenummern gratis durch alle Buchhandlungen oder von der Daheim-Expedt- tion in Leipzig. Daheim 8 "hl i 4% Reichsanleihe I 3