Nr. 239 Freitag den IS October 1888. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 3 v# Vr Y rn , _ • « rx i * Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn« Vureaur Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. turd) b{e ^oft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf; Politische Rundschau. Gießen, 11. October. Kaiser Wilhelm ist zur Stunde in den letzten, aber vielleicht glänzendsten Theil seines Reiseprogrammes eingetreten, denn seit heute weilt der erlauchte Monarch in den Mauern Roms, nachdem er schon gestern Abend in italienisches Gebiet etngetreten war. Kaiser Wilhelms Besuch in der Hauptstadt Italiens schließt die lange Reihe der Antrittsbesuche des neuen deutschen Kaisers ab, welche in Peterhof begann und über Stockholm und Kopenhagen, über Dresden, Detmold, Stuttgart und München nach Wien führte und nun in Rom und Neapel ihre südlichen Endpunkte findet. Die Wirkung dieser Kaiserbesuche ist schon jetzt eine ungewöhnlich große, doch wird sie erst in ihrer vollen Bedeutung hervortreten, wenn der Kaiser wieder nach der Heimath zurückgekehrt sein wird. Die bis jetzt bedeutungsvollste Kundgebung der Südenfahrt des deutschen Herrschers hatte der Aufenthalt in Wien gezeitigt, in den gegenseitigen Trinksprüchen der Kaiser Wilhelm und Franz Josef und diese Aeußerungen aus allerhöchstem Munde haben auf's Reue in markantester Weise nicht nur die politische Freundschaft, sondern auch die treue Waffenbrüderschaft zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn betont und besiegelt. Zweifellos wird jedoch auch der Besuch Kaiser Wilhelms in Rom ähnliche bedeutsame Kundgebungen bringen, bestimmt, die Fortdauer des innigen Bundes auch zwischen Deutschland und Italien vor aller Welt zu bestätigen und hiermit wiederum die vollständige Harmonie und Interessengemeinschaft des vom Memelstrome bis zum Golf von Tarent reichenden Völker- und Staatenbundes zu beweisen. Die Bedeutung, welche man jenseits der Alpen selbst dem Besuche des Kaisers Wilhelm am italienischen Hofe betmißt, erhellt schon äußerlich aus dem bekannten Programme der glänzenden Festlichkeiten, welche zu Ehren des kaiserlichen Gastes in Rom und in Neapel stattfinden werden und zu denen die Vorbereitungen schon wochenlang getrosten worden sind. Die Hauptpunkte der Festlichkeiten in Nom werden die große Truppenparade bei Centocelle, der Empfang des Kaisers auf dem Rathhause, der ihm zu bringende großartige Fackelzug, die Beleuchtung des Collosseums u. s. w. sein, während den Mittelpunkt der neapolitanischen Kaiserfeste die Revue über das in Neapel zusammengezogene, über 30 Schiffe zählende italienische Geschwader bilden wird. Unabhängig von den Feierlichkeiten, welche der italienische Hof und die Stadt Rom anläßlich des Besuches des deutschen Kaisers veranstalten, steht sein Empfang im Vatican da. Soweit bekannt, findet die Begegnung zwischen dem Kaiser und dem Papste an diesem Freitag statt und begiebt sich der Kaiser vom preußischen Gesandtschaftsgebäude aus mittels eigener Equipage nach dem Vatican. Im deutschen Auswärtigen Amte sind mehrfache Personalveränderungen erfolgt. Lcgationsrath Kiderlen-Wächter, bisher in Constanttnopel, wurde zum Wirk!. Legationsrath und Vortragenden Rath in der politischen Abtheilung des Auswärtigen Amtes ernannt, ebenso wurde der Wirkt. Legationsralh Raschdau, bislang in der handelspolitischen Abtheilung, zum vortragenden Rathe in der politischen Abtheilung des Auswärtigen Amtes ernannt; an Stelle Raschdau's wurde Consul Atchberger in die handelspolitische Abtheilung berufen. Zu der Affaire Geffcken melden die „Berl. Pol. Nachr.", daß die Ueberführung Professor Geffckens von Hamburg nach dem Untersuchungsgefängniß in Moabit (Berlin) nunmehr erfolgt sei. Das Entmündigungsverfahren ist dem Vernehmen nach Geffcken gegenüber nun doch etngeleitet worden; es wird von den Hamburger Gerichten entschieden, deren Erkenntntß eventuell dem Reichsgerichte zur Erwägung mttgetheilt werden soll. Dem gegenüber muß freilich immer wieder hervorgehoben werden, daß sich Prof. Geffcken in vollem Umfange zur Veröffentlichung des kronprinzlichen Tagebuches bekannt und für dieselbe die Verantwortung übernommen hat. Zu den Hofjagden in der Steiermark wird berichtet, daß deren Schluß wegen der überaus ungünstigen Witterung bereits für Dienstag Nachmittag in Aussicht genommen war, daß die etngetretene etwas bessere Witterung aber noch eine Gerns- jagd am Mittwoch früh ermöglichte, an welcher neben Kaiser Wilhelm die sämmtlichen übrigen erlauchten Jagdgäste des österreichischen Kaisers theilnahmen. Alsdann erfolgte die Rückkehr der hochfürstlichen Jagdgesellschaft nach der Eisenbahnstation Capellen, von wo aus sie ^mittelst Extrazuges nach Mürzzuschlag fuhr. Hier fand Mittwoch Mittag 1 Uhr die Weiterreise des Kaisers Wilhelm, nach herzlichster Verabschiedung von Kaiser Franz Josef und den übrigen Fürstlichkeiten, mit dem inzwischen eingetroffenen Gefolge, nach Italien statt; auf der Weiterfahrt vereinigte sich Prinz Heinrich von Preußen in Villach mit seinem kaiserlichen Bruder. Präsident Carnot nimmt auch auf seiner gegenwärtigen Rundreise durch den Südosten Frankreichs energisch Stellung gegen die verschiedenen antircpublikanischen Bestrebungen. Er hat sich in dieser Beziehung schon bei seinem Besuche in Lyon kräftig ausgesprochen und auch gelegentlich seines Aufenthaltes in Annecy, der Hauptstadt des Departements Obersaooyen, ließ sich Carnot entschieden gegen die erwähnten Bestrebungen aus. Seitens des Präsidenten des Generalrathes von Obersavoyen wurde dafür Herrn Carnot in einer Ansprache versichert, die savoytsche Bevölkerung sei der französischen Republik treu ergeben und würde jeden verbrecherischen und sinnlosen Versuch gegen die Republik energisch zurückweiscn. Die ernste Lage in Deutschosiafrika hat zur Beorderung des deutschen Schulgeschwaders aus dem Mtttelmeere nach Zanzibar geführt. Das Geschwader besteht aus den Panzerfregatten „Stosch", „Moltke", „Gneisenau", „Charlotte", mit über 60 Geschützen und 1600 Mann Besatzung unter dem Commando des Contre-Admirals Hollmann. Ob indessen das bloße Erscheinen dieser stattlichen Flottenmacht an der Küste Zanzibars die Ruhe in den deutsch-ostafrikanischcn Besitzungen wtederherstellen wird, möchte zu bezweifeln sein. Vielmehr ist es nur zu wahrscheinlich, daß der deutsche Flottencommandant ein beträchtliches Landungscorps zur förmlichen Rückeroberung der verlorenen Punkte zunächst an der Küste wird ausschiffen lassen müssen. Deutschland. Darmstadt, 10. October. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Aller - gnädigst geruht: Am 13. September den Regierungsrath im Kaiserlichen Gesundheitsamt zu Berlin Dr. Georg Gaffk y zum ordentlichen Professor in der medicinischen Fakultät der Ländesunioersität, mit Wirkung vom 1. October 1888 an, zu ernennen und in gedachter Eigenschaft zu berufen. Darmstadt, 10. October. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Professor Bose aus Gießen. Darmstadt, 10. October. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht: Am 7. October den Ober - Rechnungsprobaior bei der zweiten Abtheilung der Justifikatur der Ober-Rechnungskammer August Re ttberg zum Ober-Rechnungsrevisor bei dieser Abtheilung zu ernennen; — an demselben Tage den Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen Franz Schwabe auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, mit Wirkung vom 16. October l. I. an, in Den Ruhestand zu versetzen; am 8. d. M. den Steuercommissär des Steuercommissariats Seligenstadt Carl Fuhr auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen. Darmstadt, 10. October. Das Großherzogltche Regierungsblatt Nr. 29 enthält: 1. Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums der Finanzen, die Erbauung von Nebenbahnen betreffend. Nachdem Seine Königliche Hoheit der Großherzog zu genehmigen geruht haben, daß der Sitz der zur Leitung des Baues der staatlichen Nebenbahnen vorübergehend eingerichteten Großherzoglichen Baubehörde für Nebenbahnen bis auf Weiteres von Nidda nach Darmstadt verlegt werde, so wird dies hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, bahnpolizeiliche Vorschriften für die Nebenbahnen im Großherzogthum, insbesondere für die Nebenbahn Stockheim-Gedern betreffend. Berlin, 9. October. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die königliche preußische Zollverwaltung, bet 139 Amtsstellen Mustertypen für die Abfertigung der mit dem Anspruch auf Zollnachlaß auszuführenden Getreide- und Mühlenfabrikate aufzustellen, nach welchen in Zweifelsfällen entschieden werden soll, wie derartige Fabrikate in Bezug aur ib'e Verzollung zu behandeln sind. Die Beschaffung der erforderlichen Proben hat die Zoll - Verwaltung dcue Verbände deutscher Müller überlafffti, jedoch es als erwünscht bezeichnet, wenn von jeder Getreidesorte 4 Typen aufgestellt würden und zwar für Mehl, welches kontirungssähig ist; für Diehl, welches nicht kontirungsfähig, beim Eingang aber als Mehl zu verzollen ist; für Mehl, welches nicht kontirungsfähig und beim Eingang nur nach voraufgegangener Denaturirung zollfrei ist, und für Kleie, welche vorangegangener Denaturirung entbehrend, zollfrei abgelasfen werden darf. — In Paris ist unter dem Titel „M&noires authentiques de Fr6d4rlc III. rassemblds et compldtäs“ eine französische Uebersetzung des in der „Rundschau" veröffentlichten Tagebuchs erschienen. Desgleichen ist in London eine solche in englischer Sprache herausgekommen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Berner Convention vom 9. September 1886 derartige Uebersetzungen einen strafbaren Nachdruck bilden, wegen dessen gerichtlicher Verfolgung das Erforderliche von hier aus an- geordnet werden wird. Berlin. Es kann kein Zweifel darüber herrschen, daß in unserer social- politischen Zeit der Gedanke, eine allgemeine deutsche Ausstellung für Unfallverhütung zu veranstalten, in welcher die Vorrichtungen gezeigt werden sollen, welche die Arbeitgeber zum Schutze der Arbeitnehmer in ihren Betrieben eingeführt haben, und den Arbeitgebern felbft Gelegenheit geboten werden soll, die von ihnen accepttrten Vorrichtungen mit anderen zu vergleichen, sowie neue Unfallverhütungsmaßregeln kennen zu lernen, überall einen lebhaften Anklang gefunden hat. Unsere Behörden haben in erfreulichster Weife, wie immer auch hier, den humanen Bestrebungen Vorschub zu leisten sich bemüht und die ihnen unterstellten gewerblichen Etablissements zur Beschickung der Ausstellung aufgefordert, und unsere Industriellen bringen dem Unternehmen eine so große Sympathie entgegen, daß sich fchon heute sagen läßt, daß die im Frühjahr 1889 zu Berlin zu eröffnende Ausstellung nicht nur gesichert, sondern daß auch, trotzdem auf dem Ausstellungsräume neue Gebäude zur Aufnahme von Ausstellungsgegenständen erbaut sind, der verfügbare Ausstellungsplatz mit den angemeldeten Gegenständen bis auf den engsten Winkel ausgefüllt werden könnte. Das Hauptinteresse auf der Ausstellung wird unstreitig diejenige Abtheilung erregen, in welcher die einzelnen Schutzvorrichtungen in ihrem Zusammenwirken und Jnetnandergreifen mit den Maschinen, an welchen sie angebracht sind, entroeber in natura, was bei Vorrichtungen und Maschinen von geringerer Dimension wohl denkbar ist, ober in Mobellen ober auch in Zeichnungen bargestellt werben sollen. Hier soll anschaulich gezeigt werden, wie unsere Technik, wenn sie in ihrer immer weiteren Entwickelung auch Gefahren für Leben unb Gesundheit ber Arbeiter mit sich bringt, doch in gleicher Weise die Mittel anzugeben vermag, diesen Gefahren vorzubeugen. Leider sind, wie wir von coinpetenter Stelle hören, gerade für diesen Theil ber Ausstellung noch nicht so viele Gegenstände angemelbet worben, wie man erwartet unb bei ber außerorbentlichen Mannigfaltigkeit ber bereits in ben verschiedenen Branchen und Betriebsanlagen zur Einführung und Anwendung gelangten Schutzvorrichtungen mit Recht in Aussicht genommen hatte. Mag dies in einigen Fällen an ber größeren Kostspieligkeit liegen, welche mit ber Anfertigung, bem Transport unb ber Ausstellung gerabe bieser Ausstellungsobjecte unstreitig verbunben ist, so spielt boch unter den Grünben dafür eine große Rolle bie Abneigung so Manches unserer Jnbustriellen, seine Wohlfahrtseinrichtungen öffentlich zur Schau zu stellen, barnit zu prunken. So berechtigt und anerkennenswerth diese Abneigung nun auch vorn ethischen Standpunkte ist, so dürfte doch in diesem Falle eine Ausnahme von ber Regel wohl am Platze sein. Wird doch auch mit ber Ausstellung ber Zweck verbunben, bie in einzelnen Betrieben als bewährt befunbenen Schutzvorrichtungen weiteren Kreisen zur Kenntniß zu bringen unb barnit Nacheiferung zu erwecken! Wir finb überzeugt, baß cs nur bieses Hinweises bebarf, um bie Lücke aus- gefüllt zu sehen, welche bisher in ben Vorbereitungen zu ber lebiglid) humanen Zwecken Dienenden Ausstellung sich gezeigt hat. Je mannigfaltiger bie Ausstellungsobjecte sind — unb biesbezüglich ist auch bie Einsenbung ber kleinsten Schutzvorrichtung von Nutzen —, je umfangreicher bie Abtheilung sich barstellt, in welcher bie Schutzvorrichtungen im Zusammenwirken mit ben Maschinen gezeigt werben und je lebendiger damit der Eindruck wird, ben bie gefammte Ausstellung hervorruft, um so besser wird der Zweck der letzteren erreicht werben. Telegraphische Jepeschen. «Skale«. und den Beifall, der als Köchin ganz aus Den Schutzengel des schoß jedenfalls den in October. Aus Tiflis wird gemeldet, der Kaiser habe gestern ail! dem Gebiete von Kars empfangen, roeldie Der= Pnb!!,nk ^/^lkerung erblicke ihre Wohlfahrt in der unbegrenzten Ergebenheit für lajewttsch In^BorshomW fl<6 "UnmE1,r i,eim Großfürsten Michael Ntk°- troffen ^0. October. Die kaiserliche Familie ist heute Vormittag hier einge- e - 10. October. Die Stamme des Schwarzen Gebirges scheinen sich mie wirb'bi^h1 F.C6f9k0C5) d. n Indus zu wenden. Oberbefehlshaber Maqueen wird die das Land beherrschende Position besehen; er hat die Stämme benackricktiat «aäbm^ ftC^enbcS @etretbe vernichten werde, falls sie sich nicht vor dem 15A »* yuvwi* »OM's telegr. «orrespondenr - Burea«. c i 10. Oclober. Generalstabsarzt Lauer beging heute in aller Stille in seiner Villa in Potsdam seinen achtzigjährigen Geburtstag. Eine offizielle Feier unter- blieb^da der Jubilar leidend ist. Trotzdem liefen zahlreiche Gratulationen von Seiten des Militärs, Berufsgenossen und Freunde, sowie reiche Blumenspenden ein. Generalarzt Coler, Chef der Mediztnalabthetlung, beglückwünschte Namens der Militärärzte persönlich. Im December feiert Lauer sein sechzigjähriges Dtenstjubiläum. cm sa :S?£Un,Lt ?0-o^vber. Professor Virchow thetlte in der heutigen Sitzung der Medizinischen Gesellschaft mit, daß er Namens der Gesellschaft an Generalstabsarzt PV Lauer anläßlich seines achtzigjährigen Geburtstags ein Telegramm gesandt habe folgenden Wortlauts: „Die Medizinische Gesellschaft sendet Ihnen ihre herzlichen Glückwünsche und ihren innigen Dank für Ihre langen, segensreichen Dienste." Redner 8=$tc.Jn leinen jetzt folgenden Worten mit lebhafter Anerkennung der Leistungen des Jubilars, dem es mit zu verdanken sei, daß Kaiser Wilhelm so lange unter uns weilte und Dem die heutigen Militärärzte ihre bedeutungsvolle und entsprechende Stellung in der Mtlitärhierarchte verdankten. ™ c. Straßburg, 10. October. Der Redackeur des „Messin", Zimmermann, ist aus Glsatz-Lothringen ausgewiesen worden. ar, . Bruneck (Tyrol), 10. October. Prinz Heinrich von Preußen traf gestern Abend hler ein und stieg im Hotel zur Post ab. Der Männergesangverein brachte ihm ern Ständchen dar, worauf der Prinz sich den Chormeister oorstellen ließ und dankend die in den deutschen Relchsfarben eingefaßten Liedertexte entgegennahm. Die Abreise erfolgte heute 12Vs Uhr Mittags. Mürzsteg, 10 October. Heute früh conferirte Kaiser Wilhelm längere Reit mit Herbert Bismarck , welcher bereits gestern unmittelbar nach seiner Ankunft in Murzsteg eine einftundige Audienz hatte. Heute Vormittag erfolgte die Abreise beider Kaiser, des Königs von Sachsen und der übrigen Jagdgäste in acht Equipagen nach Neuberg, woselbst der Hosseparatzug bereitgehalten wird. Neuberg, 10. October. Ihre Majestäten Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef und König Albert, sowie die übrige Jagdgesellschaft sind 11% Uhr Vormittags hier emgetroffen und mit Sondeizug um 12 Uhr weitergereist. Die herbeigeströmte Bevölkerung begrüßte die Allerhöchsten Herrschaften mit lebhaften Hochrufen. Mürzzuschlag, 10. October. Seine Majestät Kaiser Wilhelm hat bei freund- Ucherem Wetter, als während seines Aufenlhalts in Steiermark herrschte, die italienische Reise angetreten. Um 12 Uhr 30 Min. traf der Separatzug aus Neuberg ein. Ihre Maiestaten Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef, König Albert, ferner Prinz Leopold von Bayern, der Großherzog von Toskana und die übrigen Jagdrheilnehmer begaben sich in den Hoswarfefalon, woselbst eine Frühstückstafel angerichtcl war. Hier unter; i l n k vre Majestäten etwa 10 Minuten mit dem Ober sthof meister Prinzen Hohen- lohe, dem Generallieutenant von Hahnke und anderen Mitgliedern des Gefolges. Insbesondere pflog Se. Majestäl Sailer Wilhelm längere Unterhaltung mit dem Bot- fchafter Prinzen Reuß und anderen anwesenden Persönlichkeiten, bis die Reit zur Ab- 0^0011^11 war. Nachdcm Allerhöchstderselbe von den zurückbleibenden Herren I durch Händedruck Abschied genommen, schritt Se. Majestät auf den Kaiser Franz Josef zu, tauschte mit demselben wiederholt Umarmungen und Küsse und nahm sodann in ° 2BeS von dein König von Sachsen und dem Prinzen Leopold von Hierauf bestieg Se. Majestät den Waggon, lüftete mehrmals den §.ut 3}*11! der Zug setzte sich in Bewegung und fuhr aus dem Bahnhof, kn i Je r Kaiser Franz Josef trat nach eingenommenem Frühstück mit den zurückgebliebenen Herren der Jagdgesellschaft die Rückreise nach Wien an. "Wien, 10. October. Kaiser Franz Josef, der König von Sachsen, Prinz Leopold von Bayern und die übrigen Jagdtheilnehmer sind Nachmittags 4 Uhr hier wieder emgetroffen. cm • c^inn, ^0. October. Der deutsche Botschafter Graf Solms ist [beute Seiner Majestät dem Kaiser Wilhelm entgegengereist; die zum Ehrendienst bei Sr. Majestät befohlenen Cavaliere haben sich bereits gestern an die Grenze^degeben. Für das Ge- Majestät des Kaisers sind in demselben Flügel des Quiiinals, welchen Se. Maiestat bewohnen wird, Wohnungen bereitgestellt. Rom, 10 October. Die deutschen Bewohner Roms überreichen am Sonntag nach dem Gottesdienst dem Kaiser eine kunstvoll vom Maler Tubenthal hergestellte Adresse, die den folgenden Wortlaut hat: „Begeisterten Jubel erweckt die Ankunft Ew. Majestät bei allen in Rom ansässigen Deutschen. Entsprossen verschiedenen Gauen des großen Vaterlandes haben die Deutschen Roms zu allen Zeiten in der Liebe zur Heimath und der Theilnahme an Allem, was das deutsche Volk in Freude und Trauer bewegte, das stärkste Band der Gemeinsamkeit gefunden. Daß wir unserer treuen Anhänglichkeit an das Vaterland, unserer tiefen Ergebenheit und Ehrfurcht für dessen erhabenen Herrscher inmitten der Stadt, deren dankbare Gäste wir sind, am heutigen Tage Ausdruck geben dürfen, erfüllt uns mit inniger, unermeßlicher Freude. Gottes reichsttr Segen begleite Ew. Majestät auf allen Wegen zum Heile und Ruhme des deutschen Vaterlandes." ~ ir Ponlebva, 10. October. Der hiesige Bahnhof wird bei der Ankunft des Kaiserlichen Extrazuges bengalisch beleuchtet. Die Bürgermeister aller an der Eisenbahn- ftrerfe Pontebba-Udine gelegenen Orte werden zum Empfange des Kaisers am Bahn- hofe erscheinen, Nachts ist zollhoher Schnee gefallen. Die auf der Strecke Pontebba- Udine durch Hochwasser herbeigefühlten Beschädigungen sind vollständig beseitigt. Ponlebba, 10. October. Auf dem Bahnhofe herrscht regste Thütigkeit zum Empsange des kaiserlichen Gastes. Auf dem Perron sind 15 prachtvolle Candelaber angebracht. Die Bahnbureaus wurden vorübergehend in die Nebenräume verlegt. Die Neoisionshalle ist in zwei Räume gelheilt; einer bildet den Empfangssalon, in welchem Generaladjutant des Königs von Italien, Pasi, und die Ehrencavaliere dem Kann Wilhelm vorstellen werden; der andere dient als Speisesalon, in dem ein Diner ru 20 Gedecken stattsindet. Die Räumlichkeiten sind mit den deutschen Reichsfarben -eschmuckt. An den Decken hangen zahlreiche Crystallkronleuchter, an den Wänden zwei kostbare Gobelins und reicher Blumen- und Pflanzenschmuck. Für das Gefolge fmdet in einem eigens hergerichteten Salon e.n Diner zu 40 Gedecken statt. Kaiser Wilhelm wird sich beim Ueberschreiten der österreichischen Grenze nicht aufhalten und sich in Ponlebba nach dem Diner von den österreichischen Begleitern verabschieden , . 5?Ut-bba, 10. October. Kaiser WUHelm ist heute Abend mit dem Prinzen Heinrich hier eingetroffen und von den zum Ehrendienst befohlenen italienischen Offizieren Namens des Königs Humbert bewillkommnet worden. Nach kurzem Aufentbalte wurde die Reise fortgesetzt. Die vor dem Bahnhofe zu vielen Tausenden zusammen- gestromte Bevölkerung begrüßte den Kaiser mit brausenden Hochs. 6 Paris, 10. October. Präsident Carnot ist heute Vormittag von Annecy ab- geretst und gegen 2 Uhr in Beaune emgetroffen. Das Nachtquartier nimmt er in uDtjon; morgen erfolgt die Rückkehr nach Paris. 10' Stober. Der „Temps" kommt heute erneut aus den Empfang Carnot s bei seinen letzten Reisen sowie auf das von der Bevölkerung dem Präsidenten ^enuber bekundete Vertrauen zurück und weist mit Rücksicht hierauf jeden Gedanken an eine Verfassungsrevision als verbrecherisch und thöricht zurück. 10. October. In der heutigen Berathung der Budgetvorlage ' S ^merkte Holftein-Ledreborg, daß falls die Verständigung über das Budget | mOprhpnrfSrx4ninUn*9 provisorisch emanirten Gesetzes seitens der Linken bedingt werden solle, diese ein solches Ansinnen niemals acceptiren werde. 1 aus heKrbattnr8®fomme?.CtOber" ®otfd,after Schuwalow ist oon (einem Landgute i Zum Schluffe sei noch zwei Wünschen Raum gegeben. Der eine aebt an den brtsn0^.lb ersuchen, sein vorlautes Wesen abzulegen. ^Wenn wir Pd k^^V9 ' ^gar einmal von der Bühne „St!" zugerusen Und f . r E^ues Theater.j Nachdem sich am Mittwoch Abend das allerliebste Lust- fpiel „der Störenfried von R. Benedix, des ungetheiltesten Beifalls in prfrpnpn hnft» betritt am kommenden Freitag Rudolf Kneisel wieder mit einer Neuheit unsere Bühne' und zwar mit seinem lustigen Schwank „Papageno". Das Stück hat überall einen sehr großen Ersolg zu verzeichnen gehabt und möchten wir bei dieser Gelegenheit nickt sam°!7Lch-m ",ea‘etIicbenbe Publikum auf diese Neuheit ganz beWr77usme?k- Ä."*Ä ™bMÄ“ 5 R-entg-n wurden ausNachsuchen ihres Dienstes entlassen, zur Ver'wenduna^^als^Ä^bme b ^^^?bftens achtjähriger acttoer Dienstzeit, welche WUMZMVWM nachsuchem" ° S8ern’enbunS das Einverständniß ihrer uorgesetzien Behörde Hnnvel utto Verkehr. MM «RtW l0, §^ber. Erbsen game pr. Vfd. 16-20 do. geschälte 18-22^ Linsen 18 28 weiße Bohnen 20—22 jvartoffeln 100 oon n,,n $. G-scheid 10-12 Butter per Psd. 0 90-110 ®er ba§ ß 7 4 °inr0" pCr M-p-r Stück 20-51JiaJ pfr Stück 9^5 VsS n?r Md 7-9^ Weißkraut per Stück 8-20 H, Rotherüben per Portion 15-30 P 9 Vermischtes. , . Darmstadt, 10. October. Nächsten Samstag, den 13 October I finhpt npr^nii*11 dl'O^^^nd im Saale des Ludwigsbahnhof-Hotels hier statt. E?'ergehen persönliche Aufforderungen nach den Einladungslisten, doch werden alle biesiaen und auswärtigen Mitglieder des Kösener 8.6. bestens willkommen geheißen Da sett der Abhaltung des letzten L.6.-Abends dahier eine Pause von über breimertel Jahren ver- J.n ^n,?c?ra^£..?cr llroßen Anzahl der hier und in der Umgegend ansässigen „alten Herren des Kosener 8.-0.Verbandes steht eine zahlreiche Betheiligung empSWminMu™ nod’ in ben Unw-rsitätss-ri-n hier weilenden jüngeren = Frankfurt, 10. October. Der Selbstmörder Kemvf mpTrhpr U n bei mH A e 8 seiner blutigen That erkor und demselben Nldurch^etwas Unheimliches verlieh, soll schon früher zweimal versucht haben, sich das Leben zu ber ^bnsch in einem Anfall von Geistesstörung d^andelt hat. Merkwurd g bleibt dann nur, daß derselbe eine Waffe bei sich trug und so planmäßig und vorsichtig zu Werke gehen konnte, wie geschehen. 9 ^5^"Esur t a. M., 9. October. An der „Mainspitze" bei Sacksenbanfen PTfnrntP °mh3r f1887 Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge, wobei ein Bremser geiödtet und fünf Personen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Wegen dieses Unfalles wurde der Locomotivfuhrer der Hessischen Ludwigsbahn, Joseph Limburg aus Mainz der einen jener beiden Zuge leitete, unter Anklage gestellt. Das Landgericht in Wies- ?nmnM^nnrbMn^rnß4n?^C?' ^ffen Darstellung das für ihn maßgebende Signal sowohl vor seiner Einfahrt wie auch noch nach dem Zusammenstöße „Freie Fahrt" an- °i-l1? Z-ug-u fr-ig^proch-n° 8 toUlbI°§ tem Un01ü(f fci- na* V-rmhmung , , “ leben augenblicklich in der Zeit des Aepfelweins. Jeden Taa mprhp» Diele Wagen voll Aepsel hierher und nach Sachsenhausen gebracht. Für die lieble Jugend sind das Blümer genußreiche Augenblicke in des Wortes eigenster Bedeutung, bin» fie folflt unermüdlich den obstbeladenen Wagen und sucht einige Aepfel zu erbafcken Besonders reich ist die Ausbeute, wenn die Wagen vor^ben ÖirtbSaften Ä weder Käufer nach Verkäufer zu sehen ist. Ein beliebtes ^ä»itÄ s ch^ in den Besitz van Ak-feln zu setzen sind Stacke ober Latten, durch welche Nägel geschlagen werden Mittelst eines solchen Instruments versuchten gestern mehrere Buben auf dem Rämer- berg Aepsel aus dem Keller zu holen. Da dies ihnen schliesslich aber zu langsam ging ftleg einer durch das Kellerloch hinab und warf die Aepfel den Harrenden z" D?e „Strenzerel" wurde bemerkt und der Dieb gefangen. Er erhielt eine wenin liebe aber wirksame Strafe. Nicht Prügel wurdet ihm verablttcht jZ?Sia’Ä« ibn, unter Anbrohung von Hieben, auhaltenb Aepfel zu essen Binnen 25 Winntp« ^tilgte d-r klein-Räuber 12 Stück, dann verlietz ihn aber'die Masi Zäfne und Magen sträubten sich unb er sing laut zu schluchzen an. Der Eigenthümer der Aepfel Sar n ^nmenfcj, er ließ Gnade für Recht ergehen und hieß ihn auf demselben Wege nk»®"repfdbaLmfhU™Ominen' ®Ct f° lall geschworen haben, Krofeff^r0 Dr ° 9 9? 'sm'niff Ct°hLediger der hiesigen israelitischen Gemeinde, Professor vr A. A. Wolff, beging heute unter reger Theilnahme sein 60jähriaes Priester - Jubiläum. Der König ernannte den 87jährigen Jubilar zum (Eommanhpnr gekommm ° mOtff 'Mt DOt fünWß Gichen n"ch K^nhagen Benedix' jum^erjen^gebenbeä Lustssstel'^,De?Stör-n^r^"b" 9ieinerä brachte uns »stenLsien^ÄW ZMWMNWZM Famtl.ensreund, dem all' der Jammer nahe geht, dm S örenttted^ ans i Stunbm ibdoch, besonders in den ©eenen, wo sie an ihrer Tockter bebt bnttp fip nnfepJ* » «SS b^LL'L SubÄaib™” stellst H°rr'Gö h7er ^ar™^" 4“ "t"Cr8tiifCnb' dem Leben gegriffen und ihre Klage war ungemein rührend. Hauses, den alten Muller, spielte Herr Director Reiners. Er ?O0e! Der Eindruck seines Spiels war ein Überwältigender ibn des öfteren sogar auf offener Scene unterbrach, hatte er wohl verdient Die ^rl K?l! a" abwechselnd vor Rührung und vor Lachen in die Augen.' Auch yr • Ufa, sowie die Herren Taußig, Löwe und vor Allem fSprr (SiihphrnnSf fanden sich mit ihren Rollen recht befriedigend ab frUbebranbt oom H^en^^ung wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen und der kam gewiß Farbig, fckwarz und weiß Seiden-Moiree von Mk. 2.65 bis Mk. 10 30 per Met. (antique und franpais) versendet roben- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-D6pöt G. Henneberg (K. u. K. Hoflief.) Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto. 8148 Kemmerich's oond. Bouillon ist eingedickter reiner Fleischsaft ohne Zusatz von billigen Suppenkräutern. Bequem.Gebrauch, fein.Geschmack. Telegraphischer Schiff-bericht m der „Red Star Line" Antwerpen. Newyork, 3. October. Der Postdamvfer „Westernlaud" der „Red Star Line", welcher am 2J. Seplemver von Antwerpen abgtug, ist heute wohlbehalten hier angekommen. Gottksdikllk der israelitischcn Keligiollsgeseffchast. Abend 5-Mr, Samstag vormittag 830 Uhr, Samstag Nachmittag 330 Uhr, Samstag Abend 5-io Uhr. GdttheWe Eisenbahnen. Vergebung von Bauarbeiten. Die bei Herstellung eines Anbaues an die Wagenreparaturhalle dahier vorkommenden Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionswege vergeben werden. Voranschlag, Bedingungen und Zeichnung können von heute an im Verwaltungsgebäude Zimmer Nr. 4 eingesehen und die Offerten, welche verschlossen und mit bezüglicher Aufschrift versehen sein müssen, daselbst bis zur Submissionseröffnung am 13. Octbr. L I., Nachmittags 4 Uhr, abgegeben werden. Roth, 8154] Großh. Eisenbahnbaumeister. IleitgeSotknes. 8145] Sl e p f e l sind zu verkaufen. Wilhelmstratze 2. Hamburger Fisch- u. Delik- Handlung A Koch Nachf Süßen ÄeMrnofl empfiehlt M. Schäfer, 8146] Grünbergerstr. 6. 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Etwaige Gesuche um Dispensation vom Unterrichte sind rechtzeitig bei Großherzoglicher Kreis-Schulcommission Gießen einzureichen. Nach Art. 25 genannten Gesetzes haben Lehrherren, Dienstherrschaften und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, Dienern und Arbeitern Die zum Besuche der Fortbildungsschule nöthige Zeit emzurä.imen. Zuwiderhandlungen werden mit einer Polizeistrafe von 2 bis 20 Mark geahndet. Für Schüler, die am Abend nicht abkommen können, wird Tagesunterricht und zwar von 3—5 Uhr Nachmittags eingerichtet. Gießen, den 10. October 1888. Für den Schulvorstand Gießen: 8153 A. Bramm, Fuhr, Hahn, Oberbürgcrmeister. Oberlehrer. X Wichtig für Mütter! H ® Allen Müttern, mögen sie stillen oder nicht, welche Kinder mit kräftigem Knochenbau, starken Nerven und gut entwickelten Verdauungsorganen erwachsen W sehen wollen, sei das, laut chemischer Untersuchung und ärztlicher Prüfung von ö den Fach-Autoritäten als ein Nähr- und Heilmittel ersten Ranges anerkannte X Rademanns Kindermehl M angelegentlichst empfohlen. Seine Bestandtheile und Eigenschaften, namentlich W feine mineralische knochenbildende Salze, sein Eiweiß und Fettgehalt, QS seine Leichtverdaulichkeit und unbegrenzte Haltbarkeit erhebt es über Ä alle anderen derartigen Kindernährmittel. Sowohl bei Durchfall der Kinder, w Verdauungsstörungen, wie auch bei Knochenkrankheiten derselben wie: Eil englischer Krankheit, abgesetzten Gliedern, krummen, schwachen Beinchen, ferner Mk beim Zahnen ist es von anerkannt unübertroffener segensreichster Wirkung. Ö . 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